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Schluss mit der Stille: Strategien gegen Sprechbarrieren in heterogenen Klassen

Fachartikel

Stille im Englischunterricht? Dieser Artikel zeigt Ihnen, wie Sie mit Methoden wie dem "Sprachbuffet" oder "Thinking Cards" Sprechbarrieren in der Sekundarstufe I abbauen und Ihre Lernenden angstfrei zur Kommunikation motivieren. Wenn das Klassenzimmer zum Schweigeraum wird Eine Szene, die wohl alle von uns kennen: Englischstunde, Klasse 7 an einer Oberschule – wir haben uns im Vorfeld viele Gedanken gemacht und wollen mit den Schülerinnen und Schülern über ein brandaktuelles Thema sprechen. Doch dann: Stille im Klassenzimmer. Das ist Peter, ein starker Sprecher, der aber kein "Streber" sein will. Er spürt die Blicke der anderen und möchte sich nicht schon wieder melden. Dann ist da Sarah, die in ihrem Kopf bereits eine gute Antwort parat hat, aber immer wieder zwischen "He don’t" oder "He doesn’t" schwankt. Als sie ihren Satz perfekt gebildet hat, ist der Moment schon vorbei. Und schließlich Marc, der die Vokabeln aus der letzten Stunde schon wieder vergessen hat und hofft, dass er ja nicht aufgerufen wird. Diese Szene repräsentiert eine klassische Schieflage: Wenn Kommunikation stattfindet, dann oft nur als Gespräch zwischen der Lehrkraft und den immer gleichen zwei Schülerinnen und Schülern. Die restliche Klasse ist in ihren Mustern gefangen – der Perfektionismusfalle, dem Gefühl, nicht mithalten zu können. Schweigen gilt als die sicherste Strategie. Was dieser Artikel leisten möchte Ziel dieses Beitrags ist es, diese Dynamik aufzubrechen. Wir untersuchen nicht nur die Ursachen für diese Sprechbarrieren, sondern stellen fünf konkrete, praxiserprobte Strategien vor: Das Sprachbuffet: Wie Sprachgerüste den Perfektionismus besiegen. Die Thinking Card: Wie kleine Joker-Karten die "Ein-Wort-Falle" umgehen. Information Gap Activities: Wissen teilen müssen: Wie eine Informationslücke zum Sprechen anregt. Sprech-Steine: Mit klaren Regeln dafür sorgen, dass alle zu Wort kommen. Delayed Correction (verzögerte Fehlerkorrektur): Sprechen lassen, später korrigieren. So machen Sie aus Ihrer Englischstunde einen Ort, an dem Schülerinnen und Schüler ohne Angst und gerne miteinander sprechen. Warum erstickt Kommunikation oft schon im Keim? Für das Schweigen der Lernenden gibt es vier wesentliche Gründe: A) Die Perfektionismusfalle Sprechen ist für Lernende die Königsdisziplin. Beim Schreiben haben sie Zeit, ihre Gedanken zu sortieren und das Geschriebene auf Korrektheit zu überprüfen. Das Sprechen hingegen verlangt von ihnen eine sofortige Leistung: Die passenden Vokabeln müssen zur Verfügung stehen, die Grammatik muss stimmen und die Aussprache sollte korrekt sein. Das Problem: Die Angst, einen Fehler zu machen, ist größer als das Bedürfnis, etwas zu sagen. Bevor die Schülerin oder der Schüler den Satz ausspricht, wird dieser im Kopf so lange überprüft, bis der Gesprächsmoment vorbei ist. B) Die "Ein-Wort-Falle" Ein im Unterricht häufig auftretendes Problem ist, dass Lernende oft nur kurz mit einem Wort wie "Yes" , "No" oder "Good" antworten. Es entsteht damit kein Redefluss, sondern lediglich eine kurze Antwort. Das Problem: Die Lernenden stehen unter Zeitdruck. Sie haben nicht genug Zeit, eine passende Antwort zu formulieren. Aus diesem Grund nennen sie ein kurzes Wort, um die unangenehme Situation schnellstmöglich zu beenden. C) Mangelndes Interesse Ein oft unterschätzter Grund für mangelnde Beteiligung ist das Interesse der Schülerin oder des Schülers am Thema. Wenn das Thema nicht in die Lebenswelt des Lernenden passt, fehlt sowohl auf motivationaler als auch auf kognitiver Ebene die Bereitschaft, sich in einer fremden Sprache anzustrengen. Warum sollte sich jemand bemühen, in einer fremden Sprache zu sprechen, wenn das Thema für die Person nicht relevant ist? D) Die Schieflage (Heterogenität) In jeder Klasse gibt es unterschiedliche Leistungsniveaus. Das Problem: Die leistungsstarken Schülerinnen und Schüler nehmen unbewusst mehr Raum ein als die Schwächeren. Die schwächeren Schülerinnen und Schüler kommen zu der Überzeugung, dass sie mit den anderen Schülerinnen und Schülern nicht mithalten können, und halten sich daher zurück. Sie verfallen in eine Passivität. Es entsteht automatisch eine Schieflage: Die Leistungsstarken können sich einbringen und ihre Kompetenzen stärken, während die Leistungsschwächeren zurückbleiben. Strategien zur Überwindung der Sprechbarrieren A) Perfektionismus Die Vorbereitung: Das "Sprachbuffet" Das Sprachbuffet ist eine ideale Methode, um den Lernenden den Druck zu nehmen, den Satz spontan bilden zu müssen. Damit Schülerinnen wie Sarah nicht mehr zwischen don’t und doesn’t pendeln müssen, geben wir ihnen Sprachbausteine an die Hand. Ein Sprachbuffet ist weit mehr als eine Vokabelliste – es ist ein gut aufbereitetes Angebot aus Phrasen, Satzanfängen und Ausdrücken. Die Lehrkraft visualisiert diese im Raum an der Tafel oder bereitet sie als Tischvorlage auf beziehungsweise gibt sie den Schülerinnen und Schülern als Handout. Um der Heterogenität in der Klasse gerecht zu werden, sollte das Sprachbuffet drei verschiedene Niveaus enthalten: Niveau 1: Einfache Satzanfänge für den schnellen Einstieg ("I think...", "In my opinion..."). Niveau 2: Opinion-Phrases: Sprachbausteine, um Meinungen und Überzeugungen auszudrücken ("That sounds interesting, but...", "I’ve never thought about that, however..."). Niveau 3: Themenspezifisches Vokabular als Fachvokabular der aktuellen Stunde. Didaktischer Hintergrund: Das Konzept des Sprachbuffets (Scaffolding) wurde vor allem durch Pauline Gibbons geprägt. Es sieht Sprache als ein Baugerüst. Für Lernende wie Sarah oder Marc ist es essenziell. Sie sind mental stark beansprucht, wenn sie gleichzeitig auf Inhalt, Grammatik und Aussprache achten sollen. Es entlastet sie, den Satz nicht mehr unter Zeitdruck auf die Schnelle bilden zu müssen. Sie haben ein Gerüst an der Hand, das ihnen sprachliche Sicherheit vermittelt. Somit können sie sich auf den Inhalt konzentrieren. Auch Schüler wie Marc erhalten Unterstützung durch Vokabellhilfen aus dem Sprachbuffet. Die Nachbereitung: Fehler als wertvolle Lerngelegenheiten Die methodische Nachbereitung der Diskussion ist ebenso wichtig wie eine zielgerichtete Vorbereitung. Eine zentrale Methode ist die verzögerte Korrektur (Delayed Correction). Während der aktiven Phase hält man sich als Lehrkraft im Hintergrund und übernimmt die Rolle der beobachtenden Person. Das heißt, man korrigiert Fehler nicht unmittelbar, sondern notiert sich drei bis vier prägnante Fehler oder sprachliche Ungenauigkeiten. Nach der Kommunikationsphase bringt man diese anonym an der Tafel an. Anschließend verbessert man sie gemeinsam mit den Schülerinnen und Schülern durch eine wertfreie Fragestellung wie "Ich habe diesen interessanten Gedanken vorhin so gehört – wie können wir das noch runder, präziser oder klarer formulieren?". Didaktischer Hintergrund: Die Fachwissenschaft belegt, dass Sprachangst eine der größten Hemmschwellen im Unterricht darstellt. Durch die Thinking Card erhalten die Lernenden die Möglichkeit, ihr eigenes Lern- und Sprechtempo zu bestimmen. Dies reduziert die mentale Last deutlich. Ergänzend dazu hilft die Delayed Correction, die Phasen der Fluency (Flüssigkeit) und Accuracy (Genauigkeit) konsequent voneinander zu trennen. Damit wird zum einen der Redefluss nicht durch ständige Korrekturen unterbrochen. Zum anderen verliert der Lernende nicht die Lust am Sprechen, weil er "nur" Fehler macht. B) Ein-Wort-Falle Für die Ein-Wort-Falle eignet sich die "Thinking Card" besonders gut. Die "Thinking Card" ist eine kleine Karte, die die Schülerin oder der Schüler als "Joker" nutzen kann. Sie signalisiert der