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Von Unterrichtsbesuch zu Unterrichtsbesuch

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Hey Leute, als ich mich das letzte Mal gemeldet habe, standen die Ferien noch vor der Tür – und zack, jetzt sind sie schon wieder vorbei! Der Schulalltag ist zurück und weitere Unterrichtsbesuche stehen an. Bevor ich in die wohlverdienten Ferien starten konnte, stand jedoch ein Unterrichtsbesuch im Fach Politik an – der anders verlief als geplant. Kurz vor dem Besuch, an einem Samstagmittag auf einer Geburtstagsfeier, erhielt ich plötzlich einen Anruf von einer unbekannten Nummer. Es war mein Fachleiter, der mir mitteilte, dass er krankheitsbedingt am Montag nicht dabei sein könnte. Die Nachricht kam überraschend und sorgte für Panik, da ich befürchtete, die gesamte Vorbereitung könnte umsonst gewesen sein. Er gab mir die Nummer einer anderen Ausbilderin, mit der ich klären sollte, ob sie stattdessen einspringen könnte. Leider war dies nicht möglich, und ich stand kurz davor, den Besuch verschieben zu müssen – was so kurz vor den Ferien durchaus kompliziert gewesen wäre. Nach Rücksprache mit der Seminarleitung konnte der Besuch glücklicherweise dennoch am vorgesehenen Termin stattfinden, wenn auch ohne Fachleiter. Ganz optimal war es zwar nicht, aber immerhin blieb mir dadurch aufwändige Mehrarbeit erspart. Unterrichtsbesuch im Modul Diagnostizieren, Fördern und Bewerten Die Ferien nutzte ich überwiegend zur Vorbereitung von Unterrichtsmaterialien und für meinen nächsten Unterrichtsbesuch. Dieser fand im Rahmen des Moduls Diagnostizieren, Fördern und Bewerten (DFB) statt, in dem der Schwerpunkt auf der differenzierten Förderung der Schülerinnen und Schüler liegt. Dabei ging es unter anderem darum, fachliche und überfachliche Diagnosen zu erstellen, um den Unterricht entsprechend anzupassen. Für die fachliche Diagnose habe ich das Vorwissen zum Thema abgefragt, während ich zur überfachlichen Diagnose einen Lesegeschwindigkeitstest mit Verständnisfragen durchgeführt habe. Ziel war es, die Lesekompetenz der Klasse besser einzuschätzen, um die Arbeitsmaterialien differenzierter gestalten zu können. Der Unterrichtsbesuch selbst verlief größtenteils nach Plan, auch wenn die Zeitplanung nicht ganz eingehalten werden konnte – ein bekanntes Phänomen im Lehrberuf, da meist mehr geplant wird, als tatsächlich umsetzbar ist :D

  • Fächerübergreifend

Meine ersten beiden Unterrichtsbesuche im 2. Hauptsemester

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Hey Leute, die ersten beiden Unterrichtsbesuche im 2. Hauptsemester liegen hinter mir. Deswegen erzähle ich euch, wie es lief und was ich geplant hatte. Mein erster Unterrichtsbesuch – Politik hautnah erleben Kaum hatte das 2. Hauptsemester begonnen, stand auch schon mein erster Unterrichtsbesuch bei meiner Berufsfachschulklasse an. Gemeinsam mit meiner Mentorin, die mir eine große Unterstützung war, entwickelte ich eine Unterrichtsidee, die sich perfekt in unsere aktuelle Unterrichtsreihe einfügte. Da wir uns gerade mit den Bundestagswahlen beschäftigten, entschied ich mich für eine Simulation eines Sondierungsgesprächs zwischen der CDU und der SPD – ein brandaktuelles Thema, da auch in der Realität gerade Sondierungsgespräche stattfanden. Mir war es besonders wichtig, die Thematik für die Schülerinnen und Schüler greifbar zu machen. Daher reduzierte ich die Inhalte didaktisch auf das Wesentliche und wählte vier Themen, die sowohl große Unterschiede als auch Gemeinsamkeiten zwischen den Parteien aufzeigten: Cannabis, Wohnen, Schule und Bürgergeld . Die Klasse wurde in vier Gruppen eingeteilt – mit jeweils zwei Vertreterinnen und Vertreter der CDU und zwei der SPD. Jede Gruppe bearbeitete ein Thema aus der Perspektive ihrer Partei: Zunächst in Einzelarbeit mithilfe eines Informationstextes, dann in Paararbeit zur Vertiefung. Anschließend bereiteten sie Karteikarten mit den wichtigsten Standpunkten vor, die sie im Sondierungsgespräch nutzen sollten. Um die Simulation noch realistischer zu gestalten, setzte ich die Gruppen an vier Tische, die einen Verhandlungstisch symbolisierten, und ließ sie Namensschilder mit ihrer jeweiligen Partei tragen. Im Sondierungsgespräch sollten sie ihre Positionen vertreten, Unterschiede und Gemeinsamkeiten herausarbeiten und diese in einem Ergebnisprotokoll festhalten, das sie anschließend präsentieren sollten. In der Praxis stellte sich jedoch heraus, dass die Präsentationen zeitlich nicht mehr in die geplante Unterrichtsstunde gepasst hätten – daher mussten sie in die nächste Stunde verlegt werden. Eine typische Fehleinschätzung: Man plant oft zu viel für eine Unterrichtsstunde. Dennoch zeigte sich, dass das Setting mit Namensschildern und Gruppentischen die Motivation der Schülerinnen und Schüler enorm steigerte. Sie waren sehr engagiert und diskutierten intensiv – für mich ein Zeichen, dass die Stunde insgesamt gelungen war.

  • Fächerübergreifend

Lehrerhandreichung Fliegen: Luftfahrt im Unterricht praxisnah vermitteln

Kopiervorlage

Fliegen dient nicht nur der Fortbewegung, sondern ist ein komplexes Zusammenspiel von Naturwissenschaften, Technik, Wirtschaft und Umwelt. Das Arbeitsbuch "Fliegen" bietet vielfältige Materialien, um in Ihrem MINT-Unterricht abzuheben. Durch praxisnahe Aktivitäten und anschauliche Experimente erforschen Schülerinnen und Schüler die physikalischen Grundlagen des Fliegens, verstehen die Technik moderner Flugzeuge und analysieren die wirtschaftlichen sowie ökologischen Auswirkungen des Luftverkehrs. Ob Aerodynamik, Meterologie, Flugrouten oder Emissionsvermeidung: Das Arbeitsbuch "Fliegen" bietet spannende, handlungsorientierte, lehrplankonforme und fächerübergreifende Unterrichtsmaterialien. Nicht allein für das Fach Physik werden Sie viele Anregungen für den Unterricht finden, sondern auch für die Fächer Biologie, Geographie, Englisch, Wirtschaftskunde, Technik oder Chemie. Das Arbeitsbuch ist zugeschnitten auf Gymnasien und Gesamtschulen mit gymnasialer Oberstufe. Luftfahrt als Lern- und Arbeitsfeld der Zukunft entdecken Der Flugverkehr ist ein wesentlicher Bestandteil des modernen Lebens und der globalen Konnektivität. Er stellt nicht nur einen bedeutenden Wirtschaftsfaktor dar, sondern spielt auch eine zentrale Rolle in der globalen Mobilität und im internationalen Handel. Daher ist es sinnvoll, junge Menschen für die verschiedenen Themengebiete und Aufgaben in der Luftfahrt zu interessieren. Während Naturwissenschaften und Technik (Flugphysik, Meteorologie, Strömungslehre) eine grundlegende Rolle spielen, sind auch viele soziale, wirtschaftliche und umweltpolitische Fragen relevant. Zu allen genannten Punkten finden sich Unterrichtsideen im vorliegenden Handbuch. Obwohl die Deutsche Flugsicherung eine breite Palette an Berufsmöglichkeiten für Fluglostinnen und Fluglotsen , Ingenieurinnen und Ingenieure und Informatikerinnen und Informatiker bietet, ist sie als Ausbildungsstätte weitgehend unbekannt. Deshalb ist es umso wichtiger, jungen Menschen diese attraktive und sichere berufliche Perspektive näherzubringen. Aufbau des Arbeitsbuchs "Fliegen" Kapitel 1: Geschichte (Geschichte des Fliegens, Geschichte der Flugsicherung) Kapitel 2: Geographie (Flugbewegungen, Flugrouten und Flugzeit, Zeit und Zeitzonen, Navigation) Kapitel 3: Englisch – Sprache der Luftfahrt (Funkverkehr, Phraseologie) Kapitel 4: Flugverkehr (Flugverkehr – ein gigantisches Unterfangen, Pilot und Tower am Start / bei der Landung, Kontrolle des Luftraums) Kapitel 5: Fluggeräte und Technik (Impuls, Impulserhaltung, Hubschrauber, Flugzeuge, Wir bauen ein Flugmodell, Navigationssysteme (ILS) und Radar) Kapitel 6: Biologie (Biologie des Fliegens, Vogelflug – die größte Flugschau der Welt, Insekten als fliegende Liebesboten, Pollenflug, Sporenverbreitung durch die Luft) Kapitel 7: Strömungslehre (Einführung in die Strömungslehre, Dynamischer Auftrieb, Luftwiderstand, Profilpolare, Wirbel) Kapitel 8: Meteorologie (Alle reden vom Wetter, Enteisung, Luftdruck, Fronten, Vulkanismus und Luftfahrt, Luftlöcher) Kapitel 9: Chemie (Chemie des Fliegens, Federn: Leichtgewichte mit Potenzial, Der Stoff, aus dem die Flügel sind, High Tech – Low Weight, Schweben – leichter als Luft) Kapitel 10: Human Factors (Fähigkeiten für die Karriere, Teamfähigkeit, Leistungsvermögen, Eigenanalyse der Schwächen und Stärken, Selbstbewusstsein stärken, Körpersprache – Eigenregie – Resilienz, Stressbewältigung, Zeitmanagement) Kapitel 11: Flugphysik (Die Mechanik des Fliegens, Kräfte und Bewegungsphasen, Leitwerke und Ruder, Fahrwerk, Steuerorgane – Flugverhalten, Trimmung, Flugfiguren) Kapitel 12: Fliegen und Umwelt (Fliegen und Umwelt – ein Widerspruch in sich?, Zero Emission – Wasserstoff im Tank, CO 2 – Das Unsichtbare sichtbar machen, Bio-Kerosin – Aufwind durch Rapsfelder?, Billigflieger – Vom Monopol zur Marktwirtschaft, "Greenwashing" – Ökomeilen statt Bonusmeilen?, Fliegen und Lärm – der Kampf um die Dezibels (dB)) Kapitel 13: Biology (Biology of Flight, Bird flight, Insects, Pollen flight, Air-borne spore dispersal) Kapitel 14: Human Factors (career capabilities, Mutual respect and disregarding your own feelings, Human performance, Body language – self-assurance – resilience, Stress management) Zu allen Themen finden Sie Bauanleitungen, Versuchsbeschreibungen, Aufgaben, Lösungen, Fotos und Grafiken sowie Zusatzmaterialien.

