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Mehr Schein als Sein

Fall des Monats

Die 15-jährige Ann-Katrin registriert sich über einen Schul-PC bei einem Online- Grußkartendienst und bekommt kurz darauf eine Rechnung über 84 Euro geschickt. Die 15-jährige Ann-Katrin möchte ihrer besten Freundin zum Geburtstag per E-Mail eine Grußkarte schicken. Sie googelt daher im Computerpool der Waterkant-Realschule - deren Rechner mit einer angepassten und stets aktualisierten Filtersoftware überwacht werden - nach dem Stichwort "Grußkarte" und findet einen Link zur Website "www.grusskarten-regal.de". Auf der Startseite des Angebots wird Ann-Katrin aufgefordert, sich anzumelden, damit sie auf mehrere tausend Grußkarten zugreifen und an einem Gewinnspiel teilnehmen kann. Da als Hauptpreis ein MP3-Player winkt, gibt sie ohne weiter nachzudenken ihren Namen, ihre E-Mail-Adresse, ihre postalische Adresse sowie ihr Geburtsdatum an und akzeptiert durch Anklicken einer Checkbox die unmittelbar daneben verlinkten Nutzungsbedingungen des Anbieters. Was Ann-Katrin nicht weiß: Mit Absenden der Anmeldung kommt nach der Vorstellung des Anbieters ein Vertrag mit 24-monatiger Laufzeit zustande, bei dem monatliche Kosten von 7 Euro netto entstehen. Abgerechnet werden soll für 12 Monate im Voraus, sodass mit Vertragsschluss 84 Euro netto zuzüglich 19 Prozent Umsatzsteuer fällig werden.

  • Fächerübergreifend
Titelbild: Introduction to Powerpoint

Master PowerPoint: Presentation Skills for Middle School

Unterrichtseinheit
17,99 €

Middle school students (Grades 5 up to 9) gain confident PowerPoint skills. This comprehensive unit develops digital presentation competence, media-appropriate design, and confident public speaking. Includes interactive tasks, pedagogical guidance, and ready-to-use materials – essential for modern education. This didactically sound teaching unit on Introduction to PowerPoint empowers Middle School students (Grades 5 up to 9) to create media-appropriate and persuasive presentations. Comprising approximately 20 pages of material, it systematically introduces the fundamentals of presentation software, comprehensively fostering digital presentation competence. The unit is designed for direct classroom use, covering both technical skills and effective presentation delivery. The package includes a variety of proven components structured for active and sustainable learning: Didactic Introductory Text: Provides teachers with pedagogical and technical background for teaching presentation skills. Interactive Jigsaw Puzzle Activity: Enables students to independently explore PowerPoint functions and design principles. Subject-Specific Task: Concrete application tasks to reinforce and transfer learned concepts. Single-Choice Test: For quick and effective assessment of technical understanding and design rules. Glossary: Explains all relevant technical terms related to PowerPoint and presentation techniques. Summary: Concisely compiles the most important content and tips. Teacher's Guide: A comprehensive guide for educators with lesson plans, differentiation ideas, and additional tips. Boost your students' media literacy and prepare them optimally for future presentations and projects. This material is an indispensable resource for any modern classroom.

  • Informatik / Wirtschaftsinformatik / Computer, Internet & Co. / Deutsch / Kommunikation / Lesen & Schreiben / Fächerübergreifend
  • Sekundarstufe I
Titelbild: Learning Excel Basics

Excel Basics: Spreadsheet Skills for Middle School

Unterrichtseinheit
17,99 €

Middle school students (Grades 5 up to 9) confidently learn to use Excel. This unit fosters digital literacy, data organization, and logical thinking. Includes interactive tasks, pedagogical guidance, and ready-to-use materials – essential for modern education. This didactically sound teaching unit on Introduction to Excel empowers Middle School students (Grades 5 up to 9) to master fundamental spreadsheet functions. Comprising approximately 20 pages of material, it systematically introduces the principles of data organization, formulas, and simple charts, comprehensively fostering digital competence and logical reasoning. The unit is designed for direct classroom use, covering both technical skills and real-world applications. The package includes a variety of proven components structured for active and sustainable learning: Didactic Introductory Text: Provides teachers with pedagogical and technical background for teaching spreadsheet skills. Interactive Jigsaw Puzzle Activity: Enables students to independently explore Excel functions and application areas. Subject-Specific Task: Concrete application tasks to reinforce learned concepts and promote transfer to new contexts. Single-Choice Test: For quick and effective assessment of technical understanding and logical application of formulas. Glossary: Explains all relevant technical terms related to Excel and spreadsheet software. Summary: Concisely compiles the most important content and tips. Teacher's Guide: A comprehensive guide for educators with lesson plans, differentiation ideas, and additional tips. Foster your students' digital and analytical skills and prepare them optimally for future challenges. This material is an indispensable resource for any modern classroom.

  • Informatik / Wirtschaftsinformatik / Computer, Internet & Co. / Mathematik / Rechnen & Logik / Fächerübergreifend
  • Sekundarstufe I

Agile Schulentwicklung

Video-Tutorial

Wandel und Entwicklungen in der Gesellschaft, in der Lebens- und Arbeitswelt führen stets dazu, dass sich Schule mit ihren (Unterrichts-)Konzepten ganzheitlich hinterfragen und weiterentwickeln muss. Wie können Schulen und Bildungsinstitutionen befähigt werden, sich neugierig und mit agilen Methoden ausgestattet, auf diese Aufgaben zu stürzen und Entwicklungsprozesse selbst zu gestalten? Antworten gibt in diesem Videointerview Dennis Sawatzki, Geschäftsführer des Instituts für Schulentwicklung und Hochschuldidaktik (ISH). In einem vorangegangenen Interview haben wir mit Herrn Sawatzi bereits über (gesundheitsorientierte) Leitbildentwicklung gesprochen. Nun schließen sich Fragen zu Schulentwicklungsprozessen an, denn für strukturelle Veränderungen müssen oft alte Prozesse und Rollenbilder über den Haufen geworfen werden, um neu und kreativ voranzugehen. Herr Sawatzki vom Institut für Schulentwicklung und Hochschuldidaktik begleitet als Berater Schulen bei genau diesen Prozessen, und zwar mit agilen Methoden. Was bedeutet Agilität im Kontext von Schulentwicklung? Hervorgegangen aus der Softwareentwicklung, wird der Begriff oft mit Flexibilität oder Anpassungsfähigkeit gleichgesetzt. Agilität bedeutet aber nicht, dass es keine Verbindlichkeit, Kontinuität oder Fokussierung gebe. Im Gegenteil: Agile Schulentwicklungsprozesse haben klare Strukturen, Rituale und Phasen . Einige Merkmale seien hier kurz zusammengefasst: Ziele werden partizipativ vereinbart, sodass für alle Akteurinnen und Akteure Zielklarheit besteht Programmarbeit/Prozesse werden in klar definierte Projekte zerlegt Verantwortung wird geteilt, das heißt, Zuständigkeiten werden verteilt und somit erfolgt bei allen am Prozess Beteiligten eine Verantwortungsübernahme Organisationskultur finden, in der alle Einzelpersonen und Teams Informationen austauschen können, in der aber auch ein hohes Maß an Selbstorganisation und damit Eigenverantwortlichkeit gegeben ist Ziele werden interativ und strukturiert verfolgt, das heißt in Arbeitszyklen abgearbeitet Gesamtverantwortung wird vom Team getragen: Kolleginnen und Kollegen geben Resonanz auf Zwischenergebnisse und bieten personelle, organisatorische Unterstützung an Methoden wie EduScrum oder Design Thinking werden zur Strukturierung und Evalution genutzt Indikatoren werden definiert, anhnd derer der Erfolg gemessen werden kann Fortschritte und Entwicklungen werden in regelmäßigen Evaluationszyklen gemessen hohe Transparenz bei allen Prozessen Wir erfinden uns neu: mit Neugier und Anfängergeist Neben agilen Rollen mit klaren Rollenbeschreibungen, agilen Räumen und Treffpunkten ist vor allem eins wichtig: ein ausgeprägter Anfängergeist ! Fangen Sie klein an, so unser Experte, erproben Sie neue Arbeitsformen. Setzen Sie sich als Schulteam ein klares, zeitlich begrenztes Vorhaben und sehen Sie sich als lernende Organisation. Gepaar mit einer Fehlerfreundlichkeit und gesunden Feedbackkultur können Sie sich neu erfinden. Wie sich Projektmanagement-Kompetenzen auf Schulentwicklungsprozesse übertragen lassen, welche Rolle Lehrkräfte in Schulentwicklungsprozessen einnehmen und wie das ISH Schulen bei Ihrer Programmarbeit unterstützt, erfahren Sie im Video.

  • Fächerübergreifend
  • Berufliche Bildung, Primarstufe, Sekundarstufe I, Sekundarstufe II, Fort- und Weiterbildung, Spezieller Förderbedarf, Hochschule, Elementarbildung, Erwachsenenbildung