Lehrkraft, dass der Lernende noch Bedenkzeit braucht. Jeder Lernende sollte eine solche Karte auf dem Platz haben. Wird ein Schüler wie Marc dann aufgerufen und fühlt sich noch nicht bereit für einen ganzen Satz, kann er die Karte hochhalten oder auf sie deuten. Dadurch weiß die Lehrkraft, dass der Schüler noch 30 Sekunden Bedenkzeit braucht, um die eigenen Gedanken zu strukturieren. Didaktischer Hintergrund: Didaktisch unterstützt die Karte das Prinzip des Scaffoldings, indem sie eine zeitliche Brücke baut, die besonders schwächeren Schülerinnen und Schülern oder perfektionistische Personen die notwendige Sicherheit gibt, ihren Satz zu bilden. C) Mangelndes Interesse Echte Interaktion durch Information Gap Activities Information Gap Activities sind eine Methode, durch die echter Redebedarf im Fremdsprachenunterricht entsteht. Das Prinzip ist einfach, aber effektiv: Partner A verfügt über Informationen, die Partner B fehlen, und umgekehrt. Ein klassisches Beispiel ist die gemeinsame Terminfindung. Partner A kennt die freien Zeiten von Montag bis Mittwoch, während Partner B über die restlichen Wochentage Bescheid weiß. Es liegt also ein konkretes Problem vor, das die Schülerinnen und Schüler durch aktiven Austausch lösen müssen. Es entsteht dadurch echter Redebedarf. Die Schülerinnen und Schüler sprechen nicht nur, um eine gute Note zu erhalten, sondern weil sie an einem gemeinsamen Problem arbeiten. Die Fremdsprache wird damit zum Mittel, das Problem verbal zu lösen. Da dieser Ansatz ergebnisorientiert ist, tritt die Angst vor Fehlern in den Hintergrund. Was zählt, ist der Erfolg der gemeinsamen Kommunikation. Didaktischer Hintergrund: Information Gap Activities sind ein wesentlicher Bestandteil des aufgabenorientierten Lernens. Didaktisch unterscheidet man zwischen "Display Questions" und "Referential Questions". Bei "Display Questions" handelt es sich um Fragen zur Überprüfung des Wissensstands ("What is the opposite of 'happy'?"). "Referential Questions" hingegen zielen auf die Meinungen und Erfahrungen der Lernenden ab ("How did you feel when you first started at this school?"). Durch "Referential Questions" entsteht echter Kommunikationsbedarf. Die Information Gap Activities machen sich dieses Prinzip zunutze: Durch das gezielte Vorenthalten von Informationen entstehen Fragen, die zwar nicht auf die persönliche Meinung abzielen, sondern auf den Erhalt fehlender Informationen. Da der Fragende die Antwort tatsächlich nicht kennt, wird die Kommunikation authentisch und zielgerichtet. D) Die Schieflage (Heterogenität) Die "Sprech-Steine": Gerechtigkeit durch Struktur Damit die leistungsstarken Schülerinnen und Schüler den Unterricht nicht dominieren und die Unsichtbaren sich in Schweigen hüllen, können "Sprech-Steine" zum Einsatz kommen. Das Prinzip ist simpel: Jede Schülerin und jeder Schüler erhält vorab eine bestimmte Anzahl an Steinen (zum Beispiel drei Stück), die während der Diskussion eingesetzt werden können. Immer, wenn die Schülerin oder der Schüler einen Beitrag leistet, wird einer der Steine in die Mitte gelegt. Sind die Steine der Person aufgebraucht, erfolgt der Wechsel zunächst in die Rolle der aktiven zuhörenden Person. Mit den Sprech-Steinen erzielt man zwei Effekte: Fokussierung: Engagierte Sprecherinnen und Sprecher lernen, sich zurückzuhalten und ihre Beiträge auf das Wesentliche zu reduzieren. Aktivierung: Zurückhaltende Schülerinnen und Schüler erhalten einen sanften Anreiz, sich einzubringen. Sie sehen visuell vor sich, dass ihre Meinung noch gefragt ist. Didaktischer Hintergrund: Die Sprech-Steine basieren auf den Prinzipien des kooperativen Lernens. Hier geht es um die "Equal Participation" (gleiche Beteiligung). Didaktisch gesehen überträgt die Lehrkraft die Verantwortung auf die Klasse. So lernen die Schülerinnen und Schüler nicht nur Vokabeln, sondern auch, wie man eine Diskussion eigenständig