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Post Pisa Diskussion

Unterrichtseinheit

Drei Monate sind vergangen, seit die OECD die PISA-Studie publik gemacht hat. Der erste Schock ist verflogen, die permanenten Expertenzirkel und Bildungskonferenzen haben getagt und dem lange vor PISA bekannten Befund, um das deutsche Bildungssystem sei es nicht mehr bestens bestellt ist, kräftig beigepflichtet.Politiker, Gewerkschaften und Wirtschaftsverbände hatten schnell Erklärungen parat, Ursachen ausgemacht und auch Schuldige benannt, und die Schulen konnten sich vor Empfehlungen und Vorschlägen kaum retten. Allein der Glaube an den Wandel fehlt, da angesichts der amtlich bestätigten Bildungskrise vor allem alte Konzepte inklusive ihrer ebenso alten Gegenargumente mit neuer Vehemenz vorgetragen werden. Vor diesem Hintergrund lohnt es, nochmals einen kritischen Blick auf die Medienlandschaft zu werfen und zu fragen, welche kurz-, mittel- und längerfristigen Konzepte derzeit kursieren, ob der vielbeschworene Ruck - wieder einmal - nur durch die Feuilletons gegangen ist oder ob nach der öffentlichen Erregung Taten folgen. Fortsetzung Politiker, Gewerkschaften und Wirtschaftsverbände hatten schnell Erklärungen parat, Ursachen ausgemacht und auch Schuldige benannt, und die Schulen konnten sich vor Empfehlungen und Vorschlägen kaum retten. Allein der Glaube an den Wandel fehlt, da angesichts der amtlich bestätigten Bildungskrise vor allem alte Konzepte inklusive ihrer ebenso alten Gegenargumente mit neuer Vehemenz vorgetragen werden. Vor diesem Hintergrund lohnt es, nochmals einen kritischen Blick auf die Medienlandschaft zu werfen und zu fragen, welche kurz-, mittel- und längerfristigen Konzepte derzeit kursieren, ob der vielbeschworene Ruck - wieder einmal - nur durch die Feuilletons gegangen ist oder ob nach der öffentlichen Erregung Taten folgen. Fortsetzung Katrin Schaumann ist Mitarbeiterin von politik-digital Die KMK-Präsidentin Dagmar Schipanski versucht daher, die schlechte Stimmung mit vorläufigen Ergebnissen abzufedern und vorsichtigen Optimismus zu verbreiten. Gleichzeitig warnt sie aber vor "Schnellschüssen". Ihre Reaktion zeigt recht deutlich, in welchem Dilemma die Kultusministerkonferenz steckt. Der Erwartungsdruck ist hoch, möglichst bald Reformen auf den Weg zu bringen, um in der Öffentlichkeit das verheerende Bild der Bildungspolitik in Deutschland zu revidieren und dessen Ruf zu rehabilitieren. Gleichzeitig aber sollen die Lösungskonzepte nachhaltig wirken und bedürfen einer sorgfältigen und bundesweit koordinierten Ausarbeitung. So versucht Schipanski, das PISA-Debakel als Chance für ein Umdenken und für eine flächendeckende "nachhaltige Erneuerung" des veralteten Schulwesens zu kommunizieren. Erste positive Ergebnisse will sie in dem Versuch sehen, den Deutschunterricht für Migrantenkinder sowie die Ganztagesbetreuung an Schulen auszubauen. Bildung bleibt Ländersache Gleichzeitig zeigt sich die Kultusministerkonferenz weitgehend resistent gegen Vorschläge "von außen" und verfällt postwendend in alte Verhaltensmuster. So stellt sie sich einhellig gegen die Forderungen von Verbänden und Gewerkschaften, einen regelmäßigen Leistungsvergleich der einzelnen Bundesländer im Bereich Bildung zu initiieren. Das Bildungswesen solle uneingeschränkt Ländersache bleiben. Die Bundesländer berufen sich weiterhin auf Autonomie und halten es nicht für sinnvoll, als Reaktion auf die PISA-Ergebnisse Kompetenzen im Bildungsbereich an den Bund abzugeben. Einen "Nationalen Bildungsbericht", wie ihn die Gewerkschaften, Wirtschaftsverbände und auch die SPD-Bundestagsfraktion gefordert hatten, wird es demnach nicht geben. Regelmäßige Bilanz Gleichwohl möchte die Konferenz regelmäßig Bilanz ziehen und die Ergebnisse der durch PISA angestoßenen Neuerungen in den einzelnen Ländern veröffentlichen. Die Addition der einzelnen Ergebnisse, so die baden-württembergische Kultusministerin, Annette Schavan, ergebe ja so etwas wie einen Nationalen Bildungsbericht. Eine kontinuierliche Evaluation macht jedoch nur Sinn, wenn sie integraler Bestandteil eines wirklichen Erneuerungsprozesses und über die Ländergrenzen hinaus abgestimmt ist. Dabei müssen einerseits Änderungen erfolgen und andererseits muss die Wirkung überprüft und notfalls nachgesteuert werden. Folgenlose Ansätze sollten schnell revidiert werden können, um andere zu testen. Dies ist sogar im vielstimmigen Chor der Bildungspolitik denkbar, wenn koordiniert vorgegangen wird und positive Ergebnisse der anderen als handlungsweisend für das eigene Land anerkannt werden. Kein Ideenmangel Die Länder beharren jedoch auf der Bildungshoheit und setzen sich damit dem Vorwurf (etwa der Gewerkschaft für Erziehung und Wissenschaft) aus, sich hinter dem föderalen System zu "verstecken" und kritische Bewertungen von außen zu scheuen. Denn die Länder lehnen auch einen permanenten Sachverständigenrat Bildung ab, wie ihn die fünf Wirtschaftsweisen empfehlen. Als Begründung muss das bereits bestehende "Forum Bildung" von Bund und Ländern herhalten, das kürzlich Reformvorschläge vorgelegt hat. Ebenso wurde die Forderung fast aller großen Lehrerverbände, des Bundeselternrates und aus der Wissenschaft nach der Abschaffung des Sitzenbleibens abgewiesen. Einen Mangel an Ideen gibt es demnach nicht und das Argument eines Überangebots an Expertise erscheint durchaus nachvollziehbar. Mehr Eigenständigkeit der Schulen Statt einer koordinierten und nach Prioritäten abgestimmten Umsetzung werden jedoch in den Bundesländern eigene "Bildungssüppchen" gekocht; alle Kultusminister haben so genannte Bildungs- oder Qualitätsoffensiven angekündigt. Ein durchgehender Gedanke ist hierbei, die Grundkompetenzen der Schüler in Mathematik und Lesen zu fördern und die Grundschule finanziell wie ideell aufzuwerten. Gesonderter Deutschunterricht für ausländische Kinder steht ebenso auf der Agenda der Länder, wie die gezielte Förderung leistungsschwacher sowie die angemessene Forderung hochbegabter Kinder. Es scheint, als herrsche Einigkeit bei den Kultusministern, den Schulen keine Konzepte "von oben" aufdrücken zu wollen und sie vor Patentrezepten und populistischen Forderungen aus Politik und Wirtschaft zu schützen. Vielmehr soll die Individualität und Eigenständigkeit der Schulen gefördert werden. Dies wird sicherlich weiterhin für Diskussionsstoff sorgen. Scharfe Worte für das Verhalten der Kultusminister findet vor allem Arbeitgeberpräsident Dieter Hundt. Während die Länder ihre einzelnen Bildungsoffensiven anstoßen, wirft er den Kultusministern Reformunfähigkeit vor und verurteilt die ins Auge gefassten Konsequenzen als "eine Ansammlung von trivialen Allgemeinplätzen". In seinem 5-Punkte-Plan plädiert er für die Rehabilitierung des Leistungsgedankens und schlägt vor, sich in Deutschland wieder verstärkt zu einer Elitenbildung zu bekennen. Dies solle unter anderem durch bundesweite Programme zur Hochbegabtenförderung geschehen. Leistung soll sich lohnen Seine stark an ökonomischen Anforderungen orientierte Argumentation geht in Richtung eines einheitlich definierten Leistungsstandards für das gesamte Bundesgebiet auf hohem Niveau. Er tritt weiterhin für die Bezahlung der Lehrer nach Leistung ein sowie für eine radikale Entschlackung des Lehrplans auf 50 Prozent. Er schlägt außerdem die Einführung des Faches "Wirtschaft" vor, damit Schüler frühzeitig in wirtschaftliche Grundkenntnisse eingeführt werden. Alle Akteure sehen also angesichts der jetzigen Krisenstimmung vor allem die Chance, ihr Interessen in den Vordergrund zu rücken und als Allheilmittel anzupreisen. Die Medizin schlucken - falls sie denn verabreicht wird - müssen Lehrer und Schüler, es bleibt also zu hoffen, dass einige der Präparate anschlagen und nicht nur beruhigende Placebos im Angebot sind.

