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Reflektieren, sich hinterfragen, neue Perspektiven wagen – Selbstreflexionsübungen für Lehrkräfte

Fachartikel
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Dieser Fachartikel zum Thema Selbstreflexion bietet eine praxisbezogene Handreichung mit gezielten Reflexionsübungen für Lehrkräfte. Er unterstützt dabei, den eigenen Berufsalltag bewusst zu reflektieren und neue Perspektiven für die persönliche Weiterentwicklung zu gewinnen. Einleitung Der Beruf als Lehrerin oder Lehrer ist eine ebenso herausfordernde wie abwechslungsreiche Tätigkeit. Man begleitet die Mitglieder der Schülerschaft durch die verschiedenen Klassenstufen bis hin zum heiß ersehnten Schulabschluss. Dabei erlebt man direkt mit, wie sie (nicht nur beim Wissenserwerb im Unterricht) an sich wachsen und zu selbstständigen Persönlichkeiten heranreifen. An anderen Tagen gehen die täglichen Pflichten nicht so einfach von der Hand. Hinzu kommen weniger erfreuliche Situationen wie Unstimmigkeiten mit Mitgliedern des Kollegiums oder der Schulleitung. Solche Arbeitstage sind ziemlich kräftezehrend. Nach Schulschluss hofft man, dass der nächste Tag die negativen Erlebnisse wieder wettmacht. Wenn die Gedanken in einer ruhigen Minute frei sind, stellt sich hin und wieder die Frage "Bin ich eigentlich eine gute Lehrkraft?" ein. Diese Frage zeugt einerseits von einer Ernsthaftigkeit gegenüber dem verantwortungsvollen Lehrberuf. Auf der anderen Seite geht der durchaus kritische Gedankengang aus einem selbstreflektierten Verhältnis zu sich selbst hervor. In diesem Beitrag stehen Reflexionsübungen für Lehrkräfte im Mittelpunkt. Neben Erläuterungen zur Relevanz dieses Themas im Lehrkräftealltag werden Denkanstöße für die eigene Reflexion gegeben. Warum ist eine Reflexion für Lehrpersonen von Bedeutung? Der Beruf als Lehrerin oder Lehrer geht mit Verpflichtungen einher, die ein ausgeprägtes Verantwortungsgefühl, aber auch Motivation, Selbstständigkeit und psychische Belastbarkeit voraussetzen. Diesen Anforderungen muss man als Lehrperson vom ersten Tag an gewachsen sein. Deshalb ist es sinnvoll, die eigene Person in der Funktion als Wissensvermittler zu reflektieren. Daneben ist die Frage nach der persönlichen Zufriedenheit in der Lehrtätigkeit für die Reflexion bedeutsam – und spielt eine wichtige Rolle im Rahmen der eigenen Lehrkräftegesundheit . Welche Zeitpunkte eignen sich für die Reflexion? Für die Reflexion kommt grundsätzlich jeder Zeitpunkt infrage. Bestimmte Zeitpunkte im Schulalltag sind jedoch besonders gut geeignet: Schuljahresanfang Schuljahresende Halbjahresferien als Zwischenstand Vor dem Übergang in das neue Halb- oder Schuljahr empfiehlt sich ein Rückblick auf die zurückliegenden Monate mit all ihren Höhen und Tiefen. Die Vergegenwärtigung der Ereignisse bildet eine Grundlage für die Reflexionsfragen. Für den Anlass der Reflexion gibt es jedoch keine festen Regeln – für ein persönliches Resümee bietet sich jeder beliebige Zeitpunkt im Schuljahr an. Je öfter man sich dafür Zeit nimmt, desto gewissenhafter geht man seiner Lehrertätigkeit nach. Genau das wirkt sich positiv auf das eigene Verhältnis zum Beruf und zu den Mitmenschen im schulischen Umfeld aus. Warum fällt vielen Lehrkräften die Reflexion schwer? Auf diese Frage gibt es unterschiedliche Antworten. Eine von ihnen betrifft den Berufsalltag an der Schule. Als Lehrerin oder Lehrer muss man vielen Verpflichtungen gleichzeitig und mit ungeteilter Aufmerksamkeit nachkommen. Mental Load und Gefühlsarbeit nehmen oft einen hohen Stellenwert ein – sowohl in der Schule als auch zu Hause. Dabei bleibt oft zu wenig Zeit für das eigene Privatleben, in dem man Ruhe für sich selbst findet. Genau darauf kommt es bei einer Reflexion aber an. Zwischen zwei Terminen kann sich selbst ein absoluter Profi im Hinblick auf das Lehramt nicht zu hundert Prozent auf sich konzentrieren. Bei der Reflexion setzt man sich mit den persönlichen Stärken und auch Schwäche n auseinander. Die bewusste Betrachtung und Vergegenwärtigung eigener Defizite ist nicht immer leicht: Man muss sie sich mit einer gesunden Ehrlichkeit zu sich selbst eingestehen. Diese Situation wird häufig gescheut. Dabei eröffnet sie neue Perspektiven und Möglichkeiten, um an sich zu arbeiten. Sich selbst reflektieren – so funktioniert es Zeit und innere Ausgeglichenheit schaffen eine ideale Grundlage für die Reflexion. Ein ruhiger Moment (zum Beispiel in den Abendstunden, ggf. nach einem Achtsamkeitsritual , in dem man Ruhe und Kraft tanken konnte) lässt genug Raum für die Reflexionsfragen. Wenn die Zeit oder die persönliche Verfassung es nicht zulassen, sollte die Reflexion vertagt werden. Ergebnisoffenheit ist das oberste Gebot. Vorformulierte Antworten auf die unten aufgeführten Fragen verfälschen das Ergebnis. Fragen für die Reflexion Wo sehe ich meine persönlichen Stärken und Schwächen als Lehrkraft? Welche Ziele habe ich bislang schon erreicht? Auf welche Ziele arbeite ich derzeit hin? Lassen sich meine beruflichen und privaten Verpflichtungen ohne Probleme bewältigen? Halte ich nach wie vor an meiner Berufswahl fest – auch an Tagen, an denen es "nicht so läuft"? Die Fragen werden offen und ehrlich im Stillen beantwortet. Stift und Papier dürfen als Arbeitsmaterial nicht fehlen. Mit ihnen werden die Ergebnisse schriftlich festgehalten. So hat man sie griffbereit und kann zu einem späteren Zeitpunkt darauf zurückgreifen, um sich die Resultate der Reflexionsübungen wieder in Erinnerung zu rufen. Darüber hinaus dienen die schriftlich dokumentierten Ergebnisse als Vergleich für die nächste Reflexion . Als Lehrkraft kann man sie als Spiegelbild für die eigenen Fortschritte verwenden: Welche Ziele habe ich seit meiner letzten Reflexion erreicht? In welcher Hinsicht habe ich erfolgreich an mir arbeiten können? Wo besteht weiterhin ein gewisser Bedarf zur (Selbst-)Optimierung? Diese Fragestellungen bauen auf den in Stichworten notierten Ergebnissen auf. Schlusswort Auch im Beruf einer Lehrkraft gleicht kein Arbeitstag dem anderen. Dies ist auch keine Voraussetzung für Zufriedenheit im Job. Eine Reflexion sollte dennoch im eigenen Interesse durchgeführt werden. Ein gewisses Maß an Selbstkritik – und Selbstsicherheit – ist für eine gelungene Reflexion ebenso wichtig wie eine ausreichend große Zeitspanne ohne äußere und innere Ablenkung. Zeitpunkte wie der Schuljahresanfang oder das Ende eines Halbjahres sind dafür perfekt geeignet. Mit den Ergebnissen im Hinterkopf startet man gut vorbereitet in das neue Schuljahr oder in den nächsten Zeitabschnitt. Literaturverzeichnis Ivanov, Maria. "Lehrer sein: Aufgeben oder weitermachen? 10 Fragen zur Selbstreflexion." Lehrer-News. Online: https://www.lehrer-news.de/blog-posts/lehrer-sein-aufgeben-oder-weitermachen-10-fragen-zur-selbstreflexion .