  • Biologie / Ernährung und Gesundheit / Natur und Umwelt / Chemie / Natur & Umwelt / Geographie / Jahreszeiten / Physik / Astronomie / Technik / Sache & Technik / Geschichte / Früher & Heute / Wirtschaft
  • Sekundarstufe II

Google Arts & Culture – Funktionen und Anwendungen

Fachartikel
5,99 €

Einmal die Mona Lisa von Nahem betrachten oder das antike Kolosseum in Rom erkunden? Dies und vieles mehr wird mit der Anwendung Google Arts & Culture möglich, auf die der Artikel mit Hintergründen, Funktionsbeschreibungen und theoretischen Überlegungen eingeht. Einführung Google Arts & Culture ist eine über den Internetbrowser[1] des jeweiligen Endgeräts abrufbare Webanwendung, die virtuelle Erkundungstouren und Rundgänge durch Museen, Ausstellungen oder kulturelle Einrichtungen und Orte sowie die Betrachtung von Werken und Objekten ermöglicht. Damit werden Kunst, Kultur und Geschichte nicht nur von überall aus und zu jeder Zeit erlebbar, Lernen und Lehren lässt sich damit auch virtueller und interaktiver gestalten. Mit diesem Angebot wird zudem die detaillierte Rezeption hochauflösender Aufnahmen einiger der bekanntesten und wichtigsten Werke der Menschheitsgeschichte möglich. Auch bisher Unbekanntes lässt sich so entdecken (Nonnenmacher 2011: o.S.). Die bei vielen Objekten vorhandenen Zusatzinformationen (sogenannte Metadaten zu Künstlerinnen und Künstler, Ausstellungsort, Erstellungszeitraum, etc.) ermöglichen zudem eine Sensibilisierung für forschungsbezogene Fragestellungen. Weiterhin lassen sich einige Museen und Orte in einer 360°-Ansicht erkunden, eigene Sammlungen zu Themen, Epochen oder Künstlerinnen und Künstler können erstellt werden. Insgesamt lässt sich mit dieser Anwendung die individuelle Auseinandersetzung mit Kunst, Kultur und Geschichte fördern. Hintergründe Die Webanwendung Google Arts & Culture ist seit 2011 öffentlich verfügbar (Vgl. Schlierkamp 2011). Bereits in der ersten Woche besuchten zehn Millionen Interessierte die Anwendung und 70.000 private Sammlungen wurden online anlegt (Herbold 2011: o.S.). Sind zu Beginn nur einige der wichtigsten Museen weltweit vertreten, erweitert sich die Liste der teilnehmenden Institutionen und der online verfügbaren Werke bis heute stetig. Ausgewählte bekannte Museen, die teilnehmen sind beispielsweise Schloss Versailles (Paris), die Tate Gallery (London), das Metropolitain Museum of Art (New York), die Eremitage (Moskau) oder die Alte Nationalgalerie (Berlin). Eine Übersicht mit teilnehmenden Einrichtungen und Links zu deren Objekten findet sich hier. Gemälde, Objekte, Bauwerke oder deren Räumlichkeiten gelangen mittels photogrammetrischer, digitaler 3D- oder anderer hochauflösender bildgebender Verfahren zunächst auf die Plattform und werden anschließend mit zusätzlichen Nutzungsoptionen und Informationen versehen. Virtuelle Touren durch Museen oder historische Orte sind vor allem durch die eingebettete Anwendung Google Street View möglich. Sie ist nicht immer verfügbar, falls nutzbar, aber an dem Symbol eines gelben Männchens erkennbar. Aus Sicht der teilnehmenden Einrichtungen und Orte bietet die Technologie einerseits einen Werbeeffekt, andererseits eröffnen sich damit aber auch Möglichkeiten, Inhalte und Wissen an eine Zielgruppe zu vermitteln, die keinen direkten Zugang zu kulturellen Einrichtungen hat. Die Covid-19-Pandemie leistete der Digitalisierung kulturellen Erbes seitens der Einrichtungen einen weiteren Vorschub und das Angebot von Google konnte sich noch einmal vergrößern (Vgl. Feinstein 2020). Die intuitive Bedienbarkeit der Anwendung führt zudem dazu, dass diese von potenziell allen Interessierten genutzt werden kann. Datenschutz Kritisch zu bewerten ist neben den Vorteilen der Nutzung allerdings die allgemeine Praxis Googles zur Datengenerierung und -speicherung seiner Nutzenden (Datenschutz.org 2022: o.S.). Zwar ist Google Arts & Culture an sich ohne die Anmeldung über einen Nutzungsaccount nutzbar, das Suchverhalten, individuelle Interessen oder standortbezogene Merkmale können aber vom Unternehmen gespeichert und weiterverwendet werden. Den Einsatz sowie die Rahmenbedingungen im Lehrkontext gilt es deshalb genau abzuwägen. Funktionen Google Arts & Culture verfügt über zahlreiche Funktionen, die einerseits mit sowie auch ohne Anmeldung über ein Google-Nutzungskonto angewandt werden können. Funktionen, die nur auf der Betrachtung oder Erkundung von Objekten beruhen, sind dabei vollständig ohne eine Registrierung nutzbar. Neben der Erkundung von Objekten oder Orten existiert aber auch die Funktion, online selbst eine oder mehrere eigene Sammlungen bestimmter Kunstwerke anzulegen. Dazu müssen Objekte zunächst durch Gefällt mir bzw. ein Herz markiert werden, um daraus anschließend im Bereich Favoriten eine eigene (thematische) Sammlung zu generieren. Diese Option ist nur nach vorheriger Anmeldung über einen Google-Account möglich.

