Schulisches Wohlbefinden stärken: Konkrete Impulse für Lehrkräfte

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Autor: Anne Kurz
veröffentlicht am 08.10.2026

25 Prozent der befragten Kinder und Jugendlichen zeigen psychische Auffälligkeiten. Rund ein Drittel der 11- bis 17-Jährigen erlebt mindestens einmal im Monat Mobbing. Das Deutsche Schulbarometer 2025/26 zeigt zugleich, wie Mitbestimmung, ein gutes Klassenklima und unterstützende Lehrkräfte das Wohlbefinden stärken können.

Psychische Belastungen und Mobbing gehören für viele Kinder und Jugendliche zum Schulalltag. Das Deutsche Schulbarometer 2025/26 der Robert Bosch Stiftung macht sichtbar, wie eng psychische Gesundheit, schulisches Wohlbefinden und die Erfahrungen im Klassenraum miteinander verbunden sind.

Für die repräsentative Befragung wurden 1.507 Kinder und Jugendliche zwischen acht und 17 Jahren sowie jeweils ein Elternteil befragt. 25 Prozent der Kinder und Jugendlichen zeigen demnach psychische Auffälligkeiten oder liegen im entsprechenden Grenzbereich. Damit ist die psychische Belastung erstmals seit der Corona-Pandemie wieder gestiegen. Besonders häufig betroffen sind Kinder aus einkommensschwachen Familien und Schülerinnen und Schüler mit sonderpädagogischem Förderbedarf.

Mobbing belastet das schulische Wohlbefinden

Rund 30 Prozent der 11- bis 17-Jährigen berichten, mindestens einmal im Monat von Mitschülerinnen und Mitschülern schlecht behandelt zu werden. Dazu gehören Beschimpfungen, Ausgrenzung, das Verbreiten von Gerüchten und Angriffe im digitalen Raum. Mobbing findet häufiger im direkten Kontakt statt, tritt aber vielfach gemeinsam mit Cybermobbing auf. Besonders häufig betroffen sind 14-Jährige.

Die Erfahrungen wirken sich auf das schulische Wohlbefinden aus. Kinder und Jugendliche, die regelmäßig gemobbt werden, fühlen sich in der Schule deutlich weniger wohl. Gleichzeitig wissen vier von fünf Befragten, an wen sie sich wenden können. Das zeigt, dass Präventions- und Hilfsangebote bekannt sind, aber weiterhin konsequent umgesetzt und im Schulalltag verankert werden müssen.

Mitbestimmung als Schlüssel für Wohlbefinden

Auch die Beteiligung an schulischen Entscheidungen spielt eine wichtige Rolle. Drei Viertel der Befragten wünschen sich mehr Einfluss auf Unterrichtsthemen oder Prüfungsformate. Vier von fünf Schülerinnen und Schülern geben jedoch an, in diesen Bereichen kaum mitreden zu können. 43 Prozent halten die Schülervertretung für wenig wirksam.

Das Schulbarometer zeigt zugleich einen Zusammenhang zwischen Beteiligung und Wohlbefinden: Wer in der Schule mitentscheiden kann, bewertet die eigene Situation häufiger positiv. Für Lehrkräfte können bereits überschaubare Entscheidungsspielräume ein Ansatzpunkt sein - etwa bei der Auswahl von Themen, Lernwegen, Sozialformen oder Präsentationsformaten.

Unterstützende Beziehungen und Klassenklima

Ein positives Klassenklima entsteht nicht allein durch Regeln. Kinder und Jugendliche profitieren auch von Lehrkräften, die verständlich erklären, Rückfragen zulassen, Unterstützung anbieten und Konflikte verlässlich bearbeiten. Ein angemessen anspruchsvoller Unterricht und klare Strukturen können dazu beitragen, Überforderung und Ausgrenzung frühzeitig wahrzunehmen.

Bedeutung für Ihren Unterrichtsalltag

Nehmen Sie sich in einer Klasse regelmäßig Zeit für eine kurze Befindlichkeitsrunde oder eine anonyme Rückmeldung zum Klassenklima. Besprechen Sie anschließend gemeinsam, welche Regeln und Unterstützungsangebote gebraucht werden. Prüfen Sie außerdem, an welchen Stellen Lernende tatsächlich mitentscheiden können. Für die Mobbing-Prävention sollten Ansprechpersonen, Meldewege und Interventionsschritte allen Schülerinnen und Schülern bekannt sein. Bei wiederholten Vorfällen ist die Zusammenarbeit mit Schulsozialarbeit, Beratung und Eltern erforderlich.

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Quellen

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