  • Politik / WiSo / SoWi
  • Sekundarstufe II

Tarifpolitik und Sozialpartnerschaft

Unterrichtseinheit

Die Unterrichtseinheit für das Fach Politik / Wirtschaft der Klasse 11–13 der Sekundarstufe II vermittelt den Schülerinnen und Schülern das Konzept der Sozialpartnerschaft und die Grundlagen der Tarifpolitik. Sie analysieren die theoretischen Hintergründe, untersuchen Tarifverträge am Beispiel des Steinmetz- und Steinbildhauerhandwerks und bewerten deren Bedeutung für die eigene berufliche Zukunft. Vor dem Hintergrund eines Sozialstaates – oder auch Wohlfahrtsstaates –, wie es Deutschland ist, spielt die sogenannte Sozialpartnerschaft eine große Rolle. Hierbei geht es um das Miteinander von Arbeitgeberinnen und Arbeitgebern, ihren Verbänden und den Gewerkschaften. Im eigentlichen Sinne ist das Ziel der Sozialpartnerschaft, eventuelle Interessengegensätze durch Konsenspolitik zu lösen. Konkret wird die Sozialpartnerschaft immer dann, wenn es zum Beispiel auf betrieblicher Ebene um die Beteiligung der Arbeitnehmenden in Form von Betriebsräten geht. Auch auf regionaler Ebene, auf Bundesebene und auf europäischer Ebene arbeiten die Sozialpartner zusammen – in Form gemeinsamer Positionierungen, Initiativen, Aktionen oder durch den sozialen Dialog. Mit dem Begriff Sozialpartnerschaft wird zunächst die institutionalisierte Kooperation zwischen Verbänden und Gewerkschaften verstanden. Im deutschen Sprachraum wird der Begriff vor allem auf die Tarifpartnerschaft bezogen, deren Kern die Lohnpolitik ist. In dieser Unterrichtseinheit setzen sich die Schülerinnen und Schüler intensiv mit den Themen Tarifpolitik und Sozialpartnerschaft auseinander. Der erste Teil der Einheit vermittelt eine grundlegende Einführung in die komplexe Thematik. Mithilfe eines Grundlagentextes werden die Sozialpartnerschaft sowie die Definition und Funktion von Tarifverträgen, ihre Bedeutung für die Arbeitnehmenden in Betrieben und die Tarifautonomie erarbeitet. Im zweiten und dritten Teil der Unterrichtseinheit liegt der Schwerpunkt auf einem konkreten Beispiel , das im Rahmen eines Rollenspiels erfahrbar gemacht wird. Dies geschieht exemplarisch anhand eines Tarifvertrages, der für Schülerinnen und Schüler besonders lebensnah ist: Der „ Ausbildungsvergütungstarifvertrag im Steinmetz- und Steinbildhauerhandwerk “ regelt, wie hoch der Azubi-„Lohn“ ist. Das Besondere: Er ist allgemeinverbindlich – ist also rechtlich bindend für alle betroffenen Betriebe, auch für Klein- und Kleinstbetriebe. Die Schülerinnen und Schüler lernen an diesem Beispiel zentrale Akteure und Verfahren einer Tarifverhandlung kennen, indem sie sich im Rollenspiel nicht nur mit den unterschiedlichen Positionen vertraut machen, sondern auch den Verhandlungsablauf und ein mögliches Ergebnis simulieren. Die Unterrichtseinheit zielt darauf ab, Schülerinnen und Schülern durch die Arbeit mit Primärquellen – wie beispielsweise dem Tarifvertrag – einen direkten Bezug zur Lebenswelt und zur Bedeutung der Sozialpartnerschaft zu vermitteln. Vorkenntnisse sind nicht erforderlich, da zentrale Begriffe und Konzepte auf den Arbeitsblättern bereitgestellt werden. Die Aufgabenstellungen sind so formuliert, dass sie unterschiedliche kognitive Anforderungen abdecken – von der Wiedergabe von Informationen bis hin zur eigenständigen Analyse und Bewertung. Dies fördert nicht nur das Textverständnis, sondern unterstützt auch die Vorbereitung auf das Abitur. Zudem ermöglicht das integrierte Rollenspiel den Schülerinnen und Schülern, das Debattieren und konstruktive Miteinander einzuüben. Das Rollenspiel könnte ggf. auch in Form von Hausaufgaben und der Erstellung von Essays durch die Schülerinnen und Schüler erfolgen. Hierbei könnten sowohl einzelne Perspektiven (z. B. Schreibe einen Essay aus Sicht der Gewerkschaftsvertretung zu den Verhandlungen. Nutze dazu die Information von Arbeitsblatt 3), auch als eine Gesamteinschätzung erfolgen (z. B. Schreibe einen Essay zum Thema Tarifverhandlungen. Nutze dazu die Informationen zum Rollenspiel und berücksichtige alle Perspektiven). Fachkompetenz Die Schülerinnen und Schüler lernen die Sozialpartnerschaft kennen. lernen neue Fachbegriffe und deren Definitionen (z. B. Tarife, Tarifkonflikt, Schlichtung, Vertrag usw.). verstehen die Grundlagen der Tarifpolitik, den Nutzen von Tarifverträgen und die Rolle von Sozialpartnern in der Wirtschaft. erleben Tarifpolitik in Aktion, lernen Verhandlungsstrategien kennen und reflektieren wirtschaftliche und soziale Auswirkungen. Medienkompetenz Die Schülerinnen und Schüler identifizieren relevante Quellen. arbeiten mit Primärquellen und analysieren diese. fassen Informationen zusammen, organisieren sie und bewahren sie strukturiert auf. interagieren auf Basis der Informationen. Sozialkompetenz Die Schülerinnen und Schüler debattieren. können lösungsorientiert kommunizieren. können den Nutzen von Verträgen und Absprachen für das eigene Leben erkennen.

