Schulleitungsstudie: Lücke zwischen Schulvision und Alltag

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veröffentlicht am 02.11.2026

Die Cornelsen-Schulleitungsstudie 2026 zeigt, welche Veränderungen Schulleitungen für die Zukunft der Schule wünschen. Flexible Räume und individuelle Förderung gehören dazu. Zugleich berichten viele Befragte von hoher Arbeitsbelastung und fehlender Zeit, um zentrale Vorhaben umzusetzen.

Schulleitungen beschreiben eine Lücke zwischen Anspruch und Alltag

Für die vierte Welle der Cornelsen-Schulleitungsstudie befragte das Forschungsinstitut für Bildungs- und Sozialökonomie (FiBS) im Frühjahr 2026 insgesamt 2.066 Schulleitungen aus allen 16 Ländern. Ergänzend führten die Forschenden 16 leitfadengestützte Interviews. Im Mittelpunkt standen unter anderem Ganztag, Startchancen-Programm, Digitalisierung und datengestützte Schulentwicklung.

Die Studie beschreibt flexible Raumstrukturen als wichtigen Bestandteil einer zukunftsfähigen Schule. In einer ergänzenden Auswertung der Ergebnisse stimmten 92,9 Prozent der befragten Schulleitungen dem Ziel flexibler und adaptiver Bau- und Raumstrukturen zu; 6,4 Prozent sahen diese an der eigenen Schule verwirklicht. Die Zahlen zeigen eine deutliche Lücke zwischen Wunsch und Umsetzung.

Auch individuelle Förderung und multiprofessionelle Zusammenarbeit werden als wichtige Entwicklungsziele genannt. Gleichzeitig berichten Schulleitungen von großen Belastungen: 94 Prozent erleben laut FiBS stetig wachsende Aufgaben ohne ausreichende Entlastung, 83 Prozent fühlen sich durch bürokratische Hürden ausgebremst. Nur 12,5 Prozent sehen bei sich ausreichend Zeit für die Umsetzung zentraler Themen.

Räume allein lösen keine pädagogischen Fragen 

Flexible Lernräume können unterschiedliche Arbeitsformen ermöglichen – etwa Einzelarbeit, Gruppenphasen und Präsentationen. Ihre Wirkung hängt jedoch davon ab, wie Lehrkräfte die Räume nutzen und welche pädagogischen Ziele sie damit verbinden. Auch die Schulorganisation, verfügbare Zeit und Zusammenarbeit im Kollegium beeinflussen, ob neue Raumkonzepte den Unterricht tatsächlich verändern. Lehrer-Online stellt mit dem Beitrag „Der Klassenraum der Zukunft“ ein Beispiel für die Verbindung räumlicher und digitaler Lernbedingungen vor.

Die Studienbefunde verweisen damit auf mehr als eine Bauaufgabe: Schulen brauchen Zeit und passende Rahmenbedingungen, um individuelle Förderung in tragfähige Unterrichtskonzepte zu übersetzen. Die Wünsche der Schulleitungen machen zugleich deutlich, dass viele zentrale Veränderungen nicht allein auf Schulebene entschieden werden. 

Bedeutung für Ihren Unterrichtsalltag 

Auch ohne Umbau können Sie Lernräume erproben: Richten Sie in einer Unterrichtsstunde klar abgegrenzte Arbeitszonen für Einzelarbeit, Austausch und kurze Präsentationen ein. Beobachten Sie anschließend, welche Lernenden davon profitieren und wo zusätzliche Struktur nötig ist. Besprechen Sie die Erfahrungen in der Fachschaft und sammeln Sie kleine, kostengünstige Anpassungen. So entsteht eine konkrete Grundlage für spätere Entscheidungen über Raumgestaltung, Materialbedarf und individuelle Förderung. 

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