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Das Museum als (virtueller) außerschulischer Lernort

Dossier

Neben dem Lernort Schule, an dem Kinder und Jugendliche die meiste Zeit ihrer schulischen Laufbahn verbringen, bieten auch außerschulische Lernorte Raum für entdeckendes und handlungsorientiertes Lernen . Abseits vom Regelunterricht haben die Schülerinnen und Schüler hier Zeit zum Ausprobieren, Experimentieren und zum bewussten Sehen, Hören und Wahrnehmen. Sie ermöglichen den Lernenden somit Realbegegnungen , die sie beim Unterricht im Klassenraum häufig nicht erfahren können. Zudem können komplexe Sachverhalte zugänglich gemacht werden. Das Verlassen des Schulgebäudes stellt einen zusätzlichen Anreiz und Motivation für viele Lernende dar. (Virtuelle) Museen als außerschulische Lernorte Museen, Galerien und Ausstellungen – wie auch Gedenkstätten und Denkmäler – sind beliebte außerschulische Lernorte. Das hat seinen guten Grund: Das Museum als ausgewiesene Bildungsinstitution bietet den Schülerinnen und Schülern durch die spezielle Lernumgebung die Möglichkeit zur sinnlichen, kreativen und ästhetischen Auseinandersetzung. Geschichtliche Quellen, Exponate oder auch Fossilien können direkt erforscht und untersucht werden. Sie bewahren die materiellen Aspekte unseres historischen Erbes in allen Facetten von Natur, Technik, Geschichte, Kunst und Kultur . Die unmittelbare Begegnung mit originalen Zeugnissen aus der Vergangenheit und Gegenwart eröffnet den Lernenden einen Zugang zu vergangenen Epochen und fremden Kulturen. Einige Museen bieten abseits Ihrer stationären Ausstellungen auch Online-Rundgänge und digitale Bildungsmaterialien an. Diese können als Vorbereitung und Ergänzung für einen Museumsbesuch mit der Schulklasse dienen, aber auch unabhängig von einem Besuch vor Ort in schulische Lernkontexte einfließen.

  • Fächerübergreifend
  • Fächerübergreifender Unterricht

Nationaldenkmäler

Unterrichtseinheit

Denkmäler sind Zeugen wichtiger historischer Geschehnisse. Sie vermitteln etliches über die Zeit, zu der sie entstanden. Was historische Monumente zu erzählen haben, erfahren Schülerinnen und Schüler in zwei bis drei Unterrichtsstunden. Im 19. Jahrhundert kommt es in Europa zu einer Reihe von Nationalstaatsbildungen (Deutsches Reich, Italien). Das damit entstehende Nationalbewusstsein und die Identitätsfindung der jungen Nationen manifestierten sich unter anderem in einer Reihe von Symbolen, deren augenfälligste die Nationaldenkmäler sind. Zu ihnen zählen beispielsweise das Niederwald-Denkmal über Rüdesheim oder das Monumento Nazionale a Vittorio Emanuele II in Rom. In solchen Denkmälern, die Bezug nehmen auf bedeutende historische Ereignisse, wichtige Persönlichkeiten oder traditionsreiche, historisch relevante Orte, wird die Geschichte der eigenen Nation im Monument versinnbildlicht. Sie wird dabei meist mythisch überhöht und emotionalisiert, um die nationale Zusammengehörigkeit für Besucher, die zum Denkmal "pilgern", fassbar zu machen. Geschichte in Theorie und Praxis Die Unterrichtssequenz ist geeignet für den Geschichtsunterricht in der Klasse 9 oder in der gymnasialen Oberstufe. Beim Einsatz des Materials in der 9. Jahrgangsstufe muss eventuell der Umfang der Aufgaben bei den Arbeitsblättern gekürzt werden. Bezüge zum Fach Kunst lassen sich sehr gut herstellen. Zudem kann die Behandlung des Stoffes mit einer Exkursion verknüpft werden, wenn ein entsprechendes Denkmal in erreichbarer Nähe ist. Materialiensammlung Die Recherche im Internet ermöglicht einen raschen und gezielten, aber gleichzeitig selbsttätigen Zugriff auf ausgewählte Informationen, die sowohl Text- als auch Bildmaterial umfassen. Die Internetseiten, die von den Schülerinnen und Schülern für die Informationsbeschaffung benutzt werden, sind vorab ausgewählt. So wird ein zielloses Umherirren im Netz vermieden. Dadurch wird den Schülerinnen und Schülern zwar vorgegeben, wo sie zu suchen haben. Dadurch wird den Schülerinnen und Schülern zwar vorgegeben, wo sie zu suchen haben, doch sie müssen die für ihre Aufgabe nötigen Fakten und Materialien selbstständig auswerten und weiterverarbeiten. Ablauf der Unterrichtseinheit Der Ablauf der Unterrichtsstunde und die Einbindung der Arbeitsmaterialien werden hier erläutert. Die Schülerinnen und Schüler sollen das Nationaldenkmal als historische Quelle kennen lernen. sich mit den Grundelementen der politischen Ikonographie vertraut machen. unterschiedliche Denkmaltypen kennen lernen. praktisch im Umgang mit der Quellengattung geschult werden. die Bedeutung der Nationaldenkmäler für Zeitraum und Nationalbewusstsein erkennen. Informationen aus dem Internet kritisch zu hinterfragen lernen. Thema Politische Ikonographie und Nationaldenkmäler Autor Stefan Schuch Fach Geschichte Zielgruppe Klasse 9 in Realschule und Gymnasium; gymnasiale Oberstufe, FOS, BOS Zeitraum 2-3 Stunden Technische Voraussetzungen Computer mit Internetzugang in ausreichender Anzahl (Einzel- oder Partnerarbeit) Definition und Bedeutung des Begriffs Nationaldenkmal Die Unterrichtssequenz ist auf zwei bis drei Unterrichtsstunden ausgelegt. Die Schülerinnen und Schüler erarbeiten sich in der ersten Stunde anhand der "Schule des Sehens" eine Definition des Nationaldenkmals und lernen deren Bedeutung für das Bürgertum in Deutschland kennen. Zum Einstieg bietet es sich an, die Lernenden auf zentrale Analyseaspekte bei der Betrachtung eines Denkmals aufmerksam zu machen. Erwähnung finden sollten hier: Standort Typ und Erscheinungsform Wirkung Verwendete Symbole, Allegorien und Inschrift(en) Auftraggeber und Finanzierung Architekt / Künstler Einweihung Spätere Verwendung Die Bismarckverehrung und ihre noch sichtbaren Zeichen Im zweiten Teil der Unterrichtssequenz setzen sich die Schülerinnen und Schüler intensiv mit Bismarcktürmen und weiteren Bismarckdenkmälern auseinander. Sie lernen dabei die Besonderheit dieser Denkmäler kennen und erfahren die Gründe für die Bismarckverehrung. Recherche Die Schülerinnen und Schüler können in ihren Heimatgemeinden und deren Umkreis nach Denkmälern aus dem Kaiserreich recherchieren (sehr häufig sind Kriegerdenkmäler aus dem Ersten Weltkrieg). Dann können sie eine Fotodokumentation, die als Ausstellung im Schulhaus oder auf der Homepage der Schule präsentiert werden kann, erstellen. Exkursion Wenn die Möglichkeit besteht, kann man auch in einem Unterrichtsgang ein Denkmal besuchen, um vor Ort die Dimension und Wirkung zu erfassen. Bei einer solchen Erkundung kann das erworbene Wissen hinsichtlich der Ikonographie praktisch angewandt werden. Selbstgestalteter Entwurf Eine weitere sehr interessante Perspektive eröffnet sich, wenn man die Schülerinnen und Schüler in Kooperation mit dem Fach Kunst eigene Denkmäler entwerfen lässt. Dabei sollte zunächst darüber entschieden werden, was oder wer warum ein Denkmal bekommen soll. Hier sollte natürlich ein möglichst lokaler Ansatzpunkt gewählt werden. Im Anschluss daran sollen verschiedene Entwürfe entwickelt werden, die dann auch in einer kleinen Ausstellung oder über die Schulhomepage einer breiteren Öffentlichkeit präsentiert werden. Herrschaftszeichen Geste der Verehrung und des Respekts Dokument der kollektiven Erinnerungskultur "Objektiv gewordene Äußerungen von Ideen" (Nipperdey) Kriegerdenkmäler = "Identitätsstiftungen der Überlebenden" (Koselleck) Spiegel des Geschichtsbewusstseins der Gesellschaft Finanzierung Architekt / Künstler Einweihung Spätere Verwendung Bauwerk, Statue u.ä. Symbol nationalen Gemeinschaftsgefühls Symbol nationaler Identität Erinnerung an identitätsstiftende Person oder Ereignis Emotionen sollen angesprochen werden --> emotionale Bindung an die Nation Idealisierung und Ideologisierung der Geschichte

