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Ein künstlerisches Gemeinschaftsprojekt zum Erntedankfest

Kopiervorlage

Das Arbeitsmaterial zum Thema Erntedank regt die Schülerinnen und Schüler dazu an, über den verschwenderischen Umgang mit den natürlichen Ressourcen unserer Erde nachzudenken und ein reflektiertes Verständnis von Umwelt- und Naturschutz anzubahnen. Unter Zuhilfenahmen des Arbeitsmaterials "Feier- und Gedenktage im Herbst" wird mit den Schülerinnen und Schülern zunächst die historische Bedeutung des Erntedankfestes erarbeitet. Das hier vorgestellte Projekt thematisiert das Erntedankfest aus einer künstlerischen und fächerübergreifenden Perspektive. Die künstlerische Umsetzung der intendierten Ziele verdeutlicht anschaulich die Bedeutung eines respektvollen Umgangs mit den Früchten und Erzeugnissen hiesiger Ernten. Ein Gedicht zum Erntedank wird im Klassenverband gemeinsam gelesen. Es enthält die Namen der am Projekt beteiligten Schülerinnen und Schüler sowie die Beschreibung, welche Obst- und Gemüsesorte oder welches Lebensmittel von der jeweiligen Schülerin oder dem jeweiligen Schüler auf eine Schablone gezeichnet werden soll. Beispiel: "Maja stellt den Brotkorb hin und Nina eine Wurst, Paul hat noch Tee dabei für den großen Durst." Die Schablone wird ausgeschnitten und auf die Tapetenrolle geklebt, auf der ein einfach gezeichneter Tisch vorgegeben ist. Auf diesen Tisch werden die Zeichnungen angeordnet und aufgeklebt. Es entsteht eine Collage eines Gabentisches mit selbstgezeichneten Lebensmitteln. Fachkompetenz Die Schülerinnen und Schüler lesen ein Gedicht sinnerfassend und können eigene Gedanken dazu äußern. interpretieren das Gedicht und verstehen die Bedeutung einer gewährleisteten Grundversorgung mit Nahrungsmitteln. entnehmen dem Gedicht die entsprechende Arbeitsanweisung und können sie zeichnerisch umsetzen. gestalten Collagen, indem sie die Zeichnungen auf dem vorgezeichneten Tisch anordnen und aufkleben. Sozialkompetenz Die Schülerinnen und Schüler helfen sich gegenseitig und gehen wertschätzend miteinander um.

