Bleiben Sie neugierig: Entdecken Sie unsere Fachartikel zu praxisnahen Themen und lernen Sie neue Methoden und Werkzeuge kennen, um die täglichen Herausforderungen im Schulalltag zu meistern. 

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Mobilfunk im Unterricht

Fachartikel / Video-Tutorial

Mobile Kommunikation – Wie funktioniert das eigentlich? Dieses Informationsangebot, bestehend aus einem E-Magazin für Lehrkräfte sowie einem unterrichtsbegleitenden Online-Lernmodul für Schülerinnen und Schüler ab Klasse 7, nimmt Sie mit auf eine spannende Reise in die Welt des Mobilfunks. In sieben Kapiteln erkunden Lernende die Technologien und Grundlagen des Mobilfunks, elektromagnetische Wellen, Wechselwirkungen zwischen Körper und Materie und erfahren mehr über Rohstoffe in Smartphones und Nachhaltigkeit im Mobilfunk-Sektor. Jugendliche verbringen einen Großteil ihrer Freizeit am Smartphone – sie surfen, telefonieren und streamen Serien. Mobile Kommunikation ist für sie und für uns alle ein integraler Bestandteil des Alltags und damit von gesellschaftlicher Relevanz. Nicht nur deshalb muss das Thema in Schule und Unterricht integriert werden. Auch wenn für Jugendliche die Nutzung im Vordergrund steht, werden im E-Magazin sowie im begleitenden Online-Modul für Schülerinnen und Schüler physikalische und technische Aspekte verständlich dargestellt: Elektromagnetische Felder, Aufbau unseres Mobilfunknetzes, Übertragungswege von Daten und vieles mehr. In einer Zeit, in der die Nutzung von Technologie einen immer größeren Stellenwert einnimmt, wird es immer wichtiger, den Schülerinnen und Schülern ein Bewusstsein für nachhaltige Kommunikation zu vermitteln. Dabei geht es nicht nur um ein grundlegendes Verständnis der Funktionsweise der Mobilfunktechnologie und einen verantwortungsvollen Umgang mit Mobilfunkgeräten, sondern auch um den Einfluss von Technik auf die Umwelt . Denn die Nutzung von elektronischen Geräten verbraucht Ressourcen und sollte möglichst umweltfreundlich gestaltet werden. Ebenso gilt auch für den Mobilfunkbereich: Moderne Technologien tragen schon heute zur Energieeffizienz und Ressourcenschonung bei.

  • Physik / Astronomie

Dienstunfallschutz bei Verletzung durch einen Kollegen

Fall des Monats

Ein aktuelles Urteil des Bundesverwaltungsgerichts wirft Fragen auf: Wann wird ein Zwischenfall unter Lehrkräften während der Dienstzeit als Dienstunfall betrachtet? Der Fall, ausgelöst durch einen vermeintlichen Spaß unter Kolleginnen und Kollegen, könnte wegweisend für den Dienstunfallschutz von Lehrkräften sein. Erfahren Sie mehr über die brisanten Details und die potenziellen Auswirkungen dieser Entscheidung auf den Bildungsbereich. Bundesverwaltungsgericht sieht Parallelen zwischen Polizei und Lehrkräften Bei Verletzungen auf Dienstreisen steht oft die Frage im Raum, ob es für die Betroffenen einen besonderen Dienstunfallschutz gibt. Ein höchstrichterlicher Fall betrifft zwar die Bundespolizei, aber das Bundesverwaltungsgericht hat ausdrücklich einen Vergleich zu Lehrerkräften bei einem Schullandheimaufenthalt gezogen. Im Kern ging es darum, ob und unter welchen Umständen Verletzungen als Dienstunfälle anerkannt werden können. Besondere Brisanz bekam dieser Fall, da er durch einen vermeintlichen Spaß unter Kolleginnen und Kollegen ausgelöst wurde. Das Bundesverwaltungsgericht hat mit Urteil vom 13. Juli 2023 (AZ: 2 C 3/22) entschieden, dass auch dieser Unfall grundsätzlich der Dienstunfallfürsorge des Dienstherrn unterliegt. Die rechtliche Grundlage dafür ist § 31 BeamtVG, so das Rechtsportal anwaltauskunft.de . Danach ist ein Dienstunfall ein auf äußerer Einwirkung beruhendes, plötzliches, örtlich und zeitlich bestimmbares, einen Körperschaden verursachendes Ereignis, das in Ausübung oder infolge des Dienstes eingetreten ist. Und dies kann tagtäglich auch bei Lehrerinnen und Lehrern geschehen. Unfall durch Scherz unter Kollegen: Dienstunfallschutz auch bei nicht dienstlich veranlasstem Verhalten Es geschah in der Pause, zwei Beamte waren dort im Dienstgebäude während der Dienstzeit. Dabei scherzten sie miteinander, einer der beiden knuffte den anderen mit dem Ellenbogen in den Rücken. Die Folge: Der Mann verlor das Gleichgewicht, fiel unglücklich zu Boden und verletzte sich am Knie. Er beantragte Leistungen der Dienstunfallfürsorge, insbesondere Verletztengeld und Heilbehandlungskosten. Der Antrag wurde abgelehnt, da der Unfall nicht in Ausübung des Dienstes geschehen sei. Dagegen klagte der Beamte – und bekam höchstrichterlich Recht. Bundesverwaltungsgericht: Scherz unter Kollegen während der Dienstzeit ist Dienstunfall Das Bundesverwaltungsgericht hat entschieden, dass der Unfall in Ausübung des Dienstes geschehen ist. Der Beamte befand sich zum Zeitpunkt des Unfalls im Dienstgebäude und während der Dienstzeit. Der Unfall wurde durch einen Scherz unter Kollegen ausgelöst, der zwar nicht dienstlich veranlasst war, aber im Zusammenhang mit der Dienstausübung stand. Es kommt auf den Einzelfall an, entschied das Gericht. Insofern muss genau geprüft werden, ob ein Unfall im Dienst geschehen ist. In diesem Fall hat der Beamte mit seinen Kollegen gescherzt, während sie sich im Dienstgebäude aufhielten. Das war zwar nicht dienstlich veranlasst, aber dennoch im Zusammenhang mit der Dienstausübung. Der Beamte befand sich in einer Pause, die er zur Erholung von seinen dienstlichen Aufgaben nutzte. Der Scherz war daher Ausdruck einer lockeren und freundlichen Atmosphäre, die im Dienstalltag nicht unüblich ist. Der Beamte hat daher Anspruch auf Leistungen der Dienstunfallfürsorge. Relevanz für Lehrerinnen und Lehrer Der Schutz im Rahmen der Dienstunfallfürsorge gilt nicht uneingeschränkt. Maßgeblich ist dabei, ob der Unfall in einem engen natürlichen Zusammenhang mit den dienstlichen Aufgaben oder dienstlich notwendigen Verrichtungen des Beamten steht. Hierzu entschied das Bundesverwaltungsgericht: "Leisten Beamte – wie Lehrer während eines Schullandheimaufenthalts – Dienst außerhalb ihres eigentlichen Dienstortes, so genießen sie hierbei Dienstunfallschutz, wenn die konkrete Tätigkeit, bei der sich der Unfall ereignet hat, im engen natürlichen Zusammenhang mit ihren dienstlichen Aufgaben oder dienstlich notwendigen Verrichtungen besteht." Weiterführende Informationen unter: www.anwaltauskunft.de .

