Bleiben Sie neugierig: Entdecken Sie unsere Fachartikel zu praxisnahen Themen und lernen Sie neue Methoden und Werkzeuge kennen, um die täglichen Herausforderungen im Schulalltag zu meistern. 

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Corona-Pandemie: Impf-Angebote an Schulen erlaubt?

Fall des Monats

Die Debatte, ob Schülerinnen und Schüler an Schulen geimpft werden dürfen oder sollen, nimmt weiter Fahrt auf. Den einen ist der "Impfdruck" zu stark, den anderen geht es um die sichere Durchführung des Unterrichts. Viele Fragen bleiben weiterhin offen. Der konkrete Fall In Schleswig-Holstein beantragte die Mutter eines betroffenen Kindes, die Impf-Angebote dauerhaft zu unterlassen. Die Entscheidung des Gerichts In dem Bundesland ist die Rechtslage bezüglich der Impfung von Schülerinnen und Schülern nun geklärt. Ebenda dürfen sie an den Gymnasien und Gemeinschaftsschulen des Landes geimpft werden. Der von der Mutter gestellte Antrag dagegen wurde abgelehnt. Das Rechtsportal des Deutschen Anwaltvereins (DAV) anwaltauskunft.de informiert über die Entscheidung des schleswig-holsteinischen Verwaltungsgerichts vom 04. August 2021 und nennt die Gründe (AZ: 1 B 104/21). Pandemie: Impf-Angebot für Schülerinnen und Schüler Der klagenden Mutter fehlte es bereits an der erforderlichen Klagebefugnis. Das Gericht sah ihr Elternrecht aus Artikel 6 Absatz 2 Satz 1 Grundgesetz nicht betroffen. Die Gründe des Gerichts für die Ablehnung des Antrags: 1. Bei dem Impf-Angebot in der Schule handelte es sich um ein freiwilliges Angebot, das niemand annehmen muss. 2. Eine Erklärung der Eltern oder Beschulten, die das Angebot nicht annehmen möchten, wurde nicht verlangt. 3. Es gab keinen unmittelbaren Druck durch die Schulverwaltung auf die Betroffenen. Schließlich hielt es das Gericht zwar nicht für ausgeschlossen, dass andere Schülerinnen und Schüler am Tag der Impfung in der Schule erfahren, wer sich nicht impfen lässt. Aus der Nicht-Teilnahme an der Impfung konnte jedoch nich auf eine bestimmte, möglicherweise weltanschaulich geprägte innere Einstellung zu den Impfungen geschlossen werden, so das Gericht. Vielmehr könne die Nicht-Teilnahme eine Vielzahl von Gründen haben. Imfpungen an Schulen erlaubt Fragen der Einwillgung durch Eltern, beziehungsweise der Einsichtsfähigkeit der betroffenen Schülerinnen und Schüler waren nicht Gegenstand des gerichtlichen Verfahrens. Letztendlich verneinte das Gericht auch eine Verletzung der Mutter in ihren Rechten durch die Nutzung der Räumlichkeiten der Schule.