  • Geschichte / Früher & Heute
  • Sekundarstufe I

Bildstöcke und Wegekreuze: Projekt für den fachübergreifenden Religionsunterricht

Unterrichtseinheit

Diese Unterrichtseinheit zum Thema "Bildstöcke und Wegekreuze" ist ein binnendifferenzierendes Unterrichtsprojekt für jüngere und ältere Lerngruppen zur Erforschung und Dokumentation regionaler Denkmäler und zum Einblick in die denkmalpflegerische und restauratorische Arbeit. Das vorliegende Projekt kann fachübergreifend im Religions-, Geschichts-, Kunst- und Erdkundeunterricht eingesetzt werden und, je nach Binnendifferenzierung, sowohl mit sehr jungen als auch mit älteren Schülerinnen und Schülern durchgeführt werden. Ziel ist es, regional nahe gelegene Bildstöcke und Wegekreuze zu recherchieren und zu dokumentieren. Die Lernenden werden so nicht nur für diese historischen Zeugnisse regionaler Volksfrömmigkeit sensibilisiert, sondern sie lernen auch etwas über den Umgang mit und die Pflege von Denkmälern. Auf einem grundlegenden Niveau werden Form und Funktion von Bildstöcken und Wegekreuzen erarbeitet und bei einer Besichtigung vor Ort an regionalen Beispielen belegt. Ein Beispiel für einen Projektablauf in Grundschulklassen findet sich bei den Arbeitsmaterialien zum Download. Auf einem (binnendifferenzierend) höheren Niveau werden zudem Archiv- und Internetrecherchen durchgeführt sowie Exkursionen gemacht und Experten befragt, ehe die Lernenden als Abschluss ihrer gruppenteiligen Arbeit denkmalpflegerische Dokumentationsbögen zu einzelnen Bildstöcken und Wegekreuzen erstellen und präsentieren. Ein Beispiel für einen Projektablauf mit Oberstufenschülerinnen und -schülern findet sich im Bereich "Unterrichtsablauf". Neben den Sachinformationen zu Bildstöcken, Wegekreuzen und Heiligenhäuschen werden Arbeitsblätter und Linklisten zum Einblick in die Arbeit von Denkmalpflege und Restauration gegeben, sodass die Lernenden einen umfassenden Eindruck von der komplexen Aufgabe der Denkmalpflege und -erhaltung bekommen und den ideellen Wert von Denkmälern vertiefend erkennen. Das Projekt, welches diesem Unterrichtsvorschlag zugrunde liegt, wurde mit Schülerinnen und Schülern der Einführungsphase an einem Gymnasium in Ostwestfalen-Lippe durchgeführt. Auf der folgenden Seite wird die mögliche Planung, Durchführung und Präsentation eines Projektes für einen Mittel- beziehungsweise Oberstufenkurs vorgestellt: Ablauf der Unterrichtseinheit "Bildstöcke und Wegekreuze" in der Mittel- und Oberstufe Jüngere und/oder lernschwächere Lerngruppen In einem Kurs mit lernschwächeren und/oder jüngeren Schülerinnen und Schülern (circa ab Klasse 3) sollte der Einstieg ebenfalls praxisorientiert oder mit Hilfe von Material 1 erfolgen sowie über die sprachliche Betrachtung der Fachbegriffe "Denkmal", "Bildstock", "Wegekreuz" und "Heiligenhäuschen". Sodann genügt es im Folgenden, die Skizze aus Arbeitsblatt 2 abmalen und nach eigenen Vorstellungen gestalten zu lassen. Anschließend empfiehlt sich eine didaktische Reduktion auf eine der Formen von religiösen Denkmälern – je nach regionalen Gegebenheiten. Als eigentliche Erarbeitung müsste sodann die Besichtigung eines regionalen Bildstockes folgen, der mithilfe externer Experten oder als Lehrervortrag interpretiert werden kann. Im gemeinsamen Gespräch sollten schließlich alle Ergebnisse zusammengetragen werden, diese könnten beispielsweise auch auf einer Blanko-Skizze zum Bildstock in Postergröße notiert werden (methodischer Tipp zum Ein "Poster"-Druck bei PDF-Dokumenten: ein Foto auf mehrere A4-Seiten "zerteilt" ausdrucken und zusammenkleben). Als haptischen Abschluss des Projektes könnten die Lernenden noch einmal den originalen Bildstock besuchen und dort, wie religionshistorisch überliefert, Blumen oder eine Kerze zur Wertschätzung – nicht unbedingt zur religiösen Andacht – hinterlegen beziehungsweise anzünden. Filmmaterial Als Filmmaterial aus den schulischen Medienstellen, auf das zusätzlich für die Durchführung dieses Projektes zurückgegriffen werden kann, empfiehlt sich zum Beispiel: "Deuter der Vergangenheit. Archäologie" (2001), Medienpaket 5540059 "Denkmäler. Steine des Anstoßes" (2010), Medienpaket 5501219. Die Schülerinnen und Schüler finden in ihrer Schul- und Wohnumgebung Bildstöcke und Wegekreuze auf, indem sie diese bei einem Stadtrundgang suchen und mithilfe von Fachliteratur recherchieren. lernen die religiöse Bedeutung von Bildstöcken und Wegekreuzen kennen, indem sie passende Arbeitsblätter bearbeiten, Experten befragen und eine genaue Beschreibung der Denkmäler anfertigen. dokumentieren Standorte, Aussehen und Themen der Denkmäler, indem sie wie echte Restauratoren und Historiker Dokumentationsbögen für jedes Denkmal anlegen. stellen durch eigene Fotos, Beschreibungen und Interpretationen in arbeitsteiliger Gruppenarbeit die Denkmäler im Kurs vor. arbeiten wissenschaftspropädeutisch, indem sie eine Foto- und Literaturrecherche, Experteninterviews und Ergebnisse aus Exkursionen auswerten. lernen die Bedeutung von Denkmälern und der denkmalpflegerischen Arbeit wertschätzen, indem sie einen Einblick in das Berufsfeld und die praktische Tätigkeiten in diesem Bereich erhalten. Einstieg in die Thematik "Bildstöcke und Wegekreuze" Als deduktiven Einstieg in die Thematik besichtigt der Kurs vor Ort je einen Bildstock, ein Wegekreuz und ein Heiligenhäuschen. Alternativ greift man auf Arbeitsblatt 1 zurück. Anschließend kann die Lehrkraft den Ablauf des geplanten Projektes vorstellen (Musterbeispiel in Arbeitsblatt 12, Grundlage für die Schüler-Ergebnisse ist ansonsten der auszufüllende Dokumentationsbogen in Arbeitsblatt 11). Ergänzend folgt die Besprechung von Arbeitsblatt 2 (Definition und Aufbau eines Bildstockes). Vertiefend wird in Arbeitsblatt 3 der Begriff des Denkmals erarbeitet und an eigenen Beispielen durch die Lernenden gesichert. Durchführung und Ergänzungsvorschläge Je nach Leistungsbereitschaft und -fähigkeit der Lerngruppe kann das nun folgende Projekt erweitert werden, zum Beispiel durch Kontakt zu den zuständigen Stellen eines Denkmals (die Schüler-Ergebnisse können auch dort eingereicht werden). Ertragreich sind auch Exkursionen (siehe das Dokument "Exkursionen") sowie die Einladung von Experten (im originalen Beispiel war dies ein ehemaliger Geschichts- und Religionslehrer, Herr Klaus Zacharias, der Vorträge zur Geschichte und den regionalen Besonderheiten der Denkmäler in Paderborn hielt). Sodann gehen die Kleingruppen eigenständig, gegebenenfalls auch im außerschulischen Zeitraum, zu den ihnen jeweils zugeteilten Denkmälern und führen ihre Dokumentationen durch. Alternativ geht die Lerngruppe als Ganzes dorthin, während die übrigen Schülerinnen und Schüler sich mit ihren eigenen Unterlagen und möglicherweise weiterführendem Material beschäftigen. Für unvorhergesehene Leerläufe, fehlende Arbeitsgruppen oder technische Schwierigkeiten und Klausurschreiber sowie insgesamt als vertiefendes Arbeitsmaterial bietet der vorliegende Unterrichtsvorschlag diverse zusätzliche Arbeitsblätter (Arbeitsblätter 4 bis 14). Dabei wird von den Lernenden erwartet, dass sie gegebenenfalls unbekannte Fachbegriffe eigenständig recherchieren. Als generellen Arbeitsauftrag für die Dokumente kann die Lehrkraft anbieten, die Texte digital zu kürzen, das heißt ganze Sätze aber auch Teilsätze und einzelne Worte zu streichen, sodass ein Exzerpt stehen bleibt, das kurz und knapp die wichtigsten Informationen enthält, aber sprachlich auf dem Niveau und im Stil des originalen Textes bleibt (bei der späteren Besprechung im Plenum sollten die wichtigsten Schlagworte daraus noch einmal als Tafelanschrift fixiert und durch Schaubilder gesichert werden). Präsentation Idealerweise stellen die Schülerinnen und Schüler alle Zwischen- und Endergebnisse gemeinsam auf ihrer digitalen Plattform zusammen. Gegebenenfalls erstellen sie für die Präsentation im Plenum auch PowerPoint-Präsentationen. Am Ende kann eine öffentliche Präsentation stehen, zum Beispiel durch Plakat-Ausdrucke auf Stellwänden. Die Lehrkraft hat so einen stetigen Überblick über Umfang und Fortschritt der Arbeiten und erkennt die Beteiligung der einzelnen Lernenden an der Gruppenarbeit.

