Unterrichtsmaterialien zum Thema "Wahrnehmung"

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Kunstraub - eine Ausstellung

Unterrichtseinheit

Die Geschichten um Kunstdiebstähle sind immer ein spannendes Thema: Diese Unterrichtsanregung nimmt das mysteriöse Verschwinden der Mona Lisa und anderer bekannter Kunstwerke zum Anlass, eine fiktive Ausstellung über das Raubgut zu initiieren.Im Jahr 1911 fällt dem Museumswärter des Louvre in Paris auf, dass die Mona Lisa nicht mehr an ihrem Stammplatz hängt. Einer der spektakulärsten Kunstdiebstähle der letzten Jahrhunderte nimmt ihren Lauf, bis das Gemälde zwei Jahre später von einem Patrioten einem florentiner Kunsthändler angeboten wird: Er behauptet, die Mona Lisa aus Rache für den Raub Napoleons an der italienischen Kunst gestohlen zu haben. Kunstdiebstahl gilt heute neben Rauschgift- und Waffenhandel als das lukrativste kriminelle Geschäft. Von der Antike bis zur Gegenwart wurden Kunstwerke gestohlen, um die eigene Habgier zu befriedigen, um finanzielle Gewinne zu machen oder um einen Kriegsgegner zu demütigen. Den gestohlenen Kunstwerken widmet sich diese Unterrichtsanregung mit einer eigenen Ausstellung abwesender Bilder.Diese Anregung für den Kunstunterricht möchte nicht nur für den Handel und Wert von Kunstwerken sensibilisieren, sondern darüber hinaus Kompetenzen für die Organisation einer Ausstellung vermitteln. Da die Ausstellung ein Fake bleiben wird, wird darüber hinaus ein medienkritisches Bewusstsein geschult. Handelnd und mit viel Freude werden hierdurch unterschiedlichste Medien- und Bildkompetenzen gefördert. Die folgenden Anregungen können einzeln oder - in einem größeren Projekt - aufeinander aufbauend im Unterricht eingesetzt werden. Kunstdiebstahl und Beutekunst Hintergrundinformationen und Kunstprojekte über den Kunstraub führen in das Thema ein und geben Anregungen für eine künstlerisch-praktische Unterrichtstätigkeit. Organisation einer Ausstellung In der Konzeption und praktischen Umsetzung einer fiktiven Ausstellung wird das Ausstellungsmachen und Präsentieren von Kunst gelernt. Zwischen Fiktion und Virtualität Die Erstellung eines virtuellen Rundgangs durch die fiktive Ausstellung könnte das Tüpfelchen auf dem 'i' werden und in eine Reflexion über Virtualität und Fake münden. Die Schülerinnen und Schüler sollen den Handel und Wert von Kunstwerken kennen lernen. sich mit der Geschichte des Kunstraubs und der Beutekunst auseinandersetzen. eine eigene Ausstellung organisieren, ohne dass diese stattfindet. Flyer, Broschüren, virtuelle Räume und eine Website zur Ausstellung erstellen. Thema Kunstraub - eine Ausstellung Autor Michael Scheibel Fach Kunstunterricht, fächerverbindender Unterricht Zielgruppe Sekundarstufe I und II Zeitraum 2 bis 6 Unterrichtsstunden Medien Computer, Drucker, Internet, digitale Fotokamera Software Bildbearbeitungsprogramme (zum Beispiel Photoshop oder GIMP ), Programme zur Website-Erstellung (zum Beispiel NVU-Composer), Programme zur Erstellung von 3D-Modellen (zum Beispiel Google SketchUp ) Was ist Kunstraub? Kunstraub ist so alt wie die Kunst selbst. Bereits in der Antike gab es Grabräuber, im Mittelalter plünderten Söldner das Kulturgut. Es sind nicht nur die spektakulären Einzeldiebstähle, wie die des Bildes der "Mona Lisa" aus dem Pariser Louvre oder dreier bekannter Gemälde von Caspar David Friedrich und William Turner aus der Frankfurter Schirn-Kunsthalle: In viel größerem Maßstab gehört die so genannte "Beutekunst" zu jedem Kriegsgeschehen. So verschwand das bedeutende "Bernsteinzimmer" in den Wirren des Zweiten Weltkriegs und noch heute beschäftigen sich die Politiker mit der "erbeuteten" Kunst in den 1940er-Jahren. Dem Raub einzelner Kunstwerke nachzugehen gleicht einer detektivischen Arbeit. Die Schülerinnen und Schüler folgen den Spuren der gestohlenen und erbeuteten Kunstwerke. Sie