  • Fächerübergreifend

Doppelte Klassenleitung – ein pädagogisches Konzept für "schwierige" Lerngruppen

Fachartikel
5,99 €

Dieser Fachartikel ist ein Erfahrungsbericht über das Konzept der Doppelbesetzung von Klassenleitungen zur intensiven und effektiven pädagogischen Betreuung "schwieriger" Lerngruppen. Das pädagogische Konzept "doppelte Klassenleitung" "Moment mal. Besteht eine Klassenleitung nicht grundsätzlich aus zwei Lehrkräften? Es gibt doch die hauptamtliche Klassenlehrkraft und an ihrer Seite eine Stellvertreterin beziehungsweise einen Stellvertreter." Mit dieser Reaktion werde ich oft konfrontiert, wenn ich von meinen Erfahrungen mit dem Konzept "doppelte Klassenleitung" berichte, das seinen Ursprung in diesem Fall nicht an einer Pädagogik-Fakultät einer Uni hat, sondern von uns Lehrkräften aus der Praxis heraus entwickelt wurde, um die pädagogische Arbeit im Unterrichtsalltag zu optimieren. (Wer den Begriff "doppelte Klassenleitung" bei Internet-Suchmaschinen eingibt, stößt auf ähnliche Ansätze an einigen anderen Schulen im Land.) Dass zwei Lehrkräfte hauptamtlich und gleichberechtigt eine Klasse leiten, ist das Grundprinzip des Konzepts. Im Idealfall besteht diese "Doppelspitze" aus einer Lehrerin und einem Lehrer. Um vor der Klasse zusammen Präsenz zu zeigen und gemeinsam zu agieren, gehört eine wöchentliche "Teamstunde" mit beiden Klassenlehrkräften als unverzichtbarer Bestandteil zum Konzept. Die Teamstunde dient einerseits zur effektiven Bearbeitung der vielen organisatorischen Aufgaben, die eine Klassenleitung im Laufe eines Schuljahres zu erledigen hat. Vor allem kann die Teamstunde aber dazu genutzt werden, um akute Probleme von Schülerinnen und Schülern "unter sechs Augen" zu besprechen. In welchen Klassen ist eine "doppelte Klassenleitung" sinnvoll? Grundsätzlich erscheint eine Doppelbesetzung der Klassenleitung in großen Klassen mit mehr als 25 Lernenden sinnvoll. Eine intensive, individuelle pädagogische Betreuung ist dort für eine einzelne hauptamtliche Klassenlehrkraft aus praktischen Gründen nur schwer zu leisten, gerade wenn der pädagogische Handlungsbedarf groß ist. Entscheidender als die Anzahl der Schülerinnen und Schüler ist aber das Kriterium, inwieweit es sich um "schwierige" Klassen mit einem überwiegend problematischen Arbeits- und Sozialverhalten handelt. Derartige Lerngruppen kommen in nahezu allen Jahrgangsstufen und Schulformen vor. Die Ursachen für "Problemklassen" sind oft vielschichtig und häufig struktureller Natur – beispielsweise ein schwieriges soziales Umfeld mit Armut und mangelnder Förderung von Kindern und Jugendlichen, sprachliche Defizite und Perspektivlosigkeit. Ist aufgrund von Erfahrungswerten damit zu rechnen, dass Klassen, Jahrgänge oder womöglich ganze Schulen von Lernenden mit gravierenden persönlichen Problemen geprägt werden, macht es Sinn, dem erwartungsgemäß hohen pädagogischen Handlungsbedarf zusätzlich zu gängigen Maßnahmen der Schulsozialarbeit mit dem Konzept der doppelten Klassenleitung zu begegnen. Positive Erfahrungen mit dem Konzept "doppelte Klassenleitung" Besonders in den Stressphasen am Anfang und am Ende eines Schulhalbjahres, wenn sich die vielen organisatorischen Pflichten zu einem großen Berg auftürmen, weiß ich es als Klassenlehrer zu schätzen, die Aufgabenlast mit einer zuverlässigen Team-Partnerin teilen zu können. Zum Beispiel in folgender Situation am Schuljahresbeginn: Klassenlehrkraft A sammelt das Kopiergeld ein, während Klassenlehrkraft B die Fahrkarten für den Schulbus verteilt; zeitgleich und im Rahmen einer Teamstunde – also nicht auf Kosten des Fachunterrichts. Das Konzept der Doppelbesetzung einer Klassenleitung kann im Schulalltag für Lehrkräfte sehr effektiv, zeitsparend und nervenschonend sein. Viel wichtiger ist aber der Wert für die pädagogische Arbeit mit den Schülerinnen und Schülern: Aus deren Sicht – sowie auch aus der Perspektive der Eltern – ist im Bedarfsfall eine bessere Ansprechbarkeit der Klassenleitung gewährleistet. Die wöchentliche Teamstunde kann als eine Art "Sprechstunde" genutzt werden, um sich gegenüber dem Klassenleitungsteam mit Sorgen und Problemen verschiedener Art zu öffnen. "Sechs-Augen-Gespräche" können aber auch von den Klassenlehrkräften initiiert werden, wenn das Arbeits- oder Sozialverhalten einer Schülerin oder eines Schülers dazu Anlass bietet. Zudem finden in diesem Rahmen zu Beginn eines neuen Schuljahres Individualgespräche mit allen Lernenden statt, sofern die Klasse neu gebildet wurde. Je nach Situation erweisen sich unterschiedliche Lehrerpersönlichkeiten in einem Klassenleitungsteam als hilfreich: Beispielsweise kann die äußerst empathische Lehrkraft A besonders gut zuhören und gilt als "Anlaufstelle" mit dem stets offenen Ohr. Dagegen bringt die resolute Lehrkraft B ihre Stärken ins Spiel, wenn es um beherztes Handeln und konsequente Maßnahmen geht. Die Lernenden haben darüber hinaus die Möglichkeit, sich bei ganz sensiblen Themen erst einmal gegenüber einer Klassenlehrkraft ihrer Wahl zu öffnen. Mein Hauptargument für das Konzept der doppelten Klassenleitung ist der Vorteil, der sich aus einem regelmäßigen intensiven Austausch über Schwierigkeiten und Herausforderungen ergibt: Durch die gemeinsame Reflexion im Klassenleitungsteam können Probleme von Schülerinnen und Schülern gründlicher durchleuchtet werden. Vor allem in puncto Maßnahmen hilft die Abstimmung mit der Teampartnerin oder dem Teampartner, mit Besonnenheit und Augenmaß vorzugehen. Besonders für unerfahrene Berufseinsteigerinnen und Berufseinsteiger stellt die Arbeit in einem Klassenleitungsteam eine erhebliche Erleichterung dar – nicht nur im Umgang mit Pflichten und Problemen des Schulalltags, sondern auch beim Planen und Durchführen von Projekten und Klassenfahrten . Mögliche Probleme bei der Umsetzung Die erfolgreiche Realisierung des Konzepts der doppelten Klassenleitung ist in erster Linie abhängig von der Akzeptanz im Kollegium. Eine entscheidende Rolle spielt aber auch die Bereitschaft der Schulleitung, den passenden organisatorischen Rahmen zu schaffen – vor allem im Hinblick auf die Einrichtung der wöchentlichen Teamstunden, in denen beide Klassenlehrkräfte präsent sind. Dies setzt voraus, dass das Konzept als "pädagogische Investition" und nicht als bloße "Ressourcenverschwendung" betrachtet wird. Umsetzungsschwierigkeiten können auch auf der banalen organisatorischen Ebene auftreten. Besonders in der Anfangsphase ist es für viele gewöhnungsbedürftig, zwei Klassenlehrkräfte mit den relevanten Informationen zu versorgen. Eltern müssen beispielsweise lernen, E-Mails mit wichtigen Anliegen an zwei Adressen zu senden. Kommunikationsprobleme können auch auftreten, wenn zum Beispiel das Schulsekretariat nur Klassenlehrkraft B darüber informiert, dass nach den Herbstferien eine neue Schülerin in die Klasse kommt. Miteinander reden und im ständigen intensiven Austausch bleiben ist angesichts solcher Herausforderungen das A und O für die beiden Lehrkräfte, die eine Klasse gemeinsam leiten. Dazu gehören auch Offenheit und Klarheit, was das interne Verhältnis betrifft: Fühlt sich beispielsweise eine der beiden Klassenlehrkräfte von der anderen ausgenutzt oder übergangen, sollte dieses Problem möglich frühzeitig angesprochen und geklärt werden. Demnach ist eine stabile "Harmonie" im Klassenleitungsteam eine wesentliche Erfolgsvoraussetzung für die pädagogische Arbeit. Die Schulleitung sollte angesichts dessen eine eigenständige Teambildung ermöglichen, sodass nur Lehrkräfte zusammenfinden, zwischen denen "die Chemie stimmt". Trotzdem ist die Gefahr zwischenmenschlicher Konflikte damit nicht gebannt. In vielen Fällen versuchen Schülerinnen und Schüler, die Klassenlehrkräfte gegeneinander "auszuspielen", gerade wenn es sich um unterschiedliche Lehrerpersönlichkeiten handelt. In solchen Situationen sollten sich die Lehrkräfte davor hüten, ein Muster anzunehmen, das aus Filmen bekannt ist: "Good Cop vs. Bad Cop". Diese Rollenverteilung spaltet letztlich ein Klassenleitungsteam und widerspricht somit dem Grundgedanken. Ein weiteres Problem, das bei der Umsetzung des Konzepts der doppelten Klassenleitung durchaus auftreten kann, ist der längerfristige – beispielsweise krankheitsbedingte – Ausfall einer Klassenlehrkraft. In diesem Fall ist pragmatisches und lösungsorientiertes Handeln des Kollegiums sowie der Schulleitung gefragt, um ein neues – möglicherweise provisorisches – Klassenleitungsteam aufzustellen. Fazit Das Konzept der doppelten Klassenleitung kann Lehrkräften die pädagogische Arbeit in problematischen Lerngruppen erleichtern. Davon profitieren letztlich auch die Schülerinnen und Schüler sowie deren Eltern. Die Umsetzung kann allerdings von organisatorischen und zwischenmenschlichen Schwierigkeiten behindert werden. Diese sollten den Beteiligten im Vorfeld bewusst sein.