  • Geschichte / Früher & Heute / Religion / Ethik / Kunst / Kultur
  • Primarstufe, Sekundarstufe I, Sekundarstufe II

Denkmäler als Form der Erinnerungskultur

Unterrichtseinheit

Viele Denkmäler sind den Schülerinnen und Schüler vom Vorbeigehen bekannt, oft ohne dass sie die Geschichte(n) dahinter kennen. Insofern bieten Denkmäler einen guten Anknüpfungspunkt an Interessen und Erfahrungswelt der Jugendlichen im scheinbar lebensfernen Fach Geschichte.Nach einer allgemeinen Einführung in das Fach und den Umgang mit Quellen zu Beginn der Jahrgangsstufe 11 bietet sich die Beschäftigung mit lokalen Denkmälern an, um diese als Quellenart beispielhaft herauszugreifen und zu analysieren. In Rheinland-Pfalz kann die Einführung in die Grundlagen des Faches ausdrücklich auch in Form eines Projektes erfolgen. Schülerinnen und Schüler werden durch eine Unterrichtsreihe, die ihre unmittelbare Lebenswelt aufgreift, besonders angesprochen. Daher sollte ihren Interessen möglichst viel Raum gegeben und wenige bis keine Einschränkungen in Bezug auf die Auswahl der Denkmäler vorgenommen werden. Recherche Die Reihe schult die Kompetenzen der Schülerinnen und Schüler in der Informationsrecherche und der Informationsauswertung. Zudem werden unterschiedliche Präsentationsformen eingeübt. Vorbereitung der Recherche durch die Lehrkraft Die Recherche zu den einzelnen Denkmälern kann sich gegebenenfalls schwierig gestalten. Als Lehrkraft sollte man sich auf jeden Fall vorher einen Überblick verschaffen, welche Informationen den Schülerinnen und Schülern leicht (über das Internet oder die Schulbibliothek) zugänglich sind. Sollen oder müssen darüber hinaus weitere Recherchequellen (wie zum Beispiel das Stadtarchiv oder die Stadtbibliothek) genutzt werden, müssen die Schülerinnen und Schüler in der Regel dazu ausdrücklich aufgefordert und motiviert werden, da sich viele mit den im Internet gefundenen Informationen zufrieden geben. Prüfen auf Zuverlässigkeit Gerade bei dem Thema Denkmäler mit ihren oft lokalen oder regionalen Bezügen finden sich in der Regel keine fertigen Referate im Internet, sondern manchmal widersprüchliche und nicht immer ausreichende Informationen. Die Schülerinnen und Schüler lernen gefundene Angaben auf ihre Zuverlässigkeit hin zu überprüfen und müssen zwangsläufig auch auf andere Informationsquellen zurückgreifen. Dabei kann es hilfreich sein, als Lehrkraft im Vorfeld mit entsprechenden Stellen (Archiv, Bibliothek) in der Stadt zu sprechen, um sicherzugehen, dass den Lernenden dort weitergeholfen wird. Eine weitere gute Anlaufstelle ist die Deutsche Digitale Bibliothek . Fachkompetenz Die Schülerinnen und Schüler erkennen, dass uns Geschichte überall umgibt. lernen bedeutende Episoden der Geschichte ihrer Stadt kennen. erfassen, dass die Darstellung der Geschichte von unterschiedlichen Perspektiven und Interessen geprägt ist und Bedeutungsveränderungen unterliegen kann. Medienkompetenz Die Schülerinnen und Schüler erweitern ihre Kompetenz im eigenständigen Recherchieren mit unterschiedlichen Informationsquellen (Internet, Bibliothek, Archiv, Zeitzeugen). sammeln Informationen und werten sie hinsichtlich eigener Fragestellungen selbstständig aus. lernen, ihr Material für unterschiedliche Darstellungsformen (Vortrag und Internetausstellung) jeweils angemessen aufzubereiten und zu präsentieren.