erfahren dabei nicht nur viel über diese Art des Diebstahls, sondern lernen zugleich berühmte Werke der Kulturgeschichte kennen. Lassen Sie die Schülerinnen und Schüler im Internet zu geraubten Kunstwerke recherchieren. Die unten angeführten Internetadressen sind hierfür ein erster Einstieg. Die Schülerinnen und Schüler können in Kleingruppen eine der drei Kunstraube als Kurzreferat vorbereiten und vor der Klasse präsentieren. Das Net-Art-Projekt "Auftragsdiebstahl" Auch Kunst über Kunstraub gibt es in der Geschichte immer wieder. Gerade die künstlerische Auseinadersetzung mit dieser Thematik ist für den Kunstunterricht sehr interessant. Ein jüngeres Besipiel hierfür ist das Net-Art-Projekt "Auftragsdiebstahl" von Christine Meierhofer aus dem Jahr 1994: Aus öffentlichen Beständen gestohlene Gemälde kommen im Projekt zu neuen Ehren, wenn ein Foto der eigenen Wohnung mit einem Abbild eines gestohlenen Werkes geschmückt wird. Über eine Website können die Besucher in einem Katalog gestohlener Kunstwerke ein Bild aussuchen, das sie in ihrer Wohnung hängen haben möchten. Sie schicken ein Foto ihrer Wohnung, in das das ausgewählte Bild hineinmontiert und dann, wiederum auf der Website, zum Verkauf angeboten wird. Auftragsdiebstahl Hier gelangen sie zum Net-Art-Projekt "Auftragsdiebstahl". Die Beschäftigung mit der künstlerischen Auseinandersetzung zum Thema Kunstraub kann Ideen für eine weitere künstlerisch-praktische Unterrichtstätigkeit geben. Die Schülerinnen und Schüler können sich näher mit der Website "Auftragsdiebstahl" beschäftigen und das Verhältnis zwischen Kunst und Internet diskutieren. Wie ist der Zusammenhang zwischen physischem und virtuellem Raum, zwischen Fiktion und Wirklichkeit in diesem Net-Art-Projekt zu denken? Die Gaunerkomödie "Stealing Rembrandt" "Kaum hat er seinen letzen Knastaufenthalt hinter sich gebracht, plant Kleinganove Mick bereits die nächste Geldbeschaffungsmaßnahme: Aus dem örtlichen Museum ein eher unwichtiges Gemälde zu stehlen, dass der Auftraggeber gern wieder im Familienbesitz hätte. Zusammen mit ihren jeweils besten Kumpels ziehen Vater und Sohn die Sache erfolgreich durch, bis sich herausstellt, dass die Kunstbanausen statt des eigentlichen Zielobjekts doch tatsächlich Dänemarks einzigen echten Rembrandt eingesackt haben..." Diese Gauner-Komödie des Drehbuchautors Anders Thomas Jensen und des Regisseurs Jannik Johansen zeigt auf amüsante Weise den wohl kuriosesten Kriminalfall der jüngeren dänischen Geschichte. Vielleicht ergibt sich eine Gelegenheit, diesen Film im oder außerhalb des Unterrichts anzuschauen. Filmszene: Stealing Rembrandt Hier finden Sie nähere Informationen zum Film. Youtube: Stealing Rembrandt Auf Youtube können Sie sich den Trailer zum Film "Stealing Rembrandt" anschauen. Eine Ausstellung über nicht vorhandene Werke Kunstraub ist ein ideales Thema für eine Ausstellung. Um geraubte Bilder auszustellen, benötigt man nicht nur eine Portion Fantasie, es verlangt auch einiges an organiatorischem Können. Werden die Schülerinnen und Schüler mit der Aufgabe konfrontiert, eine Ausstellung über gestohlene Kunstwerke zusammenzustellen, dann werden sie sich nicht nur mit den unterschiedlichsten Werken verschiedener Epochen beschäftigen, sondern auch alle Prozesse des Ausstellungsmachens kennenlernen - bis auf das Aufhängen der Gemälde. Eine fiktive Ausstellung zu organisieren ist ein guter Anlass, weniger auf die Inhalte der Kunstwerke einzugehen, als vielmehr die Präsentationsformen zu erkunden. Dabei ist die praktische Umsetzung keineswegs ausgeschlossen. Diskutieren Sie mit den Schülerinnen und Schüler, was alles angegangen werden muss, um eine Ausstellung zu verwirklichen. Lassen Sie die Schülerinnen und Schüler (am besten erst in Kleingruppen, dann in der gesamten Klasse) eine Ausstellungsthematik finden, um die Anzahl der