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Tolerant statt ignorant – eine virtuelle Ausstellung

Fachartikel

Das Angebot "Tolerant statt ignorant 2.0 – eine virtuelle Ausstellung für Demokratie und gegen Antisemitismus" bietet in sechs Ausstellungsräumen vielseitige mediale Materialien und Inhalte über die Anfänge und Traditionen des Judentums, die Geschichte und Gegenwart jüdischen Lebens in Hessen, aber auch die Entstehung und Erscheinungsformen von Antisemitismus – vom Antijudaismus bis hin zum israelbezogenen Antisemitismus. Beschreibung Antisemitismus ist eine der ältesten Formen der Diskriminierung, Ausgrenzung und Verfolgung. Noch immer stellt er eine Bedrohung für unsere Gesellschaft dar und ist weit verbreitet. Auch in Deutschland steigen die Zahlen antisemitischer Vorfälle in den letzten Jahren. So veröffentlicht etwa das Bundesministerium des Innern seit 2001 in einer jährlichen Polizeistatistik die Anzahl gemeldeter antisemitischer Straftaten. Die Häufigkeit der "Hasskriminalität" steigt konstant, wobei die Anzahl der Straftaten 2021 im Vergleich zum Vorjahr um fast 29 Prozent gestiegen ist (2020: 2.351 Straftaten; 2021: 3.027 Straftaten). Daraus ergeben sich im Durchschnitt acht antisemitische Straftaten pro Tag. Auch in Hessen wurden 111 antisemitische Straftaten registriert, davon 98 mit rechtsextremistischem Hintergrund. Die Dunkelziffer der nicht erfassten Vorfälle dürfte hoch sein. Denn Antisemitismus äußert sich auf vielfältige Weisen. Seien es Drohungen und Hasskommentare im Internet, die Verbreitung von antisemitischen Bildern in Musik und Medien oder tatsächliche Gewalt. Gegenwärtiger Antisemitismus tritt insbesondere in Bezug auf den Nahostkonflikt, Israel oder auch durch die Relativierung des Holocaust in Erscheinung und ist bis in die Mitte der Gesellschaft vertreten. Zeitgemäße Antisemitismusprävention muss daher zusätzlich zur sachlichen Aufklärung und Information stärker an die Nutzungsgewohnheiten der "Digital Natives" als Zielgruppe anknüpfen. Durch ein niedrigschwelliges, medial vielfältiges und digitales Angebot, steigt die Bereitschaft Jugendlicher, sich mit komplexen Themen auseinanderzusetzen. Die virtuelle Ausstellung "Tolerant statt ignorant 2.0" stellt vielfältige Materialien und mediale Angebote zur Verfügung und kann im schulischen oder außerschulischen Kontext genutzt werden. Sie ermöglicht Jugendlichen und jungen Erwachsenen, sich eigenständig mit der Thematik auseinanderzusetzen. Sie werden für ihr jüdisches Umfeld und gegenwärtigen Herausforderung durch Antisemitismus sensibilisiert. Die virtuelle Ausstellung "Tolerant statt ignorant 2.0" ist ein Projekt der Arbeitsgemeinschaft Jugend und Bildung e.V. und wird aus Mitteln des Landesprogramms "Hessen – aktiv für Demokratie und gegen Extremismus" gefördert. Umsetzung Seit 2020 wird mit der virtuellen Ausstellung "Tolerant statt ignorant 2.0 – für Demokratie und gegen Antisemitismus" als "Tolerant statt ignorant 2.0" ein ebenso informatives wie interaktives Bildungsangebot für Jugendliche zwischen 14 und 19 Jahren geboten. Die virtuelle Ausstellung kann online besucht und genutzt werden. Die Anwendung ist auf allen mobilen Endgeräten verfügbar und einsetzbar. Über einen Eingangsbereich kann zwischen den sechs Haupträumen frei gewählt werden. Zur Verfügung stehen sechs Ausstellungsräume: In den initialen vier Ausstellungsräumen werden die religiösen und ethischen Grundlagen des Judentums und dessen Ausprägungen vermittelt, aber auch die historische Entstehung und Erscheinungsformen von Antisemitismus erklärt sowie die Geschichte jüdischen Lebens in Hessen bis in die 1990er Jahre nachgezeichnet. Im Jahr 2023 wurde die virtuelle Ausstellung um zwei neue Räume erweitert, um einen verstärkten Gegenwartsbezug zu schaffen. Fortan klärt ein fünfter Ausstellungsraum über das neuere Phänomen des israelbezogenen Antisemitismus auf, der antisemitische Stereotype und Narrative auf den Staat Israel projiziert, um so dessen Existenzrecht zu delegitimiert und Jüdinnen und Juden das Recht abzusprechen, in einem eigenen Staat als freie, gleichberechtigte, selbstbestimmte Menschen zu leben. Um jeglichen Erscheinungsformen von Antisemitismus aktiv entgegenzutreten, widmet sich ein sechster Ausstellungsraum jüdischer Gegenwart in Hessen. Portraitiert und vorgestellt werden Personen, Initiativen und Organisationen, die die Vielfalt, Diversität und Alltäglichkeit jüdischer Lebenswelten in Hessen repräsentieren und für nichtjüdische Jugendliche und junge Erwachsene sichtbar und erfahrbar machen. In jedem Raum können verschiedene Themenschwerpunkte ausgewählt werden, die neben erklärenden Texten, vielseitige multimediale, interaktive Inhalte für die Beschäftigung mit der jeweiligen Thematik zur Verfügung stellen – beispielsweise bildschirmfüllende Abbildungen mit hinterlegten Informationen, Videoformate, interaktive Karten und Diagramme. Begleitendes Unterrichtsmaterial Mit der Erweiterung der virtuellen Ausstellung stehen zu den Räumen 1 und 2 sowie den Räumen 5 und 6 je eine Unterrichtseinheit zur Verfügung. Darüber wird Lehrkräften die Möglichkeit geboten, das innovative Medienformat lehrplanbezogen in den schulischen Unterricht einzubinden und die komplexen Themen an heterogene Lerngruppen heranzutragen. Außerdem können so Lernende mit Unterstützung ihrer Lehrkraft, die Inhalte der virtuellen Ausstellung erarbeiten, üben und vertiefen. Zielgruppe Die Hauptzielgruppe umfasst Jugendliche ab 14 Jahren und junge Erwachsene. Außerdem können Lehrkräfte der Sekundarstufen I und II an allgemeinbildenden und berufsbildenden Schulen das Material für Ihren Unterricht heranziehen. Lerninhalte und Kompetenzen "Tolerant statt ignorant" kann von Jugendlichen eigenständig außerhalb der Schule, aber auch von Lehrkräften direkt im Unterricht genutzt werden. Hinsichtlich der inhaltlichen und methodischen Ausrichtungen orientiert sich das Projekt an den überfachlichen Kompetenzen der Kerncurricula Hessen, die sich in den verschiedenen Lehrplänen wiederfinden. Im Entwicklungsprozess der Lernenden kommt dem Aufbau überfachlicher Kompetenzen eine besondere Bedeutung zu. Folgende Kompetenzen sollen mithilfe des Projekts angesprochen und gefördert werden: Gesellschaftliche Verantwortung Umgang mit Konflikten Rücksichtnahme und Solidarität Soziale Wahrnehmungsfähigkeit Medienkompetenz An den allgemeinbildenden Schulen gibt es Anknüpfungspunkte zu den Inhalten der Ausstellung insbesondere in den Fächern Geschichte, Religion sowie Politik und Wirtschaft der verschiedenen hessischen Fachcurricular. Das Fach Geschichte bietet – über alle Klassenstufen und Schulformen hinweg – umfassende Anknüpfungspunkte in der Auseinandersetzung mit dem Nationalsozialismus und dem Holocaust, aber auch um sich mit der gegenwärtigen Form des israelbezogenen Antisemitismus auseinanderzusetzen. Darüber hinaus wird das Verhältnis zwischen Judentum und Christentum, Judenemanzipation und -unterdrückung über verschiedene historische Epochen hinweg thematisiert. Zudem können die Staatsgründung Israels, der Nahostkonflikt sowie die deutsch-israelischen Beziehungen im Unterricht behandelt werden. Des Weiteren sieht der Lehrplan des Fachs Politik und Wirtschaft die Auseinandersetzung mit unterschiedlichen innergesellschaftlichen und internationalen Interessen und den daraus resultierenden Konflikten sowie die Thematisierung internationaler Friedenssicherung vor. Auch zur Bearbeitung im Religionsunterricht kann das Angebot und Unterrichtsmaterial herangezogen werden. Etwa zur Thematisierung von religiösen Festen und Traditionen und die ethischen Grundlinien der monotheistischen Weltreligionen sowie die Behandlung von Unterschieden und Gemeinsamkeiten der monotheistischen Weltreligionen sowie Antijudaismus im Christentum. Weiterführende Links und Informationsangebote finden Sie hier. Fördergeber und Projektpartner Hessisches Ministerium des Inneren und für Sport Das Projekt wird im Rahmen des Landesprogramms "Hessen – aktiv für Demokratie und gegen Extremismus" des Hessischen Innenministeriums gefördert. Hessisches informations- und Kompetenzzentrum gegen Extremismus (HKE) Das HKE im Hessischen Ministerium des Innern und für Sport koordiniert die landesweiten Bemühungen zur Prävention und Intervention gegen verfassungsfeindliche Bestrebungen in allen Phänomenbereichen. Es ist Ansprechpartner bei Fragen zu bestehenden oder geplanten Programmen/Projekten und berät über die Förderungsmöglichkeiten entsprechender Maßnahmen. Im Sinne eines ganzheitlichen Ansatzes werden alle relevanten staatlichen wie nicht-staatlichen Akteure vernetzt und sowohl bei der Identifizierung aktueller Problemfelder als auch bei der Umsetzung wirkungsvoller Konzepte unterstützt. Mehr unter www.hke.hessen.de Arbeitsgemeinschaft Jugend und Bildung e. V. Der Verein verfolgt den gemeinnützigen Zweck, die Bildung und Erziehung der Jugend zu fördern. Zur Erfüllung dieses Zweckes erstellt der Verein insbesondere Informationsmaterial, mit dem er sich an Kinder und Jugendliche sowie an die für die Erziehung, Bildung und Ausbildung Verantwortlichen in Elternhaus, Schule, Betrieben, Jugend- und Sportverbänden sowie an andere Institutionen wendet. In der Mitgliederschaft sind Bildungsexperten der Bundesländer und der Sozialpartner vertreten. Aus den Reihen der Vereinsmitglieder werden Bildungsexperten benannt, die an der konzeptionellen Entwicklung mitarbeiten, das Projekt pädagogisch und bildungspolitisch beraten sowie das Projekt im Fachbeirat begleiten. Mehr unter www.jugend-und-bildung.de Eduversum GmbH Die Eduversum GmbH setzt als Verlag und Bildungsagentur Bildungsprojekte, ergänzende Unterrichtsmaterialien und Veranstaltungen im Kontext Bildung um. Mit www.lehrer-online.de betreibt die Eduversum GmbH das größte deutschsprachige Bildungsportal, entwickelt und veröffentlicht Schul- und Fachbücher sowie crossmediale Bildungsangebote - teilweise weltweit. Für öffentliche sowie private Partner und Auftraggeber realisiert und betreut das Unternehmen komplexe Bildungsprojekte zu vielfältigen Themen, die Lehrkräfte, Kinder und Jugendliche in allen Schulformen, Schulstufen und Schulfächern ansprechen.

  • Geschichte / Früher & Heute / Politik / WiSo / SoWi / Religion / Ethik

Neues Schulfach Digitalkunde? – Chancen und Herausforderungen

Fachartikel
5,99 €

Dieses Experten-Interview beantwortet Fragen zur derzeit vielfach geforderten Einführung des Schulfachs Digitalkunde. Doktor Frederik Weinert hat kürzlich ein Buch zum Thema veröffentlicht, in dem er ein Konzept zur Etablierung des Fachs vorstellt. Braucht es wirklich ein eigenes Schulfach Digitalkunde? Welche Methoden und Inhalte sollten bei einem solchen Schulfach im Vordergrund stehen? Und was benötigen Schulen und Lehrkräfte, um Digitalkunde als Schulfach erfolgreich zu etablieren? Diese und weitere Fragen hat uns Doktor Frederik Weinert beantwortet, unter anderem Autor der Bücher "Digitalkunde als Schulfach" und "Hilfe, mein Kind ist ein Smombie. Unsere Kids im digitalen Rausch". Herr Doktor Weinert ist Medienwissenschaftler und als Medienexperte für Digitalisierung und Medienbildung tätig. Sie halten öffentlich ein Plädoyer dafür, Digitalkunde als Schulfach einzuführen. Warum? Viele Kinder und Jugendliche lernen bereits jetzt effizient mit YouTube, Learning-Apps und ihren Smartphones. Von Verblödung oder gar digitaler Demenz kann keine Rede sein. Das Potenzial ist gigantisch, doch es gibt ein Problem. Die meisten Kids kennen sich in den digitalen Welten zwar extrem gut aus, was die Bedienung von Apps, Social Media und Spielen angeht, allerdings sind sie dabei sehr unachtsam. Die Kids verbringen zu viel Zeit mit ihren Smartphones, werden süchtig nach Likes oder machen sich in den Sozialen Medien angreifbar. Aus diesem Grund plädiere ich für eine professionelle Medienerziehung, die allumfassend sein muss. Die meisten Eltern können diese Aufgabe nicht übernehmen, also muss das Schulsystem ran. Mit dieser Meinung stehe ich ja auch nicht alleine da, denn die CSU um Staatsministerin Dorothee Bär hat exakt das gleiche Ziel. Ich bin fest davon überzeugt, dass das Schulfach Digitalkunde kommen wird. Aber braucht es wirklich ein eigenes Schulfach oder ist es nicht sinnvoller, digitale Bildung in die bestehende Fächerstruktur zu integrieren? Ich wünsche mir ganz klar das neue Schulfach Digitalkunde. Die Forderung eines eigenen Schulfachs hat auch damit zu tun, dass wir Lehrpersonal brauchen, das entsprechend ausgebildet ist. Ich kann dem 60-jährigen Deutschlehrer nicht zumuten, zig Fortbildungen zu besuchen und sich mit Urheberrecht auf YouTube auseinanderzusetzen. Oder doch? Das würde dann aber einen Aufschrei geben. Der Plan ist, dass die Lehrerausbildung an den Hochschulen revolutioniert wird. Nichtsdestotrotz sollten möglichst auch in die aktuellen Fächer innovative Lehrinhalte integriert werden. Welche Inhalte sollte das Schulfach Digitalkunde haben beziehungsweise welche Kompetenzen sollten vermittelt werden? Für das Schulfach Digitalkunde habe ich ein innovatives Vier-Säulen-Modell entwickelt. Ganz wichtig ist die medienpädagogische Säule , also Medienerziehung und Medienbildung sowie Methodik und die Ausbildung von Medienkompetenz. Da geht es dann beispielsweise um den Umgang mit digitalen Wortgefechten und Shitstorms in den Sozialen Medien, Medienproduktion und Online-Recherche. Die fachspezifische Säule orientiert sich an den klassischen Schulfächern wie Deutsch, Englisch, Geschichte, Sozialkunde, Musik und Kunst. Neu ist, dass sich die Inhalte des Digitalkunde-Unterrichts nicht an den offiziellen Lehrplan halten müssen. Das hat den Vorteil, dass Platz für hochmoderne Themen ist, die genau jetzt im Trend liegen. Wie funktioniert digitale Werbung? Welchen Vorteil haben fremdsprachige YouTube-Videos? Wie wird das Dritte Reich in Computerspielen wie Call of Duty dargestellt? Wie lassen sich historische Meilensteine als Hashtags verschlagworten? Das alles sind spannende Fragen mit noch spannenderen Antworten. Die dritte Säule orientiert sich dann an den Lehrplänen , stellt jedoch das Smartphone und Tablet als Arbeitsgerät heraus. Ebenso plädiere ich für eine Stärkung der Informatik, weil Programmier-Kenntnisse einfach wichtig sind, um in der Wirtschaft Fuß zu fassen. Die anwendungsinnovative Säule ist so konzipiert, dass Medien-Camps, schulübergreifende Großprojekte und vor allem Kooperationen mit der Wirtschaft vorgesehen sind. Es lässt sich darüber streiten, ob Digitalkunde ab der ersten Klasse eingeführt werden sollte. Grundsätzlich ist Digitalkunde ein Fach für alle Schülerinnen und Schüler, denn es geht hier auch um soziale Gleichstellung und die Bereitstellung von Geräten, die sich nicht alle Eltern leisten können. Konkurriert das Fach Digitalkunde inhaltlich nicht mit dem Fach Informatik? Das Schulfach Digitalkunde versteht sich nicht als Konkurrenzprodukt zur Informatik. Die Digitalkunde möchte das Schulfach Informatik sogar stärken, indem die digitale Medienbildung in Zukunft in den Bereich des Schulfachs Digitalkunde fällt. Auf diese Weise kann die projekt- und anwendungsbezogene Informatik (Programmierung, Softwareentwicklung und so weiter) intensiviert werden, um die Schülerinnen und Schüler auf das spätere Berufsleben ideal vorzubereiten. Ob die Informatik als Schulfach eigenständig bleibt oder mit dem neuen Schulfach Digitalkunde gemeinsam eine starke Einheit bildet, entscheidet letztlich die Politik. Welche Methoden sollten im Schulfach Digitalkunde im Vordergrund stehen? Digitale Präsentationstechniken sind nicht nur in der Schule wichtig, sondern auch im Studium und Berufsleben. Referate sind zwar seit jeher ein beliebtes didaktisches Mittel, das Arbeiten mit Tageslichtprojektor, Tafel und Farbkreide ist jedoch steinzeitlich. In Sachen Medienkompetenz müssen die Lehrkräfte natürlich mit gutem Beispiel vorangehen. Voraussetzung ist sowohl technisches als auch medienpädagogisches Know-how. Wie schließe ich ein modernes Tablet an den Schul-Beamer an? Welche Adapter werden benötigt? Brauche ich eine Tonausgabe? Wie erstelle ich eine Präsentation am Tablet? Neben den Tablets ist die Arbeit mit dem Smartphone wichtig. Das Smartphone ist nämlich ein mächtiges Arbeitsgerät, sofern es vom Benutzer als solches erkannt und eingesetzt wird. Aus diesem Grund ist es wichtig, die Kids zu schulen, um das Potenzial des Smartphones als Arbeitsgerät optimal auszuschöpfen. Ich wünsche mir außerdem eine in regelmäßigen Abständen angebotene App-Stunde im Schulgebäude . In dieser Zeit haben die Teilnehmenden die Möglichkeit, sach- und altersgerechte Apps zu testen. Hierfür werden nicht die privaten Smartphones oder Tablets genutzt, sondern Schulgeräte. Entsprechend ausgebildete Lehrkräfte betreuen die App-Stunde. Übrigens: Hausaufgaben machen im Schulfach Digitalkunde gar keinen Sinn. Aus Sicht der Medienpädagogik ist es ja gerade der pädagogisch-begleitende Unterricht in der Schule, der das Schulfach Digitalkunde so wichtig und attraktiv macht. In ihrer Freizeit können die Kinder und Jugendlichen schließlich nicht betreut werden, und die Eltern sind meist nicht hinreichend (aus-)gebildet, um dieser Aufgabe nachzukommen. Sie schreiben in Ihrem Buch, dass Digitalkunde als Schulfach auch außerhalb der Schule stattfinden sollte. Was meinen Sie damit genau? Ja, Digitalkunde als Schulfach sollte auch außerhalb der Schule stattfinden. Das allerdings nicht in Form einer passiven Hospitation, sondern aktiv, indem erworbene Kompetenzen angewandt werden. Der neue Digitalkunde-Unterricht berücksichtigt den Wunsch der Wirtschaft und gestaltet den schulpraktischen Unterricht so praxistauglich wie möglich. Der gewonnene Input im Unterricht sollte frühzeitig nach außen getragen werden, um außerschulpraktische Erfahrungen zu sammeln. Kooperiert werden könnte mit Social-Media-Agenturen und Startups. Doch auch Behörden und alteingesessene Betriebe brauchen Hilfe im Bereich Digitalisierung und Soziale Medien. Solche Praktika eignen sich vor allem für ältere Schülerinnen und Schüler. Denkbar sind ebenfalls mehrtägige Medien- und Programmiercamps. Das alles klingt natürlich sehr herausfordernd. Aus diesem Grund schlage ich in meinem Buch vier Phasen vor: Konzeptionsphase, Erprobungsphase, Evaluationsphase und Praxisphase. Wir haben in Deutschland sehr viele kluge Köpfe. Deshalb bin ich mir sicher, dass das Schulfach Digitalkunde langfristig gelingen wird. Was brauchen Schulen und Lehrkräfte denn konkret, um Digitalkunde erfolgreich als Schulfach zu etablieren? Die Schulen brauchen natürlich Geld, Geld und nochmals Geld. Von der SPD kam bereits die Forderung, dass alle Schülerinnen und Schüler mit einem Schul-Tablet ausgerüstet werden sollten. Wenn man bedenkt, dass so ein Teil rund 500 Euro kostet, kommt da eine beträchtliche Summe zusammen. Außerdem brauchen die Schulen schnelles WLAN. Das Lehrpersonal muss ebenfalls entsprechend ausgebildet werden, beispielsweise durch Workshops, Vorträge und Fortbildungen. Wichtig ist, dass sich die Politik, und damit meine ich alle Parteien, mit dem Thema Digitalkunde beschäftigt und Entscheidungen trifft. Schon jetzt können die Lehrkräfte allerdings den Schulunterricht digitalisieren. Ich denke da an E-Learning und Unterrichtsstunden, in denen über Cyber-Mobbing, Social Media und Computerspiele gesprochen wird. Viele Lehrkräfte stehen der Digitalisierung ihres Unterrichts trotz aller Ideen und Bemühungen skeptisch gegenüber – aus Mangel an Zeit und den nötigen Kompetenzen. Was entgegnen Sie diesen Lehrkräften? Die Angst ist verständlich, sie bringt uns und vor allem die Kinder aber nicht weiter. Digitalkunde soll Spaß machen – auch den Lehrkräften. Von den Schülerinnen und Schülern wird täglich erwartet, die Komfortzone zu verlassen. Wie fühlt sich wohl ein Kind, das zum ersten Mal ein Referat hält? Von den Lehrkräften darf ebenfalls erwartet werden, den eigenen Horizont zu erweitern.