  • Fächerübergreifend

Nachhaltigkeit erleben mit der App ProtAct17

Fachartikel / Video-Tutorial

Was können wir heute tun, damit wir auch morgen auf unserem Planeten ein gutes Leben führen können? Das können Kinder zuhause oder in der Schule mit ihren Klassen herausfinden – mit der App ProtAct17. Die App richtet sich an Kinder ab acht Jahren und leitet sie an, die Umwelt zu schützen (engl. protect) und im Sinne der 17 Nachhaltigkeitsziele der Vereinten Nationen aktiv zu werden (engl. act). Sie richtet sich an Kinder ab acht Jahren, vermittelt Wissen altersgerecht und interaktiv und weckt durch virtuelle und reale Experimente die Neugier und den Forschergeist. Vor allem aber: sie zeigt eigene – wenn auch kleine – Handlungsmöglichkeiten für die jungen Forscherinnen und Forscher auf.

  • Chemie / Natur & Umwelt / Biologie / Ernährung und Gesundheit / Natur und Umwelt / Ich und meine Welt / Fächerübergreifend

Classroom-Management in Internationalen Förderklassen

Fachartikel
5,99 €

Dieser Fachartikel zum Thema "Classroom-Management in Internationalen Förderklassen" bietet Ihnen auf der Basis von Erfahrungen unseres Autors Lars Fedeler praktische Impulse zur Klassenführung und Strukturgebung in Lerngruppen für Schülerinnen und Schüler mit Migrationshintergrund. Classroom-Management Der Begriff Classroom-Management ist bereits seit vielen Jahren fest im pädagogischen Grundwortschatz verankert und dürfte Ihnen zumindest im Referendariat schon einmal begegnet sein. – Zur Erinnerung: Classroom-Management bezeichnet sämtliche Aktivitäten von Lehrkräften, die zur Gestaltung einer produktiven Lernumgebung erforderlich sind. Diese Maßnahmen der Klassenführung und Strukturgebung bilden die Voraussetzung für Unterrichtsqualität. Dabei bezieht sich die Qualität des Unterrichts nicht bloß auf den Bereich der fachlichen Kompetenz, sondern auch auf die Sozialkompetenz der Lernenden. Classroom-Management ist nicht nur die Aufgabe der Klassenlehrkraft, sondern aller Fachkolleginnen und Fachkollegen, die zusammen ein Klassenteam bilden. Gerade in Internationalen Förderklassen hängt der pädagogische Erfolg entscheidend von der Kooperation des Lehrkräfte-Teams ab.

  • DaF / DaZ / Fächerübergreifend

Gesund und erfolgreich durchs Referendariat: ein Schlüssel gegen den Lehrkräftemangel?

Fachartikel / Video-Tutorial

Innerhalb der digitalen Veranstaltungsreihe "Bildung4Future" diskutierten am 02. November 2023 angehende Lehrkräfte und Vertreterinnen und Vertreter aus Bildungspolitik und Wissenschaft über die vielschichtigen Gründe, das Referendariat abzubrechen. Was sind die Erkenntnisse aus der empirischen Forschung und wie können sie für die Bildungspraxis hilfreich genutzt werden? Und wie können Referendarinnen und Referendare zeitnah und zielführend so unterstützt werden, dass sie gesund und erfolgreich durch die schulpraktische Vorbereitungszeit kommen? Problemlage: Referendariat, Gesundheit und Lehrkräftemangel Eigentlich soll das 18-monatige Referendariat Uniabsolventinnen und -absolventen fit für den Lehrberuf machen, doch oft passiert genau das Gegenteil. Viele Anwärterinnen und Anwärter kommen niemals als examinierte Lehrkraft in der Schule an und brechen die Vorbereitungszeit ab. Was sind die Gründe? Vom Praxisschock ist die Rede, da man im Referendariat zum ersten Mal vor einer Schulklasse steht, von Prüfungsdruck, zu vielen Arbeitsstunden, Überforderung, Versagensangst. Die Folgen: Burnout-Risiken , Mental Load , Stresssymptome und Gedanken, den Lehrberuf aufzugeben. Überall fehlen Lehrkräfte und Deutschland kann es sich nicht leisten, dass gut ausgebildete Lehramtsanwärterinnen und -anwärter ihren Berufswunsch aufgeben. Eine Reform des Referendariats ist nötig, denn junge und motivierte Lehrkräfte sind auf lange Sicht der beste Schlüssel gegen den Lehrermangel.