und fair organisiert. Fazit: Von der Wissensvermittlung zum Kommunikations-Coach Man kann also festhalten: Das Schweigen im Klassenzimmer beruht in der Regel nicht auf mangelndem Interesse der Schülerinnen und Schüler oder Faulheit. Oft fehlen den Schülerinnen und Schülern die richtigen Werkzeuge oder der Mut zum Sprechen. Wenn wir Sarah die Angst vor dem Grammatikfehler nehmen (Sprachbuffet), Marc die nötige Bedenkzeit geben (Thinking Card) und durch echte Probleme (Information Gap) einen Grund zum Reden schaffen, verändert sich die Unterrichtsdynamik grundlegend. Die Lehrkraft hält sich in den aktiven Phasen bewusst zurück. Sie sucht nicht mehr aktiv nach Fehlern, sondern begleitet das Gespräch der Schülerinnen und Schüler im Hintergrund. Der Lohn für diese Mühe: Die Schülerinnen und Schüler erleben die Fremdsprache nicht mehr als Hindernis, sondern als nützliches Werkzeug. Wenn sie merken, dass der Inhalt wichtiger ist als die perfekte Grammatik, entsteht das, was wir uns alle wünschen: echte Interaktion. Der praktische Transfer – ein Beispiel Die "Speak-up" Woche In der neuen Woche beginnen wir eine Unterrichtsreihe zum Thema "Social Media".Um die Kommunikation unter den Schülerinnen und Schülern anzuregen, integrieren wir die oben genannten Methoden. 1. Das "Sprachbuffet" im Klassenraum (Visualisierung) Die Materialien des Sprachbuffets werden im Klassenraum ausgehängt. Station 1 (Tafel links): Level 1 – Phrasen "I think social media is fun." "I agree that social media is great." Station 2 (Tafel rechts): Level 2 – Phrasen "I doubt that social media is always good for us because people want to look perfect." "On the other hand, social media is very helpful because you can talk to your friends anytime." Station 3 (ein hinterer Beistelltisch im Klassenzimmer): Level 3 – Phrasen "I agree that social media is important because we can stay in touch with friends." "On the other hand, social media is great for learning new things and finding creative ideas." 2. Die "Thinking Card" als Ampelsystem Statt einer einzelnen Karte können Sie auch verschiedene Karten als Ampel benutzen. Rot: "Ich höre gerade nur zu und sortiere meine Gedanken." Gelb: "Ich brauche noch 30 Sekunden Vorbereitungszeit (Thinking Card)." Grün: "I'm ready to talk!" Effekt: Das hilft, die richtigen Schülerinnen und Schüler anzusprechen, ohne Druck aufzubauen. 3. Die "Information Gap" im Alltag (The Daily Gap) Integrieren Sie kleine Informationslücken in Routineaufgaben. Beispiel Hausaufgaben-Check: Partner A hat die Lösungen für Aufgabe 1 und 3, Partner B für 2 und 4. Sie müssen miteinander reden, um ihr Heft zu vervollständigen. Transfer-Tipp: Benutzen Sie "Referential Questions" am Stundenanfang: "Don’t tell me what you did, tell me how you felt on Monday morning." (Hier gibt es kein Richtig oder Falsch). 4. Sprech-Steine 2.0 (Murmeln oder Clips) Anstatt echter Steine kann man auch Büroklammern nutzen, wenn diese zu schwer sind oder zu viel Lärm machen. Die Regel: Jede Person muss bis Ende der Woche 5 Klammern "verbraucht" haben. Der Clou: Wer die Klammern zuerst losgeworden ist (die "Peters" der Klasse), wird zum "Coach" ernannt und muss nun einer Mitschülerin oder einem Mitschüler helfen, dessen Klammer loszuwerden, indem er ihm eine einfache Frage stellt. 5. Delayed Correction Damit die Angst vor Fehlern (wie bei Sarah) den Redefluss nicht stoppt, wird während der gesamten "Speak-up"-Woche nicht sofort korrigiert. Stattdessen nutzen wir die Delayed Correction: Während die Schülerinnen und Schüler mit ihren Büroklammern und Phrasen diskutieren, hält sich die Lehrkraft im Hintergrund und notiert häufige Fehler ohne die Namen der Schülerinnen und Schüler zu notieren. (zum Beispiel "He don’t" oder Aussprachefehler). Die gesammelten Sätze werden anonymisiert an die Tafel geschrieben. Die Klasse arbeitet nun gemeinsam an der Verbesserung der Sätze.