  • Geschichte / Früher & Heute
  • Sekundarstufe II

Kulturdenkmal - medial erschließen

Unterrichtseinheit

Wie kann ein Kulturdenkmal im schulischen Unterricht erschlossen werden, und welche Rolle können dabei Medien spielen? Die Unterrichtseinheit stellt ein bereits durchgeführtes Projekt vor. Anhand dieses Beispiels werden Möglichkeiten der praktischen Umsetzung sichtbar. Zugleich soll das Projekt dazu anregen, eigene ähnliche Vorhaben zu entwickeln und an den jeweiligen Lernort anzupassen. Das ehemalige Benediktinerinnenkloster St. Johannis in Schleswig bildet den Ausgangspunkt für das einjähriges Schulprojekt der elften Klasse. Die Schülerinnen und Schüler setzen sich fächerverbindend mit der Geschichte, der heutigen Gestalt und dem Erhalt der mittelalterlichen Klosteranlage auseinander. Dabei entstehen unterschiedliche Projektergebnisse – von einem Klostermodell und einem Brettspiel bis hin zu einem virtuellen Rundgang und einem abschließenden Klosterfest. Das Förderprogramms "denkmal aktiv – Kulturerbe macht Schule" der Deutschen Stiftung für Denkmalschutz unterstützt das durchgeführte Projekt und zeigt beispielhaft, wie die Beschäftigung mit einem Kulturdenkmal vielfältig und praxisnah in den Unterricht eingebunden werden kann. "Alte Gemäuer", so ein Zitat eines Schülers, stoßen bei 16- und 17-Jährigen nicht sofort auf Begeisterung und uneingeschränktes Interesse. Von den am Projekt beteiligten Jugendlichen wussten zu Beginn des Projekts nur wenige von der Existenz des Klosters, niemand kannte seine kunst- und kulturgeschichtliche Bedeutung. Das ungewöhnlich lange Projekt mit einer Laufzeit von einem Schuljahr brauchte eine besonders gut überlegte, nachhaltig wirkende Motivations- und Planungsphase. Projektmethode: Eingangsphase Das Projekt orientiert sich grundsätzlich an den Phasen der Projektmethode nach Karl Frey (Die Projektmethode, 2007). Die Eingangsphase hat zum Ziel, das Interesse der Lerngruppe an der gewählten Thematik zu wecken. Das erscheint nicht ganz einfach: Jugendlichen ein altes Klostergebäude am Stadtrand nahezubringen und sie zu motivieren, ein langes Jahr Engagement und harte Arbeit in dieses Objekt zu investieren, mag zunächst als eine fast unmögliche Aufgabe erscheinen. Es handelt sich nicht um einen Bereich aus ihrer Lebenswelt, und es ist auch kein Thema, das von sich aus neugierig macht. Deshalb wird nach Berührungspunkten und Motivationsstrategien gesucht. Die Schülerinnen und Schüler tragen ihr Vorwissen über das Kloster zusammen, Meinungen und Voreinstellungen zum Objekt werden ausgetauscht. Anschließend werden erste Recherche-Aufgaben zum Kloster verteilt, die in Gruppen zu bearbeiten sind. Ein allererstes Interesse regt sich bereits bei der Verteilung dieser Aufgaben, da die Schülerinnen und Schüler möglichst selbstständig arbeiten sollen, sie bewusst aus der Schule hinaus geschickt und an andere Menschen verwiesen werden. Zudem sollen sie Medien einsetzen, die ihnen vertraut sind: das Internet und Digitalkameras. "Stellen Sie sich mal vor, in der Tourist-Info gibt es überhaupt nichts über das Kloster!" Dieser entrüstet vorgetragene Kommentar einer Schülerin in der zweiten Stunde belegt, dass der motivierende Einstieg erste Wirkungen zeigt. Dem allgemeinen Wunsch, mehr über das Kloster und seine Geschichte zu erfahren, wird mit einem methodischen Wechsel zwischen Begehungen des Klosters, Führungen mit unterschiedlichen Schwerpunkten und eigener Recherche der Arbeitsgruppen an weiteren außerschulischen Orten nachgekommen. Neben einer baugeschichtlich und kunsthistorisch ausgerichteten Begehung ist in dieser Phase eine Führung durch die amtierende Priorin des Klosters besonders motivierend, da sie die Jugendlichen als Person und durch ihr eigenes Engagement für die Sache zu begeistern vermag. Die Erwartungshaltung und das Vertrauen, das von allen außerschulischen Beteiligten in sie gesetzt wird, liefert den Schülerinnen und Schülern zu jedem Zeitpunkt des Projekts wichtige Motivationsschübe. Sie lernen dabei zunehmend eigenständig zu arbeiten und ihr Vorgehen vor sich selbst und vor anderen zu verantworten. Zur gezielten Informationsbeschaffung und -verarbeitung lernen die Schülerinnen und Schüler während der Recherchephase sich einer ganzen Bandbreite wissenschaftlicher Methoden zu bedienen. Dabei stehen traditionelle Methoden, wie Literatur in verschiedenen Bibliotheken zu recherchieren, Texte zu exzerpieren oder Fachvokabular nachzuschlagen, neben der Internetrecherche, die sie systematisch und kritisch zu betreiben lernen. Internetquellen sollen korrekt zitiert werden. Daneben gilt es aber auch, örtliche Archive aufzusuchen, mit Findbüchern zu arbeiten und Archivmaterialien zu bestellen. Handschriften oder Baupläne sollen gelesen und verstanden werden. Internetdatenbanken und digitalisierte Bibliothekskataloge veranschaulichen den Schülerinnen und Schülern, wie traditionelle und mediale Recherchemethoden in den heutigen Kulturwissenschaften ineinandergreifen. Handlungs- und Produktorientierung Handlungs- und Produktorientierung ist eine traditionelle Säule der Kunstdidaktik, die sich im Projektunterricht wiederfindet. Ein entscheidender Wendepunkt des Projekts von der Informationsphase zur Phase der zielgerichteten Arbeit an Produkten wird durch die Einladung an Mitglieder des Freundeskreises des Klosters eingeleitet. Die Idee der Schülerinnen und Schüler ist es, die eigene Arbeit in den Dienst der Öffentlichkeitsarbeit dieses Gremiums zu stellen, um sicher zu gehen, dass die eigenen Initiativen in die richtige Richtung führen. Nach diesem Gespräch entscheiden sich die Schülerinnen und Schüler für fünf Produkte, zu deren Erarbeitung sie sich in neuen Gruppen zusammenfinden. Bei den Entscheidungen spielen neben den Wünschen des Freundeskreises die eigenen Fähigkeiten und Interessen eine wichtige Rolle. Nach den Gesprächen mit dem Arbeitsgruppen entscheiden sich die Schülerinnen und Schüler für fünf Produkte. Virtueller Rundgang durch die Klosteranlage auf CD-ROM Flyer zur Klosteranlage Modell des Klosters und Modellbaubogen Klosterspiel (Brettspiel) Organisation eines Klosterfestes Es zeigt sich, dass die meisten Schülerinnen und Schüler ihre Kompetenzen im gestalterischen Umgang mit digitalen Medien sehen und sich zutrauen, diese Fähigkeiten in den Dienst des "alten Gemäuers" und seiner Erhaltung zu stellen. Hier scheinen die Schnittmengen zwischen der Lebenswelt der Schülerinnen und Schüler und den Interessen derjenigen zu liegen, die sich für den Erhalt und die Nutzung von Kulturdenkmalen engagieren. Die einzige Gruppe, die für ihr Produkt weitgehend auf den Einsatz digitaler Medien verzichtet, plant die Gestaltung eines Brettspiels. Umsetzungsphase Zu Beginn der Umsetzungsphase formulieren die Gruppen ihre Zielvorstellungen, stellen Arbeitspläne auf und verteilen die Arbeitsaufträge an die Gruppenmitglieder. In dieser Phase brauchen sie die Unterstützung der Lehrerinnen und Lehrer, die darauf achten, dass die Ziele so konkret formuliert werden, dass sie einlösbar und nachprüfbar sind. Die endgültig formulierten Zielvereinbarungen bilden die Grundlage für die Arbeitspläne der Arbeitsgruppen, deren Einhaltung über regelmäßige Protokolle dokumentiert wird. Dabei ergeben sich im Verlauf des Projekts über Selbstreflexionen des Arbeitsstands der Gruppen Korrekturen an den Zielformulierungen, die immer der gemeinsamen Absprache bedürfen. Alle Arbeitsunterlagen sind über ein Internetforum allen Beteiligten jederzeit zugänglich. Die Verknüpfung von "altem Gemäuer" mit neuen Medien kann für die Jugendlichen einen Schlüssel zur eigenen regionalen Kulturgeschichte bedeuten. Die Kenntnisse der Jugendlichen im Umgang mit digitalen Medien finden hier ein Aktionsfeld, auf dem, für sie unerwartet, großer Bedarf für ihre Arbeit besteht. Diejenigen, die sich professionell mit den Objekten des Denkmalschutzes beschäftigen, sind zeitlich kaum in der Lage, Öffentlichkeitsarbeit im notwendigen Umfang zu leisten. Und diejenigen, die sich ehrenamtlich engagieren, verfügen oft nicht in dem Maß über Kenntnisse und Sicherheit im Umgang mit digitalen Medien wie die Jugendlichen. So finden hier zwei Interessen in sinnvoller Weise zusammen. Die Jugendlichen lernen die Bedeutung von Medien für Öffentlichkeitsarbeit kennen und erfahren, dass ihre Fähigkeiten und Kenntnisse an einer Stelle und von Menschen geschätzt und gebraucht werden, von denen sie es so nicht erwartet hätten. Im Verlauf des Projekts erweitern die Jugendlichen ihre Erfahrungen mit ihnen bekannten Computerprogrammen und experimentieren mit neuen. Sie lernen Programme und Medienangebote gezielt für bestimmte Absichten öffentlichkeitswirksam auszuwählen und einzusetzen. Beispielsweise erarbeiten sie sich bei der Gestaltung des Faltblatts und des virtuellen Rundgangs professionelle Kriterien für die Auswahl von Fotos für Publikationen. Sie lernen bereits beim Fotorundgang auf Bildausschnitt, Belichtung und perspektivische Richtigkeit zu achten, etwa stürzende Linien zu vermeiden. Die Arbeit am Computer erfahren sie als ergänzende, kommunikative und interaktive Gruppenarbeit. Beim Modellbau lernen sie, Dreidimensionalität anhand von Bauplänen, Zeichnungen und Fotos zu rekonstruieren, fehlende Größen bei der Auswertung der Baupläne zu berechnen, Fassaden zeichnerisch zu gestalten, Materialien für ein maßstabgerechtes Modell zu erproben und geeignete Materialien zu wählen. Das Projekt wurde von einem Seminar des Kunsthistorischen Instituts der Christian-Albrechts-Universität Kiel begleitet. Im Rahmen ihrer kunstdidaktischen Ausbildung arbeiten Studentinnen und Studenten inhaltlich und organisatorisch am Projekt mit. Jeweils vor und nach der wöchentlichen Doppelstunde werten die Studierenden den beobachteten und gehaltenen Unterricht aus und bereiten die nächste Stunde gemeinsam vor. Ihre Rolle reicht von der teilnehmenden Beobachtung bis hin zur der Beratung und Mitarbeit in den Gruppen. In ihrem Wissen über das Kloster stehen sie nahezu auf einer Stufe mit den Schülerinnen und Schülern - ihr didaktisches und methodisches Wissen, ihre Erfahrungen im wissenschaftlichen und künstlerischen Arbeiten und in der Projektarbeit stellen sie dagegen auf eine Stufe mit den Lehrenden. Die Schülergruppen benötigen und akzeptieren die Beratung und Begleitung in ganz unterschiedlicher Weise. Einige holen sich vorrangig technische Hilfe, beispielsweise Beratung bei der Materialwahl für den Modellbau, eine andere Gruppe benötigt dagegen in hohem Maße die Unterstützung bei der Lösung sozialer und kommunikativer Probleme. Ergebnisse und Präsentation Der virtuelle Rundgang durch das Kloster wurde mit den Programmen GIMP und Matchware Mediator 6 Pro erstellt und als CD-ROM in kleiner Auflage produziert. Diese kann vom Freundeskreis vorgeführt und für die Öffentlichkeitsarbeit genutzt werden. Zudem steht der virtuelle Rundgang auf der Website des Klosters zum Download zur Verfügung. Das Faltblatt zur Klosteranlage erstellten die Schülerinnen und Schüler mithilfe der kostenfreien Programme GIMP und Scribus. Der Freundeskreis des St. Johannisklosters konnte die notwendigen Mittel für den Druck aufbringen. Zudem lässt sich der Flyer auf der Website des Klosters herunterladen. Das Modell des St.-Johannis-Klosters um 1800 steht unter einem Glassturz im Kapitelsaal des Klosters und wird in die Klosterführungen einbezogen. Darüber hinaus erstellten die Schülerinnen und Schüler einen Modellbaubogen der Klosteranlage zum Selberbasteln. Das Arbeiten am Modellbau wurde durch das kostenfreie Programm Google SketchUp unterstützt. Eine Schülergruppe entwickelte und realisierte ein Brettspiel zum Kloster. Das Brettspiel liegt als Prototyp vor und wurde von vielen Spielerinnen und Spielern erfolgreich erprobt. Dieses Ergebnis ist das einzige, das die Schülerinnen und Schüler ohne Einsatz digitaler Medien erstellt und präsentiert haben. Das Klosterfest wurde von einer Schülergruppe organisiert, beworben und vor zahlreichem Publikum durchgeführt. Im Rahmen des Festes übergab eine Schülerin symbolisch die Projektergebnisse an die Priorin und den Vertreter des Freundeskreises. Die beteiligten Studentinnen und Studenten sowie die Projektpartner (Prof. Dr. Uwe Albrecht, CAU Kiel, Friedrich Wenner, Untere Denkmalbehörde Schleswig-Flensburg), die Schulleiter der beiden Schleswiger Gymnasien und natürlich Eltern und Freunde waren anwesend. Eine Musikgruppe der Schule umrahmte das Fest mit mittelalterlicher Musik. Schülerinnen aus dem Projektkurs führten im Kreuzgang eine szenische Lesung zur Geschichte des Klosters auf. Tipps für die Umsetzung Als besonders hilfreich hat sich in der Eingangsphase des Projekts die Zusammenarbeit mit engagierten, fachlichen Partnern vor Ort erwiesen. Eine Führung durch die im St. Johannis-Kloster lebende Priorin Frau Henny von Schiller zeigte Wirkung: Mit ihrem Witz und ihrer Aufgeschlossenheit den Jugendlichen gegenüber hatte sie großen Anteil an der wachsenden Begeisterung für das Projekt. Eine kunsthistorische Führung durch Professor Uwe Albrecht vom Kunsthistorischen Institut der Universität Kiel, Gespräche mit einem Mitarbeiter der regionalen Denkmalschutzbehörde und mit Mitgliedern des Freundeskreises schufen das notwendige Verständnis für die komplexen Probleme der Restaurierung und Finanzierung. Diese Begegnungen und Erfahrungen mit engagierten Menschen vor Ort hatten großen Anteil daran, dass die Jugendlichen für sich selbst entschieden, die Öffentlichkeitsarbeit des Klosters unterstützen zu wollen und eigene entsprechende Arbeitsvorhaben zu entwickeln. Die meisten Schülerinnen und Schüler sind projektorientiertes, selbstbestimmtes Arbeiten nicht gewöhnt und müssen deshalb langsam an die zuverlässige, eigenverantwortliche Arbeit in Gruppen herangeführt werden. Den Jugendlichen wurde die Entscheidung selbst überlassen, in welcher Form sie ihre Arbeitskraft eines Schuljahres in dieses Umfeld einbringen wollen. Bei der Formulierung der Zielvorstellungen sollte sehr darauf geachtet werden, dass diese so konkret wie möglich die angestrebten Ziele benennen, so dass deren Einlösung bei Abschluss des Projekts nachprüfbar ist. Ebenso wichtig ist es, die Gruppen bei der Erstellung ihrer Arbeitspläne zu beraten, regelmäßige Protokolle der Gruppentreffen abzurufen, realistische Terminfestlegungen einzufordern und deren Einhaltung zu überprüfen. Sehr empfehlenswert ist die regelmäßige Präsentation des Arbeitsstandes vor außenstehenden Personen. Anlässlich eines Elternabends stellten die Schülergruppen ihre Arbeiten vor Eltern, Lehrerinnen und Lehrern vor. Und während einer Studienfahrt nach Benediktbeuern wurde der Arbeitsstand vor einer anderen Schülergruppe präsentiert, die ebenfalls ein Projekt im Rahmen des "denkmal-aktiv"-Programms durchführte. Jede dieser Zwischenpräsentationen führte zu einem deutlich spürbaren Motivations- und Arbeitsschub. Besonders vor der konkurrierenden Schülergruppe wollte man sich nicht blamieren. Solche Zwischenpräsentationen können für die Schülerinnen und Schüler einen Rahmen liefern, der die lange Projektlaufzeit in überschaubare Zeitabschnitte teilt und das Formulieren und Erreichen von Zwischenzielen auch aus Schülersicht sinnvoll macht. Ein Erfolgsrezept bestand nach übereinstimmender Ansicht der beteiligten Lehrerinnen und Lehrer darin, den Schülerinnen und Schülern von Anfang an zu signalisieren, dass in diesem Projekt anders als in schulischen Veranstaltungen die Verantwortung für das Gelingen der Arbeitsvorhaben den außenstehenden Partnern gegenüber bei ihnen lag und nicht von der Instanz Schule abgefangen werden würde. Die Schülerinnen und Schüler traten selbst als Fragende, Forschende und als Akteure auf. Ihnen wurde in diesem Projekt auch von der anderen Seite Vertrauen und Offenheit entgegengebracht. Fachkompetenz Die Schülerinnen und Schüler sollen die Relevanz und den Wert von Kulturerbe und Denkmalschutz an einem regionalen Beispiel erfahren. das Recherchieren und wissenschaftliche Arbeitsmethoden kennen lernen. anhand eines regionalen Beispiels ihr kunsthistorisches Wissen vertiefen. Sozialkompetenz Die Schülerinnen und Schüler sollen die Zusammenarbeit mit außerschulischen Partnern kennen lernen. die Interessenvielfalt gesellschaftlicher Gruppierungen erfahren und ihre eigenen Interessen mit denen anderer abstimmen. zielstrebig und zuverlässig an einer termingerechten Umsetzung arbeiten und dabei lernen, innere und äußere Widerstände zu überwinden. Medienkompetenz Die Schülerinnen und Schüler sollen die Bedeutung von Medien für die Öffentlichkeitsarbeit kennen lernen. Medienangebote gezielt auswählen und sie für bestimmte Ziele und Absichten einsetzen. Qualitätsmaßstäbe für den Umgang mit digitalen Fotografien und Layoutprogrammen kennenlernen. die Arbeit am Computer als ergänzende, kommunikative und interaktive Gruppenarbeit verstehen.

