Wirtschaft

Datenbankunterricht mit StarOffice

Veröffentlicht am 27.10.2004
  • Sekundarstufe II
  • variabel
  • Unterrichtsplanung, Arbeitsmaterial, Arbeitsblatt

Im Rahmen einer Unterrichtsreihe hat der Autor untersucht, inwieweit sich die in StarOffice enthaltene Datenbank Adabas für den Einsatz in der Schule eignet.

Der Autor ist davon überzeugt, dass eine größere Produktvielfalt im Informatikunterricht ein bildungspolitisches Anliegen ist. StarOffice ist für Schulen kostenfrei und bietet allein aus diesem Grund eine attraktive Alternative für Schulen, auch wenn Adabas nicht die Kriterien von Open-Source-Software erfüllt.

 

Die im Folgenden aufgelisteten Schwierigkeiten beim Umgang mit StarOffice und Adabas sind daher weniger als Warnung vor dem Umgang mit StarOffice zu betrachten, denn als Hinweis auf die Schwierigkeiten, auf die man sich einstellen sollte, wenn man im informationstechnischen Unterricht Neuland betritt.

Ausgangssituation

Haltung der Schülerinnen und Schüler

Gleich zu Beginn der Unterrichtsreihe stellte sich heraus, dass die Schülerinnen und Schüler einem Programm, das nicht ihren Gewohnheiten entsprach, keineswegs aufgeschlossen und unvoreingenommen gegenüber standen. Die sich im Laufe der Unterrichtsreihe entwickelnden technischen Schwierigkeiten, schienen diese Vorurteile nur zu bestätigen und konnten von mir nicht entkräftet werden. Sollten die Schülerinnnen und Schüler beispielsweise einem von mir extra "eingebauten" Fehler nachspüren, so war dies für sie nur eine weitere Fehlermeldung unter vielen. Für die Klasse war damit schnell klar, dass MS Office "viel besser ist und viel mehr kann".

Der Ablehnung im Vorfeld begegnen

Für den Verlauf einer Unterrichtsreihe ist es sicher vorteilhaft, wenn im Vorfeld die Schülerinnen und Schüler für die Vorteile von Open-Source-Produkten sensibilisiert und bereits an StarOffice herangeführt wurden.

Überblick über die aufgetretenen Schwierigkeiten

Fehleranfälligkeit im Netzwerk

Adabas reagierte auf diverse Einstellungen mit Fehlfunktionen, so zum Beispiel bei einem vom Standardinstallationspfad abweichenden Installationspfad, diversen Sicherheitseinstellungen wie einem Patch, das den Zugriff auf die Eingabeaufforderung verhindern sollte oder Änderungen in der Registry von Windows.

Import und Export

Ein schneller Datenimport ist durch einfaches Markieren der Daten und Einfügen per Drag&Drop möglich. Allerdings werden hier nur die Datenformate Text und Integer erkannt und akzeptiert. Bei einer nachträglichen Änderung des Felddatentyps werden die Inhalte gelöscht. Sollen die Datenformate erhalten bleiben, bietet sich der Umweg über eine dBase-Datenbank an. Allerdings ist diese Vorgehensweise umständlich und zeitaufwändig. Der Datenexport aus Adabas in StarOffice ist hingegen durch einfaches Mausklicken möglich.

Anlegen der Datenbank

Das Anlegen einer Datenbank ist recht umständlich und benötigt unverhältnismäßig viel Zeit. Die Datenbank-Dateien Sysdevspace, Transactionlog und Datadevspace können dabei an einem beliebigen Speicherort gespeichert werden. Allerdings ist dabei darauf zu achten, das der Pfadname nicht mehr als 40 Zeichen umfasst. Beim Anlegen ist weiterhin darauf zu achten, dass die Administrationstabellen der Datenbank ausgeblendet werden. Andernfalls wird die Datenbank aufgrund der Vielzahl der enthaltenen Tabellen unübersichtlich. Die Tabellen können zwar auch nachträglich ausgeblendet werden, allerdings sorgt dieses Vorgehen für Unverständnis bei den Schülern und erfordert wiederum mehr Zeit, da eventuell bereits enthaltene Tabellen nachträglich eingeblendet werden müssen (wenn mit einer teilweise fertigen Datenbank gearbeitet werden soll).

Speichern der Datenbank-Dateien im Schulnetzwerk

Obwohl der Speicherort der Datenbank-Dateien selbst festgelegt werden kann, gibt es weitere Dateien, die Adabas für jede Datenbank im Adabas-Verzeichnis automatisch erzeugt. Dies kann je nach Sicherheitskonzept der Schule dazu führen, dass die Schülerinnen und Schüler die Datenbank nicht dauerhaft anlegen können oder alle Schüler auf die gleiche Datenbank zugreifen müssen (was nicht unbedingt ein Nachteil ist). Allerdings gibt es mittlerweile Sicherheitsprogramme, die diverse Einstellungsmöglichkeiten und Ausnahmeregelungen bieten. So könnte etwa das Adabas-Verzeichnis von solchen Sicherheitseinstellungen ausgenommen werden.

Übertragbarkeit der Daten

Ein wichtiger Punkt ist die Übertragbarkeit der Datenbank. Es sind viele Situationen denkbar, in denen Schüler "ihre" Datenbank mitnehmen wollen oder sollen. Hierfür ist eine leichte und unkomplizierte Übertragung der Datenbank zwischen verschiedenen PC-Systemen notwendig (Schule - Schüler-PC, Schule - Lehrer-PC, Lehrer-PC - Schüler-PC). Unter Adabas ist es allerdings notwendig, dass Installations-Laufwerk und Verzeichnispfad jeweils identisch sind! Diese Bedingung dürfte bei einem Einsatz in einer Schule kaum zu erfüllen sein.

  • Fazit
    Eingefleische Open-Source-Anhänger lassen sich von solchen Rückschlägen nicht entmutigen ;-)

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Avatar Markus Czehak

unterrichtet Wirtschaftsinformatik am Berufskolleg für Wirtschaft und Informatik in Neuss.

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