Unterrichtsmaterialien zum Thema "Gesundheitsvorsorge"

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Stress - Mehr als nur Nervkram

Unterrichtseinheit

Jugendliche lernen in dieser Unterrichtseinheit, Stress als ein nahezu allgegenwärtiges Phänomen kennen. Sie sollen so bereits früh Strategien entwickeln, mit Stress-Situationen umzugehen.Die Begriffe ?Stress? und ?stressig? werden häufig verwendet, um Situationen oder das eigene Befinden zu beschreiben. Trotz der scheinbaren Abgegriffenheit des Begriffes ?Stress? verliert das Thema nicht an Aktualität. Im Gegenteil, steigende Anforderungen im Arbeitsleben, private und finanzielle Sorgen und ständig sich ändernde Rahmenbedingungen machen vielen zu schaffen. Stress ist nicht grundsätzlich schädlich, und die Fähigkeit, mit Extremsituationen fertig zu werden, war und ist sogar überlebensnotwendig. Doch übersteigen die individuell sehr unterschiedlich wahrgenommenen Belastungen ein bestimmtes Maß oder werden sie zu einem Dauerzustand, kann die Gesundheit beeinträchtigt werden.Mithilfe dieser Unterrichtseinheit sollen die Schülerinnen und Schüler an die Komplexität des Themas "Stress" herangeführt werden. Sie ermitteln, auch anhand vorgegebener Situationsbeschreibungen, potenzielle Stressfaktoren und erarbeiten sich unterschiedliche Kategorien von Stressoren. Mittels dieser Erkenntnisse führen die Schülerinnen und Schüler einen kurzen Selbsttest durch und diskutieren die Ergebnisse mit Blick auf objektive und subjektive Stressoren. Ablauf der Unterrichtseinheit zum Thema "Stress" Wie das Thema Stress in den Unterricht kommen kann, lesen Sie hier. Die Phasen der Einheit lassen sich flexibel gestalten. Fachkompetenz Die Schülerinnen und Schüler sollen erarbeiten, was Stressoren sind. erkennen, dass es mit Blick auf die Wirkungsweise unterschiedliche Kategorien von Stress gibt. erfahren, dass die individuelle Stressbelastung und -wahrnehmung sehr unterschiedlich sein kann. Medienkompetenz Die Schülerinnen und Schüler sollen eigenständig relevante Informationen recherchieren und diese auswerten. Sozialkompetenz Die Schülerinnen und Schüler sollen üben, sich in die Situation anderer Personen oder andere Lebensumstände zu versetzen. erfahren, dass die individuelle Disposition ein wichtiger Faktor hinsichtlich der Belastung durch konkrete Stressoren darstellt. Thema Stress - Mehr als nur Nervkram Autor Dr. Gunnar Meyenburg Fach Gemeinschaftskunde/Politik/SoWi Zielgruppe Klasse 7 bis 9 aller Schulformen, empfohlen für Gymnasium und Gesamtschule Zeitraum 2 bis 3 Unterrichtsstunden Technische Voraussetzungen Rechner mit Internetzugang für Einzel- und Gruppenarbeit Inhalt Um sich dem Thema anzunähern, sollen sich die Schülerinnen und Schüler zunächst im Internet informieren. Eine Phase der Selbstreflexion schließt sich an. Arbeitsmaterial Das Arbeitsblatt 1 führt zunächst in die Thematik ein. Die Schülerinnen und Schüler setzen sich mit Formen und möglichen gesundheitlichen Folgen von Belastungen auseinander, denen man in unterschiedlichen Lebensbereichen ausgesetzt sein kann. Sie führen hierzu Recherchen anhand einer Auswahl vorgegebener Links durch. Darüber hinaus werden sie angeregt, mit Blick auf ihre eigene Situation Stressoren anzuführen. Inhalt In dieser Phase werden Stressfaktoren erarbeitet: Auf der Basis von Situationsbeurteilung, Eigenrecherche und Ergebnisaufarbeitung nähern sich die Lernenden Schritt für Schritt verschiedenen Stressoren an. Dabei lernen sie konkrete Bespiele kennen. Arbeitsmaterial Auf Arbeitsblatt 2 befassen sich die Schülerinnen und Schüler eingehender mit potenziellen Stressoren und mit der Frage, wann eine Belastung als Stress im eigentlichen Sinne zu bezeichnen ist. Hierzu werden sie mittels vorgegebener Charakterisierungen des beruflichen und privaten Umfeldes von fünf Personen angeregt, sich in die Situation dieser Personen zu versetzen und die Situationen mit Blick auf potenzielle Stressoren zu bewerten. Die Schülerinnen und Schüler versuchen, die ermittelten Stressoren nach der Art ihrer Wirkung in Gruppen zu untergliedern. Inhalt In diesem dritten Teil der Unterrichtseinheit geht es um die Stresswahrnehmung: Über einen Selbsttest, eine anschließende Diskussion und die zusammenfassende Begriffsdefinition entwickeln die Schülerinnen und Schüler ein vertieftes Verständnis des Phänomens Stress. Arbeitsmaterial Abschließend befassen sich die Schülerinnen und Schüler auf dem Arbeitsblatt 3 mit der Frage, ob es eine objektive Bewertung von Stress geben kann. Hierzu vergleichen sie ihre individuelle Bewertung der ermittelten Stressoren untereinander, um herauszufinden, ob eine einheitliche Wahrnehmung besteht und Stress somit ein eher objektiv zu beurteilender Faktor ist.

  • Biologie
  • Sekundarstufe I

Leben im Gleichgewicht

Unterrichtseinheit

Mithilfe dieser Unterrichtsmaterialien sollen die Schülerinnen und Schüler begreifen, dass sie selbst mit dafür verantwortlich sind, ihre Belastungssituation einzuschätzen und der Entstehung von Dauerstress frühzeitig gegenzusteuern.Stress ist nicht grundsätzlich schlecht, ein Leben ohne ihn wäre ganz schön langweilig. Das Problem: Er darf nicht zum Dauerzustand werden und uns aus dem Gleichgewicht werfen. Das Phänomen: Jeder reagiert auf Stressoren anders, deshalb gibt es auch kein Patentrezept. Wer möglichst früh lernt, seine persönliche Belastungssituation realistisch einzuschätzen und geeignete Anti-Stressmaßnahmen zu ergreifen, kann gegensteuern.Die Schülerinnen und Schüler machen zum Einstieg in das Thema einen persönlichen Stresstest im Internet. Auch während der Unterrichtseinheit setzen sie sich mit ihrer eigenen Belastungssituation auseinander. Sie recherchieren und erarbeiten selbstständig in einer Kleingruppe Anti-Stressmaßnahmen. Ein Schwerpunkt liegt dabei auf der Bedeutung von Entspannungsmethoden. Als Hausaufgabe erhalten die Schülerinnen und Schüler eine Checkliste, mit deren Hilfe sie ihre eigene Stresskompetenz einschätzen sollen. In dieser Unterrichtseinheit sollen die Schülerinnen und Schüler an das Thema "Stress" und "Stresskompetenz" herangeführt werden.Die Schülerinnen und Schüler wissen, was man unter Stressoren versteht. begreifen, dass Dauerstress die Gesundheit gefährden kann. recherchieren selbstständig Anti-Stress-Maßnahmen im Internet. in Kleingruppenarbeit Aufgaben gemeinsam diskutieren und lösen und damit ihre Teamfähigkeit und Kooperationsbereitschaft stärken.

  • Fächerübergreifend
  • Berufliche Bildung

Gesund essen: Fit durch den Tag

Unterrichtseinheit

Gesundes Essen beeinflusst nicht nur die körperliche, sondern auch die mentale Leistungsfähigkeit. Das richtige Essen zum richtigen Zeitpunkt beugt Müdigkeit und Konzentrationsschwächen vor. Diese Erkenntnis wird gerade im Berufsalltag häufig ignoriert - obwohl man gerade dort den ganzen Tag fit sein muss.Junge Menschen denken beim Essen nicht immer zuerst an die eigene Gesundheit. Doch eine gesunde Ernährung beeinflusst nicht nur die körperliche, sondern auch die mentale Leistungsfähigkeit. Das richtige Essen zum richtigen Zeitpunkt beugt Müdigkeit und Konzentrationsschwächen vor. Diese Erkenntnisse werden in der Ausbildung und im Berufsalltag häufig ignoriert - obwohl man gerade dort den ganzen Tag fit sein muss.Junge Menschen denken beim Essen nicht unweigerlich an die eigene Gesundheit. Im Vordergrund stehen vielmehr Fragen des Lebensstils, der Gewohnheiten im Elternhaus, Gruppenzugehörigkeit, Spaß, Gefühle, pragmatische Gründe. Dementsprechend ist es sinnvoll, das in der Berufsschule erworbene Wissen unmittelbar in die Praxis umzusetzen. Planen Sie deshalb nach dem Motto "Essen schafft Gemeinschaft" mithilfe dieser Unterrichstmaterialien ein gemeinsames gesundes Frühstück. Alle Schülerinnen und Schüler beteiligen sich an den Vorbereitungen. Kulturelle oder regionale Unterschiede sowie soziale Zugehörigkeit werden berücksichtigt und respektiert. Das gemeinsame Essen soll als Orientierungshilfe für gesunde Ernährung dienen. Gut, wenn sein Event-Charakter Interesse weckt und darüber hinaus positive gemeinsame Erfahrungen ermöglicht.Die Schülerinnen und Schüler erkennen, dass sich falsche Essgewohnheiten negativ auf das Wohlbefinden, die Konzentrations- und Leistungsfähigkeit auswirken können. wissen, was für eine gesunde Ernährung günstig und was ungünstig ist. lernen, wie man sich in der Schule oder am Arbeitsplatz gesund ernährt. führen in Kleingruppen selbstständig eine gelenkte Internetrecherche durch und machen sich dabei mit Informationsangeboten einschlägiger Ernährungsportale vertraut. gestalten auf Basis ihrer Rechercheergebnisse und mithilfe einer Präsentationssoftware eigene Rezeptbücher.