  • Politik / WiSo / SoWi
  • Sekundarstufe II

Soziale Marktwirtschaft im Wandel

Unterrichtseinheit

In dieser Unterrichtseinheit zum Thema "Soziale Marktwirtschaft" beschäftigen sich die Schülerinnen und Schüler sich mit Bedingungen für neue Reformen.Die Stellungnahmen von Interessenverbänden und Gewerkschaften sollen in dieser Kurzreihe gegenübergestellt werden. Die Schülergruppe sollte über hinreichendes wirtschaftspolitisches Grundwissen verfügen und die Grundzüge der Sozialen Marktwirtschaft sowie staatliche Mittel der Konjunktursteuerung kennen.Konkret werden hier die Thesen der "Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft", einer von Arbeitgeberverbänden finanzierten Initiative, den strategischen Vorschlägen des DGB zur Steigerung des Wirtschaftswachstums und zur Senkung der Arbeitslosigkeit gegenübergestellt. Die Unterrichtseinheit hinterfragt Netzinhalte nach ihrer immanenten Werthaltigkeit, nach Richtigkeit sowie verborgenen Interessen. Die Jugendlichen müssen aus der Wertung der vorgefundenen Inhalte eigene Einschätzungen entwickeln. Durchführung der Unterrichtseinheit "Soziale Marktwirtschaft im Wandel" Die Schülerinnen und Schüler erschließen themenzentriert Positionen unterschiedlicher Interessengruppen aus deren Internetpublikationen. wenden wirtschaftspolitisches Grundwissen auf aktuelle konjunkturpolitische Problemstellungen an. definieren wirtschaftliche und soziale Problemstellungen aus unterschiedlichen Interessenslagen. entwickeln eigene Positionen. Einstieg Um an das Vorwissen der Schülerinnen und Schüler anzuknüpfen, nennen diese Inhalte der "Agenda 2010" oder Elemente der Innovationspolitik der jetzigen Bundesregierung. Gleichzeitig entsteht ein Meinungsbild der Klasse zum Thema, das vermutlich noch sehr unpräzise ist. Die Schüler-Statements sollten fixiert werden, da sie am Ende der Reihe sehr gut den Lernfortschritt dokumentieren können. Erarbeitung der Thesen Die Schüler und Schülerinnen sollen einige "Leitartikel" der Website "Chancen für alle - Initiative Soziale Marktwirtschaft" zum Thema "Arbeitsmarkt" lesen und die Hauptthesen herauskristallisieren. Daraus sollen sie die Hypothesen der Autoren für notwendige Maßnahmen, die einen konjunkturellen Aufschwung nach sich ziehen sollen, zusammenstellen und die Argumentation multiperspektivisch betrachten: zunächst aus der Sicht eines Arbeitnehmers, dann aus der Sicht eines Arbeitgebers. Selbstverständlich muss geklärt werden, wer hinter dieser Initiative steht. Erarbeitung der Thesen II Im Anschluss werden die relevanten Texte der betreffenden Gewerkschaftsseite heruntergeladen und mithilfe der Leitfragen des Arbeitsblattes analysiert. Kapitel 2 betrifft die Konjunkturpolitik, Kapitel 3 betrifft die Einkommens- und Arbeitsmarktpolitik. Diese beiden Abschnitte sollten arbeitsteilig je von der Hälfte der Klasse erarbeitet und anschließend präsentiert werden. Vergleich Die Thesen der Initiative werden mit den Forderungen des DGB, "Offensive Strategien für mehr Wachstum und Beschäftigung" verglichen und im Anschluss diskutiert. Einordnung in Parteiprogramm Zur Vertiefung des Themas kann man versuchen, Reformvorschläge noch genauer einzelnen Parteien zuzuordnen. Hierbei stößt man natürlich auf das Phänomen, dass sich die Parteiprogramme der großen Volksparteien so ähnlich sind. Eine selbstständige Internetrecherche der Schüler und Schülerinnen bietet sich hier an. Formulieren einer eigenen Position Schließlich können einige Ihrer Schüler oder Schülerinnen einen Eintrag ins Diskussionsforum der Site vornehmen. UE "Soziale Marktwirtschaft im Wandel" Die Schülerinnen und Schüler des Neigungsfaches Wirtschaft, Jahrgangsstufe 13, am Theodor-Heuss-Gymnasium haben die UE gerne durchgearbeitet. Bemängelt wurde, dass Aufgabe 1, Teil 4 ("Am liebsten würde ich bis 70 arbeiten") mit dem angegebenen Text nur schlecht bearbeitbar ist. Wir haben uns entschlossen, dafür einen aktuellen Text über Thumanns gleichlautende Forderung (ebenfalls bei www.chanchenfueralle.de) zu bearbeiten. UE "Soziale Marktwirtschaft im Wandel"