  • Fächerübergreifend

Reduzierung der Regel-Stundenzahl aus Altersgründen: Entlastung für Lehrkräfte erst ab 62?

Fall des Monats

Die Regel-Arbeitszeit für Lehrerinnen und Lehrer wurde in der Vergangenheit bereits um zwei Jahre heraufgesetzt, wie für alle Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer. Bei Lehrkräften gibt es aber die Besonderheit, dass die Bundesländer die Stundenzahl mit zunehmendem Alter reduzieren können. Damit soll die Belastung älterer Lehrerinnen und Lehrer abgemildert werden. Ist eine Anhebung dieser altersbedingten Reduzierung der Unterrichtsverpflichtung von 60 auf 62 Jahre rechtens? Der konkrete Fall Nach der "Verordnung über die Arbeitszeit der Lehrkräfte an öffentlichen Schulen" (ArbZVO-Lehr LSA) des Landesrechtes Sachsen-Anhalt beträgt für Lehrkräfte an Gymnasien die Regel-Stundenzahl 25 Unterrichtsstunden á 45 Minuten. Das bedeutet, vollbeschäftigte Lehrkräfte müssen im Durchschnitt diese Zahl an Stunden wöchentlich erteilen. Lehrerinnen und Lehrer brauchen im höheren Alter jedoch Entlastung. Die Verordnung sah vor, dass ab einem Alter von 60 Jahren die wöchentliche Zahl der Unterrichtsstunden um zwei von 25 auf 23 Stunden reduziert wurde. Das Land hat die Regelung zum 1. Februar geändert. Die bisherige Entlastung der Lehrkräfte sollte erst ab einem Alter von 62 Jahren erfolgen. In dem vorliegenden Fall wehrte sich eine 1960 geborene Lehrerin dagegen. Die Anhebung des Beginns der Altersermäßigung um zwei Jahre für Lehrkräfte, die erst nach dem 31. Juli 2019 ihr 60. Lebensjahr vollendeten, sei mit höherrangigem Recht, insbesondere der Fürsorgepflicht des Dienstherren gemäß Artikel 33 Absatz 5 Grundgesetz (GG) und dem allgemeinen Gleichbehandlungsgebot gemäß Artikel 3 Absatz 1 GG nicht vereinbar. Die Entscheidung des Gerichts Das sah das Oberverwaltungsgericht des Landes Sachsen-Anhalt aber anders und lehnte den Antrag der Lehrerin ab. Am 23. Juni 2021 (AZ: 1 K 132/20) entschied das Oberverwaltungsgericht, dass die geänderte Regelung zulässig sei. Das Rechtsportal anwaltauskunft.de informiert über die Entscheidung. Alter für stundenmäßige Entlastung darf heraufgesetzt werden Die Anhebung des Beginns der Altersermäßigung sei rechtmäßig. Es bestehe kein hergebrachter Grundsatz des Berufsbeamtentums, dass der Umfang der wöchentlichen Unterrichtsverpflichtung einer Lehrkraft im Beamtenstatus aus Altersgründen ermäßigt werden müsse. Eine übermäßige Belastung von Lehrkräften ab 60 Jahren sei nicht erkennbar. Wie für andere Landesbeamtinnen und -beamten auch sei die regelmäßige, wöchentliche Arbeitszeit der im Beamtenverhältnis stehenden Lehrkräfte auf 40 Stunden festgelegt. Bei Lehrkräften bestehe allerdings die Besonderheit, dass ihre Arbeitszeit nur hinsichtlich der eigentlichen Unterrichtsstunden exakt messbar sei. Eine Ermäßigung der Regel-Stundenzahl nach Vollendung des 60. Lebensjahres sei fürsorgerechtlich nicht geboten. Es handele sich vielmehr um eine freiwillige, im Ermessen des Dienstherren stehende Maßnahme der Arbeitserleichterung. Die Beschränkung der Entlastung bei der Unterrichtserteilung auf Lehrkräfte, die das 62. Lebensjahr vollendet haben, stehe auch mit dem Gleichheitssatz des Artikels 3 Absatz 1 GG in Einklang. Im Fall einer Ermäßigung der regelmäßigen Unterrichtsverpflichtung bei älteren Lehrkräften bilde die Vollendung eines bestimmten Lebensalters ein sachliches Differenzierungskriterium. Die Verschiebung des Beginns der Altersermäßigung um zwei Jahre diene dazu, das Regelmaß der Unterrichtsverpflichtung der Lehrkräfte an die bereits um zwei Jahre heraufgesetzte beamtenrechtliche Regel-Altersgrenze anzupassen. Das sei nicht zu beanstanden, so das Gericht.