  • Fächerübergreifend

Allergien: Gefährlicher Kontakt

Unterrichtseinheit

Schülerinnen und Schüler sollen schon vor der Ausbildung ihr eigenes Allergierisiko realistisch einschätzen und im Hinblick darauf für ihren Berufswunsch bewusst Verantwortung übernehmen können.Die Haut ist gerötet, geschwollen und juckt? Die Augen tränen, die Nase trieft? Häufig weisen solche Symptome auf eine Allergie hin. Allergien sind weit verbreitet, an bestimmten Arbeitsplätzen ein Problem und für Berufseinsteiger oftmals eine böse Überraschung. Das Thema ist daher für junge Berufseinsteiger ein absolutes Muss. Schülerinnen und Schüler sollen ihr Allergierisiko realistisch einschätzen und im Hinblick darauf für ihren Berufswunsch bewusst Verantwortung übernehmen können.Das Thema "Berufsbedingte Allergien" ist für junge Menschen vor der Berufswahl und für Berufseinsteiger ein absolutes Muss. Viele reagieren bereits vor dem Berufseinstieg überempfindlich auf allergene Substanzen und leiden unter Heuschnupfen, Neurodermitis oder Asthma. Das Problem: Wer bereits durch eine Allergie vorbelastet ist, trägt ein erhöhtes Risiko, im Job eine weitere Allergie zu entwickeln oder die bestehende zu verschlimmern.Die Schülerinnen und Schüler begreifen, dass eine berufsbedingte Allergie ernste Folgen nach sich ziehen kann. erfahren, mit welchen Allergie auslösenden Substanzen man im Berufsalltag rechnen muss. recherchieren selbstständig über berufsbedingte Allergien im Internet und machen sich dabei mit Informationsangeboten der gesetzlichen Unfallversicherungsträger vertraut. bearbeiten Aufgaben in der Kleingruppe und stärken damit ihre Teamfähigkeit.

  • Fächerübergreifend

Hilfe gegen Leistungsangst: Leistung auf den Punkt gebracht (Sek. I)

Unterrichtseinheit

Die Unterrichtsmaterialien "Hilfe gegen Leistungsangst: Leistung auf den Punkt gebracht" sollen dazu beitragen, Schülerinnen und Schülern aufzuzeigen, dass proaktives Handeln der beste protektive Faktor gegen Prüfungs- und Leistungsangst ist.Kinder und Jugendliche, die unter Leistungsangst leiden, nehmen die Anforderungen in der Schule als persönliche Bedrohung wahr. Klassenarbeiten und mündliche Prüfungen erzeugen bei ihnen schon im Vorfeld schlaflose Nächte und andere Stressreaktionen. Die Unterrichtsmaterialien zeigen, wie es gelingen kann, die Leistungsangst in den Griff zu bekommen und worauf es bei der Prüfungsvorbereitung ankommt – vom richtigen Arbeitsplatz bis zu Lernstrategien und Tipps für ein strukturiertes Arbeiten.Prüfungs- oder Leistungsangst kann auf zwei verschiedene Komponenten zurückgeführt werden. Zum einen kann sie auf einer Realangst beruhen – aufgrund mangelnder oder falscher Vorbereitung – und zum anderen auf einer irrationalen Angst, basierend auf dem "gelernten" Umgang mit der Angst im Zusammenhang mit Prüfungssituationen. Dabei ist das Phänomen Angst nicht von vornherein als leistungsmindernd einzustufen. Ein gewisses Maß an Angst kann sogar leistungsfördernd wirken. Deshalb ist es wichtig, den Schülerinnen und Schülern Handlungskompetenzen zu vermitteln, mit denen sie ihre Prüfungsangst bewältigen und positiv nutzen können. Fachkompetenz Die Schülerinnen und Schüler kennen den Handlungskreis als Instrumentarium, um in herausfordernden Situationen strukturiert und planvoll zu reagieren. sammeln Stichworte, wie ein optimaler Arbeitsplatz aussehen sollte. kennen verschiedene Lernstrategien. verstehen, warum das Gehirn Pausen braucht, und welche Art von Pausen wann sinnvoll sind. kennen Möglichkeiten zur Entspannung. Methodenkompetenz Die Schülerinnen und Schüler erstellen einen persönlichen Wochenplan. erarbeiten anhand der Kopfstandmethode, welche Lernstrategien hilfreich sind. Sozialkompetenz Die Schülerinnen und Schüler verstehen, dass Angst und Aufgeregtheit "normal" sind. erkennen, dass man aktiv etwas gegen Versagensängste tun kann. nehmen eine Aufgabe als Herausforderung an. arbeiten gemeinsam in Lerngruppen. erkennen eigene Stärken und nutzen sie.

  • Biologie / Ernährung und Gesundheit / Natur und Umwelt
  • Sekundarstufe I

Umgang mit Schulstress (Sek. II)

Unterrichtseinheit

Mit diesen Unterrichtsmaterialien sollen vor allem Schülerinnen und Schüler der gymnasialen Oberstufe an das Thema Stress herangeführt werden und lernen, mit Belastungen umzugehen.Gymnasiasten berichten häufig von ihrem schulischen Stress. Vor allem die Umstellung auf G8, die damit verbundene Verdichtung des Lernstoffs und Erhöhung der Wochenstundenzahl lassen bei Schülerinnen und Schülern wie bei Lehrkräften den Stresspegel ansteigen. Dabei sollte Schule nicht nur Stressor sein, sondern auch ein Ort, an dem Stressbewältigung erlernt und eingeübt wird.Die verkürzte Gymnasialzeit G8 mit ihrem stark gestiegenen Leistungspensum hat den Druck auf den Einzelnen, aber auch auf die Klassen- und Kursgemeinschaften sowie auf die Lehrkräfte enorm erhöht. Viele Kinder und Jugendliche leiden bereits unter Stresssymptomen wie Kopf- und Bauchschmerzen sowie Schlafstörungen. Als häufigste Ursachen gelten Angst vor schlechten Noten und hohe Leistungserwartungen. Es ist jedoch eine Frage der individuellen Disposition, ob und wie man auf Stress reagiert. Was dem einen Herzrasen bereitet, lässt den anderen völlig kalt - es gibt Schülerinnen und Schüler, die selbst bei einer Abiklausur noch einen Ruhepuls vorweisen.Die Schülerinnen und Schüler erlangen theoretisches Wissen über Stress. reflektieren Erfahrungen mit Stress. lernen, mit Anforderungen und Terminen besser umzugehen. entwickeln persönliche Lernstrategien. setzen sich mit Misserfolgen und Problemen auseinander. lernen Entspannungstechniken kennen.

  • Biologie / Ernährung und Gesundheit / Natur und Umwelt / Fächerübergreifend / Pädagogik / Religion / Ethik / Sport / Bewegung
  • Sekundarstufe II

Wege im Betrieb – Stolpern, Rutschen, Stürzen

Unterrichtseinheit

Egal ob auf der Baustelle, in der Werkstatt oder im Büro: Stolper-, Rutsch- und Sturzunfälle zählen in allen Branchen zu den häufigsten Unfallarten im Betrieb. Gefährdet sind grundsätzlich alle Mitarbeiter, besonders aber junge Berufstätige.Eine rutschige Stelle auf dem Fußboden oder ein Farbeimer, der im Weg steht - wer darüber stolpert und stürzt, kann sich schwer verletzen. Das Gemeine: Kaum jemand stellt sich auf diese Gefahr ein; von Stolperstellen wird man meistens kalt erwischt. Gefährdet sind grundsätzlich alle Mitarbeiter, besonders aber junge Berufstätige. Und doch wären viele solcher Unfälle vermeidbar, wenn man mögliche Ursachen kennen und sich vorausschauender verhalten würde.Wer neu in einem Betrieb anfängt, muss sich erst einmal zurechtfinden, neue Wege kennenlernen und viele ungewohnte Aufgaben erledigen. Kommen zusätzlich Termindruck und Hektik ins Spiel, können eine herumliegende Kiste oder ein loses Kabel zur Gefahr werden. Grundlegende Kenntnisse über Unfallursachen und Unfallschwerpunkte auf den betrieblichen Verkehrswegen sind deshalb oberstes Gebot, um Stolper-, Rutsch- und Sturzunfälle zu vermeiden. Ziel dieses Unterrichtsmaterials ist es, die Wahrnehmung der jungen Leute für entsprechende Gefahrenquellen zu sensibilisieren.Die Schülerinnen und Schüler setzen sich damit auseinander, wie Stolper-, Rutsch- und Sturzunfälle entstehen. machen sich bewusst, dass der menschliche Gang störanfällig ist. entwickeln eine Sensibilität für Gefahren, die zu Sturzunfällen führen können. führen selbstständig eine gelenkte Internetrecherche durch und machen sich dabei unter anderem mit Informationsangeboten der gesetzlichen Unfallversicherungsträger vertraut. sammeln, analysieren und werten empirische Daten zum Thema "Stolpern, Rutschen, Stürzen" aus.

  • Arbeitsschutz / Arbeitssicherheit
  • Berufliche Bildung

Bildschirmarbeit: gut sehen

Unterrichtseinheit

Mithilfe dieser Materialien können Sie Ihre Schülerinnen und Schüler für das gesundheitsbewusste Arbeiten am Monitor sensibilisieren.Die tägliche Arbeit am Computerbildschirm stellt hohe Anforderungen an die Augen. Mehrere Stunden am Tag kleine Zeichen und Buchstaben auf dem Monitor zu fixieren, kann zum Hochleistungssport werden. Ist das Sehvermögen ohnehin eingeschränkt oder der Arbeitsplatz schlecht beleuchtet und unter ergonomischen Gesichtspunkten unzureichend eingerichtet, können Beschwerden auftreten wie Kopfschmerzen, brennende Augen, verschwommene Sicht oder sogar Nacken- und Rückenschmerzen.Ziel dieser Unterrichtseinheit ist es, die Schülerinnen und Schüler für die Belastungen zu sensibilisieren, die sich aus stundenlanger Arbeit am Bildschirm - speziell für die Augen - ergeben können. Sie sollen motiviert werden, ihren Bildschirmarbeitsplatz - beruflich wie auch privat - nach ergonomischen Kriterien zu überprüfen und regelmäßig ihr Sehvermögen ärztlich kontrollieren zu lassen.Die Schülerinnen und Schüler kennen die Ursachen für Augenbeschwerden durch Bildschirmarbeit. erarbeiten Strategien, wie man diesen Beschwerden vorbeugen kann. kennen die wichtigsten Merkmale eines ergonomisch eingerichteten Bildschirmarbeitsplatzes. erfahren, dass sie - wenn sie in einem Arbeitsverhältnis stehen - ein Recht auf arbeitsmedizinische Vorsorgeuntersuchungen haben. schätzen anhand einer Punktabfrage ihre eigenen Belastungen ein. führen einen Sehtest durch. reflektieren eigene Verhaltensweisen und stellen diese auf den Prüfstand. überprüfen ihren Computerarbeitsplatz - auch zu Hause - anhand einer Checkliste und optimieren ihn gegebenenfalls.