  • Kunst / Kultur
  • Sekundarstufe I, Sekundarstufe II

denkmal aktiv – Kulturerbe macht Schule

Fachartikel

Schülerinnen und Schüler erleben gebaute Geschichte und lernen so den Wert und die Bedeutung von Kulturdenkmalen kennen – das ist die Idee von "denkmal aktiv – Kulturerbe macht Schule". "denkmal aktiv – Kulturerbe macht Schule", das bundesweite Förderprogramm für Schulen, wurde von der Deutschen Stiftung Denkmalschutz 2002 unter der Schirmherrschaft der Deutschen UNESCO-Kommission ins Leben gerufen. Mit "denkmal aktiv" fördert die Deutsche Stiftung Denkmalschutz schulische Projekte zur kulturellen Bewusstseinsbildung von Kindern und Jugendlichen . Ob im Unterricht, in Form von Schul-AGs oder als Ganztagsangebot – Schulen, die an "denkmal aktiv" teilnehmen, erkunden und erforschen das kulturelle Erbe im Lebensumfeld der Lernenden. Das Themenspektrum, mit dem sich die Schülerinnen und Schüler gemeinsam mit ihren Lehrerinnen und Lehrern – und in Zusammenarbeit mit fachlichen Partnern – im Rahmen von "denkmal aktiv" auseinandersetzen, kann von historisch bedeutenden Bauwerken über gestaltete Grünanlagen bis hin zu UNESCO-Welterbestätten reichen.