  • Fächerübergreifend

Schulplatzvergabe bei Spezialschulen: Ein Urteil wirft Licht auf die Kriterien

Fall des Monats

Die Vergabe von Schulplätzen sorgt oft für Diskussionen. Welche Kriterien entscheiden darüber, wer einen begehrten Platz erhält? Ein aktuelles Urteil des Oberverwaltungsgerichts Berlin-Brandenburg gibt Einblicke in die Mechanismen und Kriterien bei der Schulplatzvergabe. Erfahren Sie, wie das Gericht den Streit um die Aufnahme einer Schülerin in ein Gymnasium mit besonderer Prägung entschied und welche Rolle Noten spielen. Der konkrete Fall: Schulplatzvergabe bei Spezialschulen Die Vergabe von Schulplätzen, insbesondere an Schulen mit besonderer pädagogischer Prägung, ist ein oft diskutiertes Thema. Es betrifft viele Eltern und Erziehungsberechtigte. Welche Kriterien müssen erfüllt sein, um einen der begehrten Plätze zu ergattern? Wie gerecht ist der Auswahlprozess? Ein kürzlich gefälltes Urteil des Oberverwaltungsgerichts Berlin-Brandenburg gibt Aufschluss über die Mechanismen und Kriterien, die bei der Vergabe von Schulplätzen an einer speziellen Bildungseinrichtung berücksichtigt werden. Das Oberverwaltungsgericht Berlin-Brandenburg hat am 13. Oktober 2023 (AZ: OVG 3 S 95/23) entschieden, dass die Beschwerde der Antragstellerinnen gegen die Nichtaufnahme einer Schülerin in ein Gymnasium mit besonderer pädagogischer Prägung abgewiesen wird. Als maßgebliche Rechtsgrundlage für die Auswahlentscheidung zog das Gericht den § 5 Abs. 2 Aufnahme-VO SpP heran. Dieser legt fest, dass die Auswahl der Schüler anhand der Notensumme aus vier Fächern (Deutsch, Fremdsprache, Mathematik und Sachunterricht) erfolgt, erläutert die Deutsche Anwaltsauskunft, das Rechtsportal des Deutschen Anwaltvereins. Antrag zur Aufnahme ins Gymnasium Das Mädchen wollte zum Schuljahr 2023/2024 vorläufig in die Jahrgangsstufe 5 des betroffenen Gymnasiums aufgenommen zu werden. Das Verwaltungsgericht Berlin hatte dies abgelehnt. Grund dafür war die Auswahlregelung für die 60 zur Verfügung stehenden Plätze in den grundständigen bilingualen Zügen der Schule. Die Schülerin war nicht in die Auswahlgespräche einbezogen worden, da ihre Notensumme nur aus den Fächern Deutsch, Mathematik und Sachunterricht gebildet wurde, nicht jedoch aus einer Fremdsprache. Entscheidung des Gerichts: Aufnahmeverordnung in Schulen Das Oberverwaltungsgericht hielt die Entscheidung des Verwaltungsgerichts für rechtmäßig. Da im Fall der Antragstellerin eine Note im Fach Fremdsprache fehlte, konnte sie nicht in den Auswahlprozess einbezogen werden. Das Gericht argumentierte, dass die Einbeziehung einer Notensumme aus nur drei Fächern andere Bewerber ungerechtfertigt bevorzugen würde. Das Oberverwaltungsgericht betonte, dass die Auswahl nach der Summe der Noten aus vier Fächern (Deutsch, Fremdsprache, Mathematik und Sachunterricht) zu erfolgen hat. Eine Ausnahme hiervon wäre nur denkbar, wenn eines der maßgeblichen Fächer aus nicht zu vertretenden Gründen nicht benotet wurde. Im vorliegenden Fall konnten die Antragstellerinnen einen solchen Sachverhalt jedoch nicht glaubhaft machen. Weiterführende Informationen unter: www.anwaltauskunft.de .

