Unterrichtsmaterialien zum Thema " Nachhaltigkeit"

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Der Öl- und Energieschock 2005

Unterrichtseinheit

Die Auswirkungen des Hurrikans "Katrina" haben gezeigt, wie abhängig die Weltwirtschaft vom Erdöl ist und wie schnell Verbraucher weltweit Energieengpässe zu spüren bekommen. Langfristig müssen sie sich darauf einstellen, dass niedrige Ölpreise eines Tages Geschichte sein werden.Der Hurrikan "Katrina" verwüstete nicht nur weite Teile der amerikanischen Golf-Küste und forderte zahlreiche Menschenleben, er beschädigte auch wichtige Ölförderanlagen und Raffinerien im Süden der USA. Die Folgen waren selbst im fernen Europa deutlich zu spüren. Innerhalb von wenigen Tagen stieg der Rohölpreis auf den internationalen Märkten dramatisch. Vor allem die Autofahrer mussten an den Zapfsäulen deutlich höhere Preise bezahlen als noch vor "Katrina". Diese Verkettung zeigt, wie abhängig die industrialisierten Staaten von dem Energieträger Öl sind und wie schnell sich lokale Ereignisse in einer globalisierten Welt auf die Wirtschaft in weit entfernten Ländern auswirken können. In Deutschland hat die Entwicklung des Rohölpreises eine weitere Komponente, die bei den Verbrauchern für zusätzlichen Unmut sorgt: Die Gaspreise sind an den Ölpreis gekoppelt. Viele Energieversorger haben daher angekündigt, ihre Preise abermals kräftig erhöhen zu wollen. Die Schülerinnen und Schüler sollen sich über die Entwicklung des Ölpreises informieren. die Faktoren kennen lernen, die die Preisentwicklung beeinflussen. sich der stetig wachsenden Öl-Nachfrage auf dem Weltmarkt und der daraus resultierenden Konsequenzen bewusst werden. die weltweiten Ursachen und Auswirkungen der Öl-Nachfrage, die Alternativen zu fossilen Brennstoffen und die individuelle Verantwortung für den Umgang mit Rohstoffen diskutieren. das Internet als Informations- und Recherchemedium nutzen. Die Nachfrage bestimmt den Preis Kurz nach "Katrina" erreichte der Preis für ein Barrel (159 Liter) Rohöl auf dem für Europa maßgeblichen Markt in Rotterdam mit rund 71 Dollar einen neuen Höchststand. Zum Vergleich: Vor dem Wirbelsturm kostete er ungefähr 64 Dollar, und vor einem Jahr lag der Preis sogar bei nur 45 Dollar. Die Preise schnellten derart in die Höhe, weil der Wirbelsturm etwa ein Zehntel der Raffineriekapazitäten der USA zerstört oder außer Betrieb gesetzt hat. Außerdem liegen nach dem Hurrikan über 90 Prozent der US-Förderung im Golf von Mexiko brach, laut US-Regierung etwa ein Viertel der gesamten amerikanischen Fördermenge. "Katrina" hat kurzfristig zu einer Knappheit von Öl-Produkten wie Benzin oder Heizöl geführt und eine Energiekrise ausgelöst. Weil die USA durch den Ausfall ihrer Anlagen nicht genug Öl fördern und raffinieren konnten, mussten die USA in Rotterdam große Mengen Öl und Benzin einkaufen, um ihren Bedarf zu decken. Aufgrund dieser stark erhöhten Nachfrage stieg der Preis auf dem europäischen Markt so schnell. Diese Entwicklung hatte auch Folgen für die deutschen Autofahrer, denn der Spritpreis explodierte geradezu - ein Liter Super-Benzin kostet im Durchschnitt glatte 12 Cent mehr als vor "Katrina". Der Dieselpreis stieg immerhin um drei Cent. Damit mussten die Autofahrer nach "Katrina" rund 1,47 Euro für den Liter Super, 1,44 für den Liter Normalbenzin und rund 1,19 Euro für einen Liter Diesel bezahlen - Rekordpreise in Deutschland. Als sich der Hurrikan "Rita" ankündigte, drohte eine ähnliche Entwicklung, doch er sorgte glücklicherweise für weniger Zerstörungen als im Vorfeld befürchtet und nicht für neue Preisrekorde. Ölreserven sollen den Markt entlasten "Wir wissen nicht, wie lang und wie schwer die Krise sein wird", warnte der Chef der Internationalen Energieagentur (IEA) Claude Mandil. Er schätzte den Ausfall auf den Weltmärkten auf zwei Millionen Barrel pro Tag. Die Krise auf dem Benzin- und Heizölmarkt sei so schwerwiegend, dass die IEA habe eingreifen müssen, betont Mandil. Die USA hatten nämlich bei der IEA beantragt, Teile der internationalen Ölreserven in den Markt zu bringen und so zu verhindern, dass die Preise weiter stiegen. Die IEA folgte diesem Antrag und setzte erstmals seit der Ölkrise im Jahr 1991 ihre Notfallplanung in Gang und warf Teile der strategischen Ölreserven auf den Markt. 26 Staaten, darunter Deutschland, Frankreich, Spanien und Italien, erklärten sich bereit, insgesamt zwei Millionen Barrel pro Tag aus ihren Reserven zur Verfügung zu stellen. Diese Freigabe ist zunächst auf einen Monat befristet, könnte aber verlängert werden. US-Energieminister Samuel Bodman erklärte, die US-Regierung werde weitere 30 Millionen Barrel an eigenen Reserven freigeben. Ölvorräte für den Krisenfall Diese strategische Reserve für Krisenfälle regelt in Deutschland das so genannte Erdölbevorratungsgesetz. Demnach muss der Erdölbevorratungsverband (EBV) mit Sitz in Hamburg Benzin, Kerosin, Diesel und schwere Heizöle in so großer Menge lagern, dass die bundesdeutschen Verbraucher 90 Tage davon zehren können. Insgesamt lagern nach EBV-Angaben in Deutschland rund 25 Millionen Tonnen Rohöl und raffinierte Öl-Produkte. Wieviel Spielraum hat die OPEC? Nicht nur wegen der Auswirkungen der Wirbelstürme will die Organisation Erdöl exportierender Länder (OPEC) ihre Förderung um zwei Millionen Barrel pro Tag erhöhen. Diese Menge könne ab dem 1. Oktober 2005 geliefert werden, wenn der Bedarf bestehe, so der libysche Ölminister auf einem OPEC-Treffen am 20. September 2005 in Wien. Zugleich haben die Ölminister allerdings beschlossen, die offizielle Fördergrenze von 28 Millionen Barrel pro Tag unverändert zu lassen. Experten bezweifeln allerdings, dass dieser Beschluss tatsächlich dazu führen wird, dass die OPEC-Länder mehr Öl fördern. Sie halten diesen Beschluss lediglich für eine symbolische Geste der OPEC, die die nervösen Ölmärkte beruhigen soll. Nach Angaben von Claude Mandil verfüge die Organisation gar nicht über Reservekapazität von zwei Millionen Barrel pro Tag: Die meisten Ölländer produzierten bereits am Rande ihrer Möglichkeiten. Prognosen sagen langfristigen Anstieg voraus Experten rechnen damit, dass der Rohölpreis etwas nachgeben wird sobald die Schäden in den USA behoben sind. Langfristig rechnet man aber, dass der Rohölpreis kräftig steigen wird. Die Experten begründen dies vor allem mit dem hohen Rohöl-Bedarf der USA und der Volksrepublik China. Auch Indien entwickelt sich zu einem Industriestaat, der ernorme Mengen Öl benötigt. Peak-Oil: Nach der Spitze kommt der Abfall Allerdings sorgt nicht nur die steigende Nachfrage für steigende Preise, auch die Ölförderung selbst wird in absehbarer Zeit zu einer noch teureren Angelegenheit werden. Geologen weisen bereits seit längerem auf das Phänomen des so genannten Peak-Oil hin, das die maximale Förderkapazität eines Ölfeldes markiert. Sobald dieser Gipfel einmal überschritten ist, sinkt die Förderung beständig. Denn je mehr aus einem Ölvorkommen abgepumpt wird, desto geringer wird auch der Druck. Die Folge ist, dass die Ölförderung immer schwieriger und energieaufwändiger wird - und damit teurer. Der Geologe M. King Hubbert hat dieses Phänomen bereits im Jahre 1956 zum ersten Mal beschrieben und die Förderspitze der US-Ölfelder für Anfang der siebziger Jahre vorausgesagt: Und tatsächlich erreichte 1971 die Ölförderung in 48 US-Bundesstaaten ihren Höhepunkt. Wann der weltweite Peak Oil erreicht wird, ist unter den Experten umstritten. Während mache Geologen warnen, dass er bereits erreicht sei, rechnen die Experten der "Association for the Study of Peak Oil and Gas" (ASPO) damit, das es im Jahr 2008 soweit sei. Gewissheit wird ohnehin erst dann herrschen, wenn der weltweite Höhepunkt überschritten ist: Dann wird das Angebot kontinuierlich sinken, während gleichzeitig die Nachfrage ständig steigen wird. Ist dieser Punkt erreicht, werden die Rohölpreise in bislang nicht erreichte