  • Fächerübergreifend

Sprachbarrieren im Unterricht – und wie sie beseitigt werden können

Fachartikel
5,99 €

Dieser Fachartikel schärft den Blick von Lehrkräften auf sprachliche "Barrieren" für Lernende in ihrem Fachunterricht und zeigt einige praxiserprobte Möglichkeiten auf, mit denen sich Verständnisschwierigkeiten auf sprachlicher Ebene beseitigen lassen. Auf die Sprache kommt es an – auch in "nicht-sprachlichen" Fächern! Ich unterrichte bereits viele Jahre an einer kaufmännischen Schule. Eine Welt, die nur aus Zahlen besteht – könnten Außenstehende zunächst denken. Viele neue Schülerinnen und Schüler staunten nicht schlecht, als die Personalchefin eines Ausbildungsbetriebs im Rahmen eines Bewerbungstrainings einmal sagte, dass Deutsch in ihren Augen das wichtigste Schulfach sei. Sprache "stecke halt überall drin", so ihre einleuchtende Begründung – ob beim Formulieren eines Geschäftsbriefs , beim Lesen einer Bedienungsanleitung, beim Auswerten einer Wirtschaftsstatistik, bei der Erklärung eines komplizierten Rechenwegs oder bei der Beschreibung eines chemischen Experiments. Diese Sichtweise ist nachvollziehbar. Demnach steht und fällt schulischer Erfolg mit der Sprachbeherrschung – auch in nicht-sprachlichen Fächern. Beispiele für Sprachbarrieren im Unterricht Viele Kolleginnen und Kollegen aus unterschiedlichen Fachrichtungen teilen meine Erfahrung, dass Schülerinnen und Schüler sprachliche Probleme im Unterricht oft nicht thematisieren – ob aus Scham, Bequemlichkeit oder Desinteresse. Uns Lehrkräften ist dadurch häufig nicht bewusst, dass unser Unterricht die vor uns sitzenden Kinder und Jugendlichen sprachlich überfordert. "Sprachbarrieren" werden besonders oft beim Umgang mit Texten deutlich. Auf der Ebene der Aussprache von Wörtern sind sie sofort erkennbar – beispielsweise wenn ein Schüler das Wort gestrig als "geschtrig" vorliest. Verständnisschwierigkeiten in den Bereichen Wortschatz und Wortbedeutung sind allerdings nicht auf Anhieb offenkundig, wenn die Schülerinnen und Schüler nicht direkt um eine Klärung bitten. Was ist ein Überhangmandat? Was bedeutet das Wort ambitioniert? – Fachsprache und Fremdwörter haben es aus der Sicht der Lernenden oft "in sich". Dies gilt auch für Abkürzungen – wie zum Beispiel BIP für Bruttoinlandsprodukt. Altmodische und in der Jugendsprache eher selten verwendete Redewendungen – beispielsweise "etwas geht zur Neige" – kommen als Hürden hinzu, gerade für Schülerinnen und Schüler mit einer anderen Muttersprache als Deutsch. Zudem können sprachliche Mittel wie Metaphorik, Ironie oder Umschreibungen verwirrend wirken, wenn ihre Intention nicht erkannt wird. Wenn Schülerinnen und Schüler bei Klassenarbeiten oder Klausuren abwegige Ergebnisse liefern, könnte die Ursache nicht in einer mangelnden Vorbereitung liegen, sondern schlichtweg daran, dass die Aufgabenstellung nicht korrekt verstanden wurde. Vielleicht hat eine Schülerin ein Phänomen bloß beschrieben, obwohl in der Arbeitsanweisung eine Erläuterung der Zusammenhänge gefordert war. In diesem Fall wird die Aufgabenbearbeitung natürlich nicht den Anforderungen gerecht. Auch ein komplizierter, verschachtelter Satzbau kann für viele Schülerinnen und Schüler zur Sprachbarriere werden. Manche verlieren durch eingeschobene Nebensätze den Überblick. Verständnisschwierigkeiten entstehen auch durch die Verbstellung in Haupt- und Nebensätzen, trennbare Verben und den Einsatz vieler Hilfs- und Modalverben. Kommen etliche und möglicherweise auch noch unbekannte Satzzeichen – wie der von mir sehr oft verwendete Gedankenstrich – hinzu, ist für viele Lernende die Verwirrung perfekt. Neben dem Bereich des Lesens und Verstehens von vorgegebenen Texten tauchen sprachliche Hürden vor allem beim eigenständigen Formulieren auf – insbesondere in schriftlicher Form. Hier reichen die Sprachbarrieren vom mangelnden aktiven Wortschatz, mit der Folge, dass das Ausdrucksvermögen sehr begrenzt ist, über Schwierigkeiten bei der Anwendung grammatischer Regeln bis hin zu Problemen beim Satzbau, die sich häufig auch auf die Zeichensetzung auswirken. Maßnahmen, die (einige) Sprachbarrieren beseitigen können Der Abbau von "Sprachbarrieren" in Ihrem Fachunterricht setzt erstens ein Problembewusstsein bei Ihnen als Lehrkraft und zweitens Ihre Bereitschaft zum Handeln voraus. Thematisieren Sie zunächst den Stellenwert von Sprache in Ihrem Fach, sensibilisieren Sie Ihre Schülerinnen und Schüler und schaffen Sie eine Kultur der Offenheit, die es allen Lernenden ermöglicht, angstfrei über sprachliche Hürden zu sprechen. Auf dieser Grundlage können Sie dann gezielt einige der im Folgenden vorgestellten praktischen Maßnahmen anwenden, um Sprachbarrieren aktiv abzubauen. Bedenken Sie dabei bitte, dass es sich nicht um "Allheilmittel" handelt und dass die Früchte Ihrer Arbeit viel Zeit benötigen, um zu reifen. Die Beseitigung sprachlicher Hürden erfordert bei allen Beteiligten eine Menge Geduld. Die Fünf-Schritt-Lesemethode gilt im Umgang mit Texten als bewährtes Konzept. Dabei lesen die Schülerinnen und Schüler einen Text mehrmals, klären unbekannte Begriffe, markieren wichtige Textstellen, notieren Schlüsselwörter und formulieren Überschriften für einzelne Textabschnitte. In diesem Prozess wenden die Lernenden verschiedene Lesemethoden an – sowohl "überfliegendes" Lesen als auch intensives, "untersuchendes" Lesen. In reifen, leistungsstarken Lerngruppen beherrschen die Schülerinnen und Schüler die Fünf-Schritt-Lesemethode nach einer gewissen Zeit professionell. Meiner Erfahrung nach benötigen problematische, lernschwache Klassen allerdings bei der Bekämpfung von Sprachbarrieren Verfahren, die kleinschrittiger sind und mehr "Input" erfordern. In solchen Lerngruppen kann es durchaus sinnvoll sein, als Lehrkraft Texte zunächst selbst "interpretatorisch" vorzulesen – mit passenden Pausen, Betonungen und eventuell auch erläuternden Einschüben. Wer als junges Kind Eltern hatte, die sich die Zeit nahmen, um in dieser Form Bücher vorzulesen, kennt und schätzt diese Vortragsweise, die eine Grundlage für das Entwickeln von Textverständnis bildet. Allerdings gehört es leider zur gesellschaftlichen Realität, dass Kindern in vielen Haushalten nichts vorgelesen wird. Daher sollte diese fehlende Erfahrung in der Schule kompensiert werden. Gemeinsames Lesen im Plenum , bei dem sich die Schülerinnen und Schüler abwechseln, weist dagegen den Lernenden eine aktivere Rolle zu. Gleichzeitig ist ein einheitliches Lesetempo gewährleistet. Der Vortrag kann jederzeit zur Klärung von Fragen angehalten werden, deren Beantwortung der ganzen Klasse zugutekommt. Lesen im Team – zum Beispiel im Rahmen einer Partnerarbeit – bietet die Möglichkeit eines intensiven Austauschs über den Text. Schüchterne Kinder und Jugendliche sind dabei weniger gehemmt als im Plenum. Die Schülerinnen und Schüler können ihr Vorwissen zusammentragen, Fragen formulieren und gemeinsam klären. Sehr hilfreich ist in diesem Zusammenhang die Methode des " lauten Denkens ", bei der spontan ausgesprochen wird, was einem während des Lesens "in den Kopf kommt". Bei einer Vielzahl von Fragen beziehungsweise bei sehr begrenzter Zeit ist eine direkte Klärung durch die Lehrkraft als zeitökonomische Variante vertretbar. Ansonsten sollte allerdings trotz des höheren Zeitbedarfs eine Recherche-Kultur gepflegt werden, bei der die Lernenden selbst oder im Team Antworten finden, indem sie Wörterbücher, Lexika oder das Internet nutzen. Auch die wichtige Fähigkeit, die Bedeutung unklarer Begriffe durch den Kontext zu erschließen, muss im Unterricht trainiert werden. Die Schülerinnen und Schüler achten dabei auf Schlüsselwörter und nutzen Visualisierungstechniken wie Skizzen oder Mindmaps . Zudem sollten sie dazu befähigt werden, Texte durch sinnvolle Markierungen, Randnotizen und Symbole so systematisch zu bearbeiten, dass die inhaltliche Struktur transparent wird. Es ergibt Sinn, lange vor der ersten Klassenarbeit oder Klausur die Operatoren in fachspezifischen Aufgabenstellungen zu thematisieren und einzuüben . Nur wenn Klarheit darüber besteht, was mit bestimmten Verben wie beschreiben , darstellen oder erläutern gemeint ist, können die Schülerinnen und Schüler die Arbeitsanweisungen korrekt befolgen. Außerdem gilt es, (nicht nur im Fach Deutsch) das schriftliche Ausdrucksvermögen der Lernenden zu trainieren . Dies setzt voraus, dass Sie als Lehrkraft bei der Besprechung von Schreibaufträgen nicht nur auf inhaltliche, sondern auch auf sprachliche Aspekte achten und sich Zeit nehmen, diese mit der Lerngruppe zu thematisieren. Neben elementaren Kriterien wie Grammatik und Satzbau sollten Sie auch auf einen angemessenen Sprachstil Wert legen. Dazu zählen unter anderem passende Satzanfänge, sinnvolle Überleitungen und die Vermeidung von Wortwiederholungen durch Synonyme. Fazit Machen Sie sich typische Sprachbarrieren in den Fächern, die Sie unterrichten, bewusst und nehmen Sie diese Problematik ernst. Sensibilisieren Sie dann ihre Lerngruppe und schaffen Sie eine Kultur der Offenheit, die Raum bietet, über sprachliche Hürden zu reden. Setzen Sie schließlich passende Problemlösungsstrategien in Ihrem Unterricht ein und bleiben Sie dabei geduldig und hartnäckig, da kurzfristige Erfolge selten zu erwarten sind. Weitere Tipps finden Sie im Artikel Sprachsensibilität im Unterricht – Methoden in der Praxis .