  • Fächerübergreifend / Kunst / Kultur

Themen, Kompetenzen und Karriere im Kfz-Handwerk

Fachartikel

Dieser Fachartikel beleuchtet wichtige Kompetenzen und aktuelle Themen in handwerklichen Berufen am Beispiel des Kraftfahrzeug-Handwerks. Thematisiert werden gefragte Fähigkeiten wie technisches Verständnis und analytisches Denken, das duale Ausbildungssystem sowie individualisierbare Karrierewege durch Fort- und Weiterbildungen. Zudem werden Möglichkeiten zur Selbsteinschätzung eigener Interessen und Stärken vorgestellt. Themen und Kompetenzen im Handwerk Kfz-Mechatroniker/-innen, Automobilkaufleute , Karosserie- und Fahrzeugbaumechaniker/-innen – sie alle sind Beispiele einer Branche, die 2020 einen Anteil von 9,5 % am Umsatz der Gesamtwirtschaft in Deutschland ausmachte: der Handwerksbranche (vgl. Statistisches Bundesamt). Dabei bewegen, transformieren und erweitern aktuelle Entwicklungen in Wirtschaft, Gesellschaft und Politik das Handwerk: Von Digitalisierung und Hightech über Fortschritt, Innovation und Zukunft bis Nachhaltigkeit . Diese Themen betreffen alle Handwerksbereiche – darunter auch den des Kraftfahrzeughandwerks – und erweitern die Kompetenzanforderungen an (angehende) Handwerkerinnen und Handwerker: Arbeitet man gern indoor oder/und outdoor? Ist man künstlerisch oder/und technisch veranlagt beziehungsweise begeistert? Arbeitet man gern mit Menschen oder/und mit Maschinen? Ist man physisch schwer oder eher weniger belastbar? Arbeitet man gern im Team oder/und allein? Gerade in der schulischen Berufsorientierung ist die Einschätzung eigener Kompetenz- und Interessensprofile für Schülerinnen und Schüler eine wichtige Ausgangslage, um zu ihnen passende Berufe zu finden. Berufsorientierung: Kompetenzen und Interessen von Schülerinnen und Schülern für einen Beruf im Kfz-Handwerk Das Kfz-Handwerk zum Beispiel bietet sich als mögliche Berufssparte für Schülerinnen und Schüler an, die handwerklich begabt und technikbegeistert sind. Wer sich schon in der Schule für die Fächer Physik, Mathematik und Werken begeistern kann, kann im Kraftfahrzeughandwerk richtig aufgehoben sein, denn es ist neben handwerklichem Geschick ein gutes technisches Verständnis sowie Begeisterung für Technik, Elektrik und zukunftsträchtige Technologien (Hightech) besonders relevant. Dabei kommt der Kompetenz des analytischen sowie kreativen Denkens besondere Bedeutung zu. Aber auch Schülerinnen und Schüler, die gerne in den kaufmännischen Bereich gehen möchten, haben in der Kfz-Branche sehr gute Möglichkeiten, denn Automobilkaufleute sind Allrounder im Autohaus und unterstützen in allen möglichen Bereichen (zum Beispiel Zuarbeit für Automobilverkäufer, Back-Office, Marketing und Verkaufsaktionen und vieles mehr). Schülerinnen und Schüler, die sich für eine Karriere im Kfz-Handwerk interessieren, sollten aber auch eine sorgfältige Arbeitsweise und ein hohes Verantwortungsbewusstsein mitbringen, denn beim Prüfen und Instandsetzen von sicherheitsrelevanten Bauteilen, wie den Bremsen eines Autos, bedarf es an Genauigkeit. Da man sowohl im Team zusammenarbeitet als auch häufig mit Kundinnen und Kunden in Kontakt tritt, ist eine aufgeschlossene Art hilfreich. Diese ist in jeglicher Zusammenarbeit und Kommunikation mit Menschen in diesem Handwerk sowie bei der Planung von Marketingkonzepten und Verkaufsaktionen relevant. Darüber hinaus ist eine Leidenschaft für Autos selbstredend treibend in allen Bereichen des Kfz-Handwerks. Lernende, die sich für diese Ausbildung entscheiden, sollten außerdem einen guten Schulabschluss (Haupt-, Realschulabschluss oder Gymnasium) besitzen. Die Ausbildung: Vorbereitung auf den späteren Berufsalltag Im Handwerk wird dual ausgebildet – so auch in der Kfz-Branche, die mit seiner rund 20 % Ausbildungsquote eine der größten Ausbildungsbranchen in Deutschland darstellt. Duale Ausbildung bedeutet: Einerseits wird man im Ausbildungsbetrieb für die handwerksspezifische oder kaufmännische Praxis ausgebildet, zum Beispiel in Autohäusern, Reparatur- oder Servicewerkstätten, bei Automobilherstellern oder Importeuren. Andererseits werden in der Berufsschule die ausbildungsspezifischen theoretischen Grundlagen vermittelt. Die Ausbildung ist vergütet und endet nach drei bis dreieinhalb Jahren mit einer Gesellen- oder Abschlussprüfung. Sie kann aber auch um bis zu zwölf Monate gekürzt werden, wenn ein Abitur oder ein anderer Ausbildungsabschluss vorliegt. Eine Ausbildung in Teilzeit ist möglich und drei bis vier Monate Probezeit gibt es zu Ausbildungsbeginn, in welcher die Ausbildung beidseitig ohne Grundangaben gekündigt werden kann. Ausbildungen können teilweise durch Schwerpunktsetzungen individualisiert werden. Beispielsweise bedeutet das in der Kraftfahrzeugmechatroniker-Ausbildung (m/w/d), dass die grundlegend vermittelten Fertigkeiten gleichbleiben, wählbare Schwerpunkte wie Personenkraftwagentechnik, Nutzfahrzeugtechnik, Karosserietechnik, Motorradtechnik sowie System- und Hochvolttechnik aber gesetzt werden können. Letztere gewann durch den Anstieg an neuen Elektroautos im Straßenverkehr vor allem in den letzten Jahren immer mehr an Bedeutung. Auch bei dem Ausbildungsberuf Karosserie- und Fahrzeugbaumechaniker/-in werden zwei Fachrichtungen angeboten: Karosserieinstandhaltungstechnik und Karosserie- und Fahrzeugbautechnik. Individualisierte Karrierewege im Kfz-Handwerk Die Karriereleiter kann in handwerklichen Berufen individuell gestaltet werden, denn Handwerkerinnen und Handwerker können sich an die rasanten Wandlungsprozesse und veränderten Rahmenbedingungen sowie Interessens- und Kompetenzlagen in Handwerk und Technik anpassen. So gestaltet sich beispielsweise die aktuelle Entwicklung des stetig steigenden Anteils an elektronischen Bauteilen im Pkw rasant. Des Weiteren befindet sich die Elektromobilität auf dem Vormarsch. Für die Kfz-Branche bedeutet das daher: Der Absatz von Elektrofahrzeugen war noch nie so hoch, sodass auch der Bedarf an Reparatur- und Wartungsarbeiten von Elektro- und Hybridfahrzeugen in den nächsten Jahren deutlich wachsen wird – und damit auch das Knowhow im Kfz-Handwerk. Auch im kaufmännischen Bereich der Branche verändern sich Rahmenbedingungen und Prozesse stetig. Stichwort Digitalisierung. Daher werden auch hier Berufe und Weiterbildungsmöglichkeiten kontinuierlich modernisiert. Um wettbewerbsfähig zu bleiben, können die beruflichen Qualifikationen von Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern durch Fort- und Weiterbildungen mitwachsen. Das ist beispielsweise in über 500 Bildungszentren möglich – von individualisierten Aus- und Weiterbildungen bis Auslandspraktika und Studium ohne Abitur. In der Kfz-Branche ist es möglich, vielfältige Weiterbildungen zu absolvieren – beispielsweise die Qualifikationen zum/zur Automobilverkäufer/-in oder Kfz-Servicetechniker/-in. Auch über Weiterbildungen hinaus sind weiterführende Qualifizierungen zum Beispiel mittels kaufmännischer oder technischer Bachelor-/Master-Studiengänge oder Qualifizierungen zum/zur Meister/-in Kfz-Techniker-Handwerk oder Betriebswirt/-in in der Kfz-Branche möglich. Erfahrungen sammeln und sich einschätzen lernen Erfahrungen in Handwerksbereichen, Ausbildungsberufen und -betrieben können Schülerinnen und Schüler in Form eines Schülerinnen- und Schüler-, Ferien- oder Berufspraktikums sammeln. Mögliche Praktikumsstellen können sie auf der Lehrstellenbörse oder über die App Lehrstellenradar finden, für das Kfz-Handwerk bietet sich der Betriebefinder an. Hilfreiche Checklisten für Lehrkräfte, Schülerinnen und Schüler, Eltern sowie Betriebe stellt das Kfz-Handwerk hier sowie der Zentralverband des Deutschen Handwerks hier zur Verfügung. Praktika werden stets von Selbst- und Fremdeinschätzungen begleitet, das heißt die Beurteilung der eigenen Stärken, Schwächen und Tätigkeiten erfolgt durch einen selbst sowie durch den Betrieb. Fragebögen zur Selbst- und Fremdeinschätzung können dabei Abhilfe schaffen und auch zur Vorbereitung auf das Praktikum dienen. Nützliche Checklisten zur allgemeinen Selbst- und Fremdeinschätzung während eines Praktikums und danach bieten zum Beispiel die Servicestelle Berufswahlpass und die Handwerkskammer Hannover . Ebenso können Interessenstest bei der Findung eines passenden Handwerkberufs hilfreich sein, zum Beispiel mithilfe des Berufe-Checker-Bots . Die einzelnen Berufsverbände bieten oft auch eigene Tests an, um den individuell passenden Tätigkeitsbereich im spezifischen Handwerk zu ermitteln. Fazit Gerade in Berufsorientierungsphasen in der Schule können Schülerinnen und Schüler eigene Kompetenzen und Interessen zum Beispiel mit Selbsteinschätzungsbögen definieren. Stellen sie Begabungen für analytisches und kreatives Denken fest und sind zudem Fahrzeug-, Technik-, Physik- und Mathematik-begeistert, könnte ihr Berufsweg zum Beispiel in das Kfz-Handwerk führen. Erste Erfahrungen lassen sich in Betriebspraktika sammeln; wird sich für eine (individualisierbare) Ausbildung entschieden, erfolgt diese in einem Betrieb sowie in der Berufsschule (dual). Durch aktuelle Entwicklungsprozesse in Wirtschaft, Gesellschaft und Politik entwickeln sich Handwerksberufe stetig mit und ermöglichen dadurch persönliche Weiter- und Fortbildungsmöglichkeiten in wichtigen Themenbereichen wie Nachhaltigkeit, Digitalisierung und Hightech. Verwendete Internetadressen BMBF. "Stärken und Interessen erkunden". BMBF-Praktisch unschlagbar. Online: https://www.praktisch-unschlagbar.de/praktischunschlagbar/de/deine-entscheidung/staerken-und-interessen-erkunden/staerken-und-interessen-erkunden_node.html . Bundesagentur für Arbeit: "Checklisten für ein erfolgreiches Schülerbetriebspraktikum". https://www.schulewirtschaft.de/wp-content/uploads/2020/11/Checklisten-Schuelerbetriebspraktikum.pdf . Bundeagentur für Arbeit: "Restaurator/in – Kfz.technikerhw./M. Prof. Restaurierung". Online: https://web.arbeitsagentur.de/berufenet/beruf/133415 . Das Handwerk: "Kraftfahrzeugmechatroniker/-in". Online: https://www.handwerk.de/infos-zur-ausbildung/ausbildungsberufe/berufsprofile/kraftfahrzeugmechatronikerin . Das Handwerk: "Passenden Ausbildungsberuf finden". Online: https://www.handwerk.de/infos-zur-ausbildung/ausbildungsberufe . Handwerkskammer: "Weiterbildung". Online: https://www.handwerkskammer.de/artikel/weiterbildung-5620,3,7.html . Handwerkskammer Aachen: "Praktika Handwerk". Online: https://www.hwk-aachen.de/artikel/praktika-im-handwerk-33,345,270.html . Fortbildung.net: "Kfz Mechatroniker Weiterbildung". Online: https://www.fortbildung.net/finden/kfz-mechatroniker-weiterbildung#moeglichkeiten . MeinUnterricht Redaktion. "Selbsteinschätzung der SuS fördern (inkl. Tipps & Unterrichtsmaterialien)". meinUnterricht GmbH. Online: https://www.meinunterricht.de/blog/selbsteinschaetzung-schueler-selbsteinschaetzungsbogen-vorlagen/ . Planet Beruf: "Kraftfahrzeugmechatroniker/in". Online: https://planet-beruf.de/fileadmin/assets/PDF/BKB/27297.pdf . Servicestelle Berufswahlpass: "Selbst- und Fremdeinschätzung". Online: https://berufswahlpass-sachsen.de/selbsteinschaetzung-fremdeinschaetzung-verschiedene-anforderungsniveaus/ . #wasmitautos: "Ausbildung". Online: https://www.wasmitautos.com/ausbildung/ . #wasmitautos: "Praktikum". Online: https://www.wasmitautos.com/praktikum/ . #wasmitautos: "Deine Zukunft & Karriere". Online: https://www.wasmitautos.com/zukunft-und-karriere/ . #wasmitautos: "Was muss ich über die Ausbildung wissen?". Online: https://www.wasmitautos.com/ausbildung/ausbildung-finden . #wasmitautos: "Deine Ausbildung zum Automobilkaufmann (m/w/d)". Online: https://www.wasmitautos.com/ausbildung/automobilkaufmann-frau/ . #wasmitautos: "Deine Ausbildung zum Kfz-Mechatroniker (m/w/d)". Online: https://www.wasmitautos.com/ausbildung/kfz-mechatroniker-in/ . #wasmitautos: "Deine Ausbildung zum Karosserie- und Fahrzeugbaumechaniker (m/w/d)". Online: https://www.wasmitautos.com/ausbildung/karosserie-und-fahrzeugbaumechaniker-in/ .