  • Fächerübergreifend / Englisch
  • Sekundarstufe I, Sekundarstufe II, Berufliche Bildung

Unterrichtsmaterial: Rechtssicherheit durch Lizenzierung

Fachartikel

Haben Sie sich auch schon mal gewundert, was es mit den kleinen CC-Bildchen oder dem Hinweis "Frei nutzbar" auf sich hat, die bei den Unterrichtsmaterialien von Lehrer-Online die rechte Spalte bevölkern? Bevor Verunsicherung oder Verwirrung entsteht, gibt es hier die Erklärung zu den kleinen Symbolen. Waren Sie schon mal in der Situation, dass Sie tolles Unterrichtsmaterial im Netz gefunden haben, Sie aber nicht sicher waren, wie Sie es für den Unterricht nutzen dürfen? Sie nicken? Stimmt, nicht selten fehlen Angaben zum Urheberrecht bei Materialien aus digitalen Medien. Genau an dieser Stelle setzt die Idee der Lizensierung an. Besonders bekannt ist in diesem Kontext die Bewegung der "Open Educational Resources" (OER).

  • Informatik / Wirtschaftsinformatik / Computer, Internet & Co. / Informationstechnik / Fächerübergreifend

Weihnachtsbingo: Begriffe sammeln und spielerisch festigen

Kopiervorlage

Bei dieser Spielidee eines Weihnachtsbingos für die Vorweihnachtszeit werden Weihnachtsbegriffe gesammelt und anschließend in einem Spielfeld notiert. Wer die richtigen Begriffe aufschreibt, gewinnt mit etwas Glück das Klassen-Bingo! Die Kopiervorlage bietet Lehrkräften ein flexibel einsetzbares Lernspiel für die Vorweihnachtszeit . Die Schülerinnen und Schüler sammeln zunächst Weihnachtsbegriffe und tragen diese anschließend in ein Bingo-Spielfeld ein. Je nach Schwierigkeitsstufe stehen Vorlagen mit 9 oder 16 Bingo-Feldern zur Verfügung. Gewonnen wird, wenn passende Begriffe aufgerufen oder über Bildkarten eingebunden werden und sich daraus ein vollständiges Bingo ergibt. Das Material ist fächerübergreifend angelegt und für Primarstufe, Sekundarstufe I, Sekundarstufe II und berufliche Bildung ausgewiesen. Besonders geeignet ist es für Klassenleiterstunden, Vertretungsstunden oder den Unterricht kurz vor Weihnachten, wenn eine aktivierende, kommunikative und zugleich strukturierte Lernphase gefragt ist. Auch im Fremdsprachen-Unterricht lässt sich die Spielidee nutzen, etwa zur Wiederholung thematischer Wortfelder oder zur Festigung von Vokabeln. Neben der weihnachtlichen Variante eröffnet das Bingo weitere Einsatzmöglichkeiten: Die Spielidee kann mit anderen Bildkarten zu Festen und Feiertagen wie Karneval, Ostern oder Halloween umgesetzt werden. Ebenso sind fachliche Anpassungen denkbar, etwa mit Tierarten im Biologie- oder Sachkunde-Unterricht oder mit Wortfeldern wie Lebensmitteln in Englisch, Spanisch oder Französisch. Lehrkräfte erhalten mit dem Weihnachtsbingo ein niedrigschwelliges Material, das Wortschatzarbeit , Kommunikation, Konzentration und spielerische Wiederholung verbindet. Die ausgedruckten Bingo-Vorlagen, Bildkarten sowie einfache Zusatzmaterialien wie Magnete oder Klebeknete ermöglichen einen schnellen Einsatz im Unterricht. Vorbereitung des Bingospiels Kleben Sie die Bildkarten mit etwas Platz an die Tafel. Lassen Sie die Schülerinnen und Schüler im Anschluss alle Bilder beschriften. Ideal ist diese Übung im Fremdsprachen-Unterricht, da man hier die Begriffe und damit neues Vokabular in der Fremdsprache sammeln kann. Aber ebenso gut lassen sich damit auch in anderen Fächern beispielsweise Fachbegriffe üben. Spielanleitung Erklären Sie der Klasse anschließend die Spielregeln des Weihnachtsbingos: Jeder Lernende muss in sein Bingo-Feld 9 oder 16 Begriffe von der Tafel eintragen. Kein Begriff darf doppelt vorkommen. In der ersten Runde ist die Lehrkraft die Spielleitung und nennt einen ersten Begriff. Alle Lernenden, die den Begriff auf ihrem Bingo-Feld notiert hatten, dürfen diesen nun mit einem Kreuz durchstreichen. Im Anschluss folgt ein zweiter Begriff. Wieder dürfen alle Schülerinnen und Schüler ihr Kreuz setzen, wenn Sie den Begriff notiert hatten. Dies wird solange fortgesetzt, bis ein Lernender drei Begriffe in einer Reihe -entweder horizontal, vertikal oder diagonal - durchstreichen konnte. Dieser Lernende ruft nun laut "BINGO!" und zeigt der Lehrkraft das ausgefüllte Bingo-Feld. Ist das Blatt richtig ausgefüllt, so kürt die Lehrkraft den Gewinner. Der Lernende darf nun entweder neuer Spielleiter beziehungsweise neue Spielleiterin werden oder sich einen Gewinn aussuchen. Fachkompetenzen Die Schülerinnen und Schüler sammeln thematisch passende Weihnachtsbegriffe und ordnen sie einem Bingo-Spielfeld zu. festigen bekannten Wortschatz durch spielerische Wiederholung und gezielte Auswahl. übertragen die Bingo-Spielidee auf weitere Themenfelder, Feste, Fachinhalte oder Fremdsprachen. Medienkompetenzen Die Schülerinnen und Schüler nutzen Bingo-Vorlagen und Bildkarten strukturiert für ein regelgeleitetes Lernspiel. entnehmen Bildkarten oder aufgerufenen Begriffen relevante Informationen für das eigene Spielfeld. dokumentieren ausgewählte Begriffe übersichtlich in einem 9er- oder 16er-Bingo-Raster. Sozialkompetenzen Die Schülerinnen und Schüler spielen nach vereinbarten Regeln fair und aufmerksam in der Lerngruppe. vergleichen eigene Begriffsauswahlen mit denen anderer Lernender. stärken durch gemeinsames Spielen, Zuhören und Mitfiebern die Klassengemeinschaft in der Adventszeit.