  • Kunst / Kultur / Geschichte / Früher & Heute

Das Verhältnis der Deutschen zur Nation

Unterrichtseinheit

Die Schülerinnen und Schüler lernen im Rahmen dieser Unterrichtseinheit verschiedene Formen der nationalen Identität und Kultur im Wandel der Zeit kennen. Sie sollen sich der Problematik von Nationalismus bewusst werden und die Bedeutung nationaler Identität in der globalisierten Gegenwart reflektieren.Als die deutsche Nationalmannschaft am 13. Juli 2014 in Brasilien zum vierten Mal Fußballweltmeister wurde, schwamm eine ganze Nation in Schwarz-Rot-Gold. Die Nationalfarben der Bundesrepublik waren in den Wochen zuvor schon allenthalben präsent: auf Balkonen und an Fenstern, auf Autos ebenso wie auf Gesichtern und auf der Kleidung. Der nationalen Identität sichtbaren Ausdruck zu verleihen, Zusammengehörigkeit und letztlich auch Nationalstolz zu zeigen, war und ist in der Bundesrepublik keine Selbstverständlichkeit. Für viele Deutsche, insbesondere aus der älteren Generation, erzeugt das Fahnenschwenken und Flaggezeigen eher nationalistisches Unbehagen als nationale Glücksgefühle. Selbstständige Erarbeitung Das Material kann sowohl als Ganzes oder auch in Teilen verwendet werden. Im kompletten chronologischen Querschnitt erarbeiten die Schülerinnen und Schüler in etwa zehn Schulstunden weitestgehend eigenständig die jeweiligen Themenbereiche und erfahren so, wie sich das Bild von Nation und die Einstellung zur nationalen Identität in Deutschland innerhalb eines Jahrhunderts gewandelt haben. Ihre Ergebnisse und Erkenntnisse sollen die Lernenden in unterschiedlicher Weise präsentieren. Ablauf Ablauf "Das Verhältnis der Deutschen zur Nation" Die Lernenden erarbeiten anhand von Internetquellen und Zeitzeugenberichten, wie sich die Einstellung zur nationalen Identität in Deutschland innerhalb eines Jahrhunderts verändert hat. Fachkompetenz Die Schülerinnen und Schüler befassen sich mit der Entwicklung der Vorstellung von Nation, Volk und Patriotismus im Wandel der Zeit. erarbeiten die Unterschiede zwischen Nationalismus und Patriotismus. erkennen die Funktionalisierung des Patriotismus. beschäftigen sich mit Formen und Problemen des neuen Patriotismus. reflektieren historische und gesellschaftliche Probleme. reflektieren Zeitzeugenaussagen. Medienkompetenz Die Schülerinnen und Schüler nutzen das Internet als Informationsquelle für die Auseinandersetzung mit einem historischen Thema. verarbeiten Informationen aus dem Internet eigenständig. nutzen unterschiedliche Präsentationstechniken und -medien, um die Ergebnisse darzustellen. nutzen Software zur kreativen Umsetzung eigener Ideen. Sozialkompetenz Die Schülerinnen und Schüler recherchieren ziel- und ergebnisorientiert sowohl eigenständig als auch im Team. diskutieren und verwerten Ergebnisse in der Gruppe. Arminius und sein Denkmal Ausgehend vom 1875 im Teutoburger Wald errichteten Hermannsdenkmal befassen sich die Schülerinnen und Schüler mit dem Geburtsmythos der deutschen Nation. Sie lernen hierbei die Motive der Denkmalserrichtung kennen und setzen sich mit den historischen Fakten auseinander, zudem reflektieren sie die Wirksamkeit von Nationaldenkmälern. Die Lernenden sollen sich außerdem kreativ mit der Thematik beschäftigen und einen Entwurf zu einem modernen deutschen Nationaldenkmal vorlegen, dessen motivische Inhalte begründet werden müssen. Gegebenenfalls sind hier Anstöße von Seiten der Lehrkraft nötig. Begriffserklärung Die Schülerinnen und Schüler recherchieren zunächst Begriffsdefinitionen, sodass sie eine terminologische Sicherheit erlangen. Daran anschließend setzen sie sich mit Zitaten zu den Begriffen Nation, Patriotismus und Nationalismus auseinander und müssen dabei die jeweilige Intention der Aussage eigenständig reflektieren sowie versuchen, diese auch zu kontextualisieren. Nationalgefühl 2014 Feindbild und Selbstbild spielten gerade in Zeiten der nationalstaatlichen Kriege eine wichtige Rolle in der Propaganda, um den Sinn des Kampfes auch in der Heimat stets zu verdeutlichen. Die Wahrnehmung der Deutschen als Barbaren war schon vor dem Überfall auf Belgien eine gängige Stereotype in den Nachbarländern, während des Krieges wurde diese stark ausgebaut. Analyse einer kriegspropagandistischen Karikatur Die Karikatur aus dem Kladderadatsch greift diesen Vorwurf des Barbarentums auf und persifliert ihn. Frankreich, Großbritannien und Russland werden personifiziert dargestellt, auf ihren Schultern sitzen Angehörige ihrer Kolonialvölker. Die Figuren wirken harmlos, eher unkriegerisch. Ihre Kriegshandlungen ("ihre Spur") werden aber als äußerst brutal und barbarisch dargestellt. Sie, die - so die Intention der Karikatur - die Kultur für sich beanspruchen, machen beim Töten auch nicht Halt vor Kindern, Frauen und Verletzten und verstoßen sogar gegen das geltende Kriegsrecht (zum Beispiel Angriff auf ein Lazarett, Verwendung sogenannter Dum-Dum-Munition). Deutschland und Österreich werden in Gestalt zweier einfacher Soldaten, die im Angriff begriffen sind, ganz "barbarisch" gezeigt. Ihr "Verfahren" ist zwar auch zunächst kriegerisch (Trümmer zerstörter Häuser), jedoch erscheinen die Soldaten als Helfer und gar Retter für Kinder, Alte und Verletzte. Das Ziel der vermeintlichen deutschen Barbaren ist die möglichst schnelle Wiederherstellung des Friedens, personifiziert in dem Friedensengel im Hintergrund, der schon die Ketten bereithält, um den ausgebrochenen Krieg wieder zu fesseln. Motive der und Mittel zur Fahnenflucht Anhand eines Zeitungsartikels aus der ZEIT befassen sich die Schülerinnen und Schüler anschließend mit den Motiven der und den Mitteln zur Fahnenflucht. "Volk" und "Nation" im Nationalsozialismus Anhand des Parteiprogramms sowie der Gesetzgebung von 1935 recherchieren die Schülerinnen und Schüler zur nationalsozialistischen Auffassung von Volk, Nation und Staats- beziehungsweise Reichsbürger und überlegen, welches nationale Selbstbild die Nationalsozialisten vermitteln wollten. Anschließend stellen sie eine Untersuchung zum aktiven Widerstand und zur Fahnenflucht im Zweiten Weltkrieg an. Volk und Nation in den Verfassungen Die Schülerinnen und Schüler untersuchen die Verfassungstexte der BRD und der DDR und erkennen hierbei das unterschiedliche nationale Selbstverständnis der beiden deutschen Staaten. Die BRD trat die Rechtsnachfolge des Deutschen Reiches an und beharrte auch von daher auf der Einheit des deutschen Volkes, auch im Verfassungstext ist immer vom "Deutschen Volk" die Rede. In der Verfassung der Deutschen Demokratischen Republik von 1949 wird ebenfalls der Begriff "deutsches Volk" verwendet, das in einer "unteilbaren Republik" lebt. Somit ist auch hier die Vorstellung einer Nation und der Wunsch nach Einheit manifestiert - Aspekte, die auch in der DDR-Hymne ihren Niederschlag fanden. In der geänderten Verfassung von 1974 wird ein neues "nationales" Selbstverständnis deutlich, das von zwei Nationen ausgeht. So ist dann in der Verfassung konsequent vom Volk der DDR oder nur Volk und vom Staat der Arbeiter und Bauern die Rede, eine nationale Zuweisung fehlt. Analyse der DDR-Hymne Dass sich das Regime im Osten ab 1974 von jeglicher Form einer möglichen Wiedervereinigung und von jedem nationalen Patriotismus verabschiedet hat und auch Gedanken daran in keiner Weise offiziell lebendig halten wollte, können die Schülerinnen und Schüler durch de Analyse des Hymnen-Textes erarbeiten, in dem sich Textstellen wie "Deutschland, einig Vaterland" (1. Strophe) finden - ein Text, der ab 1974 nicht mehr gesungen werden durfte, aber dann nach dem 9. November 1989 eine regelrechte Renaissance erfuhr. Zeitzeugenaussagen Ausgehend vom Kriegs- und Boykotthetze-Artikel der DDR-Verfassung von 1949 (Art. 6) beschäftigen sich die Schülerinnen und Schüler zunächst mit der Problematik dieser Verfassungs- beziehungsweise später Strafrechtsbestimmung der DDR. Anhand eines Zeitzeugeninterviews lernen sie die Erfahrungen eines "Republikflüchtlings", der in den Augen des SED-Regimes als Staats- oder Republikfeind galt, kennen. In einer Zeitzeugenaussage eines ehemaligen Regierungsmitglieds der DDR erfahren die Lernenden, wie das kommunistische Regime den Verrats-Begriff definierte. Die Spiegelaffäre Im Zusammenhang mit dem Spiegel-Artikel "Bedingt abwehrbereit" vom 10. Oktober 1962 sprach der damalige Bundeskanzler Konrad Adenauer von einem "Abgrund an Landesverrat", der dann auch in der sogenannten "Spiegel-Affäre" mündete. Die Schülerinnen und Schüler beschaffen sich zunächst Informationen über die "Spiegel-Affäre" und erfahren in einem nächsten Schritt, welche langfristigen Veränderungen im Rechtsbewusstsein die Affäre mit sich brachte. Zudem befassen sich die Schülerinnen und Schüler mit dem aktuellen Begriff des Staatsgeheimnisses und den strafrechtlichen Regeln des Landesverrats. Zum Einstieg sehen die Schülerinnen und Schüler sich einen Ausschnitt aus der Feier zur Wiedervereinigung vom 3. Oktober 1990 an und analysieren, in welchen Formen der Nationalstolz hier seinen Ausdruck findet. Anhand eines Zeitzeugeninterviews mit dem Schriftsteller Ulrich Plenzdorf kann der überschwängliche Patriotismus reflektiert und gegebenenfalls relativiert werden. Im Anschluss daran erarbeiten und erkennen die Schülerinnen und Schüler Probleme der Nationalidee im vereinten Deutschland. Ausprägungen des Patriotismus' in der Gegenwart Die Schülerinnen und Schüler beschäftigen sich zunächst mit dem Phänomen des Party- oder Fußball-Patriotismus'. Daran anschließend reflektieren sie ihr persönliches Verständnis von Begriffen wie Vaterland, Nation, Patriotismus et cetera. Anhand des Artikels " Die zwei Gesichter der Vaterlandsliebe " von Volker Kronenburg vertiefen die Schülerinnen und Schüler die aktuelle Unterscheidung zwischen Nationalismus und Patriotismus. Im Anschluss daran reflektieren und diskutieren sie die generelle Notwendigkeit einer patriotischen Einstellung in der Gegenwart. Abschließend beschäftigen sich die Lernenden mit der Verwendung des Ausdrucks "Vaterlandsverrat/Vaterlandsverräter" als "Kampfbegriff" in der gegenwärtigen politischen Auseinandersetzung. Sie sollen dabei unter anderem erkennen, dass bestimmte historische Termini sensibel verwendet werden müssen.