Unser eigenes Internet-Museum

Unterrichtseinheit

Bei diesem Unterrichtsprojekt richten die Kinder ein eigenes virtuelles Museum zu einem gewählten Thema ein und machen es im Netz für Besucherinnen und Besucher zugänglich. Sie erlernen den Umgang mit modernen Medien und erwerben Spezialwissen über ihr persönliches Museum.Die Kinder erwerben einen Teil des Fachwissens zusammen mit Expertinnen und Experten. Sie machen eigene Studien und Versuche zum Thema, recherchieren im Internet, lesen in Büchern, befragen Interviewpartner, fotografieren und filmen. Ihre Informationen setzen sie anschaulich in eine Homepage um. Museen sind wichtige Lernorte für Kinder und Erwachsene. Sie bewahren wertvolles Wissen aus unterschiedlichen Kulturen und Epochen und zeigen Einblicke in Bereiche, die uns nicht oder nur selten zugänglich sind. Doch nicht immer ergibt sich die Gelegenheit, diese Angebote zu nutzen. Inzwischen bereichern auch virtuelle Museen im Internet den Schulunterricht und können problemlos vom Klassenzimmer aus besucht werden. Oft sind es "Kostproben" von realen Museen, die damit nicht nur informieren, sondern auch Besucher anlocken wollen. Völlig unabhängige virtuelle Museen sind hingegen eher selten und somit spannendes Neuland. Es gibt kaum eine Einschränkung in der Themenwahl. Zusätzlich zu diesem Informationsteil bauen die Schülerinnen und Schüler unterhaltsame und kleine programmierte Lernspiele zum Training des Wissens und Anleitungen für eigene Aktivitäten ein. Umsetzung des Unterrichtsprojekts "Internet-Museum" Hier erhalten Sie didaktisch-methodische Hinweise zur Umsetzung des Unterrichtsprojekts, insbesondere im Hinblick auf die Computerarbeit mit Grundschulkindern. Phasen des Unterrichtsprojekts "Internet-Museum" Die verschiedenen Phasen des Unterrichtsprojekts werden hier ausführlich beschrieben und didaktisch-methodisch kommentiert. Fachkompetenz Die Schülerinnen und Schüler durchleuchten ihr gewähltes Thema von allen Seiten fachlich. bereiten Fragenkataloge für die Experten und Interviewpartner vor. führen Umfragen durch, werten sie aus und dokumentieren sie. arbeiten ihre Ergebnisse in eine Homepage ein. entwickeln Lernspielideen. verstehen schriftliche Arbeitsanleitungen und setzen sie am Computer um. Medienkompetenz Die Schülerinnen und Schüler setzen ein MindMap-Programm ein. recherchieren im Internet und in Büchern, übertragen Ergebnisse in Listen, speichern oder drucken sie aus. arbeiten mit einem Textverarbeitungsprogramm. scannen Bleistiftzeichnungen ein und gestalten sie in einem Malprogramm farbig. lernen verschiedene einfache Bildbearbeitungstechniken kennen und setzen sie ein. nehmen mit einem Soundschnittprogramm Sprache auf und schneiden die Audiobeiträge. nehmen mit einer Digitalkamera Fotos auf und treffen Auswahlen. filmen mit einer Videokamera und schneiden die Filme. arbeiten mit einer Software zur Erstellung einer Homepage und erstellen damit ein interaktives Museum mit Infoteil und programmierten Spielen. präsentieren ihre CD-ROM mit Beamer und Mikrofon vor Publikum und binden die Gäste in die Präsentation mit ein. Methodenkompetenz Die Schülerinnen und Schüler erledigen weitgehend eigenverantwortlich ihre Aufgabe. halten einen vorgegebenen Zeitrahmen ein. organisieren in der Gruppe selbst ihr Vorgehen und arbeiten Ergebnisse geordnet in die Homepage ein. entwickeln sinnvolle Darstellungsmöglichkeiten der Inhalte mit. lernen Techniken kennen, mit denen sie effizienter arbeiten können (zum Beispiel kopieren, modifizieren). sprechen Verbesserungsmöglichkeiten und erkannte Fehler im Plenum an oder notieren sie auf dem Arbeitszettel. Sozialkompetenz Die Schülerinnen und Schüler arbeiten in unterschiedlichen Teams zusammen. hören einander zu, unterstützen und helfen sich und fordern Hilfe ein, wo sie nötig ist. üben mit allen Kontaktpersonen einen freundlichen und aufgeschlossenen Umgang. Website anmelden Vor dem Projektstart sollte sich die Lehrkraft an der Schule informieren, unter welchen Bedingungen eine neue Website angemeldet werden kann. Mancherorts ist es zum Beispiel so geregelt, dass die Schule bis zu drei verschiedene Adressen für eigenständige Websites nutzen kann. Hier ist dann in der Regel ein Teil des Namens vorgegeben. Im einfachsten Fall kann man das virtuelle Museum in die reguläre Schulhomepage integrieren und dort mit einem Schalter von der Startseite aus anwählen lassen. Kinder in die Themenwahl einbeziehen Kinder sind gerne kreativ tätig und freuen sich, wenn sie in einem Projekt mitreden und gestalten dürfen. Gemeinsam ein virtuelles Internetmuseum einzurichten ist eine willkommene Aufgabe, für die man nicht extra motivieren muss, vor allem, wenn die Kinder beim Thema ein Mitspracherecht haben. Dennoch braucht es den Weitblick und eine solide Beratung durch die Lehrkraft, um zu erkennen, ob sich das Thema eignet oder ob es zu schwierig ist. Allgemeine Interessen der Kinder aufgreifen Das Thema sollte nicht zu sehr auf die speziellen Liebhabereien der Klasse bezogen sein, sondern im Netz allgemeines Interesse bei Kindern erregen. Dennoch darf es ein regional eingebundenes Thema sein, für das sich Fachleute sozusagen vor der Haustür finden. Mitunter kann man auch für ein bereits bestehendes reales Museum eine virtuelle Kinder-Museums-Website gestalten und von diesem reichlich Material und Fachwissen erhalten. Zusammengehörigkeitsgefühl fördern Da die Homepage, also das eigene Online-Museum, ein echtes Gemeinschaftswerk ist, für das jedes Kind einen kleinen, aber wichtigen Beitrag leistet, fördert die Arbeit das Zusammengehörigkeitsgefühl in der Klasse. Jede Schülerin, jeder Schüler kann sich gemäß ihrer oder seiner Fähigkeiten und Interessen einbringen und so der Klasse optimal weiterhelfen und viel Freude bei der Arbeit haben. Gemeinsame Vorgaben entwickeln Die Homepage erfordert eine klare, verständliche Struktur und ein homogenes Layout. Diese Vorgaben entwickeln die Kinder gemeinsam und trainieren danach das Einhalten der selbsterstellten "Regeln". In der Ausarbeitung der Themen sollte aber ein Spielraum für spontane kreative Ideen verbleiben, sodass auch außergewöhnliche Ideen verwirklicht werden können. Diese liefert jedoch nicht der Computer, das werden die Kinder im Laufe des Projektes schnell erkennen. Kurze Lehrgänge einbauen Für die Arbeit am Computer lernen die Kinder vor allem das, was sie gezielt für ihre Tätigkeit brauchen. Dafür interessieren sie sich und hören aufmerksam zu, denn sie wollen ja ihre Aufgabe erfüllen. Dennoch ist es sinnvoll, ab und zu zehnminütige "Lehrgänge" für alle einzubauen. Dies bietet sich zum Beispiel bei folgenden Themen an: beim Scannen, beim Benutzen des Farbeimers im Malprogramm, beim Radieren des Hintergrundes, beim Kennenlernen der Grundelemente im Autorenprogramm, beim Speichern und Umbenennen von Dateien oder beim Schneiden der Szenen im Videoprogramm. Spezialisten schulen Für bestimmte Tätigkeiten schult die Lehrkraft am besten ein paar Spezialistinnen und Spezialisten, die ihr Wissen dann an andere weitergeben können, zum Beispiel beim Aufnehmen und Schneiden von Sprache, beim Übertragen von Fotos und so weiter. So sind die Kinder gleichzeitig Lernende und Lehrende. Regelmäßige Teambesprechungen sind sehr wichtig, oft genügen wenige Minuten, damit alle wieder auf dem Laufenden sind und neue Ideen Gehör finden. Abwechslung schaffen An vielen Stellen können die Kinder in geradezu idealer Weise das Gelernte durch vielfaches Wiederholen gleicher Techniken mit wechselnden Inhalten trainieren. So müssen viele Elemente auf mehreren Seiten strukturgleich eingebaut werden (Bedienelemente, Programmmodule) und spätestens nach der fünften Wiederholung sitzt das Erlernte. Andererseits kann es durch die vielen Wiederholungen bei den Kindern zu Ermüdungserscheinungen kommen und sie müssen regelrecht ihr Durchhaltevermögen trainieren. Dabei ist die Lehrkraft gefordert, wenn nötig für Abwechslung zu sorgen und die Kinder auch einmal mitten in der Arbeit den Platz mit der Nachbarin oder dem Nachbarn tauschen zu lassen. Bei der Texterstellung helfen Texte machen Grundschulkindern erfahrungsgemäß die meisten Schwierigkeiten. Zum einen fällt es ihnen noch schwer, einen Sachtext mit allen wichtigen Inhalten zu schreiben, und zum anderen sind sie noch sehr langsam beim Tippen. Hier muss die Lehrkraft sehen, was die Klasse leisten kann und eventuell unterstützen. Oft erhält man von den Expertinnen und Experten schon einen passenden Text, den die Kinder nur noch "Korrektur" lesen müssen, indem sie die komplizierten Ausdrücke markieren und durch kindgemäße Wörter ersetzen. Leistungen sofort überprüfen Erstaunlich schnell begreifen Kinder dagegen einfache Programmierungen mit der Maus. Die Umschaltung in den Runtime-Modus ermöglicht eine sofortige Überprüfung der Leistung. So kann, wenn nötig, korrigiert und erneut getestet werden. Eine funktionierende Programmierung gibt immer einen Motivationsschub und steigert das Selbstvertrauen der Kinder. Wer selber Spiele programmiert hat, sieht Computerspiele aus dem Handel danach mit anderen und kritischeren Augen. Rechtliche und sicherheitsspezifische Aspekte besprechen Bietet sich im Unterricht eine günstige Gelegenheit, so sollte die Lehrkraft nicht versäumen, zwei Dinge mit den Kindern zu besprechen: 1. Die rechtliche Seite (Autorenrechte an Bildern und anderen Dateien, Copyright-Regeln und so weiter), 2. Die Sicherheitsseite (Sicherungskopien erstellen, Dateien umbenennen, Sorgfalt im Umgang mit den Geräten). Ausreichend testen Eine Website ist erst fertig, wenn sie ausreichend getestet ist. Das sollte man den Kindern vermitteln und sie an dieser Tätigkeit auch fortlaufend beteiligen. Die kleinen Autorinnen und Autoren betrachten ihr Werk stets mit großer Begeisterung und gleichzeitig sehr kritisch . So kann sich eine Art Spiel im Unterricht entwickeln: Wer findet den ersten Fehler? Dabei ist es wichtig, notwendige freie Testphasen mit wilder Klickerei durch gezielte Tests zu ergänzen. Rechtschreibfehler werden von den Kindern selten erkannt und bleiben oft für die Lehrkraft zur Nacharbeit übrig. Vor Publikum präsentieren Eine Präsentation vor Publikum ist immer ein Höhepunkt bei der Projektarbeit und bringt besondere Vorfreude, Aufregung und die notwendige Organisation mit sich. Bei der Veröffentlichung einer Website ist eine solche Präsentation nicht zwingend, aber wünschenswert. Jedes Kind kann vor dem Publikum einen kleinen Teil des Museums zeigen. Es sollte also keine Hauptrollen wie bei einem Theaterstück geben. So können alle Eltern gleichermaßen stolz auf ihre Kinder sein. Das Publikum sollte so weit wie möglich in die Präsentation mit einbezogen werden. Gerade Spiele bieten sich an, um einen Gast an die Maus zu setzen. Wird die Presse dazu eingeladen, bekommt die Website gleich die nötige Werbung. Nach Projektschluss weiter pflegen