  • Fächerübergreifend
  • Primarstufe, Sekundarstufe I, Sekundarstufe II, Berufliche Bildung

Lobkärtchen für die Sekundarstufe

Kopiervorlage
4,99 €

Mit diesen ansprechend gestalteten Lobkärtchen können Sie Schülerinnen und Schüler der Sekundarstufe für gute schulische Leistungen oder ihr besonderes (Arbeits-)Verhalten loben. Fachübergreifende und fremdsprachliche Formulierungen für Englisch, Spanisch und Französisch motivieren die Lernenden zum weiteren Engagement in der Schule. Für die Lernentwicklung und die Motivation in der Schule ist positive Bestärkung essentiell. Dieses Unterrichtsmaterial ermöglicht es, Lehrerinnen und Lehrer ihre Lernenden spontan zwischendurch zu loben, Anerkennung auszudrücken und Lernfortschritt deutlich zu machen. Die für die Sekundarstufe ausgelegten Lobkärtchen können ganz einfach ausgedruckt, ausgeschnitten und gezielt verteilt werden, wenn die Schülerinnen und Schüler eine gute Leistung oder Engagement im oder auch neben dem Unterricht gezeigt haben. Es gibt sowohl fachübergreifende Formulierungen als auch fremdsprachliche Kärtchen für den Unterricht in Englisch, Französisch und Spanisch. Die unterschiedliche Gestaltung der Kärtchen ist altersgerecht und ansprechend für die Sekundarstufen I und II. Für jede Unterrichtssituation gibt es ein passendes Lob, mit dem Sie durch Layout und anerkennende Worte motivieren und zum weiteren Arbeiten anregen können, damit Leistung und (Arbeits-)Verhalten der Lernenden auch entsprechende Wertschätzung finden. Legen Sie doch schön gestaltete Anerkennungen wie "Awesome", "Continue ainsi!", "¡Buen trabajo!" oder "Bleib dabei!" nach der nächsten Hausaufgabenkontrolle in das ein oder andere Heft und überraschen Sie die Lernenden damit. Mega! ;-) Hier finden Sie passende Lobkärtchen für die Grundschule .