Ausstellungsobjekte einzugrenzen: zum Beispiel nur Gemälde des Impressionismus oder nur Beutekunst des Zweiten Weltkriegs. Die Schülerinnen und Schüler können sodann Gemälde zu der Ausstellungsthematik im Internet recherchieren. Die folgenden Internetadressen können hierbei helfen. Ausstellungen werden meistens nur als aufgehängte Werke in einem Raum wahrgenommen. Dabei ist der weit aufwändigere Teil die Organisation drum herum: von der Konzeption über die Öffentlichkeitsarbeit bis zur Katalogproduktion. Die Schülerinnen und Schüler können dies in Teilen oder als Gesamtprojekt umsetzen. Diskutieren Sie mit den Schülerinnen und Schülern, was alles für die Realisierung einer Ausstellung getan werden muss. Sammeln Sie die einzelnen Tätigkeitsfelder und bilden Arbeitsgruppen, die sich mit der Umsetzung beschäftigen. Dies kann zum Beispiel die Produktion eines Flyers sein, die Herstellung eines Katalogs, die Erstellung einer Website oder einer CD-ROM. Unterstützen Sie die Arbeitsgruppen bei der Umsetzung. Schülerinnen und Schüler mit besonderen Medienkenntnissen können dabei gut als Mentoren eingesetzt werden. Virtuelle Rundgänge durch Museen Eine weit schwierigere und komplexere Präsentation der fiktiven Ausstellung kann in einem virtuellen Rundgang verwirklicht werden. Wie so etwas aussieht, kann inzwischen auf vielen Internetseiten der Museen besichtigt werden. Ein besonderes Projekt verwirklichten die Staatlichen Kunstsammlungen Dresden: Sie waren im Mai 2007 die ersten, die eine originalgetreue Kopie eines Museums in der Online-Welt "Second Life" eröffnet haben. Die Generierung von 3D-Simulationen auf dem Computer verlangt gute Kenntnisse der entsprechenden Programme und nimmt entsprechend viel Zeit in Anspruch. Auf der anderen Seite lohnt sich der Einsatz im Unterricht, da nicht nur eine vertiefende Medienkompetenz vermittelt wird, sondern auch das Vorstellungsvermögen von Räumen und deren Konstruktion gefördert wird. Zur Umsetzung einer 3D-simulierten Ausstellung sind im Groben folgende Schritte notwendig: Sammeln und Produzieren von Bildvorlagen: Internetrecherche gestohlener Kunstwerke, Fotografie von Texturen und Gegenstände (Wände, Einrichtungsgegenstände et cetera.). Einführungen in die Programme zur Bildbearbeitung und 3D-Gestaltung. Generieren einzelner virtueller Räume mithilfe der gesammelten Bildmaterialien. Zusammenführen der einzelnen Räume zu einem gemeinsamen virtuellen Rundgang. Publizieren des Ausstellungsrundgangs im Internet oder auf CD-ROM. Links zur Erstellung virtueller Architekturen Für die Erstellung 3D-simulierter Räume gibt es komplexere und weniger komplexere Programme. Eine Unterrichtseinheit zum Thema "Virtuelle Architektur" gibt vertiefende Einblicke. Das kostenfreie Programm SketchUp von Google bietet sich ebenfalls für die Umsetzung im Unterricht an. Google: SketchUp 7 Mit Google SketchUp können Sie 3D-Modelle erstellen, ändern und mit anderen gemeinsam verwenden. Google SketchUp 7 ist eine kostenlose Version und läuft unter Windows XP/Vista und Mac OS X. Google: SketchUp-Tutorials Zur Einführung in das Programm SketchUp bieten diese Videoübungen einen guten Ausgangspunkt. Anregungen für eine Schlussdiskussion Welche Teile der fiktiven Ausstellung auch realisiert wurden: Am Ende bietet es sich an, über die Beziehungen zwischen Fiktion und Realität, zwischen Virtualität und Realität und zu guter Letzt über den "Fake" im Medien- und Kunstkontext zu diskutieren. Folgender Beitrag auf Wikipedia kann hierfür Anregungen geben. Wikipedia: Fake Hier gelangen Sie zum Beitrag über den Begriff "Fake" auf Wikipedia. Die geraubte Mona Lisa. Spektakuläre Kunstdiebstähle von der Antike bis zur Gegenwart von Manfred Reitz, Insel Verlag: Frankfurt a.M. 2002 Aktenzeichen Kunst. Die spektakulärsten Kunstdiebstähle der Welt von Nora und Stefan Koldehoff, DuMont Buchverlag: Köln 2005