  • Fächerübergreifend

Digitale Transformation in den Schulen – Wege zu einer wertvollen Zukunft

Fachartikel

Dybuster steht für die Entwicklung eines pädagogisch wertvollen Lernsystems und bietet multisensorische Lernsysteme an, die konsequent nach dem eigens entworfenen 5-Säulen-Prinzip entwickelt wurden. Daraus eröffnen sich für die Zukunft des Lernens ganz neue Perspektiven. Im "Dybuster Future Lab" wird, in Zusammenarbeit mit anerkannten Spezialisten und Hochschulen, geforscht und getüftelt. Die Ergebnisse dieser Forschungsarbeiten fliessen in regelmässigen Updates in die Lernsysteme von Dybuster ein.

  • Fächerübergreifend

Wie kann man Trauer und Tod im Unterricht thematisieren?

Fachartikel
5,99 €

Trauer und Tod sind wichtige Themen, die zum Leben dazugehören. Trauer ist ein alltäglicher Begleiter: Seien es schlechte Noten, ein Streit, die Trennung der Eltern, eine schwere Krankheit in der Familie. Der Tod begegnet einem oft in Filmen, Büchern und den Nachrichten – im eigenen Leben glücklicherweise seltener: Die Oma stirbt nach langer Krankheit, der junge Nachbar ganz unerwartet bei einem Unfall, das Haustier muss eingeschläfert werden, der Vater eines Klassenkameraden stirbt an Krebs. Manchmal stirbt sogar auch eine Mitschülerin oder ein Mitschüler. Wie Trauer und Tod generell und aufgrund eines speziellen Ereignisses im Unterricht thematisiert werden können – darum geht es in diesem Artikel. Was ist Trauer? Trauer ist die seelische Reaktion auf einen Verlust . Diesen zu akzeptieren und zu integrieren, ist schwere Arbeit und ein individueller Prozess , der unterschiedlich lange andauert – manchmal ein ganzes Leben (etwa der Tod der wichtigsten Bezugsperson). Trauer braucht Zeit und Raum sowie viel Verständnis von außen. Das Ausleben und Ausdrücken von Trauergefühlen ist gesund und wichtig, genauso wie stabile Erwachsene, denen man alle Fragen stellen kann, die einen beschäftigen. Dabei variiert das Verständnis von und der Umgang mit Trauer je nach Altersstufe. Barbara Kunz, Kinder- und Jugendlichen-Psychotherapeutin, erklärt, dass Kinder und Jugendliche in Schüben trauern und auch mal einen Schritt in der persönlichen Entwicklung zurückfallen: "Sie können teilweise Fähigkeiten verlieren, die sie schon erworben hatten, zeigen sich zum Beispiel besonders 'kleinkindhaft', brauchen noch mehr Kuscheltiere oder besonders viel Körperkontakt (...). Andere wiederum überspringen auch Entwicklungsschritte, zeigen sich plötzlich viel 'erwachsener' und grübeln (...)". Jugendliche finden oft Trost im Gespräch mit Gleichaltrigen oder durch Ablenkungen. "Je jünger ein Kind ist, desto mehr drückt es sich statt über Worte über sein Verhalten (...), im Spiel und womöglich auch über körperliche Symptome wie zum Beispiel Bauchschmerzen, Unruhe und Schlafstörungen, aus", so Kunz.

  • Religion / Ethik

Tattoo mit Bezug zu rechtsextremer Szene: Kündigungsgrund für Lehrkräfte?

