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Video "Stormscapes": Unwetter-Ansichten

Tool-Tipp

Wenn es denn keinen Schaden anrichtet, kann ein Unwetter richtig schön anzuschauen sein. Da hat es so mancher Sonnenuntergang schwer, mitzuhalten.Es blitzt, es donnert, dunkle Wolken ziehen rasant vorbei, es stürmt - was die Natur für Kräfte entwickelt, ist erschreckend und doch auch irgendwie faszinierend. Der Fotograf Nicolaus Wegner ist zwischen Mai und September 2014 durch Wyoming, Montana, South Dakota, Nebraska und Colorado gereist, um Unwetter per Kamera festzuhalten. Entstanden ist ein beeindruckendes Video, das im Zeitraffer zeigt, wie Blitze den dunklen Himmel erhellen, wie sich wilde Wolkenformationen bilden oder doppelte Regenbögen den grauen Himmel ein bisschen bunter machen.

  • Fächerübergreifend

Arbeitsblatt "Soziale Marktwirtschaft"

Arbeitsblatt der Woche

Mit dem Arbeitsblatt "Made in Germany - Die Soziale Marktwirtschaft" lernen die Schülerinnen und Schüler das Wirtschaftsmodell der Sozialen Marktwirtschaft kennen und grenzen es gegenüber der freien Marktwirtschaft und der Zentralverwaltungswirtschaft ab. In diesem Zusammenhang wird auch die Rolle des Staates thematisiert.Die Stiftung Jugend und Bildung bietet Materialien an, mit denen die Lücken in der Unterrichtsversorgung geschlossen werden. Ergänzende Unterrichtsmaterialien der Stiftung zur politischen, sozialen und ökonomischen Bildung erscheinen regelmäßig neu und sind immer aktuell und kostenfrei. Die Materialien können unter www.jugend-und-bildung.de kostenfrei heruntergeladen oder unter www.jubi-shop.de bestellt werden.

  • Fächerübergreifend

Vertrag in der Tasche :-)

Blog

Hallo ihr Lieben, ich melde mich nochmal zurück mit einer tollen Neuigkeit: Ich habe endlich einen Job und heute den Vertrag unterschrieben!!! :-) Ab dem neuen Schuljahr kehre ich an meine Ref-Schule zurück. Es ist zwar nur eine Vertretungsstelle, aber es fühlt sich mega an, endlich als Lehrerin arbeiten zu können – und dann auch noch da, wo ich mein Referendariat gemacht habe. Ich habe damit überhaupt nicht gerechnet! Denn eigentlich bestand für meine Fächerkombi kein Bedarf an der Schule. Ich war sehr überrascht, als sich die Schulleiterin bei mir meldete und mir den Job angeboten hat. Eine Franze-Lehrerin hat nämlich entschieden, aus privaten Gründen die Schule zu verlassen. Durch Corona ist zusätzlich in einigen Klassen Vertretungsbedarf entstanden. Aus diesen Gründen konnte mir letztlich eine Vertretungsstelle angeboten werden! :-) Natürlich habe ich nicht lange überlegt und direkt zugesagt! Das Kollegium ist sehr nett und hilfsbereit und auch die Schüler sind lieb und "pflegeleicht". :-) Was für ein Glück, dass ich doch noch einen Job an einer so tollen Schule ergattern konnte! Lange Zeit sah es nämlich gar nicht gut aus. Ich musste mich arbeitssuchend melden und das Arbeitslosengeld II beantragen. Kein schönes Gefühl, das kann ich euch sagen. :-/ In der Zeit habe ich mich intensiv um einen Job bemüht, hatte aber nicht wirklich etwas in Aussicht. Für meine Fächerkombi waren leider nur wenige Vertretungsstellen ausgeschrieben, die auch nicht wirklich bei mir in der Umgebung lagen. Bei einigen Schulen habe ich mich initiativ beworben, aber auch das hat nicht gefruchtet. Plan B war dann an eine Grundschule zu gehen: Bei dieser Schulform habe ich mit Englisch und Französisch natürlich auch nicht die besten Voraussetzungen. Letztlich habe ich aber von einer Grundschule ein Stellenangebot für drei Monate erhalten, das ich wahrscheinlich auch angenommen hätte. Zum Glück kam dann aber doch noch ein viel besseres Angebot! :-) Meine ehemaligen Mitrefis sind inzwischen auch alle untergekommen. Zwei von uns konnten sogar direkt eine feste Stelle ergattern und wurden bereits verbeamtet!! Die anderen werden ab dem neuen Schuljahr als Vertretungslehrkräfte anfangen – die meisten übergangsweise an einer Grundschule. Für mich wird es sicherlich ein komisches Gefühl sein, an meine alte Ref-Schule zurückzukehren, aber meine lieben Mitrefis nicht mehr da zu haben. Trotzdem freue ich mich, dass alle einen Job gefunden haben. Als ich die Job-Nachricht bekommen habe, habe ich mir zum Ende der Sommerferien noch ein paar Urlaubstage am Bodensee gegönnt. Wir hatten tolles Strandwetter und haben auch noch viele schöne Orte um den Bodensee herum erkundet (Schloss Neuschwanstein, die Rheinfälle in der Schweiz, schöne Berglandschaften in Österreich). Ich konnte mich jedenfalls super erholen. Das neue Schuljahr kann also kommen! :) Ihr Lieben, für mich wird es Zeit, von euch Abschied zu nehmen, da mein Referendariat ja nun vorbei ist. Ich danke allen, die mit mir hier mitgefiebert, sich mitgefreut und mir die Daumen gedrückt haben. Mir selbst hat es sehr geholfen, meine Erlebnisse und Emotionen mit euch teilen zu können! Ich hoffe, ich konnte euch meinerseits einen kleinen Einblick in die doch so besondere Ref-Zeit geben. Es war schön mit euch... Genießt den Sommer und habt einen tollen Start in das neue Schuljahr! Fühlt euch wie immer gedrückt, Eure Anna