  • Fächerübergreifend

Notenmitteilung und -begründung: Kommunikationsstrategien für Lehrkräfte

Fachartikel
5,99 €

Dieser Fachartikel zum Thema "Notenmitteilung und -begründung" zeigt situationsbezogen verschiedene Kommunikationsstrategien auf und hilft Lehrkräften somit, die Leistungen ihrer Schülerinnen und Schüler in Vier-Augen-Gesprächen strukturiert und transparent zu beurteilen; auch im Fall von Einwänden. Leistungsbeurteilung kommunizieren Quartalsende: Die Schülerinnen und Schüler warten (mehr oder weniger) gespannt auf ein Feedback zur Summe ihrer schriftlichen und mündlichen Leistungen – natürlich verbunden mit der Hoffnung auf ein möglichst gutes, wohlwollendes Gesamtresultat. Auch Sie als Lehrkraft sind möglicherweise recht nervös, wenn Sie den individuellen Leistungsstand der Lernenden "unter vier Augen" in Form einer Note auf der Skala zwischen 1 und 6 mitteilen und begründen müssen – vor allem, wenn es am Ende des vierten Quartals um die Versetzungen geht. Leistungsbeurteilung gehört zum Kerngeschäft im Lehrkräfteberuf. Dafür gibt es viele klare Vorgaben – vom Grundprinzip Transparenz über die Definition der sechs Notenstufen bis hin zu fachspezifischen Teilleistungen, die innerhalb eines bestimmten Zeitraums von den Lernenden erbracht werden müssen. Um das korrekte Zustandekommen einer Note, das sich in den entsprechenden Vorschriften nachlesen lässt und für eine Lehrkraft mit der Zeit zur Routine wird, soll es in diesem Fachartikel allerdings nicht gehen. Für das Thema dieses Fachartikels – die Kommunikation mit Schülerinnen und Schülern über deren Leistungsstand – gibt es kein "Patentrezept". Klar ist lediglich, dass ich als Lehrkraft eine Note mitteile und dafür eine fachlich und pädagogisch gerechtfertigte Begründung liefere. Dabei bleiben viele Fragen offen – zum Beispiel: Nenne ich erst die Note und begründe sie dann oder umgekehrt? Frage ich die Schülerinnen und Schüler gezielt nach ihrer Selbsteinschätzung? Wie gehe ich mit Einwänden oder gar "Protest" gegen meine Leistungsbewertung um? Auf der Grundlage meiner langjährigen Erfahrungen als Lehrer stelle ich im Folgenden verschiedene "Kommunikationsstrategien" vor. Gerade für "Neulinge" im Lehrerberuf ist es sinnvoll, sich die verschiedenen Varianten der Notenmitteilung und -begründung bewusst zu machen. Professionalität zeichnet sich in der Praxis letztlich dadurch aus, die Bandbreite der Möglichkeiten zu kennen und situationsgerecht anwenden zu können. Variante 1: Sie nennen zuerst die Note und liefern danach die Begründung Diese Variante bietet sich an, wenn es sich um eine "eindeutige" Note handelt, mit der die Schülerin beziehungsweise der Schüler womöglich schon gerechnet hat. Der Schwerpunkt liegt auf der eigentlichen Notennennung, die nachfolgende Begründung ist dann meist nur eine "Formsache" und kann kurz gestaltet werden. Auch wenn die Schülerin beziehungsweise der Schüler signalisiert, dass es ihr beziehungsweise ihm vor allem darum geht, schnellstmöglich Klarheit über das Notenresultat zu bekommen, ist diese Variante zu empfehlen, um das quälende Gefühl der Unsicherheit zu beseitigen. Gerade wenn sie oder er "zwischen zwei Noten steht" und Sie sich als Lehrkraft für die bessere entschieden haben, sollten Sie Ihr Gegenüber bei der Notenmitteilung nicht unnötig "auf die Folter spannen" und mit der Nennung der Note beginnen. Variante 2: Sie beschreiben zunächst die Leistung und leiten daraus die Note ab Manche Noten erfordern eine intensive Begründung – beispielsweise wenn mündliche und schriftliche Teilleistungen weit auseinanderliegen oder Quantität und Qualität von Beiträgen nicht übereinstimmen. In solchen Fällen kann es sinnvoll sein, zunächst die Leistungen der Schülerin oder des Schülers zu beschreiben und transparent zu gewichten. Auf diese schlüssige Darstellung der Leistung folgt dann die Nennung einer Note, die "ins Bild passt". In der Regel folgt die Schülerin oder der Schüler Ihrer Argumentation und akzeptiert das Resultat, auch wenn es "gefühlt" enttäuschend ist. Variante 3: Das Gespräch beginnt mit einer Selbsteinschätzung "Johanna, welche Deutsch-Note wird wohl auf deinem Zeugnis stehen und wie begründest du deine Einschätzung?" – Bei dieser Variante liegt der Ball (bildlich formuliert) zunächst im Feld der Schülerin. Sie wird dazu aufgefordert, über ihre Leistungen zu reflektieren. Dieses Vorgehen hat den Vorteil, dass sich die Lernende gezielt ihre Stärken und Schwächen bewusst macht, um daraus Konsequenzen ziehen zu können. Eine eigenständige Reflexion wirkt erfahrungsgemäß nachhaltiger als eine Fremdbeurteilung durch die Lehrkraft. Diese Variante ist allerdings nur bei "reifen" Schülerinnen und Schülern sinnvoll, die mit einer realistischen Selbsteinschätzung nicht überfordert sind und die Chance zur Reflexion seriös nutzen. In vielen Fällen beurteilen Lernende ihre eigenen Leistungen so realistisch, dass Sie die Ausführungen am Ende nur noch bestätigen müssen. Natürlich kann es auch vorkommen, dass die Selbsteinschätzung der Schülerin von Ihrer Leistungsbeurteilung abweicht. Bei diesem Vorgehen wissen Sie dann konkret, welche Teilleistungen Sie im Anschluss besonders tiefgründig beurteilen müssen, wenn die Wahrnehmung der Schülerin abwegig erscheint. Variante 4: Schriftliche Selbsteinschätzung und Gespräch bei Bedarf Bei der Kommunikation über den Leistungsstand Ihrer Schülerinnen und Schüler können Sie auch einen ziemlich unkonventionellen Weg wählen: Geben Sie ihnen die Aufgabe, die vermutete Fachnote auf einem Blatt Papier zu notieren und stichpunktartig zu begründen. Sammeln Sie die schriftlichen Selbsteinschätzungen ein und vergleichen Sie diese mit Ihrer Leistungsbeurteilung. Stimmen die Noten und die Begründungen überein, erübrigt sich ein Gespräch. Ist dies nicht der Fall, bietet die schriftliche Reflexion konkrete Anlässe, um Abweichungen "unter vier Augen" zu thematisieren. Wie bei Variante 3 ist dieses Vorgehen nur empfehlenswert, wenn die Lernenden über eine gewisse "Reife" verfügen. Den Vorteil einer seriösen Selbsteinschätzung habe ich im letzten Abschnitt bereits beschrieben. Für Sie als Lehrkraft kann die Methode der schriftlichen Selbsteinschätzung der Lernenden eventuell eine große Zeitersparnis bedeuten, wenn die Zahl der anschließenden Gespräche aufgrund von Diskrepanzen bei der Beurteilung überschaubar bleibt. Bei vielen Abweichungen ist diese Variante allerdings mit einem großen Aufwand verbunden und daher nicht zeitökonomisch. Tipps zum Umgang mit "typischen" Einwänden von Schülerinnen und Schülern Grundsätzlich sollten Sie Schülerinnen und Schülern explizit die Möglichkeit bieten, zu Ihrer Leistungsbewertung Stellung zu nehmen. Weisen Sie aber deutlich darauf hin, dass Noten kein "Verhandlungsgegenstand" sind. Wenn Sie individuelle Leistungen sachlich korrekt, pädagogisch begründet und hinreichend dokumentiert beurteilen, können Sie sich gelassen mit Einwänden Ihrer Schülerinnen und Schüler auseinandersetzen. Lehrerinnen und Lehrer sind nicht "unfehlbar"; prinzipiell sollten Sie den "Protesten" gegen Ihre Leistungsbewertung daher Gehör schenken. In seltenen Fällen kann es sein, dass Ihnen dadurch bewusst wird, dass Sie bestimmte Teilleistungen nicht ausreichend berücksichtigt haben. Beziehen Sie die Aspekte in eine korrigierte Leistungsbeurteilung ein und passen Sie die Note an. Einige "typische" Einwände von Schülerinnen und Schülern sind dagegen eher unsachlich formuliert und in manchen Fällen "taktisch" motiviert. Lassen Sie sich von unangebrachten Vorwürfen gegen Ihre Leistungsbewertung nicht verunsichern und bemühen Sie sich um eine sachliche Klärung. "Sie geben mir eine 3, ich sehe mich aber im Zweierbereich." Dies ist ein Beispiel für eine sehr pauschale Kritik, mit der man als Lehrkraft hin und wieder konfrontiert wird. In einem solchen Fall sollten Sie die "Beweislast" umdrehen und an die Schülerin oder den Schüler appellieren: "Dann begründe doch bitte ausführlich, weshalb du statt der 3 eine 2 verdienst." In der Regel ist die argumentative Grundlage für die Forderung nach einer "Notenanhebung" nicht fundiert und damit so "angreifbar", dass Sie den Einwand sachlich "entschärfen" können. "Ich melde mich ja immer, aber Sie nehmen ständig nur Dominik und Jana dran." Lehrkräfte, die Fächer unterrichten, in denen die mündliche Beteiligung ein starkes Gewicht haben, bekommen ähnliche Einwände nicht selten zu hören. In solchen Situationen stelle ich zunächst einmal grundsätzlich klar: "Wir sprechen hier nicht über die Leistungen von Mitschülerinnen und Mitschülern. Du würdest es ja auch nicht mögen, wenn ich hier mit Jana oder Dominik unter vier Augen über dich reden würde." Daraufhin versichere ich: "Als Lehrer bemühe ich mich, alle Meldungen im Unterricht fair zu berücksichtigen. Du kannst dich darauf verlassen, dass das auch in dieser Klasse der Fall war." Das Prinzip der Fairness zu betonen ist klüger und souveräner als eine rückblickende Rechtfertigung des eigenen Verhaltens, um den wahrscheinlich haltlosen Vorwurf zu entkräften. "Sie übersehen mich ständig" , lautet eine ähnliche Kritik im Kontext der Bewertung mündlicher Mitarbeit im Unterricht. Auch in diesem Fall sollten Sie eine problematische "Rechtfertigungshaltung" vermeiden. Ein Versprechen für die Zukunft kann Ihr Gegenüber meistens zufriedenstellen: "Obwohl ich deinen Vorwurf nicht nachvollziehen kann, werde ich künftig verstärkt darauf achten, deine Beiträge im Unterrichtsgespräch angemessen zu berücksichtigen. Wir können gerne regelmäßig über deine Beteiligung im Unterricht reden." Damit signalisieren Sie, dass Sie die Schülerin beziehungsweise den Schüler ernst nehmen, auch wenn Sie den geäußerten Einwand für ungerechtfertigt halten. Diese Art von Respekt sichert – so meine Erfahrung – ein gutes Verhältnis zu den Lernenden, auch wenn die Einschätzungen zu erbrachten Leistungen manchmal auseinandergehen.

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Digitales Lernen im Schulalltag am Beispiel von "Samsung Neues Lernen" – eine Betrachtung aus…

Fachartikel

Dieser Fachartikel betrachtet den unterrichtlichen Einsatz von Samsung Neues Lernen aus datenschutzrechtlicher Sicht. Die Digitalisierung hat bereits jetzt ganze Branchen verändert und bestimmt mittlerweile unser tägliches Leben. Ein Bereich, für den dies besondere Chancen bietet, stellt unser Schulsystem dar. Digitale Lernprozesse und der Einsatz digitaler Medien können für eine moderne und effiziente Schulbildung sorgen. Gleichzeitig können Kinder und Jugendliche an einen verantwortungsbewussten Umgang mit digitalen Produkten wie Tablets herangeführt werden. Eine zentrale Rolle nimmt bei der Digitalisierung im Schulwesen das Datenschutzrecht ein. Dieses gilt es zu beachten, um personenbezogene Daten von Schülerinnen und Schülern zu schützen und neue Lehr- und Lernmethoden sicher zu implementieren. Datenschutz und Datensicherheit müssen gewährleistet werden. Digitalisierung im Alltag und in der schulischen Bildung Die Digitalisierung betrifft bereits einen Großteil unseres Lebens – von kontaktlosem Bezahlen bis hin zur täglichen Smartphone-Nutzung. Nicht zuletzt während der Corona-Pandemie hat sich allerdings gezeigt, dass Deutschland im Bereich der Digitalisierung einiges aufzuholen hat. Um im internationalen Vergleich auf Dauer mithalten zu können, muss auf politischer und gesellschaftlicher Ebene ein Umdenken stattfinden – und das besser gestern als heute! Einen wichtigen Grundpfeiler unseres Zusammenlebens stellt die Bildung, namentlich die Schulbildung, dar. Unser aktuelles Bildungssystem war maßgeblich daran beteiligt, Deutschland zu einer starken Wirtschaftsnation zu machen und hat zahlreiche wegweisende Produkte hervorgebracht. Dennoch ist es wichtig, nicht stehen zu bleiben, sondern sich den aktuellen Gegebenheiten anzupassen. Dies bedeutet, Digitalisierung und digitale Produkte als Chancen und nicht nur als Risiken zu begreifen. Durch den Einsatz digitaler Medien und Lernmethoden in Schulen kann nicht nur ein moderner und effizienter Unterricht geschaffen werden. Vielmehr ist es dadurch ebenfalls möglich, Schülerinnen und Schülern einen verantwortungsvollen Umgang mit digitalen Produkten näherzubringen. Lösungspakete wie Samsung Neues Lernen bieten Lehrkräften sowie Schülerinnen und Schülern gleichermaßen spannende Hilfestellungen im täglichen Unterricht. Die Kernkomponenten von Samsung Neues Lernen sind Content-Schnittstellen-Apps zur Bereitstellung digitaler Lerninhalte (EduCAP für Tablets und EduPool für Webanwendungen), Samsung Knox als mobile Sicherheitslösung sowie das Samsung Classroom Management . Digitaler Unterricht und die Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO) Es darf allerdings nicht vergessen werden, dass technische Neuerungen – neben zahlreichen Vorteilen – auch Risiken bergen können. Gerade beim Einsatz digitaler Medien sind diese vorwiegend datenschutzrechtlicher Natur. Hinzu kommt der Umstand, dass gerade Kinder und Jugendliche oft noch sehr unbedarft sind, wenn es um den Umgang mit ihren eigenen Daten geht, da sie die Reichweite häufig nicht einschätzen können. Im Volksmund heißt es oft: Das Internet vergisst nie! Diesem Umstand trägt auch die im Jahr 2018 in Kraft getretene Datenschutzgrundverordnung (DSGVO) besonders Rechnung und hat daher den Schutz von Kindern an verschiedenen Stellen fest verankert. So heißt es beispielsweise in Erwägungsgrund 38 der DSGVO: "Kinder verdienen bei ihren personenbezogenen Daten besonderen Schutz, da Kinder sich der betreffenden Risiken, Folgen und Garantien und ihrer Rechte bei der Verarbeitung personenbezogener Daten möglicherweise weniger bewusst sind." Schutz personenbezogener Daten Kernaufgabe der DSGVO ist der Schutz personenbezogener Daten . Hierbei handelt es sich um alle Informationen, die sich auf eine identifizierte oder identifizierbare Person beziehen. Beispiele für personenbezogene Daten sind der Name und die Adresse einer Person, aber auch (speziell bei Schülerinnen und Schülern) Noten oder die Klassenzugehörigkeit . Verarbeitung personenbezogener Daten Grundsätzlich verbietet die DSGVO jegliche Verarbeitung personenbezogener Daten, es sei denn, es liegt eine gesetzliche Erlaubnis vor. Eine solche ist etwa dann gegeben, wenn die betroffene Person in die Datenverarbeitung einwilligt oder die Datenverarbeitung für die Erfüllung eines Vertrags notwendig ist. Daneben ist es die Aufgabe der einzelnen Bundesländer, gesetzliche Erlaubnisse und den rechtlichen Rahmen für die Verarbeitung beim Einsatz digitaler Lernmittel zu schaffen. Zusätzlich sind bei jedweder Verarbeitung personenbezogener Daten bestimmte Grundsätze wie Datenminimierung , Zweckgebundenheit oder Richtigkeit der Daten einzuhalten. Die Prinzipien "Datenschutz durch Technikgestaltung" und "datenschutzfreundliche Voreinstellungen" Um diese zahlreichen Vorgaben beim Einsatz digitaler Lernmethoden einzuhalten und zudem ein hohes Datenschutzniveau zu gewährleisten, gibt es einiges zu beachten. Art. 25 DSGVO verankert die Prinzipien von "Datenschutz durch Technikgestaltung" (Privacy by Design) und "datenschutzfreundliche Voreinstellungen" (Privacy by Default). Privacy by Design bedeutet, dass der Datenschutz am besten eingehalten werden kann, wenn er bereits bei Erarbeitung eines Datenverarbeitungsvorgangs auf technischer Ebene integriert ist. Beispiel: Nach der DSGVO dürfen einmal erhobene Daten nicht unbegrenzt lange gespeichert werden. Entwickelt man beispielsweise eine Lernsoftware für Schülerinnen und Schüler, sollte bereits im Zeitpunkt der Entwicklung die Möglichkeit einer späteren, rückstandslosen Datenlöschung implementiert werden. Privacy by Default betrifft dagegen den Zeitpunkt der eigentlichen Datenverarbeitung, also beispielsweise während der Nutzung eines Tablets im Unterricht. Hierbei soll durch geeignete Voreinstellungen sichergestellt werden, dass nur diejenigen personenbezogenen Daten verarbeitet werden, deren Verarbeitung für den konkreten Verarbeitungszweck wirklich erforderlich ist (Artikel 25, Absatz 1, Satz 1 DSGVO). Evaluation: das Datenschutzniveau von Samsung Neues Lernen Unter Berücksichtigung der obigen Grundprinzipien bietet Samsung Neues Lernen ein hohes Datenschutzniveau: Die mobile Sicherheitslösung Samsung Knox bietet als Bestandteil von Samsung Neues Lernen Schulen die Möglichkeit, verschiedene Sicherheitsfunktionen zu aktivieren. So können durch Samsung Knox Configure die Geräteeinstellungen der Tablets vor einem Einsatz im Schulunterricht konfiguriert werden. Auf diese Weise ist es möglich, alle Funktionen oder Benachrichtigungen, die für den Unterricht keine Rolle spielen, auszublenden. Zudem lassen sich vor Verwendung der Tablets beispielsweise vorinstallierte Browser wie Google Chrome sowie Google Play Store deaktivieren. Die Samsung Classroom Management-App ermöglicht es der jeweiligen Lehrperson, die Kontrolle über die Verwendung der Tablets im Unterricht zu behalten. Lehrkräfte sind im Rahmen dieser Lösung in der Lage, Benutzerkonten für ihre Schülerinnen und Schüler zu erstellen, Lerninhalte freizugeben, den Bildschirm der Schülerinnen und Schüler zu sperren sowie Daten auf den Schüler-Tablets zu löschen, die während des Unterrichts angefallen sind. Dies wiederum sorgt nicht nur für eine angenehme und produktive Unterrichtsatmosphäre, sondern auch für ein erhöhtes Datenschutzniveau. Mit Hilfe digitaler Lernplattformen ( EduCAP oder der Webvariante EduPool ) sind Lehrkräfte in der Lage, Schülerinnen und Schülern Lerninhalte zuzuweisen, die für die Schule oder den Schulträger von Publishern (Schulbuch-Verlagen) lizenziert wurden. Für die Nutzung von EduCAP wird mit Hilfe von Antares eine sogenannte Edu-ID für jeden einzelnen Schüler beziehungsweise jede einzelne Schülerin erstellt. Die personenbezogenen Daten der entsprechenden Schülerinnen und Schüler werden also pseudonymisiert. Diese Pseudonymisierung dient dem Datenschutz und findet sich zudem in Artikel 25 Absatz 1 DSGVO explizit als Beispiel für Privacy by Default . Die Zuweisung der Inhalte erfolgt anschließend nicht an die "Klarnamen" der Schülerinnen und Schüler, sondern an die genannten Edu-IDs. Bei Samsung Neues Lernen ist es gemäß dem Grundsatz Privacy by Default sowie im Einklang mit dem Grundsatz der Datenminimierung möglich, bei der Verwendung mit einem Minimum an personenbezogenen Daten auszukommen. Dadurch wird die Erhebung solcher Daten verhindert, die für den konkreten Anwendungsfall keine Rolle spielen. So ist es etwa für Schülerinnen und Schüler nicht erforderlich, einen individualisierten Account, beispielsweise bei Google oder Samsung, anzulegen, um die Tablets im Unterricht zu verwenden. Weitere Datenschutz-Maßnahmen Die genannten datenschutzrechtlichen Sicherheitsmechanismen können darüber hinaus durch weitere Maßnahmen ergänzt werden: So besteht die Möglichkeit, Lehrkräfte regelmäßig im Datenschutz zu schulen , um auf veränderte Gesetzeslagen hinzuweisen und vorhandenes Wissen zu festigen. Auch eine Sensibilisierung von Schülerinnen und Schülern auf das Thema Datenschutz erhöht die Datensicherheit. Ein Berechtigungskonzept hilft Schulen bereits im Vorfeld, eine klare Rollenverteilung der verschiedenen Akteure festzulegen. Dabei kann festgelegt werden, wer auf welche Systeme Zugriff hat und wie die Zugriffe erteilt und wieder entzogen werden können. Fazit: datenschutzkonforme Digitalisierung des Unterrichts Die datenschutzkonforme Implementierung digitaler Lerninhalte an Schulen bietet also gleich auf mehreren Ebenen enorme Vorteile: Schulen und Lehrkräften wird ein wirksames Instrument für effizientes und modernes Arbeiten an die Hand gegeben, Schülerinnen und Schülern wird das digitale Lernen erleichtert und zudem wird eine verantwortungsbewusste Heranführung an digitale Medien geschaffen. Dadurch lernen Kinder und Jugendliche bereits früh, dass digitale Produkte wie Tablets nicht nur der Unterhaltung dienen, sondern auch für produktive Zwecke eingesetzt werden können. Bei der Digitalisierung des Unterrichts stellen Lösungen wie Samsung Neues Lernen einen wichtigen Baustein dar. Gerade in unserer digitalen und sich schnell ändernden Welt ist es notwendig, sich stetig anzupassen und weiterzuentwickeln. Frei nach dem Ausspruch des griechischen Philosophen Heraklit lässt sich sagen: "Die einzige Konstante im digitalen Zeitalter ist die Veränderung."