  • Kunst
  • Sekundarstufe I, Sekundarstufe II

Streitbilder – Alte Meister neu entdeckt

Unterrichtseinheit

Diese Unterrichtseinheit zum Thema "Streitbilder – Alte Meister neu entdeckt" beschäftigt sich mit der Analyse eines Streitbilds und der Darstellung eigener Bilder.Jan Steens Bild aus dem Jahr 1664/65 zeigt ein "Standbild" eines Streits beim Kartenspiel. Zu sehen sind zwei wegen einer Nichtigkeit "bis auf's Messer" verfeindete Gegner, beruhigend einwirkende Frauen und Mädchen, Schaulustige, Provokateure, und viele weitere Details. Streitereien beim Spielen gehören zum Pausen- und Lebensalltag vieler Schülerinnen und Schüler. Das Thema wird ästhetisch mithilfe verschiedener Medien erkundet. Die Heranführung an das Bild Steens erfolgt in mehreren Teilschritten. Die Schülerinnen und Schüler lernen, den Handlungszusammenhang auf Steens Bild zu erkennen und beschreiben ihn. Sie setzen sich produktiv mit dem Bildinhalt auseinander (Nachstellen von Bildposen, Anfertigen von Sprechblasen, Fragen beantworten...). Sie übertragen dargestellte Szenen und reflektieren sie hinsichtlich eigener Erfahrungen. Streitbilder werde in Szenen (Rollenspielen) werden. Mit dem Smartphone werden Standbilder fotografiert. Dazu stellen die Schülerinnen und Schüler geeignete Szenen nach. Der Unterricht kann an Lernstationen und im Rahmen der Wochenplanarbeit stattfinden. Hinzu kommen Gespräche im Klassenverband. Können digitale Medien dabei helfen, alte Meister neu zu entdecken? Im Zentrum der Arbeit steht ein Bild von Jan Steen aus der Berliner Gemäldegalerie: "Streit beim Kartenspiel" (1664/65). Die Entstehung von Streit und die Dynamik von Konflikten soll sprachlich und mit ästhetischen Verfahren analysiert werden. Das Unterrichtsvorhaben startet mit einem antizipierenden Rollenspiel, zu dem sich am besten zwei Lehrkräfte verabreden. Bei einem Kartenspiel wird gemogelt: Es kommt zum Streit, der in einem Standbild - einer "eingefrorenen" Ohrfeige - endet. Eine vorher eingeweihte Schülerin oder ein eingeweihter Schüler fotografiert das Standbild mit einer Kamera oder dem Smartphone. In einer anschließenden Gruppenarbeit werden die Kinder aufgefordert, eigene Streitszenen in Rollenspielen zu erfinden und in einem aussagekräftigen Standbild enden zu lassen. Diese Standbilder werden ebenfalls digital fotografiert, ausgedruckt und im Klassenraum ausgestellt. Zu beachten ist hierbei, dass zuvor eine Einverständniserklärung der Eltern eingeholt werden muss, wenn die Lernenden fotografiert werden. Das Bild wird Stück für Stück aufgedeckt, die "Subbilder" werden ausführlich besprochen. Zu Beginn der Stunde wird ein Stuhlhalbkreis gewählt, der es den Kindern ermöglicht, das im Unterrichtsgespräch langsam aufgedeckte Bild gemeinsam anzusehen und miteinander zu besprechen. Daran schließen sich Lernstationen an: Sprech- und Denkblasen fordern die Schülerinnen und Schüler zum Aufschreiben vermuteter Gedanken und Emotionen der Protagonisten auf. Der Lückentext überprüft das gemeinsam erarbeitete Bildverständnis. Das Nachstellen des Bildes und Fotografieren mit der Digitalkamera zwingt die Schülerinnen und Schüler zu einer sehr genauen Beobachtung des Bildes. Das Einnehmen der Körperhaltung vermittelt etwas von der emotionalen Qualität der Posen. Die Skizze mit der Figur mit Messer fordert Schülerinnen und Schüler auf, einen neuen Kontext für die gezeigte Pose zu erfinden. Eigene Erfahrungen, Befürchtungen, Wünsche und anderes mehr können hier einfließen. Eine Skizze ermöglicht das Überprüfen, Verändern und Verwerfen von Bildideen. In der Auswertung im Stuhlhalbkreis sollen ausgewählte Ergebnisse gezeigt und besprochen werden. Schwierigkeiten werden thematisiert und damit die Qualität des Lernzirkels aus Sicht der Lernenden evaluiert. Fachkompetenz Die Schülerinnen und Schüler erkennen Handlungszusammenhänge auf dem Bild von Jan Steen. setzen sich produktiv mit dem Bildinhalt auseinander (Bildposen nachstellen, Sprechblasen anfertigen, Fragen beantworten und so weiter) Medienkompetenz Die Schülerinnen und Schüler machen ihre ersten Erfahrungen im Umgang mit dem Computer und dem Smartphone oder vertiefen ihre Kompetenzen dazu. nutzen das Smartphone oder eine Kamera zur Bildnachstellung und Bildanalyse. setzen das Internet zur Recherche und Ergebnispräsentation ein.