  • Fächerübergreifend

Bank-Azubis machen digitale Bildung

Blog

In diesem Blog-Beitrag hält unser Autor Dr. Peter Kührt ein Plädoyer für mehr Finanzbildung in den Schulen und stellt einige innovative Bildungsangebote vor, die von Auszubildenden selbst gestaltet wurden. Alle wissenschaftlichen Befragungen zur Finanzbildung kommen seit Jahren zu dem Ergebnis, dass die Kenntnisse der meisten Jugendlichen – aber auch vieler Erwachsenen – in Deutschland nur sehr gering sind. Das wird von den Befragten auch so empfunden. Dass 70 % der Schülerinnen und Schüler sich inzwischen sogar ein Schulfach Finanzbildun g wünschen, mag ein vorschnelles Statement sein, kennzeichnet aber das Empfinden vieler junger Menschen, für die wirklichen Probleme des Lebens nur unzureichend gerüstet zu sein. Typisch ist die oft zitierte Aussage einer Abiturientin, dass sie zwar Gedichtinterpretationen beherrschen würde, aber nicht in der Lage wäre, einen Kredit aufzunehmen oder ihr Geld vernünftig anzulegen. Finanzielle Bildung geht nur noch digital Wie aber bringt man Jugendlichen das sperrige Thema "Wirtschaft und Finanzen" nahe? Alles spricht dafür, dass das nur in digitaler Form erfolgversprechend sein wird – zumal bei einer Generation Z, die sich ohnehin viel im Netz aufhält. Da viele der Lernprozesse außerhalb der Schule stattfinden, muss der Wissenserwerb individualisiert und modular sein. Entscheidend für die Akzeptanz ist zudem, dass das Lernangebot unmittelbar praxisbezogen ist. Befragungen unter Lernenden kommen außerdem zu dem Ergebnis, dass Informationsangebote zu Wirtschaft und Finanzen nicht spezifisch jugendadäquat und "influencermäßig" sein sollen, sondern kurz, sachlich und genauso wie für Erwachsene. Jugendliche wollen erst genommen werden! Nürnberger Bank- und Versicherungs-Azubis haben in den letzten Jahren in zahlreichen Projekten mit erfolgversprechenden Formaten experimentiert und stellen den Jugendlichen in Deutschland inzwischen eine ganze Reihe von erprobten Erklärvideos und digitalen Selbstlernmodulen zur Verfügung. Diese Online-Module können auch im schulischen Unterricht, der betrieblichen Ausbildung, aber auch in einer späteren individuellen Bedarfssituation verwendet werden. Flankierend zum Online-Angebot der Lernenden wurden von den Lehrkräften der Schule komplette Unterrichtseinheiten für Lehrkräfte entwickelt, die ebenfalls kostenlos zum Download zur Verfügung stehen und den gesamten Bereich Geldanlage abdecken. Kostenloses "Online-Rund-um-Paket" zur Finanzbildung Das kostenlose und werbefreie "Komplettpaket zur Finanzbildung" der Nürnberger Bank-Azubis umfasst inzwischen folgende Angebote: Website " Anlage-Coach ": Verständliche Online-Informationen zu allen relevanten Geldanlagen in Textform und als Video sowie ein Selbsttest für Anlegerinnen und Anleger zur Einschätzung der individuellen Risikobereitschaft und Empfehlungen zur risikoadäquaten Geldanlage. Website " Finanzchecker ": Erklärfilme für zahlreiche jugendspezifische Geldanlagen und Kredite mit Online-Test zum Finanzführerschein mit Befragungen von Schülerinnen und Schülern zum vorhandenen und erforderlichen Finanzwissen von Jugendlichen. Videoplattform " Finanzschecker ": Mehr als 80 Erklärvideos zu allen wichtigen Geldanlagen und Versicherungen sowie zu Krediten und zur Kontoführung. Lernplattform " Finanzchecker Pur ": Website mit Erklärvideos zu zahlreichen Geldanlagen, Krediten und Versicherungen sowie zur Konto- und Depotführung mit dazu gehörigen Onlinetests zur individuellen Wissensüberprüfung. Website " Nachhaltigkeit von Geldanlagen ": Einführung in das Thema der ethisch verantwortlichen Geldanlage mit einem Kriterienkatalog zur Eigenbeurteilung von nachhaltigen Geldanlagen, Nachhaltigkeits-Check, Nachhaltigkeits-Steckbriefe, Anleitung und Musterformulare für eigene Nachhaltigkeitseinschätzungen, Infos und Materialen für Lehrkräfte. Beeindruckendes Google-Ranking und hohe Glaubwürdigkeit Die Nürnberger Bank-Azubis haben mit ihren innovativen Websites zur reflektierten Geldanlage inzwischen mehr Content im Netz als viele Banken und professionelle Anlageplattformen. Es ist daher nicht verwunderlich, dass sich die Online-Initiativen der Schülerinnen und Schüler in zahlreichen Pressemeldungen, Radiobeiträgen, einem Fernsehbericht und sogar zwei Preisen niederschlugen (Innoward-Bildungspreis der deutschen Versicherungswirtschaft und TheoPrax-Preis der Fraunhofer Gesellschaften) und sogar das Kaufinteresse einer Bank weckten. Die Videos der Lernenden liegen zudem unter zahlreichen Suchbegriffen im Google- und Youtube-Ranking weit vorne ("Dispo", "Ratenkredit", "Post Ident", "KFZ-Versicherung", "Pfandbrief", "Überweisung", "Depotkonto"), vielfach vor aufwändig produzierten Filmen bekannter Banken und Finanzagenturen und ihre Webangebote werden von den Userinnen und Usern als glaubwürdig eingeschätzt, wie zahlreiche Foreneinträge und Zuschriften beweisen. Plädoyer für mehr private Bildungsangebote Wie man sieht, braucht es nicht unbedingt eine neue Bildungsplattform für viel Geld, um die digitale und finanzielle Bildung in Deutschland voranzubringen. Die oben genannten Webangebote wurden nur durch vergleichsweise geringe Sponsorengelder finanziert. Es wäre daher höchst sinnvoll, wenn die staatlichen Stellen nicht vor allem abgehobene Leuchtturmprojekte, sondern praxisnahe private und schulische Initiativen unterstützen würden. Es wäre aber auch wünschenswert, dass weit mehr Schulen, Unternehmen und private Bildungsträger als bisher ihre Projektergebnisse nicht intern verstecken, sondern allen Menschen im Netz zur Verfügung stellen würden.