  • Arbeitsschutz / Arbeitssicherheit

Gesundheitsreform 2007

Unterrichtseinheit

Die demografische Entwicklung, die hohe Arbeitslosigkeit und die wachsenden medizinischen Möglichkeiten verändern auch die Rahmenbedingungen der Krankenkassen. Eine Gesundheitsreform regelt diese per Gesetz und sorgt nicht nur im Findungsprozess für Diskussionen.Lange Zeit war unklar, ob eine Einigung zustande kommt, denn die Ausgangspositionen von CDU/CSU und SPD waren sehr unterschiedlich: Während die Union eine Gesundheitsprämie forderte, wollte die SPD eine Bürgerversicherung einführen. Nach langen und komplizierten Verhandlungen konnte sich die große Koalition am 5. Oktober 2006 auf eine Kompromisslösung verständigen. Nun ist ein Teil der jüngsten Gesundheitsreform, genauer das "Gesetz zur Stärkung des Wettbewerbs in der gesetzlichen Krankenversicherung" (GKV-WSG), zum 1. April 2007 in Kraft getreten. Weitere der bereits beschlossenen Neuregelungen werden ab dem 1. Januar 2009 wirksam.Die Schülerinnen und Schüler sollen die Kernpunkte der Reform und des deutschen Gesundheitssystems kennen lernen. die Entwicklung nachvollziehen und die zentralen Positionen vergleichen können. das Internet als Informations- und Recherchemedium nutzen. Thema Die Gesundheitsreform 2007: Hintergründe und Meinungen Autor Michael Bornkessel Fach Politik, Sozialwissenschaften Zielgruppe Sek I und II, ab Klasse 7 Zeitaufwand je nach Intensität und Schwerpunktsetzung 2-4 Stunden Medien je ein Computer mit Internetnutzung für zwei Schülerinnen und Schüler Auf den folgenden Seiten erhalten Sie Hintergrundinformationen zur aktuellen Situation sowie zu den künftigen Leistungsmodellen der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) und privaten Krankenversicherung (PKV). Die konkurrierenden Meinungen und Einschätzungen zeigen verschiedene Perspektiven und ermöglichen eine kritische Auseinandersetzung. Das aktuelle Finanzierungsmodell der Krankenversicherung Nicht zuletzt die steigenden Versorgungskosten zeigen die Notwendigkeit einer Reform in der Gesundheitpolitik. Die Versicherungspflicht und die Chancen der GKV Ein Überblick zur künftigen Krankenversicherungsplicht, den neuen Leistungen und Einschränkungen der GKV sowie den neuen Tarifmöglichkeiten. Künftiger "Gesundheitsfond" und Basistarif in der PKV Ab 2009 wird der Gesundheitsfond eingerichtet. Zum gleichen Zeitpunkt treten auch Änderungen in der privaten Krankenversicherung in Kraft. Meinungen und Einschätzungen Die von der Gesundheitsministerin gelobten Veränderungen stoßen nicht auf ungeteilten Beifall und auch die Bevölkerung bleibt vorerst skeptisch. Es war nicht die erste und wird nicht die letzte Veränderung an diesem wichtigen Bestandteil des deutschen Sozialversicherungssystems gewesen sein, denn die Finanzierung der Gesundheitskosten steht schon länger auf wackeligen Beinen. Dies verdeutlichen einige Zahlen: Die Ausgaben für Gesundheit beliefen sich im Jahr 2005 auf insgesamt 239,4 Milliarden Euro. Das sind 10,7 Prozent des Bruttoinlandsproduktes. Im Vergleich zu 2004 war das ein Plus von 5,6 Milliarden Euro oder 2,4 Prozent. Die Ausgaben je Einwohner lagen bei stattlichen 2.900 Euro (2004: 2.830 Euro). Dabei war die gesetzliche Krankenversicherung mit einem Anteil von rund 57 Prozent der größte Ausgabenträger im Gesundheitswesen. Ihre Ausgaben erreichten 135,9 Milliarden Euro und lagen im Jahr 2005 um 3,3 Prozent über denen des Vorjahres. Das Beitragsmodell Den größten Teil dieser Summe finanzieren die Versicherten durch ihre Beiträge und weitere Zuzahlungen, wie für Medikamente oder einen Krankenhausaufenthalt. Derzeit, also bereits nach dem Inkrafttreten der Gesundheitsreform 2007, liegt der Beitragssatz der gesetzlichen Krankenkassen im Durchschnitt bei 14,7 Prozent des Bruttolohns. Grundsätzlich finanzieren Arbeitgeber und Arbeitnehmer die Kosten der Krankenversicherung jeweils zur Hälfte. Allerdings müssen die Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer seit dem 1. Juli 2005 einen Aufschlag in Höhe von 0,9 Prozent alleine tragen. Damit liegt der Arbeitgeberanteil bei durchschnittlich 6,9 Prozent, der Arbeitnehmeranteil bei 7,8 Prozent des Bruttolohnes. Finanzierungsdefizite und frühere Reformversuche Diese Beitragszahlungen reichten in der Regel nicht aus, um sämtliche Ausgaben im Gesundheitsbereich zu finanzieren. So musste der Staat in der Vergangenheit oft die milliardenschweren Defizite der Krankenkassen stopfen. Daher haben die jeweiligen Bundesregierungen bereits früher zahlreiche Reformmaßnahmen beschlossen. Zuletzt trat im Januar 2004 das "Gesetz zur Modernisierung der Gesetzlichen Krankenversicherung" (GMG) in Kraft, das beispielsweise die Praxisgebühr einführte. Krankenversicherung für alle Zur Zeit sind rund 200.000 Menschen in Deutschland nicht krankenversichert. Ab 2009 wird, erstmals in der deutschen Sozialgeschichte, eine Krankenversicherungspflicht bestehen. Nach dem Wechsel in die PKV gab es bislang keine Möglichkeit, in die GKV zurückzukehren. Ab dem 1. Januar 2009 haben die Bürgerinnen und Bürger die Pflicht und die Möglichkeit, eine Krankenversicherung abzuschließen, und wer den Versicherungsschutz verloren hat, kann in seine letzte Versicherung zurückkehren. Dies gilt sowohl für die gesetzliche als auch die private Krankenversicherung. Neue Leistungen der GKV... Den Mitgliedern der gesetzlichen Krankenkassen stehen nun Leistungen zu, welche die Kassen bislang nicht finanzieren mussten. So bezahlen künftig alle Krankenkassen Mutter- oder Vater-Kind-Kuren, wenn sie als medizinisch notwendig verordnet wurden. Zudem werden die Kosten für alle Impfungen, die die Ständige Impfkommission (STIKO) empfiehlt, übernommen. Rehabilitationsmaßnahmen müssen künftig von den Krankenkassen bezahlt werden, zudem unterstützen diese nun eine so genannte "spezialisierte ambulante Palliativversorgung", die es Sterbenden und schwerstkranken Menschen ermöglichen soll, in Würde und mit möglichst wenig Schmerzen zu leben und zu sterben. ... und einige Einschränkungen Die Reform sieht auch Einschränkungen vor, denn die Kosten einer Behandlung, die aufgrund eines medizinisch nicht notwendigen Eingriffs provoziert wurde, etwa durch eine Tätowierung oder ein Piercing, müssen im Wesentlichen selbst getragen werden. Auch kann es teuer werden, wenn man die obligatorischen Vorsorgeuntersuchungen nicht wahrnimmt und später chronisch erkrankt, da die Ärztinnen und Ärzte ab dem 1. Januar 2008 nur noch bei einem "therapiegerechtem Verhalten", hierzu zählt beispielsweise die Teilnahme an Vorsorgeuntersuchungen, die jährliche Bescheinigung für chronisch Kranke ausstellen dürfen. Diese ist nötig, damit die Krankenkassen die maximale Zuzahlung des Versicherten auf ein Prozent des Einkommens beschränken (Regel: zwei Prozent). Neue Tarifmöglichkeiten Die Gesundheitsreform soll den Wettbewerb zwischen den verschiedenen Kassen ankurbeln, deshalb hat man ihnen die Möglichkeit gegeben, neue und auf die Bedürfnisse ihrer Versicherten zugeschnittene Tarife einzuführen. Beispielsweise können die Krankenkassen nun sogenannte Selbstbehalt- oder Kostenerstattungstarife anbieten. Die