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Wolfensteins "Städter" (1914/1920) genau lesen

Fachartikel

Dieser sich auf das literaturdidaktische Modell des "genauen Lesens" (Chirollo/Schröder 2017) beziehende Fachartikel zu Wolfensteins Gedicht "Städter" (1914/1920) erläutert die fachdidaktischen Überlegungen, die der Unterrichtseinheit zu dem Gedicht zugrunde liegen. Eine ausführlichere Downloadversion des Fachartikels vertieft die hier skizzierten fachdidaktischen Darlegungen. Der Fachartikel vertieft die in der gleichnamigen Unterrichtseinheit formulierten fachdidaktischen Überlegungen und konkretisiert ein literaturdidaktisches Modell (Chirollo/Schröder 2017) , das darauf abzielt, literarische Texte zunächst genau auf die Reaktionen der Leserinnen und Leser hörend zu lesen. "Ausgangspunkt für die inhaltliche Erschließung" werden so, wie im Hessischen Referenzrahmen Schulqualität gefordert, die Fragen der Schülerinnen und Schüler . Von ihren Fragen ausgehend gilt es, literarische Texte textimmanent, kontext-und rezeptionsbezogen zu analysieren, um besser zu verstehen, was nicht spontan verstanden wird. Wolfensteins Gedicht, so die hier vertretene These, sollte als ein irritierendes Kunstwerk gelesen werden, das für unsere Schülerinnen und Schüler eine Vielzahl an Fragen aufwirft, weil es "Stutzpunkte" (Rosebrock 2019) enthält. Die Stutzpunkte gilt es in einem literarischen Gespräch als Ausgangspunkt von Lernprozessen wirksam werden zu lassen, um die vom Text für die Schülerinnen und Schülern aufgeworfenen Fragen dann textimmanent, kontext-und rezeptionsbezogen genau lesend zu klären. Auf diese Weise kann ein Literaturunterricht gestaltet werden, der seinen hermeneutischen Auftrag ernst nimmt. "Städter" – ein befremdlicher Text Im Zentrum des Unterrichtsmodells steht die thematische Fragestellung "Wieso eine so vehemente Ablehnung der Stadt?". Das Befremden beim Lesen dieses Textes zeigt sich an einer Reihe von Fragen, die bei einem involvierten Lesen zu der folgenden Sachanalyse führen: Wieso ist das alles so eng, dass sich die Städter wie gewürgt fühlen? Warum erzählt das lyrische Ich davon, dass es weint? Und warum weint es? Als Deutungshypothese wird die Annahme verfolgt, dass die Großstadt vom lyrischen Ich in paradoxer Weise als vereinsamend empfunden wird. Es gelingt ihm nicht, seine Bedürfnisse, das heißt seine innere Natur im Rahmen der äußeren (Stadt-)Natur-Umgebung in Einklang zu bringen. Inmitten der großen Zahl von Menschen, die in der Stadt leben, vermag es seine "Begierde", das heißt seinem Bedürfnis nach engem Kontakt mit anderen Menschen, nach der Überwindung seiner Einsamkeit nicht zu erfüllen, obwohl sich ja gerade hier die Möglichkeiten leicht ergeben würde, denn viele Menschen sind anwesend, es herrscht ja große Nähe. Unklar bleibt, der Text lässt offen, warum ihm dies nicht gelingt und wieso er die Stadt als seiner inneren Natur ganz und gar entgegengesetzt wahrnimmt. Im Gedicht drückt sich also eine harsche und in ihrer Radikalität befremdliche Ablehnung städtischen Lebens aus, die für uns sicher punktuell, aber nicht in ihrer Gesamtheit nachvollziehbar ist. Dies wirft die Frage nach dem Begründungszusammenhang auf: Wieso eine so vehemente Ablehnung der Stadt? Und wie sehen Schülerinnen, Schüler und Lernende, die sich nicht einem der beiden Geschlechter zugehörig fühlen, die Stadt als Lebensraum? Der Text im Kontext Im Kontext erweist sich Städter als Ausdruck einer für die Epoche in Deutschland und Teilen Europas durchaus typische Zivilisationskritik in der Zeit einer spezifisch bürgerlichen Revolte gegen den technischen Fortschritt und die ihn begleitenden Rationalisierungstendenzen zu Beginn des 20. Jahrhunderts. Der Text als Gegenstand von schematischen Form-Inhalts-Analysen In der traditionellen schulischen Betrachtung des Gedichts überlagern Form-Inhalts-Analysen eine inhaltsbezogene hermeneutische Auseinandersetzung mit dem Text. Literatur/Internetadresse Chirollo, Natalie / Schröder, Achim (2017): Literarisches Verstehen durch "genaues Lesen": ein Drei-Phasen-Modell zur Planung von Literaturunterricht. Fachartikel. Wiesbaden: Lehrer-Online 2017, www.lehrer-online.de/artikel/fa/literarisches-verstehen-durch-genaues-lesen-ein-drei-phasen-modell-zur-planung-von-literaturunter (Abruf am 08.08.2022).

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Nachhaltigkeit im Kfz-Handwerk – Vom Rohstoff bis zum Recycling

Fachartikel

Dieser Fachartikel vermittelt anhand des Kraftfahrzeug-Handwerks, wie Nachhaltigkeit konkret umgesetzt werden kann. Am Beispiel des Produktlebenszyklus eines Fahrzeugs – von der Rohstoffgewinnung über Produktion und Nutzung bis zum Recycling – werden Aspekte wie verantwortungsvolle Materialbeschaffung, Kreislaufwirtschaft und ressourcenschonende Instandhaltung beleuchtet. Dabei werden auch aktuelle Entwicklungen wie Elektromobilität und der „grüne Kreislauf“ in Kfz-Werkstätten thematisiert. Rohstoffgewinnung und Materialeinkauf Die Herstellung eines Kraftfahrzeugs erfordert diverse Materialien und Werkstoffe: Neben Glas, Kunststoffen, Lacken und Klebstoffen sind dies vor allem die Metalle Eisen, Aluminium, Stahl und Zink (autoberufe.de: Chemie am Auto) sowie Kupfer und Nickel (umweltbundesamt.de: Umweltrisiken und - auswirkungen). Werden Rohstoffe abgebaut, können sich (negative) Effekte auf die Umwelt ergeben wie Rodungen von Urwäldern und Verunreinigung des Wassers. Damit einher gehen auch der Verlust des Lebensraumes sowie die Beeinträchtigung der Gesundheit von Menschen, Tieren und Pflanzen. Energie- und emissionsintensive Metallerzeugung und -verarbeitung können Luftverschmutzungen, sauren Regen, Wasser- und Vegetationsschädigungen bedingen. Verseuchungen von Böden können eine Konsequenz von Schwermetallemissionen sein (umweltbundesamt.de: Umweltrisiken und - auswirkungen). Bei der Materialbeschaffung für die Produktion von Kraftfahrzeugen verpflichten sich Automobilhersteller aber seit 2021 durch das deutsche Lieferkettengesetz vermehrt dazu, neben den Kosten insbesondere auch die Einhaltung der Menschenrechte sowie soziale Mindeststandards (e-mobil.de: Zukunftsfähige Lieferketten) und ökologische Faktoren wie CO 2 -Neutralität zu berücksichtigen. Fahrzeugproduktion Auch wenn in der Kraftfahrzeugproduktion Emissionsreduktion und der Einsatz erneuerbarer Energien eine deutlich größere Rolle als in der Vergangenheit spielen, so können Umwelt- und Gesundheitsbelastungen dennoch entstehen, wenn Produktionsschritte in Entwicklungs- oder Schwellenländer verlagert werden, in denen andere gesetzliche, technische sowie ökologische Standards herrschen (gruene-bundestag.de: Klimafreundliche Produktion in der Automobilindustrie). Ein weiteres Problem sind die im Zuge der Fahrzeugproduktion und -entsorgung entstehenden Abfälle (gruene-bundestag.de: Klimafreundliche Produktion in der Automobilindustrie). Ferner erzeugen der Transport von Werkstoffen und einzelnen Produktkomponenten sowie der Vertrieb, die Nutzung und Entsorgung der fertigen Kraftfahrzeuge weitere Umweltbelastungen (gruene-bundestag.de: Klimafreundliche Produktion in der Automobilindustrie). Recycling und Wiederverwertung Seit 2002 besteht für Hersteller und Importeure von Fahrzeugen die Verpflichtung, ausgediente Fahrzeuge zurückzunehmen und zu verwerten; noch strengere Richtlinien existieren seit 2015. Werkstoffe können wieder- oder weiterverwendet werden, nachdem sie die Prozesse des stofflichen, rohstofflichen oder thermischen Recyclings durchlaufen haben. Prinzipiell muss ein Anteil von mindestens 95 Prozent des Altfahrzeug-Durchschnittsgewichts wieder zum Einsatz kommen, 85 Prozent mittels einer der beiden erstgenannten Wiederaufbereitungsprozesse oder einer unmittelbaren Wiederverwendung. Selbst PVC-haltige Restbestandteile können heutzutage wieder gebrauchsfertig aufbereitet werden (autoberufe.de: Altfahrzeug-Recycling). Instandhaltung und Reparatur "Das Handwerk ist die erste Adresse, wenn es um Nachhaltigkeit, Klimaschutz und Energiewende geht. [...] Handwerkerinnen und Handwerker arbeiten jeden Tag ganz praktisch daran, dass unser Leben nachhaltiger und klimafreundlicher wird" (handwerk.de: Klimaschutz). Im Kfz-Handwerk geschieht dies vor allem bei der Instandhaltung und Reparatur von Fahrzeugen: Ein/-e Kfz-Mechatroniker/-in zum Beispiel wartet Fahrzeuge, setzt sie instand, analysiert ihre Fehler, rüstet sie nach und kontrolliert die Abgaswerte. Damit sorgt er oder sie für eine möglichst lange Lebensdauer und einen emissionsarmen Betrieb der Automobile und trägt einen Teil zur Ressourcenschonung sowie zu weniger Luftverunreinigung bei (youtube.com: Nachhaltigkeit im Kfz-Gewerbe). Gleiches gilt für Karosserie- und Fahrzeugbaumechaniker/-innen: Sie sorgen durch Reparatur, Wartung und Überprüfung der Fahrzeuge in technischer Hinsicht für deren Funktionstüchtigkeit (handwerk.de: Karosserie- und Fahrzeugbaumechaniker/-in). Auch im Elektromobilitätsbereich sind Kfz-Mechatroniker/-innen und Karosserie- und Fahrzeugbaumechaniker/-innen tätig (arbeitsagentur.de: Kraftfahrzeugmechatroniker/-in). Kfz-Mechatroniker/-innen prüfen die fahrzeugtechnischen Systeme von Hybrid- und Elektrofahrzeugen und natürlich Fahrzeugen mit Verbrennungsmotor, führen Reparaturen durch und rüsten Fahrzeuge mit Zusatz-, Sonder- und Zubehörausstattungen aus. Der Bereich Elektromobilität ist in den Kernlehrplänen der Kfz-Mechatroniker/-innen integriert. Die Auszubildenden lernen die Grundlagen der Hochvolttechnik und das sichere Arbeiten am Elektroauto. Neben den Grundkenntnissen besteht die Möglichkeit, sich im Laufe der Ausbildung auf den Schwerpunkt System- und Hochvolttechnik zu spezialisieren (wasmitautos.com: Ausbildung zum Kfz-Mechatroniker). Das Berufsbild heißt dann "Kfz-Mechatroniker/-in für System- und Hochvolttechnik". Kfz-Mechatroniker/-innen werden in 5 Schwerpunkten ausgebildet: Pkw-, Nutzfahrzeug-, Motorrad- und Karosserietechnik sowie System- und HV-Technik. Der grüne Kreislauf in den Werkstätten Umweltbewusstsein ist im Kfz-Handwerk ein wichtiges Thema, denn es betrifft alle Bereiche: Die Devise der Kfz-Betriebe, instandzusetzen anstatt zu erneuern, spiegelt sich im sogenannten "grünen Kreislauf" wider: Verschiedene Restwertbörsen bieten mehr als 4,2 Millionen zertifizierte gebrauchte beziehungsweise Ersatzteile. Zur Effektivitätssteigerung werden hier inzwischen auch Kfz-Versicherungen in den Dialog mit Autoverwertern gebracht, indem Erstere Unfallfahrzeuge liefern, die Letztere sachgerecht zerlegen (autohaus.de: Autoverwertung 2.0). Angestrebt wird, das Zusammenspiel der verschiedenen Partner weiter auszubauen. Ein weiterer großer Bereich ist das Recycling der Batterien von Elektroautos (autohaus.de: Autoverwertung 2.0). Zudem wird für die Instandsetzungsbranche ein Nachhaltigkeitssiegel auf den Weg gebracht (autohaus.de: Kfz-Handwerk startet Initiative). Mittels eines Nachhaltigkeitsberichts ist es Betrieben ferner möglich, Kunden und Auftraggeber sowie öffentliche Einrichtungen oder Finanzdienstleister über ihr Engagement für Nachhaltigkeit zu informieren (kfzgewerbe.de: Nachhaltigkeitsbericht und Selbstcheck). Ressourcenschonung und Energieeffizienz im Autohaus und in der Kfz-Werkstatt Nachhaltigkeit ist auch in Autohäusern und Kfz-Werkstätten sowohl auf betrieblicher als auch auf Kundenseite eines der wichtigsten Themen: nachhaltige Mobilität durch umweltschonende Antriebe, wie zum Beispiel Elektro- und Hybridfahrzeuge oder E-Fuels, Nutzung erneuerbarer Energien bei gleichzeitiger Reduktion des Energieverbrauchs. Außerdem werden der Strom- und Wasserverbrauch minimiert, Raumtemperaturen gesenkt, LED-Leuchtmittel und Bewegungsmeldersysteme für die Belichtung verwendet (autohaus.de: Know-how-Serie). Weiteres Energieeinsparpotenzial zeigt sich in Kfz-Werkstätten auch durch die Reparatur von Druckluftanalagen oder deren Austausch mit Akkuwerkzeugen (kfzgewerbe.de: ZDK-Veranstaltung zur Nachhaltigkeit). Aktuelle Herausforderungen in Kfz-Handwerk und Automobilindustrie Neuzulassungen sollen ab 2035 deutschland- und europaweit lokal lediglich noch für Fahrzeuge ohne Emissionen erlaubt sein (Clausen, Grimm und Pfaff 2022: 5). "Unser Ziel ist die Sicherstellung eines umweltverträglichen Kraftverkehrs durch Elektromobilität [...]" (kfzgewerbe.de: ZDK-Vorstand zur Nachhaltigkeit). Aber auch das Umweltprofil des Elektroautos gilt es zu optimieren, durch "neue, umweltschonende und sozial verträgliche Batterietechnologien und eine[n] zunehmend höheren Anteil an Erneuerbaren im Ladestrom" (Clausen, Grimm und Pfaff 2022: 12). In der Instandsetzungsbranche werden "[d]er verantwortungsvolle Umgang mit Ressourcen und Kreislaufwirtschaft [...] zu absoluten Schlüsselaufgaben" (autohaus.de: Autoverwertung 2.0). Ein weiteres Ziel ist die "Fachkräftesicherung [...] für unsere Kfz-Werkstätten und Autohäuser" (kfzgewerbe.de: ZDK-Vorstand zur Nachhaltigkeit), denn Fachkräfte werden vermehrt benötigt, beispielsweise zur Installation der Ladestationen für Elektroautos (handwerk.de: Klimaschutz und Nachhaltigkeit im Handwerk). Neben dem Klimawandel bietet auch die Digitalisierung neue Herausforderungen im Sinne der Produktionsmodernisierung (Clausen, Grimm und Pfaff 2022: 10) und Integration neuer Geschäftsmodelle wie etwa Mobilitätsdienstleistungen (Clausen, Grimm und Pfaff 2022: 15). Fazit Der Produktlebenszyklus eines Automobils erstreckt sich über die Phasen Rohstoffgewinnung, Herstellung, Vertrieb, Nutzung und Instandhaltung sowie Recycling, jeweils mit gewissem Input (Rohstoffe und Energie) und Output (zum Beispiel Abfälle, Abwasser oder Emissionen) (Koplin 2006: 189f.). Produkte, Materialeinkauf und Arbeitsschritte zu optimieren, hilft dabei, die Umwelteffekte zu reduzieren. Vor allem die Einführung des Elektroautos soll Umweltprofil und Zukunftsträchtigkeit der Automobilbranche stärken. Das Kfz-Handwerk leistet vor allem durch Instandhaltung und Reparatur einen Beitrag zur Ressourcenschonung, gestützt durch den sogenannten "grünen Kreislauf". Da nachhaltige Mobilität auch für viele Schülerinnen und Schüler ein wichtiges Thema ist, kann ein Blick auf das Berufsfeld Kfz-Handwerk in Berufsorientierungsphasen neue Impulse für den eigenen späteren Werdegang bieten. Verwendete Internetadressen Kfz-Branche autoberufe.de: Altfahrzeug-Recycling. Online: https://www.autoberufe.de/images/chemie_am_auto/Unterrichtsmaterialien/Recycling_Kopiervorlagen.pdf . autoberufe.de: Chemie am Auto . Online: https://www.autoberufe.de/beratende-lehrende/unterrichtsmaterial#pcw . kfzgewerbe.de: Nachhaltigkeitsbericht . Online: https://www.kfzgewerbe.de/dossier/nachhaltigkeit/nachhaltigkeitsberichterstattung-nach-csrd . kfzgewerbe.de: ZDK-Veranstaltung zur Nachhaltigkeit: Umsetzung im Kfz-Gewerbe . Online: https://www.kfzgewerbe.de/zdk-veranstaltung-zur-nachhaltigkeit-umsetzung-im-kfz-gewerbe . kfzgewerbe.de: ZDK-Vorstand definiert strategische Ziele bis 2030 . Online: https://www.kfzgewerbe.de/zdk-vorstand-definiert-strategische-ziele-bis-2030 . wasmitautos.com: Deine Ausbildung zum Kfz-Mechatroniker (m/w/d) . Online: https://www.wasmitautos.com/ausbildung/kfz-mechatroniker-in/ . Weitere verwendete Internetadressen arbeitsagentur.de: Kraftfahrzeugmechatroniker/in . Online: https://web.arbeitsagentur.de/berufenet/beruf/14799 . autohaus.de: Autoverwertung 2.0: "Wir sind mehr als bereit". Online: https://www.autohaus.de/nachrichten/schadenbusiness/autoverwertung-2-0-wir-sind-mehr-als-bereit-3455871?_gl=1*1kvuonn*_up*MQ..&gclid=EAIaIQobChMIsdqAu-DrggMVmkNBAh05dAjSEAAYASAAEgLF6_D_BwE . autohaus.de: Kfz-Handwerk startet Initiative: Nachhaltigkeitssiegel soll kommen . Online: https://www.autohaus.de/nachrichten/werkstatt/kfz-verbaende-starten-initiative-nachhaltigkeitssiegel-soll-kommen-3437260 . e-mobilbw.de: Zukunftsfähige Lieferketten und neue Wertschöpfungsstrukturen in der Automobilindustrie (2022). Online: https://www.e-mobilbw.de/fileadmin/media/e-mobilbw/Publikationen/Studien/Studie_Zukunftsfaehige_Lieferketten_und_neue_Wertschoepfungsstrukturen_in_der_Automobilindustrie.pdf . gruene-bundestag.de: "Klimafreundliche Produktion in der Automobilindustrie. Kurzstudie im Auftrag der Bundestagsfraktion Bündnis 90/Die Grünen" (2021). Online: https://www.gruene-bundestag.de/fileadmin/media/gruenebundestag_de/themen_az/mobilitaet/pdf/Kurzstudie_Klimaschutzstrategien_Automobilindustrie_Endfassung.pdf . handwerk.de: Karosserie- und Fahrzeugbaumechaniker*in . Online: https://www.handwerk.de/infos-zur-ausbildung/ausbildungsberufe/berufsprofile/karosserie-und-fahrzeugbaumechanikerin . handwerk.de: Klimaschutz und Nachhaltigkeit im Handwerk . Online: https://www.handwerk.de/ueber-das-handwerk/klimaschutz_und_nachhaltigkeit_im_handwerk . umweltbundesamt.de: Umweltrisiken und -auswirkungen in globalen Lieferketten deutscher Unternehmen – Branchenstudie Automobilindustrie (2022). Online: https://www.umweltbundesamt.de/sites/default/files/medien/1410/publikationen/2022-05-06_texte_56-2022_innovative_werkzeuge_lieferkette-branchenstudie_automobil.pdf . youtube.com: Nachhaltigkeit im Handwerk | Kraftfahrzeugmechatroniker Aaron - Nachhaltigkeit im KFZ-Gewerbe. Online: https://www.youtube.com/watch?v=5KkL7SJCNHc . Verwendete Literatur Brunner, Marc (2006). Strategisches Nachhaltigkeitsmanagement in der Automobilindustrie. Eine empirische Untersuchung . Wiesbaden: Deutscher Universitätsverlag. Clausen, Jens, Anna Grimm und Matthias Pfaff (2022). "Die erfolgreiche Transformation der Automobilbranche". Working Paper Forschungsförderung 253. Düsseldorf: Hans-Böckler-Stiftung. Koplin, Julia (2006). Nachhaltigkeit im Beschaffungsmanagement. Ein Konzept zur Integration von Umwelt- und Sozialstandards . Wiesbaden: Deutscher Universitätsverlag. Weiterführende Literatur Bozem, Karlheinz, Anna Nagl und Carsten Rennhak (2013). Energie für nachhaltige Mobilität. Trends und Konzepte . Wiesbaden: Springer Gabler. Köllner, Christiane. "Ohne Kupfer keine Mobilität". SpringerProfessional . Online: https://www.springerprofessional.de/werkstoffe/elektromobilitaet/ohne-kupfer-keine-mobilitaet/15433682 . Sackmann, Christoph. "Lithium, Kobalt, Nickel. Drei Wege, wie das E-Auto durch das Rohstoff-Nadelöhr kommt". Focus . Online: https://www.focus.de/auto/elektroauto/knappe-vorkommen-problematische-foerderung-lithium-kobalt-nickel-wo-die-rohstoffe-fuer-die-e-auto-wende-herkommen-sollen_id_184540748.html . Witzke, Sarah (2016). Carsharing und die Gesellschaft von Morgen. Ein umweltbewusster Umgang mit Automobilität? Wiesbaden: Springer Gabler.

