Brandenburg startet ins schwierigste Schuljahr: Was Lehrkräfte erwartet

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veröffentlicht am 24.08.2026

Zum Schulstart am 24. August steht Brandenburg vor erheblichen Herausforderungen. Der Lehrkräftemangel gefährdet die Unterrichtsversorgung, zugleich sollen neue Online-Kurse, verbindlichere Fachpläne und Konzepte für den Umgang mit Künstlicher Intelligenz den Schulalltag unterstützen.

Brandenburgs Schulen starten am 24. August in ein Schuljahr, das Bildungsminister Gordon Hoffmann als das schwierigste bezeichnet, das das Land bisher zu bewältigen habe. Im Mittelpunkt steht der anhaltende Lehrkräftemangel. Kurz vor Schulbeginn waren weiterhin mehr als 100 Stellen ausgeschrieben, darunter Fachlehrkräfte für Deutsch, Englisch, Mathematik und Physik. Nach Angaben des Bildungsministeriums bleibt der Bedarf an Lehrkräften trotz zusätzlicher Einstellungen hoch.

Lehrkräftemangel belastet Unterrichtsversorgung

Die angespannte Personalsituation kann sich unmittelbar auf die Stundentafel und damit auf den Unterricht in Kernfächern auswirken. Zwar sollen mit dem kommenden Haushalt 250 neue Lehrerstellen geschaffen werden, gleichzeitig wurde die Zahl der Stellen im Haushalt 2025 um 345 Vollzeitstellen reduziert. Zusätzlich müssen Lehrkräfte in Brandenburg eine Unterrichtsstunde pro Woche mehr erteilen.

Auch Elternvertretungen äußern Sorge, ob der Unterricht an allen Schulen verlässlich abgesichert werden kann. Medienberichte aus Brandenburg zeigen, dass Schulämter bis kurz vor Schuljahresbeginn nach Lösungen suchen und freie Stellen besetzen. Für Lehrkräfte bedeutet die Situation vielerorts zusätzliche Belastungen durch Mehrarbeit, Vertretungsunterricht oder größere Lerngruppen.

Die Herausforderungen gehen jedoch über die Personalfrage hinaus. Das Deutsche Schulbarometer 2026 der Robert Bosch Stiftung weist darauf hin, dass Lehrkräfte vor allem das Verhalten von Schülerinnen und Schülern, psychische Belastungen und mangelnde Motivation als große berufliche Herausforderungen erleben. Besonders häufig berichten Lehrkräfte von Schwierigkeiten im Umgang mit psychisch belasteten Lernenden sowie mit Schülerinnen und Schülern mit besonderem Förderbedarf.

Online-Kurse und neue Fachpläne

Um das Unterrichtsangebot in der gymnasialen Oberstufe zu ergänzen, plant Brandenburg Online-Kurse in weiteren Fächern. Neben Recht sollen künftig auch Französisch, Latein, Geographie, Politische Bildung, Psychologie und Philosophie über die Schulcloud angeboten werden. Die Kurse sind als dreistündige Grundkurse am späten Nachmittag oder Abend vorgesehen und auf jeweils 15 Plätze begrenzt.

Nach dem Ausstieg aus dem gemeinsamen Rahmenlehrplan mit Berlin will das Land eigene Fachpläne entwickeln. Begonnen werden soll mit Deutsch, Mathematik und Englisch. Ziel ist nach Angaben des Ministers mehr Verbindlichkeit und eine bessere Orientierung für Lehrkräfte bei der Unterrichtsplanung

Lesen, Rechnen und Künstliche Intelligenz im Unterricht

Mit einem täglichen Leseband soll die Leseförderung an Grundschulen schrittweise ausgeweitet werden. Ein Rechenband ist ebenfalls geplant, soll aber später folgen. Die Maßnahmen stehen im Zusammenhang mit bundesweiten Befunden zu sinkenden Kompetenzen und anhaltender Bildungsungleichheit.

Zudem soll der Umgang mit Künstlicher Intelligenz stärker in den Unterricht und in Prüfungsformate einbezogen werden. Die Kultusministerkonferenz empfiehlt, KI sowohl als Lernwerkzeug als auch unter kritischen, ethischen und datenschutzbezogenen Gesichtspunkten zu behandeln. Dazu gehört auch, dass Lernende die Nutzung von KI offenlegen und reflektieren.

Für Lehrkräfte stellt sich damit im neuen Schuljahr nicht nur die Frage, wie Unterricht trotz fehlender Kolleginnen und Kollegen abgesichert werden kann. Ebenso wichtig wird es sein, Lernende beim Lesen, Rechnen und beim reflektierten Umgang mit digitalen Werkzeugen zu unterstützen. 

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