Optimal ist es, wenn das virtuelle Museum nach Projektabschluss auch weiter gepflegt werden kann. Dies ist mitunter gar nicht so einfach für Schulen (Schülerfluktuation, besonders bei reinen Grundschulen) und sollte rechtzeitig besprochen werden. Steht ausreichend Zeit für eine Vertiefung des Projektes zur Verfügung, so kann man zu Beginn der Einheit mit der Klasse ein Museum besuchen und um eine Spezialführung mit einem Blick hinter die Kulissen bitten. noch Arbeitsblätter für andere Schulen (zum Beispiel eine Rallye durch das Museum) entwickeln und zum Herunterladen einbauen. Steht zu wenig Zeit für die ausführliche Bearbeitung des Projektes zur Verfügung, so kann man von vornherein ein eng begrenztes Thema wählen, das mit wenigen Seiten schon reichlich Informationen für Kinder ergibt, aber auch weiter ausgebaut werden könnte (zum Beispiel ein Museum über Augenfarben der Menschen). die Inhalte verkürzen, knappere Texte schreiben, weniger Bilder einbauen, keine selbstgedrehten Filme einbinden, keine Lernspiele programmieren und so weiter. das Projekt auf zwei Klassen verteilen. ein "Ein-Raum-Museum" einrichten, das keine Sonderseiten hat, sondern nur einen einzigen Raum mit "Schränken" oder "Regalen", in die man virtuell hineinschauen kann. Das Projektthema kennenlernen Die Klasse lernt das neue Projektthema kennen: Einrichten eines virtuellen Museums im Internet in Form einer Homepage. Im Klassengespräch berichten die Kinder über reale Museen, in denen sie schon waren oder von denen sie anderweitig Kenntnis haben. Gemeinsam wird überlegt, was zu einem Museum alles gehört (Eingangsbereich, Garderobe, Abteilungen, Verwaltung). Internetmuseen sind den Kindern bisher vermutlich wenig vertraut. So ist es spannend, gemeinsam ein Beispiel anzusehen. Beispiel-Projekt vorstellen Am Beamer zeigt die Lehrkraft einige Inhalte des "Manuseums", eines virtuellen Museums über Hände von der Multimedia AG der Grundschule Wendelsheim: www.manuseum.tue.schule-bw.de . Im Anschluss erhalten die Kinder freie Zeit am Computer zur Partnerarbeit, um sich selber im Manuseum umzuschauen. Dazu gibt es zwei Arbeitsaufträge: 1. Überlegt schon einmal nebenher, zu welchem Thema unser Museum sein könnte. 2. Was gefällt euch im Manuseum gut und sollte auch in unser Museum eingebaut werden? Anschließend sammelt die Klasse alle Ideen im Gespräch (schriftlich festhalten). Bevor die Entscheidung für das Thema des eigenen Museums fällt, recherchieren die Kinder in Partnerarbeit im Internet, um zu sehen, welches Thema sich gut eignet: Gibt es schon ein Museum zu diesem Thema? Welche Infoseiten zu diesem Thema findet man im Internet? Gibt es Kinderseiten? Wie ergiebig, wie schwierig, wie problematisch ist die Suche nach dem Thema? Thema festlegen Im Plenum findet anschließend die Diskussion und Entscheidung zur Themenwahl statt. Dabei bringen die Kinder ihre Rechercheergebnisse und eigenen Wünsche mit ein. Struktur des Museums erstellen Die Klasse sitzt im Kreis um den Computer/Beamer, wechselweise ist ein Kind an der Maus. Mit einem einfachen MindMap-Programm erstellen die Kinder gemeinsam eine Struktur des Museums. Die Lehrkraft hilft bei der Technik und gibt Anregungen, wenn die Schülerinnen und Schüler nicht mehr weiter wissen. Pflichtseiten einer Homepage kennenlernen Die Kinder lernen dabei auch die Pflichtseiten in einer Homepage kennen: Intro, Hauptmenü, Autoreninformation/Impressum, Dank an Helfer, Copyrightangaben, rechtliche Absicherung. Alternativ kann die Struktur auch mit Kärtchen an einer Stellwand entwickelt werden. Wer eignet sich als Experte? Gemeinsam überlegen die Schülerinnen und Schüler, welche Expertinnen und Experten ihnen bei der Bearbeitung ihres Themas helfen könnten. Auch Eltern, Großeltern oder andere Verwandte sind oft Spezialisten auf einem Gebiet und bringen sich gerne ein. Telefonbücher (gelbe Seiten) oder eine Internetrecherche helfen ebenfalls bei der Suche. Kinder einbeziehen Die Kinder bringen sich beim Suchen und Ansprechen der Kontaktpersonen so weit wie möglich mit ein. Viele Telefonate wird die Lehrkraft jedoch selbst übernehmen, da auch die Rahmenbedingungen und Termine für Besuche oder Workshops besprochen werden müssen. Variable Gruppeneinteilung Bei dieser freien Projektarbeit gibt es eine variable Gruppeneinteilung, bei der von der Einzelarbeit bis zur größeren Gruppe alles möglich ist. Die Kinder bereiten Fragen für die Experten vor, fertigen Zeichnungen fürs Layout an, testen Schriften, Schalter und grafische Elemente, sammeln erste Daten, entwickeln Spielideen und notieren wichtige Punkte in den bereits ausgedruckten Informationen. Dabei gelten die drei unverzichtbaren und für Kinder gut merkbaren Regeln für freies Arbeiten: 1. Jeder hilft jedem. 2. Keiner steht "dumm" rum. 3. Alle sind so leise, dass niemand gestört wird. Beispiel für ein Layoutelement Ein einfaches, aber wirkungsvolles Layoutelement stellt das Beispiel des Hand-Museums dar: Ein Kind umfährt seine Hand mit schwarzem Filzstift (geschlossene Zeichnung). Das Bild wird eingescannt. Im Malprogramm unterteilen die Kinder die große Fläche mit einem dünnen Trennstrich (Pinsel) in viele kleine Teile. Anschließend wird jede Fläche mit einem frei gewählten bunten Muster gefüllt. Dabei entstehen zum Teil wunderschöne Farbmuster, die das Thema symbolisieren. Fachwissen vermitteln Sobald das Thema für das Museum klar ist, kann der begleitende Unterricht starten. Viele Teilthemen eignen sich für kleine Unterrichtseinheiten. So erwerben die Kinder das nötige Fachwissen und gestalten zielgerichtet Materialien, die in die Homepage eingebaut werden. Wichtig: Fotografieren und filmen nicht vergessen! Homepage gestalten Die Kinder arbeiten wieder in freier Projektarbeit. Dabei erledigen sie gemeinsam folgende Aufgaben: Anlegen der Struktur der Homepage, Einarbeiten der bereits vorhandenen Daten, Beginnen mit dem Layout der Spielseiten, Einscannen vorhandener Zeichnungen und so weiter. Inhalte der Homepage einpflegen In dieser sehr langen Arbeitsphase arbeiten die Kinder einzeln, mit einer Partnerin oder einem Partner oder in Kleingruppen an den Inhalten ihrer Homepage. Jedes Kind ist nacheinander für mehrere Teilthemen aktiv und hat auch Kontakt mit den entsprechenden Expertinnen und Experten (in der Schule oder vor Ort). Die Lehrkraft achtet darauf, dass es Abwechslung gibt und die Aufgaben die Kinder nicht überfordern. Dazu gibt es zum Beispiel Hilfe bei der Textarbeit (angefangene Sätze, Lückentexte, Fragen und so weiter) sowie kleine Lehrgänge zur Bildbearbeitung und Sprachaufnahme und zum Filmen und Filmschnitt. Mit mehreren Datei-Kopien arbeiten Die Kinder arbeiten an mehreren Kopien der Hauptdatei an verschiedenen Modulen und notieren jeweils den Dateinamen ihrer Kopie auf ihrem Arbeitszettel. Die fertigen Inhalte und Seiten überträgt die Lehrkraft aus den diversen Kopien der Kinder in ihre Version der Hauptdatei und kontrolliert und korrigiert eventuell den Inhalt, damit keine Falschmeldungen verbreitet werden. Sie stellt auch wieder aktuelle Kopien für die Kinder bereit. Dieses Verfahren ist zwar etwas aufwändig, doch sehr sicher und lässt jederzeit paralleles Arbeiten zu. Es wäre weniger aufwändig, im Multi-Task-Verfahren alle in derselben Dateiversion arbeiten zu lassen, doch bekommen manche Autorenprogramme dabei häufiger Abstürze. Ein Muster programmieren Jeweils zwei Kinder arbeiten zusammen an der Entwicklung und Umsetzung eines Lernspieles. Sie notieren Ideen für das Layout und bereiten die Spielseiten so weit wie möglich vor. Bei der Programmierung hat es sich bewährt, dass die Lehrkraft für jedes Schülerpaar ein Muster programmiert, von dem die Kinder abschauen können. Beispiel: Tiernamen sollen ihrem Händefoto zugeordnet werden. Die Lehrkraft programmiert das erste Zuordnungspaar. Daran können die Kinder die Funktionsweise überprüfen und so die anderen Paare analog programmieren. Diese Vorgehensweise erfordert, dass die Phase mindestens auf zwei Tage aufgeteilt wird, damit die Lehrkraft die Programmierungen vorbereiten kann. Anleitungszettel für Kinder erstellen Kleine Anleitungszettel für die Kinder sind dabei sehr hilfreich und werden mit Freude Punkt für Punkt als erledigt abgehakt. Unterhaltsame Elemente können beispielsweise sein: kleine Animationen, Lauftexte, Cartoons, Witze, Rätsel, lustige Zeichnungen, Figuren mit Sprechblasentext. Ideen zur Gestaltung der Sonderseiten sammeln Im Lehrer-Schüler-Gespräch diskutiert die Klasse Ideen zur Gestaltung der Sonderseiten, insbesondere der Vorstellung der Autorinnen und Autoren und der Dankesseite für die externen Helferinnen und Helfer. Phase eventuell parallel laufen lassen Diese Phase kann auch vorgezogen werden und parallel zur eigentlichen Arbeit laufen. So können Kinder, die schneller mit ihrer Aufgabe fertig sind, jeweils an diesen zentralen Seiten arbeiten. Wichtige Texte, zum Beispiel die Einführung in das Museum oder der Text über das Copyright sollten von der Lehrkraft erstellt werden. Zwischentestphasen einbauen Es ist empfehlenswert, schon während der Einrichtung des Museums ständig kleine Testphasen einzubauen. So sollte jede Verknüpfung oder die Funktionsweise eines Spieles gleich überprüft werden. Testrunde Vor der ersten Veröffentlichung gibt es eine richtige "Teststunde". In Partnerarbeit testen die Kinder alle Seiten und sehen dabei auch ihnen bisher unbekannte Inhalte, die ihre Klassenkameraden erstellt haben. Zunächst gibt die Lehrkraft den Kindern freie Testzeit. So können diese mit Begeisterung und Stolz ihre Ergebnisse ohne Pflichtaufgaben ansehen. Danach findet ein gezielter Test in arbeitsteiliger Partnerarbeit statt. Jedes Paar erhält eine oder mehrere Aufgaben: Schriftarten checken, Verknüpfungen prüfen, Spielfunktionen überprüfen, Zahlen mit den vorhandenen Listen vergleichen, Vollständigkeitsprüfungen und so weiter. Nachdem die Lehrkraft auch noch einmal alles überprüft hat, wird eine HTML-Version fürs Netz erstellt. Homepage gemeinsam mit Kindern ins Netz überspielen Die Lehrkraft zeigt den Kindern, wie man eine fertige Homepage ins Netz überspielt. Das ist jedoch nicht vollständig und auch nicht überall möglich. Zum einen darf das Passwort der Schule den Kindern nicht bekannt gegeben werden, und zum anderen hängt die Übertragung von der in der Schule vorhandenen Netzgeschwindigkeit ab. Läuft die Übertragung über Stunden, so können die Kinder nur den Anfang miterleben. Vor Publikum präsentieren Nach einer intensiven Projektarbeit ist es schön, wenn die Kinder die Gelegenheit bekommen, ihr Werk vor Publikum zu zeigen. Das kann im kleinen Rahmen für die Eltern geschehen, aber auch für eine breitere Öffentlichkeit oder als Programmpunkt für ein Schulfest geplant werden. Die Expertinnen und Experten und die Presse werden dazu eingeladen. Jedes Kind übernimmt einen kleinen inhaltlichen Teil der Präsentation.