  • Kunst / Kultur
  • Primarstufe

Die Terroranschläge von 9/11 – 20 Jahre danach

Interaktives

Die Schülerinnen und Schüler der Sekundarstufe II setzen sich mit den Terroranschlägen vom 11. September 2001 auseinander. Sie beschäftigen sich sowohl mit den historischen Ereignissen als auch daraus resultierenden Folgen sowie nach sich ziehenden Veränderungen. 11. September 2001: Ein Tag, der die Welt veränderte 9/11 gehört für diejenigen, die den Tag als Erwachsene erlebt haben, zu den Ereignissen, von denen man genau weiß, was man gemacht hat, als die Terroranschläge in New York passierten. 9/11 erschütterte nicht nur die amerikanische Nation und jede einzelne Person in der westlichen Welt, sondern die Terroranschläge in den USA waren eine politische und gesellschaftliche Zäsur, deren Nachwirkungen weit in die Gegenwart hineinreichen, was vielen und gerade auch der heutigen Generation von Schülerinnen und Schülern oft nicht bewusst ist. 11. September 2001: Historisches Geschehen und gegenwärtige Folgen "Sind die Anschläge des 11. September 2001 wirkliche Geschichte?", fragt Andrian Kreye in der Süddeutschen Zeitung vom 1. September 2021 und verdeutlicht in seinem Feuilletonbeitrag, dass 9/11 "kein Flügelschlag eines historischen Schmetterlingeffekts, sondern ein Erdrutsch" war, der zu gesellschaftlichen Spaltprozessen führte, die "auch in der deutschen Gegenwart deutlich zu spüren" sind. (vergleiche Kreye, Andrian (1.9.2021): Was bleibt. Die Anschläge vom 11. September 2001 haben ein Zeitalter der Lässigkeit beendet. Bis heute. In: Süddeutsche Zeitung, Nr. 201, Seite 9.) Anhand dieser Materialien lernen die Schülerinnen und Schüler daher sowohl das historische Geschehen als auch die noch gegenwärtigen Folgen von diesem kennen. Sie erfahren zum einen, was am 11. September 2001 bei den Anschlägen in den USA geschehen ist. Sie befassen sich des Weiteren mit den unmittelbaren politischen Folgen, die sich aus den Attentaten ergeben haben (Nato-Bündnisfall und "Krieg gegen den Terror") und erarbeiten dann, welche langfristigen politischen und gesellschaftlichen Veränderungen sie mit sich brachten (zum Beispiel die erhöhte innere Sicherheit). Zudem setzen sie sich mit der derzeitigen Lage in Afghanistan auseinander und damit, was Islamismus heute bedeutet und welche Formen dieser haben kann. Die Schülerinnen und Schüler werten mittels verschiedener interaktiver Formate schriftliche Primär- und Sekundärquellen zu den Anschlägen vom 11.09.2001 aus, recherchieren Informationen im Internet und befassen sich mit Videoquellen. Sie lernen dabei, Fakten aus den Quellen herauszufiltern und Aussagen kritisch zu beurteilen. Folgendes Erklärvideo zum Islamismus kann bei der Bearbeitung vor allem von Aufgabe VI hilfreich sein: WissensWerte: Islamismus Die interaktiven Übungen leiten zu einem selbstständigen Lernen an. Nichtsdestotrotz sollte die Lehrkaft für Rückfragen und bei Klärungsbedarf zur Verfügung stehen und eine Besprechung des Inhalts im Unterricht stattfinden, um eine differenzierte Auseinandersetzung mit dem komplexen Thema zu unterstützen und zu gewährleisten. Fachkompetenz Die Schülerinnen und Schüler lernen die historischen Fakten zu den Terroranschlägen und den Verantwortlichen kennen. erfahren, welche kurz- und langfristigen politischen und gesellschaftlichen Folgen die Taten hatten. machen sich mit dem Begriff Islamismus vertraut. Methodenkompetenz Die Schülerinnen und Schüler recherchieren Fakten zu den Terroranschlägen und den Verantwortlichen aus dem Internet, bewerten diese und wählen sie bedarfsgerecht aus. arbeiten mit Primärquellen, Darstellungen und Videomaterial.

  • Geschichte / Früher & Heute / Politik / WiSo / SoWi
  • Sekundarstufe II

Cartoon der Woche: Erstwähler

Cartoon

Digitale Kompetenzen hat die junge Generation reichlich – doch wie steht es mit analogen? Was passiert, wenn ein Digital Native das erste Mal wählen darf …