  • Geschichte / Früher & Heute / Politik / WiSo / SoWi
  • Sekundarstufe II

Mahatma Gandhi: ein friedlicher Revolutionär

Unterrichtseinheit
14,99 €

Diese Unterrichtseinheit beschäftigt sich mit dem Leben und Wirken von Mohandas Gandhi, der am zweiten Oktober 2019 150 Jahre alt geworden wäre. Grund genug, einen näheren Blick auf den Mann zu werfen, der von den Indern den Ehrentitel "Mahatma" = "große Seele" bekam. 1948 war Mahatma Gandhi außerdem für den Friedensnobelpreis vorgesehen. Nur wenige Menschen des 20. Jahrhunderts haben wohl einen so bleibenden und positiven Eindruck in der Weltgeschichte hinterlassen. Gandhi hat, wie kaum ein anderer, versucht Religion friedlich zu leben und es geschafft ein ganzes Volk zu mobilisieren, seinen Weg des friedlichen Widerstandes mitzugehen."Es gibt keinen Weg zum Frieden, denn Frieden ist der Weg." - Die Schülerinnen und Schüler lernen in dieser Einheit Mahatma Gandhi kennen, der am 2. Oktober 2019 seinen 150. Geburtstag gefeiert hätte. Einen Menschen, der konsequent auf Gewalt verzichtete und dennoch beständig an seinen Zielen festhielt und viele davon umsetzen konnte. Zunächst erarbeiten die Schülerinnen und Schüler für sich selbst Gründe, warum man Menschen auf ein Podest hebt und so stark verehrt, dass man ihnen Statuen und Denkmäler baut. So lernen sie zwischen kurzweiligen Erfolgen und Lebensleistungen zu differenzieren. Im Anschluss beleuchten sie mithilfe eines Sachtextes das Leben Mahatma Gandhis und stellen immer wieder Vergleiche mit ihrer eigenen Lebenswirklichkeit an. Ein Kurzfilm vertieft das Gelernte und fügt neues Wissen hinzu. All dies soll abschließend kompetenzorientiert in einem Interview verarbeitet werden. Mahatma Gandhi als Unterrichtsthema Gandhi wurde und wird in seinem Heimatland als "Große Seele" und "Held" verehrt, doch seine Vorbildfunktion und seine friedliche Revolution haben über die Grenzen Indiens hinaus die Menschen beeindruckt. Gandhi wird im Religionsunterricht gerne beim Thema Hinduismus besprochen, wenngleich es in dieser Einheit eher um seinen Einfluss als Revolutionär, als politischer Botschafter geht. Daher sollte diese Einheit in eine Reihe zum Thema "Frieden und Gerechtigkeit" eingesetzt werden, in der es um die Botschaften von Päpsten, Martin Luther King oder eben Gandhi gehen sollte. Auch ein Bezug zu modernen Propheten, Vorbildern, Idolen oder "Helden" der Gegenwart kann hergestellt werden. Die Selbstverpflichtungen Gandhis sowie weitere Stellungnahmen wurden bewusst didaktisch reduziert, um das Thema auch für die Mittelstufe verständlich und dennoch kompakt zu halten. Vorkenntnisse Es wäre schön, wenn die Schülerinnen und Schüler die Persönlichkeiten auf Arbeitsblatt 1 kennen oder zumindest erkennen (Mutter Teresa, Nelson Mandela, Martin Luther King, Schiller und Goethe). Vielleicht weiß der ein oder die andere auch, was die Personen geleistet haben und kann am Ende der Einheit die Leistungen Gandhis in Bezug setzen oder vergleichen. Didaktisch-methodische Analyse Das Material, das die Schülerinnen und Schüler in dieser Einheit erhalten, ist sehr geradlinig und birgt wenig Risiko. In Phase 2 "Helden der Menschheit" (Arbeitsblatt 1) kann es nötig sein, dass die Lehrkraft ein wenig mithilft, damit die Schülerinnen und Schüler genügend Ideen bekommen, für welche Leistungen sie ein Denkmal bekommen könnten. Ansonsten besteht die Gefahr, dass sie in ihrer kleinen Welt hängen bleiben. Die Vertiefung in dieser Einheit soll anhand eines Interviews oder Rollenspiels stattfinden. Erfahrungsgemäß machen Schülerinnen und Schüler dies sehr gerne, weil sie aktiv werden können. Aber es gibt auch immer Einzelne in der Klasse, die Phasen der Freiarbeit ausnützen, um sich dem Unterricht zu entziehen. Dies kann für Unruhe sorgen. Hier ist es sinnvoll, wenn die Lehrkraft bei den einzelnen Partnern präsent ist und dafür sorgt, dass alle an den Interviews arbeiten. Die kreative und meditative Arbeit zum Abschluss wird in Mädchenklassen sehr gut funktionieren, da sie gerne malen und künstlerisch tätig werden. Jungen haben erfahrungsmäßig weniger Interesse am meditativen Malen und die Ergebnisse sind oft etwas enttäuschend. Hier sollte die Lehrkraft also gut abwägen, ob sie diese Phase im Anschluss noch machen möchte. Fachkompetenz Die Schülerinnen und Schüler lernen die Person Mahatma Gandhi und seinen Weg des gewaltlosen Widerstandes kennen. setzen sich mit unterschiedlichen Zitaten Gandhis auseinander. Medienkompetenz Die Schülerinnen und Schüler entnehmen einem Sachtext sowie einem Video Informationen und strukturieren diese. setzen Gelerntes kreativ in ein Interview um. Sozialkompetenz Die Schülerinnen und Schüler erarbeiten ein Rollenspiel oder Interview und präsentieren dieses vor der Klasse. arbeiten mit einem Partner oder in Kleingruppen zusammen und kommen zu gemeinsamen Ergebnissen.