  • Chemie

Hackathon #wirfuerschule – ein Erfahrungsbericht

Blog

Dr. Peter Kührt ist Lehrer an einer kaufmännischen Berufsschule in Nürnberg und unterrichtet Wirtschaftslehre, Sozialkunde und EDV bei Bankkaufleuten. Er hat am #wirfürschule Hackathon teilgenommen und berichtet in diesem Blog-Beitrag von seinen Erfahrungen und Arbeitsergebnissen. Die Schule der Zukunft entwerfen? Der hohen Politik Vorschläge zur Digitalisierung von Schule und Unterricht unterbreiten? So eine Chance hat man selten. Also auf zum "Hackathon #wirfuerschule" des Bundesministeriums für Bildung und Forschung. Dieser fand vom 08. bis 12. Juni 2020 statt. Was ist ein Hackathon? Von einem "Hackathon" hatte ich schon gehört, aber noch nie an einem teilgenommen. Eine solche Veranstaltung hat nichts mit Hacken beziehungsweise dem Ausspähen von Sicherheitslücken in IT-Programmen zu tun. Ziel eines Hackathons (auch Hack Day genannt) ist es, dass sich viele Leute an einem Vorhaben beteiligen, um möglichst kreative Lösungen für ein bestimmtes Problem zu entwickeln. In der Regel geschieht das auf einer Kommunikationsplattform im Internet. Im Falle des Hackathons wurde mit Slack kommuniziert und gearbeitet. Arbeitsgruppen bilden, Ziele definieren Das Problem in der Startphase des Hackathons besteht darin, Mitstreiterinnen und Mitstreiter für eine Idee beziehungsweise ein Vorhaben zu finden, an dem man dann gemeinsam arbeiten kann. Es ist allerdings alleine den Teilnehmerinnen und Teilnehmern überlassen, sich zu Gruppen zusammenzuschließen und gemeinsame Ziele zu formulieren. Das sorgte für ein wenig Durcheinander in den einzelnen Chat-Gruppen, in denen kommuniziert wurde. Ich empfand diese Startphase als ziemlich nervig. Deshalb habe ich in meiner Verzweiflung einfach einen neuen Kanal angelegt und war sehr froh, durch hin und her Posten relativ schnell noch einige Gleichgesinnte zu gewinnen , die ebenfalls an einer realistischen Vision für digitalen Unterricht und der dafür erforderlichen Lehreraus-, Lehrerfort- und -weiterbildung interessiert waren. Eine andere Gruppe, die mich anfangs eingeladen hatte, funktionierte leider überhaupt nicht und ich befürchte, dass viele Teilnehmerinnen und Teilnehmer bis zum Schluss der Veranstaltung keine passende Gruppe gefunden haben. Es gab nämlich keine Übersicht über alle Arbeitsgruppen. Diese Findungsphase sollte meines Erachtens von der Hackathon-Leitung aus besser gesteuert und transparenter gestaltet werden. In unserem Fall fanden sich dann etwa sieben Personen, die mit Posts und abendlichen Videokonferenzen versuchten, sich auf ein Ziel und ein Vorgehen zu verständigen und zu einigen. Wir einigten uns schon in der ersten Konferenz auf ein gemeinsames Konzept: Wir wollten aus einer Vorstellung eines anspruchsvollen digitalen Unterrichts nach den hierfür erforderlichen Kompetenzen für Lehrkräfte fragen und daraus dann einen entsprechenden Fortbildungsvorschlag ableiten. Der Beginn war gut, aber schon am Ende des zweiten Tages zerfaserte unsere Diskussion derart, dass die meisten von uns eigentlich keine Chance mehr sahen, in der verbleibenden Zeit von drei Tagen ein vernünftiges Arbeitsergebnis vorlegen zu können. Wie durch ein Wunder fanden wir dann am Morgen des dritten Tages den Entwurf eines Wettbewerbsbeitrages in unserem Verzeichnis, den eine Teilnehmerin erstellt hatte, die erst nachträglich zu unserer Gruppe gestoßen war. Ab dann ging es rasch und zielstrebig vorwärts. Wir führten keine breiten Diskussionen mehr, sondern überarbeiteten und ergänzten nur noch den Entwurf. Zusätzlich mussten wir dann noch eine Internetseite mit unserem Projektvorschlag, Grafiken und ein Video erstellen. In der kurzen Zeit geht so etwas nur arbeitsteilig. Jeder brachte seine individuellen Kenntnisse und Fähigkeiten ein und versuchte gleichzeitig, die Arbeiten der anderen noch zu verbessern. Ein Gewinn für alle Beteiligten Am Ende war es das Werk von fünf Personen. Für uns waren es sicherlich fünf aufregende Tage voller Arbeit, Überlegungen und Diskussionen. Unser Endergebnis kann sich sehen lassen: Wir haben mit " Tools & Buddies " ein praxisnahes und leicht zu verwirklichendes Konzept einer Internetplattform zur Lehrkräfte-Aus- und -Fortbildung entwickelt, die deutschlandweit und für alle Schularten und Fächer einsatzfähig wäre. Fazit Ich habe während dieser Tage zahlreiche Impulse für meine eigene Arbeit erhalten, dutzende Internet-Tools kennengelernt, von denen ich noch nie gehört hatte, und viele Denkanstöße und Erfahrungen von Kolleginnen und Kollegen erhalten, wie ich meinen eigenen Unterricht noch verbessern und pfiffiger gestalten könnte. Wenn man sich alle Projektvorschläge vor Augen hält, die in diesen fünf Tagen entstanden sind, muss ich trotz meiner anfänglichen Skepsis zugeben, dass diese Veranstaltung mit ihrem ungewöhnlichen Format und ihren 6.000 Teilnehmerinnen und Teilnehmern trotz aller Irrungen und Wirrungen tatsächlich etwas gebracht hat. Äußerst hilfreich war dabei, dass es sehr viele Coaches und Expertinnen und Experten gab, die – wenn nötig auf Nachfrage – Tipps und Hilfestellungen gaben.

  • Fächerübergreifend

35 Methoden-Tipps für lustbetontes Lernwort-Training

Fachartikel
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Der folgende Fachartikel nimmt Möglichkeiten des Abspeicherns von Lernwörtern unter die Lupe und erläutert kreative Zugänge für das Automatisieren von Lerninhalten. Die vorgestellten Trainingseinheiten sollen Schülerinnen und Schülern die Freude am Üben ermöglichen und sich ebenso durch das Lernen mit allen Sinnen positiv auf den Lernerfolg auswirken. Lernwort-Training ist sowohl im Deutschunterricht, als auch als Vokabeltraining des Fremdsprachenunterrichts enorm wichtig, um Wörter mit Rechtschreib-Besonderheiten auch visuell abzuspeichern. Denn manchmal gibt es in der deutschen Sprache Wörter, deren Schreibweise nicht aufgrund eines Regelverständnisses oder einer Ableitung klar ist. Oft lassen Lehrpersonen aus Mangel an Ideen die berüchtigten Karteikästen mit Lernwörtern beziehungsweise Vokabeln füllen, kreieren Arbeitsblätter oder wählen das Partnerdiktat als Übungsform. Dabei gäbe es zahlreiche Ideen für motivierendes Lernwort-Training . Eines sei vorweg genommen: Je witziger und unterhaltsamer die Aktion, umso mehr arbeitet das Gehirn mit. Die folgende Sammlung bietet einen guten Überblick über die Vielfältigkeit. Viele der hier angeführten Übungsformen müssen nicht immer erneut hergestellt werden – einmal das Material dazu erstellt oder gekauft, müssen in der weiteren Arbeit nur noch die Lernwörter getauscht werden. Für jüngere Kinder bietet es sich an, einen Lernwort-Trainingspass mit einigen ausgewählten Stationen herzustellen. Einmal foliert, kann mit einem wasserlöslichen Folienstift immer wieder darauf gearbeitet und im Anschluss auch gelöscht werden. Nach einigen Wochen werden dann neue Stationen hinzugefügt oder alle ausgetauscht. Viele der hier angeführten Übungen können ebenso bei der Erarbeitung von Buchstaben nützlich sein. Eine Vielzahl der Ideen, nämlich jene ohne großen Materialaufwand, können auch leicht im Distanz-Unterricht als Übungspaket für zu Hause adaptiert werden. unsichtbarer Riesenstift : In der Vorstellung wird das Lernwort mit einem riesigen unsichtbaren Stift mit ganzem Körpereinsatz in der Luft geschrieben. Zeitungsdetektiv : Die Lernenden suchen die Lernwörter in Zeitungen, schneiden sie aus oder fügen einzelne Buchstaben zu dem Lernwort zusammen. Wörter-Salat : In selbst gestalteten Kreuzworträtseln oder einem Buchstaben-Wirrwarr entdecken Schülerinnen und Schüler die Worte (LSEE: Esel). Geheimschrift : Über das Lernwort werden Flecken oder Klebepunkte gemalt oder geklebt. Die Kinder erraten, welches Wort sich darunter verbirgt. Bilder füllen : Der Umriss eines Bildes wird mit thematisch passenden Wörtern gefüllt. Eine Schatztruhe können die Lernenden zum Beispiel mit Wörtern wie "Schatz", "Gold" oder "Pirat" beziehungsweise den Umriss eines Löwen mit vielen "L" und "l" füllen. Partneransage mal anders : Die Kinder müssen hierfür das Finger-Alphabet der Gehörlosen-Sprache beherrschen ( beispielsweise mithilfe dieses Videos ). Ein Kind diktiert das Wort stumm, während die Partnerin oder der Partner es aufschreibt. Schriftproben : Das Lernwort wird mit Filzstiften auf einem A4-Blatt in vielen Varianten gestaltet, zum Beispiel ganz groß oder klein, dick oder dünn, ganz hoch oder ganz breit, mit der nicht dominanten Hand, mit verschiedenen Stiften, absichtlich zittrig, mit zwei Stiften in der Hand, mit dem Fuß oder mit geschlossenen Augen. Guckerl-Karten : In einer folierten, einfarbigen, bunten Karte befindet sich ein mit der Nagelschere ausgeschnittenes, zackiges Guckloch. Dahinter wird eine Karteikarte mit dem zu lernenden Wort gelegt, ohne dass sie vorher angesehen wird. Durch Verschieben der Lochkarte soll das Wort dahinter entdeckt und im Anschluss aufgeschrieben werden. Wörter hüpfen : Auf einer Betonfläche im Freien wird ein Raster mit allen Buchstaben gemalt. Die Lernwörter sollen gehüpft und im Anschluss – vielleicht auch von einem Partner oder einer Partnerin – notiert werden. Wörter legen : Mit verschiedenen Materialien werden die Lernwörter gelegt. Je außergewöhnlicher, desto besser! Denkbar sind nasse Wollfäden, mit aneinander hängenden Büroklammern und Vieles mehr. Rollbrett-Sause : Mit einem Rollbrett oder anderem fahrbaren Gefährt fahren die Lernenden zu einem bestimmten Ort, holen das Wort, fahren zurück und schreiben das Lernwort am Ausgangspunkt im Liegen. Murmelspiel : In einen großen Schuhschachtel-Deckel werden Hindernisse wie Legosteine, Knöpfe oder Moosgummi-Teile geklebt. Außerdem werden Kärtchen mit Lernwörtern hineingelegt. Nun balancieren die Schülerinnen und Schüler eine Murmel durch das entstandene Labyrinth. Das Lernwort, bei dem die Murmel erstmals gestoppt wird, wird aufgeschrieben. Schreiben auf Zeit : Solange die Sanduhr oder Eieruhr läuft, notieren die Lernenden möglichst viele Lernwörter. Ein Zeitrahmen von maximal einer Minute und 30 Sekunden bietet sich an. In Wettbewerbsform können die Schülerinnen und Schüler vergleichen, wer die meisten fehlerfreien Wörter schafft. Schleichdiktat : Analog zur "Rollbrett-Sause" werden diesmal mit verschiedenen Bewegungsarten die Distanzen durch den Raum überwunden: schleichen, kriechen, hüpfen, rückwärts gehen, auf einem Bein ... Schreiben auf der Magnet-Tafel : Lernwörter werden beispielsweise auf eine Zauber-Tafel geschrieben. Autobahn : Mit Spielzeug-Autos wird das Wort groß am Boden nachgefahren. Eventuell kann man mit Malerkrepp Bahnen vorgeben. Körperkunst : Die Lernenden lassen sich ein Lernwort von jemandem auf Rücken, Bauch, Arm und Bein schreiben – entweder imaginär oder mit Hautcreme – und versuchen es zu erraten. Flohhüpf- oder Froschhüpfspiel : Lernwörter-Kärtchen werden auf dem Boden verteilt. Die Schülerinnen und Schüler versuchen mit einem Frosch- oder Flohsprung ein Kärtchen zu erreichen. Treffen sie ein Wort, schreiben sie es dreimal auf. Wirf mich ab : Bei dieser Variante werden in Hüpf-Felder Lernwörter gelegt und ein Stein geworfen. Das getroffene Feld wird beim Hüpfen ausgelassen. Abschließend wird das Wort dreimal aufgeschrieben. Farbmerkspiel : Unter sechs Farbkärtchen werden Lernwörter versteckt. Mit einem Farbwürfel wird eine Farbe gewürfelt und geraten, welches Lernwort sich darunter versteckt. Liegt man richtig, muss man das Wort nicht notieren, liegt man falsch, muss das Lernwort aufgeschrieben werden. Computer-Schrift : Die Lernwörter werden am Computer geschrieben und kreativ formatiert. Kreisel-Spiel : Die Lehrkraft dreht einen Kreisel. Solange er sich dreht, notieren die Lernenden beliebig viele Lernwörter. Wenn der Kreisel umfällt, wird mit dem Schreiben aufgehört. Nun kann verglichen werden, wer die meisten Wörter richtig notiert hat. Lupenwörter : Mehrere Wörter werden ganz klein ausgedruckt, zum Beispiel in Schriftgröße 4, und in eine Becherlupe gegeben – die Lernwörter, die von den Schülerinnen und Schülern entdeckt werden können, werden aufgeschrieben. Geheimschriften : Die Lernwörter werden mit verschiedenen Geheimschriften geschrieben, beispielsweise mit einem nassen Pinsel an der Tafel oder mit einer Taschenlampe im dunklen Raum an die Wand. besondere Stifte verwenden : Mit Riesenbleistiften, mehrfarbigen Kugelschreibern, einer großen Feder mit Tusche, mit Strohhalmen und Farbe, mit Schwämmen oder Wackelstiften werden die Lernwörter geschrieben. Teamwork : Zwei Lernende halten einen Stift und schreiben ein Lernwort gemeinsam auf. Wörter auf- und abbauen : W – Wi – Wit – Witz | Witz – Wit – Wi – W Pantomime : Die Schülerinnen und Schüler stellen die Lernwörter pantomimisch dar und erraten sie. Das ratende Kind schreibt das vermutete Lernwort auf und zeigt es der oder dem Darstellenden, um das Rätsel aufzulösen. Scrabbel : Aus möglichst vielen Lernwörtern soll ein zusammenhängendes Scrabbel-Bild entstehen. Wörter klatschen : Lernwörter liegen auf dem Tisch verteilt. Eine Fliegenklatsche wird mit geschlossenen Augen auf den Tisch geklatscht. Das getroffene Lernwort soll aufgeschrieben werden. Wortformen erraten : Das Lernwort soll mit sehr zarten Bleistiftlinien in Blockbuchstaben geschrieben werden. Um die Bleistiftlinien herum wird der Wortrahmen mit Filzstift gezeichnet; anschließend wird das Bleistift-Wort ausradiert. Wer erkennt das Lernwort nur anhand der Umrisse? verwehte Buchstaben : In einem Kuvert befinden sich die Buchstaben von ein oder zwei Lernwörtern. Die Schülerinnen und Schüler sollen die Wörter erraten. Gedächtnis-Foto schießen : Sechs Lernwörter werden auf dem Tisch verteilt. In Partner- oder Gruppenarbeit prägen sich die Schülerinnen und Schüler die Wörter ein. Dann werden die Augen geschlossen und ein Kind nimmt eines der Lernwort-Kärtchen weg. Alle anderen raten nun, welches Wort entfernt wurde und schreiben das vermutete Wort auf. Schwieriger wird es, wenn die übrigen Kärtchen auf dem Tisch nach jeder Runde zusätzlich durchmischt werden. Wohin schreib ich es? : Die Lernenden finden außergewöhnliche Plätze, wo die Lernwörter hingeschrieben und fotografiert werden dürfen, zum Beispiel auf die beschlagene Duschwand, mit Kreide auf den Straßenboden, auf ein Plakat im Zimmer, mit Rasierschaum in die Badewanne, auf den Kühlschrank mit Post-Its oder auf die Abschnitte der Klopapierrolle. Lernwort-Hase : In der Wohnung oder dem Klassenraum werden Lernwort-Kärtchen versteckt. Die Eieruhr wird auf vier Minuten gestellt, in denen die Kinder die Wörter suchen dürfen. Alle Lernwörter, die nicht gefunden wurden, müssen im Anschluss notiert werden. Nicht vergessen: In der ersten Klasse reichen ein bis drei Lernwörter pro Woche , in der zweiten Klasse vier bis sechs Lernwörter , in der dritten Klasse sechs bis acht Wörter und in der vierten Klasse maximal acht bis zehn Lernwörter . Die dauerhafte Abspeicherung ist oft deshalb nicht gegeben, weil sich Lehrpersonen nach den Vorgaben aus Lehrwerken richten und Verlage hier oft viel zu viele Wörter vorschlagen. Man versucht den Grundwortschatz möglichst rasch aufzubauen, um die Fehlerquote in Texten der Schülerinnen und Schüler zu reduzieren. Doch lieber sei die Zeit in eine gute und sichere Wörterbucharbeit und umfangreiches Lesen investiert. Wenn das Kind wirklich rasch nachschlagen kann und dies laufend trainiert wird, aber auch viel und gerne liest, hilft das dem Grundwortschatz, wie auch dem Verfassen von Texten. Weniger Lernwörter , die dafür aber gut abgespeichert sind, sind für den Wortschatz weitaus wertvoller.

