Bleiben Sie neugierig: Entdecken Sie unsere Fachartikel zu praxisnahen Themen und lernen Sie neue Methoden und Werkzeuge kennen, um die täglichen Herausforderungen im Schulalltag zu meistern. 

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DIE SPRACHZEITUNG – Lernen mit dem Original

Fachartikel

Die Sprachzeitung ist mit der Veröffentlichung ihres monatlichen Pressespiegels in den Sprachen Englisch, Französisch, Spanisch und Deutsch als Fremdsprache einzigartig als Medium im Fremdsprachen-Unterricht. Mit topaktuellen Themen begeistern und informieren Sie sich und Ihre Schüler. Ergänzend oder auch alternativ zum Schulbuch! Noch dazu sehr günstig im Jahresabo oder Sammelabo, denn topaktueller Unterricht muss nicht teuer sein.

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Die App "TikTok": Wissenswertes für Lehrkräfte

Fachartikel / Video-Tutorial
5,99 €

Dieser Fachartikel mit Erklärvideo zur bei Kindern und Jugendlichen sehr beliebten App "TikTok" erläutert Lehrkräften deren Funktionen und Risiken und gibt konkrete Hinweise für die Behandlung des Themas im Unterricht. Die App "TikTok" im Überblick Was ist TikTok? TikTok ist ein chinesisches Video-Portal für Musikvideos und andere kurze Videoclips, welches zusätzlich Funktionen eines sozialen Netzwerks anbietet und seit 2019 auch Werbeplätze verkauft. Im Jahr 2019 gehörte TikTok zu den sich am schnellsten verbreitenden mobilen Apps der Welt (fast 1 Milliarde User) und war die führende Kurzvideo-Plattform in Asien mit der weltweit größten Playbackvideo-Community. Aktuell beliebteste App bei Kindern und Jugendlichen Wenn zwei oder mehr Schülerinnen und Schüler in der Pause den Kopf über einem Smartphone zusammenstecken, steckt immer öfter die Video-App "TikTok" dahinter. Unter Kindern und Jugendlichen ist derzeit keine App beliebter, alleine in Deutschland nutzen sie rund 5 Millionen Personen. TikTok ist optimal auf die Bedürfnisse von Heranwachsenden ausgerichtet und verspricht eine unterhaltsame Form der Selbstdarstellung und -findung. Mit ein paar guten Ideen verwandelt sich der schüchterne Außenseiter zum tausendfach geklickten Video-Star. Gestylt, verkleidet oder besonders geschminkt tanzen sich halbwüchsige Teenager zu topaktuellen Songs durch ihr Kinderzimmer. Es wird geliked und kommentiert, wie in anderen sozialen Diensten auch. Der manchmal langweilige Alltag wird durch lustige und unterhaltsame Videos bunter und der Rollentausch eröffnet Kindern und Jugendlichen das Erkennen neuer Aspekte der eigenen Persönlichkeit. Und so funktioniert es: Die Generation, die quasi mit dem Smartphone vor Augen aufgewachsen ist und alle Funktionen des Minicomputers beherrscht, dreht mit TikTok Kurzfilme und teilt diese mit anderen im Netz. Statements, Empfehlungen, Film-Episoden oder Musical-Einlagen sind schnell erstellt und mit TikTok noch schneller geteilt. Es geht um Videos, real short Videos, die mit Musik unterlegt sind und durch verschiedene Effekte bearbeitet werden können. Sie sind unterhaltsam, oft albern und amüsant. Besonders wichtig sind bei TikTok die Reaktionen der anderen. Kinder und Jugendliche wollen gemocht, gesehen und anerkannt werden. Wer steckt hinter der Mega-App? Das chinesische Unternehmen Byte Dance hat den Vorgänger musical.ly 2017 erworben und zu TikTok erweitert. Die App basiert auf künstlicher Intelligenz und zeigt dem jeweiligen User genau die Videos, die ihm vermutlich am besten gefallen. Sie soll sich natürlich monetarisieren, und so werden seit Herbst 2019 Einnahmen durch eingeblendete Video-Werbung generiert. Viele Marken-Unternehmen sind bereits Kunde und nutzen die Reichweite von TikTok für ihr Business. Dagegen ist zunächst einmal nichts einzuwenden, denn auch YouTube oder Facebook funktionieren genau nach dem gleichen Prinzip. Doch es gibt eine ganze Reihe von Fragen, die TikTok aufwirft. Die Schattenseiten von TikTok Die häufigsten Vorwürfe im Überblick Singende und tanzende Jugendliche sind ganz sicherlich kein Grund, eine App zu verbieten. Lustige Videos, gut gelaunte Heranwachsende und unterhaltsame Kurzbotschaften von Prominenten, aber auch nachgespielte Filmszenen und Zaubertricks sind eine amüsante Art, seine Zeit zu verbringen. Doch die Kritik an TikTok wird lauter. Die häufigsten Vorwürfe sind: TikTok kommt aus einem autoritären Regime und alle Nutzerinnen und Nutzer unterstützen durch die Verwendung autoritäre Werte. Der Jugendschutz ist nur ein "oberflächliches Feigenblatt", das Kinder und Jugendliche keineswegs schützt, sondern eher in Gefahr bringt. Das Zensurverhalten von TikTok ist kritikwürdig. Die Plattform veröffentlicht Videos nach ökonomischen Zielen und staatlichen Vorgaben, sie grenzt politische Videos oder Minderheiten wie Behinderte aus. Das mehrstufige Kontrollsystem erlaubt den Usern oft nicht zu erkennen, ob ihr Video ausgestrahlt oder zurückgehalten wird. Videos können kommentarlos gelöscht werden. Immer wieder kommt auch die Vermutung auf, dass Daten für Überwachungszwecke über die App direkt nach China geschickt werden. TikTok enthält seit 2019 gezielte Werbung und In-App Verkäufe. Besonders Kinder erkennen oft den Unterschied zwischen einem privaten Video und Werbung nicht. Hate Speech (Hass-Kommentare) und Mobbing können Kinder und Jugendliche verstören. TikTok sammelt möglicherweise Daten für China Wie viele andere Apps auch verlangt TikTok bei der Installation den Zugriff auf verschiedenste Funktionen des Smartphones. So wird beispielsweise das Fotoalbum gescannt, auf den Standort, die Kamera, das Mikrofon und andere Dateien zugegriffen und immer wieder kommt die Befürchtung auf, dass alle Daten auf chinesischen Servern gespeichert werden. Schülerinnen und Schüler können sich folgendermaßen schützen: Profil auf "privat" stellen: Nur genehmigte Personen können die Videos sehen. Nachrichten und Kommentare sollten auch nur für befreundete Nutzerinnen und Nutzer freigeschaltet werden. Speicher-Optionen sollten deaktiviert werden, damit eigene Videos nicht von jedem heruntergeladen und weiterverbreitet werden können. Merkwürdige Videos können und sollten gemeldet werden Viele Videos zeigen Kinder, die jünger als 13 Jahre alt sind. Diese stellen eine große Gefahr dar, weil sie pädophile Nutzerinnen und Nutzer anziehen. Wer anzügliche Kommentare oder Aufforderungen erhält, kann sich beim Betreiber melden. Auch kritische Videos können gemeldet werden, sodass der Betreiber sie blockieren kann. Es gibt allerdings keine Garantie, dass Nutzerinnen und Nutzer mit kriminellen Absichten nicht gleich wieder einen neuen Account eröffnen. Hinzu kommt: Alle sozialen Dienste oder Apps unterliegen einem ständigen, schnellen Wandel. Alte Funktionen werden verändert oder abgestellt, neue kommen hinzu oder es entstehen gleich vollkommen neue Apps. Wer nicht regelmäßig kontrolliert, welche Änderungen die Betreiber vorgenommen haben, wiegt sich leicht in falscher Sicherheit. Tipps für die Behandlung des Themas "TikTok" im Unterricht Unterrichtsvorschläge Hier einige Vorschläge, wie Lehrkräfte die App "TikTok" im Unterricht mit ihren Schülerinnen und Schülern besprechen können (altersabhängig, da erst ab 13 Jahren erlaubt): vorhandene TikTok-Accounts zusammen ansehen und besprechen, dabei auch die Sicherheitseinstellungen prüfen; Fehler oder Sicherheitslücken suchen lassen gemeinsam mit der Klasse einen Account (auf den Namen der Lehrkraft) für TikTok erstellen und ein Video drehen und hochladen (Vorsicht: Datenschutz beachten!). Um keine Personen zu zeigen, kann ein Video mit Spielfiguren gedreht werden. alle denkbaren negativen Folgen sammeln und besprechen; in diesem Zusammenhang auf Cybergrooming, Sexting, Pädophilie und Datenmissbrauch hinweisen Erklär-Video zur App "TikTok" Dieses Video können Lehrkräfte zur Einführung in das Unterrichtsthema "TikTok" nutzen:

  • Kunst / Kultur / Fächerübergreifend

Populismus als Phänomen der Netz- und Jugendkultur

Fachartikel
5,99 €

In diesem Fachartikel zum Thema Populismus als Phänomen der Netz- und Jugendkultur erklärt Dr. Frederik Weinert, wie sich Rassismus und Beleidigungen in den Schulalltag einschleichen. Vor allem in WhatsApp-Gruppen entwickelt sich schnell eine gefährliche Eigendynamik. Warum Populismus im Netz? Mutproben wie Selfies auf Bahngleisen und gefilmte Schlägereien sind seit Jahren Bestandteil der digitalen Kindheit. Horrorclowns und Gewaltvideos stürzen wasserfallartig in das Kinderzimmer, das schon lange kein geschützter Raum mehr ist (vergleiche Weinert 2019: 31). Kinder, die zu ihrer sozialen Gruppe dazugehören wollen, schauen sich diese schockierenden Inhalte bis zum Ende an und leiten sie an Klassenkameradinnen und -kameraden weiter. Schnell wird klar: Wer cool sein will, muss Grenzen überschreiten. Das gilt auch für politische Ansichten. Flüchtlingskrise, Holocaust und Adolf Hitler – all das sind Themen, über die wir in Deutschland lieber mit Bedacht sprechen sollten. Die Regeln der politischen Korrektheit sollten eingehalten werden, denn ansonsten kommt es zum Skandal. Allerdings wissen sowohl Kinder als auch Erwachsene, dass verbotene Früchte besonders süß schmecken. In einer polarisierten Gesellschaft ist derjenige, der polarisiert, auch medial präsent. Das führt Prominente sowie Politikerinnen und Politiker in Versuchung, Normen zu brechen. Die Comedy-Branche als Vorbild Populismus hat das Ziel, die Gunst der Massen zu gewinnen. Politikerinnen und Politiker sprechen das aus, was Wählerstimmen bringt. Deutschlands bekannteste Komiker überspitzen gerne die politische Lage, auch wenn der Humor vielleicht nicht immer politisch korrekt ist. Entscheidend ist, dass das Publikum lacht. Nazi-Witze und Anspielungen auf das Dritte Reich sind plötzlich salonfähig, das zeigt regelmäßig auch die heute show im ZDF. Aufgrund der eigenen Nazi-Vergangenheit sind die Deutschen sehr vorsichtig, was sie sagen dürfen – und was nicht! Beinahe wohltuend scheint es dann zu sein, wenn Kabarettisten und Komiker über die Stränge schlagen. "Der Humor ist der Regenschirm der Weisen", sagte nämlich einst schon Erich Kästner. Das bedeutet: Humor ist eine der subklinischen Arten, schlimme Ereignisse zu verarbeiten. Doch wie viel Humor ist eigentlich erlaubt? Bülent Ceylan ist ein bekannter Vertreter der so genannten Ethno-Comedy. Ceylan kokettiert mit deutschen und türkischen Stereotypen, ohne das wirklich böse zu meinen. Auf YouTube kursiert ein Video, das Ceylan bei einer Hitler-Parodie zeigt. "Hipp, hipp", ruft er. Das Publikum ergänzt unisono: "Hurra!" Doch plötzlich schreit der Komiker: "Sieg!" Und tatsächlich: Einige aus dem Publikum kontern mit einem amüsierten "Heil", ebenso Bülent Ceylan, der danach noch uniformierte Männer einmarschieren lässt und von "Gestapo" spricht (vergleiche Weinert 2018a: 185). Das Live-Publikum ist begeistert, und die YouTube-User, darunter viele Jugendliche, verteilen fleißig Likes. Auf ähnliche Weise provozierte einst Late-Night-Legende Harald Schmidt mit seinem "Nazometer". Das Nazometer war ein fiktives Gerät, das Nazi-Vokabeln wie "Blitzkrieg" mittels Signalton meldete. Entsprechend grotesk sah der Dialog mit Oliver Pocher aus, der nur darauf aus war, dass das Messgerät möglichst oft anschlägt. Das Publikum lachte trotzdem – oder auch gerade deshalb. Polen-Witze sind vor allem unter jungen Menschen beliebt. Politisch korrekt ist das nicht. Wohl kaum jemand hätte gedacht, dass Thomas Gottschalk, der immer für Spiel und Spaß im deutschen Fernsehen stand, selbst in ein solches Fettnäpfchen treten könnte. Doch am 27. Januar 2018 verkündete Thomas Gottschalk via Twitter, er habe seine DNA aufschlüsseln lassen: "Afrika war ja klar. Aber über 50 Prozent Osteuropäer! Deswegen habe ich als Kind so geklaut" (Passauer Neue Presse 2018). Der Tweet deutet an, dass Osteuropäerinnen und Osteuropäer gerne klauen, auch wenn Gottschalk das wohl nicht so gemeint hat. Zum Shitstorm kam es trotzdem. Rassismus im Chat – Beispiele aus dem Alltag Jugendlicher Provokationen sind in den Sozialen Medien an der Tagesordnung , um überhaupt erst aufzufallen. Möglichst bunt und schrill muss es sein. Ähnlich verhält es sich auf dem Schulhof. Die lautesten Jungs, also die Draufgänger und Spaßvögel, gelten als besonders cool. Sie trauen sich Dinge, die sich andere nicht trauen – wie beispielsweise das Ansehen von harten Porno-Videos oder das Weiterleiten von gruseligen Sprachnachrichten im Messenger-Dienst WhatsApp. Kids, die wegschauen und nicht mitmachen, werden schnell zu Außenseiterinnen und Außenseitern. Das kann zu Mobbing und Cyber-Mobbing führen, weshalb es wichtig ist, dass Lehrkräfte und Eltern hinschauen, was die Kids mit ihren Smartphones so treiben. Denn viele riskante Inhalte sind harmlos verpackt. Denn was bitte soll daran gefährlich sein, wenn drei gelbe Küken ein schwarzes Küken aus der Stadt jagen? Das ist doch lustig – eben nicht! Da gibt es nämlich diese Grafik, die im Internet kursiert: Süße Entenbabys trappeln über eine kleine Steinmauer. Sie sind gelb befiedert und knuffig. Ganz in der Nähe steht ein schwarzes Küken und fuchtelt wild mit den noch nicht ganz ausgewachsenen Flügelchen. Von den gelben Küken geht eine Sprechblase aus: "Jesus Maria, ein Asylant!!!" Die Urheber solcher Grafiken sind meist unbekannt oder haben sich rechtzeitig aus dem Staub gemacht. Kinder, die darüber lachen, sind nicht unbedingt ausländerfeindlich. Bezeichnungen wie "Asylant" schleichen sich allerdings schnell in den Wortschatz ein. Kürzlich kursierte sogar ein Nazi-Kettenbrief, der via WhatsApp an Jugendliche verschickt wurde. Kurios: Der Angeschriebene wird mit Erhalt des Kettenbriefs "gehitlert". Zu sehen ist ein Hakenkreuz und die Aufforderung, den Brief an zehn weitere Kids weiterzuleiten, um "ein Führer zu werden" (Weinert 2018b: 285). Der Erhalt des Nazi-Kettenbriefs ist natürlich kein krimineller Akt, doch die Weiterleitung ist verboten. Gerade das macht den Reiz aus. Das zeigt sich auch am Beispiel einiger Polizeianwärter in Hessen, die sich in einer WhatsApp-Gruppe ein Bild schickten, das Juden in einem Deportationszug zeigt (vergleiche Pfitzenmaier 2019). Dazu der Text: "Genieß das Leben in vollen Zügen!" Mindestens genauso makaber ist es dann, wenn Teenager aus dem Wort "Holocaust" das Wort "Yolocaust" machen. Zur Erinnerung: Das Akronym YOLO steht für you only live once. Zivilcourage – ja oder nein? Digitale Wortgefechte und Diskussionen sind Teil der demokratischen Streitkultur in den Sozialen Medien. Das ist einerseits gut und wichtig, weil das Recht auf freie Meinungsäußerung, auch geschichtlich betrachtet, ein wertvolles Kulturgut ist. Andererseits tut es keiner Kinderseele gut, selbst im digitalen Kreuzfeuer zu stehen. Der Upload eines Profil-Bildes kann genügen, um beschimpft zu werden. Dass Kinder und Jugendliche mit ihren Smartphones den ganzen Tag online sind, ist nicht gerade ein Schutzschild. Doch wie verhält man sich, wenn Freunde und Klassenkameraden rassistische Bildchen verschicken? Junge Menschen, die sich tolerant und weltoffen zeigen, laufen nämlich Gefahr, für ihre Sichtweise verbal attackiert zu werden. Im November 2017 erhält die 15-jährige Emilia aus Dresden den Preis für Zivilcourage gegen Rechtsradikalismus. Es ist ein ganz normaler Schultag in ihrer Klasse. Plötzlich amüsieren sich die Schülerinnen und Schüler, weil der Akku nur noch 88 Prozent anzeigt – die 88 steht in der rechten Szene für "Heil Hitler". Diese Art von Humor schaukelt sich hoch. Irgendwann taucht das Foto einer Rauchwolke mit der Bildunterschrift "Jüdisches Familienfoto" auf. Emilia wehrt sich dagegen und meldet die Schülerinnen und Schüler. Nicht ohne Folgen: Ein Mitschüler beschimpft Emilia und meint, sie habe "wohl zu viele tote Juden eingeatmet" (Weinert 2018b: 135). Zivilcourage ist immer mit einem gewissen Risiko verbunden. Wer sich einmischt, wird möglicherweise aufgemischt. Fazit Lehrkräfte sollten mit den Schülerinnen und Schülern darüber sprechen, welche Strategien in den Sozialen Medien einen gewissen Schutz gewährleisten und wann sie das Gespräch mit den Lehrkräften suchen sollten. Aufklärung ist wichtig, denn schließlich ist es prinzipiell demokratiefördernd, die eigene Meinung zu äußern. Populismus kann mit Mut und den richtigen Argumenten entschärft und aufgedeckt werden. Das ist Teil der Medienerziehung und Medienbildung im Zeitalter der Digitalisierung. Literaturverzeichnis Pfitzenmaier, Marc (2019). Hitlerbilder und "Judensterne" im Chat angehender Lehrer. Welt.de . Online: www.welt.de/politik/deutschland/article204006968/Antisemitismus-Hitlerbilder-in-WhatsApp-Chat-fuer-Lehramtsstudenten.html Weinert, Frederik (2018a). Promis und Populismus in den Sozialen Medien. Wie Stars und Sternchen mit rechter Sprache umgehen. In: Altmeppen, Dieter/Filipovic, Alexander (Herausgeber): Communicatio Socialis. Zeitschrift für Medienethik und Kommunikation in Kirche und Gesellschaft, 51. Jahrgang Baden-Baden, Seite 182-191. Weinert, Frederik (2018b). Die Sprache der Rechten. Wie wir täglich manipuliert werden. Baden-Baden: Tectum. Weinert, Frederik (2019). Digitalkunde als Schulfach. München: UVK/UTB. Weiterführende Literatur Weinert, Frederik (2019): Hilfe, mein Kind ist ein Smombie. Unsere Kids im digitalen Rausch. Baden-Baden: Tectum.