  • Fächerübergreifend

Werkzeug trifft Digitalisierung – Berufsfeld LandBauTechnik

Fachartikel

Dieser Fachartikel zeigt, wie Digitalisierung und technologische Entwicklungen die Anforderungen an Fachkräfte verändern. Am Beispiel des Berufsbildes der Land- und Baumaschinenmechatroniker/-innen werden die erforderlichen Kompetenzen in Mechanik, Elektronik, IT und Hydraulik erläutert. Zudem wird die Bedeutung von Fernwartung, autonomen Maschinen und nachhaltigen Antriebssystemen dargestellt. So wird deutlich, warum der Beruf für technisch interessierte Schülerinnen und Schüler besonders spannend ist. Land- und Baumaschinenmechatroniker/-innen sind Handwerker/-innen, die Land- und Baumaschinen, Motorgeräte und Flurförderzeuge zum Beispiel in Werkstätten, bei Bauhöfen, bei Kunden oder im Straßenbau reparieren, warten und instand setzen. Seit über 80 Jahren gibt es das Land- und Baumaschinenmechatroniker-Handwerk, dessen Frauenanteil seit den 1980er Jahren langsam, aber stetig wächst. In den vergangenen Jahren hat sich das Berufsbild stark gewandelt, denn in kaum einem anderen Handwerksberuf ist die Digitalisierung so weit vorangeschritten wie in diesem. Während zur Entstehungszeit dieses Handwerks ausschließlich metalltechnische Bearbeitungen, das Instandhalten, Reparieren und Neuanfertigen mechanischer Bauteile und Baugruppen im Fokus standen, rückt die Beschäftigung mit Sensorik, (Elektro-)Hydraulik, Informatik und Steuerungstechnik in mechatronischen Gesamtsystemen von Maschinen und Geräten immer mehr in den Mittelpunkt und ist Gegenstand der täglichen Arbeit. Dadurch erweitert sich die Bandbreite an beruflichen Anforderungen und Ausbildungsinhalten stetig, denn Land- und Baumechatroniker/-innen befassen sich sowohl mit klassischen Maschinen als auch mit hoch technologisierten Fahrzeugen. Für (angehende) Fachkräfte in diesem Beruf bedeutet das, dass sie ein ausgeprägtes Verständnis für Elektrik, Elektronik, Mechanik und Hydraulik haben müssen, damit sie mit neuen wie älteren Fahrzeugen und Maschinen umgehen können. Zudem müssen sie über ein Kombinationsvermögen verfügen, denn der Schraubenschlüssel begleitet sie in ihrer täglichen Arbeit gleichsam wie der Laptop und dessen digitale Softwares. Das Wissen und die Anwendungsgebiete sind dabei vielfältig. Sie reichen von mathematischen und physikalischen Grundlagen über Fertigkeiten in der Metallbearbeitung (schweißen, flexen, schneiden, …) bis hin zu Arbeiten in unterschiedlichsten High-Tech-Bereichen wie Smart Farming, autonom fahrenden Systemen und Vernetzung von Fahrzeugen und Maschinen. Die Bandbreite dieses Berufsprofils zeigt sich tatsächlich auch in der Evolution seiner Bezeichnung: Sprach man 1941 noch von Landmaschinenschlossern und später von Landmaschinenmechanikern, sind es heutzutage die Land- und Baumaschinenmechatroniker/-innen, um die Vielfalt und die gesteigerten technischen Anforderungen auch in der Berufsbezeichnung abzubilden. Entsprechend wurde der Meistertitel 2021 zum Land- und Baumaschinenmechatroniker Meister angepasst. Berufsbild Land- und Baumaschinenmechatroniker/-in im Zeitalter der Digitalisierung Digitalisierung spielt in diesem Handwerk eine tragende Rolle. In einer Online-Umfrage des Bundesinstituts für Berufsbildung bewertete 2019 etwa die Hälfte der befragten Teilnehmenden ihren eigenen Betrieb im Arbeitsbereich Land- und Baumaschinenmechatroniker/-innen als hochgradig und rund 42 Prozent als mittelmäßig digitalisiert. Doch wie sieht hier Digitalisierung konkret aus? Ein Beispiel: Es ist Erntezeit und der Maishäcksler auf dem Feld, der im Dauereinsatz ist, fällt plötzlich aus. Die Landwirtin / Der Landwirt oder die Lohnunternehmerin / der Lohnunternehmer steht unter Zeitdruck, denn das Wetter kann sich schnell ändern – wird die Landmaschine nicht rechtzeitig repariert oder ersetzt, kann dies zu Ernteausfällen führen. Daher kontaktiert sie/er den Bereitschaftsdienst einer Werkstatt, der die Maschinendaten des Maishäckslers digital via Satelliten anfordert und analysiert. Nach der Ferndiagnose organisiert der/die Land- und Baumaschinenmechatroniker/-in in der Werkstatt ein Ersatzteil, fährt zum Feld, repariert und überprüft mit Werkzeug und Laptop-Software das Fahrzeug. Die Maisernte kann fortgesetzt werden. Wie das Beispiel zeigt, müssen Fachkräfte dieses Handwerks in der Lage sein, auch mit Sensorik, Vernetzung und Datenkommunikation umgehen zu können. Mithilfe von Signalen, die über Sensoren erfasst, netzbasiert übertragen und mit Softwares analysiert werden, können Land- und Baumaschinenmechatroniker/-innen physikalische Prozesse steuern und regeln. Auf diese Weise können sie auf Maschinendaten auch auf Entfernung zugreifen und dadurch Prozesse effektiver und effizienter gestalten. In der Landwirtschaft zeigt sich dies zum Beispiel durch Maschinen, die auf Boden-, Flur- und Feuchtigkeitskarten zugreifen und dadurch Flächen, die nicht gedüngt werden müssen, aussparen können. Auch ist es durch digitale Datenanalyse möglich, Betriebsstände, Fehlercodes und Spritverbrauch von Fahrzeugen auszulesen