Schulabsentismus und Schulabbrecherquote: Lehrkräfte fordern konsequentes handeln

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veröffentlicht am 15.06.2026

Die Schulabbrecherquoten in Deutschland sind besorgniserregend hoch. Der Lehrerverband im Saarland fordert nun nicht nur bessere personelle und materielle Ausstattung, sondern auch einen entschiedeneren Umgang mit Schulabsentismus - verbunden mit einer breiten gesellschaftlichen Debatte über Ursachen und Prävention.

Etwa 64.000 Schülerinnen und Schüler verlassen bundesweit die Schule ohne einen anerkannten Abschluss - eine Quote, die Lehrkräfte und Verbände zunehmend beunruhigt. Der Verband der Lehrerinnen und Lehrer an Gemeinschafts- und Förderschulen im Saarland (VRB) hat deshalb kürzlich ein umfassendes Forderungspaket vorgelegt.

Gesellschaftliche Ursachen offen ansprechen

Landesvorsitzende Karen Claassen betont, dass Lehrkräftemangel, große Klassen und unzureichende Schulsozialarbeit zwar wichtige Faktoren darstellen - aber nicht die vollständige Erklärung liefern. Stattdessen müssten auch gesellschaftliche Entwicklungen in den Fokus rücken. Besonders in sozial belasteten Milieus fehlten vielen Schülerinnen und Schülern Unterstützung, verlässliche Orientierung und das notwendige Bildungsinteresse im Elternhaus.

Laut VRB spielen auch weitere Faktoren eine zentrale Rolle: fehlende Förderung durch Eltern, übermäßiger Medienkonsum und mangelnde Wertschätzung von Bildung und Eigenverantwortung im sozialen Umfeld. All dies erschwere vielen Kindern und Jugendlichen eine stabile schulische Entwicklung erheblich und wirke sich negativ auf Motivation, Lernverhalten und Zukunftsperspektiven aus.

Schulabsentismus systematisch bekämpfen

Ein besonderer Fokus liegt auf dem Thema Schulabsentismus - dem regelmäßigen Fehlen von Schülerinnen und Schülern. Der Verband kritisiert hier erhebliche strukturelle Hürden: Bürokratische Barrieren verhinderten häufig, dass Lernprobleme und Fehlzeiten frühzeitig und wirksam bekämpft würden. Oft seien Schwänzen und regelmäßige Abwesenheiten die Vorstufe zum Schulabbruch.

Der VRB fordert daher schneller greifende Hilfsangebote, die enger zwischen Schulen, Jugendhilfe und Elternhaus abgestimmt sind. Ein konsequenteres Vorgehen gegen Schulabsentismus soll Hand in Hand gehen mit präventiven Unterstützungsmaßnahmen - nicht mit Strafverschärfung, sondern mit früher Intervention und verlässlicher Begleitung.

Konkrete Forderungen an die Politik

Das Maßnahmenpaket des VRB umfasst mehrere Handlungsfelder:

  • Stärkere Förderung von Familien und intensive Elternarbeit
  • Frühzeitige Unterstützung für gefährdete Schülerinnen und Schüler
  • Konsequentes, aber unterstützendes Vorgehen gegen Schulabsentismus
  • Ausbau von Schulsozialarbeit und individueller Förderung
  • Bessere personelle Ausstattung an Schulen
  • Gesellschaftliche Stärkung von Leistungsbereitschaft, Bildung und Verantwortung

Bundesbildungsministerin Prien von der CDU hatte zu Beginn ihrer Amtszeit angekündigt, die Schulabbrecherquote bis 2035 zu halbieren - eine ambitionierte Zielmarke, die deutlich macht, wie ernst das Problem genommen wird.

Warum das für Ihre Unterrichtspraxis relevant ist

Als Lehrkraft erleben Sie täglich, wie Fehlzeiten und mangelnde Unterstützung zu Misserfolgen und Motivationsverlust führen. Die Forderungen des VRB betonen, dass präventive Arbeit auf mehreren Ebenen stattfinden muss: von frühen Signalen von Schulabsentismus über systematische Elternarbeit bis hin zu einer Schulkultur, die Lernende beim Aufbau stabiler schulischer Perspektiven unterstützt. Wenn Schulen, Jugendhilfe und Familien besser miteinander vernetzt wären, hätten Sie als Lehrkraft auch bessere Rahmenbedingungen, um Schülerinnen und Schüler zu halten und zu fördern.

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