  • Politik / WiSo / SoWi

Kombinierte Klassen an Grundschulen

Fachartikel
5,99 €

In diesem Fachartikel zum Thema Kombinierte Klassen werden die Besonderheiten dieser Klassenform und ihre Aktualität in der derzeitigen Bildungslandschaft erklärt. Lehrkräfte, die zum ersten Mal in einer Kombiklasse unterrichten, erhalten hilfreiche Tipps zur Unterrichtsorganisation. Begriffsklärung "Kombiklasse" In einer Kombiklasse werden zwei Jahrgangsstufen zu einer Lerngruppe zusammengefasst . Meistens sind das die ersten beiden Grundschulstufen (jahrgangsgemischte Schuleingangsstufe), teilweise auch Dritt- und Viertklässler. In Berlin werden die Klassen 1 bis 3 und 4 bis 6 kombiniert. Geschichtlicher Hintergrund Im Zuge der reformpädagogischen Bewegung entstand ein alternatives Lernkonzept, das besagt, dass das Wissen und Können von Kindern nicht an ein bestimmtes Alter gebunden ist. Auch heute noch ist jahrgangsübergreifendes Lernen Unterrichtsprinzip in Montessori- und Jenaplanschulen. In ländlichen Gebieten gab es angesichts geringer Kinderzahlen schon immer altersheterogene Klassen. Aktualität von Kombiklassen Unter dem Motto "Kurze Wege für kurze Beine" wurden in etlichen Bundesländern (zum Beispiel Saarland, Rheinland-Pfalz, Brandenburg) Klassen zusammengelegt, um trotz rückläufiger Schülerzahlen und steigenden Lehrermangels Schulschließungen zu verhindern und eine wohnortnahe Beschulung (Erreichbarkeit der Schule mit dem Bus in maximal 30 Minuten) zu gewährleisten. Die Lernerfolge in jahrgangsgemischten Klassen in Skandinavien sind seit der PISA-Studie bekannt. Im Zuge dessen wurden auch in Deutschland mancherorts Kombiklassen eingeführt . In Berlin waren sie in den Jahrgangsstufen 1/2 zwischen 2005 und 2009 sogar verpflichtend. In Berlin, Hamburg und zuletzt in Bayern fanden wissenschaftlich begleitete Schulversuche durchweg positive Ergebnisse. Im Jahr 2017 wurden bundesweit 20 Prozent der Grundschülerinnen und Grundschüler altersgemischt unterrichtet . Vorteile für Schülerinnen und Schüler in einer Kombiklasse Alle Kinder lernen zeitgleich im selben Raum auf unterschiedlichen Niveaus . Jede und jeder bearbeitet den Lernstoff, der dem eigenen Lernvermögen entspricht. Schulanfängerinnen und Schulanfänger in einer Kombiklasse haben eine geringe Eingewöhnungszei t in den Schulalltag. Sie schauen sich vieles von den Älteren ab und übernehmen vorhandene Rituale und Regeln ganz selbstverständlich. Beim gemeinsamen Lernen von älteren und jüngeren Kindern mit unterschiedlichen kognitiven Fähigkeiten werden die sozialen Fähigkeiten wie beispielsweise Rücksichtnahme und gegenseitige Hilfe trainiert. Da in Kombiklassen häufig mit Wochenplänen oder in Werkstattarbeit gearbeitet wird, verlangt dies von den Schülerinnen und Schüler einiges an Selbständigkeit und Eigenverantwortung . (Hoch-)begabte Kinder können ganz unproblematisch zwei Schuljahre in einem durchlaufen, indem sie den Lernstoff der höheren Klassenstufe absolvieren. Ein Kind, das Mühe beim Lernen hat, kann relativ unbemerkt die Klasse wiederholen , denn es muss hierzu weder den Klassenraum noch die Lehrkraft wechseln. Problemfelder in einer Kombiklasse Die Leitung einer Kombiklasse ist eine deutliche Herausforderung für die Lehrkraft. Sie muss das Lernpensum von zwei Schuljahren in einer Klasse mit einer sehr breiten Leistungsschere parallel unterrichten. So hat sie eine deutlich höhere Arbeitsbelastung , zum Beispiel durch das Erstellen und die Suche von/nach (individuellen) Arbeitsmaterialien. Außerdem muss sie zwangsläufig alternative Unterrichtsformen wählen, um der Heterogenität der Kinder optimal zu begegnen. Zudem kann sie relativ leicht den individuellen Lernstand ihrer Schülerinnen und Schüler aus den Augen verlieren , da sie durch den offenen Unterricht etwas weniger Kontrolle über das Arbeitspensum jedes einzelnen Kindes hat. Es kann passieren, dass schwächere Kinder nicht arbeiten , wenn die Lehrkraft eine Einführung mit einem Teil der Klasse macht, da sie auf Hilfe angewiesen sind. In Arbeitsphasen kann dadurch zeitweise eine große Unruhe und Lautstärke entstehen, wenn jeder mit etwas anderem beschäftigt ist. Mitunter sitzen einzelne Kinder untätig herum, die schon alles erledigt haben. Nicht zuletzt sieht die Lehrkraft sich oftmals mit kritischen Fragen aus der Elternschaft konfrontiert. Tipps für Neulinge in einer Kombiklasse Ein sanfter Einstieg in den offenen Unterricht stellt die Freiarbeit dar. Die Schülerinnen und Schülern bearbeiten dabei zu einer bestimmten Zeit (etwa an zwei Tagen in der Woche 30 Minuten lang) Übungsaufgaben, zum Beispiel Einmaleins und Grammatik und/oder Lernspiele zu Sachthemen, die in einem speziellen Regal ausliegen. Die Materialien sind weitestgehend selbsterklärend. Für Themen des Deutsch- und Mathematikunterrichts, die in beiden Klassenstufen vorkommen wie beispielsweise das Rechnen mit Geld oder die Wortarten, ist eine Lerntheke geschickt. Auf einem Tisch oder der Fensterbank legt die Lehrkraft differenzierte Arbeitsmaterialien aus. Die wohl gängigste Arbeitsweise im jahrgangsübergreifenden Unterricht ist die Wochenplanarbeit . Jedes Kind erhält eine (individuelle) Liste mit Aufgaben, die es im Laufe einer Woche zu erledigen hat, mitunter sind auch die Hausaufgaben integriert. Im Sachunterricht kann in altersgemischten Gruppen sehr gut projektorientiert gelernt werden. Zur Vermeidung von Leerlauf (insbesondere für schnellere Kinder) sollte die Lehrkraft auf jeden Fall Zusatzaufgaben , gegebenenfalls auch Knobelaufgaben für (hoch-)begabte Kinder bereitlegen. Mithilfe eines rhythmisierten Ablaufs sorgt die Lehrkraft für einen klaren Rahmen. Rituale wie eine feste Lesezeit am Morgen sorgen dafür, dass immer wieder gemeinsame Momente erlebt werden können. Mithilfe eines Helfersystems werden Wartezeiten verhindert, während denen ein hilfesuchendes Kind nicht weiterarbeiten kann. So können Kinder als Expertenkinder für einen Themenbereich fungieren. Zusätzlich zu Klassendiensten kann die Lehrkraft wechselnde Assistenten benennen, die zeitweise Lehrerfunktionen übernehmen und beispielsweise mit einem Teil der Klasse ein Spiel durchführen, während die Lehrkraft eine Themeneinführung macht. Die Lehrkraft sollte sich nicht scheuen, die Eltern in den Unterricht miteinzubeziehen . Diese können Teile des Unterrichts übernehmen und zum Beispiel zum Vorlesen kommen, Dinge abfragen oder auch als zusätzliche Aufsicht einspringen. Es ist wichtig, dass die Lehrkraft weiß, wie weit jedes Kind mit dem Lernstoff ist. Deshalb sollte sie mehrmals wöchentlich Beobachtungen notieren : Wer befindet sich bei welchem Themenbereich in Deutsch oder Mathematik? Auf welcher Seite in welchem Lehrwerk beziehungsweise Arbeitsheft befindet sich das Kind? Bei welcher Aufgabe im Wochenplan steckt der Schüler oder die Schülerin fest? Da die Kinder viel frei arbeiten, sind häufige Kurztests wie zum Beispiel Zehn-Minuten-Rechnen, Lesetests oder Einmaleins-Abfragen sinnvoll. Außerdem sollte die Lehrkraft regelmäßig die Hefte und schriftlichen Materialien kontrollieren . So erkennt sie Stofflücken oder Problembereiche schnell und kann gegebenenfalls mit einem reduzierten oder anspruchsvolleren Wochenplan reagieren. Die Lehrkraft sollte einen engen Elternkontakt pflegen, um so gut wie möglich über jedes Kind informiert zu sein. Sie sollte regelmäßig abfragen, wie es bei den Hausaufgaben läuft, ob das Kind nach der Schule erschöpft, unausgeglichen oder voller Tatendrang ist. Die Reflexion hat einen großen Stellenwert. In Gesprächsrunden, Einzelgesprächen oder auch in schriftlicher Form sollten die Schülerinnen und Schüler regelmäßig über ihr Pensum, ihre Leistungsbereitschaft, mögliche Probleme, aber auch über eventuelle Störquellen im Unterricht berichten. Weiterführende Literatur Holl, Annette (2019): Kombiklassen. Jahrgangsübergreifendes Lernen mit Leichtigkeit. Saulgrub: Lernbiene. Schagerl, Ursula und Elke van der Linde (2007): Kursbuch jahrgangsübergreifender Unterricht. München: Oldenbourg.