  • Politik / WiSo / SoWi / Wirtschaft

Mein Referendariat: Ein Rückblick auf eine intensive Zeit

Blog

Hey Leute, mein Referendariat neigt sich dem Ende zu. Nach 21 intensiven Monaten möchte ich in diesem letzten Blogbeitrag meine Gedanken zu dieser Zeit noch einmal bündeln, sowohl rückblickend als auch mit einem kurzen Ausblick auf meinen weiteren Weg als Lehrer. Mein Weg nach dem Referendariat Zunächst zu der Frage, wie es für mich nun weitergeht. Nach langem Zittern und einer Phase großer Ungewissheit habe ich vor wenigen Tagen die Mitteilung erhalten, dass ich an meiner Ausbildungsschule bleiben kann. Diese Nachricht hat mich außerordentlich gefreut. In den vergangenen 21 Monaten habe ich sowohl meine Klassen als auch das Kollegium sehr ins Herz geschlossen und mich an meiner Schule von Beginn an wohlgefühlt. Zusätzlich gibt mir die Gewissheit, nun einen festen Arbeitsplatz zu haben, ein großes Gefühl von Sicherheit. Es ermöglicht, den Fokus endlich vollständig auf die eigentliche Aufgabe zu richten: das Unterrichten und die Arbeit mit den Schülerinnen und Schülern. Leider ist diese Situation keineswegs selbstverständlich. Nicht selten müssen sich Referendarinnen und Referendare nach dieser ohnehin sehr intensiven Ausbildungszeit zunächst arbeitslos melden, weil die Ausbildungsschule aufgrund sinkender Schülerinnen- und Schülerzahlen oder anderer personeller Rahmenbedingungen keine Stelle anbieten kann. Umso dankbarer bin ich für diese Perspektive. Ein weiterer positiver Aspekt ist, dass ich den Großteil meiner aktuellen Klassen behalten kann. Neben den neuen Klassen, die auf mich zukommen werden, gibt mir dies zusätzliche Sicherheit und Kontinuität. Natürlich bin ich gespannt, wie mein zukünftiger Stundenplan mit vollem Deputat aussehen wird und wie hoch die tatsächliche Belastung sein wird. Mir ist bewusst, dass die kommende Zeit nicht weniger intensiv werden dürfte – im Gegenteil: Mit der doppelten Stundenzahl und neuen Lerngruppen warten bereits die nächsten Herausforderungen. Dennoch blicke ich insgesamt positiv nach vorn und freue mich darauf, nun als ausgebildete Lehrkraft vor meinen Klassen zu stehen. Erfahrungen und Erkenntnisse aus dem Referendariat Das Referendariat war ohne Zweifel eine der intensivsten Zeiten meines bisherigen Lebens. Kaum ein Tag, der nicht durchgetaktet war: Unterricht vorbereiten, durchführen, reflektieren, nachbereiten – begleitet von permanenter Beobachtung, Bewertung und dem Anspruch, möglichst allem gerecht zu werden. Besonders präsent bleiben mir dabei die vielen Unterrichtsbesuche, insgesamt 16 an der Zahl. Jeder einzelne mit großem Vorbereitungsaufwand verbunden und jeder einzelne emotional fordernd. Auch wenn man rational weiß, dass ein einzelner Besuch nicht über die eigene Eignung entscheidet, fühlt es sich in der Situation oft genau so an. Ebenfalls sehr prägend für mich während des Referendariats, sind die unzähligen täglichen Eindrücke aus dem Schulalltag. Situationen im Unterricht, Gespräche mit Schülerinnen und Schülern, der Austausch mit den Betrieben, Konferenzen und organisatorische Abläufe – all das sind Aspekte, auf die man im Studium nur sehr begrenzt vorbereitet wird. Theorie ist wichtig, sie bildet jedoch nur bedingt die Realität eines vollen Stundenplans, heterogener Lerngruppen und permanenter Entscheidungsprozesse ab. Vieles lernt man erst, wenn man bereits mitten im System steht, häufig unter erheblichem Druck. Die hohe Arbeitsbelastung blieb dabei nicht ohne Auswirkungen auf das Privatleben. Zeiten zum Abschalten waren selten, Gedanken an Unterricht, Beurteilungen und anstehende Aufgaben begleiteten einen bis in den Feierabend und darüber hinaus. Das Gefühl, nie ganz fertig zu sein, war ein ständiger Begleiter. In solchen Momenten stellt sich zwangsläufig die Frage, ob das Referendariat in dieser Form tatsächlich alternativlos ist. Muss Lernen unter solch hoher Dauerbelastung stattfinden oder gäbe es andere Wege, angehende Lehrkräfte auf ihren Beruf vorzubereiten? Trotz dieser kritischen Gedanken wäre es unehrlich zu sagen, dass ich aus dem Referendariat nichts mitgenommen habe. Im Gegenteil: Ich habe fachlich, didaktisch und persönlich enorm viel gelernt. Ich habe Sicherheit vor Klassen gewonnen, meinen eigenen Unterrichtsstil weiterentwickelt und gelernt, mit Herausforderungen reflektierter umzugehen. Viele Dinge, die mir zu Beginn kaum zu bewältigen erschienen, sind heute fester Bestandteil meines professionellen Handelns. Ein wichtiger Faktor dafür war auch meine Schule. Ich habe mich dort unterstützt und wertgeschätzt gefühlt, durfte mich ausprobieren und habe in intensiven Phasen Rückhalt erfahren. Die Zusammenarbeit im Kollegium hat ebenfalls einen großen Anteil daran, dass ich diese Zeit insgesamt gut bewältigen konnte. Am Ende bleibt ein differenzierter Blick zurück: Das Referendariat war fordernd, phasenweise überfordernd und emotional belastend, aber zugleich lehrreich und prägend. Es war keine einfache Zeit, aber eine, an der ich gewachsen bin. Ob es der einzige oder beste Weg ist, Lehrkräfte auszubilden, darf und sollte weiterhin kritisch diskutiert werden. Trotz aller Herausforderungen und der hohen Intensität dieser Ausbildungsphase habe ich für mich klar erkannt, dass mir die Arbeit vor den Klassen große Freude bereitet. Der Lehrberuf ist und bleibt für mich ein Beruf, den ich mit Überzeugung ausüben möchte. Gerade die täglichen Begegnungen mit den Schülerinnen und Schülern und das gemeinsame Arbeiten im Unterricht haben mir immer wieder gezeigt, warum ich mich für diesen Weg entschieden habe. Mit diesem Gefühl blicke ich nun voller Vorfreude in die Zukunft und bin gespannt, welche Erfahrungen, Aufgaben und Herausforderungen mich in meiner weiteren beruflichen Laufbahn noch erwarten werden. Damit schließe ich nicht nur diesen Blogbeitrag, sondern auch mein Referendariat ab. Vielen Dank an alle, die mich in dieser Zeit begleitet, unterstützt und diesen Blog gelesen haben. Liebe Grüße euer Alex