  • Informatik / Wirtschaftsinformatik / Computer, Internet & Co. / Technik / Sache & Technik
  • Primarstufe, Sekundarstufe I, Sekundarstufe II, Spezieller Förderbedarf, Berufliche Bildung

Unterrichten mit digitalen Medien – ein Beispiel aus dem Schulalltag

Fachartikel

Dieser Fachartikel zeigt am konkreten Beispiel der Grund- und Mittelschule Thalmässing, wie Unterricht mit digitalen Medien umgesetzt werden kann. Im Interview beschreibt Rektor Ottmar Misoph, wie die Schule interaktive Boards im Fachunterricht einsetzt, welche Vorteile dieses Unterrichten mit sich bringt und worauf Schulen bei der Entwicklung ihrer schulischen Medienkonzepte achten sollten. Herr Misoph, an Ihrer Schule kombinieren Sie digitale und analoge Lernmedien. Warum? Wir wollen die Vorteile aller Lernmethoden im Unterricht einsetzen. Die digitale Dividende , von der Professor und Buchautor Olaf Axel Burow spricht, entsteht nur, weil man nun digitale Medien hat, die etwas anderes leisten als die bisherigen analogen. Diese werden aber nicht ersatzlos gestrichen, sondern ergänzt. Damit Dinge möglich werden, die vorher nicht möglich waren. Sprich, ein interaktives Board wird in den Phasen des Unterrichts eingesetzt, wo es didaktisch sinnvoll ist. Ansonsten habe ich meine klassischen analogen Medien. Ich muss mich fragen: "Was leistet die Technik, die ja teuer ist, mehr als das andere?" Und da muss ich sie einsetzen. Was ist in Ihren Augen wichtig beim Unterrichten mit interaktiven Boards? Unser Unterrichtskonzept fördert die Eigenaktivität, indem wir unter anderem unterschiedliche Lernumgebungen bereitstellen. Unser Motto lautet "Stärken stärken durch eigenaktives, gemeinsames Lernen". Und die interaktiven Boards unterstützen gerade das eigenaktive Lernen . Wichtig ist dabei, dass das Board vor allem als Schülergerät verstanden wird. Die Arbeit der Schülerinnen und Schüler ist das Zentrale. Hier bieten die Boards eine sehr wertvolle Unterstützung, vor allem wenn man die richtige Software einsetzt. Sie ist das eigentlich Entscheidende, aber das ist bei vielen Schulen noch nicht angekommen. Denn neben der Hardware braucht es eine vernünftige Lernplattform , mit der man gezielt verschiedene Lehrmethoden anwenden, eigene Unterrichtseinheiten erarbeiten oder Lernstände abfragen kann. Sie ist der entscheidende Schritt, um ein digitales Board interaktiv im Unterricht einzusetzen. Sie arbeiten mit der SMART Notebook Software und SMART Boards. Können Sie Beispiele nennen, wie digitale Technik das Lernen erleichtert? Die Technik steht bei uns nicht im Vordergrund, sondern dient dazu, unsere Vorstellung von zeitgemäßem Unterricht zu verwirklichen. Aktuell praktizieren wir beispielsweise das Modell, dass Zweitklässlerinnen und -klässler den Erstklässlerinnen und -klässlern das Lesen und Schreiben beibringen. Dabei können sie sich die Medien und Lernräume selbst aussuchen. Am Board arbeiten sie sehr gerne, denn sie haben dort die Lehrschrift drauf, bei der man Wörter oder Buchstaben nachfahren und das selbst Geschriebene dann mit dem Finger herausziehen kann. Wenn mehrere Kinder am Board üben, können sie sehr schön sehen, wer es am besten gemacht hat. Und der Zweitklässler ist der Chef und bringt es ihnen bei. Die Schülerinnen und Schüler suchen ihren Lernort selbst aus und lernen eigenständig. Die Lehrkräfte mischen sich nicht groß ein und wir haben strahlende Zweitklässlerinnen und -klässler. Was will ich mehr? Freilich könnte man jetzt sagen, der Zweitklässler hätte in der Zeit etwas anderes lernen können. Aber dieses Kind lernt soziale Kompetenz, Verantwortung und erfährt eine Ich-Stärkung. Zum anderen erleichtert die Technik differenziertes Lernen . Jede Schülerin und jeder Schüler kann zum Beispiel in seinem eigenen Tempo arbeiten. Das geht analog nicht so leicht. Auch der jeweilige Lernstand kann mithilfe digitaler Medien besser abgefragt werden. Lehrkräfte können ihre Unterrichtseinheiten auch zu Hause abrufen und bearbeiten. Und sie haben alle Inhalte in jedem Klassenzimmer zur Verfügung und können es gleich am Board zeigen. Wir haben auch eine sogenannte freie Lernzeit, in der die Schülerinnen und Schüler im eigenen Tempo ihre Aufgaben bearbeiten. Mittlerweile verwalten wir auch die freie Lernzeit über das Board. Es hat vielfältige Funktionen. Wie funktioniert das genau? Vieles läuft über ein zentrales Schulnetzwerk , mit dem ich alle Geräte im Haus steuern kann. Jede Lehrkraft, jede Schülerin und jeder Schüler hat einen eigenen Account. Unter anderem können die Lehrkräfte jedem Lernenden die Lerninhalte zuweisen, die für seinen Lernstand geeignet sind. So hat jede Schülerin beziehungsweise jeder Schüler eine Oberfläche, die genau für sie oder ihn zum Arbeiten geeignet ist. Für uns als inklusive Schule ist das sehr wichtig. Dafür haben wir einen externen Administrator beauftragt, der den Support und den Helpdesk betreut. Was sind die Vorteile von interaktiven Boards im Vergleich zu Tablet und Beamer? Ich kenne Schulen, die mit Tablets im Unterricht arbeiten und mit dem Beamer auf eine Wand, Leinwand oder das Whiteboard projizieren. Aber das ist nicht das Gleiche wie die Arbeit am interaktiven Board, weil ich haptisch etwas ganz anderes mache! Am interaktiven Board sind die Schülerinnen und Schüler selbst aktiv und können darauf schreiben oder Objekte bewegen. Als Lehrkraft hat man immer die Möglichkeit, allen Kindern gleichzeitig zu zeigen, wie etwas geht. Die Kinder können besser beobachten als am kleinen Bildschirm. Am großen Board ist die gesamte Gruppe eingebunden und in einigen Unterrichtseinheiten braucht man das. Und das ist entscheidend. Man muss vor allem in der Grundschule auch die Grobmotorik mit im Blick behalten. Denn wenn man nur an einer Tastatur oder gar am Tablet arbeitet, das sind ganz andere Bewegungsabläufe. Welche Schritte waren bei der Umsetzung Ihres Medienkonzeptes wichtig? Wir haben mit der Schulentwicklung vor vielen Jahren begonnen. Damals haben wir uns zuerst überlegt, was für uns guter Unterricht ist. Für uns hat das viel mit der Selbsttätigkeit und Eigenaktivität der Schülerinnen und Schüler zu tun. Wir sind darauf gekommen, dass wir die Lernräume anders gestalten müssen: mit flexibleren Tischen und flexibleren Tafeln – und wir wollten das "vorn" und "hinten" auflösen. Und dann erst kamen die Boards. Wir haben dann Stück für Stück unser Medienkonzept entwickelt. Was bringt die digitale Technik für den Unterricht an Ihrer Schule? Mich fragen die Leute oft: Lernen die Kinder bei euch besser? Fragen wir doch mal anders: Gehen die Kinder lieber hierher? Wenn ich heute Schülerinnen oder Schüler in der neunten Klasse habe, die in der sechsten Stunde Mathe bis zur letzten Minute motiviert arbeiten – das ist es doch, was wichtig ist. Wir haben im Schulgebäude einen schönen Satz von Otto Herz an der Tür hängen: "Schule soll Gelingen organisieren und nicht Misslingen dokumentieren." Das funktioniert bei uns über Wertschätzung, Motivation und eigenaktives Lernen . Und das ermöglichen wir in verschiedenen, auch digitalen Lernräumen. Wenn wir mit unserer Lernatmosphäre dafür sorgen können, dass Kinder ihre Stärken stärken, wenn sie gern in die Schule gehen und gern lernen, dann haben wir alles erreicht. Das heißt, im Hinblick auf die Lernerfolge merken Sie aber keine konkreten Unterschiede? Was dieses Konzept wirklich bringt, merken wir in der Mittelschule. Das eigenaktive selbstständige Lernen führt zu sehr guten Abschlüssen und die Leute merken es in der Berufsausbildung. Wir haben viele Firmen, die uns sagen, da ist ein Unterschied zu anderen Azubis. Die sind so eigenständig. Das ist heute in der Arbeitswelt wichtig: Flexible Kinder, motivierte Kinder, Kinder, die sich auf alles Mögliche einstellen können. Wir bilden die Kinder für eine Arbeitswelt aus, die es heute noch nicht gibt. Zum Thema DigitalPakt: Es gibt Schulen, die machen sich grad erst auf den Weg. Was sind Ihre Tipps? Setzen Sie sich mit Ihrem Kollegium zusammen und fragen Sie sich: Welche Art von Unterricht will ich machen? Wo will ich mit meiner Schule hin? Was ist für mich guter Unterricht? Welche Kompetenzen sollen die Schülerinnen und Schüler erwerben? Welche Methoden brauche ich dazu bei Schülerinnen und Schülern sowie Lehrkräften? Und anschließend: Welche Ausstattung brauche ich dafür? Wo wollen wir hin und was unterstützt uns, dahin zu kommen? Wenn wir Boards haben wollen – wo bauen wir sie auf? Wie sollen die im Unterricht eingesetzt werden? Wofür wollen die Lehrkräfte sie einsetzen? Wie müssen wir das Kollegium schulen? Wo brauchen wir Support? Aber am allerwichtigsten ist wirklich, sich erst über die Qualität des Unterrichts zu unterhalten. Dann wird klar, wie die Ausstattung sein muss.

  • Fächerübergreifend

Strukturierung von Projekten: autonomes Projekt, integriertes Projekt und Matrixorganisation

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Projekte agieren nicht in einem luftleeren Raum. Sie sind immer auch in Organisationen "angedockt". Allerdings gibt es unterschiedliche Möglichkeiten die Projekte innerhalb der Struktur der Organisation einzubinden. Dies sollen die Lernenden entsprechend vermittelt bekommen. Dieses Arbeitsmaterial bildet zusammen mit den Materialien "Merkmale von Projekten – Was macht ein Projekt aus?" und "Projektmanagement: Definition und Zertifizierungen" den Einstieg in das Thema Projekt/Projektmanagement . In diesem Arbeitsmaterial lernen die Schülerinnen und Schüler anhand eines Arbeitsblattes unterschiedliche Organisationsformen des Projektmanagements – das integrierte Projekt, das autonome Projekt und die Matrixorganisation – kennen. Das Arbeitsblatt wägt die Vor- und Nachteile der unterschiedlichen Strukturierungsformen von Projekt-Arbeit in den Arbeitsalltag eines Unternehmens gegeneinander ab. Schematische Abbildungen helfen den Lernenden, die Einbildung von integrierten Projekten, autonomen Projekten und der Matrixorganisation von Projekten in das Unternehmen nachvollziehen zu können. Dieses Arbeitsmaterial sowie die dazugehörige Unterrichtseinheit "Was ist ein Projekt? – Einführung ins Projektmanagement" eignen sich für den Einsatz an Berufsschulen für die Berufsausbildungen zum Fachinformatiker und zur Fachinformatikerin sowie zum IT-System-Elektroniker und zur IT-System-Elektronikerin (KMK), am Beruflichen Gymnasien, etwa in Eingangsklassen im Fach Wirtschaftslehre mit Projektmanagement (Baden-Württemberg), an Fachschulen für Wirtschaft, Fachrichtung Betriebswirtschaft, Schwerpunkt Marketing, Fach Wirtschaftsinformatik (Sachsen-Anhalt). Projekte können klein und einfacher oder auch groß und sehr komplex sein. Sie benötigen immer Ressourcen , zu denen Zeit, Geld und vor allem Personen gehören. Projekte können intern wie extern sein. Intern bedeutet, dass sie nicht nur die Organisation, in der das Projekt durchgeführt wird hinsichtlich der Ressourcen betrifft, sondern dass das Ergebnis auch für diese Organisation ist. Beispiele hierfür sind etwa die Einführung einer neuen Software, die Gründung eines neuen Standortes, Einführung des Lean Managements oder die Umstrukturierung der bisherigen Aufbauorganisation . Extern bedeutet, dass die durchführende Organisation ein Ergebnis für eine andere Organisation schafft. Hierfür sind Beispiele die Gestaltung und Livestellung eines Onlineshops, der Bau eines Flughafens, die Ausrichtung eines Konzerts oder auch die zwei Tage währende Hochzeitsfeier auf den Bermudas mit 500 Gästen aus der ganzen Welt. Manche Projekte werden dabei "nebenbei" abgearbeitet, manche erhalten eine autonome Projektstruktur, wo die Beteiligten die Möglichkeit haben, sich ausschließlich auf das Projekt zu konzentrieren und weitere wiederum werden innerhalb des geschäftlichen Alltags ganz bewusst in die Firmenstruktur eingebunden. Es gilt, diese hinsichtlich der Umsetzung und der Vor- und Nachteile zu verstehen und einordnen zu können. Fachkompetenz Die Schülerinnen und Schüler begreifen organisatorische Zusammenhänge. kennen verschiedene Arten von Projekten (autonomes Projektmanagement, integriertes Projektmanagement, Matrixorganisation). Sozialkompetenz Die Schülerinnen und Schüler tauschen Ideen aus. diskutieren wertschätzend miteinander.

  • Wirtschaft / Informatik / Wirtschaftsinformatik / Computer, Internet & Co.
  • Sekundarstufe II, Berufliche Bildung, Erwachsenenbildung

Digitale Werkzeuge im Unterricht

Fachartikel

Dieser Fachartikel listet die Vorteile von digitalen Werkzeugsammlungen für den Unterricht auf. Er liefert konkrete Beispiele für praxiserprobte Apps und Tools, die sich für den Einsatz im "digitalen" Unterricht eignen. Der Beitrag entstand im Rahmen des von der Deutschen Telekom Stiftung geförderten Projekts "Berufsschule digital". Bedeutung von digitalen Werkzeugen im Unterricht Der Einsatz digitaler Medien ist für einen guten, lebensweltnahen und zeitgemäßen Unterricht perspektivisch unabdingbar – darin sind sich Expertinnen und Experten nicht erst seit der Verabschiedung des DigitalPakts Schule einig. Im Mittelpunkt steht die Frage, wie Lehren und Lernen in der heutigen Zeit gestaltet werden müssen und welchen Beitrag digitale Medien leisten können. Fest steht: Digitale Werkzeuge wie zum Beispiel Lern-Apps können Lernprozesse vereinfachen und zur individuellen Förderung von Schülerinnen und Schülern beitragen. Weiterhin fördert ihr unterrichtlicher Einsatz sowohl Fach- als auch Medienkompetenzen. Ein weiterer Vorteil besteht darin, dass digitale Lernhilfen häufig sowohl in der Schule als auch zu Hause einsetzbar sind. Je nach Software eignen sich die digitalen Anwendungen für PCs und Notebooks, Tablets, Smartphones, interaktive Whiteboards, aber auch webbasiertes Lernen. Individuelles und kooperatives Lernen kann so zeit- und ortsunabhängig stattfinden. Sinn und Zweck von digitalen Werkzeugsammlungen Die Bandbreite an digitalen und häufig kostenfrei nutzbaren Werkzeugen ist riesig. Entsprechende Angebote gibt es für nahezu alle Schulformen und Fächer. Die Palette reicht von kleinen "Helferlein", etwa Noten- und Schülerverwaltungsprogrammen für die Lehrkraft, über Übungsprogramme für die Schülerinnen und Schüler, bis hin zu Programmen für die kreative Medienarbeit im Unterricht. Den Überblick über alle auf dem Markt angebotenen Werkzeuge zu behalten ist dabei kaum möglich. Deshalb bietet sich das Anlegen einer Sammlung digitaler Werkzeuge an. In dieser werden kontinuierlich Apps und Tools, die sich in der Schule bewährt haben, eingepflegt und allen Lehrkräften auf einem gemeinsamen Netzwerk / in einer Cloud zur Verfügung gestellt . Werkzeugsammlungen enthalten neben einer inhaltlichen Beschreibung des Werkzeugs die Darstellung des Nutzens für den Unterricht sowie die Nutzungsvoraussetzungen für das jeweilige Tool. Weiterhin bietet es sich an, konkrete Anwendungsgebiete und Unterrichtsszenarien sowie die zu erwerbenden Medienkompetenzen aufzuführen. Zwei Beispiele für die Darstellung einer solchen Werkzeugsammlung finden Sie unten im Download-Bereich. Medienkompetenz-Einordnung nach KMK-Strategie Um digitale Werkzeugsammlungen eventuell auch bundeslandübergreifend zu teilen und zugänglich zu machen, bietet sich die Einordnung der zu erreichenden Medienkompetenzen nach der KMK-Strategie Bildung in der digitalen Welt an. Diese legt ein länderübergreifendes Handlungskonzept für die Entwicklung der Bildung in Deutschland vor. Schülerinnen und Schüler sollen sich bis zum Ende ihrer Pflichtschulzeit einen umfangreichen Katalog digitaler Kompetenzen erarbeiten können. Dazu sollen Lehr- und Lern-Szenarien des Fachunterrichts systematisch und fächerübergreifend in digitale Lernumgebungen eingebettet werden. Rahmengebend ist dabei ein Kompetenzrahmen mit sechs Kompetenzbereichen , der in die Gestaltung und Strukturierung digitaler Werkzeugsammlungen einfließen kann.