  • Fächerübergreifend

Der Klassenraum der Zukunft

Fachartikel

Dieser Fachartikel zur Organisationsentwicklung beschäftigt sich mit der Frage, wie Klassenzimmer und Lernräume zukünftig gestaltet werden müssen. Exemplarisch berichtet dabei die Staatliche Berufsschule II in Bamberg von der Einrichtung ihres "Future Classroom". Der Beitrag entstand im Rahmen des von der Deutschen Telekom Stiftung geförderten Projekts "Berufsschule digital". Hintergründe zum Projekt "Der Klassenraum der Zukunft" Die Diskussion über den Einsatz digitaler Endgeräte und moderner Kommunikationsmedien im Unterricht ist in den vergangenen Jahren vielerorts auch von der Frage begleitet worden, wie im schulischen Kontext die Zukunft der Lernräume gestaltet werden sollte. Dies meint nicht nur die physisch-räumlichen Bedingungen von Klassenzimmern, Möbeln und Ausstattungsformen, sondern insbesondere auch die digitalen Lehr-Lernbedingungen sowie Kommunikationsräume. Im Falle der Staatlichen Berufsschule II in Bamberg ist der heute eingerichtete "Future Classroom 311" das Endergebnis jahrelanger Erfahrungen, Tagungen und Kooperationen in Netzwerken und Forschungsprojekten. Exemplarisch berichtet Dr. Udo Kegelmann, Lehrer an der Schule, vom Weg der Schule zum digitalen Klassenzimmer und beschreibt deren Konzept auf technischer, mediendidaktischer und räumlicher Ebene (siehe Download-Bereich). Weiterhin stellt er konkrete Unterrichtsbeispiele für die Nutzung des Raums vor. In diesem Artikel geht es zunächst um theoretische mediendidaktische Grundlagen, die der Konzeption eines digitalen Klassenzimmers zugrunde gelegt werden können. Das mediendidaktische Konzept Die Konzeption eines digitalen Klassenzimmers kann beispielsweise auf dem Konzept der Selbstbestimmungstheorie von Deci und Ryan basieren. Die "Self-Determination-Theory" beruht auf der Annahme, dass Menschen eher nach Autonomie streben, als dass sie von anderen geleitet werden möchten. Dabei wollen sie verschiedenste Kompetenzen erwerben. Diese Lernprozesse sollen verstärkt in soziale Situationen eingebunden werden – nicht nur, um die erworbenen Kompetenzen anzuwenden, sondern um sie zu evaluieren und weiterzuentwickeln. In der Quintessenz ergeben sich basierend auf dieser Theorie folgende zentrale Leitgedanken : Bildung und Didaktik Lernende sollen sich aktiv mit einem Lerngegenstand auseinandersetzen können, also die Abfolge, die Auswahl und die Gewichtung der Inhalte möglichst selbst regulieren und organisieren. Die Schülerinnen und Schüler entscheiden selbst, ob sie gemeinsam oder alleine lernen möchten . Dadurch kann sowohl der sozialen Eingebundenheit als auch der Individualisierung des Lernens entsprochen werden. Unterschiedliche Lerntempi sind in diesem Konzept keine Störung, sondern der Normalfall. Unterricht soll aktivierende Arbeitsformen ermöglichen, damit Schülerinnen und Schüler sich kreativ und vertieft mit Wissen auseinandersetzen und sich dabei gegenseitig unterstützen können. Er muss aber auch Rückzugsmöglichkeiten für jeden anbieten. Anfangs können Lernprozesse noch durch starke Steuerung und klare Vorgaben bestimmt sein. Erst durch stetige Anwendung entwickelt sich ein Regelsystem mit zunehmender Selbsttätigkeit und Selbstverantwortung der Schülerinnen und Schüler. Lernen in Eigenverantwortung ist keine einmalige methodische Abwechslung, sondern zielt in ihrer dauerhaften Umsetzung auf eine Umgestaltung von Unterricht, Rollenverständnis und Lernkultur ab. In modernen Lern- und Bildungsprozessen sollen vor allem Aspekte der Kommunikation und der Kollaboration unterstützt und dadurch Kreativität und kritisches Denken gefördert werden. Medien Lernumgebungen sollen idealerweise einen reichhaltigen Angebotscharakter besitzen. Der Zugriff auf verschiedene analoge und digitale Lernmaterialien muss harmonisch in den Fortschritt des individuellen Lernens integriert und intuitiv erreichbar sein. Cloudbasierte Lernmanagementsysteme ermöglichen den Zugriff auf und den Upload von Lernmaterialien im Unterricht, in außerschulischen Lern- und Erfahrungsräumen sowie von zuhause aus. Solche offenen Lernumgebungen bedürfen digitaler Endgeräte als persönliche Devices , die individuelle Anpassungen erlauben, am Ort des Lernens und im lebendigen Lernprozess eingesetzt werden und als Werkzeuge in der Hand der Schülerinnen und Schüler stets verfügbar sind. Koordination : Das Lernvorhaben muss auch mit anderen konkurrierenden Aufgaben und Verpflichtungen in Einklang gebracht werden und vor allem gegen technische Störungen und Ablenkungstendenzen der digitalen Medien abgeschirmt werden. Raum Geht man davon aus, dass mit den Bedingungen eines ganz normalen Klassenzimmers gearbeitet wird und keine größeren baulichen Veränderungen vorgenommen werden, empfiehlt sich das Entwickeln eines Raum-in-Raum-Konzeptes unter Berücksichtigung folgender Aspekte: Empfohlen werden kann eine Dezentralisierung der Lehrerposition , um die Lernenden ins Zentrum des Unterrichtsgeschehens zu rücken und sie kontinuierlich zu eigenen Lernprozessen und aktivem Arbeiten angzuregen. Für die räumliche Gestaltung ist es zentral, dass es Orte gibt, an denen die Schülerinnen und Schüler gemeinsam oder alleine arbeiten können. Es muss stets verschiedene Zonen für das individuelle sowie für das gemeinschaftliche Lernen geben, analog wie digital und sowohl im Klassenzimmer als auch im gesamten Schulgebäude. Die Räume müssen durch ihre Ausstattung verschiedene Arbeitsformen sowie Kreativität fördern. Weiterführende Informationen, Erfahrungswerte und Handlungsempfehlungen entnehmen Sie dem Dokument im Download-Bereich.

  • Fächerübergreifend

Organisationsentwicklung: Wissensmanagement-Systeme an Schulen

Fachartikel

Dieser Fachartikel zur Organisationsentwicklung zeigt, inwiefern Wissensmanagement-Systeme die Verteilung und Archivierung von Wissen an Schulen erleichtern können. Exemplarisch berichtet dabei eine Schule von der Einführung eines digitalen Tools inklusive einer Kosten-Nutzen-Analyse im Hinblick auf Kriterien wie Support, Funktionsumfang und Usability. Der Beitrag entstand im Rahmen des von der Deutschen Telekom Stiftung geförderten Projekts "Berufsschule digital". Hintergründe zum Projekt An der Beruflichen Schule City Nord aus Hamburg wird seit ungefähr zwanzig Jahren mit einem Wissensmanagement-System gearbeitet, das kollaboratives Arbeiten ermöglicht und digitale Dateien der Lehrerinnen und Lehrer sowie auch der Schülerinnen und Schüler sichert. Weil aber der Hersteller keine Weiterentwicklung im Sinne der Schule mehr betreibt und ein mit einer Plattform für digitales Wissensmanagement gekoppeltes Lern-Management-System (LMS) nur bedingt möglich ist, scheint ein Systemwechsel unabdingbar: An der Schule soll ein neues Wissensmanagement-System eingeführt werden. In einem Projektbericht beschreibt ein Autorenteam der Beruflichen Schule City Nord den Auswahlprozess vor der Einführung eines neuen Wissensmanagement-Systems und zeigt mithilfe einer Kosten-Nutzen-Analyse an fiktiven Beispielen, welche Kriterien für Schulen eine Rolle spielen, um die Entscheidung für ein Softwareprodukt künftig fundiert treffen zu können (siehe Download-Bereich). In diesem Artikel geht es nun vorab aber allgemein darum, inwiefern Wissensmanagement-Systeme die Verteilung und Archivierung von Wissen an Schulen ermöglichen und den Alltag der Lehrkräfte sowie der Lernenden erleichtern können. Vorteile von Wissensmanagement in der Schule Nicht erst durch den DigitalPakt wird die Ausstattung von Schulen mit digitalen Medien zur Herausforderung für die Organisationsentwicklun g. Schließlich nimmt die Anzahl digitaler Materialien für den Unterricht in Form von Videos, Podcasts oder anderen Dateien täglich zu. Zur Archivierung und Verteilung dieses Wissens greifen Lehrerinnen und Lehrer aller Schulformen bereits dankbar auf E-Learning durch diverse Lernplattformen zurück. Die zentrale Aufgabe eines Wissensmanagement-Systems in der Schule ist es, Wissen zum Beispiel in Form von Unterrichtsmaterial oder auch Arbeitsergebnissen sowohl an Kolleginnen und Kollegen als auch an Schülerinnen und Schüler sowie gegebenenfalls an die Elternvertretung oder den Ausbildungsbetrieb bedarfsgerecht zu verteilen. Ein Wissensmanagement-System sorgt dafür, dass das akkumulierte Wissen sinnvoll und simpel in einer Cloud gemanagt wird, um dann schnell und einfach auffindbar und einsatzbereit zu sein. Da die Komplexität der Schulen selbst und die an sie gestellten Anforderungen zum Beispiel durch die Einführung eines schulinternen Qualitätsmanagements stetig zunehmen, scheint die Unterstützung bei der Selbstverwaltung der Schule durch digitale Tools zudem sinnvoll und notwendig. Wissensmanagement-Systeme können an dieser Stelle helfen. Darüber hinaus bereiten Schulen im Allgemeinen und Berufsschulen im Speziellen die Lernenden auf das Berufsleben vor, in dem sie mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit auf Wissensmanagement-Systeme stoßen. Zur optimalen Vorbereitung ist es daher von Vorteil, dass die jungen Menschen bereits in der Schule ein System für Wissensmanagement kennengelernt haben. Wissensmanagement-Systeme als Maßnahme der Schulentwicklung Die Einführung eines Wissensmanagement-Systems stellt eine umfassende und weitreichende Schulentwicklungsmaßnahme dar. Diese hat Berührungspunkte zu allen Teilbereichen der Schulentwicklung, wie zum Beispiel der Organisations-, Personal- und Unterrichtsentwicklung, die letztendlich immer nach dem gleichen Regelkreis ablaufen: Welches Ziel wird verfolgt? Ist-Zustand : Wie ist der derzeitige Status Quo und welche Rahmenbedingungen liegen vor? Soll-Zustand : Was soll nach erfolgreicher Umsetzung erreicht worden sein? Welche Maßnahmen , Aktivitäten, Schritte, Rahmenbedingungen und ähnliches müssen dazu angegangen, in die Wege geleitet und/oder geschaffen werden? Welche Stolpersteine existieren bereits oder sind zu erwarten und wie ge­ht die Schule damit um? Woran wird festgemacht, dass das Ziel erreicht wurde? Welche Maßnahmen zur Qualitätssicherung werden ergriffen, damit der neu erreichte Zustand auch Bestand haben kann? Wie wird das Schulentwicklungsvorhaben evaluiert und was wird für die Zukunft daraus abgeleitet? Nutzen und Auswahl digitaler Technologien Digitale Technologien können ohne Zweifel das Wissensmanagement an Schulen erleichtern und sind gewissermaßen die Voraussetzung dafür, dass Wissen anderen zur Verfügung gestellt werden kann. Ein sol­ches System sollte Antworten auf folgende Fragen geben: Wie gelangen Nutzerinnen und Nutzer schnell an das benötigte Wissen? Wie dokumentieren Nutzerinnen und Nutzer ihr Wissen? Wie werden Redundanzen vermieden und wie wird Wissen genau den richtigen Personengruppen zur Verfügung gestellt? Wie wird Wissen gesichert und wie wird der Datenschutz eingehalten? Wie kann Wissen in Teams gemeinsam genutzt werden? Um schließlich das geeignete Wissensmanagement-System auswählen zu können, muss der Entscheidungsprozess wie bereits oben erwähnt durch eine ausführliche Kosten-Nutzen-Analyse ergänzt werden. Welche Anforderungen dabei im Einzelnen an ein erfolgreiches System zum Beispiel im Bereich Hardware, Usability oder Anpassbarkeit gestellt werden, zeigt die Software-Auswahl an fiktiven Beispielen, die Sie im folgenden zum Download angebotenen Dokument nachlesen können.