  • Fächerübergreifend

Noten in der Grundschule? Pro und Contra der Notengebung

Fachartikel
5,99 €

In diesem Fachartikel werden die Vor- und Nachteile der Notengebung in der Grundschule im Vergleich zu reinen Verbalbeurteilungen diskutiert. Noten in deutschen Grundschulen In Deutschland ist es Sache der Kultusministerien der einzelnen Bundesländer über die Notenvergabe zu entscheiden. Aktuell erhalten die meisten Kinder in Klasse 1 und 2 reine Berichtzeugnisse und erst ab Klasse 3 Noten . Häufig ist das Zeugnis eine Mischform aus Fachnoten und einem Bericht , teilweise gibt es Kopfnoten ("Verhalten" und "Mitarbeit"). In Baden-Württemberg erhalten die Kinder schon am Ende des zweiten Schuljahres Noten in den Fächern Deutsch und Mathematik und einen Zeugnisbericht. Schleswig-Holstein hat von 2014 bis 2018 einen Versuch mit notenfreien Schulen durchlaufen, in Nordrhein-Westfalen gibt es in etlichen Modellschulen keine Noten, in Hamburg verzichten sogar einzelne Gymnasien auf Noten. Landesweit erproben Schulen alternative Modelle zu reinen Notenzeugnissen. So gibt es beispielsweise Rasterzeugnisse , in denen die Kompetenzen eines Kindes in jedem Fach angekreuzt werden. An manchen Schulen können die Eltern auf die Einsicht in die Noten ihres Kindes verzichten. Andernorts finden Lernentwicklungsgespräche mit den Eltern statt. In Rheinland-Pfalz arbeiten die Lehrkräfte in Englisch und Französisch mit Portfolios , in denen die Leistungen eines Kindes über mehrere Jahre dokumentiert werden. Warum über die Vergabe von Schulnoten so hitzig diskutiert wird, zeigt die folgende Gegenüberstellung der Vor- und Nachteile von Schulnoten in der Grundschule. Pro Noten 1. Sie sind eindeutig. Jede Aufgabe in einer Klassenarbeit gibt Punkte. Am Ende ergeben die erreichten Punkte eine laut Notenschlüssel passende Note. Der Durchschnitt aller Leistungen ergibt die Zeugnisnote. Ein Kind erhält also eine klare Rückmeldung über seine Leistung, auch im Vergleich zu anderen. In einem Bericht können Schwachstellen gegebenenfalls nicht als solche erkannt werden, weil die Formulierungen beschönigend sind beziehungsweise die Lehrkraft standardisierte Formulierungen verwendet. 2. Sie steigern die Anstrengungsbereitschaft. Eine Schülerin oder ein Schüler kann sich anhand der Noten mit den Kindern seiner Klasse und seinen vorherigen Leistungen vergleichen ("Ich habe mich verschlechtert."). Eine weniger gute Note fordert dazu heraus, zukünftig besser abzuschneiden. Sie aktiviert den Leistungswillen und die Selbstdisziplin . In einem Berichtzeugnis kann ein Kind für jedes Fach eine positive Leistung herauslesen ("Du hältst die Lineatur perfekt ein."), weiß aber nicht, wie groß deren Gewicht in Bezug auf die gesamte Leistung ist. 3. Sie bereiten auf die Leistungsgesellschaft vor. Während die Noten in den meisten Bundesländern zwischenzeitlich keine Relevanz mehr für den Übertritt in die weiterführenden Schulen haben, stellen sie später die Weichen für die Berufswahl . Je besser die Leistungen, desto höher der mögliche Bildungsabschluss. Wird eine Schülerin oder ein Schüler lange Zeit über seine beziehungsweise ihre genaue Leistung im Unklaren gelassen, weil die Zeugnisberichte immer sehr wohlwollend über die Schwächen berichten, kommt in der weiterführenden Schule das böse Erwachen, was zu einem erheblichen Einbruch im Selbstwertgefühl führen kann. 4. Sie sind von den Eltern gewollt. Auch wenn viele Lehrkräfte, Politikerinnen und Politiker und Bildungsexpertinnen und Bildungsexperten alternative Zeugnisse befürworten, votiert die Mehrzahl der Eltern für Noten. So waren es beispielsweise in Berlin 86 Prozent, deutschlandweit sind es drei Viertel aller Eltern. Sie kennen das Notensystem aus ihrer eigenen Schulzeit und können mitunter wenig mit Zeugnisberichten anfangen. So steht am Ende eines langen Lernentwicklungsgespräches, in dem die Fertigkeiten eines Kindes beschrieben werden, nicht selten die Frage "Und was wäre das jetzt als Note?". 5. Sie sind zeitsparend. Während eine Lehrkraft für einen Zeugnisbericht lange Zeit am Schreibtisch verbringt, hat sie ein Zeugnis mit Ziffernoten schnell erstellt. Contra Noten 1. Sie erzeugen Druck. Weil Noten sortieren ("Der ist schlecht." / "Die ist gut."), setzen sie schwache Schülerinnen und Schüler unter Leistungsdruck . Außerdem führen sie oftmals auch zu häuslichem Stress , weil die Eltern enttäuscht reagieren und verlangen, dass ihr Kind mehr lernen soll, was von einem schwachen Kind mitunter nicht geleistet werden kann. Ein Gefühl des Versagens macht sich bei den betroffenen Kindern breit. 2. Sie hemmen die Lernmotivation. Bekommt ein Kind regelmäßig schlechte Noten, verliert es leicht die Lust am Lernen und strengt sich mitunter nicht mehr an, weil das Ergebnis für es vorhersehbar ist. In einer Bewertung in schriftlicher Form kann die Lehrkraft hingegen auch etwas über seine Fortschritte notieren, was auch im kleinen Rahmen motivierend sein kann. So macht es durchaus einen Unterschied, ob ein Kind beispielsweise 40 Fehler in einem Diktat hat und beim nächsten Mal nur 32, auch wenn das an der Note 6 nichts ändert. 3. Sie geben keine differenzierte Rückmeldung. Die Einzelleistungen beziehungsweise Teilkompetenzen eines Kindes in einem Fach verschwinden hinter der Zeugnisnote. So erhält ein Kind beispielsweise eine 3 in Deutsch. Daraus wird aber nicht ersichtlich, dass es zwar Mühe bei der Rechtschreibung und Grammatik hat, aber sein Leseverständnis und die Aufsätze gut sind. In einem Bericht hingegen werden die einzelnen Kompetenzen dargestellt. 4. Sie hängen vom Setting ab. Einer Studie mit über 1000 Lehrkräften zufolge wird derselbe Deutschaufsatz und dieselbe Mathearbeit von verschiedenen Lehrkräften mit Noten von sehr gut bis mangelhaft beurteilt. Während die eine beispielsweise nur die richtige Lösung bewertet, gibt es bei der anderen für den richtigen Lösungsweg Punkte, auch wenn das Ergebnis falsch ist. Ebenso spielt die Qualität des Unterrichts (Wie viele Stunden wurden die Kinder vorbereitet? Wurden ähnliche Aufgaben wie in der Klassenarbeit geübt?), die Zusammensetzung der Klasse , die Tagesform der Lehrkraft (Verweigert sie jegliche Hilfe oder gibt sie Tipps?) und so nebensächlich erscheinende Faktoren wie der Name eines Kindes (Ein "Kevin" wird beispielsweise per se schlechter bewertet als eine "Nele") oder die Stelle des Tests im Stapel bei der Korrektur eine Rolle (Beurteilungsfehler). 5. Sie widersprechen Erkenntnissen aus anderen pädagogischen Richtungen. In reformorientierten Schulen und Waldorfschulen sowie in den skandinavischen Ländern wird bis in die oberen Klassenstufen ohne Noten gelernt. Deren Schülerinnen und Schüler schneiden in standardisierten Tests nicht anders ab als solche, die mit Noten lernen. Zudem passt die Bewertung in Ziffern nicht zur aktuell von den Kultusministerien vorgegebenen pädagogisch-didaktischen Richtung, bei der das individuelle, selbstständige Lernen im eigenen Tempo im Fokus steht. Fazit Jedes Kind sollte Lernen angstfrei erleben dürfen und die Möglichkeit haben, seine eigenen Fertigkeiten und Fähigkeiten zu entwickeln, ohne dabei durch Noten demotiviert zu werden. Dennoch darf Schule kein utopischer Raum sein, der mit der Realität im späteren Berufsleben nichts gemein hat. Deshalb müssen Schülerinnen und Schüler irgendwann anhand von Noten über ihre Leistung informiert werden. Je später dies geschieht, desto gefestigter ist ihr Selbstbewusstsein und desto weniger anfällig für Vergleiche mit anderen sind sie. Noten sind also nicht per se als schlecht oder veraltet abzutun. Als Quintessenz aus allen genannten Punkten lässt sich ableiten, dass sie aber so spät wie möglich eingeführt werden sollten . Wenn das nicht anders möglich ist und Noten Pflicht sind, sollten Lehrkräfte ihren Schülerinnen und Schüler zusätzlich andersartige Rückmeldungen in Coaching-Gesprächen oder Portfolios geben und die Zeugnisnoten in einem Gespräch erläutern .

