Schlaf, Erschöpfung, Zukunftsängste: Wie belastet sind Schulkinder?

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Autor: Merle Engeln
veröffentlicht am 24.09.2026

Fast die Hälfte der Schülerinnen und Schüler aus den Klassen 5 bis 10 berichtet von Schlafproblemen. Der DAK-Präventionsradar 2026 zeigt außerdem zunehmende Erschöpfung und ein rückläufiges Wohlbefinden. Für Schulen stellt sich damit die Frage, wie Gesundheitskompetenz und Prävention stärker im Unterricht verankert werden können.

Schlafprobleme und Erschöpfung nehmen zu

Der DAK-Präventionsradar untersucht seit 2016 die Gesundheit und das Gesundheitsverhalten von Kindern und Jugendlichen. Für die zehnte Erhebungswelle im Schuljahr 2025/2026 wurden nach Angaben der DAK-Gesundheit mehr als 30.000 Schülerinnen und Schüler der Klassen 5 bis 10 an 141 allgemeinbildenden weiterführenden Schulen in 15 Bundesländern befragt. Das Saarland nahm nicht teil.

Die Ergebnisse zeichnen ein belastendes Bild: 46 Prozent der befragten Kinder und Jugendlichen berichten von Schlafproblemen. Seit der ersten Erhebung im Schuljahr 2019/2020 ist dieser Anteil von 36 Prozent gestiegen. 69 Prozent fühlen sich mindestens einmal pro Woche erschöpft; im Schuljahr 2022/2023 waren es 52 Prozent.

Auch das allgemeine Wohlbefinden hat sich verschlechtert. 49 Prozent der Befragten geben an, sich nur eingeschränkt wohlzufühlen. Dazu zählen unter anderem Schwierigkeiten, gute Laune zu haben, sich zu entspannen oder den Alltag aktiv zu erleben. Zudem blicken nur 57 Prozent positiv in die Zukunft. Im Vorjahr lag dieser Anteil noch bei 62 Prozent.

Gesundheitskompetenz als Aufgabe der Schule

Die Studie erfasst auch, wie gut Kinder und Jugendliche Gesundheitsinformationen verstehen, bewerten und für ihr eigenes Handeln nutzen können. Nach Angaben der DAK verfügen 89 Prozent der Befragten noch nicht über eine ausreichende Gesundheitskompetenz. Kinder und Jugendliche mit höherer Gesundheitskompetenz berichten dagegen seltener von vermindertem Wohlbefinden und blicken häufiger optimistisch in die Zukunft.

Die Ergebnisse passen zu Befunden des Bildungsberichts "Bildung in Deutschland 2026". Dieser beschreibt eine zunehmende Beeinträchtigung des psychischen Wohlbefindens von Schülerinnen und Schülern und betont, dass schulische Lernbedingungen, soziale Ungleichheiten und personelle Ressourcen gemeinsam betrachtet werden müssen. Gesundheitsförderung kann daher nicht allein als individuelles Verhalten verstanden werden. Auch Schulklima, verlässliche Beziehungen und ausreichende Unterstützungsangebote beeinflussen, ob Lernen gelingt.

Mediennutzung als ein möglicher Einflussfaktor

Der Kinder- und Jugendmediziner Michael Hubmann verweist in der DAK-Mitteilung auf mögliche Zusammenhänge zwischen intensiver Mediennutzung, spätem Konsum sozialer Medien und Schlafproblemen. Die Studie selbst benennt jedoch keine eindeutige Einzelursache für die beobachteten Entwicklungen.

Für Schulen bedeutet das: Gesundheitsbildung sollte nicht auf Verbote reduziert werden. Kinder und Jugendliche benötigen Wissen über Schlaf, Erholung, Mediennutzung und den Umgang mit belastenden Informationen. Nach Angaben der DAK befürworten fast drei Viertel der Befragten ein eigenes Schulfach "Gesundheit".

Bedeutung für Ihren Unterrichtsalltag

Nutzen Sie die Ergebnisse als Anlass für eine kurze Unterrichtssequenz in Biologie, Sport, Sachunterricht oder Sozialkunde. Die Lernenden können zunächst anonym erfassen, welche Faktoren ihren Schlaf und ihre Konzentration beeinflussen, und anschließend einen realistischen Wochenplan für Schlaf, Bewegung, Mediennutzung und Erholung entwickeln. Wichtig ist, nicht einzelne Kinder zu problematisieren. Bei wiederkehrender Erschöpfung oder deutlichen Veränderungen im Verhalten sollten Sie das Gespräch mit den Erziehungsberechtigten und schulischen Beratungsangeboten suchen. Eine schulinterne Vereinbarung zur digitalen Erreichbarkeit am Abend kann zusätzliche Orientierung geben.

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Quellen

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