  • Fächerübergreifend / Orga / Bürowirtschaft / Berufsvorbereitung /Berufsalltag / Arbeitsrecht

Digitale Barrierefreiheit in der Schule

Fachartikel
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In diesem Interview beantwortet Reiner Delgado vom Deutschen Blinden- und Sehbehindertenverband e. V. (DBSV) Fragen zu den verschiedenen Aspekten, Chancen und Herausforderungen von digitaler Barrierefreiheit in der Schule. Der Schwerpunkt liegt dabei auf den Bedürfnissen von blinden und sehbehinderten Schülerinnen und Schülern. Blinde und sehbehinderte Menschen in Deutschland müssen laut dem Deutschen Blinden- und Sehbehindertenverband e. V. (DBSV) darum kämpfen, bei der Digitalisierung nicht abgehängt zu werden. Wie äußert sich das in Schule und Unterricht? Das zeigt sich in jedem Bereich, der heute beim Lernen digital ist: Webseiten oder Intranets von Schulen sind meist nicht barrierefrei oder gar überhaupt nicht nutzbar. Steht zum Beispiel der Stunden-, Vertretungs- oder Speiseplan nur als Bild-Datei im Netz, ist das für blinde Menschen nicht lesbar. Schulbücher werden inzwischen zunehmend auch als digitale Versionen angeboten. Das Testen einiger aktueller digitaler Schulbücher hat allerdings ergeben, dass keines für blinde Lernende oder Lehrende nutzbar ist. Whiteboards bieten Lerninhalte digital an. Wenn diese barrierefrei nutzbar und über eine Schnittstelle zugänglich wären, würde das für sehbehinderte und blinde Lernende viele neue Chancen bringen. Aber die Inhalte auf Whiteboards sind leider unzugänglich. Heute ist es außerdem Schulalltag, dass man sich schwierige Sachverhalte auf YouTube noch mal in Ruhe erklären lässt. Für blinde Schülerinnen und Schüler ist das leider keine Option. Selbst wenn jemand seine Hausaufgaben fotografiert und in die Klassen-WhatsApp-Gruppe stellt, bleibt das für blinde Mitschülerinnen und -schüler unzugänglich. Sie sprechen trotz aller Schwierigkeiten auch von "vielen neuen Chancen", die digitale Lerninhalte sehbehinderten Schülerinnen und Schülern bieten können. Welche Potenziale sehen Sie denn da genau? Sehbehinderte Menschen können sich digitale Inhalte beliebig vergrößern sowie Kontraste und Farben so anpassen, dass sie für die Betreffenden optimal erkennbar sind. Wenn digitale Inhalte in Textform gut strukturiert sind, zum Beispiel mit definierten Überschriften und anderen Strukturmerkmalen sowie Alternativtexten für Grafiken, dann können sie sehr gut von blinden Menschen genutzt werden, manchmal sogar effizienter als von Sehenden. Digitalisierung bietet also viele Zugänge zu Informationen, die mit rein analogen Medien nicht möglich sind. Digitale Inhalte können analoge Angebote allerdings nicht immer ersetzen. Lernen hat viel mit Sehen, Hören, Ertasten, Riechen, Schmecken und Handeln zu tun. Die Digitalisierung kann dazu verleiten, direkte Zugänge zur Welt zu vernachlässigen. Das gilt auch für die auf Papier gedruckte Brailleschrift , die heute aus der Bildung blinder junger Menschen schon weit verdrängt ist. Die Diktierfunktion wird von blinden und sehbehinderten Menschen vielleicht gar nicht mehr genutzt als von Sehenden. Sie führt aber vielleicht generell dazu, dass Rechtschreibung einen geringeren Stellenwert bekommt. Korrekt geschriebene Textinhalte sind allerdings generell einfacher archivierbar und durchsuchbar und damit auch für blinde Menschen leichter nutzbar als audiovisuelle Inhalte oder Diktiertes mit Schreibfehlern. Welche Aspekte sollten Schulen und Lehrkräfte im Sinne der digitalen Barrierefreiheit beachten? Texte sollten immer als Text und nicht nur als Grafik gespeichert werden. Für grafische Inhalte, wie Diagramme, Landkarten, Filme oder Fotos muss es immer Beschreibungen beziehungsweise tastbare Alternativen geben, wenn sie auch von blinden und sehbehinderten Menschen genutzt werden sollen. Digitale Inhalte sollten von Lernenden mit Seheinschränkung außerdem möglichst auf individuellen Geräten genutzt werden können. Wenn eine sehbehinderte Schülerin einen Film auf einem Display direkt vor sich hat, kann sie sich alles so einstellen, wie sie es braucht. PowerPoint-Präsentationen oder der Inhalt des Whiteboards sollten ebenfalls von blinden oder sehbehinderten Schülerinnen und Schülern auf dem eigenen Laptop oder Tablet mitgelesen werden können. Welche Geräte, Funktionen und digitalen Programme bilden Ihrer Meinung nach die Basis für digitale Barrierefreiheit im Unterricht? Auf der Nutzerseite braucht es Geräte mit Vergrößerungssoftware für Sehbehinderte und mit Screenreader (Bildschirm-Auslese-Software) und Braillezeile für Blinde. Blinden Lernenden sollte meist die Möglichkeit gegeben werden, an einem Computer (Laptop) zu arbeiten. Das geht viel effizienter als auf einem Tablet. Die Inhalte sollten in einem strukturierten Format – zum Beispiel mit XML – angeboten werden unter Einhaltung aller Standards der Barrierefreiheit. Worauf müssen Lehrkräfte achten, um die Bedürfnisse von sehbehinderten Schülerinnen und Schülern in Regelklassen zu wahren? Ein ganz wichtiger Punkt ist: Sehbehinderte Lernende werden nie zur Lehrkraft sagen: "Sie schreiben zu klein an die Tafel. Schreiben Sie bitte größer und wahren Sie mein Recht auf barrierefreien Unterricht." Kinder und Jugendliche mit Behinderung – aber wahrscheinlich auch mit anderen Hemmnissen – werden immer versuchen, sich irgendwie durchzumogeln, ohne aufzufallen. Die Lehrkräfte haben die Pflicht, für den Zugang aller zu ihrem Unterricht zu sorgen . Um herauszufinden, ob etwas bei Schülerinnen und Schülern mit Seheinschränkung ankommt – aber auch bei allen anderen –, sollte man nicht fragen: "Siehst du das?" oder "Kannst du das lesen?" oder "Hast du das verstanden?". Die Antwort wird immer "Ja" sein. Eher sollten Lehrkräfte fragen: "Was siehst du?", "Was hast du verstanden?" und so weiter. Dann erfährt man, was tatsächlich bei den Lernenden angekommen ist.

  • Fächerübergreifend

Digitale Werkzeuge im Unterricht

Fachartikel

Dieser Fachartikel listet die Vorteile von digitalen Werkzeugsammlungen für den Unterricht auf. Er liefert konkrete Beispiele für praxiserprobte Apps und Tools, die sich für den Einsatz im "digitalen" Unterricht eignen. Der Beitrag entstand im Rahmen des von der Deutschen Telekom Stiftung geförderten Projekts "Berufsschule digital". Bedeutung von digitalen Werkzeugen im Unterricht Der Einsatz digitaler Medien ist für einen guten, lebensweltnahen und zeitgemäßen Unterricht perspektivisch unabdingbar – darin sind sich Expertinnen und Experten nicht erst seit der Verabschiedung des DigitalPakts Schule einig. Im Mittelpunkt steht die Frage, wie Lehren und Lernen in der heutigen Zeit gestaltet werden müssen und welchen Beitrag digitale Medien leisten können. Fest steht: Digitale Werkzeuge wie zum Beispiel Lern-Apps können Lernprozesse vereinfachen und zur individuellen Förderung von Schülerinnen und Schülern beitragen. Weiterhin fördert ihr unterrichtlicher Einsatz sowohl Fach- als auch Medienkompetenzen. Ein weiterer Vorteil besteht darin, dass digitale Lernhilfen häufig sowohl in der Schule als auch zu Hause einsetzbar sind. Je nach Software eignen sich die digitalen Anwendungen für PCs und Notebooks, Tablets, Smartphones, interaktive Whiteboards, aber auch webbasiertes Lernen. Individuelles und kooperatives Lernen kann so zeit- und ortsunabhängig stattfinden. Sinn und Zweck von digitalen Werkzeugsammlungen Die Bandbreite an digitalen und häufig kostenfrei nutzbaren Werkzeugen ist riesig. Entsprechende Angebote gibt es für nahezu alle Schulformen und Fächer. Die Palette reicht von kleinen "Helferlein", etwa Noten- und Schülerverwaltungsprogrammen für die Lehrkraft, über Übungsprogramme für die Schülerinnen und Schüler, bis hin zu Programmen für die kreative Medienarbeit im Unterricht. Den Überblick über alle auf dem Markt angebotenen Werkzeuge zu behalten ist dabei kaum möglich. Deshalb bietet sich das Anlegen einer Sammlung digitaler Werkzeuge an. In dieser werden kontinuierlich Apps und Tools, die sich in der Schule bewährt haben, eingepflegt und allen Lehrkräften auf einem gemeinsamen Netzwerk / in einer Cloud zur Verfügung gestellt . Werkzeugsammlungen enthalten neben einer inhaltlichen Beschreibung des Werkzeugs die Darstellung des Nutzens für den Unterricht sowie die Nutzungsvoraussetzungen für das jeweilige Tool. Weiterhin bietet es sich an, konkrete Anwendungsgebiete und Unterrichtsszenarien sowie die zu erwerbenden Medienkompetenzen aufzuführen. Zwei Beispiele für die Darstellung einer solchen Werkzeugsammlung finden Sie unten im Download-Bereich. Medienkompetenz-Einordnung nach KMK-Strategie Um digitale Werkzeugsammlungen eventuell auch bundeslandübergreifend zu teilen und zugänglich zu machen, bietet sich die Einordnung der zu erreichenden Medienkompetenzen nach der KMK-Strategie Bildung in der digitalen Welt an. Diese legt ein länderübergreifendes Handlungskonzept für die Entwicklung der Bildung in Deutschland vor. Schülerinnen und Schüler sollen sich bis zum Ende ihrer Pflichtschulzeit einen umfangreichen Katalog digitaler Kompetenzen erarbeiten können. Dazu sollen Lehr- und Lern-Szenarien des Fachunterrichts systematisch und fächerübergreifend in digitale Lernumgebungen eingebettet werden. Rahmengebend ist dabei ein Kompetenzrahmen mit sechs Kompetenzbereichen , der in die Gestaltung und Strukturierung digitaler Werkzeugsammlungen einfließen kann.

  • Fächerübergreifend

Erhalten verbeamtete Teilzeit-Lehrkräfte Zusatzvergütung bei einer Klassenfahrt?

