Professionalisierung im Lehrberuf: So wächst professionelles Wissen im Schulalltag

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Autor: Merle Engeln
veröffentlicht am 15.09.2026

Eine neue Längsschnittstudie zeigt, dass Mathematiklehrkräfte ihr pädagogisch-psychologisches Wissen auch viele Jahre nach dem Studium weiterentwickeln. Besonders hilfreich ist es, Unterrichtserfahrungen systematisch zu reflektieren und daraus Konsequenzen für die eigene Praxis abzuleiten.

Professionelle Entwicklung endet nicht mit dem Studium

Lehrkräfte lernen nicht nur im Studium und im Referendariat. Auch im weiteren Berufsleben kann sich ihr pädagogisch-psychologisches Wissen deutlich weiterentwickeln. Das zeigen neue Ergebnisse einer Längsschnittstudie, an der Forschende der Universitäten Freiburg und Potsdam, der Humboldt-Universität zu Berlin sowie des DIPF | Leibniz-Instituts für Bildungsforschung und Bildungsinformation beteiligt sind.

Im Mittelpunkt steht die Frage, wie sich die professionelle Kompetenz von Mathematiklehrkräften über die gesamte Berufslaufbahn hinweg verändert. Für das Forschungsprogramm "COACTIV-expeRt" wurden mehr als 800 Lehrkräfte seit ihrem Referendariat 2007/08 wiederholt untersucht. Das pädagogisch-psychologische Wissen wurde mithilfe eines standardisierten Kompetenztests erfasst.

Referendariat als intensive Lernphase

Der Studie zufolge nimmt das pädagogisch-psychologische Wissen im Durchschnitt besonders stark während des Referendariats zu. In dieser Phase sammeln angehende Lehrkräfte intensive Erfahrungen im Klassenzimmer und erhalten in der Regel eine engere Begleitung. Doch auch nach dem Berufseinstieg setzt sich die Entwicklung fort: Das Wissen wächst im Durchschnitt weiterhin signifikant.

Pädagogisch-psychologisches Wissen hilft Lehrkräften unter anderem dabei, Lernprozesse zu strukturieren, auf unterschiedliche Bedürfnisse einzugehen und hilfreiche Rückmeldungen zu geben. Die Ergebnisse machen zugleich deutlich, dass Berufserfahrung allein nicht automatisch zu einer stärkeren professionellen Entwicklung führt. Entscheidend ist, wie Lehrkräfte ihre Erfahrungen verarbeiten.

Unterricht reflektieren und weiterentwickeln

Lehrkräfte, die das eigene Handeln bewusst hinterfragen und daraus Schlüsse für künftige Unterrichtssituationen ziehen, entwickeln sich der Studie zufolge stärker weiter. Mentoring, kollegiale Beratung und passende Fortbildungen können solche Reflexionsprozesse unterstützen.

Damit verweist die Studie auch auf die Bedeutung der dritten Phase der Lehrkräftebildung. Fortbildungsangebote sollten nicht bei der Vermittlung neuer Inhalte stehen bleiben, sondern Gelegenheiten bieten, das Gelernte auf den eigenen Unterricht zu übertragen, zu erproben und gemeinsam auszuwerten. Die Lehrer-Online Akademie setzt bei digitalen Fortbildungen ebenfalls auf Lernschritte, Reflexionsfragen und interaktive Übungen.

Bedeutung für Ihren Unterrichtsalltag

Für Ihren Unterricht bedeutet das: Planen Sie regelmäßig kurze Reflexionszeiten ein – etwa nach einer Unterrichtsreihe oder vor einem neuen Schulhalbjahr. Fragen Sie sich, welche Lernziele erreicht wurden, wo Lernende Unterstützung benötigten und welche Methode Sie anpassen möchten. Tauschen Sie sich anschließend im Fach- oder Jahrgangsteam aus. Besonders im Mathematik-Unterricht der Sekundarstufe können Unterrichtsbeobachtungen, kollegiales Feedback und ein gemeinsamer Blick auf Lernprozesse konkrete Ansatzpunkte für die weitere Entwicklung liefern.

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QUELLEN

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