  • Fächerübergreifend

Wenn Stühle fliegen: Schulische Sicherung und Rechte von Lehrkräften

Fall des Monats

Stellen Sie sich vor, in Ihrem Klassenzimmer herrscht angespannte Stille, plötzlich schleudert ein Schüler in Wut einen Stuhl durch den Raum. Glücklicherweise wird niemand verletzt, aber die Situation eskaliert. Wie reagiert die Schule in dieser Situation adäquat? Darf ein Schüler oder eine Schülerin in solchen Fällen umgehend vom Unterricht ausgeschlossen werden? Ein aktuelles Urteil des Bayerischen Verwaltungsgerichtshofs vom 13. Februar 2025 (AZ: 7 CS 24.2156) beleuchtet diese brisante Frage und liefert wichtige Erkenntnisse für Lehrkräfte und Schulleitungen. Das Rechtsportal anwaltauskunft.de fasst die wesentlichen Aspekte dieser Entscheidung zusammen. Eskalation im Klassenzimmer führt zum vorläufigen Ausschluss Das war passiert: Ein Schüler der 6. Jahrgangsstufe einer Grund- und Mittelschule in Bayern zeigte bereits im Vorfeld wiederholt aggressives Verhalten. Mehrere Ordnungsmaßnahmen waren bereits erforderlich. Am 13. November 2024 eskalierte die Situation erneut: Aus Wut über einen Eintrag im Hausaufgabenheft schleuderte der Schüler einen Stuhl in Richtung anderer Schülerinnen und Schüler in der nachfolgenden Reihe. Nur durch das Einschreiten des Konrektors und beruhigende Worte konnte der Schüler davon abgehalten werden, einen weiteren Stuhl zu werfen, welchen er bereits ergriffen hatte. Die Schule reagierte unverzüglich und verfügte noch am selben Tag mündlich den vorläufigen Ausschluss des Schülers vom Schulbesuch. Diese Maßnahme wurde wenige Tage später durch ein an die Eltern gerichtetes Schreiben schriftlich bestätigt und begründet. Die Eltern des Schülers erhoben Klage gegen diesen Ausschluss und beantragten beim Verwaltungsgericht die Anordnung der aufschiebenden Wirkung ihrer Klage – jedoch ohne Erfolg. Auch ihre Beschwerde vor dem Bayerischen Verwaltungsgerichtshof blieb erfolglos. Bayerischer Verwaltungsgerichtshof stärkt Handlungsfähigkeit der Schulen bei akuter Gefährdung Der Bayerische Verwaltungsgerichtshof (BayVGH) hat die Entscheidung des Verwaltungsgerichts München bestätigt und die Beschwerde der Eltern eines vorläufig vom Schulbesuch ausgeschlossenen Schülers zurückgewiesen. Kern der Entscheidung: Bei einer erheblichen konkreten Gesundheitsgefährdung für Schülerinnen, Schüler und Lehrkräfte durch eine Schülerin oder einen Schüler ist ein sofortiger, vorläufiger Ausschluss vom Schulbesuch gerechtfertigt, ohne dass zwingend eine vorherige Anhörung der Schülerin oder des Schülers beziehungsweise der Eltern erforderlich ist. Diese Entscheidung unterstreicht die Notwendigkeit für Schulen, in Gefahrensituationen schnell und effektiv intervenieren zu können, um die Sicherheit aller Beteiligten zu gewährleisten. Schutz der Gesundheit und Sicherheit überwiegt Der Bayerische Verwaltungsgerichtshof begründete seine Entscheidung primär mit dem Vorrang des Schutzes der Gesundheit und Sicherheit der übrigen Schülerinnen, Schüler und Lehrkräfte. Das Gericht stellte fest, dass das Verhalten des Schülers – das Werfen eines Stuhls in einem besetzten Klassenzimmer – eine konkrete Gefahr für Leib und Gesundheit der Anwesenden darstellte. Dabei sei es unerheblich, dass durch den Stuhlwurf am 13. November 2024 niemand tatsächlich verletzt wurde; maßgeblich sei die objektiv zu bewertende Gefährdungslage an sich. Anhörungspflicht: Schutz vor Gefährdung überwiegt Der Bayerische Verwaltungsgerichtshof befasste sich auch mit der Frage, ob die Schule vor der Entscheidung über den Ausschluss des Schülers eine Anhörung der Eltern oder des Schülers hätte durchführen müssen. Das Gericht stellte fest, dass gemäß Art. 88 Abs. 3 BayEUG (Bayerisches Gesetz über das Erziehungs- und Unterrichtswesen) keine solche Anhörung erforderlich war. Diese Bestimmung verdrängt die allgemeine Vorschrift des Art. 28 BayVwVfG, die normalerweise eine Anhörungspflicht bei Verwaltungsmaßnahmen vorschreibt. In Fällen wie diesem, in denen eine unmittelbare Gefährdung von Leben oder Gesundheit besteht, geht das Gesetz davon aus, dass der schnelle Schutz der Betroffenen Vorrang hat. Das Gericht argumentierte weiter, dass der vorläufige Ausschluss des Schülers auch im Hinblick auf die Gesundheitsgefährdung der anderen Schülerinnen, Schüler und Lehrkräfte gerechtfertigt war. Laut Art. 87 Abs. 1 BayEUG kann eine Schülerin oder ein Schüler bei Gefahr für die Gesundheit anderer vorläufig vom Unterricht ausgeschlossen werden, selbst wenn die Gefahr noch nicht zu einer tatsächlichen Verletzung geführt hat. Diese Präventivmaßnahme wurde als notwendig erachtet, da das Verhalten des Schülers in der Vergangenheit bereits wiederholt zu gefährlichen Situationen geführt hatte, die nicht anders abwendbar waren. Der Bayerische Verwaltungsgerichtshof betonte, dass die Entscheidung der Schule im Einklang mit der rechtlichen Verantwortung für den Schutz der Schülerinnen, Schüler und Lehrkräfte stand und die Maßnahme aufgrund der fortgesetzten Aggression des Schülers angemessen war. Präventiver Schutz in Schulen Dieses Urteil des Bayerischen Verwaltungsgerichtshofs bietet Lehrkräften und Schulleitungen eine wichtige Orientierung im Umgang mit eskalierenden Situationen und bekräftigt die Befugnis der Schulen, bei einer konkreten Gefährdungslage zum Schutz aller Beteiligten auch ohne vorherige Anhörung zeitnah zu intervenieren. Es verdeutlicht jedoch ebenso die Notwendigkeit einer sorgfältigen Dokumentation der Vorfälle sowie einer nachvollziehbaren und rechtssicheren Begründung der getroffenen Maßnahmen. Informationen: www.anwaltauskunft.de