Höhen schnellen: der Ölexperte Matthew Simmons, er berät die US-Regierung in Energiefragen, rechnet damit, dass man sich auf einen Ölpreis von 200 bis 250 Dollar pro Barrel einstellen kann. Statistik belegt deutlichen Preisanstieg Das Bundesamt für Statistik hat errechnet, dass die Bundesbürger im August 2005 für leichtes Heizöl fast 35 Prozent mehr bezahlen mussten als im August 2004, Kraftstoffe kosteten immerhin 9,1 Prozent mehr. Auch andere Haushaltsenergien verteuerten sich überdurchschnittlich: Preise für Gas, Zentralheizung und Fernwärme erreichten mit einem Anstieg um 10,8 Prozent beziehungsweise 17,6 Prozent Jahreshöchststände. Die Kosten für Strom kletterten seit Anfang des Jahres um 4,4 Prozent. Gaspreis ist abhängig vom Öl Die wichtigste Ursache für die Entwicklung des Gaspreises ist schnell gefunden: Die Kosten für den Import von Erdgas nach Deutschland sind seit Beginn der ersten Gaslieferungen nach Deutschland in den 60er Jahren an den internationalen Ölpreis gekoppelt. Der Gaspreis folgt seitdem mit einem gewissen zeitlichen Abstand der durchschnittlichen Entwicklung der Rohölpreise: Wird Öl teurer, steigen mit einigem Abstand auch die Gaspreise. Mit dieser freiwilligen, nicht gesetzlich verankerten, Regelung in den Verträgen zwischen ausländischen Produzenten und den deutschen Importeuren wollte man damals sicherstellen, dass sich die Investitionen in die Erdgas-Förderung und -Infrastruktur für den zu dieser Zeit neuen Energieträger lohnten. Abzocke oder langfristiger Schutz? Nicht erst nach dem durch Katrina ausgelösten Ölpreisschock fordern Politiker aller Parteien, diese Bindung endlich aufzuheben. Auch Ulf Böge, der Chef des Bundeskartellamtes, findet diese nicht mehr zeitgemäß. Gas sei ein eigenständiger Markt und im Ölpreis stecke "ein hohes Potenzial an Spekulation". "Das schlägt auf die Gaspreise durch, auch wegen dieser Koppelung." Wenn die Stadtwerke wegen hoher Ölpreise die Kosten fürs Gas erhöhten, sei das "oft nicht nachvollziehbar". Die deutsche Gaswirtschaft verteidigt die Regelung dagegen und bezeichnet sie als "wirksamen Verbraucherschutz". Die Ölpreisbindung schütze gegen überzogene Forderungen der Produzenten und biete den deutschen Importeuren Sicherheit für die Bezüge. Zudem würden dadurch die Investitionen der Importländer in die Erdgasförderung abgesichert, betont der Bundesverband der deutschen Gas- und Wasserwirtschaft. Allerdings dürfen sich die Versorger nicht unbegrenzt bei ihren Kunden bedienen: auf dem deutschen Gasmarkt herrscht noch kein Wettbewerb. Die regionalen Gasversorger besitzen eine Monopolstellung weil die Gaskunden ihren Anbieter nicht wechseln können. die Energieanbieter müssen die Preise nach "billigem Ermessen" festgelegen - so steht es im Paragraf 315 des Bürgerlichen Gesetzbuches (BGB). Der Versorger darf seine Gewinne also nicht willkürlich heraufsetzen, er darf aber Erhöhungen seiner Einkaufspreise an seine Kunden weitergeben. Um das zu überprüfen, müssten die Kunden allerdings Einblick in die Kalkulation der Gasversorger erhalten, bislang haben das aber alle Unternehmen verweigert. Doch die deutschen Verbraucherzentralen beobachten die Entwicklung der Energiepreise im Allgemeinen und die der Gaspreise im Besonderen schon seit einiger Zeit ganz genau. Verbraucher werden aktiv Nach den massiven Preissteigerungen im letzten Jahr haben sie die Gaskunden dazu aufgerufen, sich die angebliche Preistreiberei der Energieversorger nicht gefallen zu lassen und die Erhöhungen unter Berufung auf Paragraf 315 BGB nicht zu bezahlen. Um diese Preisfrage endgültig zu klären, haben sich zum Beispiel 52 Hamburger Gaskunden zu einer Sammelklage entschlossen und wehren sich nun mit Unterstützung der Verbraucherzentrale in Hamburg gerichtlich gegen die Preiserhöhungen des Energieriesen E.on Hanse. Das Unternehmen hatte den Gaspreis im Laufe des Jahres 2004 drei Mal um insgesamt 25 Prozent erhöht und dies mit den gestiegenen Ölpreisen begründet. In ihrer Musterklage argumentieren die Kunden, dass es in den Verträgen mit den Kunden gar keine Ölpreisbindung gebe, auch seien die Einkaufspreise auf den internationalen Märkten nicht gestiegen. Bundesweit wird geschätzt, dass sich eine halbe Million Gaskunden den Preisanhebungen ihrer Energieversorger verweigert haben. Anfang September 2005 konnten die Hamburger Musterkläger einen ersten Etappensieg verbuchen: Das Landgericht Hamburg hat entschieden, dass sich die Kunden zu Recht gegen die Preiserhöhung wehren, der Hinweis auf die Koppelung des Gaspreises an den gestiegenen Ölpreis reiche als Begründung nicht aus. E.on Hanse habe im Hamburger Raum faktisch eine Monopolstellung und sei daher dazu verpflichtet, die Kalkulation in der Verhandlung offen zu legen. Das Gericht ist der Meinung, dass die Verbraucher nur so überprüfen können, ob die erhöhten Gaspreise angemessen seien. Die endgültige Entscheidung soll aber erst am 8. Dezember verkündet werden. Das Unternehmen kündigte allerdings an, bei einer Niederlage in Berufung zu gehen; auch die Verbraucherzentrale will sich notfalls durch alle Instanzen klagen. Keine Rezession, aber auch kein Konsum "Eine Rezession sehe ich im Moment nicht aufziehen", meint etwa Torsten Schmidt vom Essener Wirtschaftsforschungsinstitut RWI. Das ohnehin nur moderate Wirtschaftswachstum in Deutschland werde allerdings durch den Kaufkraftentzug spürbar gedämpft. Ähnlich sieht das Bernd Gottschalk, der Präsident des Verbandes der Automobilindustrie, der schätzt, dass den Autofahrern in Deutschland durch die Verteuerung von Benzin und Diesel in den ersten acht Monaten des Jahres insgesamt rund vier Milliarden Euro in den Haushaltskassen fehlten. Durch den kräftigen Preisschub könnte das erwartete Überspringen des auf dem Export basierenden Wachstum auf den Konsum ausbleiben. Das Statistische Bundesamt gab bereits bekannt, dass sich der Verbraucherpreisindex in Deutschland im September 2005 gegenüber September 2004 voraussichtlich um 2,5% erhöht hat und im Vergleich zum Monat August noch einmal um 0,4 Prozent stieg. Ein Grund dafür sind die Preise für Heizöl und Kraftstoffe, die im September erneut anstiegen. In den zur Schätzung herangezogenen sechs Bundesländern war Heizöl zwischen 36,4 und 45,4 Prozent teurer als im Vorjahr, die Kraftstoffpreise stiegen im Vergleich dazu zwischen 15,3 und 19,4 Prozent. Wachstumsprognose für Eurozone gesenkt Nach Auffassung von Otmar Issing, er ist Chefvolkswirt der Europäischen Zentralbank (EZB) in Frankfurt, bedroht der hohe Ölpreis die allgemeine Preisentwicklung im Euroraum, das heißt in den Staaten, die den Euro als Währung eingeführt haben. Allerdings könne die EZB nichts gegen die unmittelbaren Wirkungen der höheren Ölpreise auf das gesamte Preisniveau tun. "Wir müssen aber verhindern, dass es nach dem Ölpreisschock zu einer Lohn-Preis-Spirale kommt", also zu einer Anhebung der Löhne, sagte Issing in einem Interview mit dem Anlegermagazin "Börse Online". Bislang beobachte die EZB eine derartige Entwicklung nicht. Aufgrund der höheren Ölpreise hatte die EZB ihre Wachstumsprojektionen für die Wirtschaft in der Eurozone gesenkt und die so genannten Inflationsprojektionen für 2005 und 2006, das heißt wie stark die Preise in diesem Zeitraum steigen könnten, angehoben. In dem Interview begründete Issing die allerdings vergleichsweise geringen Auswirkungen des gestiegenen Ölpreises auf die heimische Konjunktur damit, dass "sich die Abhängigkeit vom Öl im Vergleich zu den Preisschocks der siebziger Jahre über geringeren Verbrauch und alternative Energien halbiert hat". heute.de: Hoher Ölpreis belastet Kauflaune Die Konsumklimastudie des Nürnberger Marktforschungsinstituts GfK weist auf die weiter schwache Binnennachfrage hin (28.09.2005). Gesellschaft für Konsumforschung (GfK) Aktuelle Daten zum Konsumklima und Pressemitteilungen beleuchten das Wirtschaftsverhalten der Verbraucher in Deutschland.