Fall des Monats

Von Lehrerinnen und Lehrern kann Verfassungstreue erwartet werden. Gibt es daran eindeutige Zweifel, könnte eine fristlose Kündigung ausgesprochen werden. Kinder sollen nicht von Personen mit extremistischen Ansichten unterrichtet werden. Reicht ein Tattoo mit einem verfassungswidrigen Spruch oder Symbol als Grund für eine fristlose Kündigung? Der konkrete Fall Hin und wieder blitzte es heraus: Neben zahlreichen anderen Tätowierungen hatte der Lehrer über dem Oberkörper eine leicht sichtbare Tätowierung mit dem Spruch "Meine Ehre heißt Treue" in Frakturschrift, wie sie auch in der rechtsextremen Szene verwendet wird. Dies war der Wahlspruch der Schutz-Staffel (SS). Als Kennzeichen einer verfassungswidrigen Organisation ist seine Verwendung strafbar (§ 86a StGB). Als diese Tätowierung aufgefallen ist, erhielt er die außerordentliche Kündigung. Er versuchte sich damit zu verteidigen, dass unterhalb des Hosenbundes noch die Worte "Liebe Familie" standen. Dies sei der Bezug zum Tattoo oben. Zusätzlich nahm er nach der Kündigung eine Abänderung der Tätowierung vor. Die Entscheidung des Gerichts Nach Ansicht des Landesarbeitsgerichts Berlin-Brandenburg ist die außerordentliche Kündigung einer Lehrkraft mit Tätowierungen, wie sie in rechtsradikalen Kreisen verwendet werden, rechtmäßig. Das Rechtsportal anwaltauskunft.de informiert über die Entscheidung vom 11. Mai 2021 (AZ: 8 Sa 1655/20). Letztendlich hatte dem Lehrer auch nicht geholfen, dass er das Tattoo kurzfristig geändert hatte. Von Lehrkräften wird Verfassungstreue verlangt Die Kündigung war rechtmäßig. Nach Auffassung des Landesarbeitsgerichts ließen die Tätowierungen auf eine fehlende Eignung als Lehrkraft schließen. Dazu gehöre auch die Gewähr der Verfassungstreue, urteilte das Gericht. Aus den zum Zeitpunkt der Kündigung vorliegenden Tätowierungen, wie "Meine Ehre heißt Treue" in Frakturschrift über dem Oberkörper könne auf eine fehlende Verfassungstreue geschlossen werden. Die ergänzenden Worte "Liebe Familie" unterhalb des Hosenbundes änderten hieran nichts, da diese regelmäßig nicht zu sehen seien. Der Kündigungsgrund muss zum Zeitpunkt der Kündigung vorliegen – deshalb änderte sich auch nichts durch die zwischenzeitliche Abänderung oder Ergänzung der Tätowierung. Da die Kündigung bereits mit Kenntnisnahme wirksam sei, kam es auf die vorliegende, bisher nicht rechtskräftige strafgerichtliche Verurteilung nach § 86a StGB (Verwendung von Kennzeichen verfassungswidriger Organisationen) nicht mehr an.

  • Fächerübergreifend

Wie funktioniert eine Windkraftanlage?

Fachartikel
5,99 €

In diesem Fachartikel wird mithilfe zahlreicher Abbildungen, Grafiken und Fotos anschaulich erklärt, wie Windkraftanlagen aufgebaut sind und wie die kinetische Energie des Windes zu Strom umgewandelt wird. Schon seit Jahrhunderten wird die Windenergie von der Menschheit genutzt – sei es zur Fortbewegung von Segelschiffen oder zum Verrichten von mechanischer Arbeit in Form von Windmühlen. Heute zählt die Windenergie zu den bedeutendsten Energiegewinnungsverfahren. So waren Ende 2020 in Deutschland 31.109 Windkraftanlagen (onshore und offshore) mit einer Gesamtleistung von circa 62,7 Gigawatt zur Stromerzeugung in Betrieb, was der Leistung von über 50 Kernkraftwerken entspricht! Somit hat die Windenergie mittlerweile bereits einen Anteil von rund 25 Prozent am nationalen Stromverbrauch erreicht. Funktionsweise einer Windkraftanlage Windkraftanlagen wandeln die kinetische Energie des Windes mithilfe seiner Rotorblätter in eine mechanische Drehbewegung um, die ihrerseits einen an die Drehachse gekoppelten Generator antreibt, der Strom erzeugt (Abbildung 1). Dabei werden zwei unterschiedliche Konstruktionen verwendet – zum einen Anlagen mit Getriebe (Abb. 1 a) sowie Anlagen ohne Getriebe (Abb. 1 b):