  • Fächerübergreifend
  • Sekundarstufe I, Sekundarstufe II, Berufliche Bildung

Kopiervorlage: Lernendenfeedback zum Unterricht

Kopiervorlage
1,99 €

Diese Kopiervorlage für Lernendenfeedback unterstützt Lehrkräfte fächerübergreifend in Sekundarstufe I, Sekundarstufe II und beruflicher Bildung dabei, Rückmeldungen zu Unterricht, Classroom-Management, Hausaufgaben sowie Medien und Materialien einzuholen. Die Kopiervorlage "Lernendenfeedback zum Unterricht" ermöglicht Lehrkräften, Referendarinnen und Referendaren eine strukturierte Rückmeldung aus ihren Lerngruppen einzuholen. Der Feedbackbogen ist fächerübergreifend einsetzbar und richtet sich an Sekundarstufe I, Sekundarstufe II und berufliche Bildung . Er eignet sich besonders für Phasen der Unterrichtsreflexion, für die Weiterentwicklung der eigenen Unterrichtspraxis sowie für Ausbildungssituationen im Referendariat. Referendarinnen und Referendare, aber auch "gestandene" Lehrkräfte, können mit dieser Kopiervorlage Rückmeldung zu verschiedenen Aspekten ihres Unterrichts bei ihren Lerngruppen einholen: zum Lehrerkräfte-Lernenden-Verhältnis zum Classroom-Management zu den erteilten Hausaufgaben und zu den eingesetzten Medien und Materialien. Die Kopiervorlage steht als PDF-Datei und als editierbares Word-Dokument zur Verfügung. Dadurch kann der Feedbackbogen direkt eingesetzt oder an die jeweilige Lerngruppe, Unterrichtssituation und individuelle Fragestellung angepasst werden. Besonders hilfreich ist das Material, wenn Rückmeldungen nicht nur punktuell, sondern als Teil einer reflektierten und wertschätzenden Feedbackkultur genutzt werden sollen. Die Unterrichtseinheit beziehungsweise das Arbeitsmaterial stärkt die Beteiligung der Lernenden, indem ihre Perspektive ernst genommen und für die Weiterentwicklung von Unterricht nutzbar gemacht wird. Zugleich unterstützt der Feedbackbogen eine transparente Kommunikation über Lernbedingungen, Erwartungen und Verbesserungsmöglichkeiten im Schulalltag.