  • Fächerübergreifend

Leibhaftige Kommunikation II: spielerische Ahmung und die Folgen für den Unterricht

Fachartikel
5,99 €

In diesem Beitrag geht es um leibhaftiges Kommunizieren als Ursprung und Voraussetzung unserer Kommunikation und damit auch des Unterrichtens. Im Folgenden wird eine psychologisch-phänomenologische Konkretion angeführt. Der Fachartikel enthält Hintergrundinformationen zum Thema, die im Schulalltag und im Unterricht von Bedeutung sind. In diesem Fachartikel geht es um theoretische Grundlagenkenntnisse rund um das Thema "Leibhaftige Kommunikation" und warum wir spielerisch ahmen. Dabei wird auch ein Unterrichtsbezug des Themas hergestellt. Dieser Artikel enthält Hintergrundinformationen und eignet sich als Ergänzung zu dem Arbeitsmaterial "Rituale im Schulalltag: Begrüßung und Unterrichtsstart" sowie der Unterrichtseinheit "Methoden-Training 'Angstfrei vortragen'" . In diesen Materialien, die ein Coaching sowohl für Schülerinnen und Schüler als auch für Lehrkräfte sind, geht es um die Umsetzung im Schulalltag mit praktischen Tipps. In der Reihe außerdem erschienen ist "Leibhaftige Kommunikation I: Warum wir kooperieren" . Es gibt Begriffe, die in der Pädagogik vernachlässigt oder gründlich vergessen wurden. Bei manchen steht die Frage im Raum, ob sie je gekannt wurden. Aber das mag irrelevant sein, wenn das, was der Begriff meint, wenigstens praktisch vorhanden ist, sein Gehalt im leibhaften Erleben und Handeln seinen Platz hat und uns umgibt. "Ahmung" Für Friedrich Georg Jünger ist das Wort "Ahmung" ein pädagogischer Zentralbegriff: "Der Bereich der Erziehung umfasst die Abbildung der Ahmung. Ein Pädagoge, der das nicht weiß, weiß nichts" (Jünger: 66). Friedrich Georg Jünger entfaltet den Begriff im Zusammenhang einer Betrachtung des Spiels. Er teilt das Spiel in drei Gattungen: Glücksspiele, Geschicklichkeitsspiele und Spiele der Ahmung. Die ersten beiden Gattungen sind selbstverständlich. Uns fällt als Beispiel für die erste Gattung sofort das Brettspiel "Mensch ärgere dich nicht!" ein, bei welchem der Zufall regiert und für die zweite Gattung vielleicht das Seilspiel "Teddybär, Teddybär, dreh' dich um!", bei welchem schon seit Generationen Kinder motorische und rhythmische Fertigkeit schulen. Bei der dritten Gattung müssen wir überlegen. Jünger verweist als Beispiel auf die Selbstvergessenheit des Kindes beim Puppenspiel. Für den Verfasser dieses Artikels entstand diese Selbstvergessenheit beim Spielen mit Matchboxautos. Er konnte sich allein in die Welt eines erwachsenen Mannes hineinfantasieren und hatte seine absoluten Lieblingsautos, die immer die bevorzugten Marken des Vaters waren. In der Fantasie pflegte er Umgang mit wirklichen Autos und wirklichen Fahrern, die an wirklichen Rennen teilnahmen; aber was heißt hier Fantasie – alles spielte sich in der Realität seiner kindlichen Welt ab (vgl. Jünger: 11ff.). Den Ernst des Lebens spielen Jünger macht darauf aufmerksam, dass es in der Ahmung immer nachahmend – vorahmend zugeht. Das Kind taucht in das Körperschema einer anderen Person ein, ahmt diese nach und antizipiert vorahmend eine künftige Rolle oder Aufgabe. Im Spiel wird geahmt, was in ferner Zukunft "Ernst des Lebens" sein möchte. Es ist leicht vorstellbar, welche Folgen es hätte, wenn Kindern keine Rollenbilder, in die sie experimentell und selbstvergessen eintauchen können, mehr vorgestellt und vorgelebt werden, weil es keine Rollensicherheit bei den Erwachsenen mehr gibt. Wie kann man anderes als Stereotypen, Klischees und (billige) Konventionen der medialen Welt abbilden, wenn es keine nachahmenswerten Rollenvorbilder gibt? Jedoch gilt auch: Die Offenheit für das ahmende Spiel müsste gleichwertig die Überschreitung zugeschriebener Rollenbilder und -festlegungen wahrnehmen und so einen Spielraum für nicht-klischeehafte Freiheit eröffnen. Denn genauso wie es nach Tomasello (vgl. Tomasello 2010: 12) Kooperationsnormen gibt, auf gegenseitigem Respekt fußende Interaktionen mit Gleichgestellten, gibt es auch Konformitätsnormen, nach denen es darum geht, ein sozial wertvolles Mitglied der Gemeinschaft zu sein und nicht aus dieser ausgeschlossen zu werden. Das ahmende Spiel kann in einer offenen Gesellschaft den Konformitätsdruck auflösen, wenn es plural perspektivisch wahrgenommen wird. Auswirkung der Ahmung auf die Sprachförderung Aber es geht weiter: Ohne Ahmung ist eine Sprachförderung unvorstellbar. Die Aneignung von Sprache beruht auf Ahmung. Es ist spannend zu sehen, dass die phänomenologische Beobachtung von Kindern ganz ohne Experiment zu denselben Ergebnissen kommt wie die evolutionsbiologische Forschung Tomasellos. Geteilte Intentionalität zeigt sich im Spiel wie im Experiment. Sprachentwicklung in der Ahmung gelingt, wenn es unmittelbare Begegnung, reden und hören, austauschen, nachfragen, Mut machen, einen Gedanken ausdrücken, erzählen, lachen, singen, wenn es leibhafte Kommunikation gibt. Entwicklung bei ausbleibender Ahmung Was findet stattdessen statt? Alles Mögliche wird zwischen uns und das Kind gestellt. Viele Gegenstände schiebt unsere medial vermittelnde Welt zwischen uns und das Kind. Im Lockdown kam dann auch noch die Zoomkonferenz hinzu. Die dazwischen gestellten Dinge entfernen uns voneinander, sie schieben die Kinder weg voneinander und auch von uns. Hierbei kann eine wandelnde Ahmung, die in der Auseinandersetzung mit anderen das Eigene entwickelt, nur schwer in Gang kommen. Sie kann auch hier dazu verleiten, die dazwischen gestellten Dinge, Stereotypen, Klischees und (billige) Konventionen zu übernehmen. Es wird jedoch immer die freie spielerische Ahmung geben, die der Entwicklung der Eigentümlichkeit des einzelnen Menschen gerade dadurch dient, dass sie andere Menschen, Bilder, Rollen imaginiert und integriert. Es ist zu hinterfragen, ob die Schule Raum gibt für ein freies Spiel der Ahmungen, einem experimentellen Probehandeln verschiedener Rollen, Muster und ja, auch Identitäten. Der Raum der Ahmung könnte Raum für die Persönlichkeitsentwicklung sein. Friedrich Georg Jünger schließt: "Wer etwas anerzieht, der erzieht nicht, sondern hindert die eigene Bewegung des Kindes. Das Kernstück und der Prüfstein der Erziehung sind, dass dem Kind ein reines, ungestörtes Abbilden der Ahmung ermöglicht wird" (Jünger 1959: 68f.). Ein Ziel dieses Beitrags könnte sein, dass der dreidimensionale analoge Raum der Begegnung zurückerobert wird. Leiberfahrung und Welterfahrung Die Gedanken zur Ahmung stehen theologisch-philosophisch betrachtet in einem romantisch-phänomenologischen Begründungszusammenhang. Hier wurde am deutlichsten darüber nachgedacht, wie wir uns selbst und anderen begegnen und wie wir uns selbst in der (Außen-)Welt finden und sich uns die (Außen-)Welt erschließt. Das Erkennen eines anderen Wesens und die Selbsterkenntnis bedingen sich gegenseitig. "Alles, was ist, steht nicht nur in einer dynamischen Beziehung zu anderen Dingen, sondern auch zu sich selbst" (Eillenberger 2018: 50). Machen Sie ein Experiment: Schließen Sie die Augen. Lassen Sie die Finger der rechten Hand über den Handrücken Ihrer linken Hand streichen. Machen Sie einen Moment Pause. Dann lassen Sie die Finger der linken Hand über den Handrücken der rechten Hand streichen. Machen Sie einen Moment Pause. Reiben Sie nun die Handflächen leicht gegeneinander. Überlegen Sie: Was berührt? Was wird berührt? Inwiefern ist die Fähigkeit, sich selbst berühren zu können, die Voraussetzung dafür, andere zu berühren und "verstehen" zu können? Inwiefern ist unsere Leiberfahrung immer eine Welterfahrung? Und inwiefern ist unsere Welterfahrung immer eine Leiberfahrung? Es kann gefolgert werden: Die Empfindung ist eine doppelte. Wir wechseln zwischen den Rollen: berührend/berührt, aktiv/passiv, Subjekt/Objekt, Außensicht/Innensicht. Meine "innere" Leiberfahrung beinhaltet die Erfahrung meiner "Außenseite". Das ist vergleichbar mit der Fremderfahrung anderer Menschen und Dinge. Leibhaftes Erleben bedeutet anderes (die Außenwelt) erfahren zu können, weil meine Selbsterfahrung in sich schon eine Außenperspektive beinhaltet: Ich erlebe und betrachte mein Erleben. "Mein leibliches Dasein in der Welt ist von jeher intersubjektiv und sozial. Gerade weil ich keine reine Innerlichkeit bin, sondern ein leibliches Sein, das außer sich lebt, das sich selbst transzendiert, kann ich anderen, die in derselben Weise existieren, begegnen und sie verstehen" (Zahavi 2007: 75). Das Spannende daran ist, dass wir in der Schule anderen Menschen nicht etwas sagen, also Worte als akustische Zeichen mitteilen, sondern lebendig-leibhaft in Kontakt kommen. Die Schülerinnen und Schüler können uns nur verstehen, weil sie so sind wie wir und sich wie wir zugleich wahrnehmend und erlebend im selben Raum befinden. Wir sind alle berührende berührte Hände miteinander. Wir können einander Hände reichen, auch ohne einander anzufassen. Unterrichtsbezug Die Schülerinnen und Schüler bekommen eine "Ahnung" von den Lehrkräften und den Gegenständen des Unterrichts. Ahnung ist die erste Form des Verstehens, ohne sie geht gar nichts. In der Ahnung leibhafter Präsenz bleiben wir uns gegenseitig nicht fremd. Die Ahnung ist die Überwindung des Äußeren, weil wir das Gegenüber nicht mehr nur als Außen sehen, sondern auch auf sein Inneres schließen können. Denken Sie an die Wahrnehmung Ihrer Hand und die Frage, was berührt und was berührt wird. Es geschieht gegenseitig, aufeinander bezogen. Vor aller Kommunikation und Reflexion tun wir einander präkommunikativ kund. Wir offenbaren einander und bleiben dennoch füreinander ein Geheimnis. "Wo das Innere vollständig mitteilbar oder verstehbar wäre, hörte es als Inneres im Äußeren auf zu sein; wo das Innere sich in keiner Weise kundtun könnte, verginge es in sich selber" (Hogrebe 1996: 72). Jeder Unterricht bedeutet eine Kopplung von Welt, sinnlichem Erleben und körperlicher Bewegung für Lehrende und Lernende. Unterricht macht immer vor aller Mitteilung Unsichtbares sichtbar. Das gemeinsame leibhafte Erleben beim Tanz um den Gegenstand des Interesses. Schön wäre es, wenn es so ist. Vielleicht reicht fürs Erste schon dieses Bild für einen anderen Blick auf das Geschehen des Unterrichts. Literaturverzeichnis Eillenberger, Wolfram (2018). Zeit der Zauberer. Das große Jahrzehnt der Philosophie. 1919–1929. Stuttgart: Klett-Cotta. Hogrebe, Wolfram (1996). Ahnung und Erkenntnis. Broullion zu einer Theorie des natürlichen Erkennens. Frankfurt am Main: Suhrkamp. Jünger, Friedrich Georg (1959). Die Spiele. München: List. Tomasello, Michael (2010). Warum wir kooperieren. Berlin: Suhrkamp. Zahavi, Dan (2007). Phänomenologie für Einsteiger. Paderborn: Fink. Weiterführende Literatur Kutting, Dirk (2021). Bühne frei. Ein Auftrittscoaching für Leib und Seele. Göttingen: V&R.