  • Physik / Astronomie / Technik / Sache & Technik

Interview: Motivationsförderung im digitalen Unterricht

Fachartikel
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In diesem Interview beantwortet Dr. Ria Nolte, promovierte Pädagogin und Lehrerin für Geographie, Mathematik und Darstellendes Spiel, Fragen rund um das Thema "Motivationsförderung im digitalen Unterricht". Dabei wird auch auf eine lernförderliche Unterrichtsgestaltung, die Rolle der Lehrkraft sowie Lernumgebungen im Präsenz-Unterricht eingegangen. Was ist Motivationsförderung? Wenn man von der Motivation als Gesamtheit der Beweggründe, die zur Handlungsbereitschaft führen, ausgeht, dann bedeutet Motivationsförderung ganz einfach gedacht, das Verändern beziehungsweise Aktivieren der Zielausrichtung, um das Handeln mehr oder weniger dauerhaft in eine bestimmte Richtung zu leiten. Die Grundmotive Zugehörigkeit, Macht und Leistung spielen dabei eine maßgebliche Rolle. Hier merkt man schon, dass die Motivationsförderung sowohl positiv als auch negativ ausgerichtet sein kann. Welche Möglichkeiten beziehungsweise Grenzen der Gestaltung lernförderlicher Unterrichtsgestaltung gibt es? Einerseits gibt es die Möglichkeit, Motivation über Ängste und Befürchtungen zu beeinflussen. Der Kampf gegen Wertlosigkeit, Ohnmachtsgefühle oder Versagen als ein Weg der Motivationsförderung bringt aus meiner Sicht nur kurzzeitig Erfolge mit sich. Das Ankämpfen gegen etwas ist stets von Stress und innerer Unruhe begleitet. Auch das ständige Verweisen auf Arbeiten und Prüfungen gehört dazu. Viel zielgerichteter und dauerhaft orientierend sind positive Ausrichtungen wie Zuwendung, Geborgenheit oder Vertrauen. Auch das Erkennen, welche Wertigkeit man in einer Gruppe innehat, dass die eigene Kreativität, die Neugier und auch die eigenen Leistungen anerkannt und geachtet werden, führen zu einer langfristigen Ausrichtung und der Entwicklung intrinsischer Motive des Handelns. Welche Rolle kommt der Lehrkraft zu? Das bedeutet für die Lehrkraft, dass sie alle Lernenden in ihrer Person beachten darf und muss, sie wertschätzend begleitet. Und ich bin der Überzeugung, dass nur mit dem Kind gemeinsam positiv orientierte Motive aktiviert werden können. Wir dürfen auf keinen Fall davon ausgehen, dass Schülerinnen und Schüler nur von uns etwas lernen wollen. Auch wir sind ihnen gegenüber Lernende. Eine Motivationsförderung von oben herab ist nicht mehr zeitgemäß. Doch manche Lehrkraft verwechselt dies mit Kumpelhaftigkeit und hat Ängste, an Respekt zu verlieren. Doch es ist offensichtlich: Wenn man den Lernenden keine Wertschätzung entgegenbringt, braucht man auf ihren Respekt nicht zu hoffen. Welche Unterschiede gibt es hinsichtlich der Motivationsförderung in digitalen Lernumgebungen und jener im Präsenz-Unterricht? In digitalen Lernsequenzen gelten die oben genannten Prinzipien ganz genau so, denn gerade das Arbeiten allein zu Hause ohne Feedback zeigt, wie problematisch eine fehlende Wertung für Kinder ist. Doch unter eine Arbeit nach der Korrektur mal ganz schnell eine positive Bemerkung schreiben oder ein Smiley setzen, ist je nach Art des digitalen Unterrichts kaum möglich. Hier erscheint es sehr wichtig, sich Zeit zu nehmen und allen Lernenden nach einer gewissen Zeit eine individuelle schriftliche Rückmeldung zu übermittelten. Auch eine Audiodatei birgt Möglichkeiten in sich, individuell Aufgaben zu werten und wertzuschätzen. Die positive Verstärkung bei Video-Konferenzen kann natürlich auch durch verbales Lob und Ermutigung sehr gut erfolgen. Virtuelle Gruppen-Räume bieten eine gute Möglichkeit dies auch in einem ganz persönlichen Gespräch zu tun. Inwiefern eröffnen digitale Lernumgebungen neue Chancen und Wege? Ich sehe hier die Chance, neu über Bewertungen und Benotung nachzudenken. Diese Art von Motivationsförderung muss aus meiner Sicht, da sie für viele Menschen negativ orientiert und stressbezogen ist, überdacht werden. Auch das prozessbegleitende Werten ist hier so gut wie nicht relevant, da es immer subjektiver wird. Gleichzeitig durfte ich feststellen, dass die Schülerinnen und Schüler in dieser Zeit einen ungeheuren Zuwachs an Kompetenzen im Bereich der Selbstorganisation und Selbstständigkeit verzeichnen konnten und mussten. Ihnen das auch aufzuzeigen und nicht nur den Wert auf den nicht erteilten Unterrichtsstoff zu legen, ist eine der Aufgaben, die wir Lehrkräfte im Blick haben sollen. Wie kann Motivation in digitalen Lernumgebungen konkret gefördert werden? Wenn ich von digitaler Lernumgebung spreche, meine ich nicht, dass Schülerinnen und Schüler nur per Computer Aufgaben bekommen, die sie dann an die Lehrkraft zurückschicken. Digitale Lernumgebung ist für mich Unterricht mit einem großen Anteil an digitaler Präsenz der Hauptakteure. Das bedeutet, dass ich als Lehrperson da sein muss, wenn es Fragen gibt. Ich habe die Aufgabe, den Unterricht auch transparent für die Lernenden zu gestalten, sie in die didaktischen Schrittfolgen einzuführen, damit sie wissen, was sie warum und wann machen können, um die Inhalte zu erarbeiten, zu verstehen und zu transformieren. Motivation ist immer wieder ein sehr spannendes und viel diskutiertes Thema. Ich gehe immer wieder davon aus, dass ich Motivation in anderen Menschen nicht schaffen kann. Ich kann meinen Schülerinnen und Schülern einen Stups geben, damit sie Möglichkeiten finden, in dem zu vermittelnden Stoff Dinge zu finden, die sie interessieren, die sie eventuell benötigen oder die sie als wichtig erachten, um etwas zu erreichen. Auf dieser Grundlage gehe ich immer wieder von den individuellen Interessen, den Alleinstellungsmerkmalen der Klasse aus und nehme die Lernenden mit auf die Reise. Bereits bei Planung der Unterrichtseinheiten, auch in digitaler Arbeitsweise, frage ich nach Interessen oder speziellen Themenschwerpunkten, die besonders interessieren. Auch Diskussionen über die Notwendigkeiten oder die Hintergründe von Unterrichtsinhalten sind ein gutes Mittel. In Video-Konferenzen lässt sich das sehr gut über virtuelle Gruppen-Räume organisieren. Auch Wertungen und Feedback in digitaler Form können dazu beitragen, dass Motivation entsteht. Wer wertgeschätzt wird, arbeitet gern mit demjenigen zusammen, der ihn wertschätzt, auch wenn das Thema mal nicht so interessant ist. Welche Learnings können aus Pandemiezeiten mit in die Unterrichtsgestaltung für "danach" mitgenommen werden? Die Planung von Unterricht ist keine Einbahnstraße. Überlegungen zu Bewertungsmöglichkeiten sind sowohl für Präsenz- als auch für digitale Unterrichtssequenzen einzuplanen. Die Auswahl des Materials unterliegt massiven Veränderungen. Arbeit mit digitalen Video-Clips ist kein Ersatz, jedoch ein Hilfsmittel, das wir einsetzen sollten, beispielsweise, wenn wir nicht vor Ort sein können. Unser Geschick ist gefragt, digital zur Verfügung stehende Unterrichtsmaterialen auszuwählen und bewusst in den gemeinsamen Unterricht zu integrieren. Die Lernenden sollten und können bei der Auswahl behilflich sein. Auch im digitaler Zeit gilt: Ein gesunder Wechsel zwischen verschiedenen Methoden bereichert den Unterricht. Noch mehr sollen wir darauf achten, dass alle dabei sind und mitarbeiten. Zumeist geht es nur über die Kontrolle der Ergebnisse. Die Bewertung von Mitarbeit muss angepasst werden. Schülerinnen und Schüler können sich sehr wohl selbst organisieren. Wir müssen es nur eher einführen und immer wieder praktizieren. Das Arbeiten mit digitalen Aufzeichnungen kann und soll bereits sehr zeitig Eingang in den Präsenz-Unterricht finden. Ein Verbot von Handys im Unterricht ist nicht mehr zeitgemäß und reißt uns viele Möglichkeiten des digitalen Arbeitens schon in Präsenz-Phasen aus der Hand. Wertschätzung ist der wichtige Faktor, der dieses Arbeiten möglich macht. Wenn ich Schülerinnen und Schüler wertschätze, dann kann auch ich mit Respekt rechnen. Schule wird und muss sich verändern. Die Gesellschaft ist schon mittendrin. Lernen wir also von unseren Schülerinnen und Schülern sowie ihren Eltern.