  • Fächerübergreifend

Dünnschichtchromatographie - Farbstoffe, Schmerztabletten

Unterrichtseinheit

Die hier vorgestellten spielerischen Versuche zur Auftrennung gängiger Faserstift-Farben und die folgende wissenschaftlich exakte Identifizierung von Inhaltsstoffen gängiger Schmerztabletten mithilfe von Referenzsubstanzen sind der Garant für eine hohe Motivation der Lernenden. Modellierungen mit Excel veranschaulichen den Begriff des multiplikativen Gleichgewichts bei der Chromatographie.Die Experimente zur Chromatographie verdeutlichen die Bedeutung der Trennmethode und geben Denkanstöße zu anderen Themenbereichen - bis hin zur DNA-Analyse oder dem Nachweis von toxischen Verunreinigungen oder Fremdsubstanzen in Modedrogen. Vor den praktischen Übungen werden mit einem Tabellenkalkulationsprogramm (hier Excel) die Verteilungsvorgänge bei der Dünnschichtchromatographie (Austauschvorgänge zwischen mobiler und fester Phase) mathematisch modelliert und grafisch dargestellt. Die Lernenden verstehen die Verteilungsvorgänge mithilfe des Computers als ?Zeichen- und Rechenknecht?. In der Unterrichtseinheit verbinden sich somit am Computer entwickelte Modellvorstellungen mit greifbaren Versuchsergebnissen. 1. Stunde: Chromatographie - eine revolutionäre Technik Allgemeine Hinweise zur Dünnschichtchromatographie 2. Stunde: Mathematische Simulation der multiplikativen Verteilung Mit Excel-Dateien wird die multiplikative Verteilung von zwei zu trennenden Stoffen berechnet und in Diagrammform dargestellt. 3. Stunde: Chromatographie von Farbstoffgemischen Einstieg in die Chromatographie-Praxis: Hier finden Sie Hinweise zur Durchführung, Ergebnisbeispiele und eine ausführliche Versuchsanleitung für die Lernenden. 4. Stunde: Chromatographie von Schmerzmitteln Die Schülerinnen und Schüler analysieren die Bestandteile eines Schmerzmittels und nutzen das Internet, um die Medikamenten-Marke zu bestimmen. Weitere Versuchsvorschläge und Anregungen Experimente zur Trennung von Pflanzenfarbstoffen Die Schülerinnen und Schüler sollen die Verteilung von Farbstoffen mithilfe einer vorgegebenen Excel-Datei bei unterschiedlichen Verteilungskoeffizienten simulieren und die Auswirkungen an der Excel-Grafik ablesen. an einigen Beispielen die zugrunde liegende Excel-Rechenanweisungen zur Konzentrationsberechnung nachvollziehen. experimentell sauber arbeiten und Versuchsprotokolle führen können. in einem Versuch zur Trennung von Farbstoffgemischen erleben, dass die Dünnschichtchromatographie überraschende Ergebnisse liefert. in einem Versuch zur Trennung von Schmerzmitteln die Komponenten einer Schmerztablette identifizieren und mithilfe von Internetrecherchen einem Markennamen zuordnen oder die Auswahl der in Frage kommenden Produkte eingrenzen. weitere Versuche durchführen (Trennung von Paprika-, Curry- und Blattfarbstoffen). Das Wort "Chromatographie" (aus dem Griechischen) bedeutet "mit Farbe schreiben" (chroma = Farbe, graphein = schreiben). In der Chemie fasst man unter diesem Begriff keine Maltechnik, sondern eine Reihe von Techniken zur analytischen Trennung von Stoffen zusammen: Papier-, Dünnschicht-, Gaschromatographie und noch weitere moderne Methoden. Die Chromatographie war und ist für die Naturstoff- und Biochemie von sehr großer Bedeutung, da man mit ihr Stoffgemische sehr leicht trennen und die Bestandteile identifizieren kann. Erwin Chargaff hat zum Beispiel mithilfe chromatographischer Techniken einen wesentlichen Beitrag zur Strukturaufklärung der DNA geleistet. In modernen Labors werden Chromatographien automatisiert durchgeführt und per Computer ausgewertet. Feste Phase Bei der Dünnschicht-Chromatographie benutzt man eine feste Phase auf einem Trägermaterial (Alufolie, Plastikfolie oder Glasplatte), an der die zu untersuchenden Stoffe getrennt werden. Die feste Phase kann zum Beispiel Cellulose, Aluminiumoxid oder Kieselgel sein. Sie ist sehr fein und gleichmäßig auf dem Trägermaterial verteilt. Mobile Phase: Das Laufmittel Die flüssige Phase bewegt sich durch Kapillarkräfte durch die feste Phase und transportiert dabei die Stoffe des Substanzgemisches. Auftragung der Substanzproben Auf die Dünnschichtchromatographie-Folie trägt man mithilfe einer Kapillare die Proben punktförmig entlang einer Startlinie auf und lässt sie eintrocknen. Nach dem Auftragen der Proben stellt man die Folie aufrecht in einen Chromatographie-Tank, der gerade soviel von der mobilen (flüssigen) Phase enthält, dass die Startlinie mit den aufgetragenen Proben einen halben Zentimeter oberhalb des Flüssigkeitsspiegels liegt. Durch Kapillarkräfte beginnt die mobile Phase durch die feste Phase zu wandern und zieht dabei die Substanzproben mit sich. Während der Chromatographie stellt sich entlang der Laufstrecke ständig ein neues Gleichgewicht ein zwischen der Lösung des Stoffes (in der mobilen Phase) und der Adsorption des Stoffes (an die stationäre Phase). Nimmt man die Folie aus dem Gefäß und trocknet sie, so befindet sich der "Fleck" jeder Komponente der Probe auf einer ganz bestimmten Höhe des Chromatogramms (wobei sich die Farbstoffmengen der mobilen und der stationären Phase nach der Trocknung der Folie an jedem Ort jeweils addieren). Die Trennung kommt dadurch zustande, dass sich die Substanzen verschieden gut in der mobilen Phase lösen und weitertransportiert werden. verschieden fest an die feste Phase angelagern (Adsorption). Der Rf-Wert Je besser sich eine Substanz im wandernden Lösungsmittel löst und je kleiner ihre Affinität zum Trägermaterial ist, desto schneller und weiter wird sie mit dem Lösungsmittel wandern. Daraus ergibt sich als eine charakteristische Größe der Rf-Wert ("Ratio of front") der Substanz (Wanderungsstrecke der Substanz / gesamte Wanderungsstrecke des Lösungsmittels). Der maximale Rf-Wert beträgt somit 1, meist liegt er deutlich darunter. Er hängt von der chemischen Struktur der Substanz, vom Trägermaterial und vom Lösungsmittelgemisch ab (Kammmersättigung und konstante Versuchstemperatur werden vorausgesetzt). Jonas Hostettler vom Departement Chemie der Universität Basel hat ein kleines Simulationsprogramm entwickelt und für die Veröffentlichung zur Verfügung gestellt. Es eignet sich sehr gut als Ergänzung zu den eher trockenen Erklärungen der Vorgänge bei der multiplen Verteilung (Beamerpräsentation, Nutzung am heimischen Rechner oder im Computerraum). In dem ZIP-Ordner "dc_simulation_verteilung" (siehe unten) finden Sie die Datei "Verteilung.htm", mit der Sie das Programm per Mausklick starten (Abb. 1, Platzhalter bitte anklicken). Weisen Sie Ihre Schülerinnen und Schülern darauf hin, dass in den Reagenzgläsern die untere (grüne) Phase der stationären Phase, die obere (blaugrüne) Phase der mobilen Phase, also dem Fließ- oder Laufmittel, entspricht. Um die Simulation starten zu können, müssen für die beiden zu trennenden Stoffe Verteilungskoeffizienten (v) Werte eintragen werden. Mit dem Wert für "i" geben Sie die Zahl der im ersten Schritt zu simulierenden Trennschritte vor. Durch den Klick auf "Rechne!" wird dann das multiplikative Gleichgewicht für eine entsprechende Zahl von Reagenzgläsern berechnet. Die Konzentrationen der Stoffe werden als Balkendiagramme dargestellt. Dabei werden leider nur die Konzentrationen in der mobilen Phase (grün) berücksichtigt. Durch Klick auf "i+1" wird jeweils ein weiterer Trennschritt berechnet. (Aus programmiertechnischen Gründen startet die Software bei i-Werten, die größer sind als eins, jeweils beim "letzten" Trennschritt.) Die Excel-Dateien können zur Unterstützung des Unterrichtsgespräches eingesetzt werden. Dazu sind lediglich ein Präsentationsrechner und ein Beamer erforderlich. Machen Sie sich mit den Simulationen vor der Verwendung im Unterricht vertraut. Verwenden Sie am besten die Verteilungskoeffizienten 0,5 für den roten und blauen Farbstoff - hier werden die Zahlenreihen am verständlichsten. Die Funktionen und Eigenschaften der beiden Excel-Simulationen werden in den folgenden Abschnitten dargestellt. Darstellung der multiplikativen Verteilung Mit der Datei "1_multiplikative_verteilung_5_schritte.xls" (Abb. 2, Platzhalter bitte anklicken) wird eine Stofftrennung (rechnerisch) mit nur fünf Trennschritten simuliert: Die Konzentrationen eines roten und eines blauen Farbstoffs in der mobilen und der stationären Phase werden rechnerisch und grafisch dargestellt. Die Konzentrationen und die Verteilungskoeffizienten der Stoffe (rote Zahlen = roter Farbstoff, blaue Zahlen = blauer Farbstoff) lassen sich ändern. Die Ergebnisse werden jeweils in einer Grafik ("Multiple Verteilung - stationäre und mobile Phase") dargestellt, die sich den eingegeben Werten automatisch anpasst. In der Spalte B steht "GG" für die Einstellung des Gleichgewichtes, der nach rechts gerichtete Pfeil für das "Vorrücken" der Fließmittelfront. Variation der Verteilungskoeffizienten In den Feldern L2 und L4 (siehe Abb. 3) können die Verteilungskoeffizienten geändert werden (Werte zwischen 0 und 1). Experimentieren Sie mit verschiedenen Werten. Diese Felder geben an, zu welchen Anteilen die beiden Stoffe in die mobile Phase übergehen: In Feld D6 steht dann der Anteil roten Farbstoffs, der in die mobile Phase übergeht (0,25 entspricht 25 Prozent), im Feld G6 der Anteil roten Farbstoffs, den die stationäre Phase in dem jeweiligen Schritt absorbiert (1 - 0,25 = 0,75; also 75 Prozent). Um den Inhalt der Felder D6 und G6 brauchen Sie sich nicht zu kümmern - ihre Werte richten sich nach der Eingabe in L2 und L4 (Vorgabe der Verteilungskoeffizienten). Stoffmengen In den Feldern E2 und E4 (Abb. 3) können die Stoffmengen variiert werden. Werte unter zehn liefern im Graphen zu flache Kurven und werden nicht angenommen. Wie werden die Berechnungen durchgeführt? Die gelb unterlegten Felder (siehe Abb. 4 und Abb. 5) enthalten die Stoffmengen der mobilen Phase, die blau unterlegten enthalten die absorbierten Anteile der stationären Phase. Vor dem Weiterwandern der mobilen Phase, also hinter der Fließmittelfront, findet eine Gleichgewichtseinstellung statt (Abb. 4). Nach der Gleichgewichtseinstellung wandert die mobile Phase weiter - zunächst ohne erneute Gleichgewichtseinstellung (Abb. 5). Danach findet wieder eine Gleichgewichtseinstellung statt und das Fließmittel wandert wieder eine Zelle weiter - und so geht es weiter, bis fünf Trennschritte simuliert sind. Ganz unten in der Tabelle (Zeile 48 und 49, siehe Abb. 2) werden die Stoffmengen der stationären und der mobilen Phase für jeden Farbstoff und jede Zelle addiert. Diese Werte erscheinen in der Grafik. Natürlich sind fünf Trennschritte noch zu wenig, um eine scharfe Trennung der Farbstoffe zu simulieren. Dies ist mit der zweiten Excel-Datei möglich (2_multiplikative_verteilung_stat _mobil_10_schritte.xls), die zehn Trennschritte simuliert (Abb. 6, Platzhalter bitte anklicken). Dabei werden die Verteilungen in der stationären und mobilen Phase - im Unterschied zur ersten Simulation - zusammengefasst. Dies ist im Vergleich zur ersten Simulation ein Vorteil: dort müssen bei der Betrachtung der Trennschritte die Stoffmengen der mobilen und der stationären Phase jeweils addiert werden. Wieder gilt: Rote Zahlen gelten für den roten, blaue für den blauen Farbstoff. Wie funktioniert diese "Zusammenfassung" der Stoffmengen in der stationären und mobilen Phase? Betrachten wir in Abb. 7 das oval markierte Feld E14. Wir wollen gerade die Teilchenmengen berechnen, die im dritten Trennschritt anfallen. E14 wird mit zwei Teilchenmengen "versorgt": Von der Zelle davor kommt der Anteil an Substanz hinzu, der in ihr in die mobile Phase übergegangen ist ("C12*D6", also das Produkt der Werte aus den Zellen C12 und D6) und weitertransportiert wird (grüner Pfeil). Zusätzlich kommt der Inhalt der Zelle hinzu, der von der stationären Phase festgehalten (E12*G6) und nicht weiter transportiert