  • Politik / WiSo / SoWi
  • Sekundarstufe I, Sekundarstufe II

Nachwachsende Rohstoffe und Klimaschutz

Unterrichtseinheit

Rohstoffe, die nachwachsen. Das klingt vielversprechend. Aber können diese Rohstoffe die Erwartungen an sie erfüllen? Wie sieht zum Beispiel die CO2-Bilanz aus? Dieser WebQuest, der im Rahmen des Ch@t der Welten von InWEnt in Kooperation mit der Universität Frankfurt entwickelt wurde, lässt Schülerinnen und Schüler gezielt nachforschen.Der globale Klimawandel gilt als eine der größten Herausforderungen unserer Zeit. Der weltweite Temperaturanstieg und die Zunahme von Fluten, Dürren und Stürmen sind Anzeichen dieses Klimawandels. Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler gehen heute davon aus, dass die vergleichsweise rasche Erwärmung der Erdatmosphäre auf den vermehrten Ausstoß von Kohlendioxid durch die Verwendung von fossilen Brennstoffen, wie zum Beispiel Kohle, Erdöl und Erdgas, zurückzuführen ist. Welche Bedeutung kommt in diesem Zusammenhang den so genannten Nachwachsenden Rohstoffen (NAWARO) zu? Welche Chancen bringen NAWARO für die Landwirtschaft in Deutschland und für Entwicklungsländer und welche Folgen bringt ein vermehrter Einsatz von NAWARO für die Umwelt mit sich? Erkunden Sie die Zusammenhänge, Wechselwirkungen und Folgen des Einsatzes Nachwachsender Rohstoffe mithilfe dieses WebQuest. Zielsetzung und Ansatz des WebQuests Dieser WebQuest leitet die Schülerinnen und Schüler auf ausgewählte Internetseiten zum Thema "Nachwachsende Rohstoffe und Klimaschutz ". Durch die vorher sorgfältig ausgewählten Quellen werden die Lernenden zum einen schneller zu relevanten Informationen geleitet, zum anderen wird verhindert, dass sie sich im WorldWideWeb "verirren". Aufbau des WebQuests Der WebQuest "Nachwachsende Rohstoffe und Klimaschutz" gliedert sich in Einleitung, Aufgabe, Vorgehen, Materialien, Bewertung und Fazit. Einleitung Die Einleitung dient dazu, die Schülerinnen und Schüler auf das Thema einzustimmen. Aufgabe Hier wird die Aufgabe umrissen, wobei das zu bewältigende Projekt im Zentrum steht. Meist wird die Art, wie die gefundene Lösung präsentiert werden soll, genannt, die Schritte dorthin werden hingegen nicht erläutert. Die Präsentation kann als Plakat, als Rollenspiel oder Theaterstück, als Ausstellung oder in Form einer digitalen Präsentation erfolgen. Vorgehen Die Schritte, die zur Bewältigung der Aufgabe erforderlich sind, werden hier beschrieben. Dabei sollte nicht mehr als nötig vorgegeben werden. Kann der Kurs sehr frei arbeiten, braucht man nur wenige Hinweise. Andere Kurse benötigen detaillierte Anweisungen. Der Umgang mit Material und Quellen, Suche und Bearbeitung von Informationen, konkrete Fragen und Anweisungen, Art der Zusammenarbeit sowie der Präsentation werden hier beschrieben. Bewertung Die Anforderungen an die Schülerinnen und Schüler werden hier tabellarisch dargestellt. Die Lernenden erfahren so schon zu Beginn ihrer Arbeit die Kriterien, die zur Bewertung ihrer Arbeit verwendet werden. Dies kann von den Schülerinnen und Schülern als Hilfestellung genutzt werden, um die Erwartung des Lehrers oder der Lehrerin an das Produkt zu erfüllen. Wir haben uns auf zwei Niveaus beschränkt, die eher gute und sehr gute Leistungen beschreiben. Fazit Günstigerweise ist das Fazit mit der Einleitung inhaltlich verbunden und kann so einen Ausblick auf weitere interessante Fragen oder einen Anschluss an die Lebenswelt bilden. Fachkompetenz Die Schülerinnen und Schüler sollen lernen, welchen Beitrag Nachwachsende Rohstoffe zum Klimaschutz leisten können. die Chancen abschätzen können, welche die Nachwachsenden Rohstoffe für die Landwirtschaft bringen. die Folgen der vermehrten Nutzung Nachwachsender Rohstoffe für die Umwelt kennen lernen. Medienkompetenz Die Schülerinnen und Schüler sollen das Internet als Informationsquelle nutzen. ihre Recherche-Ergebnisse angemessen zusammenfassen und ansprechend präsentieren. Thema Nachwachsende Rohstoffe und Klimaschutz Autor Prof. Dr. Volker Albrecht Fach Politik/SoWi, Geographie Zielgruppe Jahrgangsstufen 11 bis 13 Zeitraum circa 4 Unterrichtsstunden, gegebenenfalls kommt die Zeit für eine Exkursion hinzu Technische Voraussetzungen Computer mit Internetzugang, Präsentationssoftware

  • Politik / WiSo / SoWi
  • Sekundarstufe II

DRK: Unterrichtsmaterial zum Thema "Trinkwassermangel"