  • Wirtschaft
  • Sekundarstufe II

Globale Finanzkrise: Ursachen und Lösungsansätze

Unterrichtseinheit

In dieser Unterrichtseinheit zur globalen Finanzkrise lernen die Schülerinnen und Schüler anhand eines Videos kontroverse Positionen zu Ursachen der Finanzkrise im Jahr 2007/2008 sowie Lösungsansätze kennen. Die Unterrichtsmaterialien können auf Deutsch und auf Englisch (für den englisch-bilingualen Unterricht) heruntergeladen werden. Die Schülerinnen und Schüler erarbeiten in verschiedenen Sozialformen und anhand eines Videos kontroverse Positionen zu den Ursachen und Lösungsansätzen der Finanzkrise von 2007/2008 und gehen damit einen ersten Schritt hin zum politischen Urteil über die Frage, ob und wenn ja in welcher Weise es staatliche Eingriffe in die Finanzmärkte geben sollte. Diese Unterrichtseinheit ist in Zusammenarbeit mit dem Kuratorium für die Tagungen der Nobelpreisträger in Lindau entstanden, das mit dem Nobelpreis ausgezeichnete Forschung Schülerinnen und Schülern, Studierenden sowie dem wissenschaftlichen Nachwuchs näherbringen möchte. Die Unterrichtseinheit ergänzt dabei das Materialangebot der Mediathek der Lindauer Nobelpreisträgertagungen um konkrete Umsetzungsvorschläge für die Unterrichtspraxis in den Sekundarstufen. Weitere Unterrichtseinheiten aus diesem Projekt finden Sie im Themendossier "Die Forschung der Nobelpreisträger im Unterricht" . Das Thema "Globale Finanzkrise" im Unterricht Die globale Finanzkrise von 2007/2008 schreibt sich ein in eine lange Kette von regelmäßig auftretenden internationalen Finanzkrisen. Sie markiert durch die von ihr ausgelösten schwerwiegenden Folgen möglicherweise zugleich einen neuen Wendepunkt in der Geschichte des internationalen Finanzwesens, deren zentrale Akteure seit Beginn der 1980er-Jahre weitgehende Deregulierungen des Finanzmarktes gefordert und durchgesetzt haben. Die Relevanz des Themas für den Unterricht ergibt sich aus der Tatsache, dass sich am Thema eine zentrale Konfliktlinie der Politik deutlich zeigen lässt: Hier wie in vielen anderen Problemfeldern (so zum Beispiel in der Wohnungsmarkt- , der Umwelt- oder der Gleichberechtigungspolitik) ist zu fragen, ob Marktmechanismen oder staatliche Regulierungen der bessere Weg sind, um gesellschaftliche Probleme (Wohnungsnot, Umweltverschmutzung oder Geschlechterdiskriminierung) zu lösen. Vorkenntnisse Die Unterrichtseinheit knüpft an das Alltagswissen der Lernenden an. Eine Arbeit mit dem Material ist so auch ohne spezifisches Vorwissen möglich. Didaktische Analyse Bis zur Krise galten Banken und Rating-Agenturen einer Mehrheit der Zivilgesellschaft und der Politik als die Verkörperung wirtschaftlicher Rationalität. Ihren Einschätzungen und Ratschlägen wurde mehr vertraut als denen von Vertreterinnen und Vertretern aus Politik, Gewerkschaften und Wissenschaft. Die Devise "mehr Markt und weniger Staat" galt als Gelingensbedingung guter Politik. Seit der Finanzkrise von 2007/2008 wird diskutiert, wie sehr sich das internationale Finanzsystem wieder einer verstärkten öffentlichen Kontrolle und staatlicher Regulierung unterwerfen sollte. Am Ende der Unterrichtseinheit sollen die Lernenden beurteilen, ob die bislang eingeleiteten Reform- und Regulierungsmaßnahmen ausreichen, um die Wiederholung einer so schwerwiegenden Finanzkrise verhindern zu können. Denn nach einer Reihe von getroffenen Reform-Maßnahmen scheint es bereits vielen so, als ob eine Wiederholung der Krise nicht mehr möglich wäre. Das Material dieser Unterrichtseinheit eröffnet einen Blick auf kontroverse Positionen zu den Ursachen der Finanzkrise und zu hilfreichen Lösungsansätzen. Die Bearbeitung des Materials lässt erkennen, dass je nach Ursachenanalyse unterschiedliche Lösungsansätze sinnvoll erscheinen. Politische Debatten, so die Erkenntnis, die aus der Auseinandersetzung mit den Positionen zu ziehen sein wird, bewegen sich entlang von Konfliktlinien. Der Streit entzündet sich an Argumenten, die entlang der Konfliktlinie "Mehr Markt oder mehr Staat?" angeordnet sind. Methodische Analyse Durch die methodische Aufbereitung der Unterrichtssequenz sind die Schülerinnen und Schüler zu konzentrierter Einzelarbeit sowie zu kooperativem Austausch und zu Diskussionen angehalten. Verstehensschwierigkeiten muss auch durch problematisierende Diskussionen und Interventionen der Lehrkraft begegnet werden. Durch die Vertiefungsaufgabe (Arbeitsblatt 5) am Ende kann eine Binnendifferenzierung erfolgen. Grundsätzlich ist zu entscheiden, ob die Einheit in Form eines Lehrgangsunterrichts ablaufen soll, oder ob nach Arbeitsblatt 1 und 2 in arbeitsteiliger Gruppenarbeit unterrichtet wird. Fachkompetenz Die Schülerinnen und Schüler erweitern ihre Analysekompetenz, indem sie am Sachverhalt "Die globale Finanzkrise von 2007/2008" problemorientierte Fragen stellen, ihr fachliches Vorwissen aktivieren, sich neues Wissen aneignen und dieses nutzen, um einzelne Argumentationen in Bezug die Krisenursachen auf ihre sachliche Richtigkeit hin zu überprüfen. erweitern ihre Urteilskompetenz, indem sie erste Schritte in Richtung der Formulierung eines begründeten Sachurteils darüber gehen, ob die bereits getroffenen Maßnahmen ausreichen, die Wiederholung einer so schweren Finanzkrise zu verhindern. erweitern ihre Handlungskompetenz, indem sie durch die Kontaktierung einer beziehungsweise eines Abgeordneten am demokratischen Meinungsbildungsprozess teilhaben und die Chancen der Einflussnahme von unterschiedlichen Akteuren (Gewerkschaften, Bankenverbände, kritische Wirtschaftswissenschaftlerinnen und -wissenschaftler) auf den politischen Entscheidungsprozess untersuchen. Medienkompetenz Die Schülerinnen und Schüler erörtern kritisch die Darstellung von politischen Problemstellungen in unterschiedlichen Medien. Sozialkompetenz Die Schülerinnen und Schüler erörtern vorurteilsfrei die Stichhaltigkeit kontroverser politischer Positionen. Hier können Sie sich das Video zur Unterrichtseinheit anschauen.

