Ganztag an Schulen: Warum gute Bedingungen für Lehrkräfte und Lernende entscheidend sind

News
Basis
veröffentlicht am 29.07.2026

Der Rechtsanspruch auf Ganztagsbetreuung in der Grundschule gilt ab dem 1. August 2026. Die GEW fordert deshalb verbindliche Qualitätsstandards, verlässliche Personalstrukturen und ausreichend Zeit für pädagogische Arbeit im Ganztag. Auch die Kultusministerkonferenz und der Deutsche Bildungsserver betonen, dass Qualität, Kooperation und gute Rahmenbedingungen für einen gelingenden Ganztag zentral sind.

Ganztag als bildungspolitische Aufgabe

Mit dem kommenden Rechtsanspruch auf ganztägige Förderung und Betreuung in der Grundschule rückt der Ganztag noch stärker in den Fokus der Bildungspolitik. Für Lehrkräfte bedeutet das nicht nur mehr Organisationsaufwand, sondern auch neue Anforderungen an Zusammenarbeit, Rhythmisierung des Schultags und pädagogische Abstimmung mit weiteren Fachkräften. Die GEW weist darauf hin, dass Ganztag nur dann gelingen kann, wenn Zeit, Personal und Räume verlässlich zur Verfügung stehen.

Gute Qualität braucht klare Standards

Die Kultusministerkonferenz hat vor diesem Hintergrund zwölf Empfehlungen zur Weiterentwicklung der pädagogischen Qualität ganztägiger Bildungs- und Betreuungsangebote verabschiedet. Im Zentrum stehen dabei die Interessen und Bedürfnisse der Kinder. Auch der Deutsche Bildungsserver verweist auf Forschungsbefunde, nach denen Ganztagsschulen vor allem dann wirksam sind, wenn sie Lernen, Freizeit, Förderung und Erholung sinnvoll verbinden und individuelle Unterstützung ermöglichen.

Für die schulische Praxis heißt das: Ganztag ist mehr als eine verlängerte Unterrichtszeit. Er braucht abgestimmte Lernzeiten, feste Zuständigkeiten und multiprofessionelle Zusammenarbeit. Die GEW fordert deshalb, dass Lehrkräfte, pädagogische Fachkräfte und weitere Mitarbeitende nicht einfach nebeneinander arbeiten, sondern ihre Aufgaben klar aufeinander beziehen.

Was Schulen und Lehrkräfte jetzt beachten sollten

Die GEW kritisiert Modelle, die auf Flexibilisierung und Unverbindlichkeit setzen, weil sie aus Sicht der Gewerkschaft weder pädagogische Qualität noch verlässliche Arbeitsbedingungen sichern. Besonders wichtig sind demnach eine ausreichende Personaldecke, verbindliche Fachkraftquoten und gute Arbeitsbedingungen für alle Beteiligten.

Für Lehrkräfte kann das bedeuten, Ganztag stärker als gemeinsame Entwicklungsaufgabe der gesamten Schule zu verstehen. Dazu gehören unter anderem transparente Absprachen im Kollegium, eine klare Verteilung von Aufgaben und ein Konzept, das Unterricht, Förderung, Freizeit und Ruhephasen sinnvoll miteinander verbindet. Wo diese Strukturen gelingen, kann der Ganztag nicht nur Betreuung sichern, sondern auch mehr Raum für individuelle Förderung, Bewegung und soziale Lernprozesse schaffen.

ANZEIGE