  • Fächerübergreifend

Unterrichtsprojekt zum Herbst: wenn die Blätter fallen

Kopiervorlage / Interaktives

Dieses Materialpaket enthält ein Booklet sowie interaktive Übungen rund um die goldene Jahreszeit und bietet damit zahlreiche fächerübergreifende Anregungen, online wie offline nach Erklärungen für herbstliche Phänomene zu forschen. Der Herbst erscheint uns einerseits als Jahreszeit mit bunten Blättern, den letzten Blumen und reich gedecktem Erntetisch , auf der anderen Seite ist er neblig-grau, windig und ungemütlich. Die Tage werden kürzer und die gesamte Natur bereitet sich auf den Winter vor. In der Unterrichtseinheit erforschen die Schülerinnen und Schüler die Phänomene des Herbstes. Berücksichtigt wurde dabei die Ideensammlung aus einem 3. Schuljahr: Was ich schon immer über den Herbst wissen wollte . Das fächerübergreifende interaktive Unterrichtsmaterial eignet sich aber nicht nur für die Grundschule, sondern auch für ältere Lerngruppen an weiterführenden Schulen. Die Lehrkraft startet das Projekt mit einem herbstlichen Foto beziehungsweise Video, welches im Anschluss besprochen wird. Dadurch soll das Vorwissen der Schülerinnen und Schüler angeregt werden und erste Informationen über diese Jahreszeit gesammelt werden. Die Kinder erhalten eine Checkliste, in welcher sie ihren Aufgabenfortschritt während des gesamten Projekts selbstständig kontrollieren können. Des Weiteren können sie Tablets, Smartphones, Computer oder anderweitige mobile Endgeräte nutzen, um mithilfe der QR-Codes oder der angegebenen Links für ihre Booklet-Aufgaben zu recherchieren. Die Lernenden erwartet eine Mixtur aus interessanten Fakten rund um den Herbst, Rätsel lösen, Aufgaben zum Ausmalen und Ausschneiden, ein herbstliches Quiz und kleinere Schreibaufgaben. Als Abschluss werden die Arbeitsergebnisse präsentiert und die Arbeit mit dem Booklet reflektiert. Fachkompetenz Die Schülerinnen und Schüler wiederholen die Jahreszeiten. lernen verschiedene Herbstblumen kennen. entdecken verschiedene Früchte, die im Herbst geerntet werden. ordnen Verben dem Herbstwind oder dem Herbstregen zu. lernen englische Wörter zum Thema Herbst kennen und üben sie ein. Medienkompetenz Die Schülerinnen und Schüler führen gezielte Recherchen im Internet durch und nutzen das Internet als Informationsquelle. bearbeiten eine interaktive Lerneinheit am Computer. lösen ein interaktives Puzzle und Kreuzworträtsel. Sozialkompetenz Die Schülerinnen und Schüler treffen Absprachen zur Benutzung der digitalen Endgeräte. einigen sich im Lerntandem über die Reihenfolge der Aufgaben. helfen sich gegenseitig.

  • Biologie / Ernährung und Gesundheit / Natur und Umwelt / Geographie / Jahreszeiten / Chemie / Natur & Umwelt
  • Primarstufe, Sekundarstufe I

Klimawandel: Was muss ich wissen, was kann ich tun?