  • Fächerübergreifend

Angebote für die digitale Berufsorientierung

Blog

Mieke Meier aus Nordrhein-Westfalen studiert gerade ein Erweiterungsfach für das Lehramt. Nebenbei arbeitet sie als Freiberuflerin in verschiedenen Bildungsprojekten. Im Blog-Beitrag "Berufsberatung in Zeiten von Corona" hat sie uns bereits berichtet, wie ihre Arbeit durch die soziale Isolation beeinträchtigt wird. Im heutigen Beitrag erzählt sie, welche digitalen Angebote sie auf der Suche nach Ideen zur Berufsorientierung während der Corona-Krise gefunden hat und wie diese in der aktuellen Zeit sinnvoll genutzt werden können. In Zeiten von Homeschooling verläuft auch die Berufsvorbereitung anders als sonst. Was sich eigentlich am besten durch Gespräche und Besuche herausfinden lässt, entfällt: der Austausch von Fragen zu Berufsbildern, das persönliche Vorstellen in einem Betrieb, das Vorbeischauen bei einem Offenen Tag in einigen Firmen und vieles mehr. Umdenken ist also angesagt! Viele Chancen stecken im Online-Learning, das habe ich auf der Suche nach geeigneten Materialien zur Berufsvorbereitung für mich festgestellt. Online-Angebote zur Berufsorientierung Nicht nur wegen der Corona-Pandemie werden Online-Angebote immer wichtiger, sondern auch, weil das digitale Nutzungsverhalten in den letzten Jahren sehr gestiegen ist, sodass viele zusätzliche Online-Möglichkeiten zur Berufsorientierung geschaffen wurden. Einigen ist vielleicht das "Beruf aktuell"-Buch der Bundesagentur für Arbeit bekannt. Es ist sehr informativ, weil es über viele hunderte Ausbildungsberufe mit der jeweiligen Entlohnung verfügt. Jedoch ist diese Lektüre so umfangreich, dass es online vermutlich schnell weggeklickt wird – auch wenn dieses als Download verfügbar ist. Daher hat die Bundesagentur für Arbeit in Kooperation mit planet-beruf.de eine BERUFE Entdecker-App herausgebracht. Diese App kann mit oder auch ohne Anmeldung direkt im Browser genutzt werden. Über verschiedene Fragen und Bilder werden die Nutzer und Nutzerinnen durch ein kleines Quiz geführt, um Interessen aufzudecken. Anschließend werden verschiedene Berufsbereiche vorgestellt. Bei diesen Arbeitsbereichen können einzelne gelöscht werden, wenn direkt auffällt, dass diese nicht dem persönlichen Interesse entsprechen. Die übrigen Arbeitsbereiche kann man sich einzeln ansehen. Abschließend werden einem dann konkrete Berufsvorschläge gemacht. Bei der App müssen Schülerinnen und Schüler selbst aktiv werden. Ist die Motivation nach einem Tag Homeschooling jedoch nicht mehr so hoch, bieten sich Videos an: Im Bildungskanal ARD-alpha ist eine Sendereihe namens "Ich mach's!" verfügbar, in der unterschiedliche Berufe in Videos von circa 15 Minuten vorgestellt werden. Durch meine Arbeit mit Kindern und Jugendlichen weiß ich, dass auch das zukünftige Gehalt für sie eine Rolle bei der Berufswahl spielt. Dazu ist die Sendung " Lohnt sich das? " verfügbar. In etwa vierminütigen Videos wird auch erklärt, was Kurzarbeit bedeutet und welche Berufsgruppen durch die Corona-Krise gerade besonders betroffen sind. Berufe raten: ein Online-Quizspiel mit Lernenden durchführen Kennen Sie noch "Was bin ich?", moderiert von Robert Lembke? Ich persönlich bin auch zu jung, um mich an Sendungen aus dem Röhrenfernseher zu erinnern. Bei meiner Recherche nach geeigneten Webseiten zur Berufsorientierung bin ich jedoch auf die Quizshow gestoßen und empfand sie als sehr unterhaltsam. In der Show gab es immer einen Gast, der den gesuchten Beruf ausübt. Dieser musste die Fragen der anderen (zum Beispiel "Sind Sie mit der Herstellung oder Verteilung einer Ware beschäftigt?") mit Ja oder Nein beantworten. Ich habe mir überlegt, ob man die Quizshow nicht auch online mit Schülerinnen und Schülern durchführen könnte?! In Zeiten von Smartphones könnte jede Schülerin oder jeder Schüler einen Beruf per Video vorstellen und an die Mitschülerinnen und Mitschüler schicken, die den Beruf erraten müssen. Natürlich ist dies ein spielerischer Ansatz. Dennoch fördert diese Methode auch die Medienkompetenz der Lernenden. Mögliche Fragen könnten sein: Bist du angestellt?, Brauchst du eine besondere Ausbildung, um deinen Beruf ausüben zu können?, Hast du mit Menschen zu tun?, Stellst du Verbindungen zwischen Menschen her?, Bist du in einem Büro tätig?, Arbeitest du allein?, Arbeitest du im Team?, Ist der Job "systemrelevant" und wird zur Zeit der Corona-Pandemie ausgeübt?, Arbeitest du draußen?, ... Viele weitere Fragen werden ganz von selbst kommen und gestellt werden. Natürlich müssen die Lernenden sich bei außergewöhnlichen Berufen am Ende des Videos noch konkretere Fragen überlegen, sodass der Beruf auch erraten werden kann. Systemrelevante Berufe vorstellen Es gibt viele Berufe, die fast nie als Berufsmöglichkeit von Jugendlichen genannt werden, obwohl sie gut bezahlt werden. Die gute Bezahlung ist jedoch nicht bei allen Berufen der Fall. Nicht zuletzt deswegen wird gerade medial heiß über eine höhere Entlohnung für beispielsweise Pflegeberufe diskutiert. Es gibt zum Beispiel aber auch den Müllentsorger – der Ausbildungsberuf dazu heißt Fachkraft für Kreislauf- und Abfallwirtschaft . Dieser ist ein klassischer Ausbildungsberuf und wird verhältnismäßig sehr gut bezahlt, auch wenn ihn wenige als Berufswunsch nennen, weil man bei der Arbeit mit stinkendem Müll in Kontakt kommt und die Arbeit körperlich anstrengend ist. Ohne Frage ist dieser Beruf "systemrelevant", genauso wie Jobs in Supermärkten oder Tätigkeiten in der Pflege. Als Lehrkraft könnte man den Schülerinnen und Schülern die Aufgabe stellen, in den Videos einen solchen systemrelevanten Beruf vorzustellen, der vor allem in der Zeit der Corona-Pandemie umso wichtiger für die Gesellschaft wird. Dies hätte einen Gegenwartsbezug und würde auf Berufe aufmerksam machen, an die viele Schülerinnen und Schülern nicht sofort denken. Also liebe Eltern und liebe Lehrerinnen und Lehrer, vielleicht könnt Ihr mit den einzelnen Ideen zur Berufsorientierung etwas anfangen! Ich freue mich über weitere Ideen, die ich vielleicht auch in meinen Projekten – nach der Pandemie – ausprobieren kann. Liebe Grüße, eure Mieke