  • Fächerübergreifend

Skillstar – ein Serious Game zu Verbraucherthemen

Fachartikel

Die neue, kostenfreie Spiele-App "Skillstar – Erfülle die Mission Verbraucherhelden" vermittelt Jugendlichen und jungen Erwachsenen Kompetenzen aus den Bereichen Medien, Finanzen und Nachhaltigkeit. Im Spiel geht es darum, verbraucherbezogene Inhalte sichtbar und erlebbar zu machen und dadurch Kompetenzen im Sinne eines reflektierten und selbstbestimmten Verbraucherverhaltens aufzubauen.

  • Politik / WiSo / SoWi / Fächerübergreifend / Biologie / Ernährung und Gesundheit / Natur und Umwelt / Ernährung & Gesundheit / Gesundheitsschutz / Pflege, Therapie, Medizin

EUROPA – Unsere Geschichte

Fachartikel / Video-Tutorial

Diese Übersicht zu "Europa – Unsere Geschichte" informiert über ein vierbändiges Geschichtslehrwerk für Gesamtschulen und Gymnasien der Sekundarstufe I in den 16 deutschen Bundesländern und in Polen. Das gesamte Lehrwerk ist das Ergebnis einer engen deutsch-polnischen Zusammenarbeit. Band 4 der Schulbuchreihe ist mit dem renommierten Preis "Schulbuch des Jahres 2021" ausgezeichnet worden.

  • Geschichte / Früher & Heute

Corona-Tests: Beaufsichtigung durch Lehrkräfte?

Fall des Monats

Zur Vorbeitung des Unterrichts waren und sind Corona-Selbsttests weiterhin vorgeschrieben. Bislang reichte es in einigen Bundesländern aus, wenn Schülerinnen und Schüler negative Selbsttests mitbringen. In anderen sollen die Tests in der Schule unter Aufsicht durchgeführt werden. Dabei stellt sich die Frage, ob Lehrerinnen und Lehrer verpflichtet sind, diese Tests durchzuführen oder zu beaufsichtigen. Der konkrete Fall Das Rechtsportal anwaltsauskunft.de informiert über eine Gerichtsentscheidung, die diese Frage zum Gegenstand hatte, sowie über die Auswirkungen. Eine Lehrerin aus Nordrhein-Westfalen wollte mittels einer Antragsstellung dagegen vorgehen, dass ihr als Lehrkraft die Aufgabe zufiel, Schülerinnen und Schüler bei der Durchführung von Corona-Schnelltests zu beaufsichtigen. Die Entscheidung des Gerichts Das Verwaltungsgericht Münster lehnte den Antrag der Lehrerin am 03. Mai 2021 (AZ: 5 L 276/21) ab und entschied, dass Lehrkräfte verpflichtet sind, Schülerinnen und Schüler an ihrer Schule bei der Anwendung von Selbsttests auf eine Corona-Infektion anzuleiten und zu beaufsichtigen. Letztlich dient dies der sicheren Durchführung des Präsenz-Unterrichts. Pflicht zur Anleitung und Beaufsichtigung von Corona-Selbsttests? Die Verzweiflung der Lehrerin war groß. Nach ihrer Meinung war sie "zu einer Tätigkeit verpflichtet, die außerhalb ihrer Ausbildung, ihres Berufsbildes und ihrer Qualifikationen liege und vielmehr als Tätigkeit auf dem allgemeinen staatlichen Gebiet der öffentlichen Gesundheitspflege anzusehen" sei. Auch würde sie einer unzumutbaren Gesundheitsgefährdung ausgesetzt, da sie selbst noch nicht geimpft sei. Die Lehrerin konnte sich jedoch nicht durchsetzen. Das Gericht wies ihren Antrag ab. Es hielt die Anweisung zur Beaufsichtigung der Schülerinnen und Schüler bei der Durchführung der Selbsttests auf eine Corona-Infektion für gerechtfertigt. Dies verletze auch nicht ihre Rechte. Lehrerinnen und Lehrer über Unterricht hinaus verpflichtet Ferner sei die Antragstellerin rechtlich verpflichtet, ihre Kernaufgabe der Unterrichtserteilung zu erfüllen. Grundsätzlich erfolge dies in persönlicher Präsenz. Die nach der Corona-Betreuungsverordnung des Landes Nordrhein-Westfalen zweimal wöchentlich durchzuführenden Selbsttests dienten der möglichst sicheren Durchführung des Präsenz-Unterrichts. Ebenfalls für die Aufsicht durch Lehrkräfte. Auch das Argument der Gesundheitsgefährdung lehnte das Gericht ab. Aus dem Anspruch auf Fürsorge ergebe sich kein Anspruch auf eine "Nullrisiko-Situation". Während einer Pandemie könne kein allumfassender Gesundheitsschutz gewährleistet werden. Dies gelte insbesondere vor dem Hintergrund, dass Schulen Gemeinschaftseinrichtungen im Sinne des Infektionsschutz-Gesetzes seien. In diesen gebe es eine allgemeine Infektionsgefährdung. Denen setze sich eine Lehrkraft aufgrund ihrer Dienstleistungspflicht grundsätzlich aus. Richter sahen keine unzumutbare Gefährdung der Gesundheit Zudem sei sie nicht einer unzumutbaren Gesundheitsgefährdung ausgesetzt. Die vom Antragsgegner und der Schulleitung vorgenommene konkrete Ausgestaltung der Aufsicht reduziere das Risiko einer Erkrankung auf ein hinnehmbares Maß. Die allgemeine Beratungs-, Betreuungs- und Aufsichtspflicht für Lehrerinnen und Lehrer an öffentlichen Schulen umfasse auch die Durchführung von Selbsttests. Von einer Tätigkeit im Bereich der allgemeinen Gesundheitspflege könne keine Rede sein.