Unterrichtseinheit

Wasser ist für uns überall und jederzeit verfügbar. Deshalb vergessen wir oft, dass Wasser Leben bedeutet – und darauf lenkt der Weltwassertag am 22. März die Aufmerksamkeit.Wasser ist leider in vielen Ländern aufgrund von natürlichen Gegebenheiten, langen Dürreperioden, aber auch Kriegen und Krisen absoluter Luxus. Mehr als 800 Millionen Menschen haben keinen Zugang zu sauberem Wasser. Zwei Millionen sterben jährlich an den Folgen. Das Deutsche Rote Kreuz möchte diese Zahl reduzieren und ruft Lehrkräfte auf, den Weltwassertag zum Anlass zu nehmen, um Schülerinnen und Schülern zu vermitteln, was Trinkwassermangel bedeutet. Um Lehrkräfte dabei bestmöglich zu unterstützen, hat das DRK geeignetes Unterrichtsmaterial entwickelt, um Schulklassen für die Bedeutung von Trinkwasser zu sensibilisieren und sie zu sozialem Engagement, beispielsweise in Form einer Spendenaktion, zu motivieren. Lernziele Die Schülerinnen und Schüler lernen, dass sauberes Wasser nicht selbstverständlich ist. werden für die Folgen von Trinkwassermangel sensibilisiert. erfahren, wie das DRK Wassernot bekämpfen hilft. organisieren gemeinsam eine eigene Spendenaktion. trainieren ihre Empathie, Problemlösungskompetenz und Teamfähigkeit. Ziel und Aufbau Die Unterrichtsmaterialien sind auf zwei Module angelegt: Im ersten Teil der Doppelstunde erfahren Schülerinnen und Schüler mehr darüber, wie wichtig Wasser für unseren Körper ist. Im zweiten Teil der Doppelstunde geht es darum, Wassernot bekämpfen zu helfen. Dazu erarbeitet die Klasse gemeinsam eine Idee für eine Spendenaktion. Die Kopiervorlagen helfen Ihren Schülerinnen und Schülern dabei. Fußballorientierte Spendenaktion Fußball gehört hierzulande zu den beliebtesten Sportarten. Viele Schülerinnen und Schüler sind bestimmt selber Fußballerinnen oder Fußballer oder Fans. Sport ist in einem Land wie Deutschland, in dem Wasser selbstverständlich ist, ein guter Aufhänger, um greifbar zu machen, was Durst bedeutet. Zugang zu sauberem Wasser ist ein existenzielles Menschenrecht. Ziel dieser Unterrichtsmaterialien ist deshalb, den Fokus auf Menschen zu richten, die täglich Durst leiden müssen, weil sie kein sauberes Trinkwasser haben - und Ihre Klasse für eine fußballorientierte Spendenaktion zu begeistern. Kontakt E-Mail: schulen@drk.de , Internet: www.drk.de/schulaktionen