  • Deutsch / Kommunikation / Lesen & Schreiben / DaF / DaZ

Venus - Beobachtung der Phasen unseres Nachbarn

Unterrichtseinheit

Der Wechsel der Venusphasen und die Metamorphose vom Abend- zum Morgenstern bieten ein astronomisches Lehrstück und schulen das räumliche Verständnis. "Sie loderte silbern, entsandte verfliegende Strahlen, brannte in Zacken, und eine längere Flamme schien gleich der Spitze eines Speeres obenauf ihr zu stehen" - so beschreibt Thomas Mann (1875-1955) die Erscheinung der Venus am Himmel über Kanaan in dem Roman "Joseph und seine Brüder". Nach Sonne und Mond ist unser Nachbarplanet das hellste Objekt am Himmel, aber nicht zu jeder Zeit: Bedingt durch die innerhalb der Erdbahn gelegene Umlaufbahn zeigt Venus verschiedene Phasen (Vollvenus, Halbvenus, Neuvenus) und dabei eine erhebliche Veränderung des scheinbaren Durchmessers. Zum Zeitpunkt ihres größten Glanzes erscheint Venus als breite Sichel. Informationen zur Sichtbarkeit des Planeten am Abendhimmel finden Sie unter Links und Literatur . Zur Vorbereitung der Beobachtung können mithilfe kostenfreier Planetarium-Software (z.B. Stellarium ) Simulationen durchgeführt und Sternkarten ausgedruckt werden. Beobachtung ohne optische Hilfsmittel Eine Beobachtung der Venus über einen längeren Zeitraum, insbesondere die "Metamorphose" vom Morgenstern zum Abendstern - bietet ein schönes astronomisches Lehrstück. Schülerinnen und Schüler können die Dynamik des Sonnensystems dabei ganz ohne optische Hilfsmittel erleben. Sie verstehen den Wandel vom Abend- zum Morgenstern als Projektion eines einfachen Manövers an die Himmelskugel: Venus überholt die Erde auf der "Innenbahn". Ausführliche Hinweise zur Beobachtung und Dokumentation von Planetenbewegungen über einen längeren Zeitraum finden Sie in dem Beitrag zur Allgemeine Hinweise zur Planetenbeobachtung . Beobachtung der Venusphasen Mit dem bloßen Auge sind im Laufe von Wochen und Monaten lediglich deutliche Veränderungen der Venushelligkeit erkennbar. Das zugrunde liegende Zusammenspiel von Venusgröße und -phase offenbart sich allerdings erst beim Blick durch optische Hilfsmittel. Wenn Sie keinen Zugriff auf ein Amateurteleskop haben, bietet sich ein Besuch in der nächsten Volkssternwarte an. Falls Sie Hobby-Ornithologen im Kollegium oder Freundeskreis haben: Auch mit einem guten Spektiv lassen sich die Phasen der Venus beobachten. Die schlanke Sichel der erdnahen Venus ist sogar schon mit einem guten Feldstecher (10-fache Vergrößerung) erkennbar. Besonders Scharfsichtigen soll dies sogar mit bloßem Auge gelingen - darauf bezieht sich möglicherweise auch Thomas Manns Beschreibung. Auf den Spuren von Galileo Galilei und Simon Marius Auch ohne die Einbettung in ein längeres Beobachtungsprojekt lohnt es sich, die Schülerinnen und Schüler einen Blick auf die Sichelform des strahlenden Planeten werfen zu lassen. Dabei wandeln sie in den Fußstapfen bedeutender Vorgänger: Galileo Galilei (1564-1642) und der weniger bekannte deutsche Astronom Simon Marius (1573-1624) entdeckten 1610 mit den ersten Fernrohren nahezu zeitgleich die Venusphasen - eine Beobachtung, die zum Sturz des geozentrischen und zur Untermauerung des heliozentrischen Weltbildes beitrug. Entstehung der Venusphasen Geometrische Betrachtungen zur Perspektive unseres Blicks auf die Venus veranschaulichen die Entstehung der Venusphasen. Die Erforschung des Planeten Die Atmosphäre gleicht einem heißen Ozean, der eine dämmrige und von erstarrten Lavaflüssen geprägte Landschaft bedeckt. Die Schülerinnen und Schüler sollen Bewegung und Phasen der Venus durch die Bahngeometrie erklären können und ihr räumliches Vorstellungsvermögen schulen. erläutern können, warum die Entdeckung der Venusphasen durch Galileo Galilei (1564-1642) und Simon Marius (1573-1624) das heliozentrische Weltbild unterstützte. die schon in der Dämmerung strahlende Venus mit eigenen Augen betrachten und - wenn möglich - mithilfe geeigneter optischer Instrumente die Sichelform des Planeten beobachten. die charakteristischen Eigenschaften der Venusatmosphäre und -oberfläche kennen lernen und den Planeten nicht nur als Lichtpunkt betrachten, sondern in ihm eine fremde Welt erkennen. eine astronomische Beobachtung gemeinsam planen und zusammen mit Mitschülern, Lehrpersonen, Eltern, Freundinnen oder Freunden erleben. Planetarium-Software als Werkzeug zur Planung astronomischer Beobachtungen kennen und nutzen lernen. Thema Beobachtung der Venus Autor Dr. André Diesel Fächer Naturwissenschaften ("Nawi"), Astronomie, Astronomie AG Zielgruppe Sekundarstufe I und II Zeitraum variabel: vom einmaligen Beobachtungsabend bis hin zur Dokumentation der Venusbahn über Wochen oder Monate Technische Voraussetzungen Beobachtung mit dem bloßen Auge oder einem guten Feldstecher (dieser ermöglicht zumindest die Betrachtung der schmalen Venussichel); Spektive (40-60-fache Vergrößerung) und kleine Amateurteleskope lassen alle Venusphasen erkennen. Software Planetarium-Software zur Vorbereitung (Beamerpräsentation) oder zum Ausdrucken von Himmelskarten, zum Beispiel Stellarium (kostenfreier Download) Untere und Obere Konjunktion Die innerhalb der Erdbahn kreisende Venus "pendelt" von uns aus gesehen zwischen der größten westlichen und der größten östlichen Elongation hin und her (Abb. 1). Im Gegensatz zu Mars und den äußeren Planeten ist bei Venus und Merkur zwischen der unteren und der oberen Konjunktion zu unterscheiden. In den Zeiten um beide Konjunktionen befinden sich die inneren Planeten nahe bei der Sonne am Taghimmel und sind nicht zu beobachten (ähnlich der "Neumondsituation"). Zum Zeitpunkt der unteren Konjunktion ist Venus etwa 40 Millionen Kilometer von der Erde entfernt, zum Zeitpunkt der oberen Konjunktion etwa 150 Millionen Kilometer. Daraus ergeben sich die deutlichen Änderungen des scheinbaren Durchmessers des Planetenscheibchens an unserer Himmelskugel. Venustransite Wenn sich Merkur oder Venus zum Zeitpunkt der unteren Konjunktion genau zwischen Erde und Sonne befinden, ist ein so genannter Transit zu beobachten: Der Planet wandert als schwarzes Scheibchen über die Sonnenscheibe. Aufgrund der nicht ganz identischen Bahnebenen der Planeten geschieht dies jedoch nur selten (aus demselben Grund haben wir auch nicht bei jedem Neumond eine Sonnenfinsternis). Abb. 2 zeigt den Venustransit von 2004, aufgenommen von einer Schülergruppe am Gymnasium Isernhagen (Niedersachsen). Der nächste Venustransit am 6. Juni 2012 ist, wenn die Sonne in Mitteleuropa aufgeht, schon fast beendet. Der nächste Merkurtransit am 09. Mai 2016 kann dagegen vollständig beobachtet werden. Solche Beobachtungen sind nur mit geeigneten Schutzbrillen und Instrumenten möglich! Phasen der Venus Java-Applet zur Entstehung der Venusphasen Ein Java-Applet von Rob Scharein veranschaulicht dynamisch die Entstehung der Phasen bei den inneren Planeten Venus und Merkur. Sonne, Erde und die Bewegung des inneren Planeten werden in der Aufsicht dargestellt. Zeitgleich sieht man - aus der Perspektive irdischer Beobachter - die Entwicklung der Phasen und die Veränderungen der Größe des Planetenscheibchens. Java-Applet "Phases of the inner planets" (Astronomy and Physics Simulations) Klicken Sie auf der Website von Rob Scharein unter "Solar system explorer" auf das Saturn-Icon vor "Phases of the inner planets". Venus benötigt für die Umrundung der Sonne 243 Tage und um sich einmal um sich selbst zu drehen 225 Tage. Der Drehsinn der Eigenrotation ist bei ihr - als einzigem Planeten - retrograd: Die Sonne geht also im Westen auf und im Osten unter. Daraus ergibt sich, dass auf der Venusoberfläche alle 117 Tage die Sonne aufgeht. Die Ursache für die retrograde Rotation ist nicht bekannt - möglicherweise war hier eine Kollision im Spiel. Ein "Venuszyklus" am Erdhimmel dauert länger als ein Venusjahr, da sich die Erde während eines Venusjahrs ja auch weiterbewegt: Von Neuvenus zu Neuvenus vergehen 584 Erdentage. Im Gegensatz zu den anderen Planeten zeigen Venus und Merkur aufgrund ihrer innerhalb der Erdbahn liegenden Bewegung um die Sonne Phasen: Etwa während der größten östlichen Elongation (siehe Abb. 1) ist eine abnehmende Halbvenus als auffälliger Abendstern zu beobachten. Um den Zeitpunkt der größten westlichen Elongation ist eine zunehmende Halbvenus als Morgenstern zu sehen. Vor oder nach der unteren Konjunktion erscheint Venus (kurz nach Sonnenuntergang beziehungsweise kurz vor Sonnenaufgang) als große, aber sehr schmale Sichel. Um die obere Konjunktion herum erscheint das Planetenscheibchen dagegen voll beleuchtet, aber sehr klein und ist dadurch in der Dämmerung sehr unauffällig. Durch das Zusammenspiel von Entfernung und Beleuchtung (Phase) des Planeten kommen die großen Helligkeitsschwankungen der Venus zustande. An einem bestimmten Punkt zwischen unterer und oberer Konjunktion erstrahlt Venus in ihrem größten Glanz. Zu diesem Zeitpunkt sind 28 Prozent der uns zugewandten Seite des Planeten beleuchtet (Venus erscheint dann als breite Sichel). Abb. 3 zeigt die Entwicklung der abnehmenden Venus bis hin zur scharfen Sichelform. Die Aufnahmen stammen von Jens Hackmann. Weitere Astronomie-Fotos finden Sie auf seiner Homepage: Undurchdringliche Wolkenschicht Venus wird von dichten Wolken eingehüllt, die Teleskopen den Blick auf die Oberfläche verwehren und den Planeten als "Billardkugel" erscheinen lassen. Abb. 4 zeigt ein Venus-Portrait, aufgenommen von der NASA-Sonde Mariner 10. Die dichte Wolkendecke sorgte vor der Ära der Raumsonden für vielfältige Spekulationen. So vermutete man unter den Wolken eine Landschaft, die der der "Urerde" vor 200 Millionen Jahren entsprechen sollte, bedeckt von dampfenden Dschungeln, durch die saurierähnliche Geschöpfe stapfen sollten. Die Wolkendecke macht Venus nicht nur geheimnisvoll, sondern sorgt auch für den strahlenden Glanz des Planeten an unserem Himmel: Drei Viertel des Sonnenlichtes werden von den Wolken reflektiert. Planet im Fieber Als 1970 erstmals eine russische Raumsonde auf der Nachtseite des Planeten landete (Venera 7), meldete sie eine Temperatur von 475 Grad Celsius und den enormen Druck von 90 Erdatmosphären - das entspricht etwa dem Druck in 900 Metern Wassertiefe. Zwei Jahre später schickte eine weitere russische Sonde ähnliche Werte von der Tagesseite. Unter den dampfdruckkesselartigen Bedingungen verhält sich die Atmosphäre wie ein heißer Ozean, der die Temperaturunterschiede zwischen Tag- und Nachtseite ausgleicht. Die Zusammensetzung der Atmosphäre - 96 Prozent Kohlenstoffdioxid! - macht Venus zur perfekten Strahlungsfalle, die den Planeten in ein Dauerfieber versetzt. Der Treibhauseffekt wird noch verstärkt von Wasserdampfspuren und den Wolken aus 80-prozentiger Schwefelsäure, die die von der Oberfläche reflektierte Strahlung nicht in den Weltraum entkommen lassen. Der Schwefel wurde ursprünglich durch vulkanische Aktivitäten in Form von Schwefeldioxid ausgestoßen. Turbulente Atmosphäre Die amerikanischen Pionier-Sonden erkundeten in den siebziger Jahren die Zusammensetzung der Venusatmosphäre. Die von der Erde aus sichtbaren Wolken befinden sich etwa 65 Kilometer über der Oberfläche und werden von heftigen Winden (350 Kilometer pro Stunde) in nur vier Tagen um den gesamten Planeten gejagt. Wenige Kilometer darunter gehen die Wolken in eine gelbliche Dunstschicht über, die möglicherweise aus Schwefelsäuretröpfchen besteht. Etwa 50 Kilometer über der Oberfläche findet sich die dichteste Wolkenschicht. Aus ihr fällt ständig saurer Regen, der jedoch verdampft bevor er die Oberfläche erreicht. Auf dieser sind die Winde eher schwach (wenige Stundenkilometer). Die 2005 gestartete ESA-Sonde Venus Express umkreist den Planeten und erforscht dessen Atmosphäre und Klima genauer. Abb. 5 zeigt ein Wirbelsturmsystem, das von der Sonde fotografiert wurde. Blitzgewitter und dämmrige Tage Unterhalb der Wolken erzeugen zahlreiche Blitze ein verschwommenes Glühen - dass es dabei heftig grollen muss, kann man sich vorstellen. Nur ein Prozent des Sonnenlichts erreicht die Venusoberfläche. Hier ist es immer dämmrig, etwa wie an einem wolkenverhangenen Tag auf der Erde. Eine junge vulkanische Landschaft Die ersten Fotos der Oberfläche machten russische Raumsonden in den siebziger Jahren. Viele Bilder finden Sie auf der Website von Don P. Mitchell (siehe unten). Eine systematische Untersuchung der Oberfläche erfolgte durch die NASA-Sonde Magellan in den Jahren 1989 bis 1994. Die Sonde umkreiste den Planeten und durchdrang mit ihrem Radarauge die dichte Wolkendecke. Aus den gewonnenen Daten wurde eine detaillierte Karte erstellt, die 98 Prozent der Venusoberfläche erfasst. Von erstarrten Lavaströmen bedeckte Ebenen prägen weite Teile des Planeten. Es gibt aber auch Hochebenen, Gebirge und Vulkane. Der Computer kann aus den Radardaten dreidimensionale Reliefs berechnen und aus jeder gewünschten Perspektive darstellen. Abb. 6 zeigt ein solches Bild von Maat Mons, dem mit acht Kilometern höchsten Vulkan der Venus. 85 Prozent der Planetenoberfläche scheinen vor erst 500-800 Millionen Jahren aus einer gigantischen Lavaflut hervorgegangen zu sein, die das Vorgängerrelief kilometerdick bedeckte. Globaler Katastrophenzyklus oder langsames Ausklingen des Vulkanismus? Die von der Erde bekannte Plattentektonik gibt es auf der Venus nicht. Einige Wissenschaftler vermuten daher, dass die vulkanische Freisetzung von Wärme auf der Venus nicht - wie auf der Erde - kontinuierlich erfolgt. Sie glauben, dass Venus ihren geologischen Wärmehaushalt über einen periodischen Vulkanismus reguliert, der in heftigen Schüben ausbricht und dabei die Oberfläche des Planeten rundum erneuert. Andere Wissenschaftler favorisieren dagegen ein langsames Ausklingen der vulkanischen Aktivitäten während der letzten zwei Milliarden Jahre. Beide Hypothesen erklären, warum Einschlagkrater von Meteoriten auf der Venusoberfläche nicht älter als etwa 750 Millionen Jahre sind. Literatur Die astronomischen Jahrbücher informieren über die wesentlichen Ereignisse und deren Begleitumstände: Ahnert Astronomisches Jahrbuch, Spektrum der Wissenschaft Verlagsgesellschaft (Heidelberg) Keller Kosmos Himmelsjahr, Kosmos Verlag (Stuttgart)