wird (roter Pfeil). Für eine detaillierte und mehr schrittweise Betrachtung der Einzelvorgänge ist die Excel-Datei mit den fünf Schritten geeigneter - besonders für jüngere Lernende. Erfahrungsgemäß verstehen Schülerinnen und Schüler des Gymnasiums (ab Klasse 10) die gekoppelten Vorgänge in der Excel-Simulation mit zehn Schritten gut - zumal das zweite Excel-Arbeitblatt auch noch eine Grafik zeigt, die nur fünf Trennschritte darstellt (in Abb. 6 nicht dargestellt): man erkennt im Vergleich mit dem oberen Diagramm (zehn Trennschritte) deutlich den Unterschied, der sich mit der steigenden Zahl der Trennschritte einstellt. Hier noch zwei wichtige Hinweise: Sie können sich bei geöffneter Excel-Datei die verwendeten Formeln anzeigen lassen. Klicken Sie auf "Extras", "Formelüberwachung", "Formelüberwachungsmodus". Der "Klick-Rückweg" führt zur normalen Tabellendarstellung zurück. Beim Schließen der Excel-Datei sollten die vorgenommenen Änderungen nicht gespeichert werden (Abb. 8). So bleibt der Originalzustand der Simulationen erhalten. Im Rahmen einer Projektarbeit können die Schülerinnen und Schüler - je nach Interesse und Fähigkeiten - in selbständiger Arbeit das mathematische Modell zur multiplikativen Verteilung mit einer objekt-orientierten Programmiersprache wir zum Beispiel Visual Basic "automatisieren". So lassen sich über Hundert Trennschritte in einer "Schleife" berechnen. Die Diagramme der Auftrennung werden so erheblich klarer und aussagekräftiger. Mit der Dünnschichtchromatographie kann man Farbstoffgemische auftrennen und zeigen, dass eine scheinbar einfarbige Lösung oder die Farbe eines Faserschreibers oft aus vielen Einzelkomponenten unterschiedlicher Farbe besteht. Die Auftrennung verschiedenfarbiger Faserschreiber liefert - abhängig von der Herstellerfirma und der Farbe - optisch eindrucksvolle Resultate. Dabei kann zum Beispiel untersucht werden, welcher Herstellerfirma ein Faserschreiber zuzuordnen ist. Abb. 9 zeigt einige Ergebnisse aus Schülerversuchen. Die Betrachtung der getrockneten Chromatogramme unter langwelligem UV-Licht (UV-Lampe nicht auf die Augen richten beziehungsweise in die Lampe hineinsehen, im Idealfall Schutzbrillen verwenden!) zeigt - je nach Fabrikat und Farbe - schwach fluoreszierende Zusatzstoffe, die im Tageslicht die Brillanz der Farben erhöhen. Bereitgestellt werden müssen die Dünnschichtchromatographie-Folien (siehe "dc_versuch_1_farbstoffe.pdf"), Trennkammern mit Deckeln, eine Flasche mit vorbereitetem Fließmittel, ein Trichter, weiche Bleistifte (zur Markierung der Folien) und eventuell eine UV-Lampe mit umschaltbarem Wellenlängenbereich. Das verwendete Laufmittel enthält Acetonitril (siehe "dc_versuch_1_farbstoffe.pdf"). Es liefert in kurzer Zeit sehr gute Trennerfolge und ist für Schülerversuche noch zugelassen. Führen Sie den Versuch nur in einem gut ziehenden Abzug durch. Nach der Chromatographie wird Fließmittel aus den Gefäßen durch einen Trichter ins Vorratsgefäß zurückgegeben. Die Filter werden seitlich an die Gefäße gestellt und unter dem Abzug getrocknet. Achten Sie bei längerer Lagerung des Laufmittels auf den pH-Wert - er sollte bei etwa 7,0 liegen. Farbstifte bringen die Schülerinnen und Schüler mit. Achten Sie jedoch darauf, dass keine Permanentstifte verwendet werden. Als Lehrkräfte müssen wir bei den weiteren Versuchen dieser Unterrichtseinheit immer wieder auf die exakten Vorbereitungen zurückgreifen und uns darauf verlassen können, dass die Schülerinnen und Schüler selbstständig die Folien vorbereiten, die Stoffe auftragen und die Trennung sorgfältig durchführen können. Achten Sie bei diesem ersten Versuch daher besonders auf folgende Punkte: Sind alle Folien ordnungsgemäß vorbereitet? Sind auf den Folien Farbe und Fabrikat der Farbstifte vermerkt? Sind die Folien mit dem Namen der Arbeitsgruppe beschriftet? Weiß jede Arbeitsgruppe, welches Gefäß und welche Folie zu ihr gehört? Werden die Farbtupfer nicht zu dick aufgebracht? Zu viel Farbstoff führt zu verschmierten Flecken, daher gilt: Weniger ist mehr! Beim Auftragen der Proben lieber mehrmals tüpfeln - Proben dabei zwischendurch trocknen lassen. Lassen die Schülerinnen und Schüler die Folie einfach in die Chromatographiekammer fallen? Tauchen die Farbtupfer nicht in das Fließmittel ein? Vergleichen die Lernenden die Trennergebnisse mit anderen Arbeitsgruppen? Nach dem spielerischen Einsteig wird nun eine anspruchsvollere Aufgabe wissenschaftlich exakt bearbeitet. Die Datei "dc_versuch 2_schmerzmittel.pdf" (siehe unten) liefert neben einer Liste mit den benötigten Materialien eine genaue Versuchsvorschrift - von der Vorbereitung der Folie bis hin zur Auswertung der Ergebnisse unter UV-Licht (Abb. 10). Zeigen Sie den Schülerinnen und Schülern vor Versuchsbeginn die weißen Substanzen in Reinform (Acetylsalicylsäure, Coffein, Paracetamol; Sie benötigen diese Stoffe bei der Chromatoghraphie auch als Referenzsubstanzen). Sie werden gleich die Problematik erkennen, dass weiße (oder farblose) Stoffe auf dem weißen Folienbelag bei Tageslicht nicht sichtbar sind. Bei der Frage nach Möglichkeiten zum Nachweis "unsichtbarer" Substanzen können die Schülerinnen und Schüler - spätestens nach dem Hinweis auf die Geldscheinprüfung - die Begriffe UV-Licht oder Fluoreszenz ins Spiel bringen. Bitte halten Sie die vorgegebenen Stoff- und Lösungsmittelmengen ein - sie sind erprobt (siehe "dc_versuch 2_schmerzmittel.pdf"). Aspirin (Acetylsalicylsäure) in methanolischer Lösung sollte nicht zu lange aufbewahrt werden oder gar mit Luftfeuchtigkeit in Kontakt kommen. Es findet eine langsame Hydrolyse beziehungsweise Umesterung statt. Die entstehende Salicylsäure erzeugt im Chromatogramm oberhalb des Aspirins einen diffusen, blau fluoreszierenden Fleck, der sehr störend ist. Verwenden Sie daher nur frisch zubereitete Aspirinlösungen. Verwenden Sie als Analysenprobe möglichst Schmerztabletten, die entweder alle drei Vergleichssubstanzen oder mindestens zwei davon enthalten. Führen Sie den Versuch nur unter einem gut ziehenden Abzug durch und beachten Sie die Brennbarkeit der Lösungsmittel! Die Markierung der Lösungsmittelfront muss sofort nach der Entnahme der Folie aus dem Chromatographiegefäß erfolgen, sonst ist sie nicht mehr eindeutig erkennbar. Betrachten Sie nur völlig trockene Folien unter UV-Licht. Richten Sie die Lampe nie auf Augen. Weisen Sie die Schülerinnen und Schüler dauf hin, nie in die Lampe zu blicken (im Idealfall Schutzbrillen verwenden). Bei der Betrachtung der Folien unter UV-Licht (254 nm) fluoresziert die weiße Trägersubstanz durch ihren Fluoreszensfarbstoff grünlich. Farblose Substanzen, die nicht fluoreszieren, schwächen die Fluoreszens des Trägermaterials und machen sich als "dunkle Flecken" bemerkbar. Die Schülerinnen und Schüler umfahren diese Flecken der aufgetrennten Substanzen vorsichtig mit einem weichen Bleistift. Besonders intensive Flecke werden schraffiert. Dabei ist darauf zu achten, dass die weiße Schicht der Folie nicht beschädigt wird. Achten Sie auch darauf, dass die Gruppen ihre Markierungen bei Tageslicht kontrollieren und noch einmal mit dem Erscheinungsbild unter UV-Licht vergleichen, bevor sie die Lampe verlassen: Wurde auch kein Fleck vergessen? Wurden besonders intensive Flecken schraffiert? Dies sind die Voraussetzung für klare Aussagen: Was sind die Rf-Werte für die Referenzsubstanzen Aspirin, Coffein und Paracetamol? Welche "Flecke" mit gleichem Rf-Wert sieht man bei der Schmerzmittelprobe? Abb. 11 zeigt das Ergebnis der Auswertung eines Schülerversuchs (a: Ergebnis unter UV-Licht; b: beschriftete Originalfolie). Die Schülerinnen und Schüler zeigen sich überrascht, wenn zum Beispiel bei einer Gruppe ein "Fleck" auftaucht, der keiner Referenzsubstanz zugeordnet werden kann. Eine "heimliche" Zugabe von 100 mg Ibuprofen zur Lösung der Analysenprobe liefert einen solchen "Rätselfleck", der zu weiterführenden Überlegungen anregen und die Bedeutung der Chromatographie als einfache Methode zum Aufspüren von Verunreinigungen verdeutlichen soll: Um welchen Stoff (welche Verunreinigung) kann es sich handeln? Welche wirksamen (rezeptfreien) Substanzen zur Schmerzbekämpfung gibt es sonst noch? Wie könnte man die unbekannte Substanz identifizieren? Die Schülerinnen und Schüler können die Aufgabe erhalten, die Zusammensetzung gängiger Schmerztabletten im Internet zu recherchieren und zumindest eine Auswahl der für die Zuordnung ihrer Probe in Frage kommenden Präparate zu erstellen. Erfahrungsgemäß erweisen sie sich dabei als sehr findig! Die Schülerinnen und Schüler sollen nun auf der Basis ihrer experimentellen Erfahrungen die benötigten Geräte selbst zusammenstellen (Hilfestellung durch die Lehrkraft), die Chemikalien und Proben besorgen und den Versuch eigenverantwortlich durchführen und auswerten. Die Anleitungen zu den folgenden drei Experimenten (Trennung von Paprika-, Curry- und Blattfarbstoffen) sind daher nicht mehr so ausführlich. Gegebenenfalls können die Lernenden auch noch weitere Anleitungen recherchieren und Experimente durchführen. Beachten Sie bei den hier vorgeschlagenen Pflanzenfarbstoff-Chromatographien folgende Punkte: Frische Ausgangsmaterialien Besonders beim Paprikapulver ist darauf zu achten, dass es frisch ist und nicht längere Zeit Luft und Licht ausgesetzt wurde. Feuergefährliches Fließmittel Besondere Vorsicht ist bei der Entwicklung der Chromatogramme geboten. Dies sollte nur im gut ziehenden Abzug erfolgen. Verwenden Sie hier keine offenen Flammen, keine heißen Gegenstände und keine Handys (Fotoblitz)! Um die Entzündung feuergefährlicher Lösungsmittel auszuschließen, fotografieren Sie die Chromatogramme nie unter dem Abzug. Lichtempfindliche Substanzen Die Entwicklung der Chromatogramme findet sowieso im Abzug statt - daher dürfte Licht- oder gar Sonneneinstrahlung dabei kein Thema sein. Nach dem Trocknen sollten die Chromatogramme lichtgeschützt aufbewahrt werden. Paprikafarbstoffe Abb. 12 zeigt ein Chromatogramm von Paprika-Farbstoffen. Je nach Paprikasorte können auch weniger Banden erzielt werden. Die hier verwendeten Paprika-Früchte stammten aus Ungarn. Curry- beziehungsweise Curcuma-Farbstoffe Bei der chromatographischen Analyse von Curcuma sollten sich fünf Flecke ergeben: drei gelbe (Rf-Werte 0,17, 0,29 und 0,46) und zwei blau fluoreszierende (Rf-Werte 0,25 und 0,54). Bei Currypulver erhält man mindestens einen intensiv orangefarbigen Fleck und drei gelbe Flecke mit kleineren Rf-Werten. Die aufgetrennten Blattfarbstoffe (Abb. 13) unterscheiden sich farblich teilweise nur durch Nuancen: Carotine (goldgelb) Phaeophytin (olivgrün) Chlorophyll a (blaugrün) Chlorophyll b (gelbgrün) Lutein (graugelb) Violaxanthin (gelb) Neoxanthin (gelb) Im Unterricht kann die Dünnschichtchromatographie auch als Möglichkeit zum Nachweis von Verunreinigungen beziehungsweise Fremdsubstanzen bei illegalen Modedrogen wie Exstacy oder Speed thematisiert werden - mit dem ausdrücklichen Hinweis, dass diese toxischen Fremdsubstanzen oft einen beträchtlichen Anteil der Droge ausmachen, teils absichtlich zugegeben werden und andere bei der Herstellung unvermeidbar als Nebenprodukte entstehen, die weder bekannt noch toxikologisch geprüft sind. Die Abnehmerinnen und Konsumenten der Drogen sind daher Versuchskaninchen, um deren Gesundheit und die Spätfolgen (Krebs, cerebrale Effekte, persönlichkeitsverändernde Wirkungen) sich niemand kümmert. Die Vermeidung oder Beseitigung gesundheitsschädlicher Nebenprodukte hätte Zeit-, Substanz- und damit Einnahmeverluste der "Produzenten", Dealerinnen und Dealer zur Folge. "Cash" ist deren Maxime, das erhebliche gesundheitliche und psychische "Restrisiko" tragen allein die Abnehmer und Konsumentinnen. Dieser Aspekt ist als Übergang oder Anknüpfungspunkt zu einer fachübergreifenden Unterrichtseinheit zum Thema "Suchtstoffe und Drogen" gut geeignet.