Unterrichtseinheit

Das Deutsche Jugendrotkreuz (JRK) leistet Bildungsarbeit für mehr Klimaschutz und klärt auf, wie wir auf die Folgen des Klimawandels reagieren können. Zu diesem Themenkomplex hat der Jugendverband das Journal und das Arbeitsheft "Klimahilfe JETZT! 2020" neu veröffentlicht. Schon mit der Kampagne "Klimahelfer. Änder' was, bevor's das Klima tut" hat das Deutsche Jugendrotkreuz zwischen 2012 und 2014 über die humanitären Konsequenzen des Klimawandels informiert und junge Menschen dazu aufgerufen, sich mit eigenen Projekten für den Klimaschutz zu engagieren. Um den Entwicklungen seither Rechnung zu tragen, wurden das Journal und das Arbeitsheft der Kampagne 2020 umfassend überarbeitet.Die Auswirkungen des Klimawandels sind nicht nur in den Ländern des globalen Südens spürbar. Auch in Deutschland treten Stürme, Überschwemmungen oder Hitzewellen immer häufiger auf. Mithilfe der Materialien "Klimahilfe JETZT! 2020" (Journal und Arbeitsheft) werden Möglichkeiten aufgezeigt, wie sich Kinder und Jugendliche an die Folgen des Klimawandels anpassen und aktiv werden können. Mit Hintergrundwissen, Methoden und Aktionsideen werden Kinder und Jugendliche mit den Themen Klimawandel, Klimaanpassung und Klimaschutz vertraut gemacht und zum Engagement ermutigt. Modularer Aufbau Die didaktischen Materialien liefern Lehrenden und Lernenden der Grundschule, der Sekundarstufen I und II Hintergrundwissen, Methoden, Spiele und Praxisanleitungen rund um die Themen Klimawandel, Klimaanpassung und Klimaschutz, Gesundheit, Bevölkerungsschutz, Bildung und klimabedingte Migration. Medien, Materialien und Methoden Das Klimajournal erklärt auf anschauliche Weise die Auswirkungen des Klimawandels auf die Menschen in Deutschland und der Welt. Dies stellt eine ideale Einführung in das Gesamtthema dar. Das Arbeitsheft liefert die dazu passenden Methoden zur Durchführung von Unterrichtsstunden. Das große Klima­-Quiz im Hauptteil ist Wissens-­ und Erlebnisspiel zugleich. Im Teil "Aktiv werden für den Klimaschutz" geht es darum, das eigene Verhalten zu betrachten und den Verband oder die Schule kritisch auf Klimafreundlichkeit zu prüfen.Die Schülerinnen und Schüler sollen die (anthropogenen) Ursachen und Auswirkungen des Klimawandels verstehen. die unterschiedlichen humanitären Konsequenzen des Klimawandels in Deutschland und im globalen Süden kennenlernen. erfahren, was man gegen die Folgen des Klimawandels tun kann. sich aktiv, reflexiv und diskursiv mit verschiedenen Teilaspekten rund um die Problematik Klimawandel wie Klimaschutz, Gesundheit, Katastrophenvorsorge, Bildung oder klimabedingte Migration, auseinandersetzen. ihre Kommunikations- und Kooperationsfähigkeit ausbauen, indem sie Aufgaben und Projekte im Team umsetzen. ihr eigenes Verhalten in Bezug auf Konsum und Klimaschutz kritisch reflektieren und verstehen, dass es wichtig ist, etwas daran zu ändern.