  • Wirtschaft
  • Berufliche Bildung, Sekundarstufe I, Sekundarstufe II

Globalisierungsgegner

Unterrichtseinheit

Diese Unterrichtseinheit befasst sich mit sogenannten Globalisierungsgegnern, die in den Mittelpunkt des öffentlichen Interesses geraten, wenn irgendwo auf der Welt ein Gipfeltreffen von Vertretern der mächtigen Industriestaaten stattfindet.Deren lautstarke Protestveranstaltungen spielen sich seit der WTO-Tagung (World Trade Organisation) in Seattle im November 1999 regelmäßig am Rande dieser Treffen ab oder überschatten sie regelrecht aufgrund vereinzelter Gewaltanwendungen - wie zuletzt in Genua. Die Bilder der Straßenschlachten militanter Protestler mit der Polizei und der Tod eines Demonstranten sind in der Erinnerung präsenter geblieben als die offiziellen Ergebnisse des Gipfels. Heute, nach den schrecklichen Terrorangriffen auf das World Trade Center in New York am 11. September, geraten die Globalisierungsgegner erneut in die Kritik. Der italienische Ministerpräsident Silvio Berlusconi ging sogar so weit, die Demonstranten von Genua in die Nähe islamistischer Terroristen zu rücken.Die Schülerinnen und Schüler lesen sich mithilfe des Basistextes in die aktuelle Diskussion ein und formulieren erste Fragen. recherchieren, wer James Tobin war, und versuchen mit Hilfe von Wirtschaftslexika, seine Thesen nachzuvollziehen. bilden sich eine eigene Meinung zu den Globalisierungsgegner. nehmen gegebenenfalls Kontakt zu diesen auf und laden einen Experten in den Unterricht oder in einen Chat ein. Doch dies sind zwei grundlegend unterschiedliche Perspektiven, die nicht miteinander zu vergleichen sind. Denn die Kritik der Globalisierungsgegner richtet sich vor allem symbolisch aus der Mitte der westlichen Industriestaaten gegen "unkontrollierte" Kapitalströme, Klimaveränderungen oder die Ausbeutung von Arbeitern und die Schädigung der Umwelt in Drittweltstaaten durch international operierende Konzerne. Die Terroristen jedoch ziehen derartige Ungerechtigkeiten als Begründung für ihre Angriffe auf die Bevölkerung, die Politiker und die Institutionen in eben diesen Staaten heran. Die kritische Auseinandersetzung mit der eigenen Gesellschaft wie mit der Weltgesellschaft ist etwas anderes als ein terroristischer Angriff von außen, auch wenn sich das "Innen" und "Außen" in einer globalisierten Welt zumindest nach nationalstaatlichen Kriterien nicht mehr voneinander unterscheiden lässt. Zustimmung aus der Bevölkerung? Dies gilt insbesondere für den Anschlag auf das World Trade Center, der vor allem als ein Angriff auf ein Symbol des Wohlstandes (einiger weniger), den Kapitalismus und die Arroganz des reichen Westens gesehen werden kann. Ähnlich argumentieren auch die Globalisierungsgegner, die für eine gerechtere Verteilung des Reichtums auf der Welt plädieren. Auch sie haben immer wieder auf handfeste Weise die Symbole des globalisierten Kapitalismus wie Banken, McDonalds- oder GAP-Filialen angegriffen. Im Gegensatz zu den Terroristen können sie sich aber auf Zustimmung aus der Bevölkerung berufen, die auf einem diffusen Gefühl von Verunsicherung und Machtlosigkeit in einer vernetzten Welt mit global agierenden und politisch nicht kontrollierten Akteuren beruht. Darüber hinaus sind die Aktionen der Globalisierungsgegner auf einen Dialog mit eben diesen Akteuren aus Wirtschaft und Politik ausgerichtet, womit eine demokratische Kontrolle von Globalisierungsprozessen gewährleistet werden könnte, die von Parlamente oder durch Gesetze längst nicht mehr hinreichend realisiert wird. Gleichwohl stellt sich nach dem 11. September die Frage der Legitimität der Aktionen der Globalisierungsgegner. Globale Gerechtigkeit Die Gegner des Globalisierungsprozesses sind im Grunde nicht sehr bekannt. Dies liegt vor allem daran, dass sie sich aus einer Vielzahl von Splittergruppen zusammensetzen, die weder über eine klare Organisationsstruktur noch über einheitliche Ziele oder Führungspersönlichkeiten verfügen: Gewerkschaften, Friedensbewegte, ökologisch Engagierte - es ist ein wenig die Fortführung der sozialen Bewegungen der 80er Jahre unter dem Motto: "Globale Gerechtigkeit". Was die verschiedenen Gruppen trotz aller Unterschiedlichkeit eint, ist die Tatsache, dass sie sehr wohl die Globalisierung wollen, wenn auch eine andere, gerechtere und vor allem kontrollierte. Daher ist auch der Begriff "Globalisierungsgegner", der eigenartigerweise von der Bewegung selbst übernommen wurde, im Grunde unzutreffend. Die "Bewegung" ist im Großen und Ganzen jedoch zu vielschichtig und vielgestaltig, als dass sie EIN genaues Ziel formulieren könnte. Man kann es vielleicht auf den Nenner bringen: mehr politische und weniger ökonomische Globalisierung, also das Primat