  • Chemie / Natur & Umwelt
  • Sekundarstufe I, Sekundarstufe II

Hightech in Zeiten des Klimawandels und der digitalen Transformation

Fachartikel

Dieser Fachartikel bietet Einblicke in die digitale Transformation des Handwerks am Beispiel des Sanitär-Heizung-Klima-Handwerks (SHK). Thematisiert werden digitale Assistenzsysteme, Smart-Home-Technologien für nachhaltige Energienutzung sowie veränderte Arbeitsprozesse. Dabei werden Impulse und Hintergrundinformationen für den Unterricht zu Digitalisierung, Nachhaltigkeit und modernen Berufsbildern geliefert. Handwerk ist digital Das Handwerk wandelt sich und kontert dem oftmals vorherrschenden Bild eines zu anstrengenden, traditionalistisch-verankerten Berufes. Denn die Digitalisierung hat auch hier Einzug gehalten und verändert und erweitert das Berufsbild grundlegend. Das gilt sowohl für die handwerkstypischen Tätigkeitsbereiche als auch für organisatorische, kommunikative Hintergrund- und Kundenprozesse. Digitales Büro im Handwerk Laut einer Studie im Auftrag des Digitalverbands Bitkom und des Zentralverbands des Deutschen Handwerks (ZDH) betreiben fast 100 Prozent der befragten Betriebe eine Homepage und etwa Zweidrittel der Befragten setzen auf ein digitales Büro, um Kommunikationsabläufe zu vereinfachen und zu automatisieren. Etwas mehr als die Hälfte der Befragten nutzen bei der Arbeit Technologie, also etwa Cloud-Systeme. Und obwohl Dreiviertel der Befragten in der Digitalisierung sowohl eine Chance als auch gleichzeitig eine Notwendigkeit für die eigene Existenzsicherung sehen, stehen etwa Zweidrittel der 504 Befragten Handwerksbetriebe vor Herausforderungen in der Umsetzung. Gründe hierfür sind beispielsweise hohe Anschaffungskosten oder Überdimensionierung von digitalen Anwendungen für kleine Betriebe. Wie eine fortschreitende Digitalisierung in diesem Zusammenhang aussehen kann, zeigt das SHK-Handwerk. Digitale Transformation im SHK-Handwerk: Veränderte Arbeitsprozesse und Kundenbedürfnisse Das SHK-Handwerk geht die Wege in Zeiten des herausfordernden Wandels vom analogen zum digitalen Handwerksbetrieb. Betriebe passen sich hier zunehmend an die veränderten Arbeitsprozesse und Kundenbedürfnisse an. Die Digitalisierung findet so bereits in der Kundenansprache statt. Kundinnen und Kunden suchen in der Regel nicht länger analog nach einem Handwerksbetrieb, sondern tun dies in erster Linie über eine Suchmaschine im Internet. Handwerksbetriebe müssen ihre Kundenansprache dahingehend anpassen, um online gefunden werden zu können. Das SHK bietet hier zum Beispiel spezielle suchmaschinenoptimierte Webseiten an. Online-Kundenrezension werden in diesem Zusammenhang zu einem entscheidenden Wettbewerbsfaktor. Auch die Verwaltung, die Rechnungs- und Auftragsstellung erfolgt nicht mehr mit Stift und Papier, sondern digital. Das Zusammenspiel mit smarten Technologien mittels Tablets, Apps, Software, digitaler Geräte und Produkte im SHK vereinfacht und vernetzt diese Betriebsabläufe. Vielseitige digitale Planungsprogramme unterstützen zudem beispielsweise in Berechnungen, Zeichnungen und Planungen von Badezimmern – auch für Kundinnen und Kunden. Neue Assistenzsysteme machen das Handwerk effizienter und gesundheitsschonender In seinem 2018 ins Leben gerufenen Forschungsprojekt Handwerksgeselle 4.0 untersucht das SHK-Handwerk den Einsatz und die Entwicklung kognitiver und physischer digitaler Assistenzsysteme für den Beruf der Anlagenmechanikerin / des Anlagenmechanikers für Sanitär-, Heizungs- und Klimatechnik. Die Arbeit kann durch die digitalen Assistenztools für die Handwerkerin und den Handwerker entlastender und automatisierter werden. Beispielsweise können schwer einsehbare Bereiche während eines Arbeitseinsatzes mit einer digitalen Brille sichtbar gemacht werden: Ist zum Beispiel eine Hebelvorrichtung in einer Sanitäranlage nur schwerlich einsehbar und bedingt daher das Verdrehen des Körpers, so verfügt eine digitale Brille über eine integrierte Kamera, die das Aufgenommene direkt auf die Brille projiziert. Auch Videos, zum Beispiel mit Informationen zur Installation von Sanitär-Einrichtungen, können auf die Datenbrille übertragen werden. Assistenzsysteme machen Arbeitsprozesse auf diese Weise leichter und gesundheitsschonender und können sogar eine schnellere Integration von neuen Arbeitskräften per Quereinstieg oder aus dem Ausland fördern. Arbeitsprozesse werden auch mit digitalen Werkzeugen vereinfacht, zum Beispiel mittels digitaler Pressen und Bohrmaschinen. Darüber hinaus kann heutzutage die physische Arbeit unmittelbar am Körper unterstützt werden, beispielsweise durch das Tragen eines Exoskeletts. Bei diesem handelt es sich um eine äußere Stützstruktur, die an der Handwerkerin / am Handwerker angebracht wird und sie/ihn bei ihren/seinen Bewegungen unterstützt. Bei längerem Arbeiten mit ausgestreckten Armen – zum Beispiel bei Rohrinstandsetzungen – unterstützt das Exoskelett, indem es müde Arme stabilisiert und gleichzeitig für eine schnellere Arbeitsabwicklung sorgt (Modul e.V. 2020). Mit dem Smart Home in Richtung Nachhaltigkeit Doch nicht nur die Arbeitsprozesse werden in Zukunft immer digitaler, auch das Angebot an sich wird oder ist es schon. Mit dem Schlagwort "Smart Home" wird die intelligente, digitale Vernetzung verschiedener Elemente im Haus bezeichnet, die dann vom Endverbraucher zentral elektronisch gesteuert werden kann. Dem SHK-Handwerk kommt hier eine Schlüsselposition zu. Gerade in Zeiten des Klimawandels und der Energiekrisen müssen neue, ressourcenschonende und kostengünstige Methoden entwickelt werden: Heizung und Photovoltaikanlage, die zusammenarbeiten; überschüssige Energie aus der Photovoltaikanlage, die zum Heizen genutzt wird, wodurch Energiekosten um fast 20 Prozent gesenkt werden können. Im SHK-Handwerk werden diese Technologien vermehrt eingesetzt (Wagnitz 2020). Weitere Chancen sowie Herausforderungen des digitalen Wandels im Handwerk Die Installation solcher Systeme verbindet oft Fachwissen aus mehreren Handwerksbereichen, zum Beispiel aus dem SHK- und dem Elektrohandwerk. Derartige handwerksübergreifende Kompetenzen könnten daher zukünftig in die Ausbildungen beider Handwerke implementiert und die Zusammenarbeit zwischen beiden Berufen gefördert werden. Das SHK-Handwerk reagiert bereits jetzt auf diese Notwendigkeit und bietet Weiterbildungen speziell zum "Smart Home" an (Akademie des Handwerks). Hier liegt eine besondere Chance der Digitalisierung: Junge Menschen können in Zeiten des Fachkräftemangels über digitale Technologien für den Beruf begeistert werden. Auch die Kompatibilität zwischen den verschiedenen Lösungen aus beiden Bereichen muss gewährleistet sein. Die Heizung des Herstellers A muss auch mit dem digitalen Bildschirm des Herstellers B "sprechen", damit das ganze System funktionieren kann (Wagnitz 2020). Aber: Intersektionalität kann Positives und Neues für alle Beteiligten hervorbringen. Darüber hinaus fallen bei den technologiebasierten Systemen des Smart Homes Daten an. Was passiert mit den anfallenden Daten und wie können diese sicher vor Missbrauch geschützt werden? Systeme mit einer hohen Eigensicherheit müssen hier also Standard werden genauso wie die von den Betrieben verwendete Software. Trends gehen hier in Richtung All-in-One-Lösungen. Fazit Die Handwerksbranche durchlebt grundlegende Wandlungsprozesse aufgrund der digitalen Transformation. Dabei gibt es viele Herausforderungen zu bewältigen und Chancen zu ergreifen. Die hier vorgestellten Assistenzsysteme und Digitalisierungsprozesse am Beispiel des SHK-Handwerks zeigen Potenziale auf, um berufliche Abläufe und Tätigkeiten effizienter, automatisierter und gesundheitsfördernder zu gestalten. Zugleich kann so die Attraktivität des Berufs für Schülerinnen und Schüler in der Phase der Berufsorientierung gesteigert werden, da traditionelles Handwerk auf neueste Technologien und handwerksübergreifende Bildungs- und Arbeitsbereiche trifft. Schülerinnen und Schüler, die nicht nur handwerklich begabt, sondern auch an technologischen Entwicklungen in unterschiedlichen Fachbereichen interessiert sind, kann ein handwerklicher Beruf neue Perspektiven in der Berufsfindung eröffnen. Verwendete Literatur Akademie des Handwerks: "Smart Home für das SHK-Fachhandwerk". Klima Heizung Sanitär . Online: https://www.zvshk.de/themen/nachwuchs/ . Handwerksgeselle 4.0: "Handwerksgeselle 4.0 – Die Zukunft gestalten". Online: https://www.hwg40.de/ . Handwerksgeselle 4.0: "Kognitive Assistenz". Online: https://www.hwg40.de/hintergrundinfos/kognitive-assistenz . Modul e.V.: "Tradition trifft Moderne: Handwerk 4.0 – Digitalisierung im Sanitär?, Heizungs- und Klimatechnikhandwerk". Modul e.V. – Förderverein Modernes Lehren und Lernen in Schule, Aus- und Weiterbildung. Wagnitz, Matthias: "Smarte neue Welt". SBZ Sanitär.Heizung.Klima. Online: https://www.sbz-online.de/heizung/smarte-neue-welt . Zentralverband Sanitär-Heizung-Klima: Digitalisierung im SHK-Handwerk. Online: https://www.zvshk.de/digital/ .