  • Fächerübergreifend

Fridays for Future: Dürfen Lernende während des Unterrichts demonstrieren?

Fall des Monats

Mit den "Fridays for Future"-Demonstrationen wollen in Deutschland immer mehr Schülerinnen und Schüler auf die Probleme der Klimapolitik aufmerksam machen. Freitags versammeln sie sich dazu bundesweit während der Schulzeit und demonstrieren für den Klimaschutz. Ist das aber überhaupt erlaubt? Dürfen Lehrkräfte die Teilnahme der Lernenden an Streiks oder Demonstrationen grundsätzlich verbieten? Streiks versus Demonstrationen Zunächst einmal ist wichtig, dass es einen Unterschied zwischen wirklichen Streiks und Demonstrationen gibt. Die Teilnahme an Streiks ist zum Beispiel nach dem Runderlass des Ministeriums für Schule und Weiterbildung in NRW für Schülerinnen und Schüler nicht erlaubt. Auch dann nicht, wenn die Eltern ihn organisieren. Bei Demonstrationen sieht das jedoch etwas anders aus. Das Recht auf Versammlungsfreiheit ist schließlich im Grundgesetz verankert – und das gilt auch für Schülerinnen und Schüler. Die Entscheidung des Gerichts Pauschal lässt sich aber leider nicht beantwortet, ob Schülerinnen und Schüler ihr Grundrecht auf Versammlungsfreiheit während des Unterrichts wahrnehmen dürfen. Denn das angesprochene Grundrecht der Schülerinnen und Schüler aus Art. 8 des Grundgesetzes (GG) kollidiert hier mit der Pflicht zum Schulbesuch nach Art. 7 GG. Welcher dieser Paragraphen nun "gewinnt", ist aber nicht abschließend geklärt. Bekannt dazu ist eine Entscheidung des Landgerichts Hannover, das einem Schüler die Teilnahme an einer Demonstration gegen den Golfkrieg gestattete (Az. 6B 823/91). Rein rechtlich sind für eine Demonstration während der Schulzeit Unterrichtsbefreiungen notwendig. Diese müssen von den Eltern oder den betreffenden volljährigen Schülerinnen und Schülern so früh wie möglich bei der Schulleitung beantragt werden. Nur so kann eine rechtzeitige Entscheidung gewährleistet werden. Der Runderlass des Ministeriums für Schule und Weiterbildung in NRW von 2015 nennt zwar mehrere mögliche Gründe für eine Befreiung, jedoch entscheidet am Ende jeweils die Schulleitung. Ignorieren Schülerinnen und Schüler das und bleiben einfach so dem Unterricht fern, kann das als unentschuldigtes Fehlen gewertet werden. Dieser Fehltag kann sich dann gut und gerne im Zeugnis wiederfinden und eine Prüfung, die zu dieser Zeit abgehalten wird, gilt dann als nicht bestanden. Übrigens: Schwindeln volljährige Schülerinnen und Schüler oder Eltern bei dem Grund für eine Unterrichtsbefreiung, begehen sie eine Ordnungswidrigkeit, die zum Beispiel mit einem Bußgeld geahndet werden kann. Am Ende des Tages obliegt die Entscheidung, ob die Schülerinnen und Schüler an den sogenannten "Fridays for Future" teilnehmen dürfen, also der Schulleitung. Diese darf im Einzelfall so oder so entscheiden. Häufig ist aber die Teilnahme an Demonstrationen für den Klimaschutz mit den Werten einer Schule gut vereinbar. Informationen: www.anwaltauskunft.de

  • Fächerübergreifend

KI in der Grundschule – (k)ein Thema?