  • Politik / WiSo / SoWi
  • Sekundarstufe I, Sekundarstufe II

Kinderarbeit: Afrika und Deutschland im Vergleich

Unterrichtseinheit

In dieser Unterrichtseinheit informieren sich Schülerinnen und Schüler über die Formen und Ausmaße der Kinderarbeit in der Welt. Wer an Kinderarbeit denkt, denkt an indische Teppichknüpfereien oder asiatische Spielzeugfabriken, nicht an Jobs in deutschen Supermärkten oder Haushalten. Dabei gibt es auch in der Bundesrepublik Kinder, die regelmäßig arbeiten. Im Sinne des globalen Lernens ist es wichtig, Vergleiche zu ziehen und zu differenzieren.Den Kampagnen der internationalen Hilfswerke ist es gelungen, die Bilder von Kindern, die Teppiche knüpfen oder Steine schleppen, in vielen Köpfen zu verankern und so für die Befreiung der Kindersklaven zu kämpfen. Doch die Schuldknechtschaft von Kindern ist nur eine Facette des Themas. Es ist unbestritten, dass Kinderarbeit international geächtet wird und alles getan werden muss, damit die Kinder aus ihr befreit werden. Doch Kinderarbeit ist nicht auf diese extremen Fälle beschränkt, sie gehört zum Alltag von Kindern in vielen Ländern der Welt, nicht nur in Entwicklungsländern. Der Deutsche Kinderschutzbund geht davon aus, dass in der Bundesrepublik etwa 700.000 Kinder nach der Schule arbeiten - und zwar nicht nur zur Aufbesserung des Taschengeldes.Die Materialien dieser Unterrichtsanregung sollen Ideen vermitteln, wie Kinderarbeit im Unterricht in einem erweiterten Sinne betrachtet und differenziert beurteilt werden kann. Die zentrale Frage ist, wann sie ausbeuterisch ist und Kinder daran hindert zu lernen und sich zu entwickeln. Die Schülerinnen und Schüler sollen recherchieren, wie Kinderarbeit in afrikanischen Ländern aussieht, und gleichzeitig überlegen, wie die Arbeit von Kindern bei uns in Deutschland zu bewerten ist. Projektwoche zum Thema Kinderarbeit Wegen der Vielschichtigkeit eignet sich das Thema Kinderarbeit gut für eine Projektwoche. Ideal wäre es, fächerverbindend mit Kollegen und Kolleginnen (zum Beispiel im Geschichtsunterricht zum Aspekt Kinderarbeit früher und heute) zu arbeiten und gegebenenfalls eine gemeinsame Aktion an das Ende der Projektarbeit zu stellen. Aber auch für den regulären Unterricht in Sozialwissenschaften, Politik oder Religion bietet sich das Thema "Kinderarbeit" an. Durch die längerfristige selbstständige Arbeit in Kleingruppen können die Schülerinnen und Schüler ihre Sozial- und Planungskom- petenzen ausbauen. Die Forderung nach der Entwicklung von Methodenkompetenz wird durch eigenständiges Arbeiten in der Gruppe und den Einsatz von verschiedenen Methoden der Recherche (unter anderem im Internet) erfüllt. Ausgehend von zwei Wochenstunden liegt der Zeitbedarf bei vier bis acht Wochen, je nachdem, ob Sie die Themen der Projektgruppen arbeitsteilig in der Klasse oder als einheitliches Unterrichtsthema behandeln. Zur Planung des Unterrichts(projekts) Bei der Internetrecherche erwerben die Schülerinnen und Schüler grundlegende Kompetenzen. Themen der Erarbeitung Die Vorschläge für die Gruppenarbeit können variiert werden. Kontrovers: Strategien gegen Kinderarbeit Verschiedene Strategien gegen Kinderarbeit und der Einfluss der Verbraucher werden diskutiert. Fachkompetenz Die Schülerinnen und Schüler informieren sich über die Formen und Ausmaße der Kinderarbeit in der Welt. lernen die gesetzlichen Bestimmungen zur Kinderarbeit kennen. gewinnen ein differenziertes Bild vom Problemkomplex "Kinderarbeit". bekommen einen Einblick in das Leben von Kindern in einem afrikanischen Land. reflektieren die Situation arbeitender Kinder in Deutschland und setzen diese im Sinne des globalen Lernens zur Kinderarbeit in einem afrikanischen Land in Beziehung. lernen die unterschiedlichen Positionen von Hilfsorganisationen zum Verbot der Kinderarbeit kennen und reflektieren und diskutieren diese. Medienkompetenz Die Schülerinnen und Schüler setzen das Internet als Medium zur Recherche ein. lernen Online-Auftritte von Hilfsorganisationen kennen und bewerten diese. vergleichen Darstellungen und Berichte zur Kinderarbeit. Globales Lernen: Differenzieren lernen Das Stichwort "Kinderarbeit" wird von den Schülerinnen und Schülern meist der "Dritten Welt" zugeordnet. Zu unserem Bild von Entwicklungsländern gehören die in den Medien präsenten Fotos von schuftenden Kindern in Fabriken, Bergwerken oder auf Plantagen. Unbestritten ist, dass die Ausbeutung und Missachtung der Rechte von Kindern unser Engagement fordert, so wie es viele deutsche Organisationen im Bereich Kinderarbeit leisten. Wenig hilfreich für das Verständnis der Lebensbedingungen in Entwicklungsländern sind allerdings die Klischees, die mittlerweile entstanden sind und die auf Kindheit allgemein in Afrika, Asien und Lateinamerika übertragen werden. Im Sinne des Globalen Lernens ist es wichtig, ein differenziertes Bild von Kindheit und Kinderarbeit zu entwickeln und dabei die eigenen Erfahrungen der Schülerinnen und Schüler mit dem Thema Arbeit einzubeziehen. Zur Informationsrecherche im Internet Alle großen Hilfswerke organisieren Projekte zur Kinderarbeit, die auf ihren Internetseiten dokumentiert sind. Selbstverständlich verfolgen alle Organisationen ein klares Ziel: auf das Problem Kinderarbeit aufmerksam zu machen, das Interesse für ihre Projekte zu wecken und idealerweise Unterstützung zu gewinnen. Vor diesem Hintergrund kann es interessant sein, die einzelnen Online-Darstellungen zu vergleichen (im Hinblick auf Zahlen, allgemeine Informationen, verwendete Fotomotive). Zu warnen ist allerdings vor der aggressiven Werbung von Gruppierungen, die sofort Kinderpatenschaften "verkaufen" wollen - nach dem Motto: "Für nur 0,33 € retten Sie ein Kind!". Auch auf solche Angebote stößt man im Internet bei der Recherche nach dem Stichwort "Kinderarbeit". Zum Einstieg in das Thema bieten sich verschiedene methodische Wege an. Wichtig ist in diesem Zusammenhang, an das Vorwissen und die Lebenswelt der Schülerinnen und Schüler anzuknüpfen. Kartenabfrage Was ist Kinderarbeit? Wo gibt es Kinderarbeit? Kommt Kinderarbeit im deutschen Alltag vor? Die Klasse sammelt ihre Assoziationen zu diesen Fragen. Das Vorwissen der Schülerinnen und Schüler wird so transparent und geordnet. Gleichzeitig bieten die Äußerungen der Schülerinnen und Schüler die Möglichkeit, zur Problematisierung überzuleiten. Ein Bild sagt mehr als tausend Worte Bringen Sie verschiedene Fotos (aus Zeitschriften oder Materialien von Kampagnen) mit, die arbeitende Kinder in allen Teilen der Welt zeigen - die Motive können von der Mithilfe im Haushalt und in der Landwirtschaft über Zeitungsverkäufer bis hin zu Kindern im Straßenbau reichen. Was fällt den Schülerinnen und Schülern bei diesen Bildern ein? Wo beginnt in ihren Augen Kinderarbeit? Kinderarbeit hautnah: Die Befragung in der Klasse Nebenjobs sind unter Schülerinnen und Schülern weit verbreitet. Denken die Jugendlichen dabei auch an Kinderarbeit? Wer muss welche Arbeiten verrichten? Wer arbeitet regelmäßig für Geld? Je nach der Situation in der Klasse empfiehlt es sich, eine derartige Umfrage schriftlich und anonym durchführen. MindMap zum Thema Kinderarbeit Eine