demokratischer Politik über der Gesetzmäßigkeit des Marktes. Association pour une Taxe Tobin d'Aide aux Citoyens Die herausragende Vereinigung mit dem größten Bekanntheitsgrad ist Attac, ein Zusammenschluss von Gewerkschaftern, Bürgerbewegungen und Medien, der 1998 in Frankreich als Reaktion auf die asiatische Finanzkrise gegründet wurde. ATTAC steht für "Association pour une Taxe Tobin d'Aide aux Citoyens", zu deutsch "Vereinigung für die Devisenumsatzsteuer im Interesse der Bürger". Die Idee, die im Namen zum Ausdruck kommt, ist die Einführung einer "internationalen Solidaritätssteuer", die so genannte Tobin Tax (benannt nach dem Nobelpreisträger James Tobin). Diese Steuer auf finanzielle Transaktionen soll der fortschreitenden Liberalisierung der Kapitalmärkte entgegenwirken. Neben diesem wichtigsten Ziel geht es den Mitgliedern von ATTAC außerdem um einen freien Zugang der Entwicklungsländer zu den geschützten Agrarmärkten der Industrieländer, um den Schuldenerlass für die Entwicklungsländer, die Schließung von Steuerparadiesen und die Fortführung des Kioto-Protokolls. Schließlich lehnen sie auch eine Welt des Markenwahns ab, wie sie Naomi Klein in ihrem Buch "No Logo" beschreibt. Berühmte Mitglieder Die anfangs kleine Gruppe wuchs schnell über die Grenzen Frankreichs hinaus. Heute ist sie ein Zusammenschluss verschiedener Vereinigungen unterschiedlicher Länder, die alle miteinander in Kontakt stehen. Vorwiegend wird per E-Mail kommuniziert. In Deutschland, wo es ATTAC erst seit einem Jahr gibt, zählen Oskar Lafontaine, Gregor Gysi, Konstantin Wecker und die Dienstleistungsgewerkschaft ver.di zu den prominenten Mitgliedern. Auch der französische Staatschef Lionel Jospin bekundete seine Sympathie mit den Zielen der Vereinigung. Insgesamt haben diese Bekundungen aber seit dem 11. September bei sehr vielen Sympathisanten deutlich nachgelassen. Die Verunsicherung angesichts des Terrors ist groß - auch gegenüber den Globalisierungsgegnern, obwohl diese offiziell mit anderen Mitteln gegen die "Macht der Konzerne" kämpfen: Sie sind der Ansicht, dass Entwicklungshilfe und der Kampf gegen internationale Ungleichheit das beste Mittel gegen Terrorismus sind. Globalisierung ist kein Schicksal Gleichwohl wird sie in Zukunft nicht mehr so stark mit anti-amerikanischen Ressentiments mobil machen können. Obwohl die Bewegung schon oft für tot erklärt wurde, arbeitet sie weiter - auch nach dem 11. September. Der ATTAC-Kongress in Berlin am 22.10.01 fand unter dem Motto "Globalisierung ist kein Schicksal ... Eine andere Welt ist möglich!" statt. Die Argumente und Herangehensweisen der Bewegung bleiben dennoch diffus; "Wir sehen uns in der Tradition des zivilen Ungehorsams der sozialen Bewegungen. Wir halten symbolische Gesetzesübertretungen für legitim", so Felix Kolb, Pressesprecher von ATTAC Deutschland. Gewalt lehne die Bewegung aber ab. Was hat sich geändert? Heute wird diese zunehmende Vernetzung - kurz: Globalisierung - nicht mehr durchweg positiv bewertet. Nicht nur Einzelne fürchten, sie könnten Verlierer einer sich anscheinend automatisch vollziehenden Entwicklung sein. Sondern auch ganze Organisationen machen zunehmend gegen die Globalisierung Front. Warum aber fühlen sich mehr und mehr Menschen von einer weitgehend friedlich stattfindenden Entwicklung bedroht? Warum empfinden die einen diese Entwicklung als Chance, während andere sie mit Angst erwarten? Sind die einen naiv und zuversichtlich, die anderen paranoid und nationalistisch? Welche Rolle spielt die Politik noch, und wie argumentieren Organisationen wie Attac? Didaktische Überlegungen Um diese Fragestellungen soll es im Unterricht gehen. Eike Hebecker und Katrin Schaumann von politik-digital haben Links zusammengestellt, die den SchülerInnen bei der Auseinandersetzung mit der Perspektive der GegnerInnen helfen. Zunächst scheint jedoch die Klärung der Frage angebracht, was Globalisierung ist. Dafür eignet sich insbesondere die Website der VENRO-Europakampagne, die Hintergrundinformationen und Materialien für den Unterricht bietet. Am Ende der Unterrichtssequenz sollten die SchülerInnen in der Lage sein, sich eine eigene Meinung zu den GlobalisierungsgegnerInnen bilden zu können: Handelt es sich um eine große Gruppe von Menschen, die kein Verständnis für ökonomische Zusammenhänge haben? Verstehen diese Leute nicht, dass ein Großteil unseres Wohlstandes Ergebnis des weltweiten Handels ist? Oder sind sie gar die letzten Vernünftigen, die die Konsequenzen von ökologischem Raubbau und Leben auf Kosten der Armen zu Recht immer wieder in die Diskussion bringen? Haben vielleicht nur sie erkannt, dass man notfalls zu drastischen Mitteln greifen muss, um zum Wohle aller noch etwas zu ändern?