und anschließend Rückschlüsse auf proaktive oder präventive Fehlerbehebungen und Optimierungen zu ziehen. Das wirkt sich wiederum positiv auf nachhaltiges, umweltfreundlicheres und ressourcensparendes Arbeiten sowie bessere Ernteergebnisse aus. Ebenso werden zunehmend maschinelle Funktionen mittels Informations- und Kommunikationstechnologien automatisiert. So gibt es bereits autonom fahrende Traktoren, Erntemaschinen und Feldroboter. Sensoren erfassen die Umgebung des Fahrzeugs, das GPS-System bestimmt die Position auf der Fläche, um Erntearbeiten auf vorprogrammierten Routen autonom durchführen zu können. Während der Ernte werden die Daten ausgewertet, um Erntestrategien zu optimieren, Bewegungen und Schneidevorgänge anzupassen. Land- und Baumaschinenmechatroniker/-innen können dies aus der Ferne via Datenübertragung überwachen. Dementsprechend müssen sie die Technik dahinter verstehen, um bei möglichen Fehlern fundierte Fehleranalysen, Reparaturen und Optimierungen an den Maschinen vornehmen zu können. Ein technologisches Verständnis ist auch in anderen Arbeitsbereichen erforderlich. So arbeitet man in der Baumaschinentechnik zum Beispiel mit 3D-Maschinensteuerungen, um zentimetergenau arbeiten zu können. Viele moderne Baumaschinen und -fahrzeuge setzen zudem bereits auf alternative Antriebsmöglichkeiten (hybrid, solar, elektronisch) und können dadurch einen Beitrag zum Ressourcen- und Umweltschutz beitragen. In der Motorgerätetechnik finden sich elektronisch steuerbare und akkubetriebene Geräte (zum Beispiel vollautomatische Mähroboter), die mit dem Smartphone, Tablet oder Laptop ferngesteuert werden können. In der Flurfördertechnik wiederum können Gabelstapler beziehungsweise Lagertechnikgeräte selbständig ideale Routen berechnen und cloudbasiert gesteuert werden. Zusammenfassend lässt sich also festhalten, dass die Digitalisierung im Handwerk der Land- und Baumaschinenmechatroniker/-innen eine äußerst entscheidende Rolle spielt. Dementsprechend kann sich dieser Beruf besonders für Schülerinnen und Schüler eignen, die stark in Mathematik, Physik und Werken/Technik und gegenüber technologischen Entwicklungen aufgeschlossen sind. Zudem sollten sie handwerkliches Geschick, Sorgfalt und Verantwortungsbewusstsein sowie ein ausgeprägtes technisches Verständnis von und Interesse an aktuellen technologischen Entwicklungen mitbringen. Fazit Land- und Baumaschinenmachtroniker/-innen reparieren, warten und setzen Land- und Baumaschinen, Motorgeräte und Flurförderzeuge instand. Heutzutage müssen sie dafür sowohl das mechanische als auch das digitale Handwerk beherrschen und dementsprechend Elektrik, Elektronik, Mechanik, Hydraulik, Motortechnik und Metallurgie verstehen. Digitalisierung durchdringt dabei das gesamte Handwerk und erweitert damit auch das Anforderungsprofil an die (potenziellen) Fachkräfte, die sich mit klassischen sowie voll- und teilautomatisierten Maschinen, mit Fernsteuerungssystemen, digitaler Fehlerdiagnostik oder Hybrid-, Solar- und Elektroantriebssystemen befassen und damit immer am Puls der Zeit arbeiten. In der Berufsorientierung kann sich dieses Berufsfeld an Lernende richten, deren Stärken und Interessen sich in der Physik und Mathematik und in (hoch technologisierten) Großmaschinen und -fahrzeugen befinden. Als Land- und Baumaschinenmechatroniker/-in ist Kontakt mit Kunden und die dazugehörige Dokumentation ebenso Bestandteil des Jobs wie der Umgang mit großen und kleineren Maschinen. Verwendete Internetadressen Agrartechnikonline.de. "Aus 'Landmaschinenmechaniker' wird 'Land- und Baumaschinenmechatroniker-Handwerk'". Online: https://www.agrartechnikonline.de/news/aus-landmaschinenmechaniker-wird-land-und-baumaschinenmechatroniker-handwerk/ . Bayerischer Rundfunk: "Land- und Baumaschinenmechatroniker/-in| Ausbildung | Beruf | Ich mach’s | BR". Online: https://www.youtube.com/watch?v=mWwfKAzh6aY . Bundesagentur für Arbeit: "Land- und Baumaschinenmechatroniker/-in". Online: https://web.arbeitsagentur.de/berufenet/beruf/124412 . Bundesagentur für Arbeit: "Steckbrief. Land- und Baumaschinenmechatroniker/-in". Online: https://planet-beruf.de/fileadmin/assets/PDF/BKB/124412.pdf . Bundesinstitut für Berufsbildung: "Berufsbildung 4.0 – Fachkräftequalifikationen und Kompetenzen für die digitalisierte Arbeit von morgen: Der Ausbildungsberuf 'Land- und Baumschinenmechatroniker/-in' im Screening“. Online: https://www.bibb.de/dienst/publikationen/de/10371 . Deutsches Handwerksinstitut: "Technologische Entwicklungen in der Landbautechnik". Online: https://hpi-hannover.de/Technologische_Entwicklungen_in_der_Landbautechnik_Ergebnisbericht_LBT-Forward.pdf?m=1657620513 . Deutscher Industrie- und Handelskammertag: "Statistik Ausbildung 2020". Online: https://www.dihk.de/resource/blob/47836/ddb56f26823aab09dbb3981afe04d6d3/statistik-ausbildung-2020-data.pdf . LandbauTechnik-Bundesverband e.V.: "Land- und Baumaschinenmechatroniker/in: Meister/in: Der Beruf für >starke Typen<". Online: https://www.landbautechnik.de/wp-content/uploads/RZ_142-23_Folder-Meister_230830-1_VIEW.pdf .