  • Kunst / Kultur
  • Primarstufe

Kommunikationsmodelle in der Berufsbildung

Unterrichtseinheit

In dieser Unterrichtseinheit zum Thema "Kommunikationsmodelle in der Berufsbildung" setzen sich die Schülerinnen und Schüler an berufsbildenden Schulen mit Kommunikationstheorien auseinander. Dies hilft ihnen, ihre alltägliche Kommunikation zu verbessern.Die gute Zusammenarbeit im Betrieb und der erfolgreiche Umgang mit Kunden sind abhängig von gelungener Kommunikation. Um die eigene Kommunikation zu optimieren, lohnt es sich, zunächst mithilfe theoretischer Modelle die Komplexität der alltäglichen Sprache zu analysieren. Es gibt eine Vielzahl von Kommunikationsmodellen. Eins davon hat sich als besonders praxistauglich erwiesen, und zwar die Theorie von Friedemann Schulz von Thun. Sie wird in den Mittelpunkt der Unterrichtseinheit gestellt. Ergänzend dazu sollen Theorie-Elemente von Paul Watzlawick einbezogen werden. Aufgabe der Schülerinnen und Schüler soll es sein, sich anhand verschiedener Internetseiten diese Theorien zu erarbeiten. Dabei soll vor allem die berufsrelevante Umsetzung thematisiert werden.Die Analyse der Kommunikationstheorien wird in der Regel in der Schule mithilfe entsprechender Buchsequenzen geleistet. Schulz von Thun Schulz von Thuns Modell entschärft den Theoriediskurs und konzentriert den Blick auf konkrete Kommunikationsstörungen. Die "Anatomie einer Nachricht " Schulz von Thun geht der Frage nach, was unter einer geglückten Kommunikation zu verstehen sei und unter welchen Bedingungen diese zustande kommt. Das Werte- und Entwicklungsquadrat Das Modell des Werte- und Entwicklungsquadrats kann helfen, die Bewertung und Verurteilung anderer distanziert zu betrachten und zu relativieren. Arbeitsmaterialien "Kommunikationsmodelle" Die Arbeitsblätter für Ihre Schülerinnen und Schüler können Sie hier einzeln öffnen und anschauen. Die Schülerinnen und Schüler lernen die Kommunikationsmodelle von Schulz von Thun und Watzlawick kennen und verstehen. differenzieren zwischen den beiden Kommunikationstheorien. erkennen eigene Kommunikationsschwierigkeiten und reflektieren sie kritisch. erweitern bei der Erstellung der Arbeitsergebnisse ihre Medienkompetenz. Blick auf konkrete Kommunikationsstörungen Schulz von Thuns Modell entschärft den Theoriediskurs und konzentriert den Blick auf konkrete Kommunikationsstörungen; daher ist sein Modell auch für das Berufsleben der Schüler und Schülerinnen interessant. In vielen Aspekten korrespondiert seine Theorie mit den Axiomen Watzlawicks, weshalb diese zum Vergleich herangezogen werden sollen. Problemerweiterung Wichtig für die Unterrichtseinheit ist vor allem, dass die Schüler und Schülerinnen Folgerungen aus den theoretischen Modellen ziehen und ihre kommunikativen Fähigkeiten im Berufsalltag analysieren und optimieren. Sprache und Kommunikation gliedern sich, wie Schulz von Thun zeigt, in drei Systeme: verbales System: Wort, Schrift, Sprache paraverbales System: Tonfall, Sprechpausen, Tonhöhe, Lautstärke nonverbales System: 1. Körpersprache (zum Beispiel Mimik, Gestik, Blickkontakt, Körperkontakt) und 2. Objektsprache (zum Beispiel körpernahe Objekte wie Kleidung, Schmuck, Haar- und Barttracht) Kommunikationsprobleme Diese drei Systeme implizieren, jedes für sich betrachtet, einen anderen Sinn, weil sich hier drei differierende Semantiken überschneiden. Wenn Informationen ausgetauscht werden, dann kommt es in der Regel zu Überschneidungen zwischen den drei Systemen. Schwierigkeiten ergeben sich hier schnell; so zum Beispiel wenn die verbalen und die nonverbalen Elemente einer Nachricht unterschiedliche Aussagen präsentieren. Damit die Schüler und Schülerinnen diese Kommunikationskomplexität nachvollziehen können, sollen sie sich mit der "Anatomie einer Nachricht" auseinander setzen. Verständliche Botschaft Oder - von der anderen Seite betrachtet - welche Störungen die Verständigung verhindern können. Wann also ist eine Botschaft verständlich? Schulz von Thun verlangt zuallererst "Einfachheit"; eine Information muss einfach formuliert sein. Weiter muss eine Botschaft im Aufbau deutlich und logisch nachvollziehbar gegliedert sein. Wichtig ist außerdem eine kurze, prägnante Darstellung, die idealiter durch "anregende Stilmittel" (zum Beispiel Visualisierungen) unterstützt werden sollte. Das Kommunikationsquadrat Schulz von Thuns Modell der Kommunikation ist einfach, kurz, prägnant und anschaulich gegliedert. Er wählte die Form des Quadrats, um zu verdeutlichen, was während einer Nachrichtenübermittlung geschieht. Als