  • Physik / Astronomie
  • Sekundarstufe I, Sekundarstufe II

Kinderkirchenführer recherchieren, planen und erstellen

Unterrichtseinheit

Im Rahmen dieser Unterrichtseinheit erarbeiten Schülerinnen und Schüler einen Kinderkirchenführer einer exemplarischen Kirche in der Nähe ihrer Schule.Die katholische Liebfrauenkirche in Bielefeld, die katholischen Kirchen St. Johannes Baptist in Delbrück, St. Laurentius in Thüle und St. Landolinus in Boke sowie die syrisch-orthodoxe Kirche St. Malke in Delbrück wurden von Schülerinnen und Schülern der Jahrgänge 8 und 11 nach Epochen in der Kirchenarchitektur, nach Außen- und Innenfassade sowie nach Ausmalung und Ausstattung fotografiert und beschrieben, die Ergebnisse wurden in didaktisch-unterhaltsamer Form als Kinderkirchenführer aufbereitet. Diese Unterrichtseinheit gibt Anregungen zur Einführung in die Thematik des Kirchenbaus für Klasse 7 bis 12, stellt Arbeitsblätter zur Durchführung des Projekts zur Verfügung und bietet weiterführende Links zur vertiefenden Arbeit im Religions-, Geschichts- oder Kunstunterricht an.Für die Bedeutung des Themas "grundlegende Kenntnisse der christlichen Kirchenarchitektur und Analyse regionaler Kirchen" seien die "alten" Lehrpläne der gymnasialen Oberstufe für Katholische Religionslehre in Nordrhein-Westfalen zitiert. Sie fassen kumulativ das Wissen zusammen, dass sich auch jüngere Schülerinnen und Schüler im Religionsunterricht in diesem Bereich erarbeitet haben sollten. Zudem sollen sie in Zeiten des Zentralabiturs exemplarisch verdeutlichen, welche Lernziele sich mit einem solchen Projekt verwirklichen lassen. Die Lernziele des Projekts Die mediendidaktisch und fachübergreifend angelegte Unterrichtseinheit kann ab Klasse 7 eingesetzt werden und wurde als solche auch in der Praxis erprobt. Der Einstieg ins Thema Zum Einstieg recherchieren die Lernenden die regionalen Kirchen sowie ihre Gemeinden im Internet. Wiederholung und Vorbereitung Nachdem die bislang behandelten Inhalte vertieft wurden, können die Schülerinnen und Schüler selbst aktiv werden. Die letzten Arbeitsschritte Nun müssen die Ergebnisse gesichert, aufbereitet, revidiert und vervollständigt werden. Als sinnvoll haben sich dabei externe Rückmeldungen erwiesen. Die Schülerinnen und Schüler recherchieren regionale Kirchen und Gemeinden im Internet, um sich einen ersten Überblick über das Thema zu verschaffen. erarbeiten sich Grundbegriffe der Kirchenarchitektur, indem sie die drei Hauptepochen exemplarisch definieren (Romanik, Barock, Gotik). dokumentieren in Gruppenarbeit selbstverantwortlich Elemente der Kirche (Außen-, Innenraum, Figuren, Malerei, Altäre und so weiter) und erläutern sie verständlich. stellen ihre Vorstellungen eines idealtypischen Kirchenbaus dar, indem sie anhand eines standardisierten Kirchengrundrisses ihre bisher erworbenen Kenntnisse auf diesem Gebiet "epochenunabhängig" einsetzen, um eine Innenausstattung einzurichten. werden selbst aktiv und entwerfen einen Kirchengrundriss sowie eine passende Innenausstattung. wenden ihr erworbenes Wissen der Kirchenarchitektur praktisch an, indem sie einen anschaulichen und motivierenden Kinderkirchenführer für eine exemplarische Kirche in ihrer Umgebung gestalten und publizieren. Verstehen und Reflektieren des Glaubens Primär geht es um "das Verstehen und Reflektieren des Glaubens mit seinen anthropologischen und historischen Bedingungen und Folgen", weiterhin um die "Imagination und Symbolkraft im differenzierten Umgang mit religiöser Sprache, Bildwelt und Musik", so die Richtlinien und Lehrpläne für das Fach Katholische Religionslehre in Nordrhein-Westfalen (Seite 6). Die Kirche und ihre Aufgabe in der Welt Durch die haptische Erfahrung in Form des Projekts wird dabei gleichzeitig "die Sensibilität für Sinneserfahrungen und ganzheitliches Erleben" (Seite 6) gefördert. Die Themen "Die Kirche und ihre Aufgabe in der Welt" - "Ursprung der Kirche, Auftrag der Kirche - Wirklichkeit der Kirche" (Seite 17) werden dabei dahingehend behandelt, dass "an verschiedenen Beispielen […] ersichtlich werden [kann], dass Handeln aus dem Glauben nicht nur individuell zu verstehen ist, sondern auch die 'Gemeinschaft der Glaubenden' in ihrer sakramentalen Struktur betrifft" (Seite 45). Die mediendidaktisch, fachübergreifend und projektartig angelegte Unterrichtseinheit setzt Grundkenntnisse der Lernenden im Bereich der Bild- und Textverarbeitung sowie ein fundamentales Verständnis von Fachbegriffen und Fremdworten oder die Fähigkeit voraus, sich diese über Lexika oder Internetrecherche zu erschließen. Sie kann in der vorliegenden Form daher ab Klasse 7 eingesetzt werden und wurde als solche auch in der Praxis erprobt. Je nach Leistungsbereitschaft und -fähigkeit der Lernenden können die Materialien und Anforderungen im Schwierigkeitsgrad unterschiedlich eingesetzt werden. Aktivität einfacher anspruchsvoller Im Internet regionale Kirchen recherchieren (1. Stunde) X Hauskirche des Urchristentums (1. Stunde) X Recherche der Epochen des Kirchenbaus (2. Stunde) X Exemplarische Kirchenbauten der Epochen (2. Stunde) X Präsentation von Epochen (3. bis 6. Stunde) X Präsentation exemplarischer Kirchenbauten (3.-6. Stunde) X Kirchenmodell einrichten (7. Stunde) X Innenausstattung der Kirche vorstellen (7. Stunde) X Schriftliche Übung X Leitlinien für den modernen Kirchenbau (8. Stunde) X Kirchenmodell neu entwerfen (9. bis 10. Stunde) X Stellungnahme zum Paulus-Zitat (10. Stunde) X Kinderkirchenführer (11. bis 13. Stunde) planen, Kirchenführung wahrnehmen, Fotos und Texte vorbereiten (14. bis 16. Stunde) X Präsentation und Korrektur der Ergebnisse (17. bis 18. Stunde) X Fertigstellung (19. Stunde) X Ausdruck, Falten, Verteilen des Kirchenführers (20. Stunde) X Arbeitshypothese selbst herleiten Über den Vergleich erster Ergebnisse können die Lernenden die Arbeitshypothese idealerweise selbst herleiten, ehe der Anfang des christlichen Kirchenbaus, die Hauskirche, exemplarisch behandelt wird. Hierzu kann die Lehrkraft wahlweise den Link auf eine entsprechende Informationsseite im Netz zum Lesen vorgeben oder aus diesem Material ein eigenes Arbeitsblatt, erstellen und verteilen. Intensive Beschäftigung mit Epochen In der darauffolgenden Stunde sollen sich die Schülerinnen und Schüler eigenständig mit den weiterführenden Epochen der Kirchenarchitektur beschäftigen. Je nach Interesse der Lehrkraft kann hier, fachübergreifend zum Fach Geschichte, auf die Konstantinische Wende Bezug genommen werden. Weitere Kleingruppen können entstehen Die anschließende Internetrecherche zu typischen Merkmalen der großen Epochen Romanik, Barock und Gotik soll dabei mit der späteren Präsentation jeweils einer Kirche aus diesen Epochen verbunden werden. Aus der eigenen Unterrichtspraxis möchte ich an dieser Stelle ergänzen, dass bei älteren Schülerinnen und Schülern zum Teil durch die Auswahl der Kirchenbauten auch weitere Kleingruppen, beispielsweise zum Thema der Gegenreformation, gebildet wurden. Bei jüngeren Lernenden habe ich die Auswahl der Kirchen mit bestimmt. Der Hinweis auf Lexika und Handbücher, die zusätzlich zur Internetrecherche zur Verfügung stehen sollten, habe ich seinerzeit über die Schüler- sowie die Lehrerbücherei organisiert sowie dabei fachübergreifend auch Kolleginnen und Kollegen der Kunstwissenschaften angesprochen. Die Präsentation kann mittels PowerPoint oder, für jüngere Schülerinnen und Schüler einfacher praktikabel, über Folien erfolgen. In jedem Fall sollte eine Sicherung der Ergebnisse, etwa in Form eines übersichtlichen Handouts, für alle Lernenden geschehen (Vorgabe: 1. Hälfte der Seite allgemeine Merkmale zur Epoche und Daten zur exemplarischen Kirche, 2. Hälfte des Handouts: Fotos und Internetlinks, Literaturnachweis). Die Reduktion auf eine Seite ist didaktisch sinnvoll, damit die Material- und Informationsfülle nicht überhand nimmt und für die Zuhörerinnen und Zuhörer "lernbar" bleibt. Wiederholung der ersten Stunden In der siebten Unterrichtsstunde wird anhand eines einfachen Grundriss-Modells (Arbeitsblatt 1) das Bisherige wiederholt und im Hinblick auf den modernen Kirchenbau diskutiert. Die Lernenden benennen zunächst selbst Elemente der Innenausrichtung, ehe sie sie anhand von Arbeitsblatt 2 wichtige Informationen über Form und Funktion dieser Elemente erhalten und zusammenfassen (mögliche Lösung: Arbeitsblatt 4). Arbeitsblatt 3 kann in der achten Unterrichtsstunde durch einige einfache Wissensfragen abgefragt werden, ehe sich die Lernenden mit den offiziellen Leitlinien des modernen Kirchenbaus beschäftigen (Arbeitsblatt 5). Schülerinnen und Schüler entwerfen ein eigenes Kirchenmodell Auf Grundlage dieses Vorwissens sollten sie motiviert sein, selbst das Kirchemodell einzurichten und die Einrichtung zu begründen sowie, in der danach folgenden Doppelstunde, ein "kreatives" Kirchenmodell selbst zu entwerfen. Die Präsentation im Plenum soll zur Diskussion anregen. Als Abschluss kann die Lehrkraft die Frage des Paulus zitieren: "Wisst ihr nicht, dass ihr Gottes Tempel seid und der Geist Gottes in euch wohnt?" (1 Kor 3,16, siehe Arbeitsblatt 6) - je nach Interpretation eine Infragestellung des institutionalisierten Kirchenbaus. Eine geeignete Kirche wird ausgesucht Ab der elften Stunde wird nun das Projekt des Kinderkirchenführers in Angriff genommen. Dabei wird zunächst ein Kirchenbau gemeinsam ausgewählt, der aus organisatorischen Gründen idealerweise nahe der Schule liegen sollte. Anschließend teilen sich die Lernenden in Gruppen auf, in denen sie die Kirche analysieren und auf dem verständlichen Niveau für jüngere Kinder präsentieren wollen. Mögliche Kleingruppen können dabei sein: Administratoren für lo-net² / spätere Redaktion Außenfassade Umgebende Bauten (beispielsweise Pfarrei) und Organisation der Kirchenführung Grundriss (mit Kenntlichmachung der Innenausstattung) Innenausstattung: Figuren (eventuell Kirchenpatron) Kreuzweg, Kirchenfenster Orgel, Beichtstühle Hauptaltar Nebenaltäre Malereien, Schnitzereien Sonstiges (zum Beispiel Besonderheiten der Kirche: Umbauten, Grabplatten und so weiter.) Eigene Kirchenführung empfohlen Die Gruppen schießen nun Fotos der Kirche (etwa mit einem Handy), mache diese in lo-net² allen zugänglich (Dateien unter Umständen komprimieren!) und verfassen Texte. Eine offizielle Kirchenführung kann gegebenenfalls durch das Lesen des offiziellen Kirchenführers, der für die meisten Kirchen vorhanden ist, ersetzt werden. Dieses Vorgehen ermöglicht jedoch nicht das individuelle Nachfragen der Lernenden, das sich als sehr wertvoll erwiesen hat. Zudem sollte vor dem Kirchenbesuch organisiert werden, dass die Kirche auch morgens früh aufgeschlossen ist, kein Gottesdienst stattfindet und das Licht komplett eingeschaltet wird. Zum Ende des Projekts, nach den Verbesserungen und kurz vor der Publikation, sollte ein erneuerter Ortstermin in der Kirche vereinbart werden, um eventuell fehlende Fotos nachzuschießen oder die Beschreibungen mit den Gegebenheiten vor Ort noch einmal zu vergleichen. Die Publikation kann wahlweise digital oder in Papierform erfolgen. Hierbei ergeben sich zwei Möglichkeiten. Der Ausdruck entspricht in der Seitenzahl der Reihenfolge der digitalen Version Der Ausdruck wird an der Reihenfolge der späteren Faltung des Kirchenführers ausgerichtet. Kinderkirchenführer zur Liebfrauenkirche in Bielefeld Die zweite Variante wurde beim Kinderkirchenführer zur Liebfrauenkirche in Bielefeld gewählt. Werden die Seiten in der angegebenen Reihenfolge zu A3-Blättern nebeneinander geklebt und nach den ersten beiden jeweils die nächsten beiden Seiten auf die Rückseite geklebt, entsteht eine simple Kopiervorlage. Diese ergibt bei Verkleinerung auf A4 und der späteren Faltung in der Mitte der Blätter ein komplexes Heft. Das Niveau des Layouts sollte einen guten Ausgleich zwischen Arbeitsaufwand und Ergebnis bieten. Das Heft zum Kinderkirchenführer in Bielefeld wurde nur durch Ausdruck der Schrift, Ausschneiden und Aufkleben der Bilder und grafische Gestaltung per Hand erstellt. Delbrück, Boke und Thüle Die neueren Kirchenführer zu Delbrück, Boke und Thüle wurden komplett am Rechner konzipiert, die Datenmenge ist daher ungleich höher. Der Vorteil: Die farbigen Bilder eignen sich gut für die Betrachtung am Bildschirm oder über Beamer im Unterricht. Doch spätestens mit dem Ausdruck am durchschnittlichen Schuldrucker oder -kopierer müssen die Bilder so aufgehellt sein, dass sie auch im Schwarz-Weiß-Ausdruck gut zu erkennen sind. Ein Service des Universum Verlags, der digitale Schuldruckladen, bietet eine interessante Möglichkeit, dieses Problem zu umgehen beziehungsweise erspart die unter Umständen notwendige Bearbeitung der Bilder. Denn der Schuldruckladen ermöglicht es, selbst erstellte vierfarbige Broschüren bequem und preiswert drucken zu lassen. Adam, Adolf: Wo sich Gottes Volk versammelt. Gestalt und Symbolik des Kirchenbaus. Freiburg u.a.: Herder 1984. S. 93 ff Richter, Klemens: Der liturgische Raum prägt den Glauben, in: A. Bilgrit u.a. (Hg.), Liturgia semper reformanda, Freiburg u.a. 1997. S. 234 ff.) Gerhards, Albert: Liturgie. Glaubenswirklichkeit im Raum. in: Impulse 3 (1998) S. 5-6 Goecke-Seischab, Margarete Luise u. Jörg Ohlemacher: Kirchen erkunden, Kirchen erschließen. Ein Handbuch mit über 300 Sachzeichnungen und Übersichtstafeln, sowie einer Einführung in die Kirchenpädagogik. Lahr: Kaufmann, 1998. Gymnasiale Oberstufe. Katholische Religionslehre. Lehrplanentwurf. Stand: 15. August 1998. Hg. v. Landesinstitut für Schule und Weiterbildung. Impulse aus der Hauptabteilung Schule und Hochschule des Erzbistums Köln 47/3 (1998) Hawel, Peter: Der spätbarocke Kirchenbau und seine theologische Bedeutung. Ein Beitrag zur Ikonologie der christlichen Sakralarchitektur. Würzburg 1987 Leitlinien für den Bau und die Ausgestaltung von gottesdienstlichen Räumen. Handreichung der Liturgiekommission der Deutschen Bischofskonferenz. 25. Oktober 1988. Leitlinien für den modernen Kirchenbau. In: Lexikon für Theologie und Kirche. Hg. v. J. Höfer u.a. Freiburg: Herder. Bd. 6. 203-205 Unsere Kirche. Arbeitsbogen zum Aufbauen und Zusammenkleben eines Kirchenmodells. Stuttgart: Aue-Verlag (o. Jahresangabe).