  • Fächerübergreifend / Pädagogik

Eltern und Medien: medienpädagogische Elternarbeit

Fachartikel
5,99 €

Dieses Interview mit der Landesanstalt für Medien Nordrhein-Westfalen beantwortet Fragen rund um die Themen "Medienkompetenz" und "Medienerziehung" und gibt Eltern und Lehrkräften Tipps, welche Möglichkeiten und Methoden es gibt, Kinder und Jugendliche auf dem Weg zu einer verantwortungsvollen und selbstbestimmten Mediennutzung zu begleiten. Weshalb sind "Medienkompentenz" und "Medienerziehung" von Kindern und Jugendlichen so wichtig? Welche Angebote und Materialien gibt es bereits für Eltern und Lehrkräfte? Diese und weitere Fragen werden in dem folgenenden Interview mit der Landesanstalt für Medien NRW beantwortet. Medienkompetenz zu vermitteln ist eine gemeinsame Aufgabe. Können Sie uns die beteiligten Parteien und ihre Aufgaben kurz skizzieren? Kindern und Jugendlichen Orientierung im Umgang mit digitalen Medien zu geben, ist eine anspruchsvolle und wichtige Aufgabe, die keine einzelne Partei alleine stemmen kann. Alle gemeinsam haben Einfluss darauf, dass Kinder und Jugendliche Medien fair und selbstbestimmt nutzen können. Eltern kennen ihre Kinder am besten. Sie haben die Möglichkeit, dabei zu sein, wenn sich ihr Kind digitale Räume erobert und können zusammen sinnvolle Verhaltensweisen erproben, um Risiken zu begegnen. Ebenso können sie den Weg zum kreativen Umgang mit neuen Ausdrucksmöglichkeiten ebnen. Außerdem sind sie Vorbilder. Nicht immer eine leichte Aufgabe, schließlich bestimmen digitale Medien auch den Alltag vieler Eltern. Die "neue Normalität" seit Ausbruch der COVID-19-Pandemie hat dazu ihr Quäntchen beigetragen. Hier knüpft die Schule beziehungsweise die Arbeit der Lehrkräfte an. Heutige Schülerinnen und Schüler gehören zu den ersten Jahrgängen, die eine Welt ohne das "Multifunktionswerkzeug" Smartphone gar nicht mehr kennen. Die Grundfunktionen digitaler Geräte sind schnell gelernt und der Umgang mit ihnen erscheint auf den ersten Blick "kinderleicht". Allerdings besteht eine Diskrepanz zwischen der einfachen Bedienbarkeit und der weitreichenden Verantwortung für sich und andere. Kinder werden durch das immer niedrigere Einstiegsalter in digitale Medien auch immer früher mit dieser Verantwortung konfrontiert. Nur das Erlernen von Medienkompetenzen kann diese Diskrepanz auflösen. Die Medienbildung in der Schule ist ein wichtiger Baustein dafür, dass Kinder im Umgang mit digitalen Medien Orientierung erhalten. Als außerschulischer Partner machen wir es uns bei der Landesanstalt für Medien NRW zur Aufgabe, die anderen Parteien fachlich in ihrer Arbeit zu unterstützen und jeweils zielgruppenorientiert Ressourcen und Informationen bereitzustellen. Wir fokussieren aktuelle Themen, bereiten sie für Kinder, Eltern und den Kontext Schule auf. Daraus entwickeln wir Angebote und Formate, die bei der Medienerziehung unterstützen und Orientierung bieten. Indem alle Parteien zusammenarbeiten, kann die Vermittlung von Medienkompetenz gelingen. Weshalb ist medienpädagogische Elternarbeit wichtig? Digitale Medien sind allgegenwärtig und beeinflussen die Entwicklung von Kindern. Eltern wie auch pädagogische Fachkräfte kann dies vor große Herausforderungen stellen und zu Fragen sowie Unsicherheiten führen. Durch Angebote, die auf sie zugeschnitten sind, können Eltern mehr Sicherheit in der Medienbildung erlangen. Zum Beispiel, indem sie Antworten auf brennende Fragen bekommen oder die Möglichkeit zum Austausch mit anderen Eltern haben. Zudem können entsprechende Angebote die pädagogische Arbeit unterstützen. Sensibilisierte und informierte Eltern können gemeinsam mit Schule und Lehrkräften dem Verantwortungsbereich der Medienerziehung souverän begegnen. Welche Fragen werden typischerweise von Eltern von Kindern in der Grundschule und welche von Eltern von Jugendlichen an Sie herangetragen? Viele Eltern interessieren sich dafür, wie sie ihre Kinder auf dem Weg zu einer verantwortungsvollen und selbstbestimmten Mediennutzung begleiten können. Dabei unterstützt es sie zu wissen, wie sich der Einstieg in die Welt des Internets für Kinder gestalten kann. In der Grundschule kommen vor allem Fragen zur Mediennutzung und kindlichen Medienwelten . Auch die ersten Schritte bei der Nutzung digitaler Medien und des Internets beschäftigen die Eltern: Wann ist mein Kind fit für ein eigenes Smartphone? Wie viel Medien- oder Bildschirmzeit sind in welchem Alter angemessen? Welche Inhalte sind für mein Kind empfehlenswert? Auch in der weiterführenden Schule sind Fragen nach den Medienwelten der Jugendlichen häufig, hinzu kommen mit zunehmendem Alter der Kinder soziale Faktoren der Mediennutzung : Stress im Klassenchat – was machen? YouTube, TikTok & Co: Was ist angesagt? Cyber-Mobbing und Hass im Netz – was tun? Jede Familie ist anders, jedes Elternteil hat eine eigene Medienbiografie. Welche Möglichkeiten und Methoden gibt es, Eltern in ihrer eigenen Medienkompetenz und in ihrer Aufgabe der Medienerziehung zu stärken? Bei den Elternabenden des Angebotes Eltern und Medien setzen wir auf drei Säulen, um den Eltern Orientierung bei der Begleitung ihrer Kinder zu fairer und selbstbestimmter Mediennutzung zu geben. Das ist einerseits ein fachlicher Input zu verschiedenen Medienkompetenzthemen durch erfahrene medienpädagogische Fachkräfte . Die Eltern erhalten Informationen und können ihre persönlichen Fragen stellen. Andererseits ermöglichen wir den Eltern den Austausch untereinander . Unsere Elternabende schaffen Gelegenheiten, sich mit anderen Eltern zu vernetzen, bieten Raum für persönlichen Austausch. Dabei zeigt sich, dass viele Familien sich mit ähnlichen Fragen und Herausforderungen beschäftigen, was für viele Eltern bereits beruhigend ist. Und als dritte Säule geben wir den Eltern eine Auswahl an Ressourcen und Angeboten mit, die sie über den Elternabend hinaus nutzen können. Je nach Altersgruppe bieten das Internet-ABC und klicksafe wertvollen weiterführenden Input. Mit ZEBRA haben wir zusätzlich eine unabhängige Anlaufstelle für alle Fragen des digitalen Alltags geschaffen. Die Expertinnen und Experten der Landesanstalt für Medien NRW geben dort persönlich Antwort und bieten konkrete Hilfestellung für alle Bürgerinnen und Bürger. Die wichtigsten Inhalte werden außerdem in eine Wissensdatenbank aufgenommen. So entsteht ein immer größerer Pool von Fragen und Antworten, der jederzeit zur Verfügung steht. Mit welchen Angeboten möchten Sie als Landesanstalt für Medien NRW Schulen und Eltern unterstützen? Wir haben ein breites Portfolio an Angeboten zur Medienorientierung bei der Landesanstalt für Medien NRW. Mit dem Angebot Eltern und Medien helfen wir Schulen und anderen Bildungseinrichtungen sowie Familienzentren bei der Organisation von Elternabenden zur Medienerziehung und übernehmen die Kosten für von uns geschulte Referentinnen und Referenten. Konkrete Tipps für den Alltag der Eltern, die Vermittlung der Medienwelt der Kinder und Jugendliche und viel Raum für den persönlichen Austausch stehen dabei im Vordergrund. Das Projekt Medienscouts NRW verfolgt einen "Peer-Education"-Ansatz, bei dem durch die Landesanstalt für Medien NRW qualifizierte Jugendliche anderen Jugendlichen alles vermitteln, was sie rund um Medien wissen müssen. Das schafft ein wertvolles Beratungsangebot an Schulen, das sich an den Fragen und Problemen von Schülerinnen und Schülern orientiert. Beratungsfachkräfte an den Schulen unterstützen die Medienscouts und werden ebenfalls umfassend geschult. Sie sind eine Ansprechstation, an die sich die Medienscouts selbst bei Fragen oder Unklarheiten zum Umgang mit Problemen wenden können. Mit der EU-Initiative klicksafe bietet die Landesanstalt gemeinsam mit dem Team der Mediananstalt Rheinland-Pfalz umfangreiche Angebote und Formate für eine sichere, kompetente und selbstbestimmte Internetnutzung. Sie richtet sich an Eltern, Jugendliche sowie Bildungseinrichtungen. Zudem fördern wir die Lernplattform Internet-ABC , die sich neben dem Hauptangebot für Kinder auch gezielt an Lehrkräfte und Eltern richtet. Vor allem Eltern von Grundschulkindern finden hier viele aktuelle Informationen und hilfreiche Tipps für den Einstieg ins Internet. Auch Materialien zu aktuellen Themen, wie zum Beispiel "Cybergrooming" werden speziell auf die drei verschiedenen Zielgruppen ausgerichtet. Wie hat sich Ihre Arbeit, insbesondere seit der Corona-Pandemie, verändert? Gibt es neue Themenschwerpunkte? Hat sich die Anzahl von Anfragen für Elternabende erhöht? Verzeichnen Sie mehr Anfragen von Eltern oder Schulen? Die "neue Normalität" durch die COVID-19-Pandemie hat auch unser Arbeiten verändert. Seit 2020 bieten wir ergänzend zu den Elternabenden vor Ort auch Online-Veranstaltungen an. Auch nach Aufhebung der Kontaktbeschränkungen wird dieses Angebot von den Einrichtungen weiterhin gerne angenommen. Die Nachfrage, sowohl online als auch vor Ort, bleibt dabei beständig hoch. Die Themen, die die Eltern beschäftigen, haben sich wenig geändert. Vor allem während des Distanzunterrichts waren Fragen nach Bildschirmzeiten deutlich präsenter. Stärker in den Fokus gerückt ist dadurch auch das Thema "Digitales Wohlbefinden", also das Finden einer guten Balance zwischen Onlineaktivitäten und beispielsweise gemeinsamer Familienzeit oder einem anderen Ausgleich jenseits der digitalen Medien. Die Initiative klicksafe setzte dazu auch den Schwerpunkt des diesjährigen Safer Internet Day . Welche Tipps können Sie erfahrungsbasiert Eltern und auch Lehrkräften geben? Wie gelingt partnerschaftliche Medienerziehung? Kindern und Jugendlichen Orientierung im Umgang mit digitalen Medien zu geben, ist eine anspruchsvolle und wichtige Aufgabe. Jedes Kind und jede Familie ist anders und es gibt keine Universallösung, die für alle funktioniert. Am besten gelingt Medienerziehung, wenn Eltern und Lehrkräfte zusammenarbeiten. Gemeinsam mit den Kindern können digitale Räume erobert, neue Inhalte entdeckt, aber auch sinnvolle Verhaltensweisen im Umgang mit Risiken erprobt werden. Im Familienalltag ist es hilfreich, zusammen mit dem Kind Regeln zu finden, die zum Beispiel in einem Mediennutzungsvertrag festgehalten werden. Auch mit älteren Kindern und Jugendlichen sollten Eltern im Gespräch bleiben und Interesse an den genutzten Apps und Inhalten zeigen. So können sie zeigen, dass sie Ansprechperson sind, falls es zu einer Konfrontation mit verängstigenden oder gefährlichen Inhalten kommt. Kinder probieren sich im Internet, genau wie in der Offline-Welt, aus. Dabei machen sie auch mal Fehler. Auch da ist eine offene Gesprächskultur ohne pauschale Verbote und strenge Restriktionen ratsam. Lehrkräfte können die Medienerziehung durch die Vermittlung von Medienkompetenz im Unterricht begleiten, beispielsweise durch den Einsatz der Lernplattform Internet-ABC , die umfassende Ressourcen für die 1. bis 6. Klasse bietet. Einen Überblick über weitere Ressourcen und Materialien hat die Landesanstalt für Medien NRW in den Broschüren "Medienkompetenz in der Schule" für Lehrkräfte und "Mediennutzung in der Familie" für Eltern zusammengestellt.