Basis dient das Sender-Empfänger-Modell. Der Sender, der mitteilende Part, verschlüsselt eine Nachricht in ein System von Zeichen, der Empfänger ist in der Lage, sie zu entschlüsseln. Oftmals erfolgt eine Rückmeldung, ob die Botschaft verstanden wurde, ein so genanntes Feedback. Was aber sind die Gründe, wenn trotz dieses einfachen Vorgangs die Nachricht nicht oder falsch verstanden wurde? Für Schulz von Thun liegt das in der Regel an der Anatomie der Nachricht. Denn diese ist keineswegs eindeutig, oder, um beim Modell des Nachrichtenquadrats zu bleiben, einseitig. Jede Nachricht transportiert nicht nur eine, sondern mehrere Botschaften. Schulz von Thun unterscheidet vier Seiten einer Nachricht: Vier Seiten einer Nachricht Sachinhalt: Als Sachinhalt bezeichnet er die reine Sachinformation, das Faktische einer Nachricht. Selbstoffenbarung: Jeder Sender, der eine Nachricht übermittelt, tut dies nicht, ohne auch Informationen über sich selbst, wie etwa seine aktuelle psychische Verfassung, zu besitzen. Dies kann sowohl bewusst als auch unbewusst geschehen. Beziehung: Im Unterschied zur Selbstoffenbarung wird hier nichts über das "Ich" des Senders erkennbar, sondern Botschaften über das "Du" des Empfängers oder das "Wir" der Beteiligten werden offenkundig. Appell: Der Appell bezeichnet die Intention des Senders, die dieser mit dem Übermitteln der Nachricht verbindet. In der Regel will der Sender etwas beim Empfänger bewirken. Eine Nachricht kann eine konkrete Handlungsanweisung enthalten, sie kann auf ein Feedback ausgerichtet sein oder auch nur stillschweigende Zustimmung zum Ziel haben. Wie bereits angedeutet, können alle Botschaften sowohl explizit als auch implizit in einer Nachricht transportiert werden. Kongruenz der Signale Im Idealfall weisen alle Signale, die mit einer Nachricht transportiert werden, in eine Richtung. Ist dies der Fall, spricht Schulz von Thun von einer kongruenten Nachricht. Problematisch ist der andere Fall. Inkongruent ist eine Nachricht dann, wenn die ausgesendeten Botschaften nicht zusammenpassen. Für den Empfänger ist dies stets mit einer Verwirrung verbunden. Welche Seite des Nachrichtenquadrats überwiegt, welche spricht die Wahrheit? Noch etwas komplexer wird das Modell durch die Tatsache, dass eine Nachrichtenübermittlung - neben den drei Systemen (verbales, nonverbales und paraverbales) - durch unseren persönlichen Kommunikationsstil (siehe dazu die Datei Informationsblatt_Kommunikationsstile.pdf) mitbestimmt wird. Schulz von Thun geht von der Voraussetzung aus, dass jeder Wert und jedes Merkmal nur dann zur Wirkung kommen kann, wenn er oder es zu einem "positiven Gegenwert" in Beziehung steht. Damit ist nicht der Gegensatz gemeint, sondern in beiden Fällen handelt es sich um positiv besetzte Wertbegriffe. Beide müssen möglichst in einem symmetrischen Verhältnis zur Ausprägung kommen. Ist dies nicht der Fall, erhält der Wert in der Beurteilung eine einseitige Tendenz. Als Beispiel wählt der Autor den Wert der "Sparsamkeit". Läge die Sparsamkeit als Absolutum vor, ohne dass gleichzeitig der Gegenwert "Großzügigkeit" zur Ausprägung käme, dann hätte die Sparsamkeit ihren Wert verloren, beziehungsweise würde die positive Bewertung ins Negative abgleiten. Aus Sparsamkeit würde dann Geiz. Dies lässt sich für jeden Wert (jede Tugend, jedes Persönlichkeitsmerkmal) durchexerzieren. Immer ergeben sich zwei Wertepaare, die sich in einem Quadrat anordnen lassen. Das Wertequadrat stellt zwischen den vier Begriffen Verbindungen her. In dem Modell sind die positiven Werte oben, die negativen unten angeordnet. Die Linie zwischen den positiven Werten bezeichnet ein "positives Spannungs- beziehungsweise Ergänzungsverhältnis". Hier besteht ein positiver Gegensatz, das heißt, aus der gegenseitigen Ergänzung der beiden Wertbegriffe kommt jeder einzelne zu seiner vollen Ausprägung. Fehlt einem der Begriffe das Regulativ durch den positiven Schwesterbegriff, fällt der Wert zu seiner negativen Übertreibung nach unten ab. Aus Sparsamkeit wird Geiz, aus Großzügigkeit Verschwendung. Träger von Werten und Träger von Unwerten "Wir sehen uns oft als Träger von Werten und nehmen andere Menschen, vorab Konfliktgegner, als Träger von Unwerten wahr. Die Auseinandersetzung mit den Hintergründen kann uns zeigen, dass unser Wert (zum Beispiel Vorsicht) auch eine Unwertseite (Feigheit) hat und der Unwert (Leichtsinn) des andern eine Wertseite (Kühnheit) hat. Möglicherweise ist es ja gerade die Wertseite des andern, die wir an uns vermissen?" [Quelle: www.gisler-coach.ch]