Reform erlaubt auch eine Prämienzahlung, wenn die Versicherten keine Leistungen in Anspruch nehmen. Allerdings dürfen diese Bonuszahlungen maximal 600 Euro betragen. Der neue Finanzierungspool Die bedeutendste Änderung wird erst im Jahr 2009 in Kraft treten. Zum 1. Januar wird der so genannte Gesundheitsfond eingerichtet. In ihn werden dann die Beiträge der Arbeitgeber und der Mitglieder der gesetzlichen Krankenkassen sowie die zusätzlich notwendigen Steuermittel einfließen. Apropos Steuergelder: Die Krankenkassen sollen in 2007 und 2008 einen deutlich geringeren Steuer-Zuschuss erhalten, nämlich nur noch 2,5 Milliarden Euro statt 4,2 Milliarden Euro in 2006. Sobald der Gesundheitsfonds 2009 eingerichtet ist, sollen zunächst vier Milliarden Euro fließen, dann soll der Bundeszuschuss um jeweils 1,5 Milliarden Euro bis zu einer Obergrenze von 14 Milliarden Euro steigen. Versicherungsfremde Leistungen Diese Steuermittel sind für so genannte versicherungsfremde Leistungen der Kassen vorgesehen, wie das Mutterschaftsgeld, verschiedene Leistungen während der Schwangerschaft sowie Krankengeld bei der Betreuung eines kranken Kindes. Für diese gesamtgesellschaftlichen Aufgaben sollen nicht mehr alleine die Beitragszahler aufkommen, diesbezügliche Steuererhöhungen hat die Bundesregierung für diese Legislaturperiode ausdrücklich ausgeschlossen. Der Verteilungsmodus Aus diesem großen Topf erhält jede Krankenkasse für jede Versicherte einen Pauschalbetrag sowie ergänzende Zu- und Abschläge, die vom Alter, Geschlecht und Krankheitheitsbild abhängig sind. Wenn eine Kasse gut gewirtschaftet und am Jahresende einen Überschuss erzielt hat, kann sie ihren Versicherten einen Teil des Beitrages zurückerstatten. Sollte sich die Kasse aber verkalkuliert haben und die Mittel aus dem Gesundheitsfonds nicht ausreichen, dann muss sie einen zusätzlichen Beitrag erheben. Allerdings darf dieser Zusatzbeitrag ein Prozent des beitragspflichtigen Einkommens nicht übersteigen. Diese so genannte Härtefallregelung greift aber erst, wenn sich der Zusatzbeitrag auf mehr als acht Euro beläuft. Ein einheitlicher Beitragssatz Ab dem 1. Januar 2009 gilt für alle gesetzlich Krankenversicherten auch der gleiche Beitragssatz. Wie hoch er sein wird, wird die Bundesregierung bis zum 1. November 2008 gesetzlich festlegen. Dabei muss gewährleistet sein, dass die durchschnittlichen Ausgaben der Krankenkassen vollständig gedeckt sind. Der Beitragssatz wird angepasst, wenn die Ausgaben der Kassen nicht mindestens zu 95 Prozent aus dem Gesundheitsfonds (inklusive Steuerzuschüsse) getragen werden. Die Reform betrifft nicht nur die gesetzlichen Krankenkassen, auch bei den privaten gibt es eine wichtige Neuerung: Ab dem 1. Januar 2009 müssen sie einen so genannten Basistarif anbieten, dessen Beitragssatz sich nur nach Alter und Geschlecht der Versicherten richten darf. Die privaten Krankenkassen dürfen hierbei niemanden ablehnen und auch keine Zuschläge, etwa für chronisch Kranke, erheben. Der monatliche Beitrag darf im Basistarif 500 Euro nicht überschreiten und muss dem Leistungsumfang der gesetzlichen Krankenversicherung entsprechen. Dieses Angebot ist vor allem für ehemalige Privatversicherte gedacht, die ihren Versicherungsschutz verloren haben. Bereits ab dem 1. Juli 2007 müssen die privaten Krankenkassen als Übergangslösung einen Standardtarif anbieten, für den die gleichen Bedingungen gelten. Eine "neue Ära in der Sozialgesetzgebung" Für Gesundheitsministerin Ulla Schmidt (SPD) bricht mit der Gesundheitsreform eine "neue Ära in der Sozialgesetzgebung" an, da sie im Gesundheitssystem mehr bewege als jede Reform zuvor. Die Veränderungen in den Strukturen, in der Organisation und in der Finanzierung der gesetzlichen Krankenversicherung sowie die Modifikationen in der privaten Krankenversicherung werden zu einem bisher nicht gekannten Wettstreit zugunsten der Patientinnen und Patienten führen. Neue Möglichkeiten Frau Schmidt hebt besonders hervor, dass diejenigen, die den Schutz ihrer Krankenversicherung verloren haben, wieder aufgenommen werden. Darüber hinaus würden die Patientinnen und Patienten von den neuen Leistungen profitieren und der medizinische Dienst könnte sein Budget sicherer kalkulieren, denn das Risiko einer zunehmenden Behandlungsbedürftigkeit trage in Zukunft die Krankenkassen. Der Gesundheitsfonds sorge dafür, dass die Versicherten in der gesetzlichen Krankenkasse gleich behandelt werden. Jeder Mensch sei für die Versicherung gleich wertvoll, egal wo er lebt, wie alt oder wie krank er ist. Der Fonds sorge präzise für einen Ausgleich dieser Risiken und die Kassen könnten sich darauf konzentrieren, die beste Versorgung ihrer Kunden zu gewährleisten. Die Krankenkassen sind allerdings gar nicht zufrieden: In einer gemeinsamen Pressemitteilung der Spitzenverbände der gesetzlichen Krankenkassen kritisieren sie, dass durch die Gesundheitsreform die anstehenden Probleme in der gesetzlichen Krankenversicherung nicht gelöst, sondern neue geschaffen würden. Insbesondere mit dem im Jahr 2009 geplanten Gesundheitsfonds und dem Einheitsbeitragssatz mit Zusatzprämie würden viele neue Probleme geschaffen, die in der geplanten Form erhebliche Gefahren für die Finanzierungs- und Versorgungssicherheit mit sich bringen würden. Der DGB beanstandet, dass es nicht gelungen sei, das Grundproblem der gesetzlichen Krankenversicherung in den Griff zu bekommen, denn die Einnahmeausfälle durch die hohe Arbeitslosigkeit und den Rückgang der sozialversicherten Beschäftigung werde durch die Reform nicht gestoppt. Im Gegenteil: Die Reform werde die finanzielle Krise der GKV noch verschärfen, wenn der Gesundheitsfonds die Kosten nicht auf Dauer decken wird. Diese Lücke belaste allein die Versicherten. Die Bundesärztekammer warnt davor, dass die Bundesregierung ihr Hauptziel, nämlich dauerhaft sichere Finanzgrundlagen zu schaffen, deutlich verfehlt habe. Prof. Dr. Jörg-Dietrich Hoppe, der Präsident der Bundesärztekammer, sagte zur Eröffnung des 110. Deutschen Ärztetages in Münster, dass durch die Finanzierung des Gesundheitsfonds kein zusätzlicher Euro in das System fließe: "Die begrenzten Mittel werden lediglich neu verteilt", kritisierte Hoppe. "Das ist keine vorausschauende Gesundheitspolitik. Das ist im Grunde eine Bankrotterklärung." Die Ärztinnen und Ärzte seien nicht länger bereit, die Unterfinanzierung in der gesetzlichen Krankenversicherung durch unbezahlte Arbeit zu kompensieren. Auch die deutsche Bevölkerung scheint skeptisch zu sein: Bei einer repräsentativen Umfrage von TNS Emnid im Auftrag des Verbands Forschender Arzneimittelhersteller (VFA) gaben 78 Prozent der Befragten an, sie glauben, dass die beschlossene Gesundheitsreform bis spätestens 2009 nachgebessert werden müsse. Cornelia Yzer, Hauptgeschäftsführerin des VFA, sagte: "Die politische Halbwertszeit der Gesundheitsreform scheint in der Tat kurz zu sein." Die Bürgerinnen und Bürger trauen einer Gesundheitsreform, die keine strukturellen Reformen anpackt, wenig zu. So müsse man sich wohl darauf einstellen, "dass der Nachbesserungsbedarf zum Dauerzustand in der Gesundheitspolitik wird".