Fachartikel
5,99 €

In diesem Artikel wird die Relevanz von Künstlicher Intelligenz (KI) in der Grundschule thematisiert, wobei Lehrkräfte und Eltern oft unsicher über die Vor- und Nachteile sind. Der Beitrag betont die persönliche Auseinandersetzung mit diesem Thema. Welche Facetten hat das Thema Einsatz von KI in der Grundschule ? Vielleicht fragt sich der eine oder die andere beim Lesen der Überschrift dieses Beitrags: "Muss ich mich jetzt auch noch mit KI beschäftigen? Wir haben doch schon genug andere, wichtige Themen." Das stimmt auch. Dennoch ist das Thema Digitalisierung ein Thema, das sich laufend überholt und entsprechend sollte Schule auch darauf reagieren. Schulische Vorgaben müssen ständig überprüft und angepasst werden. Wie bei jedem digitalen Thema lässt sich auch der Einsatz von KI nicht ausschließlich auf den Medien- oder Sachunterricht beschränken. Die Welt ist im Wandel und die KI wird sehr viel verändern, auch das Lernen, ebenso die Unterrichtsvor- und -nachbereitung. Allerdings ist KI nicht unfehlbar. Nur wer versteht, wie KI funktioniert , kann sie kompetent nutzen. Wer nicht klar formuliert oder nicht in KI-Sprache "promptet" , wird auch nicht von der Technologie profitieren. Genau darum geht es: Medienkompetenz. Da wäre es "grob fahrlässig", das Thema KI außen vorzulassen. Was sagen die Bildungspolitik und die Bildungsforschung? "Unsere Schulen sollen Schülerinnen und Schüler im Unterricht mit KI vertraut machen. Sie müssen lernen, wie KI-basierte Textgeneratoren funktionieren, deren Potentiale und Risiken erkennen und die gesellschaftlichen Auswirkungen verstehen", so die NRW-Schulministerin Dorothee Feller in einer Pressemitteilung im Februar 2023. Ein dazugehöriger Handlungsleitfaden ist auf der Webseite des Ministeriums verfügbar. In der Veröffentlichung findet man Hinweise zur Nutzung von Programmen wie ChatGPT im Unterricht sowie rechtliche Hinweise, insbesondere zu Datenschutz und Datensicherheit. Auch andere Bundesländer, wie die Senatsverwaltung für Bildung in Berlin, haben ähnliche Handreichungen herausgegeben. Konkrete Anleitungen für den Unterricht fehlen jedoch bislang. Was sagt die Lernforschung zum Thema KI im Unterricht? Der deutsche Wissenschaftler Ulrich Trautwein, der unter anderem zur Digitalisierung in Lernkontexten forscht, äußerte sich im August 2024 in einem Interview mit der GEO zur Rolle von KI im Schulunterricht. Er sieht drei mögliche Szenarien: KI spielt kaum eine Rolle im Unterricht. KI ersetzt die Lehrkraft vollständig. KI wird unterstützend im Unterricht eingesetzt. Für Trautwein ist das dritte Szenario am wahrscheinlichsten. Er betont, dass KI gezielt bei Problemen helfen und auf individuelle Stärken und Schwächen der Schülerinnen und Schüler eingehen kann, was das Lernen bereichert. Die KI gehört schon länger zur Lebenswelt der Kinder – Wo begegnet sie ihnen? Es ist eine spannende Frage, die man gemeinsam mit den Kindern erkunden sollte. Obwohl das Thema KI noch nicht in allen Köpfen der Erwachsenen präsent ist, haben viele Kinder schon ein gewisses Vorwissen. Unter dem Punkt KI als Thema im Unterricht werden verschiedene Ideen und Ansätze vorgestellt. KI in der Unterrichtsvor- und -nachbereitung Ein Arbeitsblatt zum Thema Wortarten (Arbeitsblatt 01) Der Einsatz von KI-Tools kann Lehrkräfte bei der Vor- und Nachbereitung des Unterrichts unterstützen. Beispielsweise kann man ein KI-Programm wie ChatGPT anweisen, ein Arbeitsblatt zum Thema Wortarten zu erstellen, inklusive eines Blattes zur Selbstkontrolle. Dabei ist es wichtig, einen präzisen "Prompt" einzugeben, der beschreibt, wie das Arbeitsblatt aussehen soll und für welche Zielgruppe es bestimmt ist. Ein "Prompt" ist eine klar formulierte Anweisung oder Frage, die darauf abzielt, eine konkrete Antwort von der KI zu erhalten. Nach der Erstellung sind manchmal kleine Anpassungen nötig, wie die ansprechende Gestaltung des Arbeitsblattes mit Symbolen oder Piktogrammen. Ein Beispiel habe ich für Sie vorbereitet. Ein zielgruppenrelevanter Lesetext für den Leseunterricht in ein paar Sekunden Lehrkräfte sind oft auf der Suche nach passenden Lesetexten für ihre Klassen. Besonders durch das neue Konzept der "Lesezeit" und das verpflichtende Lesenüben von 3 x 20 Minuten pro Woche in Nordrhein-Westfalen wird häufig geeigneter Lesestoff benötigt. Mit klar formulierten "Prompts" kann ein Text erstellt werden, der genau auf die Zielgruppe abgestimmt ist. Ein Beispiel für eine Eingabe könnte lauten: "Erstelle einen Text mit 4.000 Zeichen für eine vierte Grundschulklasse, in dem es um die Freundschaft einer Katze zu einer Maus geht." Sollte der vorgeschlagene Text noch nicht ganz passend sein, schlägt die KI Änderungsmöglichkeiten vor. Im Zweifelsfall wird der Text von der Lehrkraft verfeinert. Auch ein passendes Bild kann von der KI erstellt werden, zum Beispiel durch den Prompt: "Erstelle zu der Geschichte ein passendes Bild." Wer es auf die Spitze treiben möchte, kann sogar einen Liedtext dazu schreiben lassen. Probieren Sie es aus! KI für Feedbacks Lehrkräfte sowie Schülerinnen und Schüler können Texte in eine KI eingeben und erhalten auf Wunsch Überarbeitungstipps. Dies erleichtert die Arbeit der Lehrkräfte und unterstützt die Schülerinnen und Schüler dabei, ihre Texte zu verbessern. Die KI gibt konkrete Hinweise zur Optimierung und fördert so den Lernfortschritt. Adaptives Lernen, wie es zum Beispiel das Mathematikprogramm bettermarks bietet, passt sich den individuellen Schwierigkeiten der Lernenden an. In einigen Bundesländern ist dieses Programm bereits etabliert, und die Kosten werden vom Land übernommen. KI für Elternbriefe In Schulen mit einem hohen Anteil fremdsprachiger Eltern kann der Einsatz von KI ebenfalls von großem Nutzen sein. Elternbriefe lassen sich schnell in Leichte Sprache oder Fremdsprachen übersetzen. Lehrkräfte können den Brief per Copy/Paste in die KI einfügen oder ihn direkt von der KI schreiben lassen. Diese Möglichkeit eignet sich auch für die Kommunikation mit fremdsprachigen Kindern. KI als Thema im Unterricht – Medienkompetenz erlangen mit und durch KI Beispiele für KI-basierte Anwendungen Die Fortbildungsplattform fobizz bietet verschiedene KI-Tools in einem "geschützten Raum" an, in dem Schülerinnen und Schüler KI-generierte Bilder und Texte erstellen können. Lehrkräfte können Projekte mit passenden Aufgabenstellungen und KI-Tools für ihre Klassen entwickeln. Der Zugang erfolgt einfach per QR-Code, ohne dass sich die Kinder registrieren müssen, und die Daten sind geschützt. Die Plattform, die vor allem Fortbildungen anbietet, ist kostenpflichtig, aber das Ausprobieren ist kostenlos. In einigen Bundesländern wurde den Schulen ein vom Land finanzierter Zugang zur Verfügung gestellt. Alternativ kann der Zugang zu fobizz , einschließlich der KI-Tools, auch über den Fortbildungsetat der Schulen finanziert werden. SchulKI – ChatGPT für Schulen Die Plattform SchulKI ermöglicht es Schülerinnen und Schülern, ChatGPT in der Schule sicher und datenschutzkonform zu nutzen. Die Schülerversion kann kostenlos und ohne Registrierung verwendet werden. Unterrichtsideen zum Thema KI Im Folgenden werden Ideen vorgestellt, wie das Thema KI im Unterricht der Grundschule thematisiert werden kann. Sie können dafür die Arbeitsblätter nutzen und kopieren. Ebenso denkbar ist auch, dass die Schülerinnen und Schüler die Aufgabe per QR-Code auf ihr Tablet übertragen. Die ABs wurden mit dem Worksheet-Crafter erstellt, der es zulässt, den Kindern die Aufgabe per QR-Code zur Verfügung zu stellen. Vorsicht Datenschutz Bevor man mit den Kindern mit einer KI arbeitet, muss man sich über die unterrichtlichen Vorgaben informieren, da diese in den verschiedenen Bundesländern unterschiedlich gehandhabt werden können. Es kann an dieser Stelle keine verbindliche Rechtsauskunft gegeben werden. Klar sollte sein, dass weder Kinder noch Lehrkräfte personenbezogene Daten, Fotos oder Videos von Personen in einem Prompt verwenden dürfen, da diese möglicherweise weiterverarbeitet werden. Wirklich abgesichert sind Kinder in einer eigens für den Unterricht erstellten KI-Anwendung, wie sie beispielsweise die oben genannten Programm fobizz oder schulKI bieten. Die sicherste Variante ist die Nutzung einer auf Tablets installierten App, wie zum Beispiel Microsoft Copilot , die in einer eingeschränkten Version kostenlos erhältlich ist. Weiterführende Infos erhalten Sie auf der Seite Datenschutz-Schule . Aufgabe 1: Was ist Künstliche Intelligenz? Wo finden wir sie? Mit diesen Fragen können die Schülerinnen und Schüler in Kleingruppen oder im Plenum besprechen, was ihnen dazu einfällt. So wird das Vorwissen der Kinder aktiviert. Die Antworten können digital notiert werden, zum Beispiel in Mentimeter oder einem anderen kollaborativen Programm der Schule. Alternativ können die Kinder ihre Ergebnisse auf einem Tablet festhalten und auf die digitale Tafel übertragen. Erfahrungsgemäß haben viele Kinder den Begriff KI schon einmal gehört, können aber, wie viele Erwachsene, noch nicht viel damit anfangen. Häufig genannte Beispiele sind: "Gesichtserkennung am Handy, Google Lens , selbstfahrende Autos und Alexa ." Falls den Kindern keine Beispiele einfallen, können sie das Video Künstliche Intelligenz – kindgerecht erklärt von der Bundeszentrale für politische Bildung ansehen und danach Stichpunkte zu den Fragen aufschreiben. Mentimeter ist übrigens ein in der Free-Version kostenloses, digitales Umfrage- und Brainstorming-Tool, das auch von Grundschulkindern sehr einfach genutzt werden kann. Die Lehrkraft stellt eine Frage ein und präsentiert diese zum Beispiel am Active Board oder per Beamer. Die Kinder scannen einen QR-Code und geben ihre Antworten ein. Auf dem Active Board oder der Leinwand kann die Entstehung der Ergebnisse live verfolgt werden. Aufgabe 2: Frag doch mal die KI (Arbeitsblatt 02) Die Kinder sollen herausfinden, wie eine KI funktioniert. Dies kann in Gruppen erfolgen: Eine Gruppe nutzt die KI (zum Beispiel ChatGPT, Copilot), eine andere recherchiert mit einer Kindersuchmaschine im Internet, und eine dritte interviewt beispielsweise den Digitalisierungsbeauftragten der Schule. Anschließend werden die Ergebnisse verglichen und diskutiert, welche Gruppe die besten Antworten gefunden hat. Je nach Fragestellung werden die Kinder feststellen, dass die Antworten der KI nicht immer zielführend oder altersgerecht sind. Die Expertin oder der Experte (Pädagogin/Pädagoge und Digitalisierungsbeauftragte) kann dann gegebenenfalls konkretere Antworten liefern. Aufgabe 3: Vorbereitung eines Themas per KI (Arbeitsblatt 03) Die Kinder sollen sich in Gruppen mithilfe der KI auf ein Thema vorbereiten. Dabei lernen sie, wie wichtig es ist, zielführende Prompts zu erstellen. Im anschließenden Unterrichtsgespräch wird besprochen, ob die Kinder mit ihren Texten zufrieden sind und ob sie diese verstehen. Die Lehrkraft kann erklären, dass die KI Texte auch in Leichter Sprache ausgeben kann. Dies kann gemeinsam im Plenum und mit der digitalen Tafel ausprobiert werden. Aufgabe 4: Hat die KI immer Recht? Warum sollten wir in der Schule überhaupt noch etwas lernen? (Arbeitsblatt 04) Die Kinder sollen abschließend darüber diskutieren, ob man der KI immer vertrauen kann und warum man überhaupt in der Schule noch etwas lernen muss, obwohl es doch die KI gibt. Es ist sicher interessant, welche Argumente die Kinder dazu vorbringen. Literaturverzeichnis Ministerium für Schule und Weiterbildung (2024): Umgang mit textgenerierenden KI-Systemen. Online Teschner, Johannes (2024): Jedes Kind käme näher an sein Leistungsmaximum : Ein Bildungsforscher erklärt, warum wir KI im Unterricht brauchen, Interview mit Ulrich Trautein aus der Geo. Online Weiterführende Literatur In diesem kostenlosen Schulbuch zur KI erhalten Sie eine gute und einfach verständliche Beschreibung aller KI relevanten Themen. Das Buch ist eher für ältere Schülerinnen und Schüler geeignet, aber sicher eine Unterstützung für die Lehrkraft. Julian Dorn (Autor), Josi Künstler (Autorin), Johannes Dorn (Wissenschaftler) (2024): Das Schulbuch zur Plattform: schulKI-2024-07-21-helle-edition.pdf

  • Fächerübergreifend / Informatik / Wirtschaftsinformatik / Computer, Internet & Co.

Masken- und Testpflicht an Schulen: Zwei Urteile zeigen Tendenzen auf

Fall des Monats

Die Maßnahmen zur Pandemie-Bekämpfung an den Schulen beschäftigen die Gerichte weiter. Das Rechtsportal anwaltauskunft.de informiert anhand von zwei aktuellen Urteilen, welche Vorgaben Schülerinnen und Schüler wegen der bestehenden Hygienekonzepte an den Schulen hinnehmen müssen. Die konkreten Fälle Testpflicht trotz Gesundheitsgefahr? Zwei Grundschülerinnen und Grundschüler aus Euskirchen wollten mittels eines Eilantrags dagegen vorgehen, dass in ihrer Schule Corona-Selbsttests eingesetzt werden, die Natriumazid enthalten. Die Antragstellenden haben sich vor allem darauf berufen, dass von der – unter Umständen trotz Aufsicht unsachgemäßen – Verwendung dieser Selbsttests durch Grundschülerinnen und Grundschüler eine erhebliche Gesundheitsgefährdung ausgehen könnte. Deshalb wollten sie von der Testpflicht freigestellt werden und am Präsenz-Unterricht auch ohne Selbsttest teilnehmen dürfen. Masken- und Testpflicht gefährdet das Kindeswohl? Auch ein Geschwister-Pärchen wehrte sich mittels Eilanträgen gegen die Pflicht, auf dem Schulgelände einen Mund-Nasen-Schutz zu tragen und gegen die Pflicht, Corona-Tests für die Teilnahme am Präsenz-Unterricht vorzunehmen. Die Antragstellenden meinten, die an ihren Schulen (Grundschule beziehungsweise Gymnasium) angeordneten Infektionsschutz-Maßnahmen gefährdeten ihr Kindeswohl und das ihrer Mitschülerinnen und Mitschüler. Sie hatten sich dabei insbesondere auf das Grundgesetz, die UN-Kinderrechtskonvention, den Internationalen Pakt über bürgerliche und politische Rechte sowie § 1666 BGB berufen. Durch den Maskenzwang sei ein soziales Miteinander, wie es für die Entwicklung in der Altersgruppe der Antragstellenden normal und notwendig sei, unterbunden. Die Entscheidungen des Gerichts Für Präsenz-Unterricht darf negativer Selbsttest vorgeschrieben werden Das Verwaltungsgericht in Aachen lehnte am 27. April 2021 (AZ: 9 L 241/21) den Eilantrag der beiden Antragstellenden aus Euskirchen ab. Hierzu entschied das Gericht: "Die in der Schule der Antragsteller verwendeten Selbsttests sind, auch wenn sie durch Grundschülerinnen und Grundschüler durchgeführt werden, nicht mit wesentlichen gesundheitlichen Risiken verbunden. Insbesondere gehen diese nicht von dem in der sogenannten Pufferlösung der Selbsttests enthaltenen Stoff Natriumazid aus." Die Konzentration dieses Stoffes liege bei der Hälfte des Grenzwertes. Dieser bezieht sich auf die Gefahren des Verschluckens und liegt bei einem Zwanzigstel des Grenzwertes für Haut- oder Augenkontakt – und damit insgesamt in einem unbedenklichen Bereich. Zudem seien die Schülerinnen und Schüler nicht gezwungen, sich mit den Selbsttests zu testen. Allerdings entfalle dann ihr Anspruch auf Präsenz-Unterricht. Dann müsse ein angemessener Distanz-Unterricht angeboten werden. Eilanträge gegen Masken- und Testpflicht in Schulen abgelehnt Auch das Verwaltungsgericht in Würzburg hatte am 23. April 2021 (AZ: W 8 E 21.546, W 8 E 21.548) die Eilanträge des Geschwister-Pärchens abgelehnt. Für die Befreiung von der Pflicht zum Tragen einer Mund-Nasen-Bedeckung auf dem jeweiligen Gelände ihrer Schule aus gesundheitlichen Gründen sah das Gericht keine triftigen Gründe.