  • Fächerübergreifend / Berufsvorbereitung /Berufsalltag / Arbeitsrecht

Passé composé mit avoir interaktiv erarbeiten und üben

Interaktives

In der Sequenz "Passé composé mit avoir" erarbeiten sich die Lernenden die Regeln zur Bildung des passé composé mit avoir in Französisch im Vergleich zum deutschen Perfekt und üben die neue Grammatik ein. Sie lernen dabei die wichtigsten Fachbegriffe kennen und bilden das passé composé bei regelmäßigen Verben und bei zentralen unregelmäßigen Verben. Diese mit der kostenlosen Software H5P erstellten Aufgaben nutzen kleinschrittige Wissenpräsentationen, Wortsuchfelder, Zuordnungsübungen und Lückentexte zur Erarbeitung und Anwendungen der Regeln zur Bildung des passé composé. Der Schwerpunkt liegt dabei eindeutig auf dem eigenverantwortlichen Lernen. Die interaktiven Übungen am PC, Tablet oder Smartphone motivieren die Schülerinnen und Schüler gemäß ihrem eigenen Lernstand Vorwissen zu aktivieren und ihre grammatischen Kenntnisse in Bezug auf eine neue Zeitform entsprechend zu erweitern. Das Feedback durch den Computer regt im Sinne der Selbstkontrolle zum Wiederholen und Üben an. Das Material kann im Französisch-Unterricht der Sekundarstufen I und II sowie in der Berufsbildung zu Beginn des Fremdsprachenerwerbs eingesetzt werden. Zum Selbstlernen können Sie den Schülerinnen und Schülern die Übungen auch für den Nachmittag oder in Zeiten von Distanz-Unterricht auf digitalem Weg zur Verfügung stellen. Der Grammatik-Unterricht der Fremdsprache kann somit auf spielerische und motivierende Weise ergänzt werden. Das passé composé mit avoir im Unterricht Die Bildung des passé composé mit dem Verb avoir kann mit den entsprechenden Regeln von den Lernenden schnell eingeübt werden. Was jedoch die Erarbeitung oft erschwert, ist die zunehmende Unvertrautheit der Schülerinnen und Schüler mit grammatikalischen Fachbegriffen. Dadurch werden auch die übersichtlichsten Darstellungen in Grammatiken oft nicht verstanden. Diese Unterrichtseinheit fußt deshalb zunächst auf einem Vergleich mit dem Deutschen, um das Konzept hinter den Begriffen sichtbar zu machen. Vorkenntnisse Die Schülerinnen und Schüler haben sich bereits ein Basisvokabular im Französischen erarbeitet und sind mit der Konjugation unterschiedlicher Verbkategorien im Präsens vertraut. Es wird jedoch nicht davon ausgegangen, dass sie die grammatischen Fachbegriffe beherrschen. Didaktische Analyse Deshalb werden die grammatischen Fachbegriffe zunächst im Vergleich zum Deutschen neu eingeführt beziehungsweise reaktiviert und im Rahmen der Übungen mehrfach wiederholt. Am Ende der Einheit sollten die Schülerinnen und Schüler schließlich die wichtigsten Fachbegriffe ebenso wie die Bildung des passé composé bei regelmäßigen Verben und bei wichtigen unregelmäßigen Verben anwenden können. Methodische Analyse Die Konzeption als interaktive Lerneinheit ermöglicht den Schülerinnen und Schülern, im eigenen Tempo zu arbeiten, einzelne Schritte zu wiederholen und andere zu überspringen. Dabei sind absichtlich Wiederholungsschleifen eingebaut. Die Einheit eignet sich zur selbständigen Erarbeitung. Im Klassenverband kann die Lehrperson an selbst zu bestimmenden Zeitpunkten etwa mit der Wortfeld-Suchübung ein Klassenquiz gegen die Uhr starten, um ein verbindendes und motivierendes Element zu schaffen. Fachkompetenz Die Schülerinnen und Schüler erarbeiten und vertiefen notwendiges grammatikalisches Fachvokabular. erarbeiten sich die Regeln zur Bildung des passé composé im analysierenden Vergleich zum Deutschen. verknüpfen theoretisches Wissen mit der praktischen Anwendung an neuen Beispielen. Medienkompetenz Die Schülerinnen und Schüler vertiefen ihre Fähigkeit, ein Online-Lernangebot sinnvoll zu nutzen. ziehen aus dem automatisierten Feedback sinnvolle Schlüsse in Bezug auf die weiteren erforderlichen Arbeitsschritte. Personalkompetenz Die Schülerinnen und Schüler erweitern ihr Lernrepertoire um neue Übungsformen. stärken ihre Selbststeuerung, indem sie selbst entscheiden, in welchem zeitlichen Rahmen mit wie vielen Wiederholungen sie die Übungen absolvieren.

  • Französisch
  • Sekundarstufe I, Sekundarstufe II, Berufliche Bildung

Übungsfirmen im Unterricht

Fachartikel
5,99 €

Dieser Fachartikel stellt die Arbeit mit Übungsfirmen an beruflichen Schulen vor. In einer Übungsfirma werden Geschäftsprozesse realitätsnah simuliert. Ziel der Übungsfirmenarbeit ist eine stärkere Verbindung zwischen Theorie und Praxis, um die berufliche Handlungskompetenz von Auszubildenden zu stärken. In vollzeitschulischen Bildungsgängen kann die Übungsfirma einen betrieblichen Lernort zwar nicht ganz ersetzen, doch der Unterricht bekommt eine praxisnahe Qualität. Unterrichtsorganisation Die Arbeit in einer Übungsfirma findet als eigenständiges Unterrichtsfach statt. In Gruppenteilung arbeiten die Schülerinnen und Schüler zwischen vier und sieben Stunden wöchentlich in der Übungsfirma. In der Übungsfirma führen die Schülerinnen und Schüler alle anfallenden Tätigkeiten innerhalb einer Abteilung aus, wie zum Beispiel die Auftragsabwicklung oder das Erstellen von Gehaltsabrechnungen bis hin zum Führen von Telefongesprächen und das Präsentieren der eigenen Übungsfirma. Ein besonderer Schwerpunkt liegt dabei auf dem Erkennen und Verstehen von betrieblichen Prozessen und abteilungsübergreifenden Prozessketten. Daneben dient die Übungsfirma als Lernort für kaufmännisches Denken, betriebswirtschaftliche Analysen, Entscheidungen und Reflexionen. Das Handlungsumfeld der Übungsfirma bildet mit seinen beispielhaften Problemstellungen und betrieblichen Prozessen die Grundlage für die anderen Unterrichtsfächer. Der Einsatz einer integrierten Unternehmenssoftware ist in allen Abteilungen der Übungsfirma verpflichtend. Routinetätigkeiten können damit rationalisiert und betriebliche Prozesse transparent gemacht werden. Einrichtung einer Übungsfirma Im Übungsfirmenring sind bundesweit und international viele Übungsfirmen zu einer Art "Makroökonomie" zusammengeschlossen. Die Zentralstelle des Deutschen Übungsfirmenrings in Essen oder auch die Übungsfirmenzentrale der bayerischen Wirtschaftsschulen stellt den Übungsfirmen eine Fülle von Dienstleistungen bereit, um das Marktgeschehen so realistisch wie möglich zu gestalten. Ämter und Behörden wie Arbeitsamt, Finanzamt und Krankenkassen ermöglichen einen realistischen Umgang mit Meldungen und Erklärungen. Eine Bank dient zur Abwicklung des Zahlungsverkehrs zwischen den Übungsfirmen. Ein umfangreiches Telekommunikationsnetz bietet neben der schnelleren Geschäftsabwicklung die Möglichkeit, moderne Technik im Einsatz zu erproben und anzuwenden. Übungsfirmen in Baden-Württemberg Baden-Württemberg übernimmt eine Vorreiterrolle beim systematischen Aufbau der Übungsfirmen an berufsbildenden Schulen. Seit dem Schuljahr 1998/1999 werden an Beruflichen Schulen in Baden-Württemberg Übungsfirmen eingerichtet. Inzwischen gibt es an über 70 Schulstandorten Übungsfirmen, die aus Mitteln der Zukunftsoffensive Baden-Württemberg bezuschusst wurden. Die Übungsfirmen sind als moderne Großraumbüros ausgestattet: Dort hat jeder Schüler und jede Schülerin einen eigenen vernetzten PC-Arbeitsplatz mit Internetzugang. Außerdem steht eine komplette Büroinfrastruktur mit moderner Kommunikationstechnik, zum Beispiel Telefonanlage mit interner Gesprächsvermittlung, Kopier- und Faxgeräte zur Verfügung. Schulversuche Die meisten Übungsfirmen arbeiten im Rahmen des Schulversuchs Kaufmännisches Berufskolleg mit Übungsfirma und eines Schulversuchs an der kaufmännischen Berufsfachschule. Daneben werden Übungsfirmen auch für Schülerinnen und Schüler der Wirtschaftsschule und an haus- und landwirtschaftlichen Schulen (im Berufskolleg Pflege II) und an gewerblichen Schulen aufgebaut. Deutscher Übungsfirmenring Alle Übungsfirmen in Baden-Württemberg sind an den Deutschen Übungsfirmenring angeschlossen. Damit sind nicht nur Geschäftsbeziehungen unter den baden-württembergischen Übungsfirmen möglich, sondern auch zu mehr als 2.500 Übungsfirmen weltweit. Die Zentralstelle des Deutschen Übungsfirmenrings koordiniert die Geschäfte und bietet zusätzlich notwenige Dienstleistungen, zum Beispiel eine Bank, ein Finanzamt, mehrere Krankenkassen und ein Zollamt an. Patenfirmen Jede Übungsfirma arbeitet mit einer oder mehreren Patenfirmen aus der jeweiligen Region zusammen. Die Übungsfirmen orientieren sich bei ihrer Arbeit an den Produkten und den Abläufen in ihren Patenfirmen. Die Patenfirmen unterstützen zusätzlich mit Produkt- oder Verkaufsschulungen, bieten die Möglichkeit zu Betriebsbesichtigungen und unterstützen die Übungsfirmen mit Produktmustern und bei der Ausstattung von Messeständen für den Besuch von Übungsfirmenmessen.

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