  • Deutsch / Kommunikation
  • Sekundarstufe II, Berufliche Bildung

Kommunikationsmodelle im Deutschunterricht

Unterrichtseinheit

In dieser Unterrichtseinheit zum Thema "Kommunikationsmodelle" erarbeiten die Schülerinnen und die Schüler die drei klassischen Theorien: das Bühlersche Organon-Modell, das Kommunikationsmodell nach Shannon/Weaver und das Watzlawicksche Axiom.Der vorliegende Unterrichtsvorschlag lässt die Schülerinnen und Schüler in Gruppenarbeit zunächst je einen zentralen Ausschnitt aus den Sachtexten analysieren. Dann bekommen sie die Schemata zur grafischen Darstellung dieser Modelle über eine PowerPoint-Präsentation vorgeführt. Diese sollen sie dann in einer schrittweisen Interpretation durch "Untertitel" weiter beschriften und für ihre Mitlernenden in Kurzvorträgen interpretieren. Diese Präsentation versteht sich dabei als das Endprodukt eines Schreibprozesses, bei dem die Revision durch Mitlernende einen methodisch entscheidenden Zwischenschritt der Unterrichtssequenz darstellt. Die Textarbeit kann wahlweise über die Textverarbeitung oder durch Kopien der Arbeitsblätter erfolgen, für die Präsentation der Modelle arbeiten die Lernenden mit PowerPoint, die Revision soll mithilfe von lo-net² erfolgen. Kommunikationsmodelle im Deutschunterricht Die Interpretation diskontinuierlicher Texte und Modelle hat in letzter Zeit an Bedeutung gewonnen - auch in niedrigeren Klassenstufen. Es bietet sich daher an, die Arbeit mit diskontinuierlicher Texten weiter zu fördern. So empfiehlt es sich, diese Medien mit kontinuierlichen Texten wie den Sachtexten der oben genannten Autoren in Beziehung zu setzen, um die Kenntnisse in diesem Bereich zu festigen und in den höheren Jahrgangsstufen kumulativ aufzubauen. Fächerübergreifender Ansatz Die Autoren Shannon und Weaver gehen das für den Deutschunterricht relevante Thema der Kommunikation von der naturwissenschaftlichen, "technischen" Seite aus an. Auch Watzlawick et al. greifen auf ein technisches Beispiel zurück. Daher bietet sich eine fächerverbindende Behandlung des Themas, wie etwa zwischen dem Deutsch- und dem Physikunterricht, aber auch dem Biologieunterricht an. Zudem könnten in einer so arbeitenden Gruppe Schülerinnen und Schüler arbeiten, die einen Biologie- oder Physikkurs belegen und die so vielleicht schneller eigene, weiterführende Beispiele aus der Alltagskommunikation zur Erläuterung der Modelle in den Deutschunterricht einbringen können. Voraussetzung ist dies jedoch in keinem Fall, da die Sachtexte in sich relativ gut verständlich sind. Ablauf des Unterrichts Die zwei Unterrichtsstunden sind in stille Gruppenarbeit, Diskussionsphasen und Präsentationen im Plenum unterteilt. Arbeiten mit lo-net² Hier finden Sie noch mehr Möglichkeiten, in diesem Projekt zu den Kommunikationsmodellen lo-net² einzusetzen. Die Schülerinnen und Schüler lernen die wichtigsten Thesen von Bühler, Shannon/Weaver und Watzlawick et al. kennen und verstehen, indem sie entsprechende Textauszüge zu deren Sprach- und Kommunikationsmodellen nach deren wichtigsten Aussagen analysieren. lernen Schemata des Sprach- und der Kommunikationsmodelle kennen und interpretieren, indem sie sie mit dem Sachtext vergleichen. trainieren ihre Lesekompetenz kontinuierlicher und diskontinuierlicher Texte schulen sowie ihre medialen Fähigkeiten in PowerPoint und lo-net², indem sie ihre vorläufigen Interpretationen in einer Schreibkonferenz einer kritischen Revision unterziehen. lernen, wissenschaftlich anspruchsvolle Sachtexte auf ihre wesentlichen Aussagen hin zu untersuchen und zu paraphrasieren, sie mit diskontinuierlichen Texten in Verbindung zu setzen und die Aussagen beider Medien in eigenen Worten im Vergleich zu erläutern. finden sich in der Anwendung sowohl der Textverarbeitung als auch von PowerPoint und lo-net² zurecht. Mitautor Der Lehramtsstudent Jan Strickmann (Universität Bielefeld) ist beim Kommunikationsmodell nach Shannon/Weaver für die Gestaltung eines Lösungsbeispieles Mitautor. Überblick Über die gemeinsame Besprechung von Material 1 verschafft sich der Kurs einen Überblick über den Ablauf der gesamten Unterrichtssequenz. Stillarbeit Als Einstieg in die Thematik befassen sich die Schülerinnen und Schüler in Kleingruppen mit den Sachtexten Material 2, 3 oder 4. Je nach Kursstärke ergeben sich so zwei Kleingruppen pro Unterthema, die sich mit den Sachtexten und den PowerPoint-Materialien auseinandersetzen. Informationsaustausch Nach der Erarbeitung der zentralen Thesen und Begriffe der Sachtexte, die zunächst in Stillarbeit erfolgen sollte, können sich die Gruppenmitglieder über ihr Leseverständnis austauschen. Dann präsentiert die Lehrkraft die von den Autoren Bühler, Shannon/Weaver und Watzlawick et al. zum Teil selbst vorgegebenen Schemata. Das Schema Watzlawicks et al. wurde dabei von den Autoren dieses Beitrags entwickelt. Die anderen wurden für die PowerPoint-Präsentation in Anlehnung an die originalen Modelle entworfen, wobei die Anordnung der Informationskette bei Watzlawick et al. jener bei Shannon/Weaver entspricht und auch visuell leicht übertragbar auf die Weiterentwicklung des Vier-Nachrichten-Quadrates nach Schulz von Thun ist. Interpretation Zur Interpretation der Schemata und zum vertieften Verständnis der Sachtexte sollen die Schemata im Hinblick auf den Sachtext und mithilfe eines selbst konstruierten Beispiels aus der Alltagskommunikation erläutert werden. Die Lernenden werden so "gezwungen", die Theorie durch ein Beispiel zu untermauern und noch anschaulicher, lebensnaher zu machen und die Theorien auf das Wesentliche zu reduzieren. Diskussionsgrundlage Die Schülerinnen und Schüler ergänzen die PowerPoint-Präsentationen durch passende Kommentare, etwa