PISA 2025: Naturwissenschaften bleiben stabil, doch Deutschland verliert an Boden
Naturwissenschaften waren der Schwerpunkt der PISA-Erhebung 2025. Deutschland liegt mit 486 Punkten leicht über dem OECD-Durchschnitt, gleichzeitig gingen die Leistungen gegenüber 2022 zurück. Der Bericht zeigt, welche Kompetenzen Jugendliche benötigen, um naturwissenschaftliche Fragen zu verstehen und begründete Entscheidungen zu treffen.
Naturwissenschaftliche Bildung steht im Mittelpunkt der PISA-Ergebnisse 2025. Mehr als 760.000 Schülerinnen und Schüler aus 91 Ländern und Volkswirtschaften nahmen an der Erhebung teil. Die Jugendlichen waren zum Zeitpunkt des Tests etwa 15 Jahre alt. Neben den Naturwissenschaften wurden Lesekompetenz, Mathematik und computergestütztes Problemlösen untersucht.
Naturwissenschaften als Schwerpunkt der Erhebung
PISA prüft naturwissenschaftliche Kompetenz nicht als reines Faktenwissen. Im Mittelpunkt steht die Fähigkeit, sich mit naturwissenschaftlichen Fragen und Konzepten auseinanderzusetzen und dieses Wissen als Grundlage für fundierte Entscheidungen zu nutzen. Dazu gehört, vertraute Phänomene mithilfe naturwissenschaftlicher Kenntnisse und Belege zu erklären sowie einfache Daten zu interpretieren.
Bei PISA 2025 wurde der Bereich Naturwissenschaften zum dritten Mal als Schwerpunkt untersucht. Zuvor war dies 2006 und 2015 der Fall. Durch das Rotationsprinzip werden Naturwissenschaften, Lesekompetenz und Mathematik jeweils in größeren Abständen besonders ausführlich getestet. Eine Trendanalyse findet hingegen in kürzeren Abständen statt.
Naturwissenschaftliche Leistungen im internationalen Vergleich
Im OECD-Durchschnitt erreichten die Jugendlichen 482 Punkte in Naturwissenschaften. Deutschland kam auf 486 Punkte und lag damit leicht über dem OECD-Mittelwert. Gegenüber PISA 2022 verschlechterte sich das deutsche Ergebnis jedoch um sieben Punkte.
Rund drei Viertel der Jugendlichen im OECD-Raum wiesen mindestens grundlegende naturwissenschaftliche Kompetenzen auf. Sie konnten beispielsweise vertraute Phänomene anhand naturwissenschaftlicher Kenntnisse erklären oder einfache Daten auswerten. In Deutschland lag der Anteil der Schülerinnen und Schüler, die in Naturwissenschaften, Lesekompetenz und Mathematik gleichzeitig unter der Grundkompetenzstufe blieben, bei 20,7 Prozent. Im OECD-Durchschnitt waren es 19,7 Prozent.
Zu den leistungsstärksten Bildungssystemen in Naturwissenschaften gehörten die chinesischen Regionen Peking, Shanghai, Jiangsu und Zhejiang mit 597 Punkten sowie Singapur mit 560 Punkten. Auch Japan, Estland, Korea, das Vereinigte Königreich und weitere Bildungssysteme erzielten hohe Ergebnisse.
Leistungen und Lernengagement zusammendenken
PISA betrachtet neben den Testergebnissen auch verschiedene Dimensionen des Lernengagements. Dazu zählen Neugier, Beharrlichkeit, Zielorientierung, Hilfesuchverhalten, ein dynamisches Selbstbild und Überzeugungen in Bezug auf Naturwissenschaften. Gute Leistungen und hohes Lernengagement überschneiden sich dabei nicht automatisch. Ein Bildungssystem kann in den Leistungstests erfolgreich sein, ohne dass die Schülerinnen und Schüler zugleich besonders hohes Engagement angeben – und umgekehrt.
Im Durchschnitt gaben 60 Prozent der Jugendlichen an, sich besonders anzustrengen, wenn eine Aufgabe schwierig wird. Zugleich empfanden 57 Prozent das Lernen neuer Dinge nicht als langweilig. Seit 2022 ist dieser Anteil jedoch in 60 Bildungssystemen gesunken. Die Ergebnisse deuten darauf hin, dass naturwissenschaftlicher Unterricht sowohl fachliche Kompetenzen als auch Neugier, Ausdauer und selbstständiges Lernen fördern sollte.
Naturwissenschaftlicher Unterricht und gesellschaftliche Herausforderungen
Die OECD verbindet naturwissenschaftliche Bildung auch mit der Fähigkeit, komplexe gesellschaftliche und ökologische Herausforderungen zu verstehen. Rund 74 Prozent der Jugendlichen erreichten im Bereich Umweltwissenschaften mindestens die Grundkompetenzstufe. Leistungsstärkere Schülerinnen und Schüler schätzten ihr Umweltbewusstsein, ihre persönliche Handlungskompetenz und ihr Vertrauen in gemeinsames Handeln tendenziell höher ein.
Für Schulen ergibt sich daraus ein weiter Bildungsauftrag: Naturwissenschaftlicher Unterricht soll nicht nur Modelle, Begriffe und Verfahren vermitteln. Er sollte Lernende auch dazu befähigen, Daten zu bewerten, Belege zu prüfen, Zusammenhänge herzustellen und begründete Entscheidungen zu treffen.
Bedeutung für Ihren Unterrichtsalltag
Für Ihren Unterricht bedeutet das, naturwissenschaftliche Inhalte regelmäßig mit realen Fragen und Entscheidungssituationen zu verbinden. In einer Unterrichtsreihe der Jahrgangsstufen 7 bis 9 können Sie beispielsweise untersuchen lassen, welche Belege für oder gegen eine Aussage zum Klimawandel, zur Energiegewinnung oder zur Gesundheit sprechen. Lassen Sie die Lernenden anschließend Daten auswerten, Unsicherheiten benennen und eine begründete Position formulieren. So werden Fachwissen, wissenschaftliches Denken und Handlungskompetenz gemeinsam gefördert.
Informations-, Fortbildungs- und Unterrichtsmaterialien zum Thema
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Quellen
• OECD: PISA 2025 Ergebnisse (Band I – Auszugsweise Übersetzung): Bereit für die Zukunft? – https://www.oecd.org/content/dam/oecd/de/publications/reports/2026/09/pisa-2025-results-volume-i_5265bfb1/1562a447-de.pdf