  • Religion / Ethik
  • Sekundarstufe I

Klassik Stiftung Weimar – Vermittlungsangebote für Kitas, Schulen und Bildungseinrichtungen

Fachartikel / Video-Tutorial

Die Klassik Stiftung Weimar bildet ein einzigartiges Ensemble von Kulturdenkmalen: 31 Museen und Orte des Erlebens; 12 UNESCO-Welterbestätten. Mit ihren zahlreichen Museen, Schlössern, historischen Häusern und Parks sowie den Sammlungen der Literatur und Kunst zählt sie zu den größten und bedeutendsten Kultureinrichtungen Deutschlands. Zu einer ihrer Kernaufgaben zählt die Stiftung die Vermittlung.

  • Deutsch / Kommunikation / Lesen & Schreiben / Geschichte / Früher & Heute / Religion / Ethik / Kunst / Kultur / Musik

Die Deutsche Digitale Bibliothek – ein wichtiges Tool für den schulischen Bildungsbereich

Fachartikel

Sie möchten im Unterricht Handschriften aus dem 15. Jahrhundert lesen, bedeutende Kunstwerke im Klassenzimmer betrachten oder Ihre Schülerinnen und Schüler mittels historischer Zeitungsartikel in eine frühere Zeit mitnehmen? Die Deutsche Digitale Bibliothek und ihre weiteren Portale Archivportal-D und Deutsches Zeitungsportal bietet einen einfachen und sicheren Zugang zum digitalisierten kulturellen und wissenschaftlichen Erbe Deutschlands. Kostenlos, ohne Registrierung und für alle frei zugänglich! Die Deutsche Digitale Bibliothek ermöglicht direkten Zugang zu Kulturgütern in digitaler Form. Hierfür kooperiert sie mit etablierten Kultur- und Wissenseinrichtungen – Archive, Bibliotheken, Museen, Denkmalpflege- und Forschungsinstitutionen –, deren Bestände zentral online sichtbar gemacht werden. Die zugänglich gemachten Daten des öffentlich getragenen Portals sind authentisch und rechtssicher verwendbar.

  • Deutsch / Kommunikation / Lesen & Schreiben / Geschichte / Früher & Heute / Politik / WiSo / SoWi / Religion / Ethik / Kunst / Kultur / Musik / Biologie / Ernährung und Gesundheit / Natur und Umwelt / Mathematik / Rechnen & Logik / Geographie / Jahreszeiten / Physik / Astronomie

Goldener Schnitt – Geometrie der Schönheit

Unterrichtseinheit

Die Unterrichtseinheit für das Fach Mathematik der Klassen 9–10 unterstützt Schülerinnen und Schüler die Definition und Eigenschaften des Goldenen Schnitts zur Berechnung und Konstruktion von Verhältnissen zu verstehen. Sie leiten das Streckenverhältnisses her, berechnen die Goldene Zahl, konstruieren Goldene Rechtecke und Dreiecke und befassen sich mit der Fibonacci-Spirale. Durch selbst gesteuertes Lernen mit differenzierten Aufgaben sowie realen Anwendungsbeispiel aus Architektur und Kunst werden die zentralen Prinzipien vertieft. Der Goldene Schnitt ist ein faszinierendes mathematisches Verhältnis, das in vielen Bereichen des Lebens (Körpermaße), der Kunst (Mona Lisa), Bildhauerei (Michelangelos David), der Architektur (Altes Leipziger Rathaus) und der Natur (Nautilus) auftaucht. In dieser Unterrichtseinheit für den Mathematikunterricht der Sekundarstufe I setzen sich die Schülerinnen und Schüler intensiv mit dem Thema "Goldener Schnitt" auseinander. Der erste Teil der Einheit vermittelt eine grundlegende Einführung in die mathematischen Aspekte des Goldenen Schnitts. Mithilfe verschiedener Aufgaben entdecken die Lernenden, in welchem Zusammenhang der Goldene Schnitt zur Mathematik steht. Im zweiten Teil liegt der Fokus auf der Architektur. Die Schülerinnen und Schüler recherchieren nach Gebäuden, die dem Goldenen Schnitt entsprechen, und überprüfen am Beispiel des Alten Rathauses in Leipzig, inwieweit es nach diesen Prinzipien errichtet wurde. Im dritten Teil wird das Thema auf das Steinmetz-Handwerk übertragen, wodurch den Lernenden eine praxisnahe und lebensweltbezogene Perspektive geboten wird. Hier setzen sie sich auch mit der Fibonacci-Folge auseinander und untersuchen Denkmäler auf die Anwendung des Goldenen Schnitts im Handwerk. Durch praxisorientierte Textaufgaben wird das Verständnis des Themas weiter vertieft. Ein begleitendes Informationsblatt unterstützt die Recherchearbeit. Zur Verfügung stehenden GeoGebra-Dateien erleichtern das Verständnis und bieten eine weitere Annäherung an das Thema. Diese Dateien stehen zum Download auf der Materialseite zur Verfügung. Neben dem Informationsblatt beinhalten die Arbeitsblätter teilweise Erklärungen und daran gekoppelte Aufgaben. Grundsätzlich wird auf das Informationsblatt als Quelle verwiesen. Die Arbeitsblätter bauen aufeinander auf, so dass die Schülerinnen und Schüler mit dem letzten Arbeitsblatt eigenständig den Goldenen Schnitt umsetzen können sollten. Die Unterrichtseinheit ist für einen Zeitraum von 12 bis 16 Unterrichtsstunden angelegt, wobei pro Woche ein Arbeitsblatt bearbeitet werden kann. Die Bearbeitungszeit kann sich durch die eigenständige Recherchearbeit mit dem Informationsblatt um ein bis zwei Wochen verlängern. Differenzierte Aufgabenstellungen bieten den Lernenden verschiedene Zugänge zum Thema und unterstützen sie in ihrer individuellen Herangehensweise. Der Unterrichtsverlauf folgt einer Struktur, die in drei Phasen unterteilt ist: Plenumsphase, Übungsphase und Rückmeldungsphase. Alternativ können die Aufgaben auch in Wochenplänen eingesetzt werden, was eine flexible Gestaltung des Unterrichts ermöglicht. Im Verlaufsplan werden die Phasen ergänzt, in denen die Lehrkraft die Inhalte präsentiert und den Lernenden Raum gibt, Fragen zu stellen. Die verbleibende Zeit ist für eigenständiges und selbstverantwortliches Lernen vorgesehen. Diese Phasen werden nicht gesondert aufgeführt. Diese Einheit basiert auf dem Prinzip des "eigenständigen" Lernens. Hierzu dienen Infokästchen und ausführliche Erklärungen zur Erarbeitung des Inhaltes. An diesen Erklärungen knüpfen differenzierte Aufgaben an, um verschiedene Leistungsniveaus abbilden zu können. Die vertiefenden Übungen dienen zur weiteren Differenzierung. Im ersten Schritt sollte das Informationsblatt erarbeitet werden. Die Arbeitsblätter 1 bis 2 sowie das Informationsblatt können in der Jahrgangsstufe 9 und 10 eingesetzt werden. Die Arbeitsblätter bauen aufeinander auf, so dass es sinnvoll ist, dass die Schülerinnen und Schüler die Arbeitsblätter chronologisch erarbeiten. Ebenfalls sollten die Schülerinnen und Schüler entsprechende Vorkenntnisse in Geometrie (insbesondere in Bezug auf Dreiecke und Vielecke) für die Arbeitsblätter mitbringen. Die Aufgaben mit vier Sternen sind für leistungsstarke Schülerinnen und Schüler geeignet. Im Rahmen des selbstständigen Lernens mit Wochenplänen können diese Aufgaben als Zusatzaufgaben notiert werden. Fachkompetenz Die Schülerinnen und Schüler erkennen und beschreiben geometrische Strukturen in der Umwelt. berechnen Streckenlängen, auch unter Nutzung von Ähnlichkeitsbeziehungen. Medienkompetenz Die Schülerinnen und Schüler suchen, verarbeiten und bewahren Inhalte und Materialien auf. kommunizieren und kooperieren auf verschiedenen Ebenen miteinander. setzen digitale Werkzeuge zum Lösen von Problemen ein. Sozialkompetenz Die Schülerinnen und Schüler können sachlich kommunizieren. können gemeinsam Aufgaben bearbeiten und ausführen. können sich an Absprachen und Vereinbarungen halten.

  • Mathematik
  • Sekundarstufe I
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