Streit um faire Bezahlung: Referendariat und Sommerferien

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veröffentlicht am 01.01.2030

Baden-Württembergs neuer Kultusminister Andreas Jung will angehende Lehrkräfte nach dem Referendariat auch in den Sommerferien bezahlen. Doch im Landeshaushalt fehlt bislang die Absicherung für das Vorhaben. Für Lehrkräfte könnte das den Berufseinstieg attraktiver machen, zugleich bleibt die Finanzierung politisch umkämpft.

Sommerferien-Bezahlung als Signal für angehende Lehrkräfte

In Baden-Württemberg sorgt die geplante Bezahlung von Referendarinnen und Referendaren in den Sommerferien weiter für Diskussionen. Kultusminister Andreas Jung (CDU) hält trotz knapper Kassen an seinem Vorhaben fest, den Übergang zwischen Vorbereitungsdienst und erster Stelle besser abzusichern. Für angehende Lehrkräfte wäre das ein spürbares Signal, denn bislang werden sie nach dem Referendariat häufig für die Sommerferien entlassen und erst zum neuen Schuljahr wieder eingestellt.

Finanzierung bleibt der Knackpunkt

Nach Angaben aus Regierungskreisen würden die Kosten für die Durchbezahlung von rund 4.000 Referendarinnen und Referendaren in den sechs Wochen Sommerferien etwa 11,5 Millionen Euro betragen. Das Finanzministerium verweist jedoch auf enge Spielräume im Landeshaushalt und andere Prioritäten im Bildungsbereich. Auch in Teilen der CDU-Fraktion gibt es dem Vernehmen nach Vorbehalte gegen zusätzliche Ausgaben.

Die Bildungsgewerkschaft GEW kritisiert die bisherige Praxis seit langem. Sie verweist darauf, dass befristet beschäftigte Lehrkräfte in Baden-Württemberg zwar seit 2023 über die Sommerferien bezahlt werden, Referendarinnen und Referendare aber weiterhin nicht. Damit werde ausgerechnet der Nachwuchs beim Berufseinstieg benachteiligt.

Kompromiss gesucht: Einsatz in Sprachförderung und Sommerschulen

Kultusminister Jung will die Bedenken nach Informationen des SWR mit einem Kompromiss entkräften. Demnach könnten fertig ausgebildete Referendarinnen und Referendare während eines Teils der Sommerferien in Sprachförderkursen oder in Sommerschulen eingesetzt werden. So ließe sich ein Teil der Kosten durch den Wegfall anderer Personalausgaben wieder auffangen.

Für Schulen kommt die Debatte zu einem Zeitpunkt, an dem bundesweit und auch in Baden-Württemberg der Lehrkräftebedarf hoch bleibt.56 Die Kultusministerkonferenz verweist seit Jahren darauf, dass die Länder ihre Strategien zur Sicherung des Lehrkräftebedarfs anpassen müssen. Vor diesem Hintergrund sehen Bildungsfachleute bessere Übergänge in den Beruf auch als Mittel, um den Lehrerberuf attraktiver zu machen.

Blick auf die Unterrichtspraxis und den Berufseinstieg

Für Lehrkräfte und Schulen ist die Frage deshalb mehr als eine Haushaltsposition: Wer den Nachwuchs halten will, muss den Einstieg in den Schuldienst planbarer gestalten. Ob die Sommerferien-Bezahlung tatsächlich kommt, dürfte sich erst in den weiteren Haushaltsberatungen zeigen. Klar ist aber schon jetzt: Das Thema berührt zentrale Fragen von Personalgewinnung, Arbeitsbedingungen und Wertschätzung im Bildungsbereich.

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