Sommerferienbeginn frühestens ab Juli: DPhV fordert mehr Zeit für das Abitur
Der Deutsche Philologenverband fordert die Bildungsministerkonferenz auf, den Ferienkalender zu ändern. Künftig sollen die Sommerferien in allen Bundesländern frühestens am ersten Juli-Wochenende beginnen, damit Lehrkräfte und Prüflinge im Abitur mehr Zeit für Vorbereitung und Korrektur haben. Der Verband verweist auf teils sehr frühe Ferienstarts in einzelnen Ländern und sieht darin ein Problem für die Vergleichbarkeit der Prüfungsbedingungen
Mehr Zeit für Abiturprüfungen und Korrekturen
Der Deutsche Philologenverband (DPhV) hat die Bildungsministerkonferenz aufgefordert, den Ferienkalender neu zu fassen. Aus Sicht des Verbands sollten die Sommerferien in allen Bundesländern künftig frühestens ab dem ersten Juli-Wochenende beginnen. Ziel sei es, die Zeitfenster zwischen den zentralen und dezentralen Abiturprüfungen und dem Ferienbeginn zu verlängern.
Für Lehrkräfte sei das besonders relevant, weil sie in der Abiturphase häufig in kurzer Zeit mehrere Aufgaben bewältigen müssten: Unterricht organisieren, Prüfungen begleiten und Korrekturen vornehmen. Der DPhV argumentiert, dass ein späterer Ferienbeginn die Belastung in dieser Phase besser verteilen und die Arbeitsbedingungen an den Schulen verbessern würde.
Kritik an frühen Ferienstarts
Der Verband verweist darauf, dass es in einzelnen Ländern in den vergangenen Jahren sehr frühe Ferienstarts gegeben hat. Nach Angaben des DPhV begann in Mecklenburg-Vorpommern im Jahr 2021 die Sommerferienzeit bereits am 21. Juni, in Schleswig-Holstein ebenfalls am 21. Juni und in Nordrhein-Westfalen im Jahr 2023 am 22. Juni. Auch für Sachsen und Thüringen nennt der Verband frühe Termine mit dem 20. Juni im Jahr 2024.
Aus Sicht des DPhV entstehen dadurch unterschiedliche Bedingungen für Schülerinnen und Schüler sowie für Lehrkräfte. Die Zeit für Prüfungsvorbereitung und Korrektur sei in manchen Ländern deutlich knapper als in anderen, was der Verband als ungerecht bezeichnet.
Ferienregelung bleibt Ländersache mit bundesweiter Abstimmung
Die Kultusministerkonferenz veröffentlicht die langfristige Ferienregelung und legt die Sommerferien regional gestaffelt fest. Nach dem aktuellen Ferienkalender sind die Ferien auch in den kommenden Jahren zwischen Ende Juni und Mitte September verteilt, wobei die Länder im Rahmen eines abgestimmten Modells berücksichtigt werden. Mehrere Länder verweisen in ihren Informationsangeboten ausdrücklich auf diese bundesweite Regelung bis 2030.
Der DPhV setzt mit seiner Forderung daher nicht bei einzelnen Schulen an, sondern bei der politischen Rahmensetzung. Für Lehrkräfte könnte eine spätere und einheitlichere Ferienregelung vor allem mehr Planungssicherheit in der Abiturphase bedeuten.
Bildungspolitische Einordnung
Auch aus bildungspolitischer Perspektive ist die Diskussion nicht neu. Die OECD weist darauf hin, dass lange Ferienzeiten regelmäßig debattiert werden und dass längere Ferien Bildungsungleichheiten verstärken können, wenn nicht alle Kinder und Jugendlichen in gleicher Weise Zugang zu Lern- und Förderangeboten haben. Für Schulen und Lehrkräfte ist damit nicht nur die Länge der Ferien, sondern auch die zeitliche Lage im Schuljahr relevant.
Der Vorstoß des DPhV zielt deshalb weniger auf eine Verkürzung der Sommerferien als auf eine Verschiebung des Beginns. Für den Schulalltag könnte das vor allem bedeuten: mehr Ruhe im Prüfungszeitraum, mehr Zeit für Korrekturen und ein verlässlicherer Rahmen für die Abiturorganisation.
Externe Links
- Deutscher Philologenverband: DPhV fordert Bildungsministerkonferenz auf: Ändern Sie den Ferienkalender!
Der DPhV fordert einen späteren Sommerferienbeginn in allen Bundesländern, um die Abiturphase für Lehrkräfte und Prüflinge zu entzerren.
- Kultusministerkonferenz: FerienregelungDie Kultusministerkonferenz erklärt die langfristige bundesweite Ferienregelung und veröffentlicht die Sommerferientermine bis 2030.
- Kultusministerkonferenz: Termine der AbiturprüfungDie Seite informiert über die Termine der Abiturprüfungen und liefert den zeitlichen Rahmen für die Debatte um Prüfungs- und Ferienplanung.
- OECD: How is the school year organised in OECD countries?Die OECD ordnet Schuljahresstrukturen international ein und verweist darauf, dass längere Ferien Bildungsungleichheiten verstärken können.