  • Fächerübergreifend

Demografischer Wandel am Beispiel des SHK-Handwerks

Fachartikel

Der Fachartikel für den fächerübergreifenden sowie den Politik- und Wirtschaftsunterricht beleuchtet den demografischen Wandel als gesellschaftliche Herausforderung am Beispiel des Sanitär-Heizung-Klima-Handwerks (SHK). Thematisiert werden der Renteneintritt der sogenannten Babyboomer-Generation, der daraus resultierende Fachkräftemangel und Lösungsansätze wie die verstärkte Integration von Frauen in männerdominierte Berufsfelder. Demografischer Wandel im Unterricht Die Überalterung der Gesellschaft und die damit zusammenhängenden Wandlungsprozesse in Gesellschaft, Wirtschaft und Politik sowie auf dem Arbeitsmarkt sind fest lehrplanverankert im Sozialkunde- und Politik-, Geografie-, Wirtschafts-, Geschichts- und Religions-/Ethik-Unterricht. Seit vielen Jahren lässt sich der demografische Wandel in der Realität beobachten, doch gerade heutzutage manifestiert er sich konkret in den unterschiedlichsten Teilbereichen. Wie er ganze Berufsbilder beeinflussen, tradierte Rollenbilder aufbrechen, Impulse zu nachhaltiger, generationengerechter Baukultur liefern und auch neue berufliche Perspektiven eröffnen kann, thematisiert dieser Fachartikel am Beispiel des Handwerks Sanitär Heizung Klima. Demografischer Wandel verändert SHK-Berufsbild Eine alternde Bevölkerungsstruktur, der demografische Wandel, macht sich in vielen Branchen und in den Anforderungen an sie immer deutlicher bemerkbar. Das trifft auch auf das Berufsbild Sanitär Heizung und Klima (SHK) zu. Laut Statistischem Bundesamt steigt die Zahl der Pflegebedürftigen von Jahr zu Jahr. Waren es 1999 noch knapp 2 Millionen Menschen, waren es im Dezember 2021 fast 5 Millionen. Gleichzeitig steigt auch der Anteil derer, die zu Hause gepflegt werden. Im Jahr 2021 wurden 84 Prozent der Pflegebedürftigen zu Hause versorgt. Das ist ein Anstieg von fast 10 Prozent gegenüber 2017 (Mehr Pflegebedürftige, 2023). Immer mehr Menschen möchten so lange wie möglich in den eigenen vier Wänden bleiben. Um diesen Wunsch zu erfüllen, muss die Wohnung altersgerecht sein. Bei der Schaffung von altersgerechtem Wohnraum kommt dem SHK-Handwerk eine Schlüsselrolle zu. Kernkompetenz Badsanierung – zukunftssichere Branche Denn die Badsanierung gehört zu den Kernkompetenzen des SHK-Handwerks. Allein im Jahr 2018 haben die SHK-Innungsbetriebe eine halbe Million Bäder saniert – rund 40 Prozent davon wurden mit dem Pflegewohngeld gefördert. Das heißt, es wurde Wohnraum altersgerecht umgebaut (Zentralverband Sanitär, Heizung, Klima, 2020 Pflegebad, S. 5). SHK-Handwerkerinnen und -Handwerker beraten dabei private Eigenheimbesitzerinnen und -besitzer beim altersgerechten Umbau und dessen Planung. In den letzten Jahren lag der Forschungsschwerpunkt im SHK-Handwerk – neben digitalen Assistenzsystemen – daher auch auf pflegegerechtem Wohnen (ZVSHK, Studie zum Bedarf fürs Pflegebad). Gesundheitspolitischer Grundsatz "ambulant vor stationär" – Handlungsbedarf In der deutschen Gesundheitspolitik gilt der Grundsatz "ambulant vor stationär". Das bedeutet, dass medizinische Leistungen und Behandlungen in der Regel zuerst in ambulanten Einrichtungen erbracht werden, bevor eine stationäre Versorgung in einem Krankenhaus in Betracht gezogen wird. Mit der alters- und pflegerechten Badezimmergestaltung trägt das SHK-Handwerk zur Umsetzung dieses Leitsatzes bei. Es hat das Fachwissen und die Beratungskompetenz, um Badezimmer alters- und pflegegerecht zu konzipieren und umzusetzen. Der Verband arbeitet konstruktiv mit Pflege- und Wohnberaterinnen/-beratern, Nutzerinnen und Nutzern sowie Pflegekassen zusammen, um sicherzustellen, dass bauliche Lösungen für die Pflege zu Hause verbessert werden (statement, 2019, S. 8f.). Demografischer Wandel im Handwerk Der Wandel betrifft aber auch die Alters- und Geschlechterstruktur des SHK-Handwerks selbst. Ende 2022 veröffentlichte das Statistische Bundesamt eine Studie, aus der hervorging, dass in den folgenden zehn Jahren die sogenannten Babyboomer, also die Geburtsjahrgänge 1955 bis etwa 1969, in Rente gehen. Diese besonders geburtenstarken Jahrgänge machen derzeit im Bundesdurchschnitt 22 Prozent der sozialversicherungspflichtigen Beschäftigten aus (Statistisches Bundesamt, Sanitär- und Heizungsbau, 2022). In einigen Branchen und Bundesländern ist der Anteil noch deutlich höher. So sind in Berlin in der Gebäudetechnik, zu der auch die Berufe des Sanitär-, Heizungs- und Klimahandwerks gehören, 43,5 Prozent der Beschäftigten älter als 55 Jahre (Daehler und Schneider 2022). Herausforderungen: Tradierte Strukturen aufbrechen, Frauen einbinden Das SHK-Handwerk braucht also Nachwuchs und eines ist sicher: Der demografische Wandel und der Fachkräftemangel im Handwerk sind ohne Frauen nicht zu bewältigen. Der Frauenanteil im SHK-Handwerk wächst stetig, dennoch ist es noch eine Männerdomäne. Mit 1,5 Prozent liegt der Frauenanteil der Auszubildenden im SHK-Handwerk unter dem Durchschnitt aller Ausbildungsgruppen/-zweige (34,5 Prozent) (Statistisches Bundesamt, Sanitär- und Heizungsbau, 2022). Vor diesem Hintergrund sprechen sich immer mehr Fachleute der Branche für eine stärkere Beteiligung von Frauen aus. Gleichzeitig müssen aber hier auch veraltete Geschlechtervorstellungen thematisiert und überwunden werden (Jahn, Frauen im Blaumann). Konkrete Maßnahmen, um mehr Frauen für die Branche zu gewinnen, sind daher vor allem politische, aber auch betriebliche Aufklärungsarbeit (Linda, Handwerk, 2020). Ebenso fördern Angebote wie der jährlich stattfindende Girls‘ Day die Sichtbarkeit von Frauen in der Branche. Besonders die inhaltlichen Veränderungen im SHK-Handwerk, weg von körperlich schwerer Arbeit hin zu mehr Kopf- und Planungsarbeit, könnten mehr Frauen in den Beruf bringen (ZVSHK, Girls‘ Day). Vor allem aber braucht es weibliche Vorbilder in der Branche selbst (Peters, Aufzeigen von Lösungsmöglichkeiten, S. 3f.). Ausbildung im SHK-Handwerk im Trend Dabei ist die Branche so beliebt wie kaum eine andere und befindet sich, was die Berufsinhalte betrifft, besonders im Wandel. Die Digitalisierung bringt frischen Wind in den Berufsalltag und verändert damit auch das Berufsbild an sich. Digitale Assistenzsysteme unterstützen die Fachkräfte bei ihrer Arbeit. Aber auch neue Themen und Einsatzgebiete rücken den Klimawandel und die älter werdende Bevölkerung verstärkt in den Fokus der Branche. In schulischen Berufsorientierungsphasen, an Girls‘ and Boys‘ Days oder durch Praktika in SHK-Betrieben können Schülerinnen und Schüler ein Verständnis für die Bedeutung und Vielfalt dieses Handwerks entwickeln. Die Beliebtheit der Branche spiegelt sich auch in den Ausbildungszahlen wider, die kontinuierlich steigen (Statistisches Bundesamt, Sanitär- und Heizungsbau, 2022). Die SHK-Branche ist eine der wenigen, die die Trendwende geschafft hat. Sie gehört zu den Top 3 der Ausbildungsberufe bei Jungen im Jahr 2022 (Boys' Day, Top 10). Neue Herausforderungen auch für die Ausbildung Die neuen Herausforderungen, die sich aus den veränderten Berufsinhalten ergeben, werden das Berufsbild auch in Zukunft weiter verändern. Vor diesem Hintergrund müssen auch die Ausbildungsinhalte durch den Verband laufend angepasst werden, damit sowohl der Nachwuchs als auch die erfahrenen Fachkräfte den Anforderungen des Berufes gewachsen sind. Zukunftsbranche mit vielen Facetten Der demografische Wandel, die Digitalisierung und der Klimawandel stellen das SHK-Handwerk vor Herausforderungen und neue Möglichkeiten. Die Branche entwickelt sich dadurch zu einem vielseitigen Berufsbild, das die Nutzung moderner Technologien sowie gesellschaftlich relevante Tätigkeiten wie das altersgerechte, digitale und klimaneutrale (Um-)Bauen von Wohnraum umfasst. Diese Vielfalt macht die SHK-Branche zu einer zukunftssicheren, die gebraucht wird. Eine Schlüsselrolle bei der Bewältigung des Branchen internen demografischen Wandels kommt vor allem den Frauen und ihrer verstärkten Integration in dieses Handwerk zu. Im Hinblick auf die Berufsorientierung können Schulen eine entscheidende Rolle spielen. Durch eine intensivere Auseinandersetzung mit dem SHK-Handwerk in Form von Praktika und Betriebsbesichtigungen, aber insbesondere auch im lebensweltnahen Unterricht können Schülerinnen und Schüler die Vielseitigkeit und Relevanz dieses Handwerksfeldes erleben. Verwendete Internetadressen Boys' Day: Top 10 der beliebtesten Ausbildungsberufe bei jungen Männern, 2023. Online: https://www.boys-day.de/ueber-den-boys-day/statistiken-und-evaluation/statistiken-zur-studien-und-berufswahl/top-10-der-ausbildungsberufe . Jahn, Martina: Frauen im Blaumann – nicht immer akzeptiert, handwerk.com, 2018. Online: https://www.handwerk.com/frauen-im-blaumann-nicht-immer-akzeptiert . Linda: Handwerk: Immer mehr Frauen setzen auf handwerkliche Berufe, Frauenpanorama, 2020. Online: https://frauenpanorama.de/handwerk-immer-mehr-frauen-setzen-auf-handwerkliche-berufe/ . Peters, Horst (Hrsg.): Aufzeigen von Lösungsmöglichkeiten für einen erhöhten Frauenanteil im Handwerk, Hochschule Düsseldorf (HSD), 2016. Online: https://weiterbildung.hs-duesseldorf.de/heat/Documents/Erh%C3%B6hter_Frauenanteil_im_Handwerk_HEAT.pdf . Statistisches Bundesamt (Destatis): Mehr Pflegebedürftige. Online: https://www.destatis.de/DE/Themen/Querschnitt/Demografischer-Wandel/Hintergruende-Auswirkungen/demografie-pflege.html#:~:text=Pflegebed%C3%BCrftige%20nach%20Versorgungsart%202021&text=vollstation%C3%A4r%20in%20Heimen-,End%20of%20interactive%20chart.,Pflegebed%C3%BCrftige%20%C3%BCberwiegend%20durch%20Angeh%C3%B6rige%20gepflegt . Statistisches Bundesamt (Destatis): Sanitär- und Heizungsbau. Zahl der Erwerbstätigen binnen 10 Jahren um 9 % zurückgegangen. Online: https://www.destatis.de/DE/Presse/Pressemitteilungen/2022/07/PD22_N047_13_61.html . Zentralverband Sanitär, Heizung, Klima: 2030 Pflegebad. Online: https://www.zvshk.de/zvshk/shk-gewerke/installateur-und-heizungsbauer/betriebswirtschaft/details/artikel/7166-pflegebad-2030/ . Zentralverband Sanitär, Heizung, Klima (Hrsg.): statement. Das Meinungsmedium des ZVSHK, 2019. Online: https://www.zvshk.de/fileadmin/zvshk.de/user_upload/Redaktion/PDF_Dokumente/Statement_Ausgabe-19_web.pdf . Zentralverband Sanitär, Heizung, Klima: Wissenswertes rund ums SHK-Handwerk: was ist der Girls‘ Day?, Zeit zu starten. Online: https://www.zeitzustarten.de/blog/details/girlsday2023 .