MindMap, die - nach Einführung in diese Methode - von Schülergruppen gemeinsam erstellt wird, macht die Facetten des Problemkomplexes deutlich. Sie können die Mind Map auch gemeinsam mit der ganzen Klasse erstellen, wenn die Schülerinnen und Schüler noch ungeübt mit dieser Methode sind. Ein Beispiel für die von einer Klasse erarbeitete MindMap finden Sie hier als Download-Datei. Informationen auswählen und bewerten Bei der Eingabe des Stichwortes "Kinderarbeit" in eine Suchmaschine (Google führt mehr als 300.000 Einträge an!) wird schnell deutlich: Das Sichten und Ordnen aller Einträge ist faktisch nicht möglich. Die Projektgruppe muss also überlegen, zu welchen Aspekten sie genauere Informationen haben will, wie sie die Suche einschränken kann. Alternativ kann bei der Vorrecherche jede Projektgruppe eine festgelegte Anzahl an Einträgen sichten (dazu Gruppen vergeben: 1 - 25, 26-50 und so weiter), die drei interessantesten auswählen und der ganzen Klasse kurz vorstellen. So entsteht ein erste Liste für die vertiefende Recherche. Bewertung von Online-Quellen lernen Gleichzeitig müssen die Schülerinnen und Schüler reflektieren, was eine empfehlenswerte Seite ausmacht. Gemeinsam mit der Klasse können Kriterien gesammelt werden, die auf qualitativ gute, informative und glaubwürdige Seiten hindeuten. Angesichts der Informationsmenge im Internet ist diese Selektion ein zentraler Aspekt der Methodenkompetenz. Die folgenden Download-Dateien können bei der Bewertung helfen. Globales Lernen mit Disneys 'Der König der Löwen'" "Kindheit in Afrika heißt auch Kinderarbeit" ist der Titel eines Arbeitsblattes der CD-ROM "Globales Lernen mit Disneys 'Der König der Löwen'", die bei dieser Projektgruppe zum Einsatz kommt. Die CD-ROM bietet anschauliche Hintergrundinformationen und über 100 Aktionsvorschläge zur Unterrichtsgestaltung in den Sekundarstufen I und II. Disneys Musical ist dabei Ausgangspunkt und Sympathieträger für globales Lernen und will ein differenziertes Bild von Afrika vermitteln. Ein Themenkomplex der CD-ROM widmet sich dem Erwachsenwerden in einer afrikanischen Kultur. Dazu gehört die Auseinandersetzung mit Kinderarbeit, wie sie das Arbeitsblatt anregen will (siehe Download, empfehlenswert für die Klassen 7 bis 8). Die Kenntnis des Musicals ist übrigens nicht zwingend Voraussetzung für den Einsatz der CD-ROM im Unterricht. Kinderarbeit im Vergleich Auf der Bühne zu stehen bedeutet Arbeit! Im Musical "Der König der Löwen" spielen in den zwei Hauptrollen des jungen Löwen Simba und des Löwenmädchens Nala Kinder mit. Die Klasse wird wahrscheinlich nicht daran denken, dass auch dies eine Form der Kinderarbeit ist. Andere Beispiele sind Kinder, die als Sängerinnen und Sänger auf der Bühne stehen. Welche gesetzlichen Bedingungen gibt es? Wie müssen die Arbeitsbedingungen gestaltet sein, wenn Kinder arbeiten? Was können die Motive sein, wenn Kinder zum Beispiel schauspielern oder singen möchten? Die Klasse kann sich zu diesen Fragen im Internet, bei städtischen oder kommunalen Behörden (zum Beispiel beim Amt für Soziales und Jugend), beim Kinderschutzbund oder bei Theatern und Musical-Veranstaltern, die auch mit Kinderdarstellern arbeiten, informieren. Unterschiede und Gemeinsamkeiten Kindheit ist aber nicht nur Kinderarbeit. Wie wachsen Kinder in Afrika auf? Die CD-ROM "Globales Lernen mit Disneys 'Der König der Löwen'" bietet Arbeitsblätter zu verschiedenen Aspekten der Kindheit in Afrika. Beim Vergleich mit ihrer eigenen Situation werden die Schülerinnen und Schüler viele Unterschiede, aber auch Gemeinsamkeiten entdecken: Warum arbeiten die Kinder? Welche Arbeiten führen sie aus? Gibt es Unterschiede zwischen den Arbeitsbereichen von Mädchen und Jungen? Was machen die Kinder und Jugendlichen in ihrer Freizeit? Wovon träumen sie? Recherche vor Ort Es gibt durchaus Möglichkeiten, einen regionalen Bezug zum Thema Kinderarbeit herzustellen. Je nach Schwerpunkt bietet sich die Zusammenarbeit mit dem Geschichtsunterrricht oder bei Umfragen mit dem Fach Deutsch an. Hier einige Ideen, wie Jugendlichen vermittelt werden kann, dass Kinderarbeit nicht nur ein Phänomen der Entwicklungsländer ist: Befragung von Eltern und Großeltern Welche Arbeiten mussten 8- bis 12-jährige Kinder früher erledigen? Umfragen Interviews auf dem Schulhof nach einem im Vorfeld gemeinsam erarbeiteten Leitfaden: Wer arbeitet regelmäßig? Bekommt er/sie dafür eine Bezahlung? Wofür wird das Geld ausgegeben? Als Vergleich zu diesen stichprobenartigen Interviews dienen die Ergebnisse einer anonymen Befragung mit Fragebögen. Besuch beim Kinderschutzbund Welche Probleme haben Kinder, die nebenbei arbeiten? Wie viele Kinder arbeiten? Welche Entwicklung gibt es in diesem Bereich? Kreatives Schreiben Die Schülerinnen und Schüler schreiben eigene Geschichten, in denen sie von ihren Erfahrungen mit Arbeit berichten, von den Erfahrungen ihrer Großeltern oder die Ergebnisse ihrer Umfragen und Recherchen darstellen. Daraus könnte eine Reihe für die Schülerzeitung entstehen. Radikaler Stopp oder "Würdige Arbeit statt Ausbeutung"? Niemand findet es richtig, dass Kinder in Bergwerken oder Fabriken ausgebeutet werden. Doch es gibt Organisationen, die unter dem Motto "Würdige Arbeit statt Ausbeutung" die Ansicht vertreten, dass pauschale Verbote die Lage von Kindern eher noch verschlechtern. Sie fordern bessere Arbeitsbedingungen und Gewerkschaften für arbeitende Kinder nach der Devise "Kinderrechte stärken statt Verbote". Andere Organisationen haben sich zusammengeschlossen, um unter dem Motto "Stopp Kinderarbeit - Schule ist der beste Arbeitsplatz" generell gegen Kinderarbeit zu kämpfen. Sie gehen davon aus, dass nur der Besuch einer Schule die Kinder davor bewahrt, später einmal genauso arm wie ihre Eltern zu werden. Sie kämpfen für eine "Grundbildung für alle!". Positionen reflektieren und diskutieren Es ist nicht ungewöhnlich, dass es in der Entwicklungszusammenarbeit unterschiedliche Meinungen über den richtigen Weg gibt. Bei derart komplexen Fragen und Problemen in so unterschiedlichen Ländern ist das eher normal. Das Thema Kinderarbeit bietet für die Schülerinnen und Schüler eine Möglichkeit, sich über die verschiedenen Standpunkte zu informieren, die Argumente zu vergleichen und zu reflektieren. Ziel ist eine Podiumsdiskussion, bei der die Argumente sachkundig ausgetauscht werden und auf die sich die Schülerinnen und Schüler in kleinen Gruppen vorbereiten. Verbraucher haben Einfluss Deutsche Verbraucher profitieren von Kinderarbeit, indem sie Produkte äußerst preiswert kaufen können, so zum Beispiel beim Handel mit Teppichen, Kaffee und Tee. Auch Kinder und Jugendliche profitieren davon, denn Orangensaft, Fußbälle oder Turnschuhe sind nur einige Beispiele von Produkten, die von Kindern in Entwicklungsländern hergestellt werden. Das muss nicht sein. Kampagnen verschiedener Hilfsorganisationen haben Erfolge im Kampf gegen die Ausbeutung von Kindern erzielt. Schülerinnen und Schüler können selbst gegen Kinderarbeit und für fairen Handel aktiv werden, zum Beispiel in Form einer öffentlichen Aktion, in einem Arbeitskreis der Schule oder bei einem der verschiedenen Hilfswerke.