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Schöne Klänge: Webtipps zum Lauschen und Entspannen

Tool-Tipp

Der Lehrberuf ist vielfältig und spannend – und kann auch herausfordernd und anstrengend sein. Umso wichtiger, auf seine Kräfte zu achten und Ressourcen zu schonen. In unserem Fundstück lernen Sie Internetseiten kennen, mit denen Sie ein wenig mehr Ruhe und Entspannung in den stürmischen Schulalltag holen können. Die Ruhe vor dem eventuell aufkommenden Sturm zu genießen, dabei hilft die Internetseite www.calm.com . Hier können Sie zwischen unterschiedlichen, idyllischen Filmaufnahmen wählen: von Berglandschaften, Seen, Wolkenfeldern, Stränden bis hin zu Sonnenuntergängen. Dazu gibt es die passenden Klänge wie Vogelzwitschern, Plätschern, Meeresrauschen. Wem das noch nicht entspannend genug ist, der kann sich begleitend auf Englisch kurze Meditationsübungen zwischen zwei und 20 Minuten Länge anhören.

  • Musik

Abmahnung wegen übler Nachrede

Fall des Monats

Verschwundene Atteste: Bezichtigt eine angestellte Lehrerin ohne jeglichen Anhaltspunkt ihre Kollegen einer Unterschlagung, so erfüllt dies den Tatbestand der üblen Nachrede und rechtfertigt eine Abmahnung. Das hat das Landesarbeitsgericht Hamm entschieden und bestätigte damit das Urteil der Vorinstanz (Az. 5 Sa 867/13). Eine angestellte Lehrerin am Gymnasium bekam vom Arbeitgeber, dem Land Nordrhein-Westfalen, bereits mehrere Abmahnungen. Unter anderem eine wegen des fehlenden Nachweises von Erkrankungen - diesbezüglich jedoch unberechtigt, wie sich im Nachhinein herausstellte: Die Schule hatte die Atteste verspätet an die Bezirksregierung weitergeleitet. Bei einem erneuten Krankheitsfall bat sie daher die zuständige Schulaufsichtsbeamtin, den Eingang ihrer Krankmeldungen zu bestätigen und zu prüfen, oder ob diese "wieder unterschlagen worden sind."