  • Politik / SoWi

Kreatives Schreiben zu Gesellschaftsthemen

Fachartikel

Dieser Fachartikel zeigt, wie kreatives Schreiben im Deutsch-Unterricht eingesetzt werden kann, um gesellschaftsrelevante Themen lebensnah zu bearbeiten. Er vermittelt den theoretischen Hintergrund, erläutert Methoden wie Haikus oder Akrostichons und verdeutlicht, wie Lernende so ihre Gedanken, Werte und Erfahrungen ausdrücken können. Anhand des Themas Handwerk werden zudem praxisnahe Aufgaben vorgestellt, die Schreibkompetenz, Reflexion und Persönlichkeitsentwicklung fördern. "Kreatives Schreiben" im Deutsch-Unterricht " Kreatives Schreiben" ist als Begriff inhaltlich nicht klar definiert . Innerhalb der Fach- beziehungsweise Schreibdidaktik Deutsch steht Kreatives Schreiben für variierende Ansätze und Konzepte, die Schreiben als einen kreativ-sprachlichen Prozess verstehen und sich damit von einem normierten Aufsatzunterricht abwenden : Ziel ist nicht mehr das formal "richtige" Schreiben einer bestimmten Aufsatzform, sondern vielmehr die sprachliche Umsetzung einer bestimmten Schreibhaltung (z.B. informieren, appellieren, unterhalten, …). Das Ziel besteht damit im Prozess des Schreibens selbst, wodurch Schreibhemmungen und -blockaden gelöst und eine individuelle Öffnung für die schriftsprachliche Auseinandersetzung mit einem Thema erreicht werden sollen. Aus einer zeitgemäßen Schreibdidaktik sind Verfahren und Methoden des Kreativen Schreibens nicht mehr wegzudenken (Abraham 2014: 367 ff.), und in Form des "Gestaltenden Erschließens oder Interpretierens" hat die Kultusministerkonferenz kreatives Schreiben inzwischen auch in die Bildungsstandards für das Deutschabitur aufgenommen (KMK. Online). Neben der Muttersprachendidaktik haben auch die Fremdsprachen- sowie DaF- und DaZ-Didaktik die positiven Auswirkungen des Kreativen Schreibens auf die Entwicklung der bildungssprachlichen (Lesen, Schreiben, Zuhören, Sprechen) und interkulturellen Kompetenzen der Lernenden erkannt (Bernstein 2020: 11 ff.). Fremd- oder Mehrsprachigkeit sowie Interkulturalität prägen die Unterrichtsrealität deutscher Klassenzimmer und erfordern motivierende Zugänge zum Sprachenlernen und zur aktiven Sprachanwendung. Vor diesem Hintergrund bietet Kreatives Schreiben den Schülerinnen und Schülern die Möglichkeit, sich sprachproduktiv mit kulturellen und gesellschaftlichen Themen auseinanderzusetzen, die sie selbst unmittelbar in ihrer Lebenswirklichkeit betreffen. "Kreatives Schreiben" – Raum für die Auseinandersetzung mit dem Selbst und der Welt Die Fähigkeit, sich nicht nur mündlich, sondern auch schriftlich in unterschiedlichen Kontexten verständlich auszudrücken und ein bestimmtes kommunikatives Ziel verwirklichen zu können, bildet eine der grundlegenden Voraussetzungen für die gesellschaftliche, politische und kulturelle Teilhabe eines Menschen und somit der Auseinandersetzung mit der Welt an sich. Ein sich von strikten Normvorstellungen lösender, kreativer Schreibprozess bietet Lernenden dabei die Möglichkeit, die eigenen Gedanken, Gefühle und Werte und damit das eigene Selbst auszudrücken, was die Entwicklung und Entfaltung der individuellen Persönlichkeit unterstützt. Schreibaufgaben werden dabei als umso bedeutsamer empfunden, je besser sich Lernende mit ihnen identifizieren können : Die Schülerinnen und Schüler werden das Schreiben als umso sinnvoller empfinden, je höher sie den Gebrauchswert in ihrer jeweiligen Lebenssituation einschätzen (Dahmer-Geisler 2021: 48f.). Der thematische Bezug der kreativen Schreibaufgabe zur individuellen Lebenswirklichkeit der Lernenden hat daher einen großen Einfluss auf deren Schreibmotivation: Hier bietet sich die Möglichkeit, aktuellen gesellschaftlichen Fragestellungen und Themen , welche die Schülerinnen und Schüler in ihrer eigenen Lebenswirklichkeit oder gegenwärtigen Entwicklungsphase betreffen, im Unterricht Raum zu geben. Das Handwerk als Themenfeld im "Kreativen Schreiben" Kreatives Schreiben rund um das Thema "Handwerk" ermöglicht jungen Menschen die Auseinandersetzung mit aktuellen gesellschaftlichen Fragestellungen und stellt damit einen unmittelbaren Bezug zu ihrer gegenwärtigen Lebenswirklichkeit her. Darüber hinaus werden die Lernenden mit dieser inhaltlichen Schwerpunktsetzung in der wichtigen Phase der Berufsorientierung und somit in der Entwicklung und Entfaltung ihrer individuellen Persönlichkeit unterstützt. Insbesondere die sogenannte "Generation Z" sieht aktuellen Studien zufolge ihre Zukunft eher pessimistisch (Tagesschau. Online) und sucht entsprechend nach Möglichkeiten, ihre berufliche Zukunft sinnstiftend zu gestalten (HWK. Online). Das Handwerk bietet vor diesem Hintergrund vielfältige Chancen, die eigene Selbstwirksamkeit zu erfahren und dadurch einen inneren Wachstumsprozess zu initiieren. So verdeutlichen Umfragen und Studienergebnisse z.B. immer wieder die große Bedeutung, die die Angst vor den Folgen des Klimawandels bei der jungen Generation hat (Der Standard. Online; Nature. Online; RND. Online). Schon jetzt leistet das Handwerk einen wichtigen Beitrag zur nachhaltigen Entwicklung und kann gar als Nachhaltigkeitsmotor bezeichnet werden. Eine Beschäftigung mit den zukunftsgestaltenden Chancen, die das Handwerk jungen Menschen eröffnet, kann Möglichkeiten der persönlichen Einflussnahme und Selbstwirksamkeit aufzeigen und die damit verbundenen Zukunftsängste mildern (siehe Unterrichtsidee "Nachhaltigkeit"). Eine nicht weniger wichtige Rolle für die Berufswahl der gegenwärtigen jungen Generation spielt die persönliche Zufriedenheit im Beruf, die vor allem aus dem Grad an Selbstverwirklichung und Identifizierung mit der beruflichen Tätigkeit sowie der damit verbundenen gesellschaftlichen Wertschätzung resultiert. Studienergebnisse (Blankenberg/Binder 2020) kommen zu dem Schluss, dass insbesondere Beschäftigte im Handwerk eine besonders hohe Arbeitszufriedenheit empfinden. Gleichzeitig entscheiden sich immer weniger Jugendliche für eine Karriere im Handwerk, was sich in einem akuten Fachkräftemangel äußert, der die Zukunftsfähigkeit der Wirtschaft insgesamt bedroht, sich aber auch in der mitunter schwierigen Aufrechterhaltung der alltäglichen Daseinsversorgung äußert und damit eine unmittelbare Betroffenheit herstellt (Handwerksblatt. Online). Das Themenfeld "Handwerk" verfügt somit über eine große Relevanz für die Lernenden und eignet sich daher in besonderer Weise als inhaltlicher Bezugspunkt für Varianten und Methoden des Kreativen Schreibens. Konkrete Themen, Ideen und Impulse für den Deutsch-Unterricht Im Folgenden finden sich Ideen zum Einsatz unterschiedlicher Verfahren des Kreativen Schreibens rund um das Thema "Handwerk". In Deutschland wird die Forderung nach einer Bildungswende immer lauter (ZDH. Online). Vor diesem Hintergrund erscheint die Beschäftigung mit dem Themenfeld "Handwerk" im Unterricht von größter Relevanz. Ein persönlicher Zugang zum Thema "Handwerk" (siehe Unterrichtsidee " Handwerk – Was hat das eigentlich mit mir zu tun? ") kann den Lernenden durch das Verfassen eines ABCdarium s zu der Frage, was die Lernenden persönlich mit dem Begriff "Handwerk" assoziieren, oder durch das Verfassen eines Haikus ermöglicht werden. Während sich diese Methode insbesondere zum Einstieg in eine Auseinandersetzung (Motivation) eignet, kann die Gestaltung eines Akrostichon s den Schülerinnen und Schülern am Ende der Auseinandersetzung dazu dienen, die persönlichen Erkenntnisse und Schlussfolgerungen aus der Erarbeitung des Themas nochmals zu reflektieren und festzuhalten. Alle genannten Verfahren motivieren zum eigenständigen Schreiben, während das Haiku und das Akrostichon den Lernenden darüber hinaus die Möglichkeit gibt, sich in lyrischer Form auszudrücken. Globales Lernen und Bildung für Nachhaltige Entwicklung (BNE) zielen darauf ab, Menschen zu zukunftsfähigem Denken und Handeln zu befähigen und die Auswirkungen des eigenen Handelns auf die Welt zu verstehen. Kreatives Schreiben zu Themen rund um das Handwerk unterstützt diese Zielsetzung und kann den Deutsch- beziehungsweise Schreibunterricht inhaltlich bereichern. So kann z.B. der Impuls "Wenn ich von Beruf Klimaschützer/-in wäre, dann…" dazu genutzt werden, das freie Schreiben anzuregen und gleichzeitig darüber nachzudenken, wie der Beruf eines/-r Klimaschützers/-in aussehen könnte (siehe Unterrichtsidee " Klimaschutz und regenerative Energiegewinnung "). Alternativ kann in Paararbeit ein Interview (Dialog) mit einem/einer fiktiven, professionellen "Klimaschützer/-in" (nicht zu verwechseln mit "Klimaaktivist") verfasst werden, der/die über seinen/ihren Arbeitsalltag berichtet. Dass Klimaschutz vor allem in den Berufen des Handwerks eine Rolle spielt, und Handwerker/-innen sich daher als aktive Klimaschützer verstehen dürfen, kann einen zentralen Erkenntnisgewinn für die Lernenden darstellen. Nicht nur die Auseinandersetzung mit den Folgen des Klimawandels stellt den modernen Städtebau vor große Herausforderungen: Auch z.B. im Bereich des Wohnungsbaus, der Bereitstellung und Instandhaltung urbaner Infrastruktur sowie der Planung und Realisierung von Smart City Konzepten bedarf es gut ausgebildeter Fachkräfte, um die Städte auf Herausforderungen der Zukunft vorzubereiten (siehe Unterrichtsidee " Rolle des Handwerks in der städtebaulichen Entwicklung "). Um die Schülerinnen und Schüler für die großen Aufgaben und Herausforderungen zu sensibilisieren, die mit dem modernen Städtebau verbunden sind, können sie z.B. im freien Schreiben eine Vorstellung von ihrer Stadt oder Gemeinde in einem anderen Zeitalter zu entwerfen. Dabei kann es sich entweder um die Entwicklung einer Zukunftsvision ("Meine Stadt in 50 Jahren") handeln, um die Herausforderungen des modernen Städtebaus aufzuspüren, oder um einen Blick in die Vergangenheit (“Meine Stadt vor 50 Jahren“), um gegenwärtige Veränderungen und Fortschritte deutlich zu machen. Eine Möglichkeit der individuellen Begegnung mit der Stadt als Lebensraum bietet das " Belauschen ": Die Lerngruppe begibt sich gemeinsam an einen Ort, der sich in besonderer Weise dazu eignet, die Geräusche der Stadt aufzunehmen (z.B. Marktplatz). Die Schülerinnen und Schüler werden dazu aufgefordert, die Augen zu schließen und sich für eine festgelegte Zeit ausschließlich auf die Umgebungsgeräusche zu konzentrieren. Anschließend notieren sie die Geräusche, die sie gehört haben. Die gesammelten Begriffe können danach weiterverarbeitet werden, indem die Lernenden z.B. aufgefordert werden, ein Haiku (Sekundarstufe I) oder ein Lautgedicht (Sekundarstufe II) zum Thema "Morgens in meiner Stadt" zu verfassen. Der assoziative Zugang kann dazu genutzt werden, zu reflektieren, wodurch der Lebensraum "Stadt" geprägt wird, und wie dieser infolge der modernen Herausforderungen zukunftsfähig gestaltet werden kann. Vor dem Hintergrund des Selbstfindungsprozesses, in dem sich Jugendliche und junge Erwachsene befinden, spielt die Auseinandersetzung mit der eigenen beruflichen Zukunft eine wesentliche Rolle. Das Verfassen eines Briefes an das eigene zukünftige Ich bietet den Lernenden Gelegenheit, über die eigenen beruflichen Ziele und Träume zu reflektieren und sich dabei der eigenen Interessen, Stärken und Fähigkeiten, aber auch Werte und Überzeugungen bewusst zu werden (siehe Unterrichtsidee " Das Handwerk und ich ", insbesondere Arbeitsblatt 3). Fazit Kreatives Schreiben eignet sich aufgrund der vielfältigen individuellen Zugangsmöglichkeiten in besonderer Weise dazu, gesellschaftsrelevante Themen im Unterricht zu bearbeiten, vorzubereiten oder zu vertiefen. Die persönliche innere Auseinandersetzung mit der Thematik, die das Kreative Schreiben ermöglicht, dient der Persönlichkeitsentwicklung der Lernenden und fördert gleichzeitig durch die aktive und intuitive Sprachanwendung die Schreibkompetenz. Aktuelle und lebensweltnahe Themen kann das Handwerk liefern. Verwendete Literatur Abraham, Ulf: "Kreatives" und "poetisches" Schreiben. In: Deutsch-Unterricht in Theorie und Praxis, 4/2013, bes. S. 367–370. Bernstein, Nils: In fremden Sprachen kreativ schreiben. Zur Korrelation von kreativem und bildungssprachlichem Schreiben im Literatur- und Fremdsprachenunterricht. In: Zeitschrift für interkulturellen Fremdsprachenunterricht, 25/2, 2020, S. 11 ff. Blankenberg, Ann Kathrin / Binder, Martin: Zum beruflichen Selbstbild und zur Arbeits- und Lebenszufriedenheit im Handwerk in Deutschland. Göttinger Beiträge zur Handwerksforschung 42, 2020. Dahmer-Geisler, Sigrun: Ziele des kreativen Schreibens im Deutsch-Unterricht In: Journal für Schreibwissenschaft 2/2021, S. 48 f. Verwendete Internetadressen Tagesschau. Online: https://www.tagesschau.de/inland/gesellschaft/studie-jugend-100.html . HWK. Online: https://www.hwk-do.de/generation-z-fuers-handwerk-begeistern/ . Der Standard. Online: https://www.derstandard.de/story/3000000201340/klimawandel-rechtsruck-inflation-die-sorgen-der-jungen-steigen-weiter . Nature. Online: https://www.nature.com/articles/s43247-023-00870-x#Abs1 . RND. Online: https://www.rnd.de/wissen/angst-vor-klimawandel-wie-die-klimakrise-junge-menschen-belastet-EHKJPBVFAJDL7MNYNCODX4MQMM.html . Handwerksblatt. Online: https://www.handwerksblatt.de/handwerkspolitik/fachkraeftemangel-bedroht-unsere-zukunftsfaehigkeit . ZDH. Online: https://www.zdh.de/bildungswende/ . KMK. Online: https://www.kmk.org/fileadmin/veroeffentlichungen_beschluesse/2012/2012_10_18-Bildungsstandards-Deutsch-Abi.pdf , S. 17.