  • Politik / WiSo / SoWi / Wirtschaft
  • Primarstufe, Sekundarstufe I, Sekundarstufe II

Journey Mapping im Unterricht

Kopiervorlage

Dieses Arbeitsblatt unterstützt bei der Visualisierung von Erlebnissen, die eine bestimmte Zielgruppe im Zuge von Design Thinking-Prozessen im Unterricht macht. Der Beitrag entstand im Rahmen des von der Deutschen Telekom Stiftung geförderten Projekts "Design Thinking@School". In schulischen Kontexten werden Problemstellungen und deren Lösungen zunehmend in Design Thinking-Prozessen erarbeitet. Im Mittelpunkt steht dabei immer eine bestimmte Zielgruppe. Um deren Bedürfnisse und damit verbundene Herausforderungen zu eruieren, kann die Methode des "Journey Mapping" eingesetzt werden. Die Customer Journey Map visualisiert die Erlebnisse der Zielgruppe während ihrer Aktivität oder während sie ein Produkt beziehungsweise eine Dienstleistung nutzt. Die Abfolge aller Schritte, die mit der Aktivität und Nutzung in Verbindung stehen, ergibt die sogenannte Customer Journey. Eine Einführung in die erste Phase des Design Thinking, in die auch das Journey Mapping eingeordnet werden kann, liefert das Video-Tutorial "Design Thinking als Methode im Unterricht: Zielgruppe definieren" . Die Methode des "Journey Mapping" hilft, die Bedürfnisse der Zielgruppe lückenlos zu beschreiben und zu verstehen. Sie hilft außerdem, Probleme und Ärgernisse zu identifizieren. Diese können der Ausgangspunkt für Innovationen und Verbesserungen sein. Im Folgenden wird der Ablauf dieser Methode grob skizziert. Fokus der "Reise" festlegen und Informationen sammeln Zunächst gilt es zu definieren, um welche Nutzung und Aktivität es bei der "Reise" genau gehen soll sowie eine Vorauswahl der Zielgruppe zu treffen. Die Zielgruppe wird dann vom Beginn bis zum Ende der Customer Journey kontinuerlich beobachtet und befragt. Die einzelnen Schritte der Reise werden in Text und Bild dokumentiert, zum Beispiel mithilfe des vorliegenden Arbeitsblattes. Dabei werden insbesondere die Emotionen der Zielgruppe beobachtet und dokumentiert. Dies kann auch durch Symbole wie Smileys geschehen. Analyse von Problemen und Beschreiben von Lösungen Bei Bedarf kann eine Analyse der verschiedenen Schritte sowie Vertiefung der Umfeld-Erkundung der Zielgruppe erfolgen (etwa durch Interviews ). Die Bedürfnisse, Probleme und Schwierigkeiten der Zielgruppe werden innerhalb jedes Schritts skizziert. Falls im Zuge der Customer Journey Probleme oder negative Erlebnisse auftreten, müssen dafür Lösungen beschrieben werden. In einem anschließenden Brainstorming können beispielsweise Ideen zur Vermeidung negativer Erlebnisse gesammelt werden. Der Fokus sollte hier auf positiven Emotionen liegen und insbesondere auf der Frage: Wie können diese verstärkt werden?