  • Fächerübergreifend

Zurück im Schulalltag: Und direkt im nächsten Unterrichtsbesuch

Blog

Hey Leute, das letzte Mal hatte ich mich vor den Osterferien gemeldet. Mittlerweile bin ich schon wieder im Schulalltag und habe schon wieder einiges erlebt. Kurz nach den Ferien stand mein nächster Unterrichtsbesuch im beruflichen Fach Wirtschaft an. Ich befand mich weiterhin in der Lernsituation "Erstellung eines Werbeplans" . Ursprünglich hatte ich geplant, dass wir im Stoff bereits etwas weiter wären. Doch Feiertage, krankheitsbedingte Ausfälle und weitere terminliche Verpflichtungen führten dazu, dass einige Stunden ausfielen. Dabei wurde mir bewusst, wie schnell man als Lehrkraft mit dem Zeitplan in Verzug geraten kann – auch ohne eigenes Verschulden. Aussagen meiner früheren Lehrkräfte wie "Wir hängen im Stoff zurück" kann ich heute wesentlich besser nachvollziehen :D.

  • Fächerübergreifend

Wissen zusammenpuzzeln: Wiki-Technologie in der Schule

Fachartikel

Dieser Fachartikel informiert über den Einsatz von Wiki-Technologie in der Schule und stellt die Medienklasse der Archenhold Oberschule als Beispiel vor. Wiki-Technologie unterstützt fächerübergreifend die Medienklassen der Archenhold Oberschule in Berlin Köpenick: Die Schülerinnen und Schüler recherchieren frei zu unterrichtlichen Themen und bündeln ihr so erworbenes Wissen im Wiki. Die Feedbacks der anderen Lernenden und das der Lehrkraft sichern die Qualität. Seit dem ersten Quartal 2011 arbeiten die Schülerinnen und Schüler in der Archenhold Oberschule mit der Wiki-Technologie in verschiedenen Fächern. Dort gibt es seit einiger Zeit spezielle Medienklassen. Alle Lernenden in den Medienklassen sind mit Netbooks ausgestattet und arbeiten aktiv in allen Unterrichtsfächern damit. Sie nutzen Medien in einer ähnlichen Form, wie sie damit in der realen Welt auch konfrontiert werden: Kooperatives Lernen wird so zu einem gemeinschaftlichen Erlebnis. Wikis im Unterricht Kooperatives Lernen Medienkompetenz wird so in einer der Erfahrungswelt der Kinder und Jugendlichen vergleichbaren Umgebung vermittelt. Deshalb haben sich die Lehrerinnen und Lehrer dazu entschieden, ein Werkzeug zu nutzen, das das kollaborative und soziale Lernen unterstützt. Mit dem Einsatz des Wikis im Unterricht erfahren die Schülerinnen und Schüler eine neue Art der Zusammenarbeit, die ihnen am Ende auch zeigt, dass Gruppen- und Teamarbeit einen Mehrwert hat. Jede Schülerin und jeder Schüler kann sich nach den eigenen Fähigkeiten und Talenten einbringen und die eigenen Stärken weiter ausbauen. Individuelles Arbeiten Die Schülerinnen und Schüler lernen, sich selbstständig mit einem Thema zu befassen. Sie haben die Freiheit, sich eigene Ziele zu stecken und diese zu erreichen. Das Wiki ist in diesem Fall nicht Medium der Unterhaltung und Kommunikation, sondern hauptsächlich ein Medium für die Sammlung von Recherche-Ergebnissen und Informationen, das den sozialen Lernprozess unterstützt. Zudem ist es fast überall und jederzeit verfügbar. Ein digitales Gruppenpuzzle Durch die Nutzung des Wikis lernen die Schülerinnen und Schüler nicht nur ein digitales Werkzeug zu nutzen, sondern sie lernen auch, wie man sich Wissen in der Gruppe erarbeitet, wie man Referatsthemen gewinnbringend und zielführend in der Gruppe aufteilt und wie man seine Recherche nachvollziehbar dokumentiert. Damit geht einher, dass sie Quellen und die verwendeten Materialien sorgfältig dokumentieren. So können sich alle nach dem gehaltenen Referat im Wiki weitergehend informieren. Zuweilen gibt es Themen, die von verschiedenen Gruppen erarbeitet werden und im Wiki dokumentiert werden, ohne dass jeweils Referate gehalten werden. Zu diesem Inhalten können die Lernenden Im Wiki rechercherien. Demzufolge tragen alle Wiki-Autoren eine Verantwortung: Sie müssen die Themen so aufarbeiten, dass am Schluss alle die Chance haben, eine gute Note in der Klassenarbeit zu bekommen. Dieses Verfahren erinnert sehr an die Methodik des Gruppenpuzzles. Die Medienklasse der Archenhold Oberschule Eine Art "fliegendes Klassenzimmer" Alle Schülerinnen und Schüler der Medienklasse sind mit einem Netbook ausgestattet, das in nahezu allen Fächern eingesetzt wird. Ziel ist es, den Schülerinnen und Schülern sowohl für die Gegenwart als auch für die Zukunft einen kompetenten Umgang mit Print- und digitalen Medien zu vermitteln. Die Medienklasse nutzt ihr eigenes, persönliches und geschütztes Klassenwiki fächerübergreifend in jedem Schulfach, welches rund um die Uhr zum Lernen oder für Notizen zur Verfügung steht. Egal, ob sie mobil unterwegs sind, daheim oder in der Schule. Das Klassenwiki steht jeder Schülerin und jedem Schüler als eine Art "fliegendes Klassenzimmer" immer und überall zur Verfügung, wo zum eigenen Recherche-Thema passende Informationen gefunden werden. Unterricht verändert sich Die Lehrkraft steht nicht mehr als Wissensmonopolist vor der Klasse und gibt das Lerntempo vor, sondern ihre Rolle wandelt sich. Die Lehrerin oder der Lehrer schafft neue Rahmenbedingungen, auf Basis derer sich die Schülerinnen und Schüler die Themen des Rahmenlehrplans erarbeiten. Es ist zwar nicht möglich, dass sich die Lernenden rein nach ihren Interessen Wissen aneignen, doch können sie sich das "Wie" bei Recherche und Präsentation aussuchen. Die Lehrkraft ist Berater und Moderator und kann so jeden und jede individuell beim selbstständigen Lernen unterstützen. Fazit Die Medienklasse, die das Wiki inzwischen seit zwei Jahren aktiv im Einsatz hat, ist noch immer begeistert. Nach anfänglichen Bedienschwierigkeiten sind nun alle routiniert in der Arbeit mit dem Wiki und können ihr Wissen mühelos im Wiki aufbereiten. Bemerkenswert ist, dass nicht nur die naturwissenschaftlichen, sondern auch die geisteswissenschaftlichen Fächer sowie die Fremdsprachen im Wiki aktiv sind. Das Wiki wird vor allem zum Erarbeiten von Präsentationen und Vorträgen verwendet. Ein pfiffiger Schüler hat das Wiki inzwischen erweitert - er hat den Vertretungsplan auf der Klassenwiki-Startseite integriert.

  • Pädagogik / Fächerübergreifend
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