  • Deutsch

Ein Betrieb sucht Auszubildende

Unterrichtseinheit

Auch wenn es einen dramatischen Lehrstellenmangel zu beklagen gibt, gibt es immer wieder Betriebe, die keine geeigneten oder gar keine Auszubildenden finden können. Im Rahmen der hier vorgestellten Projektidee betrachten die zukünftigen Auszubildenden die Lehrstellenproblematik einmal aus der Warte eines solchen Unternehmens - und überdenken vielleicht noch einmal ihren Berufswunsch.Im Rahmen einer Fallstudie sollen sich die Schülerinnen und Schüler in die betriebliche Realität eines mittelständischen Unternehmens hinein versetzen, vor allem in dessen Ziele, Probleme und Handlungszwänge im Bereich der Einstellung von Auszubildenden. Damit reflektieren sie nicht nur die Interessenslage der Ausbildungsbetriebe, sondern realisieren auch die eindeutigen Vorlieben ihrer Generation bei der Suche nach Ausbildungsplätzen.Das hier präsentierte Zahlenmaterial, die Verweise auf Internetressourcen und das spezielle Berufsbild des Galvaniseurs, der Galvaniseurin sind zugeschnitten auf ein Galvanikunternehmen in Schwäbisch-Gmünd, der Umicore Galvanotechnik GmbH. Das Projekt wird für Schülerinnen und Schüler außerhalb Baden-Württembergs sicher spannender, wenn die Lehrkraft ein Fallbeispiel der heimischen Region aufspürt. Übertragbarkeit des Projekts Die Unterrichtseinheit greift ein grundlegendes und auch für die nächsten Jahre zentrales Problem des Ausbildungsmarktes auf. Sie ist daher sowohl in Baden-Württemberg als auch im ganzen Bundesgebiet leicht auf andere Unternehmen sowie regionale Lehrstellenmärkte übertragbar. Projektvorbereitung und Einsatz der Materialien Projektdurchführung Die Schülerinnen und Schüler sollen die Berufsbilder Galvaniseur und Chemikant kennen lernen. sich in die Anbieterposition auf dem Lehrstellenmarkt hineinversetzen, indem sie sich in die betriebliche Realität eines mittelständischen Unternehmens hineindenken. indirekt die eigenen Berufswünsche und -präferenzen überdenken. die aktuelle Situation auf dem regionalen Ausbildungsmarkt erkunden. in gemeinsamer Projektarbeit Lösungsvorschläge für ein Unternehmen erarbeiten. durch Internetrecherche die benötigten Informationen zusammentragen. Thema Ein Betrieb sucht Auszubildende Autor Dr. Peter Kührt Fach Berufsvorbereitung Zielgruppe 9. und 10. Jahrgangsstufe Zeitumfang drei bis fünf Unterrichtsstunden Technische Voraussetzungen mindestens fünf Computer mit Internetanschluss Unternehmen vor Ort Die Lehrkraft vor Ort sollte sich rechtzeitig vor Projektbeginn ein Unternehmen am Ort suchen, das Lehrlinge sowohl im gewerblich-technischen als auch im kaufmännischen Bereich ausbildet. Hilfestellungen hierfür können die örtlichen Industrie- und Handwerkskammern leisten. Sinnvoll wäre ein persönlicher Kontakt mit der Ausbildungsleitung in der ausgewählten Unternehmung, um Kooperationsmöglichkeiten zu erkunden. Informationen im Internet Voraussetzung für die Unterrichtseinheit ist weiterhin, dass im Internet oder in Printform Informationen über das Unternehmen, die dort vorfindbaren Lehrberufe und die Jugendarbeitslosigkeit in der Region beziehungsweise dem Bundesland vorhanden sind. Beispiel Umicore Galvanotechnik GmbH Im vorliegenden Fall wurde mit der Umicore Galvanotechnik GmbH in Schwäbisch Gmünd ein Unternehmen ausgewählt, das als frühere Degussa-Tochter Prozesse zur galvanischen Beschichtung erforscht und entwickelt. Die mittelständische Unternehmung mit circa 80 Mitarbeitern und Mitarbeiterinnen am Firmensitz ist weltweit tätig und gehört zu den führenden Anbietern von galvanischen Edelmetall-Elektrolyten und Spezialverfahren für die Galvanotechnik. Internationale Verflechtungen des Unternehmens Die Umicore Galvanotechnik GmbH gehört seit dem 01.10.2003 zum belgischen Umicore-Konzern. Fallschilderung und Erarbeitung der Problemstellung Anhand der Folie "Bewerber und Einstellungszahlen bei Umicore" werden die Schülerinnen und Schüler mit der unzureichenden Bewerberlage und Einstellungssituation bei dem ausgewählten Unternehmen konfrontiert. Ausbildungsberufe Bürokaufmann Galvaniseur Chemikant Planstellen 2 2 1 Bewerbungen 53 9 3 Einstellungen 0 2 1 Projektdefinition und Auftragsvergabe Die Klasse erhält nun den Auftrag, die Gründe für die Ausbildungsmisere des Unternehmens herauszufinden und Lösungsvorschläge zu erarbeiten. Alle weiteren Arbeitsschritte können die Schülerinnen und Schüler dem Projektleitfaden entnehmen, den alle Projektteilnehmer und -teilnehmerinnen in Kopie erhalten. Dabei wird die gesamte Klasse als Unternehmensberatungsbüro definiert, das für das auftraggebende Unternehmen einen Lösungsvorschlag erarbeiten und diesen auf einer Abschlusssitzung präsentieren muss. Die Lehrkraft erteilt der Unternehmensberatung im Namen des auftraggebenden Unternehmens formell den Beratungsauftrag. Arbeitsziel Die zwei grundlegenden Fragestellungen sind sicherlich Woran liegt es, dass das Unternehmen nicht genügend geeignete Bewerber oder Bewerberinnen findet? Was könnte man dagegen tun? Aus diesen Ausgangsfragen lassen sich eine Reihe von Themenkomplexen ableiten, die dann als Leitthemen für die Projektgruppenarbeit dienen können: Art der Ausbildungsplätze beziehungsweise -berufe Qualität der Ausbildung im Betrieb Bekanntheitsgrad des Unternehmens Finanzielle Situation des Unternehmens Image der Branche Gesamtwirtschaftliche Lage Staatliche Förderung für Nichterwerbstätigkeit Leistungsbereitschaft, Ansprüche und Vorlieben der Bewerberinnen und Bewerber Kenntnisse und Fähigkeiten der Bewerber Mithilfe einer Clusterbildung an einem Flipchart, in dem die Themen zu Komplexen zusammengeführt werden, lassen sich Aufgabenstellungen für die Projektgruppen festlegen. Dies kann unter Anleitung der Lehrkraft durch die Schülerinnen und Schüler selbst erfolgen. Insgesamt sollten etwa fünf Arbeitsgruppen gebildet werden. In sehr selbstständig arbeitenden Klassen könnte man zusätzlich je eine Leitungs- und Dokumentationsgruppe einrichten. Die Schülerinnen und Schüler bearbeiten den Fragekomplex ihrer Projektgruppe und nutzen dafür unter anderem folgende Links: www.umicore-galvano.com Umicore Galvanotechnik GmbH in Schwäbisch Gmünd www.umicore.com Belgische Muttergesellschaft des Konzerns www.was-werden.de Chemikant und andere Berufsbilder Meilenstein-Sitzung: Bestandsaufnahme Die Gruppen präsentieren ihre Ergebnisse. Daran schließen sich ein erster Erfahrungsaustausch und die Planung der weiteren Projektarbeit an. Die Arbeitsgruppen lesen die Statements verschiedener Personen und die angegebenen Artikel. Die Schülerinnen und Schüler diskutieren nun in ihrer Arbeitsgruppe weiter. Sie beschreiben in Stichworten die Probleme des Unternehmens und ihre Ursachen und versuchen dann, erste Lösungsideen zu entwickeln. Abschließend erarbeiten die Gruppen die endgültigen Lösungsvorschläge für die Leitfrage beziehungsweise die Teilaufgabe ihrer Arbeitsgruppe. Ursachenanalyse Meilenstein-Sitzung: Problemanalyse Die Gruppen setzen sich wieder zusammen und vergleichen ihre Überlegungen. Abschließend erarbeiten die Gruppen die endgültigen Lösungsvorschläge für die Leitfrage beziehungsweise die Teilaufgabe ihrer Arbeitsgruppe. Ursachenanalyse Das Unternehmensberatungsbüro trägt in Anwesenheit des auftragerteilenden "Unternehmers" die Analyseergebnisse und Verbesserungsvorschläge vor. Schlechter Ruf der Chemiebranche Als Galvanikunternehmen leidet die Umicore Galvanotechnik GmbH unter dem schlechten Ruf der Chemiebranche, die in der Öffentlichkeit trotz deutlicher Verbesserungen im Produktionsbereich und immenser Public Relations-Anstrengungen noch immer gedanklich mit erheblichen Umweltbelastungen verbunden wird. Auch galvanische Prozesse werden möglicherweise noch immer mit den früheren Eigenschaften "dreckig" und "stark riechend" in Verbindung gebracht. Die Unternehmung wird daher durch eine entsprechende Selbstdarstellung in der regionalen Öffentlichkeit weitere Anstrengungen unternehmen müssen, das negative Branchenimage zu verbessern. Vordringlich ist, die Öffentlichkeit von der immensen Verbesserungen der Produktionsabläufe und der Umweltbelastungen zu überzeugen. Dazu gehören auch Aktivitäten, Events und Werbemaßnahmen, die auf die zukünftigen Auszubildenden und dereren Eltern und Lehrer gerichtet sind. Fehlende unternehmerische Identität Als kleine Tochterunternehmung großer Konzerne wurde die Umicore Galvanotechnik GmbH bereits wiederholt an andere Konzerne verkauft, was Umfirmierungen zur Folge hatte. Durch den wiederholten Namenswechsel konnte das Unternehmen in der breiten Öffentlichkeit keine Identität entwickeln. Die Umicore Galvanotechnik GmbH wird von der Bevölkerung Schwäbisch Gmünds noch immer als Tochter des Degussa-Konzerns gesehen. Die heutige Firma ist Eltern, Lehrern und Schülern weitgehend unbekannt. Hoher Ausbildungsstandard Als international orientierte und innovative Unternehmung benötigt die Umicore Galvanotechnik GmbH hochqualifizierte Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Sie sind das "Kapital" eines Unternehmens, das forscht und individuelle Problemlösungen für seine Kunden entwickeln muss. Der hohe Ausbildungsstandard des Unternehmens kann aber nur mit guten und lernwilligen Auszubildenden gehalten werden. Gute Deutsch-, Mathematik- und teilweise auch Fremdsprachenkenntnisse sind obligatorisch, ein Grundverständnis für Chemie erwünscht. Mangelhafte Kenntnisse und Fertigkeiten der Lehrstellenbewerber insbesondere im schulischen Bereich kann die Unternehmung nur in begrenztem Maße durch eigene Maßnahmen ausgleichen (Nachhilfe, innerbetriebliche Fördermaßnahmen, Praktikumstellen für Schüler, Kontakt mit den Schulen in Schwäbisch Gmünd), da es sich hier um gesamtgesellschaftliche Problemstellungen handelt. Indirekt könnte das Unternehmen versuchen, über die zuständige Industrie- und Handelskammer als Träger der dualen Ausbildung und die eigenen Standesorganisationen (Arbeitgeberverband Gesamtmetall) auf die für die Schulpolitik Verantwortlichen einzuwirken. Selbstständigkeit und Verantwortungsbereitschaft gefordert In einem mittelständischen Unternehmen muss jeder Mitarbeiter engagiert bei der Sache sein und Verantwortung übernehmen. Dies wird von der Unternehmung auch durch relativ verantwortungsvolle und gut dotierte berufliche Positionen honoriert. Eine permanente Fort- und Weiterbildung aller Beschäftigten ist unumgänglich. Personal zur Überwachung der Arbeiter und Angestellten ist nicht vorhanden. Mitarbeiter und Auszubildende, die nicht von sich aus in hohem Maße leistungsbereit, persönlich engagiert, hochmotiviert und mit Freude bei der Arbeit sind, sind daher für das Unternehmen wertlos und schaffen mehr Folgeprobleme und -kosten als Ertrag. Die Einflussmöglichkeiten auf das Lebensgefühl einer Jugendgeneration scheint sehr begrenzt. Die Unternehmung kann nur versuchen, durch entsprechende Werbemaßnahmen und Selektionsverfahren leistungsfähige Auszubildende zu gewinnen. Denkbar wäre auch, sich aus der Lehrlingsausbildung zurückzuziehen und stärker auf ältere Arbeitnehmer zu setzen, die die erforderliche Ernsthaftigkeit und Leistungsbereitschaft besitzen. White-Collar-Berufe bevorzugt Der Großteil der Jugendlichen von heute strebt in "White Collar"-Berufe und Modeberufe (zum Beispiel Bankkaufmann/frau). Die beruflichen Entwicklungsmöglichkeiten und die heutige Arbeitsrealität von gewerblich-technischen Berufen werden nicht erkannt. Dem negativen Bild der technischen Berufe kann man sicherlich nur durch Aufklärung begegnen. Schlechte Qualifikation der Auszubildenden Nimmt man die verbreiteten Klagen von Ausbildungsbetrieben Ernst, haben die heutigen Schülerinnen und Schüler schlechtere Qualifikationen (Deutsch, Mathematik) und eine geringere Leistungsbereitschaft als früher. Zudem fehlen nach dem Bekunden der Unternehmen Schlüsselqualifikationen und soziale Kompetenzen wie Teamfähigkeit, Ausdauer oder die Bereitschaft und Fähigkeit, komplexe und schwierige Problemstellungen eigenverantwortlich und kreativ zu lösen und sich die hierfür erforderlichen Kenntnisse selbstständig anzueignen.