  • Politik / WiSo / SoWi
  • Sekundarstufe I, Sekundarstufe II

Globales Lernen: Aids bedroht Jugendliche weltweit

Unterrichtseinheit

Diese Unterrichtseinheit zum Thema "Bedrohung durch Aids" bietet Arbeitsvorschläge und Projektideen, wie sich das Thema Aids unter einer ebenso globalen wie differenzierten Perspektive in den Unterricht einbinden lässt."Jugendliche unterschätzen die Gefahr von Aids" - Schlagzeilen wie diese weisen auf die große Sorglosigkeit und Unwissenheit deutscher Schülerinnen und Schüler beim Thema Aids hin. Trotz verschiedener Kampagnen, frei zugänglicher Informationen und allgegenwärtiger witziger Kondomwerbung ist Aids für die meisten Jugendlichen bei uns kein Thema: "Eine HIV-Infektion, das passiert mir doch nicht!" Darin unterschieden sie sich nicht von Gleichaltrigen in Osteuropa, Afrika oder in Asien. Wenn Aids Alltag ist Was bei uns ein riskantes Verhalten ist, wird zur tödlichen Gefahr in den Ländern, in denen 20 bis 50 Prozent der jungen Leuten das HI-Virus in sich tragen. In Südafrika kennt jeder einen Aids-Infizierten, am Wochenende ist man auf einer Beerdigung und fast jede Familie hat bereits Waisenkinder aus der Verwandtschaft aufgenommen - Aidswaisen. Die Jugendlichen dort müssen sich dem Problem HIV-Infektion stellen, wenn sie überleben wollen. Und auch uns kann es nicht gleichgültig sein, wenn sich alle sechs Sekunden jemand auf der Welt mit dem Aids-Virus ansteckt. Selbstständig recherchieren und präsentieren Der Artikel liefert Anregungen, wie das Thema Aids im Unterricht oder in Projekten aufgegriffen werden kann. Neben Methoden der Informationsrecherche werden dabei kreative Methoden der Ergebnispräsentation (Wandzeitung, Umfrage, ...) vermittelt. Durch selbstständiges Lernen in Kleingruppen sollen die Schülerinnen und Schüler ihre Sozial- und Planungskompetenzen ausbauen. Aids im Unterricht Die Ideen dieser Unterrichtsanregung zum Thema Aids wollen eine Brücke schlagen zwischen den Jugendlichen hier und den Jugendlichen in Afrika. Das südliche Afrika dient dabei als Beispiel für eine der weltweit am stärksten betroffenen Regionen. Die modular konzipierten Projektvorschläge bauen aufeinander auf, können aber auch einzeln im Unterricht eingesetzt und abgewandelt werden. Im Zentrum stehen die Fragen Was hat Aids mit mir zu tun? Warum ist Aids zu einer weltweiten Katastrophe geworden, wieso betrifft es einige Länder stärker als uns? Wie kann man als Kind oder Jugendlicher überhaupt für die Zukunft planen, wenn der Aids-Tod zum Alltag gehört? Was ist der beste Schutz vor Aids: Enthaltsamkeit, Kondome oder andere Mittel? Ablauf der Unterrichtseinheit "Aids bedroht Jugendliche weltweit" Die folgenden Seiten geben Aufschluss über die Durchführung der Unterrichtseinheit "Aids bedroht Jugendliche weltweit". Das Thema Aids im Unterricht Informationen zum Grundlagenteil und zu den einzelnen Unterrichtsmodulen. Ideen für den Einstieg Fallbeispiel, Zeitungsanalyse oder Kartenabfrage - Ideen für die Einführung des Themas. Themenschwerpunkte der Arbeitsgruppen Die Arbeitsvorschläge für die einzelnen Gruppen können modular eingesetzt und variiert werden. Fachkompetenz Die Schülerinnen und Schüler lernen wesentliche Fakten über Aids, die Infektionswege und Schutzmöglichkeiten kennen. werden sich der Ausmaße des Problems HIV/Aids weltweit bewusst und erkennen, dass Mädchen und Frauen weltweit am meisten von Aids betroffen sind. gewinnen Einblicke in die Alltagsprobleme von Kindern und Jugendlichen, die in einem Land im südlichen Afrika leben und von Aids besonders betroffen sind. setzen sich mit den verschiedenen Präventionsmöglichkeiten und den ihnen zu Grunde liegenden Wertentscheidungen auseinander. erkennen, dass Aids nicht nur ein Problem von "Randgruppen" ist. Medienkompetenz Die Schülerinnen und Schüler setzen das Internet als Medium zur Recherche ein. lernen Online-Ausgaben von Tageszeitungen und Fernsehsendern kennen und nutzen ihre Archive. vergleichen Medienberichte zum UNAIDS-Bericht und zum Welt-Aids-Tag. Politik, Biologie, Geographie oder Religion/Ethik In den Lehrplänen der unterschiedlichen Schulformen im Bereich der Sekundarstufe I gibt es zahlreiche Anknüpfungspunkte zum Thema Aids. Sowohl in Geografie (Probleme eines Entwicklungslandes), in Religion (Auseinandersetzung mit Sterben und Tod), Sozialkunde/Gemeinschaftskunde (Verantwortung für Mitmenschen), Ethik (Lebensgestaltung und Verantwortung) als auch in Biologie (Sexualkunde) hat das Thema seinen Platz. Fächerverbindender Unterricht oder Projektarbeit Die Auseinandersetzung mit Aids hat eine weltweite soziale und gesellschaftliche Dimension. Außerdem ist Aids ein Thema, das jeden Einzelnen persönlich betreffen kann - zum Beispiel bei der Partnerwahl. Aids ist daher kein einfaches Thema für den Unterricht. Über reine biologische Fakten hinaus geht es dabei um ethische Werte wie Verantwortung, Selbstbestimmung, Solidarität und um weltanschauliche Grundeinstellungen im Umgang mit Sexualität. Wegen dieser Vielschichtigkeit eignet sich das Thema gut für einen fächerübergreifenden Unterricht, für Projekttage oder Aktionswochen. Es ist aber selbstverständlich möglich, Aspekte der Unterrichtseinheit im fachgebundenen Unterricht zu behandeln - zum Beispiel in den Sozialwissenschaften oder in Religion. Basiswissen zu Aids Die verschiedenen Projektvorschläge zum Thema Aids gehen auf unterschiedliche Aspekte ein und ergänzen sich, sind allerdings auch einzeln im Unterricht einsetzbar. Ein biologisches Basiswissen zu Aids ist in der Klasse jedoch erforderlich, damit nicht "aus dem hohlen Bauch" heraus über Prävention oder Behandlungsmöglichkeiten gesprochen wird. Dieses Basiswissen kann im Rahmen einer der Projektgruppen erarbeitet werden, die nötigen Hinweise dazu finden sich im Projektvorschlag 1. Vielleicht ist dieses Grundlagenwissen jedoch bereits im Biologieunterricht oder einer Projektwoche erarbeitet worden und muss nur kurz aktualisiert werden. Bevor die Klasse oder die Arbeitsgruppen sich den anderen Projektthemen widmen, können Sachinformationen über Aids auch kurz vorangestellt werden: Per Referat von einer Arbeitsgruppe/einem Klassenmitglied, die/das sich sachkundig gemacht hat. Durch eine "klassische" Hausaufgabe der Einzelnen, deren Ergebnissen in der Klasse zusammengetragen werden. Von der Lehrkraft im Rahmen eines kurzen Vortrags. Unterrichtsschwerpunkt: Südliches Afrika Auch wenn die Aids-Pandemie ein Problem von globalem Ausmaß ist, ist es sinnvoll, an einem Ort genau hinzuschauen, um die Lage der Menschen an einem konkreten Beispiel kennen zu lernen und zu verstehen. Die Lösungsansätze, die die Betroffenen entwickelt haben, sehen in Osteuropa anders aus als in den Ländern Asiens oder Afrikas oder als bei uns. Aids betrifft alle Teile einer Gesellschaft. Lösungen können daher nur aus dieser Gesellschaft kommen und nicht von Experten am Tisch in irgendeiner westlichen Metropole entwickelt werden. Die folgenden Beispiele stammen deshalb vorwiegend aus Süd- und Zentralafrika, Regionen, die besonders stark von Aids betroffen sind. Global, aber differenziert betrachten Im Sinne des globalen Lernens ist es wichtig, ein differenziertes Bild der Ursachen und Auswirkungen von Aids zu entwickeln und die eigenen Erfahrungen der Schülerinnen und Schüler einzubeziehen. All zu leicht werden in der Aids-Berichterstattung Katastrophenszenarien entwickelt, die zu Abwehrreaktionen statt zu kritischer Auseinandersetzung und Solidarität führen. Mitbedacht werden müssen bei diesem Thema auch die Vorurteile, die aus Afrika ohnehin einen "Katastrophenkontinent" machen. Es wäre fatal, wenn das Ausmaß der Aids-Infektion nun zu einem weiteren Mosaikstein in diesem Bild würde, anstatt die Ursachen differenziert zu sehen und die beachtlichen Anstrengungen der afrikanischen Gemeinschaften zu würdigen, mit den anstehenden Problemen weiter zu leben. Schließlich unternehmen dort Nachbarschaftsgruppen, Aktionskreise oder Kirchengemeinden alles, um das soziale Zusammenleben und die Zukunft ihrer Gemeinschaft aufrechtzuerhalten. Internet bietet Aktualität und Bezug zur Lebenswelt Die Aids-Problematik entwickelt sich von Jahr zu Jahr weiter. Der Bezug zur Aktualität und die Hinweise auf die Arbeit von Initiativen und Organisationen können Jugendlichen den Bezug zu ihrer Lebenswelt verdeutlichen. Die verschiedenen Projektgruppen greifen daher auf Materialien und Berichte im Internet zurück. Dabei sollten sie einzelne Arbeitsblätter und Hintergrundinformationen, Statistiken oder Zeichnungen in neuen Zusammenhängen befragen. Genaue Angaben über die verantwortlichen Organisationen helfen Ihnen bei der Einordnung der Informationen. Insgesamt sollen sie lernen, die Angaben verschiedener Internetquellen zu vergleichen und Zielsetzungen zu erkennen. Ein persönlicher Bericht aus Deutschland Irene Müller erfuhr nach der Geburt ihres zweiten Kindes, dass sie HIV-positiv ist. Sie lebte von dem Vater ihrer Kinder getrennt und ihr neuer Partner hatte ihr seine Infektion verschwiegen. In der Broschüre "Aids hat viele Gesichter" der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BzgA) berichtet sie in einem Interview über ihr Leben mit der Infektion in einer süddeutschen Kleinstadt. 