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Notyz – die clevere Eltern-Info-App im Einsatz an einer Grundschule

Fachartikel

Dieser Erfahrungsbericht über den Einsatz der App NOTYZ als Informationsplattform "von Schule für Eltern" soll neugierig machen und andere Schulen ermutigen, auf einfache Art und Weise Mitteilungen und Termine an die Elternschaft papierlos weiterzugeben. Notyz: unsere eigene Nachrichten-App an der Grundschule Wittelsberg Anfang September, kurz nach Schuljahresbeginn, hat unsere Schule die kostenlose und werbefreie App "notyz" entdeckt. Dank notyz können wir Informationen und Termine, die vorher in Form von Elternbriefen, also in Papierform, an die Elternschaft weitergeleitet wurden, den Eltern nun ganz schnell und unkompliziert digital zur Verfügung stellen. Zu den Informationen, die über den Informationskanal unserer Schule in notyz verbreitet werden, haben lediglich das Kollegium und die Eltern Zugang, da man sich mit einem durch die Schule zur Verfügung gestellten Code einloggen muss. So kann jede Schule ihren ganz eigenen Schul-Kanal erstellen und Informationen darüber datenschutzkonform in einem geschützten Bereich verbreiten. Der eigene Schul-Kanal kann dabei ganz invidivuell gestaltet und komplett an das Design der Schule angepasst werden - mit dem Namen der Schule, dem Schul-Logo und den Schul-Farben sowie natürlich auch einem eigenen Impressum. Funktionen der App Eigener Schul-Kanal in notyz Die notyz-App ist einfach aufgebaut. Der individuelle Schul-Kanal kann in bis zu sechs Bereiche unterteilt werden (an unserer Schule zum Beispiel "Info", "Klassen", "Termine", "Team" und "Menü"), sodass Eltern sich leicht zurechtfinden. Jede Kategorie kann dabei wiederum in Unterkategorien unterteilt werden. Somit ist jede Schule frei, ihren Schul-Kanal nach den eigenen Bedürfnissen selbst zu gestalten. Unsere Schule nutzt die notyz-App vorrangig, um Eltern über die Termine des laufenden Schuljahres zu informieren, aber auch um wichtige aktuelle Informationen (wie Informationsabende, Schulausflüge, Ferienzeiten und allgemeine, die Schule betreffende Informationen) auf einem schnellen und unkomplizierten Weg an die Eltern weiterzuleiten. Im Bereich "Klassen" führen wir Informationen speziell zu den einzelnen Schulklassen auf, sodass sich Eltern gezielt zu Aktivitäten der Klasse ihres Kindes informieren können. Dort bekommen auch Arbeiten der Kinder oder Projektergebnisse der Klasse ihren ganz eigenen Platz, der nur der Elternschaft zugänglich ist - anders als etwa auf einer Homepage. Der Punkt "Menü" hat den Vorteil, dass Eltern sich hier im Voraus über den Essensplan der Mittagsbetreuung für die kommende Woche informieren können. Im Bereich "Team" hat das Kollegium die Möglichkeit sich vorzustellen und entsprechende Schwerpunkte und Aufgaben von einzelnen Kolleginnen und Kollegen darzustellen. Auch die Sprechzeiten der Lehrerinnen und Lehrer können dort veröffentlicht werden. Der Lehrer-Online-Kanal in notyz erweitert das Angebot Vor Kurzem ist notyz eine Kooperation mit Lehrer-Online eingegangen. Dadurch können die Inhalte von Lehrer-Online nun auch über die notyz-App genutzt werden. So können Schülerinnen und Schüler etwa ganz einfach über das Smartphone oder ein Tablet interaktive Übungen eigenständig durchführen und ihr Können auf die Probe stellen, indem sie zum Beispiel ein Quiz bearbeiten. Lehrerinnen und Lehrer können durch die Kooperation von notyz und Lehrer-Online außerdem nun auf einfachstem Weg - nämlich in der App selbst - Unterrichtsmaterialien für ihr Fach beziehungsweise zu einem bestimmten Thema recherchieren und in ihren Unterricht einbeziehen. Die Unterrichtsvorbereitung wird damit vereinfacht, und die Informationen und Materialien sind durch den Einsatz digitaler Medien vielseitig im Unterricht nutzbar. Unterhaltsames für Lehrkräfte, Schülerinnen und Schüler sowie für deren Eltern hat der Kanal von Lehrer-Online in der notyz-App auch zu bieten: etwa Blog-Beiträge aus dem Lehrerleben , lustige Schülersprüche und Lehrerwitze , Cartoons über den Schulalltag oder die Bildungspolitik und vieles mehr. Zur Weiterbildung können Lehrkräfte über den Lehrer-Online-Kanal in notyz außerdem auf die methodisch-didaktischen Fachartikel von Lehrer-Online zu den unterschiedlichsten Themen zugreifen. Sowohl für Lehrerinnen und Lehrer als auch für Eltern dürften außerdem die aktuellen Schulrechtsfälle des Themenportals lo-recht interessant sein, auf die sie auch aus der App heraus zugreifen können. Kanäle in notyz einrichten und verwalten Die Installation des eigenen Schul-Kanals und des Lehrer-Online-Kanals in notyz ist ganz einfach: In der App können die Nutzerinnen und Nutzer von notyz über das Schlüssel-Symbol oben links den von ihrer Schule zur Verfügung gestellten Code des jeweiligen Schul-Kanals sowie den Code "Lehrer-Online1" eingeben und dann je nach Bedarf zwischen den Kanälen hin und her schalten. Der Lehrer-Online Kanal lässt sich darüber hinaus auch direkt über die sechste Kachel (unten rechts) automatisch aktivieren. Fazit Die notyz-App ist kinderleicht zu bedienen und wird vom Kollegium und von der Elternschaft sehr gut angenommen. Die Rückmeldungen aus der Schulelternbeiratssitzung waren durchweg positiv, und die Eltern haben sich auch bei der Diskussion mit eingebracht, wie man die App noch effektiver im Schulalltag einsetzen kann. Diese Vorschläge aus der Elternschaft wurden anschließend in unserem Schul-Kanal in notyz aufgenommen, um so eine noch breitere Masse der Eltern zu erreichen. Die frühere Zettelwirtschaft hat dank unserem eigenen Schul-Kanal endlich ein Ende, und wir sparen dadurch viel Zeit und Geld. Der Lehrer-Online-Kanal in notyz bietet unserem Kollegium außerdem viele Inspirationsmöglichkeiten und Arbeitsmaterialien für die Unterrichtsvorbereitung und -durchführung. Für die Grundschule Wittelsberg ist die notyz-App eine Bereicherung, auf die wir nicht mehr verzichten möchten!