  • Politik / WiSo / SoWi
  • Sekundarstufe II

Betriebliche Mitbestimmung

Unterrichtseinheit
14,99 €

In dieser Unterrichtseinheit erhalten die Schülerinnen und Schüler in der Anfangsphase der Ausbildung wichtige Wissensbausteine im Themenkontext Arbeitnehmerrechte. Diese Unterrichtseinheit thematisiert die betriebliche Mitbestimmung in der Bundesrepublik Deutschland. Gegenstand ist zunächst das Betriebsverfassungsgesetz als rechtliche Grundlage für das Verhältnis zwischen Arbeitgeber und Belegschaft. Die Schülerinnen und Schüler erarbeiten die Rechte und Aufgaben des Betriebsrats , die Regeln der Betriebsratswahl sowie Aspekte der Betriebsratstätigkeit in der betrieblichen Praxis . Im Anschluss setzen sie sich mit der Jugend- und Auszubildendenvertretung (JAV) auseinander. Es folgt ein Vergleich zwischen Deutschland und einigen anderen europäischen Ländern im Hinblick auf den Stellenwert der betrieblichen Mitbestimmung. Daraufhin untersuchen die Lernenden die Ursachen für das häufige Fehlen eines Betriebsrats bei bestimmten Typen von Betrieben. Zuletzt beleuchten sie verschiedene Arbeitgeber-Perspektiven zum Thema betriebliche Mitbestimmung. Der Einsatz dieser Einheit eignet sich zu Beginn des ersten Ausbildungsjahres im Anschluss an eine Unterrichtsreihe zum Thema "Ausbildung im dualen System" . Ebenfalls auf Lehrer-Online finden Sie eine Klausur samt Lösungen und Bewertungsschema zum Thema "Arbeitnehmerrechte" sowie ein Quiz zum Thema " Betriebliche Mitbestimmung und Gewerkschaften ". Diese – in allen Berufsschulformen einsetzbare – Unterrichtseinheit macht die betriebliche Mitbestimmung in der Bundesrepublik Deutschland transparent und vermittelt somit in der Anfangsphase der Ausbildung wichtige Wissensbausteine im Themenkontext Arbeitnehmerrechte. Aufbau der Einheit und Themenschwerpunkte In der ersten von fünf Unterrichtsstunden erarbeiten die Schülerinnen und Schüler zentrale Aspekte der Betriebsratstätigkeit auf der Grundlage des Betriebsverfassungsgesetzes. Die Jugend- und Auszubildendenvertretung (JAV), das Thema der zweiten Unterrichtsstunde, ist für die Ausbildungspraxis von besonderer Relevanz. In der dritten Stunde der Unterrichtseinheit vergleichen die Schülerinnen und Schüler das deutsche Mitbestimmungsmodell mit anderen europäischen Ländern und erkennen teils große konzeptionelle Unterschiede, die sie bewerten. Die Kategorisierung von Betrieben ohne Betriebsrat ist Gegenstand der vierten Unterrichtsstunde. Schließlich setzen sich die Schülerinnen und Schüler in der fünften Stunde der Unterrichtseinheit mit zwei konträren Arbeitgeber-Positionen zum Thema Betriebsrat auseinander. Methodische Hinweise Die Module dieser Unterrichtseinheit fördern die Aktivität der Schülerinnen und Schüler in unterschiedlichen Sozialformen. Dabei hängt die methodische Gestaltung von den jeweiligen inhaltlichen Schwerpunkten und der Materialbasis ab. Zur Bearbeitung der meisten Aufgaben bieten sich kooperative Arbeitsformen an, die einen themenbezogenen Austausch mit anderen Lernenden fördern und somit die Qualität der Ergebnisse steigern. Für den Lernzuwachs sind die anschließenden Plenumsphasen von zentraler Bedeutung: In diesen findet die Präsentation und Auswertung der Arbeitsergebnisse mit der gesamten Lerngruppe statt. Fachkompetenz Die Schülerinnen und Schüler kennen wesentliche Bestimmungen des Betriebsverfassungsgesetzes. lernen die Rechte und zentralen Aufgaben eines Betriebsrats kennen. kennen die Regeln der Betriebsratswahl. beschreiben die typischen Betriebsratstätigkeiten in der betrieblichen Praxis. kennen die Funktion sowie die Regeln zur Bildung einer Jugend- und Auszubildendenvertretung. bewerten den Stellenwert betrieblicher Mitbestimmung in Deutschland im europäischen Vergleich. benennen häufige Gründe für das Fehlen eines Betriebsrats bei bestimmten Typen von Betrieben. kennen verschiedene Haltungen von Arbeitgebern zum Thema betriebliche Mitbestimmung. Sozialkompetenz Die Schülerinnen und Schüler übernehmen bei Partnerarbeit und Gruppenarbeit Verantwortung für das Teamergebnis. vertreten sachlich begründete Standpunkte, hören anderen zu und diskutieren fair. präsentieren Arbeitsergebnisse im Plenum.