  • Religion / Ethik / Kunst / Kultur / Geschichte / Früher & Heute
  • Sekundarstufe I, Sekundarstufe II

Grammatik-Lernvideos für den Englisch-Unterricht selbst erstellen: ein Erfahrungsbericht

Fachartikel / Video-Tutorial
5,99 €

In diesem Artikel schildert der Autor, wie er sich das Erstellen eigener Lernvideos für den Fremdsprachenunterricht im Alleingang beigebracht hat. Neben der Betonung des Mehrwerts von Grammatik-Lernvideos gibt er auch ein kleines How-To für die Umsetzung eines Videos mit dem Tool Doodly. Erklärvideos selber erstellen: Warum überhaupt? Einige Kolleginnen und Kollegen hatten sich schon an Erklärvideos probiert und so dachte ich mir, dass auch ich es mal versuchen könnte. Dass ich Videos zur englischen Grammatik machen wollte, war mir sofort klar. Welcher Kollege oder welche Kollegin kennt es nicht, dass besonders das sichere Beherrschen der verschiedenen Zeitstufen im Englischen für viele Schülerinnen und Schüler eine oftmals kaum zu überwindende Klippe darstellt und das mixed grammar eine der gefürchtetsten Übungen in der Abschlussprüfung ist? Wann nimmt man simple present und wann present progressive ? Wieso kommt hier das present perfect und nicht das simple past ? Ein Fahrplan war schnell erstellt: Ich würde zu jeder Zeitstufe ein relativ kurzes Erklärvideo erstellen und auch ausgewählte Zeitstufen vergleichen , wie etwa simple past und past progressive oder simple past und present perfect . Ebenso wollte ich zu jedem Video noch ein eigens erstelltes Arbeitsblatt mit Lösung zur Verfügung stellen. Auch das Erstellen von interaktiven Übungen bietet sich an, Lernende lieben diese spielerischen Formate. Erklärvideos für die eigene Lerngruppe: didaktische Überlegungen Ich wollte, dass meine Videos ebenfalls von eher weniger sprachbegabten Schülerinnen und Schülern verstanden werden können, die in einem rein englischsprachigen Unterrichtsgespräch möglicherweise nicht alles verstehen, sich aber nicht trauen, es vor der Lehrkraft oder Mitschülerinnen und Mitschülern zuzugeben. Deshalb habe ich mich bewusst dafür entschieden – auch wenn es nicht den didaktischen Lehrwerken entspricht –, dass die Videos ein Mix aus Englisch und Deutsch sind. Was nützt das tollste und ansprechendste Video, wenn einige Schülerinnen und Schüler daran scheitern, was die Überschriften "usage" und "formation" bedeuten und dann abschalten, so wie sie es im schlimmsten Fall ungeachtet von der Lehrkraft auch im Unterricht bereits getan haben. Aus diesem Grund habe ich mich für Überschriften und Ausführungen beziehungsweise Erklärungen in deutscher Sprache entschieden. Für einen guten Schüler oder eine begabte Schülerin ist es ohnehin unerheblich, ob alles komplett auf Englisch präsentiert wird, da sie sich Zusammenhänge auch selbst erschließen können und ein hohes Maß an Sprachgefühl besitzen. Viele andere fallen aber durchs Raster, wodurch Wissenslücken entstehen. Diese Videos können vielleicht ein wenig Abhilfe schaffen, indem man sie parallel im Unterricht oder als Ergänzung zu Hause einsetzt. Erklärvideos ohne Ton: eine Chance für den Fremdsprachenunterricht Eine Sache, die mich bei vielen Erklärvideos, die ich mir bisher angesehen hatte, gestört hat, war tatsächlich der Ton. Nicht aufgrund der Qualität, sondern wegen der eingesprochenen Erklärungen, die oftmals zu schnell oder zu langsam vom Sprechtempo waren, mich von der Klangfarbe nicht ansprachen oder mich anders vom Bildgeschehen ablenkten. Doch im Vordergrund soll die abwechslungsreiche Präsentation der Inhalte stehen und nicht eine bewusste oder unbewusste Selbstdarstellung des Sprechenden. Deshalb wollte ich Videos ohne Ton kreieren, sodass der Betrachtende sich nur auf das Bildgeschehen konzentrieren kann. Die grammatikalischen Thematiken sollten idealerweise schon im Unterricht von der Lehrkraft eingeführt und erklärt worden sein, sodass die Schülerinnen und Schüler die Videos als visuelle Unterstützung und Auffrischung des Lernstoffs begreifen und sich ihre eigenen Gedanken machen könnten. Andererseits könnte die Lehrkraft das Video im Präsenzunterricht zeigen und mit eigenen Ausführungen – zum Beispiel komplett in englischer Sprache – versehen . Auch wenn der Inhalt recht ähnlich ist, so lebt der Unterricht doch von und mit der jeweiligen Lehrerpersönlichkeit und ihrer eigenen Art, den Lehrinhalt darzubieten. Jeder und jede Betrachtende könnte sich zu oder auf einem mobilen Endgerät das Video ansehen, ohne die Umgebung damit zu belästigen. Die Videos sollten relativ kurz gehalten sein, aber so kleinschrittig und optisch ansprechend, dass man sie im Idealfall gerne – obgleich der etwas trockenen Thematik – betrachtet. Welche Software eignet sich zur Erstellung von Erklärvideos? Bisher hatte ich noch nie ein Erklärvideo selbst erstellt und stand vor der Frage, welche Software ich dafür verwenden könnte. Ich bin zwar im Besitz der Adobe Creative Suite, die man als Lehrkraft vergünstigt beziehen kann, aber das darin enthaltene Programm Adobe Premiere Pro erschien mir für diesen Zweck ungeeignet. Über Facebook stieß ich auf die kostenpflichtige Software Doodly , deren Videos mich sofort ansprachen. Der Stil ist cartoon-artig, ohne jedoch kindisch zu wirken. Die Ausstattungsmerkmale auf der Homepage des Herstellers haben mich überzeugt: Mit der Premium Support Version erhält man Zugriff auf 803 Charaktere, 84 vorgefertigte Szenen, über 1100 Requisiten, und die Möglichkeit neben Gema-freier Musik auch eine eigene Musik sowie Sprache zu verwenden. Ich wagte es und kaufte die Software, ohne sie selbst ausgetestet zu haben. Erste Videoerstellung mit Doodly: ein How-To Die Software Doodly war rasch installiert. Es handelt sich um eine Desktop-Software, die aber eine Verbindung zum Internet erfordert. Eine Applikation für mobile Endgeräte gibt es nicht. Sie ist in englischer Sprache, weshalb ich sie auch den Fremdsprachenkolleginnen und -kollegen empfehle oder Lehrkräften mit guten Englischkenntnissen. Nach einer kurzen Orientierungsphase beziehungsweise dem Vertrautwerden mit der Anwenderoberfläche , ist die Nutzerführung eigentlich selbsterklärend . Zudem gibt es ein gutes Forum , welches bereits viele Antworten liefern kann und der E-Mail-Support antwortet tatsächlich recht schnell, nett und kompetent. Wie beginnt man also ein erstes eigenes Video? Zuerst legt man ein neues Projekt an. Dort wählt man aus, welchen Hintergrund man möchte, zum Beispiel eine grüne oder schwarze Tafel, eine transparente Glastafel oder ein Whiteboard. Ebenso legt man das Format und die Größe des Videos fest. Je nachdem für welche "Tafel" man sich entschieden hat, wählt die Software die entsprechende Art der Darstellung, etwa einen Stift oder Kreide. Das Anwendungsfenster ist sehr übersichtlich gestaltet. Am linken Bildrand erscheint eine Art Galerie , wo diverse Strichmännchen und szenische Hintergründe zur Verfügung stehen. Außerdem gibt es zahlreiche Requisiten , die man ganz leicht mit eigenen Symbolen, Icons oder Bildern – wie etwa dem Kopf in meinen Videos – im .svg-Format durch Drücken auf das Plus-Zeichen ergänzen kann. Des Weiteren gibt es drei ansprechende Schriftarten zur Auswahl. Auch diese könnte man noch ergänzen. In der Mitte des Bildschirms gestaltet man das eigentliche Video. Rechts ist eine schwarze Leiste mit Aktivitäten . Dort legt man die Reihenfolge fest, wann und wie lange welches Element im Bild erscheinen soll. Man kann quasi für jedes Wort und jeden Strich die Verzögerung ("Delay") und die Dauer ("Duration") in Sekunden festlegen. Ebenso kann man noch speichern, eine Vorschau ablaufen lassen ("Preview") oder das fertige Video exportieren. Am unteren Bildschirmrand befindet sich ein " Storyboard ", wo man die bereits erstellten Szenen betrachten und neue hinzufügen kann. Auch lassen sich hier Audiokommentare und Musikstücke hinzufügen. In der Standardversion sind die Charaktere und Szenen schwarz-weiß, die Schriften lassen sich aber in jede beliebige Farbe formatieren. Wer noch mehr Inhalte benötigt oder sie gerne komplett farbig hätte, kann jederzeit auf die Premium-Version upgraden. Das Erstellen einer Szene geht denkbar einfach per " drag & drop ". Man sucht sich links eine Szene, ein Männchen oder eine Schrift aus und zieht sie auf die weiße Fläche in der Mitte des Bildschirms. Man kann verschiedene "Bausteine" übereinanderlegen, die man dann ganz leicht größer oder kleiner ziehen und an der gewünschten Stelle positionieren kann. Über ein kleines Menü über dem jeweiligen Positionsrahmen lässt sich die Ausrichtung (linksbündig, rechtsbündig, zentriert) festlegen oder über das Zahnrad beispielsweise die Farbe sowie die Ebene (im Vorder- oder Hintergrund) auswählen. Eine praktische Funktion ist im Texteingabe-Menü "Word Wrap": Ist diese Funktion aktiviert, sortiert die Software den Text automatisch in die entsprechende Größe auf dem Bildschirm. Hat man nun eine erste Szene gestaltet, wählt man rechts die einzelnen Elemente aus und sortiert sie gegebenenfalls in die gewünschte Reihenfolge von oben nach unten und legt die Verzögerung und Dauer fest. Dies erfordert ein wenig Ausprobieren, sodass man ein Gefühl bekommt, aber in der Regel stellt sich schon rasch ein Erfolgserlebnis ein. Schon bald stellte ich fest, dass es richtig Spaß macht, derartige Videos zu erstellen. Mit einem Klick auf das "Plus" im Storyboard unten fügt man eine weitere Szene hinzu und wiederholt die einzelnen Schritte nach Belieben. Ich empfinde die Funktion "Show Preview" links oben in der Mitte sehr vorteilhaft, denn so kann man die Vorschau parallel zum Gestaltungsbildschirm ablaufen lassen und sofort das erstellte Produkt in der Vorschau betrachten, überprüfen und bei Bedarf wieder ausbessern. Hat man nun ein Video gestaltet und ist zufrieden damit, exportiert man es in das gewünschte Format. Ich speichere meine Videos im gängigen .mp4-Format, welches auf sehr vielen Geräten abgespielt werden kann und auch von YouTube akzeptiert wird. Je nach länge des Videos und gewünschter Qualität dauert der Export unterschiedlich lange – von einigen Minuten bis mehreren Stunden. Dies hängt auch davon ab, ob und welche Programme parallel am PC verwendet werden. Die persönliche Note im Video Beim Erstellen der ersten Videos habe ich festgestellt, dass die Szenen recht schnell wechseln und der oder die Betrachtende so oftmals relativ wenig Zeit hat, in Ruhe das Bildgeschehen zu verfolgen, nachzuvollziehen und zu verstehen. Deshalb habe ich am Ende jeder Szene rechts oben einen Kopf für 10 Sekunden platziert . Dieser ist dazu gedacht, um Zeit zum Nachdenken zu haben und auf Pause zu drücken. So kann der Schüler oder die Schülerin zum Beispiel das Gesehene auf sich wirken lassen . Ein weiterer Vorteil ist, dass die ganze Szene sichtbar ist. Ich lasse die Videos derzeit auch zu Hause ansehen, ohne das Thema vorher im Unterricht besprochen zu haben. Die Standbilder können dann als Eintrag ins Heft notiert werden, anstelle eines bunten Tafelbildes. Gerade bei der Heimbeschulung bietet sich diese Vorgehensweise an, da die Szenen sehr kleinschrittig , übersichtlich und farblich ansprechend gestaltet sind. Mehrere Videos zu einem eigenen Kanal bündeln Nachdem ich alle Videos zu den diversen Zeiten und ihre Gegenüberstellungen sowie dazugehörige (interaktive) Arbeitsblätter mit Lösung erstellt hatte, stand ich vor der Frage, wie ich die Inhalte meinen drei Klassen zukommen lassen könnte. Dies geschah zuerst über Microsoft Onedrive und Google Drive per Freigabe, was recht gut funktionierte. Nach einigen Tagen bat ich um Feedback und es stellte sich heraus, dass die Videos in jeder Klasse sowohl sehr gerne angesehen als auch für hilfreich beurteilt wurden. Ich hatte großen Spaß am Erstellen der Videos und so kamen neben den tenses auch noch die if-clauses , adjective and adverb , reported speech und das Passiv hinzu. Doch irgendwie fand ich die Bereitstellung unpraktisch. Schon bald kam mir die Idee, die Videos und die entsprechenden Arbeitsblätter auf einem YouTube-Kanal bereit zu stellen. Mehr Schülernähe geht kaum, denn nahezu jedes Kind und jeder und jede Heranwachsende ist mit dieser Videoplattform aufgewachsen und findet sich darin eher zurecht als manch Erwachsener. Die Idee von " Easy English Grammar Videos " war geboren. Die Schülerinnen und Schüler haben nun so auf jedem beliebigen Endgerät Zugriff auf die Videos, ohne in eine spezielle App gehen zu müssen oder sie auf den PC herunterzuladen. Ebenso können die Videos sowohl unterwegs auf dem Smartphone oder eben zu Hause in der gewohnten Lernumgebung angesehen werden, ohne dass es jemand stören würde. Zusätzliche Übungsaufgaben mit Videos verknüpfen Die passend zu den Grammatik-Themen erstellten Arbeitsblätter mit Lösung habe ich als PDF-Dateien abgespeichert und in einem Ordner auf Google Drive zusammengefasst. Um die gesammelten Übungsaufgaben mit den Videos zu verknüpfen, muss ein Link generiert werden. Links von Internetseiten können oftmals sehr lang sein, sodass es kaum möglich ist, sie fehlerfrei abzuschreiben oder sich zu merken. Als sehr hilfreich hat sich deshalb die Seite kurzelinks.de erwiesen. Dort kopiert man den unhandlichen Link der Dateifreigabe des Dokuments hinein, gibt – wenn man mag – einen Wunschnamen an und erhält mit einem Klick auf "Link kürzen" kostenlos einen sehr praktischen kurzen Link, den man sich relativ leicht einprägen kann, wie etwa www.kurzelinks.de/eegv. Über diese Quelle erreicht man direkt den YouTube-Kanal "Easy English Grammar Videos". In jeder Video-Beschreibung findet sich nun ein ähnlicher Link, womit man diverse Arbeitsblätter sowie interaktive Übungen kostenlos downloaden beziehungsweise direkt bearbeiten kann. So war es mir nun möglich, sehr viele Schülerinnen und Schüler zu erreichen und ein modernes Medium mit einem traditionellem Mittel, einem Arbeitsblatt, verbinden. Resümee Ich bin überzeugt, dass selbst bei einem kompetenzorientierten Unterricht das Üben und Wiederholen von grammatikalischen Strukturen auf unterschiedliche Arten seinen Wert und seine Notwendigkeit hat, um eine Sprache angemessen anwenden zu können. Ich habe den Kauf der Software nicht bereut, denn ich hatte große Freude daran, diese Grammatik-Erklärvideos zu erstellen. Natürlich kann die Gestaltung derartiger Filme viel Zeit in Anspruch nehmen. Wenn man diese aber als erfüllend, sinnvoll und gewinnbringend erachtet und nicht als Belastung, vergeht sie erstens sehr schnell und man selbst hat das Gefühl, etwas Gutes für sich selbst und natürlich die Schülerinnen und Schüler getan zu haben. Nachdem die Rückmeldung seitens der Klassen ebenfalls positiv war, betrachte ich dieses Videoprojekt als Erfolg für mich. Ich hoffe, dass auch Sie als Leserin und Leser dieses Artikels Freude an den Videos und Materialien finden und ich Sie vielleicht auf den Geschmack bringen konnte, selbst tätig zu werden. Es gibt unzählige Softwaremöglichkeiten, sowohl kostenlose als auch kostenpflichtige. Für welche Sie sich entscheiden, ist zweitrangig. Viel wichtiger ist einfach das "Machen" und dabei wünsche ich Ihnen Freude und Geduld.

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