  • Fächerübergreifend

Abenteuer Regenwald: Kids für den Umweltschutz

Fachartikel

Die Kinderseite des Vereins Abenteuer Regenwald e. V. informiert anschaulich über den Regenwald und dessen größte Bedrohungen. Es wird gezeigt, was Kinder selbst tun können und wie sich der Regenwaldschutz einfach ins tägliche Leben integrieren lässt. Neben spannenden Infos gibt es auch tolle Spielmöglichkeiten und Downloads.

  • Biologie / Ernährung und Gesundheit / Natur und Umwelt / Geographie / Jahreszeiten

Theaterstück an Osnabrücker Schule – unzulässige politische Parteinahme?

Fall des Monats

Die Aufführung des von Lernenden selbst verfassten Theaterstücks "Danke dafür, AfD" erboste die AfD Niedersachsen: Sie sah hierin eine unzulässige Neutralitätsverletzung des Staates gegeben. Wie entschied das Gericht? Der konkrete Fall: Schülertheaterstück erbost AfD Die AfD Niedersachsen wandte sich gerichtlich gegen die Aufführung des Theaterstücks "Danke dafür, AfD" an einer Schule in Osnabrück im Mai 2019. In dem von Schülerinnen und Schülern selbstverfassten Theaterstück setzten sie sich kritisch mit Äußerungen der Partei auseinander. Die AfD rügte, in der Theateraufführung sei eine Neutralitätsverletzung des Staates durch unzulässige Parteinahme zu sehen. Es werde eine kausale Verbindung zwischen dem Holocaust und der AfD unterstellt und suggeriert, dass die AfD einen neuen Holocaust beabsichtige beziehungsweise menschenverachtende Maßnahmen billige. Es werde der Anschein erweckt, dass die Partei den Nationalsozialismus befürworte und zu Gewalt und Schusswaffengebrauch insbesondere gegenüber Ausländern an Landesgrenzen aufrufe und insgesamt keine demokratischen Ziele verfolge. Schulen seien kein Raum für die Darstellung von politischem Aktivismus, weshalb das Theaterstück nicht hätte aufgeführt werden dürfen, so Vertreterinnen und Vertreter der Partei. Die Entscheidung des Gerichts Das zuständige Verwaltungsgericht in Hannover sah dies anders, wie dessen Urteil vom 6. September 2023 verdeutlicht (AZ: 6 A 2084/20): Das Theaterstück sei letztlich keine Meinungsäußerung der Lehrkräfte, sondern das Ergebnis eigenständiger Arbeit der Schülerinnen und Schüler. Es wurde klargestellt, dass keine inhaltliche Einflussnahme durch Lehrerinnen und Lehrer stattfand und diese auch nicht dazu verpflichtet waren, das Stück zu unterbinden. Die Kunstfreiheit der Lernenden (Art. 5 Abs. 3 GG) schützt das Theaterstück, selbst wenn es von manchen Betrachterinnen und Betrachtern als politisch oder agitativ betrachtet werden mag. Die AfD konnte auch keine schwerwiegende Beeinträchtigung ihres Persönlichkeitsrechts nachweisen. Die 6. Kammer betonte in diesem Sinne, dass die Darstellung der AfD im Theaterstück nur eine von mehreren möglichen Interpretation sei und das Recht auf politische Chancengleichheit (Art. 21 GG) nicht verletzt werde. Ein weiterer Punkt der Klage, in dem die AfD ein fachaufsichtsrechtliches Einschreiten des Kultusministeriums gegen die Schule forderte, wurde als unzulässig abgewiesen. Fazit: Schule bleibt als kultureller Freiraum erhalten. Weiterführende Informationen unter: www.anwaltauskunft.de .

  • Fächerübergreifend

Schriftlicher Verweis für Schüler wegen unerlaubten Fotoaufnahmen rechtens?

Fall des Monats

Im digitalen Zeitalter, in dem Smartphones oder Tablets regelmäßig genutzt werden, sind rechtliche Fragen im Schulalltag keine Seltenheit mehr. Ein aktueller Fall aus Berlin thematisiert die Grenzen der Smartphone-Nutzung im schulischen Kontext in Bezug auf das Recht am eigenen Bild. Der konkrete Fall Ein Achtklässler hat während des Unterrichts seinen Klassenlehrer heimlich mit einem Tablet fotografiert. Er gab an, dies aus Langeweile getan zu haben. Die aufgenommenen Fotos wurden von ihm an eine dritte, unbekannte Person gesendet und fanden in der Folge schnelle Verbreitung bei den Schülerinnen und Schülern über diverse digitale Plattformen. Aufgrund der Vorfälle berief die Schulleitung eine Klassenkonferenz ein. Dabei wurde einstimmig beschlossen, dem Schüler einen schriftlichen Verweis zu erteilen. Zudem wurde mehrheitlich entschieden, diesen Verweis im Jahreszeugnis zu vermerken. Der Schüler legte gegen den Verweis Widerspruch ein. Der Schritt blieb jedoch ohne Erfolg. Daraufhin reichte er eine Klage beim Verwaltungsgericht Berlin ein. Die Entscheidung des Gerichts Auch vor Gericht konnte sich der Junge nicht durchsetzen: Die Klage wurde abgewiesen, wie das Verwaltungsgericht Berlin am 21. Juli 2023 (AZ: VG 3 K 211/22) bestätigte. Ein schriftlicher Verweis sei nicht als Strafe, sondern als pädagogische Maßnahme zu verstehen. Diese diene vor allem der Sicherung der Funktionsfähigkeit der Schule und des geregelten Schulunterrichts, so das Gericht. Die Schule besitze einen pädagogischen Beurteilungsspielraum, der gerichtlich nur eingeschränkt überprüfbar sei. In diesem Fall wurde festgestellt, dass der Schüler durch das Anfertigen und Versenden der Fotos gegen die Hausordnung verstoßen und das Persönlichkeitsrecht des Lehrers verletzt habe. Der schriftliche Verweis wurde daher als angemessene und mildeste Maßnahme betrachtet. Nach Auffassung der Deutschen Anwaltauskunft verdeutlicht dieser Fall die Bedeutung von klaren Regeln und der Sensibilisierung der Schülerinnen und Schüler für die rechtlichen und ethischen Grenzen im Umgang mit digitalen Medien im schulischen Kontext. Weiterführende Informationen unter: www.anwaltauskunft.de .