  • Fächerübergreifend

Junior-Ingenieur-Akademie: Didaktische Grundlagen für Technik-Projekte

Fachartikel

Dieser Beitrag gibt Ihnen einen Überblick über die beiden Handreichungen "Einführung in Projekte der Junior-Ingenieur-Akademie" und "Ein Projekt der Junior-Ingenieur-Akademie 'mehrdimensional' planen und präsentieren" von Dr. Martin Binder von der PH Weingarten. Die Handreichungen wurden im Kontext des von der Deutsche Telekom Stiftung geförderten Programms "Junior-Ingenieur-Akademie" veröffentlicht und stehen vollständig zum Download zur Verfügung. Einführung in Projekte der Junior-Ingenieur-Akademie Die Handreichung gliedert sich in zwei Teile: Der erste Teil "Zum Gegenstand der Technikbildung" beschäftigt sich mit dem Technikbegriff und der technischen Gestaltung. Dabei werden der Begriff und die verschiedenen Ebenen der Technik näher erläutert. Was ist Technik überhaupt und wieso ist Technik so und nicht anders? Neben den Verwendungs- und Entstehungszusammenhängen von Technik geht der Autor auf das Modell von Günther Rodolph ein, um die Dimensionen von Technik zu beschreiben. Im zweiten Teil "JIA im Bildungskontext" ordnet der Autor die Technik und die Junior-Ingenieur-Akademie in den MINT- und den allgemeinen Bildungskontext ein. Er gibt methodische Hilfen und Tipps, um Projekte im Rahmen einer Junior-Ingenieur-Akademie zu planen. Dabei gibt er praxisnahe Beispiele und Umsetzungsmöglichkeiten, die nah an der Lebenswelt der Schülerinnen und Schüler orientiert sind. Die Handreichung schließt mit Hinweisen zur Organisation des Unterrichts und umfasst rechtliche Punkte, die eine Lehrkraft bei der Planung und Durchführung von Projekten beachten sollte. Ein Projekt der Junior-Ingenieur-Akademie "mehrdimensional" planen und präsentieren Diese Handreichung ist ebenfalls in zwei Abschnitte gegliedert. Im ersten Teil "Planung eines JIA-Projekts" nennt der Autor die wichtigsten Schritte, die eine Lehrkraft beachten muss, um eine Projektidee erfolgreich zu planen. Außerdem greift er noch einmal theoretische Aspekte der Technik und der Junior-Ingenieur-Akademie auf. Dabei betont der Autor immer wieder, dass Technik per se auf eine praktische Umsetzung ausgelegt ist und daher in der Technik die Praxis in aller Regel der Theorie vorausgeht. Im Technik-Unterricht und im Rahmen der Junior-Ingenieur-Akademien entstehen häufig Produkte, die zwar erkennen lassen, mit welchem Thema sich die Lerngruppe auseinandergesetzt hat. Dennoch ist es für Außenstehende meist nicht einfach zu erkennen, welche Lernleistungen damit erbracht wurden. Daher ist es wichtig zu lernen und zu verstehen, wie Ergebnisse und Projekte präsentiert werden können. Im zweiten Teil "Präsentation eines JIA-Projektes" widmet sich der Autor daher der Präsentation am Beispiel eines fiktiven Schach-Projekts in der Junior-Ingenieur-Akademie.

  • Technik / Sache & Technik / Elektrotechnik / Informationstechnik / Metalltechnik

Fortbildungsangebot in Form von Fachartikeln

Lehrer-Online ist eine zentrale Anlaufstelle für Lehrkräfte, die eine umfassende Sammlung an Fachartikeln bereitstellt, um Lehrerinnen und Lehrern in ihrer täglichen Arbeit und Weiterbildung zu unterstützen. Mit einer breiten Palette an Themen, von Didaktik und Methodik über Klassenmanagement bis hin zu den neuesten Trends in der Bildungslandschaft, bietet Lehrer-Online wertvolle Einblicke und praktische Tipps, die direkt im Klassenzimmer angewendet werden können. Unsere Fachartikel sind von Expertinnen und Experten verfasst und auf die Bedürfnisse moderner Lehrkräfte zugeschnitten.

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