  • Politik / WiSo / SoWi / Religion / Ethik / Wirtschaft
  • Sekundarstufe I, Sekundarstufe II

Mein Handy und der Krieg im Kongo

Unterrichtseinheit

In dieser Unterrichtseinheit analysieren die Schülerinnen und Schüler kritisch Internetquellen zum Konflikt um den Coltan-Abbau im Kongo und zur globalisierten Handyproduktion.Dass der Kauf des eigenen Handys etwas mit Kriegen, Massakern und Tausenden von Toten und Verletzten in Afrika zu tun haben könnte, klingt zunächst sehr unwahrscheinlich. Deutsche Medien verweisen nur spärlich auf das Problem, vereinzelt gibt es Quellen im Internet. In das öffentliche Bewusstsein ist die Verbindung zwischen dem Coltan-Abbau im Kongo, der Handy-Produktion in Europa und der politischen Stabilität in Zentralafrika noch nicht gedrungen. Lehrplanbezüge Diese Unterrichtseinheit ist für den Gemeinschaftskundeunterricht der Klassen 8 bis 10 konzipiert. In Klasse 8 knüpft sie an die Lernfelder "Probleme des Verbraucherverhaltens, Jugendliche als Verbraucher" an, in Klasse 9 an den Aspekt "Mitverantwortung der Industriestaaten für die Situation in den Entwicklungsländern". In Klasse 10 lässt sie sich problemlos an den Bereich "Welthandel und Europäischer Binnenmarkt" anbinden (vergleiche den Realschul-Lehrplan für Baden-Württemberg sowie den neuen Fächerverbund "Erdkunde-Wirtschaftslehre-Gemeinschaftskunde"). Die Unterrichtseinheit im Überblick Mehr Informationen zu den einzelnen Phasen des Unterrichts finden Sie hier. Hintergrundwissen: Coltan-Vorkommen im Kongo Coltan ist ein hochwertiges Erz, das zur Herstellung von Mikro-Chips in Handys und Computern verwendet wird. 80 Prozent der weltweiten Coltan-Vorkommen werden in Afrika vermutet. Mit Devisen aus dem Coltan-Handel finanzieren verschiedene politische Gruppierungen in Zentralafrika ihren Kampf gegeneinander. Diese Unterrichtseinheit leitet zur Erarbeitung von Hintergrundinformationen, zum medienkritischen Hinterfragen von Internetquellen und zur Bewertung des Problems an. Fachkompetenz Die Schülerinnen und Schüler informieren sich über Rohstoffe, die für die Handyproduktion notwendig sind, und die Rohstoffgewinnung. erkennen an einem Beispiel den Zusammenhang zwischen Rohstoffvorkommen, Produktnachfrage und kriegerischen Konflikten. informieren sich über Privatisierungsbeispiele in Entwicklungsländern und ihre Folgen. reflektieren ihr eigenes Konsumverhalten. Medienkompetenz Die Schülerinnen und Schüler entschlüsseln Informationen im Internet und bewerten diese kritisch. präsentieren ihre Arbeitsergebnisse (zum Beispiel mit Powerpoint). Die Übersicht spiegelt die zentralen Phasen und Bausteine der Unterrichtseinheit wider. Selbstverständlich sind - je nach inhaltlicher oder mediendidaktischer Zielsetzung - Vertiefungen oder Abwandlungen möglich. Anregungen für alternative Unterrichtsoptionen werden daher in den folgenden Unterkapiteln ebenfalls angerissen. Erforderliche Vorkenntnisse Die Klasse muss im Rahmen dieser Unterrichtseinheit über Grundkenntnisse der Browserbedienung verfügen, das heißt die Lesezeichenverwaltung, das Navigieren, die History-Funktion sowie das Herunterladen von Internetseiten und Grafiken beherrschen. Sie sollte auch die erforderlichen Schritte für den Datentransfer von Internetseiten in Office-Produkte kennen. Internetrecherche und Quellenanalyse Die Schülerinnen und Schüler nutzen das Internet in dieser Unterrichtseinheit als Recherchemedium. Die gefundenen Inhalte sollen sie nicht nur hinsichtlich ihrer Darstellungsweise (Informationsgehalt, Wertungen) kritisch hinterfragen, sondern sie auch in eigene Schlussfolgerungen und Werturteile einbeziehen. Eine systematische Glaubwürdigkeitsanalyse der Internetseiten ermöglicht der Rechercheleitfaden "Checkliste-Medienkritik". Er kann übrigens auch auf andere Inhalte übertragen werden, da alle Fragen nicht auf ein spezielles Thema, sondern auf den allgemeinen Aufbau einer Internetseite ausgerichtet sind. Materialpool wird vorgegeben Wer bei Google die Suchwörter "Coltan Handy Kongo" eingibt, dem zeigt die Suchmaschine 298 Ergebnisse an. Da der Schwerpunkt dieser Unterrichtseinheit jedoch weniger auf dem Rechercheweg als auf der Bewertung der angezeigten Quellen liegt, erhalten die Schülerinnen und Schüler einen vorgegebenen Materialpool, der aus den ersten Trefferseiten von Google zusammengestellt wurde. Quellen von Online-Medien wie der Süddeutschen Zeitung oder der Welt wurden ergänzt. Sie landen bei Google lediglich auf den hinteren Trefferseiten, sind beim Quellenvergleich aber eine wichtige Materialbasis. Thematische Einführung Zur Problembestimmung werden die Schülerinnen und Schüler mit dem Zeitungsartikel aus den Nürnberger Nachrichten vom 21.06.2003 konfrontiert. "Armes, reiches Land: Millionen müssen für die Bodenschätze im Kongo sterben" titelt das Blatt. Die wichtigsten Aspekte des Konflikts lassen sich mit dem Textauszug erschließen. Armes, reiches Land: Millionen müssen für die Bodenschätze im Kongo sterben Online gibt es den Artikel aus den Nürnberger Nachrichten vom 21. Juni 2003 auf der Seite cbgnetwork.de. Internetquellen im Vergleich Als Einführung in die Quellenkritik dient eine Website von medico international. Wer bei Google die Suchwörter "Coltan Handy Kongo" eingibt, bekommt sie als ersten Treffer angezeigt. Am Beispiel der Website wird den Schülerinnen und Schülern das Vorgehen bei einer qualifizierten Internetrecherche demonstriert. Folgende Fragen stehen dabei im Vordergrund: Wer hat die Seiten publiziert? Welche Personen oder Personengruppen stehen hinter der Website? Welche Interessen und Ziele verfolgen diese Personen? Welche sonstigen Informationen enthält die Website? Wohin verlinkt sie? Ist sie gepflegt und aktuell? Sind die Internetseiten inhaltlich glaubwürdig? Sind die Internetseiten optisch glaubwürdig? Ergebnisse der Quellenanalyse Bei einer genauen Analyse der Wortwahl sollen die Schülerinnen und Schüler erkennen, dass die Wortwahl nicht neutral und sachlich ist, sondern eindeutig Position bezogen wird (zum Beispiel beim Titel "Die Leidensgeschichte des Kongo" oder bei "satte Gewinne" auf der zweiten Unterseite). Der Urheber des Textes wird erst am Ende der Seite deutlich beziehungsweise dann, wenn die URL www.medico.de angeklickt wird. Am Ende der Seite werden Forderungen erhoben, die klar auf die Position der Initiative verweisen. Trotz der angegebenen Literatur und Fachberichte (zum Beispiel der UN) sowie der angegebenen Fakten ist die Seite also nicht unparteiisch. Von einer guten, informativen Quelle darf mehr Ausgewogenheit erwartet werden. Die Tatsache, dass Google die Seite als ersten Treffer anzeigt, sagt also nichts über die inhaltliche oder formale Qualität einer Seite aus. Medico international: Die Leidensgeschichte des Kongo Hier geht es direkt zur Seite, die im Plenum formal und inhaltlich analysiert wird. Information oder Manipulation Aktuelle Informationen zur Coltan-Gewinnung und zur Lage im Kongo sind vielfach nur über das Internet zu bekommen. Dabei besteht immer das Problem zu beurteilen, ob die Informationen und Darstellungen richtig sind. Man kann die Glaubwürdigkeit von Internetseiten nur dann besser einschätzen, wenn man weiß, wer die Informationen ins Netz gestellt hat, was die Betreiber der Homepage außerdem publizieren, welche weiteren Inhalte die Website bietet, welche Links auf der Seite verwendet werden, welche anderen Internetpublizisten auf diese Seite verweisen und so weiter. Nur so lässt sich einschätzen, welche Zielsetzungen und Interessen der Internetpublizist mit seiner Online-Präsenz verfolgt. Wichtig ist außerdem zu prüfen, ob die Informationen seriös präsentiert werden, also nicht marktschreierisch, verkürzt oder mit dem erkennbaren Ziel, andere zu manipulieren. Bereits einzelne Unwahrheiten oder Unstimmigkeiten im Text sollten die Internetuser, also auch die Schülerinnen und Schüler, nachdenklich stimmen. Medienkritik in Gruppenarbeit Im Rahmen der medienkritischen Analyse untersuchen die Schülerinnen und Schüler in Gruppenarbeit einen Materialpool (siehe auch Arbeitsblatt) von 17 Internetadressen. Je nach Klassengröße können Internetadressen doppelt vergeben und die Ergebnisse der Gruppen dann verglichen werden. Das Material setzt sich zusammen aus Artikeln überregionaler Medien (Süddeutsche Zeitung, Welt, Financial Times Deutschland) und Websites von privaten Initiativen, die auf ihren Seiten teilweise Medienberichte übernommen haben. Dazu gehören studentische, kirchliche und ökologische Gruppierungen und Interessenverbände. Um die Unterschiede bei der inhaltlichen wie optischen Darstellung zu erkennen, sollte jede Gruppe mindestens zwei Internetseiten analysieren. Neben medienkritischen Fragen stehen bei der Analyse auch inhaltliche Aspekte im Vordergrund. Wer hat die Informationen ins Netz gestellt oder wer verbirgt sich hinter dieser Internetadresse? Welche Interessen dürfte diese Person oder Personengruppen gegenüber dem Thema verfolgen? Welche Informationen sind in der Internetseite enthalten? Welche Position vertreten die Verfasser der Seite gegenüber der Ausgangsproblematik? Erscheinen die Informationen und Begründung der Position glaubwürdig? Enthält die Seite Informationen über den kriegerischen Konflikt? Gibt es Informationen über die Rolle der Metalle Tantal und Coltan in diesem Konflikt? Werden Informationen über die Beteiligung ausländischer Unternehmen in diesem Konflikt genannt? Wie glaubwürdig erscheinen die Informationen? Alternativen im Unterricht Steht weniger Zeit zur Verfügung, lässt sich die Analyse auch auf die Berichte in den überregionalen Zeitungen (Süddeutsche Zeitung, Welt, Financial Times Deutschland) beschränken. Untersucht werden kann dabei, inwieweit sich die Fakten oder die Schwerpunktsetzung der Artikel - gegebenenfalls im zeitlichen Vergleich - unterscheiden. Gegenübergestellt werden könnte diesen bekannten Medien der Bericht von Indymedia, dem linksalternativen bis -autonomen Online-Portal. Bei den Stellungnahmen von privaten Initiativen bietet es sich an zu schauen, ob sich die Argumentation von kirchlichen und ökologischen Gruppierungen unterscheidet. Diskussion der Arbeitsergebnisse Nach der Erarbeitungsphase tragen die Gruppen unter Verwendung von Internet und Beamer reihum ihre Arbeitsergebnisse vor. Bei der gemeinsamen Aussprache im Plenum stehen die folgenden Fragestellungen im Mittelpunkt: Wie ist die aktuelle Situation im Kongo? Welche Rolle spielte Coltan in den kriegerischen Auseinandersetzungen der vergangenen Jahre? Gibt es Anhaltspunkte für eine Beteiligung ausländischer Unternehmen an diesen Konflikten? Wenn ja, wie ist diese Beteiligung zu bewerten? Inwieweit haben Handykäufer in Deutschland Schuld an diesem Konflikt? Können Handykäufer in Deutschland derartige Konflikte beeinflussen? Wie realistisch ist die Erwartung, dass Handykäufer in Deutschland auf derartige Konflikte in Entwicklungsländern reagieren werden? Vertiefungsmöglichkeiten Selbstverständlich lassen sich die letzten drei Fragen zunächst auch in Gruppen bearbeitet, bevor sie im Plenum diskutiert werden. Bei Bedarf können zusätzliche landeskundliche Informationen von den folgenden Seiten hinzugezogen werden: Wikipedia: Demokratische Republik Kongo Der Lexikonartikel in der freien Online-Enzyklopädie informiert übersichtlich über die politische und wirtschaftliche Situation im Kongo. Außerdem gibt es weiterführende Links. Konsum mit Verantwortung Zum Abschluss der Unterrichtsreihe sollen sich die Schülerinnen und Schüler mit der Frage auseinandersetzen, ob das Telefonieren mit Handys und der regelmäßige Kauf neuer Handys noch vertretbar sind. Dabei geht es ausdrücklich nicht um eine verbale Verurteilung einzelner Unternehmen. Stattdessen sollen sich die Jugendlichen ihrer eigenen Betroffenheit und Verantwortung als Konsumenten und Wähler bewusst werden. Handlungsoptionen der privaten Haushalte in Bezug auf das Kaufverhalten und politische Einflussmöglichkeiten stehen im Vordergrund. Pro- und Contra-Verhandlung Um die Rechercheergebnisse im Plenum zu besprechen, ist neben dem freien Unterrichtsgespräch eine fiktive Talkshow oder die Pro-und-Contra-Methode geeignet. Die Pro- und Contra-Anwälte sprechen nach einer ersten Probeabstimmung ihre Eingangsstatements. Anschließend können sie drei Zeugen beziehungsweise Sachverständige aufrufen (zum Beispiel Vertreter von Gesundheits- oder Menschenrechtsorganisationen im Kongo, Vertreter der Bundesregierung, der UNO oder Unternehmenssprecher von Bayer, H.C. Starck, Nokia, Alcatel oder anderen Handyherstellern, jugendliche Handybesitzer, Aktionäre von Bayer, Manfred Krug als Werbefigur und so weiter). Nach einem Schlussplädoyer der Anwälte erfolgt die Schlussabstimmung. Anschließend geht es an die Auswertung und Diskussion des Abstimmungsergebnisses. Artikel, Flugblätter und Collagen Kreative, produktionsorientierte Handlungsverfahren sind ebenfalls möglich. Die Schülerinnen und Schüler können beispielsweise ein Flugblatt für jugendliche Konsumenten mit einem Aufruf zum Handy-Boykott gestalten. Vielleicht gibt es eine Gruppe, die einen Artikel und eine Collage für die Schülerzeitung entwerfen will. Im Rahmen von Projektwochen wäre auch eine Ausstellung mit Plakatwänden zu verschiedenen Aspekten des Themas denkbar. Selbstverständlich können Artikel, Collagen, Flugblätter wiederum zu einer multimedialen Präsentation zusammengefügt werden, die die Ergebnispräsentation aus der Erarbeitungsphase ergänzt.