Fall des Monats

Eine verbeamtete Lehrerin, die in Teilzeit arbeitet, begleitete eine einwöchige Klassenfahrt. Steht ihr die Vergütung der Mehrarbeit zu? Die Entscheidung fiel vor dem Verwaltungsgericht Karlsruhe. Der konkrete Fall Eine verbeamtete Studienrätin, deren Unterrichtspflicht bei 13 Wochenstunden liegt, nahm an einer einwöchigen Klassenfahrt teil. Weil sie den gleichen Zeitaufwand hatte wie ein in Vollzeit angestellter Kollege, forderte sie eine Mehraufwandsvergütung, die sie vorerst auch erhielt. Einige Tage später forderte das Landesamt für Besoldung und Versorgung (LBV) jedoch die Zusatzvergütung zurück. Weil es die 628,88 Euro jedoch erst fälschlicherweise erstattet hatte, lag die Rückforderung nur bei 70 und nicht bei den vollen 100 Prozent. Die Begründung des LBV: rechtlich gesehen sei die Teilnahme an der Klassenfahrt keine Mehrarbeit, weil es sich dabei um eine außerunterrichtliche Veranstaltung handele. Dagegen klagte die Lehrerin. Sie argumentierte, dass sie für den Zeitraum genauso bezahlt werden müsse wie ihr in Vollzeit angestellter Kollege. Anderes verstoße ihrer Meinung nach gegen das allgemeine Gleichbehandlungsgesetz. Die Entscheidung des Gerichts Das Verwaltungsgericht Karlsruhe stimmte der Lehrerin zwar zu, dass sie mehr Zeitaufwand gehabt hatte. Allerdings argumentierte es, dass dieser Aufwand keine Extra-Zahlung begründet und wies die Klage schließlich ab (Az. 13 K 13256/17). Laut Gericht gilt die Arbeitszeit von 13 Wochenstunden auch für den Zeitraum der Klassenfahrt. Doch obwohl es für zusätzliche Unterrichtsstunden mehr Besoldung gibt, sieht das Besoldungsrecht keine Mehrarbeitsvergütung für Klassenfahrten vor. Denn im Gegensatz zu angestellten Lehrern, wie ihr in Vollzeit arbeitender Kollege, können Beamte keine Zusatzvergütung verlangen. Denn Rechtlich stellt die Besoldung beamteter Lehrer nämlich keine Gegenleistung für einen konkreten Dienst dar. Eher ist sie Teil eines zusammenhängenden Geflechts aus gegenseitigen Rechten und Pflichten und könne nicht einfach für eine Woche aufgehoben werden. Immerhin steht der Lehrerin laut Gericht ein zeitlicher Ausgleich ihres Mehraufwandes zu. Wann und wie dieser Ausgleich organisiert werden kann, muss sie mit ihrem Dienstherren abstimmen.

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Unterrichten mit digitalen Medien – ein Beispiel aus dem Schulalltag

Fachartikel

Dieser Fachartikel zeigt am konkreten Beispiel der Grund- und Mittelschule Thalmässing, wie Unterricht mit digitalen Medien umgesetzt werden kann. Im Interview beschreibt Rektor Ottmar Misoph, wie die Schule interaktive Boards im Fachunterricht einsetzt, welche Vorteile dieses Unterrichten mit sich bringt und worauf Schulen bei der Entwicklung ihrer schulischen Medienkonzepte achten sollten. Herr Misoph, an Ihrer Schule kombinieren Sie digitale und analoge Lernmedien. Warum? Wir wollen die Vorteile aller Lernmethoden im Unterricht einsetzen. Die digitale Dividende , von der Professor und Buchautor Olaf Axel Burow spricht, entsteht nur, weil man nun digitale Medien hat, die etwas anderes leisten als die bisherigen analogen. Diese werden aber nicht ersatzlos gestrichen, sondern ergänzt. Damit Dinge möglich werden, die vorher nicht möglich waren. Sprich, ein interaktives Board wird in den Phasen des Unterrichts eingesetzt, wo es didaktisch sinnvoll ist. Ansonsten habe ich meine klassischen analogen Medien. Ich muss mich fragen: "Was leistet die Technik, die ja teuer ist, mehr als das andere?" Und da muss ich sie einsetzen. Was ist in Ihren Augen wichtig beim Unterrichten mit interaktiven Boards? Unser Unterrichtskonzept fördert die Eigenaktivität, indem wir unter anderem unterschiedliche Lernumgebungen bereitstellen. Unser Motto lautet "Stärken stärken durch eigenaktives, gemeinsames Lernen". Und die interaktiven Boards unterstützen gerade das eigenaktive Lernen . Wichtig ist dabei, dass das Board vor allem als Schülergerät verstanden wird. Die Arbeit der Schülerinnen und Schüler ist das Zentrale. Hier bieten die Boards eine sehr wertvolle Unterstützung, vor allem wenn man die richtige Software einsetzt. Sie ist das eigentlich Entscheidende, aber das ist bei vielen Schulen noch nicht angekommen. Denn neben der Hardware braucht es eine vernünftige Lernplattform , mit der man gezielt verschiedene Lehrmethoden anwenden, eigene Unterrichtseinheiten erarbeiten oder Lernstände abfragen kann. Sie ist der entscheidende Schritt, um ein digitales Board interaktiv im Unterricht einzusetzen. Sie arbeiten mit der SMART Notebook Software und SMART Boards. Können Sie Beispiele nennen, wie digitale Technik das Lernen erleichtert? Die Technik steht bei uns nicht im Vordergrund, sondern dient dazu, unsere Vorstellung von zeitgemäßem Unterricht zu verwirklichen. Aktuell praktizieren wir beispielsweise das Modell, dass Zweitklässlerinnen und -klässler den Erstklässlerinnen und -klässlern das Lesen und Schreiben beibringen. Dabei können sie sich die Medien und Lernräume selbst aussuchen. Am Board arbeiten sie sehr gerne, denn sie haben dort die Lehrschrift drauf, bei der man Wörter oder Buchstaben nachfahren und das selbst Geschriebene dann mit dem Finger herausziehen kann. Wenn mehrere Kinder am Board üben, können sie sehr schön sehen, wer es am besten gemacht hat. Und der Zweitklässler ist der Chef und bringt es ihnen bei. Die Schülerinnen und Schüler suchen ihren Lernort selbst aus und lernen eigenständig. Die Lehrkräfte mischen sich nicht groß ein und wir haben strahlende Zweitklässlerinnen und -klässler. Was will ich mehr? Freilich könnte man jetzt sagen, der Zweitklässler hätte in der Zeit etwas anderes lernen können. Aber dieses Kind lernt soziale Kompetenz, Verantwortung und erfährt eine Ich-Stärkung. Zum anderen erleichtert die Technik differenziertes Lernen . Jede Schülerin und jeder Schüler kann zum Beispiel in seinem eigenen Tempo arbeiten. Das geht analog nicht so leicht. Auch der jeweilige Lernstand kann mithilfe digitaler Medien besser abgefragt werden. Lehrkräfte können ihre Unterrichtseinheiten auch zu Hause abrufen und bearbeiten. Und sie haben alle Inhalte in jedem Klassenzimmer zur Verfügung und können es gleich am Board zeigen. Wir haben auch eine sogenannte freie Lernzeit, in der die Schülerinnen und Schüler im eigenen Tempo ihre Aufgaben bearbeiten. Mittlerweile verwalten wir auch die freie Lernzeit über das Board. Es hat vielfältige Funktionen. Wie funktioniert das genau? Vieles läuft über ein zentrales Schulnetzwerk , mit dem ich alle Geräte im Haus steuern kann. Jede Lehrkraft, jede Schülerin und jeder Schüler hat einen eigenen Account. Unter anderem können die Lehrkräfte jedem Lernenden die Lerninhalte zuweisen, die für seinen Lernstand geeignet sind. So hat jede Schülerin beziehungsweise jeder Schüler eine Oberfläche, die genau für sie oder ihn zum Arbeiten geeignet ist. Für uns als inklusive Schule ist das sehr wichtig. Dafür haben wir einen externen Administrator beauftragt, der den Support und den Helpdesk betreut. Was sind die Vorteile von interaktiven Boards im Vergleich zu Tablet und Beamer? Ich kenne Schulen, die mit Tablets im Unterricht arbeiten und mit dem Beamer auf eine Wand, Leinwand oder das Whiteboard projizieren. Aber das ist nicht das Gleiche wie die Arbeit am interaktiven Board, weil ich haptisch etwas ganz anderes mache! Am interaktiven Board sind die Schülerinnen und Schüler selbst aktiv und können darauf schreiben oder Objekte bewegen. Als Lehrkraft hat man immer die Möglichkeit, allen Kindern gleichzeitig zu zeigen, wie etwas geht. Die Kinder können besser beobachten als am kleinen Bildschirm. Am großen Board ist die gesamte Gruppe eingebunden und in einigen Unterrichtseinheiten braucht man das. Und das ist entscheidend. Man muss vor allem in der Grundschule auch die Grobmotorik mit im Blick behalten. Denn wenn man nur an einer Tastatur oder gar am Tablet arbeitet, das sind ganz andere Bewegungsabläufe. Welche Schritte waren bei der Umsetzung Ihres Medienkonzeptes wichtig? Wir haben mit der Schulentwicklung vor vielen Jahren begonnen. Damals haben wir uns zuerst überlegt, was für uns guter Unterricht ist. Für uns hat das viel mit der Selbsttätigkeit und Eigenaktivität der Schülerinnen und Schüler zu tun. Wir sind darauf gekommen, dass wir die Lernräume anders gestalten müssen: mit flexibleren Tischen und flexibleren Tafeln – und wir wollten das "vorn" und "hinten" auflösen. Und dann erst kamen die Boards. Wir haben dann Stück für Stück unser Medienkonzept entwickelt. Was bringt die digitale Technik für den Unterricht an Ihrer Schule? Mich fragen die Leute oft: Lernen die Kinder bei euch besser? Fragen wir doch mal anders: Gehen die Kinder lieber hierher? Wenn ich heute Schülerinnen oder Schüler in der neunten Klasse habe, die in der sechsten Stunde Mathe bis zur letzten Minute motiviert arbeiten – das ist es doch, was wichtig ist. Wir haben im Schulgebäude einen schönen Satz von Otto Herz an der Tür hängen: "Schule soll Gelingen organisieren und nicht Misslingen dokumentieren." Das funktioniert bei uns über Wertschätzung, Motivation und eigenaktives Lernen . Und das ermöglichen wir in verschiedenen, auch digitalen Lernräumen. Wenn wir mit unserer Lernatmosphäre dafür sorgen können, dass Kinder ihre Stärken stärken, wenn sie gern in die Schule gehen und gern lernen, dann haben wir alles erreicht. Das heißt, im Hinblick auf die Lernerfolge merken Sie aber keine konkreten Unterschiede? Was dieses Konzept wirklich bringt, merken wir in der Mittelschule. Das eigenaktive selbstständige Lernen führt zu sehr guten Abschlüssen und die Leute merken es in der Berufsausbildung. Wir haben viele Firmen, die uns sagen, da ist ein Unterschied zu anderen Azubis. Die sind so eigenständig. Das ist heute in der Arbeitswelt wichtig: Flexible Kinder, motivierte Kinder, Kinder, die sich auf alles Mögliche einstellen können. Wir bilden die Kinder für eine Arbeitswelt aus, die es heute noch nicht gibt. Zum Thema DigitalPakt: Es gibt Schulen, die machen sich grad erst auf den Weg. Was sind Ihre Tipps? Setzen Sie sich mit Ihrem Kollegium zusammen und fragen Sie sich: Welche Art von Unterricht will ich machen? Wo will ich mit meiner Schule hin? Was ist für mich guter Unterricht? Welche Kompetenzen sollen die Schülerinnen und Schüler erwerben? Welche Methoden brauche ich dazu bei Schülerinnen und Schülern sowie Lehrkräften? Und anschließend: Welche Ausstattung brauche ich dafür? Wo wollen wir hin und was unterstützt uns, dahin zu kommen? Wenn wir Boards haben wollen – wo bauen wir sie auf? Wie sollen die im Unterricht eingesetzt werden? Wofür wollen die Lehrkräfte sie einsetzen? Wie müssen wir das Kollegium schulen? Wo brauchen wir Support? Aber am allerwichtigsten ist wirklich, sich erst über die Qualität des Unterrichts zu unterhalten. Dann wird klar, wie die Ausstattung sein muss.