  • Fächerübergreifend

Haare stylen will gelernt sein – Berufsfeld Friseurhandwerk

Fachartikel

Der Fachartikel beleuchtet das Friseurhandwerk als modernen Dienstleistungsberuf. Thematisiert werden handwerkliche und kreative Tätigkeiten, erforderliche Kompetenzen wie Empathie und Kommunikationsfähigkeit sowie aktuelle Entwicklungen in Bereichen wie Nachhaltigkeit und Digitalisierung. Dabei werden handwerkliche, betriebswirtschaftliche und gesellschaftliche Perspektiven miteinander verknüpft. Zur Orientierung: Trendbewusstsein, Kreativität und Empathie "Denken Sie daran, dass die Kunden nicht nur wegen der perfekten Frisur in den Salon kommen: Sie wollen auch verwöhnt und umsorgt werden" (Jany, Diekmann, Lipp-Thoben und Lück 2009: 7). Dieses Zitat verdeutlicht, dass für den Beruf der Friseurin / des Friseurs nicht nur technisches Geschick und fachliche Kenntnisse ausschlaggebend sind: Neben einer kreativen Ader, dem Sinn für Schönheit und Stil sowie einem Blick für Trends sollten Anwärterinnen und Anwärter des Friseurhandwerks durch Aufgeschlossenheit und Empathie charakterisiert sein. Ausgeprägte Kommunikationsfähigkeit sowie Einfühlungsvermögen helfen dabei, einen gleichermaßen unterhaltsamen wie taktvollen Kundenumgang zu realisieren. Des Weiteren ist die Befähigung zur Teamarbeit und ein guter Umgang mit Kritik von Vorteil (Jany, Diekmann, Lipp-Thoben und Lück 2009: 4ff.). Zur Kategorie der Handwerks- und Dienstleistungsberufe zählend, muss die Friseurtätigkeit speziellen Anforderungen gerecht werden, die Kundinnen und Kunden an heutige Dienstleistungsarbeit stellen; sie umfasst diverse Dienstleistungen, die in den vergangenen Jahrzehnten stetig komplexer geworden sind: "Mit der traditionellen Tätigkeitsbeschreibung durch Waschen, Schneiden, Föhnen ist es schon seit Längerem nicht mehr getan. Inhalte wie Trend-, Typ- und Beautyberatung sowie eine stärkere Betonung kommunikativer Kompetenzen und neuer Anforderungen an handwerklich-praktische Fertigkeiten spielen eine zunehmende Rolle" (Bauer und Böhle 2020: 105). Der Verkauf zielgruppenorientierter Produkte ergibt sich als "logische Konsequenz [der] Beratung" (Jany, Diekmann, Lipp-Thoben und Lück 2009: 317). Des Weiteren werden etwa betriebswirtschaftliche sowie EDV-Kenntnisse vorausgesetzt (Jany, Diekmann, Lipp-Thoben und Lück 2009: 4). Ablauf und Inhalte der Ausbildung Die Basis für den gelungenen Eintritt in zahlreiche interessante Berufsfelder bildet die Friseurausbildung . Faktische Voraussetzung ist eine erfolgreich abgeschlossene Schullaufbahn (entweder mit Haupt-, Realschulabschluss, Abitur oder Fachabitur). Im Rahmen einer dreijährigen Ausbildung, die unter gewissen Bedingungen auf zwei Jahre verkürzt werden kann, erfolgt die Vermittlung der handwerklichen und theoretischen Kompetenzen des Friseurberufs. Erweitert durch überbetriebliche Kurse, ist der Hauptteil der Ausbildung praktisch orientiert und wird in einem Friseurmeisterbetrieb geleistet. Entsprechend den Öffnungszeiten des jeweiligen Salons findet der Praxisteil Vollzeit innerhalb dieser Zeitspannen statt. Der schulische Ausbildungsteil wird wöchentlich durch ein- bis zweimaligen Besuch der Berufsschule absolviert, alternativ in Form einer Blockveranstaltung. Beginn der Ausbildung ist meistens der 1. August oder 1. September, dies kann jedoch, je nach Betrieb, auch variieren (friseurhandwerk.de). Den Auszubildenden ist eine angemessene Vergütung zuzusichern, die mindestens einmalig pro Jahr anzusteigen hat (friseur-news.de). Die drei Ebenen der Qualifikationen Laut Ausbildungsrahmenplan ist die Lehre dreier Qualifikationsgruppen vorgesehen: der sog. "Kernqualifikationen", der " Wahlqualifikationen " sowie der "integrativen Fertigkeiten". Erstere und letztere sind im Laufe der gesamten Ausbildung zu erwerben, die "Wahlqualifikationen" zwischen dem 19. und 36. Ausbildungsmonat. Unter den "Kernqualifikationen" werden Kenntnisse und Fähigkeiten subsumiert, die dem Beruf sein Profil verleihen: Neben klassischen Friseurdienstleistungen wie Haare schneiden und pflegen sowie dekorativen kosmetischen und Maniküre-Anwendungen fallen hierunter auch Kunden- und Betriebsmanagement sowie Marketing. Die "Wahlqualifikationen" umfassen die Konzeption von Langhaarfrisuren, das Arbeiten mit Haarersatz und Kolorationstechniken sowie pflegende kosmetische Maßnahmen und das Gestalten der Nägel. Die "integrativen Fertigkeiten" beziehen sich auf weitere übergeordnete Wissensbereiche wie Koordination des Betriebs, Berufsbildung, arbeits- und tarifrechtliche Fragen, sicherheits- und gesundheitsrelevante Aspekte sowie Umweltschutz (Jany, Diekmann, Lipp-Thoben und Lück 2009: 6f.). Im Einzelnen gehört zur Behandlung der Haare auch die Pflege der Kopfhaut. Über das Schneiden gemäß klassischer und moderner Techniken hinaus sowie das Kolorieren werden das Verlängern, Verdichten und die Strukturveränderung der Haare erlernt sowie das Konzipieren von Frisuren aller Art. Des Weiteren geht es um die Aneignung der umfassenden Betreuung der Kundinnen und Kunden, stets mit dem Fokus auf deren speziellen Anliegen und individuellen Typen. Dazu zählt die erwähnte Beratung bezüglich der Produktauswahl und -anwendung sowie der Verkauf der entsprechenden Waren. Zudem gewinnt – analog zu Fragen der Nachhaltigkeit – das Thema Digitalisierung der Arbeitswelt mehr und mehr an Bedeutung (handwerk.de). Die Gesellenprüfung Die Ausbildung zur Friseurin / zum Friseur wird mit einer Gesellenprüfung abgeschlossen: Im ersten Prüfungsteil stehen klassische, im zweiten modische Friseurtätigkeiten im Zentrum; jeder der beiden Prüfungsteile umfasst wiederum einen theoretischen und einen praktischen Teil. Im Rahmen des praktischen Teils gilt es, das bereits Erlernte vorzuführen, indem jeweils eine zuvor in der Prüfungsmappe geplante und dokumentierte Damen- und Herrenfrisur anhand eigener Modelle realisiert wird. Im Theorie-Teil geht es um die korrekte Beantwortung berufsbezogener Fragestellungen. Am Ende der Ausbildungszeit ist der zweite Teil der Gesellenprüfung abzulegen. Analog zu Prüfungsteil eins müssen auch hier die gewonnenen fachspezifischen Kenntnisse und Fähigkeiten sowohl schriftlich als auch praktisch unter Beweis gestellt werden (friseurhandwerk.de). Begleitend zur Ausbildung wird zudem ein handschriftlich oder per App geführtes Berichtsheft zur Dokumentation der individuellen Lernfortschritte erstellt, das zur Abschlussprüfung eingereicht wird. Zusätzlich unterstützt z. B. die Lern-Applikation "GETHAIR" die Auszubildenden bei der Aneignung der Lehrinhalte (friseurhandwerk.de). Fazit Der Friseurberuf basiert auf und eignet sich für Schülerinnen und Schüler mit handwerklichen und gestalterischen Fertigkeiten, die diese Skills in der Ausbildung mit fachspezifischem Wissen auskleiden können. Als Dienstleistungsberuf, der durch die direkte Arbeit am Menschen charakterisiert ist, erfordert er darüber hinaus vor allem intersubjektive Kompetenzen beziehungsweise eine empathische und ganzheitliche Wahrnahme der Kundinnen und Kunden sowie ihrer Haare (Dunkel 2006: 226f.). Während der in der Regel dreijährigen Ausbildung erlangen die Lehrlinge umfassende betrieblich-praktische wie theoretische Kenntnisse des Friseurhandwerks, die weit über Haare waschen und schneiden hinausreichen und beispielsweise Aspekte wie Digitalisierung oder Umweltschutz inkludieren. In der gestaffelten Gesellenprüfung wird das Erlernte schließlich demonstriert. Eine erfolgreich beendete Ausbildung eröffnet den Absolventinnen und Absolventen den Weg zu diversen Möglichkeiten der Weiterbildung und Spezialisierung (friseurhandwerk.de). Verwendete Literatur Bauer, Hans G. und Fritz Böhle (2020): Haarige Kunst. Über den Eigensinn des Haars und das Können von Friseuren . Wiesbaden: Springer. Dunkel, Wolfgang (2006): "Interaktionsarbeit im Friseurhandwerk – Arbeit am Menschen und Arbeit am Gegenstand". In: Böhle, Fritz und Jürgen Glaser. Arbeit in der Interaktion – Interaktion als Arbeit. Arbeitsorganisation und Interaktionsarbeit in der Dienstleistung. Wiesbaden: VS Verlag für Sozialwissenschaften. 219-234. Jany, Petra, Karsten Diekmann, Hanna Lipp-Thoben und Dieter Lück (2009): Friseurfachkunde . 6. überarb. Aufl. Wiesbaden: Vieweg + Teubner. Verwendete Internetadressen Das Handwerk: "Friseur/-in". Online: https://www.handwerk.de/infos-zur-ausbildung/ausbildungsberufe/berufsprofile/friseurin . friseur-news.de. "Ausbildungsvergüting". Online: https://friseur-news.de/der-friseurberuf/ausbildung/ausbildung-von-a-z/ausbildungsvergütung . Zentralverband des deutschen Friseurhandwerks: "Ausbildung zur Friseurin und zum Friseur". Online: https://friseurhandwerk.de/bildung/ausbildung/ .