in Form von Textfeldern und Animationen. Sie stellen ihre vorläufigen Ergebnisse im Plenum in einer Dateiablage im virtuellen Klassenraum von lo-net² zur kritischen Betrachtung zur Verfügung und fordern zum Feedback auf. Fertigstellung der Präsentation Aus Gründen der Zeitraffung werden in diesem Unterrichtsvorschlag nicht nur die "Grundschemata", sondern wahlweise auch bereits "voranimierte" Versionen der Modelle vorbereitet. Wenn Sie diese Vorschläge umsetzen, sollten Sie selbst entscheiden, wieviel Sachkenntnis und Zeit die Lernenden im Umgang mit PowerPoint investieren können, um zu einer angemessenen modifizierten Präsentation zu gelangen. Die Fertigstellung dieser Arbeit und das Hinterlegen in lo-net² dürfte die zweite Hälfte der Doppelstunde in Anspruch nehmen. Lernende, die zeitlich früher fertig werden, können bereits mit der Hausaufgabe des Lesens der jeweils anderen beiden Sachtexten beginnen. Präsentation im Plenum Schließlich erfolgt die Präsentation aller Modelle in Kurzreferaten und mithilfe der überarbeiteten Schemata. Alle Ergebnisse wie auch die originalen Materialien werden den Schülern und Schülerinnen zur Sicherung am Ende über lo-net² zum Herunterladen und Ausdrucken zur Verfügung gestellt; auch ein erster Ausdruck im Plenum der Klasse am Ende der zweiten Doppelstunde ist denkbar. Die Arbeit mit lo-net² Bei der Arbeit mit lo-net² bietet es sich an, die Schüler und Schülerinnen nun Mitteilungen als konstruktive Kritik zu den Schemata schreiben zu lassen. Dies geschieht am besten durch drei entsprechende Foren (drei "Threads": Bühler, Watzlawick et al., Schulz von Thun), in denen sich alle Schüler und Schülerinnen lobend, kritisierend, fragend äußern können. Wiederholungen von Kommentaren werden dabei vermieden, indem alle die bereits eingebrachten Kommentare lesen können. Die Lehrkraft kann über den Namen nachvollziehen, wer die "Hausaufgabe" erledigt hat oder sich hier sogar stärker in der "Sonstigen Mitarbeit" eingebracht hat, als er oder sie dies üblicher Weise sonst im Unterrichtsgespräch getan hätte. Die originale Gruppe, die das Modell interpretiert hat, kann sich zu Beginn der nächsten Unterrichtsstunde der Feedbacks annehmen und ihre Präsentation entsprechend verbessern, zum Beispiel ein Fachwort erklären, das eigene Beispiel anschaulicher darstellen oder Ähnliches. Hausaufgabe In einer weiterführenden (Haus-)Aufgabe sollen die Schüler und Schülerinnen resümierend alle Modelle paraphrasieren, das heißt in ganzen Sätzen zusammenfassen, und ihr Modell mit einem weiteren Modell, das sie im Vortrag einer anderen Gruppen kennen gelernt haben, vergleichen. Das von ihnen konstruierte praktische Beispiel soll somit auch mithilfe dieses Modells interpretiert werden. Kleine Änderungen zum Beispiel der Situation oder des Wortlautes lassen sich dabei nicht vermeiden, besonders, wenn man zum Beispiel von den anderen beiden Modellen zu Bühler wechseln möchte, das grundlegender von einer Wortbedeutung und weniger von einer ganzen Kommunikationssituation ausgeht. Ziel ist es, dass die Schüler und Schülerinnen Zusammenhänge, Überschneidungen und Varitäten zwischen den Modellen begreifen (zum Beispiel des technischen Beispiels bei Watzlawick et al. im Vergleich zu Shannon/Weaver). Beispiellösung Als Beispiellösung für die Modifikation eines Modells findet sich in diesem Unterrichtsvorschlag die überarbeitete Version zu Shannon/Weaver (bezogen auf die Kommunikation zweier Personen über Handy), erstellt im Rahmen einer Seminarsitzung an der Universität Bielefeld im Wintersemester 2007 durch den Studierenden Jan Strickmann in der Rolle eines "Schülers", nachdem dieser Unterrichtsvorschlag zu den Kommunikationsmodellen vorgestellt worden war. Die Dateiablage Alle Materialien (Arbeitsblätter, Grundanimationen, Linkliste und mehr) können durch die Lehrkraft in der Dateiablage zur eigenständigen Arbeit der Schüler und Schülerinnen hinterlegt werden. Sollte die Phase der Überarbeitung und Kommentierung der Präsentationen nicht im Rahmen zweier aufeinanderfolgender Unterrichtstage möglich sein, wäre auch eine offenere Form der Arbeit von zu Hause aus oder in Freistunden möglich. So kann der Moderator oder die Moderatorin eine Meldung darüber erhalten, wann alle Ergebnisse in der Dateiablage verfügbar sind, und über Rundmails alle Mitschüler und Mitschülerinnen dahingehend verständigen. Die Lesezeichen Für offene Fragen könnten die Schüler und Schülerinnen zudem in lo-net² auf die Lesezeichenliste zu den Autoren und ihren Theorien zurückgreifen. Das Forum Bei medienerfahrenen Schülern und Schülerinnen könnte eine Vertrauensperson durch die Lehrkraft mehr Rechte für die Forumsnutzung als die übrigen Mitglieder erhalten und die Forums-Threads eigenständig pflegen. Die Quickmessage Verabreden sich die Schüler und Schülerinnen zur weiteren Arbeit oder Kommentierung der Präsentationen, könnten kleinere Sachfragen auch über Quickmessage erfolgen. Notizen Über die Funktion "Notizen" können die Lernenden Fragen an Mitschüler und Mitschülerinnen notieren, die beim Erstellen der Präsentation offen geblieben sind, damit sie nachher gezielt nachfragen können. Die Moderatorenrolle Denkbar wäre auch, dass je ein Schüler oder eine Schülerin pro Gruppe sich als Moderator oder Moderatorin zur Verfügung stellt, die Feedbacks der Mitschüler und Mitschülerinnen sammelt, sortiert und den Mitlernenden zu Beginn der nächsten Stunde knapp vorstellt. Dr. Schäfers Der neue Beitrag "Kommunikationsmodelle" von Frau Dr. Schäfers ist hervorragend, inhaltlich, methodisch und in der medialen Gestaltung. Auch die Einbindung in lo-net2 ist vorbildlich! Herzlichen Glückwunsch! Klaus Meschede, 11.05.2007

  • Deutsch
  • Sekundarstufe II