  • Wirtschaft
  • Sekundarstufe I

Die perfekte Bewerbung

Unterrichtseinheit

Diese Unterrichtseinheit zum Themenbereich Berufsorientierung, Berufsvorbereitung und Bewerbungstraining bietet von der Stärkenanalyse über die Stellensuche hin zur fertigen Bewerbungsmappe übersichtliche Materialien zum Einsatz im Unterricht. Ein methodischer Schwerpunkt liegt dabei auf der Förderung der Selbstlernkompetenzen.Das Thema Bewerbung verfolgt Schülerinnen, Schüler und Lehrkräfte seit der achten Klasse - oft ohne wirklich zufriedenstellende Ergebnisse. An beruflichen Schulen wird es in nahezu jedem Bildungsgang im Deutschunterricht wieder aufgegriffen, wobei dort die besondere Schwierigkeit besteht, mit völlig unterschiedlichen Vorkenntnissen der Schülerinnen und Schüler umzugehen, um die Motivation bei diesem wichtigen Vorhaben zu erhalten. Deshalb wählt diese Unterrichtsreihe den Weg, die Schülerinnen und Schüler mit gut ausgearbeiteten Unterrichtsmaterialien weitgehend selbstständig arbeiten zu lassen.Im Mittelpunkt der Unterrichtsreihe "Die perfekte Bewerbung" steht eine möglichst selbstständige Erarbeitung dessen, was nötig ist, um eine "perfekte" Bewerbungsmappe zu erstellen. Dazu werden den Schülerinnen und Schülern Materialien an die Hand gegeben, die sich selbst erklären. Die Lernenden bestimmen ihr Arbeitstempo weitgehend autonom, da sie die Menge ihrer Hausaufgaben steuern. Der Lehrkraft kommt eine beratende und unterstützende Rolle zu. Ablauf der Unterrichtseinheit "Die perfekte Bewerbung" Die Materialien der Unterrichtseinheit "Die perfekte Bewerbung" sind so aufgebaut, dass die Lernenden sich die Aufgabenstellungen selbst erarbeiten können. Die Lehrkraft unterstützt und begleitet. Über diesen Link gelangen Sie zu einem detaillierten Ablaufplan der Unterrichtseinheit. Die Schülerinnen und Schüler werden sich über ihre eigenen Stärken und Fähigkeiten klar. analysieren Stellenanzeigen und verfassen individuell abgestimmte Anschreiben. nutzen das Internet als Recherchemedium, um Informationen zu Berufen und freien Ausbildungsstellen zu finden. erstellen eigene Bewerbungsmappen, die sie als Grundlage für reale Bewerbungsvorhaben nutzen können. Die Lehrkraft gibt einen kurzen Einstieg in das Thema "Bewerbung". Sie verteilt die Unterlagen und setzt eine Frist zur Abgabe der ausgefüllten Arbeitsblätter und der fertigen Bewerbungsmappen. Die Frist hängt davon ab, wie viele Unterrichtsstunden in wie vielen Fächern zur Verfügung stehen; insgesamt werden circa 12 Stunden benötigt. Realitätsnähe und praktischer Nutzen Damit das Unterrichtsvorhaben "Die perfekte Bewerbung" einen unmittelbaren Nutzen für die Schülerinnen und Schüler hat, suchen sie eine Stellenanzeige, auf die sie sich bewerben wollen. Damit die Schülerinnen und Schüler das Angebot auf Dauer nutzen können, werden die Bewerbungsunterlagen nicht nur in ausgedruckter Form zur Verfügung gestellt, sondern sollen auch digital gespeichert werden, damit die Schülerinnen und Schüler eine wiederverwendbare Grundlage für weitere Bewerbungen haben. Rolle der Lehrkraft Während die Schülerinnen und Schüler an ihren Aufgaben arbeiten, hat die Lehrkraft rein helfende Funktion. Sie beantwortet Fragen, verweist auf Nachschlagewerke und begleitet den Medieneinsatz. An diese Arbeitsphase kann sich eine Klassenarbeit anschließen, in der zum Beispiel eine Bewerbung und ein Lebenslauf für eine fiktive, aber genau beschriebene Person verfasst werden. Arbeitsblätter Im Download auf der Startseite der Unterrichtseinheit "Die perfekte Bewerbung" finden Sie die Aufgaben- und Lösungsblätter auch im PDF-Format. Die folgenden RTF-Dokumente können auch verändert werden. Fächeraufgabe Angelegt ist die Reihe als eine Kooperation mit dem Fach Infowirtschaft 2. Dort wird die richtige Form - besonders des Anschreibens - vermittelt. Im Deutschunterricht steht die inhaltliche und sprachliche Seite im Vordergrund. Sehr gute und umfangreiche Unterlagen - ich habe sie über ca. 8 Doppelstunden eingesetzt. Eingebaut habe ich dabei auch ein Rollenspiel am Telefon für eine Anfrage nach einem Praktikumsplatz im Unternehmen. Vielen Dank! Gruß, C. Berger danke für die gut strukturierte, informativ gestaltete arbeitsmappe!! konnte sie im unterricht mit meinen schülerInnen( 4.klasse hauptschule/österreich) ganz toll einsetzen ;-))) susanne Schade, dass so viel Arbeit in eine nicht zeitgemäße Unterrichtseinheit gesteckt wurde. Das Wort "Anlagen" zu unterstreichen und mit Doppelpunkt zu schreiben, war schon in der DIN 5008 von 11.75 falsch. Es ist sehr mühsam, fehlerhaftes Wissen der Schülerinnen und Schüler zu revidieren. Mit freundlichen Grüßen L. Scheel Einfach klasse, wie Sie das Thema für SchülerInnen umgesetzt haben. Handlungsorientierung, Selbsttätiges Lernen, Lernerfolgskontrolle, Ansprechen vieler Sinne, alles vorhanden. Besonders gut gefällt mir der Gedanke des Wechsel der Perspektive: Die Schüler sollen sich in Personalverantwortliche, die Berufsanfänger auswählen hineindenken. Und in diesem Zusammenhang muß ich Ihnen einfach sagen, dass ich keinen Kollegen und keine Kollegin kenne, der das mit der DIN-Norm auf die Goldwaage legen würde. So eine Rückmeldung finde ich ohne Gesamtwürdigung Ihres Konzepts einfach ärgerlich und hat mich zu meiner Rückmeldung bewegt. Als Tipp am Rande kann ich es aktzeptieren. Freundliche Grüße aus der freien Wirtschaft, die Ihre Schüler so gern abnimmt. Sigrid Bischof