  • Fächerübergreifend
  • Sekundarstufe I, Sekundarstufe II, Berufliche Bildung

Doppelte Klassenleitung – ein pädagogisches Konzept für "schwierige" Lerngruppen

Fachartikel
5,99 €

Dieser Fachartikel ist ein Erfahrungsbericht über das Konzept der Doppelbesetzung von Klassenleitungen zur intensiven und effektiven pädagogischen Betreuung "schwieriger" Lerngruppen. Das pädagogische Konzept "doppelte Klassenleitung" "Moment mal. Besteht eine Klassenleitung nicht grundsätzlich aus zwei Lehrkräften? Es gibt doch die hauptamtliche Klassenlehrkraft und an ihrer Seite eine Stellvertreterin beziehungsweise einen Stellvertreter." Mit dieser Reaktion werde ich oft konfrontiert, wenn ich von meinen Erfahrungen mit dem Konzept "doppelte Klassenleitung" berichte, das seinen Ursprung in diesem Fall nicht an einer Pädagogik-Fakultät einer Uni hat, sondern von uns Lehrkräften aus der Praxis heraus entwickelt wurde, um die pädagogische Arbeit im Unterrichtsalltag zu optimieren. (Wer den Begriff "doppelte Klassenleitung" bei Internet-Suchmaschinen eingibt, stößt auf ähnliche Ansätze an einigen anderen Schulen im Land.) Dass zwei Lehrkräfte hauptamtlich und gleichberechtigt eine Klasse leiten, ist das Grundprinzip des Konzepts. Im Idealfall besteht diese "Doppelspitze" aus einer Lehrerin und einem Lehrer. Um vor der Klasse zusammen Präsenz zu zeigen und gemeinsam zu agieren, gehört eine wöchentliche "Teamstunde" mit beiden Klassenlehrkräften als unverzichtbarer Bestandteil zum Konzept. Die Teamstunde dient einerseits zur effektiven Bearbeitung der vielen organisatorischen Aufgaben, die eine Klassenleitung im Laufe eines Schuljahres zu erledigen hat. Vor allem kann die Teamstunde aber dazu genutzt werden, um akute Probleme von Schülerinnen und Schülern "unter sechs Augen" zu besprechen. In welchen Klassen ist eine "doppelte Klassenleitung" sinnvoll? Grundsätzlich erscheint eine Doppelbesetzung der Klassenleitung in großen Klassen mit mehr als 25 Lernenden sinnvoll. Eine intensive, individuelle pädagogische Betreuung ist dort für eine einzelne hauptamtliche Klassenlehrkraft aus praktischen Gründen nur schwer zu leisten, gerade wenn der pädagogische Handlungsbedarf groß ist. Entscheidender als die Anzahl der Schülerinnen und Schüler ist aber das Kriterium, inwieweit es sich um "schwierige" Klassen mit einem überwiegend problematischen Arbeits- und Sozialverhalten handelt. Derartige Lerngruppen kommen in nahezu allen Jahrgangsstufen und Schulformen vor. Die Ursachen für "Problemklassen" sind oft vielschichtig und häufig struktureller Natur – beispielsweise ein schwieriges soziales Umfeld mit Armut und mangelnder Förderung von Kindern und Jugendlichen, sprachliche Defizite und Perspektivlosigkeit. Ist aufgrund von Erfahrungswerten damit zu rechnen, dass Klassen, Jahrgänge oder womöglich ganze Schulen von Lernenden mit gravierenden persönlichen Problemen geprägt werden, macht es Sinn, dem erwartungsgemäß hohen pädagogischen Handlungsbedarf zusätzlich zu gängigen Maßnahmen der Schulsozialarbeit mit dem Konzept der doppelten Klassenleitung zu begegnen. Positive Erfahrungen mit dem Konzept "doppelte Klassenleitung" Besonders in den Stressphasen am Anfang und am Ende eines Schulhalbjahres, wenn sich die vielen organisatorischen Pflichten zu einem großen Berg auftürmen, weiß ich es als Klassenlehrer zu schätzen, die Aufgabenlast mit einer zuverlässigen Team-Partnerin teilen zu können. Zum Beispiel in folgender Situation am Schuljahresbeginn: Klassenlehrkraft A sammelt das Kopiergeld ein, während Klassenlehrkraft B die Fahrkarten für den Schulbus verteilt; zeitgleich und im Rahmen einer Teamstunde – also nicht auf Kosten des Fachunterrichts. Das Konzept der Doppelbesetzung einer Klassenleitung kann im Schulalltag für Lehrkräfte sehr effektiv, zeitsparend und nervenschonend sein. Viel wichtiger ist aber der Wert für die pädagogische Arbeit mit den Schülerinnen und Schülern: Aus deren Sicht – sowie auch aus der Perspektive der Eltern – ist im Bedarfsfall eine bessere Ansprechbarkeit der Klassenleitung gewährleistet. Die wöchentliche Teamstunde kann als eine Art "Sprechstunde" genutzt werden, um sich gegenüber dem Klassenleitungsteam mit Sorgen und Problemen verschiedener Art zu öffnen. "Sechs-Augen-Gespräche" können aber auch von den Klassenlehrkräften initiiert werden, wenn das Arbeits- oder Sozialverhalten einer Schülerin oder eines Schülers dazu Anlass bietet. Zudem finden in diesem Rahmen zu Beginn eines neuen Schuljahres