1996 starb sie an den Folgen ihrer Krankheit. Synchrone oder diachrone Vergleiche der Berichterstattung Zur Zeit der großen Weltaidskonferenzen (2002 in Durban, 2004 in Bangkok) häuften sich die Artikel über das Ausmaß der Aids-Pandemie und das Ausbleiben einer adäquaten Hilfe. Anlässlich des Weltaidstages am 1.Dezember 2004 wird in den Medien sicher wieder über Aids in der Welt berichtet. Im Unterricht bietet sich eine synchrone oder diachrone Untersuchung der Berichterstattung an: Haben sich die Schlagzeilen und Themenschwerpunkte in der Aids-Berichterstattung in den vergangenen Jahren geändert? Wie berichten verschiedene Zeitungen über ein Ereignis wie den UNAids-Bericht 2004? Welche Schlagzeilen gibt es, welche Bilder, was wird in den Mittelpunkt gestellt? Im Anhang finden Sie einige ausgewählte Berichte zum UNAids-Bericht 2004. Ältere Zeitungsartikel können die Schülerinnen und Schüler im Online-Archiv der jeweiligen Tageszeitungen und Zeitschriften oder über Suchmaschinen recherchieren. Brainstorming oder Schreibgespräch Zum Einstieg in das Thema sind auch Methoden der Moderationstechnik wie eine Kartenabfrage zu Aspekten wie "Bei Aids denke ich an..." oder "Aids in Afrika ist...". Eine weitere Möglichkeit ist das "stumme Schreibgespräch". Eingangsstatements könnten dabei Aussagen sein wie "Aids ist die schlimmste Krankheit, von der die Menschen betroffen sind" oder das provozierende Statement "Über Aids mache ich mir keine großen Sorgen". Wer die Schülerinnen und Schüler direkt beim Einstieg zu individuellen Stellungnahmen bewegen möchte, sollte allerdings bedenken, dass je nach "Klassenklima" oder Gruppendynamik bei einigen Jugendlichen Hemmschwellen vorhanden sind. Dieser persönliche Zugang zum Thema setzt sicherlich ein gutes Verhältnis zwischen den Jugendlichen und der Lehrkraft, aber auch innerhalb der Klasse, voraus. Internetadressen für die Informationsrecherche gibt es auf allen Arbeitsblättern und in der Rubrik "Externe Links" auf der Startseite des Artikels. Nicht nur Randgruppen sind betroffen Aids ist nicht nur ein Problem von Randgruppen, von Drogenabhängigen, Prostituierten oder so genannten "homosexuellen Abenteurern" - jeder Jugendliche muss damit rechnen, sich zu infizieren, wenn er oder sie sich nicht schützt. Der Weltaidstag 2004 hat die Situation von Frauen und Mädchen in den Mittelpunkt gestellt - und damit sind nicht nur diejenigen in Afrika oder Asien gemeint. Die Projektgruppe zu diesem Themenschwerpunkt informiert sich per Internet-Recherche über folgende Fragen: Was bedeuten die Begriffe Aids und HIV? Seit wann gibt es Aids? Wie stark ist Aids in der Welt verbreitet? Wie wird Aids übertragen? Wie wirkt eine Infektion mit dem HI-Virus im Körper? Welche Medikamente helfen Aids-Infizierten? Gibt es ein Heilmittel gegen Aids? Was kann ich im Kontakt mit HIV-Infizierten alles tun, ohne Angst vor Ansteckung? Präsentation der recherchierten Informationen Die Gruppe kann eine Wandzeitung mit selbst gezeichneten Comics und kurzen Statements zu Aids erstellen. In einem weiterführenden Schritt ist eine Umfrage zum Thema Aids möglich. Die Gruppe erarbeitet dafür einen kurzen Fragebogen, zum Beispiel mit dem Multiple choice-Verfahren, bei dem richtige und falsche Antworten vorgeben sind. Die Umfrage wird auf dem Schulhof oder in der Innenstadt durchgeführt. Das kann mit einem seriös aussehenden Fragebogen geschehen, aber auch witzig aufgemacht, mit richtigen und absurden Antworten - je nach Entscheidung der Arbeitsgruppe. Die Umfrageergebnisse werden dann per Wandzeitung oder in einem Beitrag auf der Schulhomepage präsentiert. Aids breitet sich weiter aus Die Zahl der HIV-Infektionen hat 2004 weltweit einen neuen Höchststand erreicht. Nach einer Studie der Vereinten Nationen und der Weltgesundheitsorganisation WHO leben weltweit fast 40 Millionen Menschen mit dem Aids-Virus. Allein 2004 starben mehr als drei Millionen Menschen an der Krankheit, heißt es in dem Bericht. Krisenregion Nummer eins ist nach wie vor das südliche Afrika. Aber auch in Asien und Osteuropa steigt die Zahl der Infektionen dramatisch - und auch in Deutschland gibt es Aids. Die Verbreitung der Krankheit in den Regionen der Welt unterscheidet sich jedoch stark. In Deutschland waren Ende 2003 rund 43.000 Menschen mit dem HI-Virus infiziert, also circa 0,05 Prozent der Bevölkerung, in Burundi ist jeder Fünfte HI-positiv ( 20 Prozent der Bevölkerung), in Botswana sogar jeder Dritte (33 Prozent der Bevölkerung). Ein Trend ist dabei deutlich zu erkennen: Fast die Hälfte der HIV-Infizierten weltweit sind nach Angaben der UNO inzwischen Frauen. Konkrete Beispiele vergleichen Die Schülerinnen und Schüler sollen sich mit der unterschiedlichen Verbreitung von Aids in der Welt auseinander setzen. Sie sollen die Probleme der einzelnen Länder bei der Bekämpfung der Pandemie erkennen und die einzelnen Strategien diskutieren. Es ist sinnvoll, diese Fragen an konkreten Beispielländern zu recherchieren. Auch wenn das südliche Afrika das weltweit am stärksten betroffene Gebiet ist, gilt es zwischen der Politik und den Maßnahmen der einzelnen Länder zu unterscheiden, um den Jugendlichen ein differenziertes Bild zu vermitteln. Präsentation der recherchierten Informationen Die Zahlen zu Aids sind so erschreckend, dass es einer kreativen Umsetzung bedarf, damit wir sie überhaupt wahrnehmen. Die Schülerinnen und Schüler können beispielsweise Pflastersteine auf dem Schulhof mit Kreide bemalen: Von hundert Steinen werden 33, also jeder Dritte rot bemalt - so hoch ist die Zahl der HIV-Infizierten in Botswana. Oder sie können eine Collage aus Köpfen erstellen, in der jede Dritte Person nur als dunkler Umriss zu erkennen ist. Auf der Internetseite der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung gibt es eine tickende Uhr die anzeigt, wie häufig sich weltweit ein Mensch mit Aids ansteckt. Vielleicht fallen Ihnen und der Arbeitsgruppe noch weitere Möglichkeiten einer kreativen Umsetzung der Statistiken ein. Weg von anonymen Zahlen Zahlen sagen nur wenig darüber aus, wie Kinder und Jugendliche mit der Bedrohung durch Aids leben, zum Beispiel im südlichen Afrika, dem Gebiet mit den weltweit höchsten Aids-Raten. Die Schülerinnen und Schüler setzen sich in dieser Arbeitsgruppe mit persönlichen Berichten und Lebensbeschreibungen von Kindern auseinander, die Eltern, Geschwister oder Freunde durch Aids verloren haben oder selbst mit Aids leben. Neben Materialien von Hilfsorganisationen wie dem Kinderaidsfonds oder Unicef bieten sich Jugendromane zum Thema an. "Das Rätsel des Feuers" von Henning Mankell oder "Township Blues" von Lutz van Dijk sind zwei empfehlenswerte Beispiele zu diesem Thema (mehr Informationen dazu unter "Unterrichtsmaterialien" in der Rubrik Zusatzinformationen auf der Startseite des Artikels). Verschiedene Arbeitsgruppen werten je eine der genannten unterschiedlichen Quellen aus. Folgende Aspekte stehen dabei im Vordergrund: Was bedeutet es für Kinder, wenn die Eltern oder Geschwister an Aids sterben? Welche Träume und Zukunftspläne haben diese Jugendlichen? Welches sind die Hauptprobleme, was Wohnen, Schule oder Ernährung angeht? Wo setzen Projekte von Hilfswerken an? Präsentation der recherchierten Informationen Die Möglichkeiten, die Ergebnisse der gesamten Klasse oder der Schulöffentlichkeit zu präsentieren, sind vielfältig. Sie reichen vom kreativen oder journalistischen Schreiben bis hin zur Wandzeitung. Eine Möglichkeit der Aufarbeitung ist es, selbst Kurzgeschichten über einen der porträtierten Jugendlichen zu schreiben. Die Arbeitsgruppe kann mit ausgewählten Geschichten eine Lesung veranstalten (auf einem Aktionstag). Ein Artikel in der Schülerzeitung ist für die Leser interessant, wenn dabei eines der von Aids betroffenen Kinder aus dem südlichen Afrika vorgestellt wird und die Erfahrungen der Arbeitsgruppe in der Auseinandersetzung mit Aids ein Thema sind. Im Rahmen einer Schreibwerkstatt können die Schülerinnen und Schüler eine eigene Geschichte schreiben. "Was ist mir wichtig im Leben?" "Was wäre, wenn jemand aus meiner Familie /meinem Freundeskreis sich infizieren würde?" Gibt es eine offene Atmosphäre in der Arbeitsgruppe, so sind Gespräche möglich: Was würde es für ein Kind in Deutschland bedeuten, wenn beide Eltern sterben? Was wäre gleich, was anders als in Afrika? Eine eher kognitive Art der Aufarbeitung steht im Vordergrund, wenn die Gruppe eine Wandzeitung mit einer Dokumentation über die Probleme und Lösungsmöglichkeiten rund um Aids in den Ländern des südlichen Afrika erstellt. Unterschiedliche Weltbilder Keiner muss Aids bekommen, der Schutz ist ganz einfach: "Man muss nur keinen Sex haben", sagen die Einen. "Man muss nur Kondome benutzen - Safer Sex ist angesagt!", sagen die Anderen. Und trotzdem steigt die Zahl der Jugendlichen, die sich infizieren. Weltweit! Wie muss eine erfolgreiche Aidsprävention aussehen? Unterschiedliche Organisationen engagieren sich im weltweiten Kampf gegen Aids: kirchliche Gruppen, Nicht-Regierungs-Organisationen (NRO), UNAIDS, die Aidshilfe... Sie haben nicht nur verschiedene Arbeitsschwerpunkte, sondern vertreten auch unterschiedliche Strategien in der Prävention. Die Auseinandersetzung mit diesen, auch weltanschaulich bedingten Unterschieden ist Teil dieser Gruppenarbeit. Abstinenz ... Die kirchlichen - katholische wie evangelische - Hilfswerke engagieren sich in der Aidsprävention auf der Grundlage der "ABC-Strategie". Dabei steht A für Abstinenz, B für "be faithfull"- also Treue zum Partner und C für "condom" (für diejenigen, die den christlichen Lebensstil nicht schaffen). Der Schwerpunkt der Kampagne liegt darin, den jungen Leuten Mut zum "Nein" zu machen, zum Recht, über ihren Körper zu verfügen. In Tansania wurde dazu die "Flotte der Hoffnung" entwickelt, auf die sich viele Materialien des Kinderaidsfonds beziehen. Besonders pointiert stellt Bischof Hubert Bucher von Bethlehem (Südafrika) in einem Hirtenbrief klar, dass "sicherer Sex" durch Kondome seiner Meinung nach ein Mythos ist, der zur raschen Verbreitung von Aids beiträgt. ... oder Safer Sex? Diese Meinung, die von etlichen afrikanischen Bischöfen geteilt wird, ist eine pointierte Gegenposition zur Safer Sex Kampagne, so wie sie von der Aidshilfe oder der BzgA unterstützt wird. UNICEF Namibia unterstützt dagegen zwei Kampagnen "My future is my choice" und "Take control". Die Schülerinnen und Schüler sollen die unterschiedlichen Strategien der Aids-Bekämpfung, ihre Wirksamkeit und ihre Wirkung auf Jugendliche diskutieren. Präsentation der recherchierten Informationen Die Klasse kann sich aufteilen und über die verschiedenen Strategien der Prävention informieren. Danach wird eine Podiumsdiskussion veranstaltet. Eventuell können einige Schülerinnen und Schüler im Rollenspiel die Positionen verschiedener Organisationen vertreten, während das Publikum kritisch nachfragt. Denkbar ist auch eine Collage zur Safer Sex Kampagne. Mit der Digitalkamera werden dafür Plakate, Kondom-Automaten oder -Läden aufgenommen. Eine weitere Möglichkeit sind Gesprächskreise (eventuell getrennt nach Jungen und Mädchen) zum Thema "My future is my choice". Sie verbinden die eigenen Erfahrungen der Jugendlichen mit den Informationen über Aids-Kampagnen in den Ländern des südlichen Afrika. Henning Mankell: Das Rätsel des Feuers Eine Erzählung von Sofia aus Mosambik, die damit konfrontiert wird, dass ihre Schwester Rosa sich mit AIDS infiziert. Das Buch gibt einen guten Einblick in das Denken und Handeln von Jugendlichen in einem afrikanischen Dorf, von ihren Träumen und Sorgen, der ersten Liebe und den Folgen, die AIDS für diese Gemeinschaft hat. (Jugendroman, ab 12 Jahre, Oetinger Verlag, 216 Seiten, 10,90 €) Lutz van Dijk: Township Blues Aids, Gewalt und Armut prägen die Lebensbedingungen von Jugendlichen in südafrikanischen Townships. Mit Respekt und Wärme erzählt dieses Jugendbuch von der 14-jährigen Thina, die nach einer Vergewaltigung durch andere Jugendliche HIV positiv ist und ihrem Freund Thabang, dessen Mutter gerade an Aids gestorben ist. (Jugendroman, ab 14 Jahre, Bertelsmann TB, München 2003, 5,90 €; kostenlos zu beziehen bei der Landeszentrale für politische Bildung NRW)