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Geschichte unterrichten in Spielszenen: Methodenvarianten

Fachartikel
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Geschichte mit Rollenspielen unterrichten – aber wie? Diese Hinweise und Handreichungen geben Hilfestellung, wie die Ziele von kompetenz- und problemorientiertem Unterricht auch anhand von Spielszenen und Rollenspielen erreicht werden können. Spielszenen – die Varianten Zu Recht bildet nach wie vor die kompetenz- und problemorientierte Geschichtsstunde mit quellenkritischer Erschließung historischer Materialien den Bezugspunkt des Geschichtsunterrichts. Aber "variatio delectat": Zum Methodenrepertoire gehören auch szenische Elemente. Diese können in verschiedener Weise eingesetzt werden: assoziativ : vor der Erarbeitung von Materialien, die dann zum Szenenspiel kontrastiert werden kann Vorteil : unbefangener Zugang zum Thema Nachteil : Gefahr unhistorischer beziehungsweise sachlich falscher Darstellung repetitiv : nach der Erarbeitung von Materialien Vorteil : die Sachverhalte stehen bereits zur Verfügung und unterstützen die sachliche Richtigkeit der Rollenspiele Nachteil : die Spielelemente sind lediglich Wiederholung bereits erarbeiteter Fakten problemorientiert : vorhandene Spielszenen enthalten Didaktik des Themas, die von den Lerngruppen problemorientiert weitergeführt werden Vorteil : Sachverhalte werden implizit in den vorgegebenen Spielszenen präsentiert und von den Lerngruppen problemorientiert verarbeitet Nachteil : als Material dienen Verfassertexte, keine Quellen Allen drei Varianten gemeinsam ist die hohe Schülermotivation, mit der sie den Geschichtsunterricht bereichern. Abgesehen von der Darbietung in Quellen verspricht jedoch die letztere Form der szenischen Arbeit den größten Gewinn der drei Varianten, wenn die als Ausgangspunkt gegebenen Spielszenen die Erarbeitung der zum Thema gehörenden fachlichen Kompetenzen ermöglichen und zugleich in den Aufgaben beziehungsweise Arbeitsaufträgen eine hinreichende Problemorientierung und Offenheit fordern. Diese beiden Anforderungen der Klärung des Fachlichen und die Problemorientierung finden sich bereits in Lehrwerken der 1970er Jahre, die sich der Problemorientierung verpflichtet fühlten, beispielsweise in "Curriculum Geschichte" (Hrsg.: Bickel/Dorn/Süß). Historischer Verlauf und offene Spielszenen – wie geht das zusammen? Ich habe versucht, in einigen durchgeplanten Unterrichtseinheiten zu Grundherrschaft , Stadt im Mittelalter , Kolumbus und 30-jährigem Krieg diese Anforderungen exemplarisch umzusetzen. Die beiden Aspekte der Erarbeitung von Fachkompetenz ("historischer Verlauf") und der offenen szenischen Arbeit erfordern also zwei Aufgabenarten: Textarbeit: bezogen auf den Text Kreativarbeit: bezogen auf die von den Gruppen selbst erstellten Spielszenen Sie lassen sich am besten in zwei Stunden beziehungsweise einer Doppelstunde umsetzen. Zentrale Bedeutung haben dabei die Eignung und Qualität der Materialien, vor allem aber die Reihenfolge in der Bearbeitung der Aufgaben. Die Elemente von "Spielszenen"-Stundenentwürfen 1. Problemorientierung Die Stunden sind auf Problemorientierung angelegt mit möglichen problemorientierten Vorschlägen für die gesamte Anlage der Unterrichtseinheit und insbesondere für die Diskussion der Vertiefungsphase. 2. Kompetenzorientierung Methodenkompetenz (beispielsweise bei Textauswertung) Urteilskompetenz (beispielsweise bei der Ausgestaltung der kreativen Aufgabe und der Problematisierung in der Vertiefungsdiskussion) kommunikative beziehungsweise soziale Kompetenz (beispielsweise in den Sozialformen von Paar- und Gruppenarbeit) Fach - beziehungsweise Sachkompetenz (durch die jeweiligen Arbeitsergebnisse einer Stunde) 3. Stundenverlaufsplan Die Stundenverlaufspläne in den Unterrichtsentwürfen sind Vorschläge aus Einstieg, Erarbeitung, Sicherung und Vertiefung. Auch die Zeitansätze dienen lediglich zur Orientierung. 4. Arbeitsblätter mit Spielszenen Sie "personalisieren" gewissermaßen historische Strukturen, Entwicklungen oder Krisen. Die Textlänge von jeweils etwa 50 Zeilen lässt sich in den Gruppen in ungefähr fünf Minuten in verteilten Rollen vorlesen. Diese Lesezeit ist beim Stundenverlauf berücksichtigt. Die in den Unterrichtseinheiten angebotenen Stundeneinstiege sind entweder problemorientiert oder führen direkt in die Inszenierung ein. Das Ausgangsmaterial der Spielszenen ist in den Stundenentwürfen angelegt auf die bereits angesprochene doppelte Funktion: Durch die Herausarbeitung von Informationen aus Sekundärtexten in den textbezogenen Aufgaben beinhaltet es bereits die wichtigsten Aspekte des Themas. Es bildet Ausgangspunkt für die kreative Umsetzung im Rollenspiel und anderen Formen. Bei der Aufteilung in eine Doppelstunde heißt das beispielsweise, dass die erste Stunde als problemorientierte Unterrichtsstunde mit Erarbeitung, Sicherung mit Tafelbild und Diskussion dient; die zweite Stunde beinhaltet mit der Umsetzung und Fortschreibung der Spielszene den kreativen Ansatz. Der Umgang mit den Arbeitsaufträgen in Erarbeitungs- und Sicherungsphase Als Sozialform ist durchgehend Gruppenarbeit vorgesehen, zum Teil mit weiterer Aufteilung in Partnerteams. Die Gruppen werden nach der Anzahl der Lerngruppe und den Vorgaben der Arbeitsaufträge gebildet. Zu jedem Stundenentwurf gehören zwei bis drei Aufgaben : ein bis zwei auf den Sachinhalt der Spielszenen bezogene und eine kreative. Das bedeutet, dass sich beim Umgang mit den Aufgaben, insbesondere in Doppelstunden, sowohl die Erarbeitung als auch die Sicherung in jeweils zwei Phasen aufteilen. Im Folgenden wird die Reihenfolge der Arbeitsaufträge mit den jeweiligen Phasen dargestellt. Die Reihenfolge als Lösung für Erarbeitung und Sicherung Erarbeitungsphase T 1: Im ersten Teil der textbasierten Phase bearbeiten die Gruppen zuerst die auf Fachkompetenz zielenden Aufgaben. Begründung: Ohne Fachwissen ist die Gefahr sehr groß, dass in den teilweise doch recht heterogenen Arbeitsgruppen im sich anschließenden Kreativteil unhistorische, gegen die Faktizität gerichtete Spielszenen entworfen werden. So ist die Phase T 1 zugleich auch vorweggenommenes Korrektiv für Phase K 1. Erarbeitungsphase K 1: Nach Klärung der Fakten am Text bearbeiten die Gruppen die kreative Aufgabe , das heißt die (innerhalb des Faktenrahmens) offene Erstellung eigener Spielszenen. Sicherung K 1: Die Gruppenergebnisse der kreativen Aufgaben werden zuerst als Rollenspiel präsentiert. Begründung : Die Schülermotivation ist erfahrungsgemäß bei der Erstellung der eigenen Spielszenen sehr hoch und zielt ja direkt auf das Vorspielen. Es ist daher ungünstig, dies zu stoppen und wieder zur Textarbeit zurückzukehren. Erarbeitungsphase T 2 : Wenn alle Arbeitsgruppen ihre Fortschreibung im Rollenspiel präsentiert haben, ergeben sich wahrscheinlich von allein Fragen, die wieder zur Textarbeit zurück führen: Welche Schülerszene ist – vor dem Hintergrund der Arbeitsblatt-Spielszene – besonders gelungen? Welche eurer Szenen enthielt Elemente, die nicht zum Arbeitsblatt passen? Welche Elemente eurer Szenen klingen unhistorisch oder unwahrscheinlich? Welche Aspekte des Arbeitsblatts fehlen in euren Szenen? Wären sie wichtig? Ließen sich mehrere Schülerszenen kombinieren? Begründung : Auf diese Weise wird in der Rückmeldung implizit auch problemorientiert argumentiert und die Urteilskompetenz angesprochen. Beispiel einer Doppelstunde Unterrichts-Phase Inhalt Material Zeit 1. Einstieg Hinführung zum Thema Ohne/Impuls-Abbildung 5 Minuten 2. Erarbeitung T1: Aufgaben(n) zum Text Arbeitsblatt mit Spielszene 12 Minuten K1: Aufgabe zur Erstellung eigener Spielszenen eigene Dialoge 15 Minuten 3. Sicherung K2: Präsentation der eigenen Spielszenen vor dem Plenum eigene Dialoge 20 Minuten T2: im Plenum Rückmeldungen, Vergleich mit Text Arbeitsblatt und eigene Dialoge 25 Minuten 4. Diskussion in Fortführung von T2 oder ("klassisch") im Bogen zum Einstieg Ohne/Impuls-Abbildung aus dem Einstieg 13 Minuten Fazit Erst die Arbeit am Sachtext bildet die notwendige Voraussetzung einer anschließenden kreativen Umsetzung. Die – unterrichtswirksame – Qualität des Rollenspiels ist erfahrungsgemäß auch abhängig von den vorangehend erworbenen Kenntnissen, vergleiche die Einbettung in die Unterrichtsreihe. Beim sich anschließenden Abrufen der Arbeitsaufträge in der ersten Phase der Sicherung sollte dagegen zunächst der kreative Arbeitsauftrag präsentiert werden, damit seine Motivation aus der unmittelbar vorangegangenen Erarbeitung erhalten bleibt. In der zweiten Phase der Sicherung erfolgt dann die inhaltliche Klärung im Unterrichtsgespräch, an die sich eine vertiefende Diskussion anschließt. Die Arbeitsblatt-Spielszenen sind sozusagen "gespielter Verfassertext" und keine Quellen, auch wenn vielfach aus Quellen belegbare Situationen den Spielszenen zu Grunde liegen. Da aber Dialoge lebendiger sind als Fließtext, können sie die Lerngruppe stärker motivieren. Dadurch stärken sie die Bereitschaft, längere Textabschnitte zu bewältigen, und fördern so das Leseverständnis. Die kreativen Arbeitsaufträge sprechen auch den affektiven Bereich an. Weiterführende Literatur Stock, Friedrich (2020). Geschichte für Fachfremde und Berufseinsteiger 5/6 . Augsburg: Auer-Verlag. Stock, Friedrich (2021). Geschichte unterrichten in Spielszenen : Antike . Berlin: epubli-Verlag.

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