Individualgespräche mit allen Lernenden statt, sofern die Klasse neu gebildet wurde. Je nach Situation erweisen sich unterschiedliche Lehrerpersönlichkeiten in einem Klassenleitungsteam als hilfreich: Beispielsweise kann die äußerst empathische Lehrkraft A besonders gut zuhören und gilt als "Anlaufstelle" mit dem stets offenen Ohr. Dagegen bringt die resolute Lehrkraft B ihre Stärken ins Spiel, wenn es um beherztes Handeln und konsequente Maßnahmen geht. Die Lernenden haben darüber hinaus die Möglichkeit, sich bei ganz sensiblen Themen erst einmal gegenüber einer Klassenlehrkraft ihrer Wahl zu öffnen. Mein Hauptargument für das Konzept der doppelten Klassenleitung ist der Vorteil, der sich aus einem regelmäßigen intensiven Austausch über Schwierigkeiten und Herausforderungen ergibt: Durch die gemeinsame Reflexion im Klassenleitungsteam können Probleme von Schülerinnen und Schülern gründlicher durchleuchtet werden. Vor allem in puncto Maßnahmen hilft die Abstimmung mit der Teampartnerin oder dem Teampartner, mit Besonnenheit und Augenmaß vorzugehen. Besonders für unerfahrene Berufseinsteigerinnen und Berufseinsteiger stellt die Arbeit in einem Klassenleitungsteam eine erhebliche Erleichterung dar – nicht nur im Umgang mit Pflichten und Problemen des Schulalltags, sondern auch beim Planen und Durchführen von Projekten und Klassenfahrten . Mögliche Probleme bei der Umsetzung Die erfolgreiche Realisierung des Konzepts der doppelten Klassenleitung ist in erster Linie abhängig von der Akzeptanz im Kollegium. Eine entscheidende Rolle spielt aber auch die Bereitschaft der Schulleitung, den passenden organisatorischen Rahmen zu schaffen – vor allem im Hinblick auf die Einrichtung der wöchentlichen Teamstunden, in denen beide Klassenlehrkräfte präsent sind. Dies setzt voraus, dass das Konzept als "pädagogische Investition" und nicht als bloße "Ressourcenverschwendung" betrachtet wird. Umsetzungsschwierigkeiten können auch auf der banalen organisatorischen Ebene auftreten. Besonders in der Anfangsphase ist es für viele gewöhnungsbedürftig, zwei Klassenlehrkräfte mit den relevanten Informationen zu versorgen. Eltern müssen beispielsweise lernen, E-Mails mit wichtigen Anliegen an zwei Adressen zu senden. Kommunikationsprobleme können auch auftreten, wenn zum Beispiel das Schulsekretariat nur Klassenlehrkraft B darüber informiert, dass nach den Herbstferien eine neue Schülerin in die Klasse kommt. Miteinander reden und im ständigen intensiven Austausch bleiben ist angesichts solcher Herausforderungen das A und O für die beiden Lehrkräfte, die eine Klasse gemeinsam leiten. Dazu gehören auch Offenheit und Klarheit, was das interne Verhältnis betrifft: Fühlt sich beispielsweise eine der beiden Klassenlehrkräfte von der anderen ausgenutzt oder übergangen, sollte dieses Problem möglich frühzeitig angesprochen und geklärt werden. Demnach ist eine stabile "Harmonie" im Klassenleitungsteam eine wesentliche Erfolgsvoraussetzung für die pädagogische Arbeit. Die Schulleitung sollte angesichts dessen eine eigenständige Teambildung ermöglichen, sodass nur Lehrkräfte zusammenfinden, zwischen denen "die Chemie stimmt". Trotzdem ist die Gefahr zwischenmenschlicher Konflikte damit nicht gebannt. In vielen Fällen versuchen Schülerinnen und Schüler, die Klassenlehrkräfte gegeneinander "auszuspielen", gerade wenn es sich um unterschiedliche Lehrerpersönlichkeiten handelt. In solchen Situationen sollten sich die Lehrkräfte davor hüten, ein Muster anzunehmen, das aus Filmen bekannt ist: "Good Cop vs. Bad Cop". Diese Rollenverteilung spaltet letztlich ein Klassenleitungsteam und widerspricht somit dem Grundgedanken. Ein weiteres Problem, das bei der Umsetzung des Konzepts der doppelten Klassenleitung durchaus auftreten kann, ist der längerfristige – beispielsweise krankheitsbedingte – Ausfall einer Klassenlehrkraft. In diesem Fall ist pragmatisches und lösungsorientiertes Handeln des Kollegiums sowie der Schulleitung gefragt, um ein neues – möglicherweise provisorisches – Klassenleitungsteam aufzustellen. Fazit Das Konzept der doppelten Klassenleitung kann Lehrkräften die pädagogische Arbeit in problematischen Lerngruppen erleichtern. Davon profitieren letztlich auch die Schülerinnen und Schüler sowie deren Eltern. Die Umsetzung kann allerdings von organisatorischen und zwischenmenschlichen Schwierigkeiten behindert werden. Diese sollten den Beteiligten im Vorfeld bewusst sein.

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