  • Fächerübergreifend

Gendersensible Sprache: Anregungen für den Unterricht

Kopiervorlage / Interaktives

Dieses Arbeitsmaterial beschäftigt sich mit Formen gendersensibler Sprache als einem relevanten Thema in der Schule. Wissen über gendersensible Sprache kann bei der eigenen Umsetzung einer respektvollen und wertschätzenden Sprache hilfreich sein. Hier finden Sie Anregungen dazu für Ihren Unterricht. Anregungen für den Unterricht Haben Sie schon einmal überlegt, das Thema "Formen gendersensibler Sprache" in Ihren Unterricht zu integrieren? Dann finden Sie im Folgenden einige (interaktive) Anregungen für den Unterricht sowie weitere Informationen im dazugehörigen Fachartikel . Übung 1: Sensibilisierung für gendergerechte Sprache Ziel der ersten Übung, die Sie auch als interaktive Übung hier finden, ist es, dass sich die Schülerinnen und Schüler mit dem generischen Maskulinum auseinanderzusetzen und für gendersensible Sprache sensibilisiert werden. Die Lernenden sollen dafür möglichst schnell ein Rätsel lösen. Die Übung ist besonders effektiv, wenn das Thema der Unterrichtseinheit noch nicht bekannt ist (zum Beispiel als Überleitung oder als Teaser). "Ein Vater fährt mit seinem Sohn im Auto. Sie haben einen schweren Unfall, bei dem der Vater sofort stirbt. Der Sohn wird mit schweren Kopfverletzungen in eine Spezialklinik eingeflogen. Die Operation wird vorbereitet, alles ist fertig. Der Chef-Chirurg erscheint, wird plötzlich blass und sagt: "Ich kann nicht operieren, das ist mein Sohn!" In der Praxis zeigt sich, dass das Rätsel von vielen Personen nicht sofort gelöst werden kann. Es kann darüber diskutiert werden, ob das generische Maskulinum eher Bilder von Männern im Kopf erzeugt. Vermutlich haben einige Schülerinnen und Schüler bei der Frage nach dem Arzt zuerst das Bild von einem Mann vor Augen. An diesem Beispiel lässt sich dann gemeinsam im Unterricht diskutieren, ob das generische Maskulinum wirklich alle Geschlechter sichtbar macht. Es kann zudem diskutiert werden, wie Sprache Bilder in den Köpfen erzeugt und damit die Wirklichkeit formt. In einem weiteren Schritt kann gegebenenfalls thematisiert werden, dass das generische Maskulinum mitunter ungenau ist. Es kann geschlechtsindifferent (für alle Geschlechter) als auch geschlechterspezifisch (also nur für Männer) genutzt werden. In dem Rätsel könnte es sich bei dem Chef-Chirurgen auch tatsächlich um einen Mann handeln. Dann wäre die Lösung, dass es sich um den Sohn eines schwulen Paares dreht. Mehr zur Übung und den sprachlichen Hintergründen finden sich in der Toolbox "Re:framing Gender" (Maier 2021: 32-46; FES 2021). Übung 2: Sensibilisierung für sprachliche Geschlechterstereotype Die Schülerinnen und Schüler werden aufgefordert, die folgenden Fragen spontan zu beantworten (schriftlich): "Stell Dir einmal das Mädchen Sophie vor. Sie ist 10 Jahre alt. Was kommt Dir zuerst in den Kopf, wenn Du an Sophie denkst? Wie sieht sie aus? Wo wohnt sie? Was sind ihre Hobbys? Und was ist ihr Berufswunsch?". In diesem Zusammenhang kann thematisiert werden, wie Sprache (Name, Pronomen, Personenbezeichnung Mädchen) ganz bestimmte Geschlechterbilder in den Köpfen hervorruft. Es kann zudem für Geschlechterstereotype sensibilisiert werden, die durch Sprache erzeugt werden. Die Übung findet sich in ähnlicher Form in der Broschüre "Mein Name, mein Pronomen" (AK ProNa 2020). Übung 3: Text analysieren und umschreiben Die Schülerinnen und Schüler sollen einen im generischen Maskulinum verfassten Text aus ihrem Alltag analysieren und danach umschreiben. Sie sollen dafür in einem ersten Schritt: alle Substantive markieren, die Personen (zum Beispiel Schüler ) oder Berufe (zum Beispiel Lehrer ) bezeichnen, alle Pronomen markieren, die in einer männlichen Sprachform gehalten sind (zum Beispiel jeder, ein ) sowie alle zusammengesetzten Wörter mit Personenbezeichnungen im generischen Maskulinum markieren (zum Beispiel benutzerfreundlich , Anfängerkurs ). Unverändert bleiben allerdings Begriffe aus der Amtssprache (zum Beispiel Kanzleramt , Kultusministerkonferenz ). In einem zweiten Schritt wird der Text umgeschrieben. Dafür sollen die Schülerinnen und Schüler drei neuere Formen gendersensibler Sprache kreativ miteinander kombinieren: ein ausgewähltes Genderzeichen (zum Beispiel den Genderstern), geschlechtsneutrale Formulierungen sowie Umformulierungen. Die Schülerinnen und Schülersollen am Ende der Übung die unterschiedlichen Möglichkeiten geschlechtersensibler Sprache diskutieren und bewerten. Der erste Teil der Übung ist angelehnt an die Tipps und Tools auf der Homepage "genderleicht.de". Viele Beispiele und Musterlösungen für "Texte umschreiben" finden sich in Hornscheidt und Sammla (2021). Literaturverzeichnis AK ProNa (2020). Mein Name, mein Pronomen. Unter: meinnamemeinpronomen.files.wordpress.com/2021/01/mnmp_zweiteauflage2020.pdf . FES (2021). Toolbox Re:framing Gender. Geschlechtergerechte Kommunikation spielend erlernen. Berlin: Friedrich-Ebert-Stiftung. Günthner, Susanne (2019). Sprachwissenschaft und Geschlechterforschung: Übermittelt unsere Sprache ein androzentrisches Weltbild? In: Kortendiek, Beate, Birgit Riegrag und Katja Sabisch (Hrsg.): Handbuch Interdisziplinäre Geschlechterforschung. Band 1. Wiesbaden: Springerr VS, S. 571 - 579. Hornscheidt, Lann und Ja'n Sammla (2021). Wie schreibe ich divers? Wie spreche ich gendergerecht? Ein Praxis-Handbuch zu Gender und Sprache. Berlin: W_orten & meer. Kotthoff, Helga und Damaris Nübling (2018). Genderlinguistik: Eine Einführung in Sprache, Gespräche und Geschlecht. Tübingen: Narr Fancke Attempo Verlag. Maier, Tanja (2021). Re:framing Gender. Geschlechtergerechte politische Kommunikation verstehen und umsetzen. Berlin: Friedrich-Ebert-Stiftung.

  • Deutsch / Kommunikation / Lesen & Schreiben / Politik / WiSo / SoWi / Geschichte / Früher & Heute
  • Sekundarstufe I, Sekundarstufe II, Berufliche Bildung

RISE – Wertediskussionen und Identitätsbildung durch mediengestützte Peer-to-Peer-Ansätze

Kopiervorlage

Das Materialpaket hat zum Ziel, Teilnehmende für die Wirkungsmechanismen verschiedener Gruppenzugehörigkeiten und die Bedeutung von Mehr- und Minderheitsgruppen zu sensibilisieren.Wenn Menschen aufgrund einer angenommenen, konstruierten oder realen Gruppenzugehörigkeit (zum Beispiel Geschlecht oder Migrationserfahrung) ein Platz in der Gesellschaft zugwiesen wird, können dabei für die Betroffenen Entwicklungsaufgaben behindert, Teilhabechancen verringert oder gar demokratiefeindliche Positionen befördert werden. Konstruierte Gruppenzuschreibungen und Zugehörigkeiten sind dabei sowohl Grund als auch Folge von rassistischem Denken, das die Welt in " Gut/wir " und " Böse/ihr " einteilt. Dabei wird auch der Frage nach Mehrfachzugehörigkeiten, das heißt verschiedener Identitäten von Menschen nachgegangen und in die zu bewältigenden Entwicklungsaufgaben junger Menschen eingebettet. Basis des Unterrichtsmaterials ist der Kurzfilm "WIR SIND". Der Film zeigt Interviews mit Menschen, die sich ganz unterschiedlichen Gruppen, oder auch gar keiner, zugehörig fühlen, und von ihren persönlichen Ansichten und Erfahrungen erzählen. Zwei Materialpakete mit ausführlichen Anleitungen zu Übungen und Hintergrundinformationen geben Anregungen, um den Film im Unterricht zu behandeln. Ein Materialpaket ist für die eine Durchführung online vorgesehen, das andere für die Durchführung in Präsenz. Beide beinhalten Materialien zu den Themen Gruppen und Gruppenzugehörigkeiten, Vorurteile und Gruppenausschluss sowie Stigmatisierung von Gruppen. Kurzfilm "WIR SIND" . Der 7,5-minütige Film aus 2020 geht den Fragen nach: Welcher Gruppe fühle ich mich zugehörig? Was sind die Gründe, wieso ich dieser angehöre und weshalb scheint es überhaupt so wichtig zu sein, sich mit einer Gemeinschaft zu identifizieren? Materialpaket I: Durchführung in Präsenz Modul 1 (Gruppen und Gruppenzugehörigkeit): Darin enthalten sind zwei Übungen. Was sind Gruppen, welchen fühle ich mich zugehörig und was haben sie zu bedeuten? (Durch die Übung setzen Teilnehmende sich anhand des Films " WIR SIND " mit der Vielfalt von Gruppen und der Bedeutung von Gruppenzugehörigkeiten auseinander.) sowie Und wie ist das bei Dir? (In dieser Übung erarbeiten und drehen Teilnehmende – angelehnt an den Film "WIR SIND" – eigene Interviews.) Modul 2 (Gruppen und Zeichen, Vorurteile und Schubladendenken): Darin enthalten sind drei Übungen. Meine Zeichen und Symbole (Teilnehmende lernen ihre eigenen Zeichen und die Zeichen anderer Teilnehmenden kennen und setzen sich kritisch damit auseinander, wie diese (miss-)verstanden werden und welche Vorstellungen sie selber von ihnen haben.), Mediale Darstellungen von (kulturellen) Zeichen (Medien greifen in ihren Berichterstattungen oftmals auf vorhandene Stereotype von Gruppen zurück und festigen so Vorurteile. In dieser Übung recherchieren Teilnehmende, wie ihre Gruppen und medial präsentiert werden. Diese Übung sollte mit der ersten Übung " Meine Zeichen und Symbole " aus dem Modul " Die meisten, die mich sehen denken eher ich bin kein Moslem " verknüpft werden.) und (Miss)versteht mich richtig (Nachdem Teilnehmende sich in den beiden Übungen " Meine Zeichen und Symbole " und " Mediale Darstellungen von (kulturellen) Zeichen " mit ihrer Gruppenzugehörigkeit und bestehenden Stereotypen und Vorurteilen über diese auseinandergesetzt haben, erstellen sie schließlich Erklärfilme oder Memes, um mit diesen aufzuräumen.) Modul 3 (Nicht-Zugehörigkeit, Gruppenausschluss und Stigmatisierung von Gruppen): Darin enthalten sind drei Übungen. Nicht können, dürfen oder wollen? (In dieser Übung erkennen Teilnehmende, dass es verschiedene Gründe haben kann, nicht zu einer Gruppe dazuzugehören. Manche Gruppen stellen für Menschen zum Beispiel einen Schutzraum dar, andere schließen Personen gezielt zum Beispiel aufgrund ihres Geschlechts oder ihrer Herkunft aus.), Du gehörst nicht dazu! (In dieser Übung analysieren die Teilnehmende Inhalte unterschiedlicher rechter Akteurinnen und Akteure und beschäftigen sich damit, welche Gruppen mehrheitlich (symbolisch) ausgeschlossen werden und welche Folgen das haben kann.) und Ein Zeichen setzen (Als Abschluss des Moduls zum Thema Gruppenausschluss designen die Teilnehmende eigene Logos mit der App Canva, um ein Zeichen gegen Diskriminierung und für Solidarität und Zusammenhalt zu setzen.) Materialpaket II: Durchführung online Modul 1 (Einführung in das Thema Gruppenzugehörigkeit): Darin enthalten sind zwei Übungen. Film und Einführung ins Thema Gruppenzugehörigkeit und Zeichen und Gruppenzugehörigkeit . Modul 2 (Im digitalen Raum Diskriminierung entgegentreten): Darin enthalten sind vier Übungen. Video "Sag mir, ob ich geflüchtet bin" , Meme-Erstellung , Diskriminierung und Sichtbarmachung und 5-Minuten-Hashtags . Fachkompetenz Die Schülerinnen und Schüler erkennen die Vielfältigkeit und Diversität von Gruppen und Gruppenzugehörigkeiten. setzen sich mit der Konstruktion von Gruppen und eigener Gruppenzugehörigkeit auseinander. hinterfragen von in der Gesellschaft bestehenden Vorurteilen gegenüber diskriminierten Gruppen. Medienkompetenz Die Schülerinnen und Schüler reflektieren Filminhalte. erstellen eigene mediale Produkte (Memes und Videos). setzen sich mit Diskriminierung auf Social Media auseinander. Sozialkompetenz Die Schülerinnen und Schüler erkennen, dass Gruppenzuschreibungen über Teilhabechancen in der Gesellschaft entscheiden. werden zum Einsatz gegen Diskriminierung und Ungleichbehandlung (zum Beispiel im digitalen Raum) ermutigt. entwickeln Handlungsmöglichkeiten für den Umgang mit Diskriminierung. Hintergrund RISE ist ein Kooperationsprojekt des JFF – Institut für Medienpädagogik mit ufuq.de, dem Medienzentrum Parabol, dem Netzwerk Vision Kino und jugendschutz.net. Das JFF befasst sich in medienpädagogischer Forschung und Praxis mit Medienaneignung und Mediennutzung von Kindern und Jugendlichen. Medien werden dabei als zentrales Mittel zur Teilhabe an und Mitgestaltung von Gesellschaft verstanden. Das Projekt RISE entwickelt pädagogische Materialien mit medienpädagogischen Ansätzen zur Auseinandersetzung mit demokratiefeindlichen Inhalten in jugendlichen Lebenswelten. Es unterstützt pädagogische Fachkräfte mit Hintergrundinformationen und audiovisuellen Lernmaterialien in der Arbeit mit Jugendlichen und fördert die Umsetzung von medienpädagogischen Peer-Projekten von und mit Jugendlichen. Dabei bewegt sich das Projekt an der Schnittstelle von Medienpädagogik, politischer Bildung und universeller Präventionsarbeit. Insbesondere bietet RISE Impulse zur werteorientierten Identitätsbildung bei Jugendlichen.