  • Politik / WiSo / SoWi
  • Berufliche Bildung

Kinderarmut – Gefahr für ein gutes Leben in Deutschland?!

Unterrichtseinheit
14,99 €

Diese Unterrichtseinheit beschäftigt sich mit dem Thema "Kinderarmut". Gezielte Informationsrecherchen, Auswertungs- und Präsentationsaufgaben führen nicht nur zu einem vertieften Verständnis des Themas, sondern setzen Impulse zum Handeln. In Deutschland ist jedes fünfte Kind von Armut betroffen. Kinderarmut bedroht dabei auch die Kinderrechte , denn jedes Kind hat das Recht, gut leben zu können. Dazu gehört auch ein angemessener Lebensstandard. Diese Unterrichtseinheit sensibilisiert die Lernenden für die Themen relative und absolute Armut und setzt Impulse zum Handeln. Sie setzen sich damit auseinander, welche Bereiche des alltäglichen Lebens Armut betreffen kann und diskutieren, wie armutsbetroffene Menschen auf der Welt unterstützt werden können. Die Unterrichtseinheit folgt dem Prinzip des integrierten Deutsch-Unterrichts und nutzt digitale Medien zur Recherche und für die Präsentation von Ergebnissen. Dabei stellen die vielfältigen Möglichkeiten der schnellen, umfassenden, die Fächergrenzen überschreitenden Informationsbeschaffung eine Bereicherung der klassischen Unterrichtssituation mit Printmedien (Lehrbuch, Textkopien et cetera) dar. Darüber hinaus ermöglichen sie einen hohen Grad an Differenzierung im Unterricht, so dass die Lehrkraft die Schülerinnen und Schüler individuell fordern und fördern kann. Das Thema Kinderarmut im Unterricht Voraussetzung für das Gelingen der Unterrichtseinheit ist ein sicherer Umgang mit der Technik und eine sorgfältige, gut durchdachte Vorbereitung. Hierfür sollte sich die Lehrkraft ihr eigenes Vorwissen zum Thema Kinderarmut und Kinderrechte bewusst machen und dieses gegebenenfalls durch zusätzliche Informationen erweitern und vertiefen. Geeignet hierfür sind zum Beispiel die Informationsseite der logo!-Kindernachrichten , die des Deutschen Kinderhilfswerks oder die der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft . Vorkenntnisse Die Schülerinnen und Schüler müssen sicher mit einem digitalen Endgerät umgehen können und über Grundkenntnisse im Recherchieren und Präsentieren verfügen. Kompetenzen im Umgang mit Sachtexten, inklusive Diagramm, Foto und Film, sind ebenfalls erforderlich. Didaktische Analyse Kinderarmut betrifft längst nicht mehr nur die so genannte Dritte Welt beziehungsweise den globalen Süden. Auch in Deutschland sind immer mehr Kinder von Armut betroffen oder armutsgefährdet. Hauptziel der Unterrichtseinheit ist es, den Blick für Armut und Reichtum weltweit zu schärfen, aber auch bewusst zu machen, was dagegen getan wird und werden kann. Im Rahmen dieser pädagogischen Zielsetzung strebt die Unterrichtseinheit die Förderung fachdidaktische Kompetenzen an: Die Lernenden nutzen Medien als Informationsquelle und beurteilen sie, wenden Lesestrategien an (überfliegendes, orientierendes Lesen, selektives Lesen, gründliches Lesen) und stellen ihre Erkenntnisse selbstständig und systematisiert dar. Dabei beschreiben und vergleichen sie eigene und fremde Lebenswelten. Sie nutzen das neu erworbene Wissen, zum Beispiel für einen Vortrag auf dem nächsten Elternabend, der mit einem Appell zum Handeln endet, etwa einer Spendenaktion. Methodische Analyse Methodisch orientiert sich die Unterrichtseinheit an den Prinzipien des kooperativen Lernens, insbesondere durch den Wechsel von Einzel-, Partner- und Plenumsarbeit. Durch eigene Textproduktion (schriftlich und mündlich) wird der domänenspezifische Wortschatz, der in den Texten unterschiedlichen Schwierigkeitsgrads auftritt, erweitert und gefestigt. Die Recherche im Internet erfolgt zielgerichtet, da sie von selbst gestellten Fragen ausgeht. Die Verarbeitung und Präsentation der Ergebnisse erfolgt handlungsorientiert. Bei den Rechercheaufgaben werden Niveaudifferenzierungen angeboten, so dass sowohl stärkere als auch schwächere Lernerinnen und Lerner sowie verschiedene Lernstile angesprochen werden. Fachkompetenz Die Schülerinnen und Schüler formulieren Fragen zu einem Thema. entnehmen Informationen aus unterschiedlichen Sach- und Gebrauchstexten. stellen erworbenes Wissen selbstständig und geordnet dar. Medienkompetenz Die Schülerinnen und Schüler nutzen altersgemäße Internetseiten als Informationsquelle. nutzen einen Film als Informationsquelle. reflektieren die Gestaltung von Websites sowie eines Films. Sozialkompetenz Die Schülerinnen und Schüler kooperieren in verschiedenen Sozialformen. vergleichen eigene und fremde Lebenswelten. entwickeln Empathie und Verantwortungsbewusstsein.

  • Religion / Ethik / Fächerübergreifend
  • Sekundarstufe I
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