Auge(n)Blick mal! – Visuelle Wahrnehmung

Veröffentlicht am 22.05.2007
  • Biologie
  • Sekundarstufe II
  • 1 Stunde
  • Ablaufplan, Video, Arbeitsblatt, Experiment
  • 1 Arbeitsmaterial

Die naive Vorstellung der Schülerinnen und Schüler, „Sehen“ bestehe in der originalgetreuen Abbildung der Außenwelt, wird durch ein vom Bayerischen Rundfunk (BR-Online) entwickeltes Computerexperiment zur Bewegungsnachwirkung eindrucksvoll widerlegt. Die Lernenden gewinnen die Einsicht, dass die von der Netzhaut kommende visuelle Information in der Sehbahn gefiltert, verändert und emotional bewertet wird.

Beschreibung der Unterrichtseinheit

Nur selten ist das untersuchende Subjekt zugleich Objekt seiner eigenen Forschung. Die Untersuchung der visuellen Wahrnehmung ist so ein Fall, in dem wir Erfahrungen ?am eigenen Leib? machen können. In der hier beschriebenen Unterrichtsstunde gewinnen die Schülerinnen und Schüler Informationen aus eigenen Wahrnehmungserfahrungen. Im Zentrum steht dabei ein Experiment, das vom Telekolleg MultiMedial des Bayerischen Rundfunks für einen Beitrag zum Thema ?Psychologie der Wahrnehmung? entwickelt wurde. Die Lernenden erleben dabei an der eigenen Wahrnehmung verblüffende und für sie neuartige Phänomene. Die visuelle Wahrnehmung verbindet das Sinnesorgan Auge mit der Verarbeitung von Sinnesreizen im Nervensystem. Sie bietet somit einen Anknüpfungspunkt an das Vorwissen der Schülerinnen und Schüler. Der Interessensfokus wird auf die Abläufe gerichtet, die hinter der subjektiven Wahrnehmung liegen.

Unterrichtsablauf

Inhalt
Sozial- / Aktionsform

Didaktisch-methodischer Kommentar

Computereinsatz

Der Computer ist ein gut geeignetes Instrument, um im visuellen Bereich aktiv sensitive Erfahrungen zu machen. Die Arbeit mit dem Rechner dient in dieser Unterrichtseinheit weniger der Motivation sondern ist vielmehr Mittel zum Zweck. Der Computer bietet die Möglichkeit, Experimente mit animierten Materialien zur visuellen Wahrnehmung durchzuführen, deren Effekte über die der optischen Täuschungen in statischen Abbildungen, die den Schülerinnen und Schülern häufig bereits bekannt sind, hinausgehen. Wenn den Lernenden ein eigener Rechner zur Verfügung steht, können sie sich intensiv und individuell mit dem Wahrnehmungsexperiment beschäftigen. Die vorliegende Unterrichtsstunde eignet sich daher hervorragend für den Einsatz in Laptopklassen. Als weitere Medien kommen in dieser Stunde der Overheadprojektor (Folien zur Demonstration von Wahrnehmungseffekten) und die Tafel (Sicherung der erarbeiteten Erkenntnisse) zum Einsatz.

Wechsel der Sozialform

Im Verlauf der Unterrichtsstunde wechselt an mehreren Stellen die Sozialform (siehe Auge(n)Blick mal! - Visuelle Wahrnehmung). Die Wahrnehmungsexperimente zur Bewegungsnachwirkung werden von den Schülerinnen und Schülern (im Idealfall) in Einzelarbeit am eigenen Laptop durchgeführt. Der Wunsch nach dem Austausch mit den Mitschülern über die gemachten Beobachtungen ist in der experimentellen Situation - insbesondere beim "Selbstexperiment" - jedoch ein starkes Bedürfnis. Diesem wird durch den Wechsel von der Einzel- zur Partnerarbeit Rechnung getragen. Besonders wichtig wird die Kooperation mit einem Lernpartner oder einer Lernpartnerin bei der Erarbeitung der Versuchsanordnung zur Überprüfung der aufgestellten Hypothese.

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Vermittelte Kompetenzen

Die Schülerinnen und Schüler sollen

  • sensitiv ihre visuelle Wahrnehmung ergründen.
  • die visuelle Wahrnehmung als ein Produkt der Verrechnung realer Eindrücke mit verschiedenen Informationen aus dem Gehirn verstehen.
  • für den Grund der Bewegungsnachwirkung Hypothesen aufstellen und diese durch wissenschaftliches Vorgehen mit einem selbst entwickelten Versuch verifizieren.
  • durch eigenes Erleben die am Verrechnungsprozess beteiligten Faktoren erkennen und benennen.
  • in verschiedenen Sozialformen kommunizieren und argumentieren.
  • durch Hypothesen unter Einbezug ihres Wissens ihre phänomenologisch gewonnenen Erkenntnisse auf eine biologische Basis bringen.
  • sich mit den biologischen Grundlagen der Wahrnehmung auseinandersetzen (Hausaufgabe).

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Avatar Dr. Matthias Nolte

studierte an der Universität zu Köln Biologie und Chemie auf Lehramt (Sek I und II) und promovierte 2005 in Anorganischer Chemie. Seit Sommer 2007 unterrichtet er Biologie, Chemie und Physik an der Erzbischöflichen Marienschule in Leverkusen-Opladen.

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