  • Politik / WiSo / SoWi / Religion / Ethik
  • Sekundarstufe I, Sekundarstufe II, Berufliche Bildung

Globales Lernen: öfter mal die Perspektive wechseln!

Fachartikel
5,99 €

In diesem Fachartikel steht der Perspektivwechsel als eine Schlüsselqualifikation des Globalen Lernens im Vordergrund. Gleichzeitig wird am Beispiel des Diversitäts-Ansatzes die Notwendigkeit eines aktualisierten Bildungsauftrages verdeutlicht. Globales Lernen ist die pädagogische Antwort auf den Prozess der Globalisierung und trägt dazu bei, globale Zusammenhänge verständlich zu machen. Der Lernansatz und Kompetenzerwerb geht über die kognitive Lernziele vermittelnde Unterrichtspraxis hinaus, denn es bezieht auch die Persönlichkeitsbildung im Kontext der Weltgesellschaft mit ein. Das setzt eine Aktualisierung des Bildungsauftrages voraus, denn Lernen wird als ein ganzheitlicher Prozess verstanden, der beim Individuum auch eine Veränderung im Erleben und Verhalten zur Umgebung bewirkt. Zur Bewältigung dieser Herausforderung gibt das pädagogische Programm des Globalen Lernens als Lösungsansatz den Erwerb von alternativen, zukunftsorientierten Kernkompetenzen und Schlüsselqualifikationen vor. Darin spielt der Perspektivwechsel, der Herausforderungen der Globalisierung als Chance begreifen lässt, eine zentrale und konstruktive Rolle. Perspektivwechsel als pädagogische Schlüsselqualifikation Unter Perspektivenwechsel wird im Kontext des Globalen Lernens die Fähigkeit verstanden, neben der eigenen Sicht auch andere, durch kulturelle Prägung variierende Sichten einzunehmen . Dies betrifft sowohl die Einschätzung von Situation und Ereignissen als auch die grundlegende Weltsicht. Bei kulturellen Begegnungssituationen wird die eigenkulturelle Haltung erkannt und hinterfragt, sodass neue Elemente ins Verhaltensschema integriert werden können und Empathie und Toleranz entsteht. Die Fähigkeit und Bereitschaft sich in die Werte und Standards einer oder mehrerer fremder Kulturen hineinversetzen zu können, sind im Hinblick auf die Lösung aktueller globaler Problemlagen wie zum Beispiel Armut, Menschenrechtsverletzungen, Flucht und Klimawandel von fundamentaler Bedeutung. Denn nur weltgemeinschaftlich – über Kulturen und Grenzen hinweg – ist es möglich, konstruktiv und erfolgreich an Lösungsansätzen für eine nachhaltige und menschenfreundliche Zukunftssicherung zu arbeiten. In diesem Sinne kann der Perspektivwechsel auch als ein grundlegender Baustein im pädagogischen Programm einer Friedenserziehung gelten, die wie das Globale Lernen auch, auf der Vision eines gleichberechtigten Zusammenlebens und Lernens basiert. Eine Grundvoraussetzung zur Verwirklichung dieser Vision ist die Anerkennung von Diversität als ein Überlebensprinzip für Natur, Mensch und Kultur. Ohne Vielfalt wäre die Erde ein toter Planet. Anders formuliert: Vielfalt und Unterschiede sind nicht nur wertvoll, sondern überlebenswichtig. Das gilt für das globale Ökosystem und die Menschheit gleichermaßen. Diese Einsicht ist auch für das Gelingen von einem interkulturellen Perspektivwechsel als Voraussetzung für ein (welt-) gesellschaftliches konstruktives und zukunftsfähiges Miteinander von zentraler Bedeutung. Vielfalt als Bereicherung und Chance begreifen Im Diversitäts-Ansatz geht es nicht nur um den Schutz und Erhalt von Vielfalt, sondern auch darum, die vielfältigen Leistungen und Erfahrungen von Menschen zu erkennen und sie als Potential zu nutzen. Als gesellschaftspolitischer Begriff wird Diversität vorwiegend auf folgenden Ebenen betrachtet: Ethnie, Kultur, Alter, Geschlecht, sexuelle Orientierung, Behinderung, Religion und Weltanschauung. Dabei gilt die Prämisse, dass alle Menschen gleichwertig sind, unabhängig von ihrer sozialen, ethnischen, kulturellen oder sozialen Identität. Und dass unterschiedliche Lebenserfahrungen von Vorteil sind. So werden neue Perspektiven berücksichtigt und bessere Lösungen für das menschliche Zusammen- und Überleben können entwickelt werden. In diesem Sinne ist die positive Interpretation von Diversität auch für den Perspektivwechsel elementar, nicht nur um neue Ideen und Innovationen aufzugreifen, sondern auch um sich fremdes Wissen und Erfahrungen zu eigen zu machen. Die Basis muss dabei in gegenseitiger Wertschätzung und nicht in der Absicht der ideellen oder materiellen Ausbeutung des Anderen liegen. Diversität zu leben und als gesellschaftskonstituierendes Element anzuerkennen bedeutet aber auch, menschenfeindliche Ideologien zu bekämpfen. Das verdeutlicht die Entstehungsgeschichte des Diversität-Konzeptes, das in der Schwarzen Bürgerrechtsbewegung der USA liegt: Eine Bewegung, die großen Einfluss auf die Herausbildung weiterer sozialer Bewegungen von benachteiligten und diskriminierten Gruppen hatte und heute in der weltweiten Black Lives Matter-Bewegung ihren Ausdruck findet. Material und Medieneinsatz zum Perspektivwechsel Beim Erlernen und Einüben des interkulturellen Perspektivwechsels spielt die Auswahl geeigneter Unterrichtsmaterialien eine entscheidende Rolle. In Zeiten der Globalisierung und Digitalisierung sind der Informationsbeschaffung kaum noch Grenzen gesetzt, aber das unüberschaubare Angebot erschwert auch die Auswahl. Eine wichtige Vorgabe bei der Materialsuche sollte die Frage nach der Authentizität von verwendeten Quellen sein. Wer ist Autorin oder Autor? Wird über andere Kontinente, Kulturen und Menschen aus europäischer Sicht geschrieben oder gibt es nicht auch einheimische Quellen zu dem spezifischen Thema, das im Unterricht vorgestellt werden soll? Ist das Material für die interkulturellen Kommunikation hilfreich oder hemmt es diese eher, indem es etablierte, menschenfeindliche Ideologien und Vorurteile transportiert? Trägt es dazu bei, sich fremde Erfahrungen zu eigen zu machen? Sind Betroffene und ihre Stellungnahmen im jeweiligen Diskurs miteinbezogen? Anders formuliert: "Wenn der Hase nur der Hyäne zuhört, wird er nie wissen, wie der Büffel wirklich ist." Dieses Sprichwort, das in vielen afrikanischen Ländern verbreitet ist, unterstreicht den Wert einer Erzählung aus erster Hand oder den Einfluss der Perspektive auf die Wahrnehmung des Anderen. Ohne Emotion keine Kognition Filme, Literatur und Musik eignen sich sehr gut dazu, fremde Lebenswelten und Erfahrungswerte zu erschließen. Insbesondere die Filmkunst ist dafür prädestiniert, denn gerade diese Branche lebt von Emotionen, die das Lernen festigen. Vision Kino bietet als Veranstalter der Schulkinowochen zahlreiches Unterrichtsmaterial zu Filmen an, die sich zum Globale Lernen sehr gut eignen. Musik spricht insbesondere Kinder und Jugendliche an. Auch wenn sie die Texte nicht verstehen: Die Lieder geben nicht nur einen Einblick in fremde Sprachen, ihren Rhythmus und ihr Klangbild, sondern vermitteln auch andere spannende Musikstile und Instrumente. Und außerdem, Musik ist, wie man so schön sagt, eine universelle Sprache, die jeder versteht. Entscheidend ist, dass sich den Schülerinnen und Schülern über Literatur, Filme und Musik neue Perspektiven und Welten eröffnen. Gleichzeitig bieten die unterschiedlichen Medien vielfältige Anknüpfungspunkte zur vertiefenden Auseinandersetzung mit den Kulturschaffenden aus anderen Teilen der Welt.

  • Fächerübergreifend
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