Die Preisträger des Deutschen Jugendliteraturpreises 2016

veröffentlicht am 27.10.2016

Auf der Frankfurter Buchmesse feierte der Deutsche Jugendliteraturpreis seinen 60. Geburtstag und die diesjährigen Preisträger.

Am 21. Oktober 2016 wurde auf der Frankfurter Buchmesse der Deutsche Jugendliteraturpreis verliehen. Der mit 12.000 Euro dotierte Sonderpreis für das Gesamtwerk ging an Klaus Kordon, "einen außergewöhnlichen Autor, einen mit Haltung, einen, der seinen Standpunkt immer wieder hinterfragt und neu bestimmt", so die Jury. "Mit seinen genau recherchierten historischen Romanen gelingt es Kordon, die Zusammenhänge zwischen Vergangenheit und Gegenwart aufzuzeigen und Geschichte(n) aus der Perspektive der kleinen Leute zu erzählen."

Die Sieger

Die Kritikerjury prämierte vier Titel in den Sparten Bilder-, Kinder-, Jugend- und Sachbuch. Die Preise sind mit je 10.000 Euro dotiert.

Als bestes Bilderbuch konnte sich "Der Hund, den Nino nicht hatte" (Bohem Press) von Edward van de Vendel mit Bildern von Anton van Hertbruggen und in der Übersetzung von Rolf Erdorf durchsetzen. Die Jury lobt an diesem etwas anderen Hundebuch, dass es kindliche Wünsche und Träume sichtbar macht. Die vielschichtige und hintergründige Umsetzung lässt verschiedene Deutungen zu.

In der Sparte Kinderbuch wurde "Das Mädchen Wadjda" (cbt) der saudi-arabischen Filmemacherin Hayfa Al Mansour ausgezeichnet, übersetzt von Catrin Frischer. Die spannende und berührende Geschichte eines Mädchens, das beherzt seinen Traum verfolgt, schärft die Wahrnehmung für den arabischen Kulturraum. Sie zeigt, was Freiheit meint, und wie wichtig es ist, sie zu verteidigen.

Als bestes Jugendbuch überzeugte Kirsten Fuchs' Roman "Mädchenmeute" (Rowohlt) über sieben sehr unterschiedlich charakterisierte weibliche Heldinnen. Sie erleben in den Wäldern des Erzgebirges Grusel und reale Ängste, Gemeinschaft und Auseinandersetzung. Mit großer erzählerischer Kraft lädt das Abenteuerbuch ein zum Nachdenken über Freundschaft, die eigene Rolle in der Gruppe und darüber, was Freiheit ist.

Sieger beim Sachbuch ist Kristina Gehrmanns "Im Eisland. Band 1" (Hinstorff) über die Franklin-Expedition 1845, die zum Ziel hatte, einen Seeweg zwischen dem Nordatlantik und dem Nordpazifik zu finden. Gehrmann gelingt in ihrer Graphic Novel eine überzeugende Verbindung aus Sachinformation und dichter Erzählung. Die Mimik der Figuren in den detailgetreuen und realistischen Schwarz-Weiß-Illustrationen ermöglicht einen tiefen Einblick in das Seelenleben der Besatzungsmitglieder.

Die Jugendjury manifestierte schon mit ihren Nominierungen großes politisches Interesse. Ihren Preis in Höhe von 10.000 Euro sprach sie nun Peer Martin für "Sommer unter schwarzen Flügeln" (Oetinger) zu. Die tragische Liebesgeschichte zwischen dem syrischen Mädchen Nuri und dem Neonazi Calvin beleuchtet den Hintergrund und die Beweggründe der beiden, "basiert auf gut recherchierten Fakten und regt zur Reflexion über die aktuelle politische Lage an".

Der Deutsche Jugendliteraturpreis feiert in diesem Jahr sein 60-jähriges Bestehen. Seit 1956 wird er jährlich für herausragende Kinder- und Jugendbücher vergeben und ist mit insgesamt 62.000 Euro dotiert.


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