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Maßnahmen gegen Fake News

Fachartikel
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Dieser Fachartikel zu Fake News möchte Lehrkräfte dabei unterstützen, ihre Schülerinnen und Schüler zum kritischen Umgang mit Medieninhalten anzuregen, damit sie lernen, zwischen geeigneten Informationen (Fakten, redlichen Meinungen) und ungeeigneten Informationen (Fake News, Lügen) zu unterscheiden. Skizzierung der Ausgangslage Bei der Auseinandersetzung mit Fake News betreten wir weder allgemein in unserer Gesellschaft noch speziell in der Schule neues Terrain: Schon immer sollten die Nutzerinnen und Nutzer von Medien die enthaltenen Informationen bezüglich ihres Wahrheitsgehaltes kritisch hinterfragen. Allerdings erfordert die dauerhafte Präsenz von Informationen in den verschiedensten Medienkanälen eine Verstärkung dieser Anstrengungen beziehungsweise provoziert den fahrlässigen Umgang mit Informationen. Eine 2019 erschienene Studie verdeutlicht den Handlungsbedarf bei jungen Menschen. Untersucht wurden "die computer- und informationsbezogenen Kompetenzen (computer and information literacy, kurz: CIL)" von Schülerinnen und Schülern der achten Jahrgangsstufe. Hervorzuheben ist zunächst, worum es genau geht, da der gängige Begriff der Informationskompetenz hier weiter gefasst wird: CIL werden "als individuelle Fähigkeiten einer Person definiert, die es ihr erlauben, digitale Medien zum Recherchieren, Gestalten und Kommunizieren von Informationen zu nutzen und diese zu bewerten, um am Leben im häuslichen Umfeld, in der Schule, am Arbeitsplatz und in der Gesellschaft erfolgreich teilzuhaben [...]" (Eickelmann u. a. 2018: 9, Herv. d. d. Verf.). Die Studie stellt ausführlich die Anforderungen und Entwicklungen in diesem Bereich dar, auch im Vergleich zur Vorgängerstudie von 2013. Es lohnt sich, sich ausführlicher in die Darstellungen einzulesen, da erst dann die ganze Komplexität der Thematik und damit auch das breite Aufgabenfeld für Lehrkräfte erkennbar werden. Hier sei lediglich ein wesentliches, alarmierendes Ergebnis zitiert: "Ein Drittel (33.2%) der Schülerinnen und Schüler in Deutschland, und damit ein erheblicher Teil, lässt sich auf den unteren beiden Kompetenzstufen verorten und verfügt damit lediglich über rudimentäre und basale computer- und informationsbezogene Kompetenzen" (Eickelmann u. a. 2018: 13, Herv. d. d. Verf.). Studienleiterin Eickelmann betont in einem Interview unter anderem die Empfänglichkeit für Fake News und sagt: "Wenn man mal genau schaut, was diese Schülerinnen und Schüler können, dann ist das vor allen Dingen das Anklicken eines Links oder das Öffnen einer E-Mail. Und was sie eben nicht können - und das ist wirklich etwas, was uns Sorge geben sollte -, ist, dass sie eben keine Information reflektiert bewerten können" (Eickelmann 2019). Die ganze Gesellschaft ist gefordert Zwar haben Schulen und andere Bildungseinrichtungen eine große Verantwortung hinsichtlich der oben genannten Vermittlung von CIL, sie sind jedoch nicht alleine zuständig und auch nicht alleine in der Lage, das Problem Fake News zu bewältigen (vgl. Selg 2017). Wichtig ist die verstärkte professionelle Entlarvung von Fake News durch Rechercheteams beziehungsweise Fact-Checking-Websites . Notwendig und gegebenenfalls durch gesellschaftlichen Druck und Gesetze einzufordern ist die Verantwortung der Inhalteanbieter (zum Beispiel Facebook/WhatsApp/Instagram, YouTube). Bei den Angeboten gibt es inzwischen Meldefunktionen, die beim Erkennen von Fake News genutzt werden können. Überprüft werden kann die rechtliche Handhabe gegen Fake News. Gerade in Verbindung mit Hate Speech (Hassrede) sind viele Inhalte schon jetzt strafbewehrt (unter anderem Verleumdung, Volksverhetzung, Leugnung des Holocaust). Bei Kontrolleinrichtungen wie beispielsweise jugendschutz.net können alle Bürgerinnen und Bürger Inhalte melden. Allgemeine Handlungsempfehlungen Pädagogen, Eltern und andere Erziehende sollten... ein Bewusstsein für die Gesamtsituation schaffen und Kinder darauf hinweisen, dass die Informations- und Nachrichtenverbreitung - und in ihrem Gefolge auch Fake News - ein schnelllebiges Geschäft sind. Daher gibt es auch Webseiten mit reißerischen Informationen in Text und Bild, die alleine der Beeinflussung des Klickverhaltens (sogenannte Klick-Köder, Clickbaiting) dienen, da die Anbieter mit jedem Klick Geld durch Werbung verdienen. eine kritische Haltung gegenüber Medieninhalten fördern und Kinder dazu anhalten, sich die Zeit zur Überprüfung einer Information zu nehmen, wenn sie sich unsicher sind. Der Leitspruch lautet: Erst denken und prüfen – dann liken und teilen. den Informations- und Meinungsaustausch mit Vertrauenspersonen fördern, damit Kinder zum Beispiel Eltern, Freunde, Geschwister und Lehrkräfte zu Themen und Medieninhalten befragen. die Bereitschaft zur Informationsbeschaffung und Meinungsbildung über mehrere Angebote beziehungsweise Medien - und nicht nur über Social Media-Kanäle - fördern und aktiv mitmachen. Wichtig ist es auch, den ganz unterschiedlichen Charakter von Informationen darzustellen: Es gibt durch Fakten belegbare "objektive" Tatsachen, "persönliche" Meinungen beziehungsweise "subjektive" Bewertungen von Tatsachen/Fakten und gerade in Fake News die Vortäuschung von durch Fakten belegbare "Objektive Tatsachen" in Form von Tatsachenbehauptungen (beziehungsweise Gerüchte, Lügen, getarnt als "alternative Fakten"), was oftmals erst durch Nachprüfung deutlich wird. Selbsthilfe-Checkliste zu Fake News Die Überprüfung eines Medienbeitrags (Text, Foto/Grafik, Video, Audio) kann über eine Reihe von Fragen erfolgen und betrifft sowohl den Anbieter als auch den Beitrag hinsichtlich Aktualität, Gestaltung und Inhalt (vgl. Selg/Hajok 2017), zum Beispiel: "Kann das stimmen?" Wirken Überschriften/Schlagzeilen und Inhalt/Bilder/Videos glaubwürdig oder übertrieben beziehungsweise reißerisch und unwahrscheinlich? Kann der Beitrag als Witz gemeint oder Satire sein? Werden (emotionale) Behauptungen und Verallgemeinerungen bis hin zu Beleidigungen geäußert? Oder werden (sachliche) überprüfbare Argumente mit Fakten angeführt? Werden Zitate gekennzeichnet und Fakten mit nachprüfbaren Quellen belegt? Werden Rechtschreibung und Grammatik beachtet? (unseriöse Anbieter verwenden viele Ausrufungszeichen!!!) Könnte eine digitale Bild- beziehungsweise Videofälschung (statt nur Bildoptimierung) vorliegen? Wer ist laut Impressum verantwortlich oder fehlt es? Handelt es sich um einen bekannten seriösen Anbieter und gibt es die Möglichkeit zur Kontaktaufnahme für Beschwerden? Was berichten andere Medienangebote zum selben Thema (Vergleich zum Beispiel per Suchmaschine)? Allgemeine Aufklärungsangebote im Internet Die von professionellen Institutionen betriebene Entlarvung von Fake News ist unabdingbar als klares Signal, dass Meinungsfreiheit und Meinungsvielfalt nicht missbraucht werden dürfen. Die journalistischen Faktenchecker von CORRECTIV bieten ein breites Spektrum an aktuellen Beispielen und Grundlagenwissen zu Fake News. Dargestellt wird auch die Zusammenarbeit mit Facebook. Ein tagesaktuelles Angebot ist der Faktenfinder unter tagesschau.de . Leider ist das ursprünglich wesentlich umfassendere Angebot inzwischen reduziert worden. Aufklärungsvideos können am besten den aktuellen Trend der Videofälschung (Deep Fakes) zeigen, zum Beispiel Neue Zürcher Zeitung (NZZ): So erkennt man manipulierte Videos (Kurzbeitrag). Angebote für Jüngere Auf spezielles Unterrichtsmaterial zu Fake News wird bei den Internetadressen hingewiesen. Zusätzlich gibt es Angebote für Jüngere, die sich der Thematik spielerisch-interaktiv nähern und darüber hinaus einen Selbstlernprozess auf Tablets und Smartphones ermöglichen. So kann zunächst eine Auseinandersetzung mit Fake News angeregt werden, die dann im Unterricht vertieft werden sollte. Ein interaktives Informationsangebot der Bundeszentrale für politische Bildung (bpb): fakefilter.de Ein interaktives Browserspiel zum Mitmachen des Südwestrundfunks (SWR), in dem Beispiele überprüft werden müssen: swrfakefinder.de Die Lern-App Fake News Check von Neue Wege des Lernens e. V. dient der Sensibilisierung. Literaturverzeichnis Eickelmann, Birgit im Gespräch mit Manfred Götzke. Ein Drittel der Schüler könne "nur klicken und wischen". Deutschlandfunk, 05.11.2019. Online Eickelmann, Birgit, Wilfried Bos, Julia Gerick, Frank Goldhammer, Heike Schaumburg, Knut Schwippert, Martin Senkbeil, Jan Vahrenhold (Hrsg.). ICILS 2018 #Deutschland. Computer- und informationsbezogene Kompetenzen von Schülerinnen und Schülern im zweiten internationalen Vergleich und Kompetenzen im Bereich Computational Thinking. Münster, New York: Waxmann. Selg, Olaf und Daniel Hajok (2017). Fachartikel "Fake News - Ein aktuelles Phänomen" mit Selbsthilfe-Checkliste. München: Stiftung Medienpädagogik Bayern (Referentennetzwerk) Selg, Olaf (2017). "Fake News". tvdiskurs.de, 21.03.2017. Online Weiterführende Literatur Brodnig, Ingrid (2018): Lügen im Netz. Wie Fake News, Populisten und unkontrollierte Technik uns manipulieren. Wien: Brandstätter.