  • Deutsch / Kommunikation / Lesen & Schreiben / Berufsvorbereitung /Berufsalltag / Arbeitsrecht
  • Berufliche Bildung, Sekundarstufe II

Arbeitsblatt: Ein Praktikum auswählen und erfolgreich absolvieren

Kopiervorlage

Mithilfe eines Schaubildes werden Informationen und Unterlagen für die Bewerbung um einen Praktikumsplatz erarbeitet. Welche Faktoren tragen zu einem erfolgreichen Praktikum bei? Mithilfe des Arbeitsblatts lernen die Schülerinnen und Schüler, verschiedene Praktikumsarten zu unterscheiden. Sie erfahren, mit welchen Schritten sie ihren Wunschpraktikumsplatz erhalten. Anhand des Berufsfelds Steuerberatung lernen sie exemplarisch mögliche Informationsquellen für Praktikumsplätze kennen. Verhaltensregeln für Praktikantinnen und Praktikanten vereinfachen den Schülerinnen und Schülern den Einstieg ins Wunschpraktikum. Praktika bieten eine gute Gelegenheit, verschiedene Berufe oder den Wunschberuf kennenzulernen. Auch Personalverantwortliche schätzen Jugendliche mit erster Praxiserfahrung. Mithilfe des Arbeitsblatts erproben die Schülerinnen und Schüler konkrete Schritte auf dem Weg zu ihrem Wunschpraktikum. Dabei loten sie ihre eigenen Fähigkeiten und Interessen aus, recherchieren Informationsquellen für Praktika und nehmen Kontakt zu infrage kommende Betrieben auf. Fachkompetenz Die Schülerinnen und Schüler können zwischen verschiedenen Praktikumsarten unterscheiden. erfahren, mit welchen konkreten Schritten sie dem Wunschpraktikum näher kommen, und setzen diese um. lernen Verhaltensregeln für das Praktikum kennen. Medienkompetenz Die Schülerinnen und Schüler recherchieren und strukturieren eigenständig Informationen zu ihrem Wunschpraktikum anhand vorgegebener Internetquellen. erstellen eigene Profilseiten in Praktikumsbörsen im Internet. verfassen einen Praktikumsknigge mit sinnvollen Verhaltensregeln. Sozialkompetenz Die Schülerinnen und Schüler organisieren sich selbstständig in Gruppen, sammeln Informationen zu einem Praktikum in einer Steuerberater-Kanzlei und erstellen Handouts mit zentralen Erkenntnissen. geben einander konstruktives Feedback zu ihren selbst erstellten Profilseiten.

  • Fächerübergreifend
  • Sekundarstufe I, Sekundarstufe II

Hoch hinaus – Ein Geheimtipp für die Berufsorientierung

Fachartikel

Der Fachartikel stellt das Gerüstbauer-Handwerk als spannendes Beispiel für moderne Berufswelten im Unterricht vor. Lehrkräfte erhalten Einblicke in die Ausbildung und Anforderungen dieses vielseitigen Handwerksberufs und erfahren, für welche Schülerinnen und Schüler der Beruf besonders interessant ist – etwa für solche, die mathematikbegeistert, energiegeladen und teamfähig sind.

  • Fächerübergreifend / Berufsvorbereitung /Berufsalltag / Arbeitsrecht

Nachhaltigkeit braucht Handwerk – Perspektiven der SHK

Fachartikel

Der Fachartikel beleuchtet, welche Rolle das Handwerk bei der Bewältigung aktueller Gesellschaftsaufgaben wie Energiewende, Klimaschutz und demografischem Wandel spielt. Am Beispiel des Sanitär-Heizung-Klima-Handwerks (SHK) werden Themen wie CO2-Reduktion, nachhaltige Gebäudetechnik und barrierefreie Sanitärlösungen behandelt. Der Fachartikel eignet sich für den fächerübergreifenden Unterricht und verbindet technische mit gesellschaftlichen Perspektiven auf Zukunftsthemen. Schülerinnen und Schüler kennen dies, denn alle, die schon einmal einen langen Spaziergang im Winter gemacht haben, wissen: Irgendwann hilft auch der wärmste Wintermantel nicht mehr, man fröstelt und freut sich auf ein geheiztes Zuhause. Kaum vorstellbar, wie ungemütlich es wäre, wenn man plötzlich in eine kalte Wohnung käme. Die Heizung ist ausgefallen und man hat auch kein warmes Wasser mehr. Genau hier kommen dann die Fachkräfte wie Anlagenmechaniker/-innen für SHK, Ofen- und Luftheizungsbauer/-innen ins Spiel. Sie gehören alle der sogenannten SHK-Branche an und sind im Falle einer kaputten Heizung der Ansprechpartner der Wahl. Serviceorientierung ist dabei wie in vielen anderen Berufen innerhalb und außerhalb des Handwerks auch im SHK-Handwerk essenziell. Man stelle sich nur einmal vor, man müsste bei einer defekten Heizung in einer kalten Wohnung sitzen oder kein warmes Wasser käme aus der Leitung. Aber nicht nur für ein warmes Zuhause im Winter sind diese Fachkräfte von hoher Bedeutung. Sie leisten ebenso einen großen Beitrag zur deutschlandweiten Energiewende, indem sie beispielsweise private Heizanlagen auf- beziehungsweise umrüsten mit nachhaltigeren, klimafreundlicheren Anlagen. Denn eine zeitnahe Umstellung auf eine nachhaltige Wärmeversorgung ist besonders wichtig, um die Ziele der energetischen Umstrukturierung zu erreichen. Für Schülerinnen und Schüler, die sich besonders für ein nachhaltiges Leben auf unserem Planeten interessieren, kann dieser Beruf attraktiv sein, können sie doch aktiv die Energiewende mitgestalten und sich für mehr Nachhaltigkeit einsetzen. Noch heute gehören fossile Energiequellen wie Braun- oder Steinkohle, Erdgas oder Erdöl zu den am meisten verwendeten Energieträgern. Sie dienen nicht nur der Nutzung von Fahrzeugen, sondern sind auch Quellen für Strom- und Heizenergie. Vermehrt sollen diese durch erneuerbare Energien aus Photovoltaikanlagen und Windrädern, Wasserkraft oder Biomasse ersetzt werden. Diese sind im Vergleich zu den fossilen Brennstoffen regenerativ. Das heißt, sie stehen in einem unendlichen Maß zur Verfügung oder wachsen in verhältnismäßig kurzer Zeit nach. Allerdings sieht es in der Realität leider noch ganz anders aus. Von insgesamt etwa 21 Millionen privater Heizungen, die die deutsche Bevölkerung mit Wärme und Warmwasser versorgen, sind 12 Millionen Heizkessel wahre "Energieschleudern" (Zentralverband Sanitär Heizung Klima 2020:5). In diesem Fall werden fossile Brennstoffe wie Heizöl, Kohle und Erdgas, genutzt, um Heizwärme zu erzeugen. Problematisch ist hier nicht nur ein ineffizienter Verbrauch an Energie, sondern auch ein erhöhter Ausstoß an Kohlenstoffdioxid.

  • Politik / SoWi
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