jugendschutz.net: Über "Legal Highs per Mausklick"

veröffentlicht am 28.06.2016

"Beach Party", "Crazy Monkey" oder "Unicorn Magic Dust" - mit coolen Namen und jugendaffiner Aufmachung werden psycho-aktive Substanzen im Internet verherrlicht.

Getarnt als Kräutermischungen oder Badesalze sind die gefährlichen Stoffe auch für Minderjährige frei erhältlich. Das rheinland-pfälzische Jugendministerium und die Kommission für Jugendmedienschutz (KJM) weisen anlässlich der Vorstellung des aktuellen Berichts von jugendschutz.net auf die Gefährlichkeit der sogenannten Legal Highs und deren große Relevanz für den Jugendschutz hin.

Über Legal Highs

Mit gefährlichen Substanzen geködert
Legal Highs werden im Internet als Alternativen zu verbotenen Substanzen wie Ecstasy verkauft. Die Online-Shops sind über Suchmaschinen leicht zu finden. Sie bewerben ihre Produkte oft über soziale Netzwerke oder bieten dort kostenlose Proben an. "Der Konsum der Stoffe birgt hohe Gesundheitsrisiken und kann sogar zum Tod führen", erklärt die rheinland-pfälzische Jugendstaatssekretärin Dr. Christiane Rohleder. "Es ist unverantwortlich, wenn Jugendliche gezielt mit  gefährlichen Substanzen geködert werden. Hier leistet jugendschutz.net wichtige Arbeit, indem es darauf hinwirkt, dass solche Angebote aus dem Netz genommen werden. Ich begrüße es ausdrücklich, dass der Bund mit dem Gesetz zur Bekämpfung der Verbreitung neuer psychoaktiver Stoffe ebenfalls aktiv gegen Legal Highs und ähnliche Rauschmittel vorgeht."

Verherrlichung von Legal Highs
Andreas Fischer, Vorsitzender der KJM, kritisiert die Verherrlichung von Legal Highs in Online-Shops und im Social Web. "Häufig sind diese Online-Shops sehr jugendaffin gestaltet und erwecken den Eindruck, dass das Leben durch Rauschmittel bereichert wird. Wenn Jugendliche im Internet zum Drogenkonsum animiert und die negativen Folgen verharmlost oder verschwiegen werden, kann die Entwicklung dieser Jugendlichen schwer gefährdet werden." Die KJM habe bereits auf Basis der Recherchen von jugendschutz.net erste Aufsichtsverfahren gegen deutsche Anbieter von Webshops eingeleitet, die Legal Highs zur Alltags- und Stressbewältigung anpreisen. Die KJM begrüße auch das aktuelle Gesetzesvorhaben des Bundes, wodurch der Vertrieb neuer psychoaktiver Stoffe verboten wird.

Jugendschutzverstöße aller Art

Im vergangenen Jahr wurden mehr als 30.000 Websites, Apps und Beiträge im Social Web gesichtet und auf Jugendschutzverstöße aller Art überprüft. Rund 6.100 Fälle wurden von jugendschutz.net registriert. Die häufigsten Verstöße bezogen sich auf Pornografie (26 Prozent), Darstellungen der sexuellen Ausbeutung von Kindern (19 Prozent) und Jugendgefährdungen (19 Prozent). 15 Prozent der Verstöße fanden sich im Bereich des politischen Extremismus. In 51 Prozent der Fälle konnte jugendschutz.net die schnelle Löschung über Kontakte zu Anbietern und Betreibern erreichen und aufwändige Verfahren vermeiden. Rund 120 deutsche Fälle gab jugendschutz.net an die KJM ab, die dazu Aufsichtsverfahren einleitete. Etwa 950 ausländische Fälle übermittelte jugendschutz.net an den KJM-Vorsitzenden und regte die Stellung eines Indizierungsantrags bei der Bundesprüfstelle für jugendgefährdende Medien (BPjM) an.

"Junge Nutzer dürfen mit Risiken im Netz nicht allein gelassen werden. Jugendschutz.net leistet mit seiner Arbeit einen wichtigen Beitrag zu einem effizienten Jugendmedienschutz", erklären Staatssekretärin Dr. Rohleder und der KJM-Vorsitzende Fischer abschließend.


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