  • Politik / WiSo / SoWi / Religion / Ethik
  • Sekundarstufe I, Sekundarstufe II

Gesund und fit – eine Projektwoche

Unterrichtseinheit

Die Projektwoche "Gesund und fit" greift die grundlegenden Erfahrungen der Grundschulkinder mit ihrer Ernährung auf. Ein handlungsorientiertes Rahmenprogramm soll das Interesse an gesunder Ernährung und sinnvoller Bewegung fördern.Für die gesunde körperliche und geistige Entwicklung und die Leistungsfähigkeit von Kindern sind ausgewogene, abwechslungsreiche Ernährung und ausreichende Bewegung maßgebend. Die Voraussetzung dafür ist die Entwicklung von Ernährungsbewusstsein im Kindesalter. Das geschieht zuallererst natürlich in der Familie, doch mit zunehmendem Alter der Kinder muss Ernährungsbildung auch in Kindergarten und Schule thematisiert werden. Diese Unterrichtseinheit enthält Inhalte zu Nahrung und Nährstoffen, Sport und Gesundheit und leitet zur Informationsbeschaffung auf einschlägigen kindgerechten Webseiten an. Anregungen für eine Projektwoche: Programm für die ganze Schule Es bietet sich an, die erarbeiteten Inhalte durch handlungsorientierte Unterrichtseinheiten zu Ernährung und Bewegung zu vertiefen. So kann zum Beispiel das Programm für eine fächerübergreifende Projektwoche entstehen, an der die ganze Schule teilnimmt. Es ist möglich, den verschiedenen Altersstufen dabei unterschiedliche Aufgaben zu stellen. Projekttag "Gesund und bunt" Altersgerechte Aufgaben Der Projekttag "Gesund und bunt" dreht sich um das Thema gesunde Pausenverpflegung. Die Schülerinnen und Schüler durchlaufen insgesamt vier Stationen von jeweils 40 Minuten Dauer. Die Aufgaben sind in zwei Schwierigkeitsgrade für die Jahrgangsstufen 1./2. und 3./4. unterteilt. Station 1: Obst- und Gemüse-Parcours Schülerinnen und Schüler der 3. und 4. Klasse müssen bei einem Parcours in der Turnhalle verschiedene Bewegungsaufgaben (Langbank, Bock, Kasten, Reifen, Seile) bewältigen. Dabei ordnen sie Bilder von Obst und Gemüse auf vorbereiteten Plakaten ihren Namen zu. Die Kinder spielen in zwei Gruppen gegeneinander auf Zeit. Kinder der ersten beiden Jahrgangsstufen absolvieren verschiedene Übungen und angeln dabei Bilder von Obst und Gemüse, die sie in verschiedene Körbe einsortieren. Station 2: Ernährungsquiz Wie beim Kinder-Fernseh-Quiz "1, 2 oder 3" werden Schülerinnen und Schülern der 3. und 4. Klasse Fragen mit drei Antwortmöglichkeiten gestellt. Fragen und mögliche Lösungen werden mit dem Tageslichtprojektor oder Beamer an die Wand geworfen. Die Kinder wählen dann ein Plakat mit der Zahl 1, 2 oder 3, neben dem sie sich aufstellen. Für richtige Antworten gibt es ein Kreuz auf einem Umhängeschildchen. Kinder in der 1. und 2. Klasse beantworten alternativ Fragen zu Texten, die ihnen vorher vorgelesen werden. Station 3: Frucht im Becher Die Kinder erfahren Wissenswertes über den Zucker- und Fruchtgehalt von Getränken. Wie viel sollte man trinken? Worauf sollte man bei der Getränkeauswahl achten? Es werden Geschmacksproben von reinem Orangensaft, Orangennektar und Fruchtsaftgetränk mit Orangengeschmack angeboten: Was schmeckt besser? Die jüngeren Kinder können alternativ raten, wie viel Zucker jeweils in den Getränken enthalten ist und dementsprechend Zuckerstücke daneben stapeln. Station 4: Das kommt mir nicht in die Tüte! Bei dieser Station lernen die Kinder die Ernährungspyramide kennen. Anschließend ordnen sie selbst Nahrungsmittelbilder den Pyramidenstufen zu. Sie erfahren, dass Nahrungsmittel aus der Pyramidenspitze nicht in die Pausentüte kommen sollten. Abschließend bereiten die Kinder selbst ein gesundes Pausenbrot zu. Alle Zutaten wie Vollkornbrot, Quark, Käse und rohes Gemüse werden bereitgestellt. Statt der komplexen Nahrungspyramide können die Klassen 1 und 2 das Ampelsystem für gesundes Essen kennenlernen. Außerdem kann hier die sinnliche Erfahrung geschult werden: Mit verbundenen Augen lernen die Kinder, verschiedene Obst- und Gemüsesorten durch Fühlen oder am Geschmack zu erkennen. Projektarbeiten in den einzelnen Klassen Für die weitere Ausgestaltung der Projektwoche bieten sich folgende Ideen an: Werkbetrachtung: Gemüsebilder von Giuseppe Arcimboldo nachgestalten mit Obst- und Gemüse, gemalt oder ausgeschnitten als Collage aus Zeitschriften dreidimensionale Früchte aus buntem Papier basteln, zum Beispiel als Tischdekoration (siehe Bilder im Download-Ordner dieser Einheit) Bearbeitung von interaktiven Übungen zum Thema Obst und Gemüse Plakate "Nahrung ist bunt": Collagen mit bunten Nahrungsmittelbildern aus Supermarkt-Prospekten, zum Beispiel als Dekoration für die Aula Erarbeitung von Tischmanieren und -sitten Bewegungsspiele auf dem Schulhof und in der Turnhalle Vorbereitung eines Buffets unter dem Motto "Gesund und bunt" oder gemeinsame Kochshow (gegebenenfalls mit Unterstützung von Köchen oder Eltern) Gestaltung eines Abschlussfestes Fachkompetenz Sachunterricht Die Schülerinnen und Schüler nehmen ihre eigenen Ess- und Trinkgewohnheiten bewusst wahr. entwickeln ein zunehmendes Bewusstsein für den Einfluss der Ernährung auf ihre geistige und körperliche Leistungsfähigkeit. erkennen, dass Nahrungsmittel unterschiedlich zusammengesetzt sind. lernen anhand des Ernährungskreises oder der Ernährungspyramide, welche Lebensmittelgruppen zu einer ausgewogenen Ernährung gehören. zählen Nahrungsmittel auf, die für ihre tägliche Ernährung wichtig sind. lernen anhand von Tabellen den Nährstoffgehalt ausgewählter Lebensmittel kennen. erkennen, dass sie täglich verschiedene Lebensmittel brauchen, um sich ausgewogen zu ernähren. ordnen Lebensmittel den entsprechenden Bereichen im Ernährungskreis oder der Ernährungspyramide zu. lernen, welche Lebensmittel sie nur selten und in kleinen Portionen zu sich nehmen sollten. wissen, welche Lebensmittel reichlich und welche sparsam gegessen werden. setzen verschiedene Sinne gezielt ein, um Lebensmittel kennen zu lernen (Tasten, Sehen, Schmecken). lernen die Vielfalt von Nahrungsmitteln kennen. können erklären, warum Trinken lebenswichtig ist. wissen, welche Getränke als Durstlöscher geeignet sind. Deutsch Die Schülerinnen und Schüler sammeln Informationen, ordnen diese und geben sie zielgerichtet weiter. können erklären, dass abwechslungsreiche Ernährung ihren Körper mit allen notwendigen Nährstoffen versorgt. begründen, warum fett- und zuckerreiche Lebensmittel ungesund sein können. stellen Regeln für eine ausgewogene Ernährung auf. lernen bedeutsame Ernährungsregeln kennen und zählen sie auf. benennen nährstoffreiche und nährstoffarme Lebensmittel. Sport Die Schülerinnen und Schüler erkennen und begründen, warum Bewegung wichtig ist, um fit zu bleiben. lernen die Bedeutung von Bewegung für ihre Gesundheit kennen. beteiligen zielgerichtet an Bewegungsspielen. Medienkompetenz Die Schülerinnen und Schüler beherrschen Grundkenntnisse im Umgang mit dem Computer. erledigen Arbeitsaufträge im Internet. Sozialkompetenz Die Schülerinnen und Schüler kommunizieren mit den anderen Kindern angemessen. arbeiten selbstständig oder konstruktiv mit anderen Kindern zusammen.