  • Politik / WiSo / SoWi / Religion / Ethik / Wirtschaft
  • Sekundarstufe I, Sekundarstufe II

Textilproduktion in Entwicklungsländern

Unterrichtseinheit

In dieser Unterrichtseinheit zum Thema "Textilproduktion in Entwicklungsländern" beschäftigen sich die Schülerinnen und Schüler mit den Produktionsbedingungen und Konsumentenverhalten in einer globalisierten Weltwirtschaft.Jeans sind ein Produkt, an dessen Fertigung sehr viele Länder beteiligt sind. Nimmt man die Rohstofferzeugung und Entsorgung hinzu, beträgt der Reiseweg einer Jeans circa 64000 km - eine beeindruckende Größe. Den ökonomischen Vorteilen, die die Unternehmen vom Verarbeiten der Kleidung in Südostasien haben, stehen miserable Arbeitsbedingungen der Textilarbeiterinnen gegenüber. Wir als Verbraucher wissen das. Aber beeinflusst das unser Kaufverhalten?Diese Unterrichtseinheit besteht aus 3 Lernrunden, in denen die Schülerinnen und Schüler in ausgewählten Internetseiten recherchieren und sich in verschiedene Rollen hineindenken müssen. Gliederung des Unterrichts in Lernrunden Hier geht es um den Ablauf der Unterrichtseinheit "Textilproduktion in Entwicklungsländern". Die Schülerinnen und Schüler sollen die Arbeitsbedingungen bei der Herstellung einer Jeans im Zeitalter einer globalisierten Weltwirtschaft kennen lernen. die ökonomischen Gründe und sozialen Auswirkungen der Produktionsbedingungen analysieren. ihr eigenes Konsumentenverhalten reflektieren. Thema Produktionsbedingungen und Konsumentenverhalten in einer globalisierten Weltwirtschaft am Beispiel einer Jeans Autor Dr. Peter Kührt Fächer Allgemeine Wirtschaftslehre, Sozialkunde, Ethik Zielgruppe 10. bis 12. Klasse allgemein und berufsbildender Schulen Zeitumfang Ca. 3 Unterrichtsstunden Technische Voraussetzungen Computerraum mit mindestens einem PC für zwei SchülerInnen, Flash-Player Recherche und Wertung Die Schülerinnen und Schüler erhalten und bearbeiten das Aufgabenblatt 1. Als Sozialformen sind somit Einzel-, Partner- und Gruppenarbeit möglich. Auf den Seiten von www.globalisierung-online.de befindet sich eine sehr anschauliche Flash-Animation als Demo einer CD, die den sehr langen "Reiseweg einer Jeans" zeigt. Ausgehend von dieser Tatsache werden Internetressourcen angeboten, die die Produktionsbedingungen für Textilien in Entwicklungsländern anprangern. Meinungsbildung mit Expertendiskussion Um die gefundenen Ergebnisse aus der ersten Lernrunde in der Klasse zu besprechen, ist neben dem freien Unterrichtsgespräch eine Expertendiskussion geeignet. In der Expertendiskussion nehmen Schülerinnen und Schüler die Rollen unterschiedlicher Beteiligter ein: drei Unternehmer (Textilhersteller aus dem Inland, Textilhersteller aus dem Ausland, Einzelhändler für Jugendbekleidung aus dem Inland), je ein Arbeitnehmer beim Textilhersteller Ausland und Einzelhändler Inland, sowie zwei jugendliche Konsumenten, die einmal für ein verbraucherkritisches Verhalten und einmal gegen ein solches Verhalten plädieren. Es ist wichtig, dass die Lehrkraft als Moderator ausführlich mit den Diskussionsteilnehmern deren Rollen bespricht. Die Expertendiskussion sollte auch für Fragen der Zuhörer offen sein. Dissonanzmethode mit Talkshow Um das eigene Verbraucherverhalten selbstkritisch zu reflektieren, ist insbesondere die Dissonanzmethode kombiniert mit der Fishbowlmethode geeignet. Die Schülerinnen und Schüler führen dabei anhand des Arbeitsblattes 2 vier Spielrunden aus. Textilproduktion Die Arbeitsblätter von Dr. Peter Kürth zum Thema "Textilproduktion in Entwicklungsländern" gefallen mir sehr gut.Meine Schüler finden es interessant, über die Entstehung ihrer Lieblingskleidung mehr zu erfahren. Mit freundlichen Grüßen Cornelia Stietzel

  • Politik / WiSo / SoWi / Religion / Ethik / Wirtschaft
  • Sekundarstufe II