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Tablets und Tools im inklusiven Unterricht

Fachartikel
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Dieser Fachartikel stellt exemplarisch drei verschiedene Tools vor, die inklusives Lernen in der Grundschule und Sekundarstufe I unterstützen können. Die digitalen Werkzeuge wurden auf verschiedenen Veranstaltungen der Stiftung barrierefrei kommunizieren! von pädagogischen Fachkräften getestet, die mit Kindern mit Förderbedarf arbeiten. Mathematik mit mathildr: Menge und Zahl verstehen App speziell für Menschen mit Downsyndrom Die kostenfreie App "mathildr" wurde speziell für Menschen mit Down Syndrom entwickelt. Sie eignet sich auch für Lernende mit Dyskalkulie und Lernschwierigkeiten. Die App unterstützt Lernende, den Zusammenhang von Menge und Zahl zu verstehen. Auf dieser Basis bietet sie eine visuelle Unterstützung für erste eigene Rechenoperationen. Die Entwickler gehen davon aus, dass die häufigen Mathematik-Schwierigkeiten von Menschen mit Down Syndrom darin begründet sind, dass die Materialien aus dem Mathematik-Anfangsunterricht zu komplex sind. Es bedarf also Materialien, die auf die Wahrnehmungsbesonderheiten der Zielgruppe abgestimmt sind. Die App gibt es in den Sprachen Deutsch und Englisch. Sie funktioniert offline. Bei der Darstellung der Zahlen 1, 4, 7 und 9 kann zwischen zwei verschiedenen Varianten gewählt werden. Individuell angepasste Aufgabenstellungen Bei mathildr werden Mengen als Kirschen-Bündel beziehungsweise Zweier-Paar visualisiert. Diese können in drei Mengen-Räumen dargestellt werden: 4, 10, 20. Den Lernenden soll klar werden, dass zum Beispiel die visualisierte Menge "sechs Kirschen" der Zahl "6" entspricht. Wenn dies zuverlässig verstanden wurde, können einfache Rechenoperationen durchgeführt und visualisiert werden (durch einen Raben, der Kirschen "auffrisst" sowie der Abbildung der dazugehörigen Rechenoperationen, zum Beispiel "6 minus 1"). Das Ergebnis wird jedoch nicht angezeigt, sondern soll von den Lernenden visuell erfasst und verstanden werden. mathildr ist bewusst keine App, die vorgefertigte Aufgaben anbietet, mit denen sich Lernende unbegleitet beschäftigen sollen. Vielmehr sollen sie bei der Arbeit mit der App sprachlich begleitet werden und auf sie angepasste Aufgaben angeboten bekommen. Beispiele für die Arbeit mit der App im Unterricht Beispiele dafür, wie mit der App gearbeitet werden kann, gibt es im Bereich "Lernideen" auf der mathildr-Webseite. Weitere Materialien können das Lernen mit mathildr unterstützen, zum Beispiel Lernkarten, Holzwürfel sowie ein Holzbrett, auf dem Holz-Kirschenpaare bis zur Menge "10" abgelegt werden können. Kinder mit Down Syndrom haben häufiger feinmotorische Schwierigkeiten, für sie ist das Handling mit der Touch-Oberfläche des Tablets barrierefreier. Für andere Kinder können haptische Materialien eine gute Ergänzung sein. Hier muss individuell abgewogen werden. Anybook Reader: Sprache fördern und zugänglich machen Sprachaufnahmen zu Materialien erstellen Der Anybook Reader ist ein stiftförmiges Gerät, mit dem sich Materialien durch Sprachaufnahmen vertonen lassen. Auch Kinder verstehen das Aufnahme-Prinzip schnell: Man klebt auf die gewünschte Stelle einen Sticker, wechselt durch Drücken der Aufnahme-Taste in den Aufnahme-Modus, berührt den Sticker mit der Stiftspitze und spricht. Nach dem Verlassen des Aufnahme-Modus kann die Aufnahme durch Berühren des Stickers mit dem Stift abgespielt werden. So lassen sich die vielfältigsten Materialien und Gegenstände vertonen, zum Beispiel Bücher, Anleitungen, Spiele und Poster. Einsatzmöglichkeiten des Audio-Stifts in verschiedenen inklusiven Kontexten Der Audio-Stift ermöglicht Zugänge zu (Lern-) Inhalten und Beteiligungsmöglichkeiten für Kinder, die (noch) nicht ausreichend lesen und schreiben können , zum Beispiel aufgrund von Lernschwierigkeiten, Legasthenie oder einer Sehbehinderung. Kinder können sich über den Stift Inhalte vorlesen lassen und selbst einsprechen. Bei sehbehinderten Kindern muss die Stelle, an der der Sticker klebt (es gibt transparente und weiße Sticker) zusätzlich durch fühlbare Aufkleber markiert werden. Die Sticker können beliebig häufig "übersprochen" werden. Dies motiviert dazu, mit den Aufnahmen zu experimentieren, sie sich genau anzuhören, verbessern zu wollen, sie zu wiederholen. Auf diese Weise können die Hörwahrnehmung und die (Aus-) Sprache spielerisch gefördert werden . Wenn Kinder in bestimmten Situationen nicht sprechen können, zum Beispiel aufgrund von Mutismus, ist es denkbar, dass sie vorher im geschützten Rahmen ein Referat einsprechen oder eine Passage aus einem Buch vorlesen und diese später als mündliche Leistung in der Klasse abspielen. Kinder, die aufgrund einer Sprachbehinderung nicht lautsprachlich kommunizieren, können den Audio-Stift als Tool für die Unterstützte Kommunikation einsetzen. So lässt sich zum Beispiel ein sogenanntes Ich-Buch einfach vertonen. Ich-Bücher enthalten zum Beispiel Fotos von Familienangehörigen und Freunden, von Essen, Spielzeug oder Musik, die man mag und ermöglichen es dem Kind, von sich und seinen Wünschen zu erzählen. Einsatzideen aus der pädagogischen Praxis Für den kreativen Einsatz in größeren Kindergruppen, in der die Kinder selbst Sprachaufnahmen erstellen, sind Kopfhörer unverzichtbar, da die Stifte sonst zu laut sind beziehungsweise man die Aufnahmen nicht mehr versteht. Auf der Webseite www.anybookreader.de gibt es einen Best-Practise-Bereich. Hier haben Fachkräfte Einsatzideen aus ihrer pädagogischen Praxis geteilt, die verdeutlichen, wie der Stift im inklusiven Unterricht eingesetzt werden kann. Osmo: Digitale (Lern-) Spiele zum Anfassen Kombination aus digitalen und haptischen Elementen Osmo verbindet auf ungewöhnliche Weise digitale Lernspiele mit Elementen zum Anfassen. Das iPad steht dabei in einer Halterung. Über der iPad-Kamera wird ein Reflektor aufgesteckt, der das, was vor dem Tablet liegt, spiegelt und in das Spielgeschehen der App integriert. Das können zum Beispiel bei Osmo Tangram geometrische Formen sein. Auf dem Bildschirm erscheinen Figuren, die mit den Formen nachgelegt werden müssen – je nach Schwierigkeitsgrad eine mehr oder weniger knackige Herausforderung für das räumliche Vorstellungsvermögen. Weitere empfehlenswerte Osmo-Lernspiele Bei Osmo Coding entsprechen die Spielsteine Programmier-Befehlen wie NACH LINKS, RECHTS, OBEN, UNTEN, SPRINGEN und so weiter. Diese müssen kombiniert werden, um die Spielfigur Awbie durch ein Labyrinth zu steuern und möglichst alles einzusammeln. Osmo Coding soll bereits Kindern ab fünf Jahren erste Programmier-Logiken vermitteln. Das Spielgeschehen ist schön gestaltet, Konzentration, Ausdauer und logisches Denken sind gefragt. Bei Osmo Pizza geht es darum, einen Pizzaladen zu führen – mit allem, was dazu gehört: Pizzen backen, Kunden zufrieden stellen durch schnelles Servieren der Pizza und ebenso zügiges und korrektes Abkassieren. Schließlich muss der Pizza-Belag bestellt und die Miete kassiert werden. Das Tempo ist hoch, der Spaß ebenso. Die App kann an individuelle Rechenfähigkeiten angepasst werden. So kann zum Beispiel eingestellt werden, ob man nur ganze Scheine oder auch Münzen herausgeben muss. Spiele mit klassischen Lerninhalten fehlerhaft Ausgerechnet die zwei Spiele mit den "klassischen" Lerninhalten Mathe und Deutsch sind fehlerbehaftet: Osmo Words kann mit deutschen Umlauten nichts anfangen, bei Osmo Numbers funktioniert die Multiplikation nicht immer. Daher sind sie nur eingeschränkt zu empfehlen. Trotz dieses Mankos bewerteten die Facherzieherinnen und -erzieher für Integration, die die Osmo-Spiele testeten, diese durchweg positiv und als für unterschiedliche Kinder mit Förderbedarf sehr geeignet.

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Fortbildungsangebot in Form von Fachartikeln

Lehrer-Online ist eine zentrale Anlaufstelle für Lehrkräfte, die eine umfassende Sammlung an Fachartikeln bereitstellt, um Lehrerinnen und Lehrern in ihrer täglichen Arbeit und Weiterbildung zu unterstützen. Mit einer breiten Palette an Themen, von Didaktik und Methodik über Klassenmanagement bis hin zu den neuesten Trends in der Bildungslandschaft, bietet Lehrer-Online wertvolle Einblicke und praktische Tipps, die direkt im Klassenzimmer angewendet werden können. Unsere Fachartikel sind von Expertinnen und Experten verfasst und auf die Bedürfnisse moderner Lehrkräfte zugeschnitten.

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