  • Biologie / Ernährung und Gesundheit / Natur und Umwelt / Sport / Bewegung
  • Primarstufe

Schulprojekt "Mehr bewegen – besser essen"

Unterrichtseinheit

Als Projekttag für Grundschulen konzipiert, steht beim Projekt "Mehr bewegen – besser essen" der Themenkomplex "Ernährung, Bewegung, Verantwortung" im Fokus. Auf diese Weise sollen die Kinder ermuntert und befähigt werden, auf sich selbst, eine vernünftige Ernährung und auch auf die Umwelt zu achten.In der heutigen oft schnelllebigen Gesellschaft ist es wichtig, schon frühzeitig ein Bewusstsein für gesunde und abwechslungsreiche Ernährung zu schaffen. Fehlen im häuslichen Umfeld die Vorbilder, ist es von großer Bedeutung, Kindern Alternativen aufzuzeigen und sie für eine bewusste Ernährung zu begeistern. Genau hier setzt das Projekt "Mehr bewegen - besser essen" an. Es regt Grundschulkinder der 3. und 4. Klasse dazu an, sich theoretisch und praktisch mit Ernährung, Essen und dem eigenen Wohlbefinden auseinanderzusetzen. Durch das Erkennen von Zusammenhängen sollen die Schülerinnen und Schüler ein Bewusstsein für gesündere Ernährung entwickeln. Mit Unterstützung von Fachexperten entwickelt In intensiver Zusammenarbeit mit Fachleuten wie Grundschullehrkräften, Expertinnen und Experten des Edeka Ernährungsservice sowie der Naturschutzorganisation WWF (Word Wide Fund For Nature) entwickelte die Edeka Stiftung das Projekt "Mehr bewegen - besser essen" und das damit einhergehende umfassende Maßnahmenpaket zur kindgerechten Wissensvermittlung rund um das Themendreieck Ernährung, Bewegung und Verantwortung. Dieses wird den Kindern durch geschulte Mitarbeiter der Edeka Stiftung und mithilfe verschiedenster Lehrmaterialien auf interaktive Weise nahegebracht. Themenkomplexe Ernährung, Bewegung und Verantwortung Ab acht beziehungsweise neun Jahren lernen Jungen und Mädchen zunehmend die Orientierung in unserer Welt. Das Ich-Bewusstsein wächst und ebenso wachsen die Kompetenzen, sich mit der unmittelbaren Lebensumgebung auch kritisch auseinanderzusetzen. Genau das richtige Alter, um Schülerinnen und Schülern der 3. und 4. Klassen die Themen Ernährung, Bewegung und Verantwortung näherzubringen. So kann das Projekt als Ergänzung oder Türöffner für die entsprechenden Themenkomplexe im Fachunterricht betrachtet werden. Inhalte und Ablauf des Projekttages Der Projekttag "Mehr bewegen - besser essen" gliedert sich in die drei Themenschwerpunkte Ernährung, Bewegung und Verantwortung. Inhalte und Ablauf werden hier vorgestellt. Materialien zur Lernvertiefung und Hintergrundinfos Damit das vermittelte Wissen am Ende eines Projekttages nicht im Klassenraum bleibt, wurde neben einem vertiefenden Arbeitsheft ein interaktives, digitales Lernspiel entwickelt. Die Schülerinnen und Schüler setzen sich theoretisch und praktisch mit Ernährung, Essen und dem eigenen Wohlbefinden auseinander. entwickeln durch das Erkennen von Zusammenhängen ein Bewusstsein für gesündere Ernährung. erleben im handlungsorientierten Bewegungsmodul die Freude an der Bewegung. lernen wichtige gesundheitsrelevante Aspekte körperlicher Aktivität kennen. werden dazu angehalten, Sport in ihren Alltag zu integrieren. werden ermuntern, auch für ihre Umwelt ein Stück Verantwortung zu übernehmen. erhalten am Beispiel "Nachhaltige Fischerei" Denkanstöße und werden in ihrer Meinungsbildung gefördert. Selbstverständlich legen die Schulen in Abstimmung mit der EDEKA Stiftung das Datum für ihren Projekttag fest, um ihn möglichst sinnvoll mit dem schulischen Unterricht koordinieren zu können. Ebenso benennen die teilnehmenden Schulen individuell "ihre" Klasse. Auf Wunsch sind auch spezielle inhaltliche Modifizierungen möglich. Interessierte Grundschullehrkräfte können sich jährlich von September bis Februar bewerben . Hintergrund Die EDEKA Stiftung widmet sich seit Jahrzehnten gemeinnützigen Zwecken. Seit ihrer Gründung unterstützt die Stiftung bedürftige Menschen und Einrichtungen mit einmaligen oder auch laufenden Zahlungen. Die Finanzierung erfolgt im Wesentlichen aus Spenden des Edeka-Verbunds und von Dritten. Seit 2008 liegt ein besonderer Schwerpunkt der Stiftungsarbeit auf der Initiative "Aus Liebe zum Nachwuchs" mit den Projekten "Gemüsebeete für Kids" für Vorschulkinder und "Mehr bewegen - besser essen", das sich an Grundschulkinder wendet. Das Projekt "Mehr bewegen - besser essen" ist Teil von "IN FORM - Deutschlands Initiative für gesunde Ernährung und mehr Bewegung". Diese wird getragen durch die Bundesministerien für Ernährung und Landwirtschaft sowie für Gesundheit. Bewusstsein für die eigenen Möglichkeiten stärken Im Themenschwerpunkt "Ernährung" geht es darum, das Bewusstsein der Kinder für die eigenen Möglichkeiten zu stärken. Ob ständig genascht oder auch mal zum Apfel gegriffen wird, ob nur Pommes oder auch frisches Gemüse auf den Teller kommen - in diesem Rahmen können Schulkinder Entscheidungen treffen. Das Nachdenken und Philosophieren über "Was tut mir gut" soll deshalb schon früh initiiert und gefördert werden. Praktische Auseinandersetzung mit Lebensmitteln Beim Projekttag "Mehr bewegen - besser essen" spielt die praktische, der kindlichen Erlebniswelt angepasste Auseinandersetzung mit Lebensmitteln und ihrer Erzeugung eine entscheidende Rolle. Gemeinsam kochen und essen, Ernährungstheorie, der Weg der Nahrung durch den Körper und eine Portion Tisch- und Esskultur stehen auf dem abwechslungsreichen Stundenplan zum Thema Ernährung - und machen Appetit auf mehr. Die meisten Kinder bewegen sich zu wenig Kinder bewegt vieles - aber die meisten bewegen sich inzwischen viel zu wenig. Schade, denn Bewegung ist ein angeborenes Grundbedürfnis. Sich mal so richtig auszutoben, dieser Drang steckt wohl in jedem Kind. Doch viel zu häufig bleiben die Jungen und Mädchen stattdessen vor dem PC oder dem Fernseher sitzen. Kinder, die sich nicht genug bewegen, haben Muskel- und Haltungsschwächen. Sie leiden unter Koordinationsstörungen, ihre Wahrnehmungsfähigkeit ist beeinträchtigt, was zum Beispiel die Orientierung im Raum erschwert. Freude an Bewegung vermitteln Dabei ist bekannt, dass Bewegung Stress abbaut und Einfluss auf die Entwicklung der kognitiven Fähigkeiten hat. Am Projekttag geht es aber in erster Linie darum, Freude an der Bewegung zu vermitteln. In der aktiven Bewegungseinheit steht das gemeinsame Erlebnis im Vordergrund, gleichzeitig werden spielerisch verschiedene motorische Fähigkeiten angesprochen. Zusammen rennen, hüpfen, Einsatz zeigen, den Körper spüren und merken: "Das fühlt sich gut an." Ziel ist es, den Kindern Anregungen und Motivation zu vermitteln, regelmäßig Bewegung ins Spiel zu bringen. Kinder machen sich Gedanken über die Umwelt Kinder machen sich Gedanken über die Welt und haben durchaus ihre eigenen, oft überraschenden Ansichten dazu. Eine repräsentative Umfrage (Quelle: Eltern family, 2010) unter Kindern von neun bis zwölf Jahren kommt beispielsweise zu dem Ergebnis, dass 65 Prozent der Schülerinnen und Schüler Angst vor der Zerstörung der Umwelt haben. Aber sie tun auch etwas dagegen in ihrem Alltag. Dieses Interesse und den Tatendrang der Kinder gilt es zu bestärken und zu fördern. Bewusstsein für die Eigenverantwortung fördern Zusammen mit dem World Wide Fund For Nature (WWF) wurde der Themenschwerpunkt "Verantwortung" entwickelt. Er zielt darauf ab, im altersgemäßen Rahmen das Bewusstsein für die Eigenverantwortung und die wachsende Verantwortung im gesellschaftlichen Kontext zu fördern. Der respektvolle und nachhaltige Umgang mit unserer Umwelt und deren Ressourcen steht dabei im Vordergrund, beispielhaft dargestellt an den Themen "Gefährdung der Meere" und "Nachhaltige Fischerei". Denn ein adäquates und bewusstes Konsumverhalten jedes Einzelnen ist aktiver Umweltschutz für unseren größten Nahrungsmittellieferanten: die Natur. Arbeitsheft Am Projekttag erhält jedes Kind ein Arbeitsheft, in dem die Themen mit unterschiedlichen didaktischen Mitteln aufbereitet und vertieft werden. Ein Heft, das den Selbstlernprozess unterstützt und zugleich den Lehrerinnen und Lehrern Material für den Unterricht zur Verfügung stellt. Immer neue Anstöße sorgen dafür, dass das Thema nie langweilig wird und präsent bleibt. Interaktives Lernspiel und Animationsfilm Um die Freude am Lernen zu fördern und zur wiederholenden Auseinandersetzung mit dem Thema Ernährung anzuregen, stehen in der Mediathek auf der Homepage der EDEKA Stiftung das interaktive Lernspiel "Die Jagd nach dem Feueropal" - eine aufregende Reise durch den menschlichen Körper - sowie ein Animationsfilm für die Schülerinnen und Schüler zum Download bereit. Während der verschiedenen Stationen des Spiels können die Kinder ihre eigenen Themenschwerpunkte setzen und ihr Wissen erweitern, im individuellen Tempo und zu Hause. "Aus Liebe zum Nachwuchs." ist eine Initiative und zugleich Programm für das soziale Engagement der EDEKA Stiftung. Das Projekt "Gemüsebeete für Kids." stattet seit 2008 deutschlandweit Kindertagesstätten (Kitas) und Kindergärten mit modularen Hochbeeten, Erde, Saatgut, Setzlingen und begleitendem Lernmaterial aus. Die Idee dahinter: Wenn schon kleine Kinder ihr eigenes Gemüse großziehen und ernten, verändert das ihre Einstellung zu Lebensmitteln und verbessert nachhaltig ihre Ernährungsgewohnheiten. Die hohe Akzeptanz der Aktion, die Freude der Kinder sowie die großen und kleinen Erfolge haben die Stiftung "Aus Liebe zum Nachwuchs." bewogen, den nächsten, folgerichtigen Schritt zu tun. Mit einem neuen, altersgemäßen Konzept sollen nun Grundschulkinder für eine ausgewogene Ernährung, ausreichende Bewegung und die Verantwortung für sich selbst und ihre Umwelt sensibilisiert werden. Für die EDEKA Stiftung eine echte Herzensangelegenheit. Gerade der respektvolle Umgang mit den natürlichen Ressourcen und wertvollen Lebensmitteln kann nicht früh genug geübt werden.

  • Biologie / Ernährung und Gesundheit / Natur und Umwelt / Sport / Bewegung
  • Primarstufe