  • Fächerübergreifend
  • Sekundarstufe I, Sekundarstufe II, Berufliche Bildung

Was wirklich passiert, wenn verbeamtete Lehrkräfte kündigen

Fachartikel

Verbeamtete Lehrkräfte, die über eine Kündigung nachdenken, unterschätzen oft die finanziellen und versicherungsrechtlichen Folgen. Dieser Beitrag fasst die wichtigsten Konsequenzen mit den relevanten Paragraphen und ohne Coaching-Floskeln zusammen. Wenn eine verbeamtete Lehrkraft ernsthaft kündigen will, beginnt der eigentliche Schock meistens nicht beim Antrag. Er beginnt, wenn die zuständige Personalstelle drei Dinge erklärt, die vorher niemand erwähnt hat: Die Beihilfe endet am letzten Diensttag. In die gesetzliche Krankenversicherung führt kein einfacher Weg zurück. Und Arbeitslosengeld steht Beamten nicht zu. Der Antrag selbst ist unkompliziert. Was danach passiert, ist es nicht. Der rechtliche Rahmen Die zentrale Norm für Landesbeamte ist § 23 Abs. 1 Satz 1 Nr. 4 Beamtenstatusgesetz (BeamtStG): Beamtinnen und Beamte sind zu entlassen, wenn sie die Entlassung in schriftlicher Form verlangen. Die Behörde hat kein Ermessen, das heißt, der Antrag wird vollzogen, nicht geprüft oder bewilligt. Eine Ablehnung aus Bedarfs- oder Stellengründen ist ausgeschlossen. Für Bundesbeamte gilt die inhaltlich entsprechende Regelung in § 33 Abs. 1 Bundesbeamtengesetz (BBG). Der Antrag kann innerhalb von zwei Wochen nach Zugang zurückgenommen werden; danach nur noch mit Zustimmung der Behörde. Die Behörde kann den Entlassungstermin um maximal drei Monate hinausschieben. Für Lehrkräfte kommt eine landesrechtliche Besonderheit hinzu: Die Entlassung soll zum Ende eines Schulhalbjahres erfolgen. Die formalen Stichtage sind der 31. Januar und der 31. Juli – abgeleitet aus dem Schuljahr, das in allen Bundesländern vom 1. August bis 31. Juli läuft. Diese Schulhalbjahres-Klausel ist eine Soll-Regelung. In begründeten Einzelfällen, etwa bei einem bereits unterschriebenen Arbeitsvertrag mit festem Startdatum, kann davon abgewichen werden. Der Beamtenstatus ist faktisch endgültig weg Mit der Entlassung erlöschen alle Rechte und Pflichten aus dem Beamtenverhältnis. Eine spätere Wiederverbeamtung ist rechtlich möglich, in der Praxis aber selten: Sie hängt vom Bedarf des Dienstherren, den Höchstaltersgrenzen des Bundeslandes und einer neuen amtsärztlichen Eignungsuntersuchung ab. Wer mit 45 kündigt und mit 50 zurück will, wird in den meisten Ländern abgelehnt. Kein Anspruch auf Arbeitslosengeld Beamtinnen und Beamte sind nach § 27 Abs. 1 Nr. 1 SGB III versicherungsfrei in der Arbeitslosenversicherung. Sie zahlen keine Beiträge und erwerben keine Anwartschaften. Wer aus dem Beamtenverhältnis ausscheidet, hat keinen Anspruch auf Arbeitslosengeld I, auch nicht nach zwanzig Dienstjahren. Was bleibt, ist Bürgergeld nach SGB II (ab 1. Juli 2026: Grundsicherungsgeld): bedürftigkeitsabhängig, mit Vermögensgrenzen und ohne Bezug zur früheren Besoldung. Die Beihilfe endet am letzten Diensttag Während der aktiven Dienstzeit übernimmt der Dienstherr je nach Familienstand und Bundesland 50 bis 70 Prozent der Krankheitskosten als Beihilfe. Dieser Anspruch erlischt mit dem letzten Diensttag, und zwar ohne Übergangsfrist und ohne Nachwirkung. Ab dem Folgetag trägt die Lehrkraft die Krankheitskosten vollständig selbst. Die private Krankenversicherung wird deutlich teurer Die meisten verbeamteten Lehrkräfte sind privat krankenversichert, weil die PKV in Kombination mit der Beihilfe günstiger ist als die GKV. Ohne Beihilfe verschiebt sich diese Rechnung erheblich. Denn der bisherige PKV-Tarif deckte nur den Restbedarf nach Beihilfe ab. Nach der Entlassung muss auf vollen Versicherungsschutz umgestellt werden. Die Beitragshöhe hängt von Versicherer, Eintrittsalter und Tarifwerk ab. Es besteht ein Rechtsanspruch auf den Basistarif nach § 152 Versicherungsaufsichtsgesetz (VAG). Der Beitrag ist auf den GKV-Höchstbeitrag gedeckelt, die Leistungen entsprechen aber nur dem GKV-Niveau. Für ältere Lehrkräfte mit Vorerkrankungen ist der Basistarif oft die einzige bezahlbare Option. Eine Rückkehr in die GKV ist ab 55 faktisch ausgeschlossen Nach § 6 Abs. 3a SGB V sind Personen von der GKV-Pflichtversicherung ausgeschlossen, die das 55. Lebensjahr vollendet haben und in den letzten fünf Jahren nicht gesetzlich versichert waren. Für eine Lehrkraft, die seit der Verbeamtung durchgehend privat versichert war, ist die GKV-Tür ab 55 rechtlich verschlossen, auch bei Aufnahme einer sozialversicherungspflichtigen Beschäftigung. Wer einen Wechsel vor dem 55. Geburtstag plant, hat deutlich mehr Spielraum. Das Altersgeld: eine dritte Option neben Pension und Nachversicherung Beim freiwilligen Ausscheiden stehen viele Lehrkräfte vor der Annahme, sie verlieren ihre Pension vollständig. Das ist nicht in allen Bundesländern der Fall. In neun Ländern und im Bund gibt es das Altersgeld, einen eigenständigen Versorgungsanspruch als Alternative zur Nachversicherung in der gesetzlichen Rentenversicherung. Es wird ab dem regulären Renteneintrittsalter monatlich gezahlt, lebenslang. Die Differenz zur Nachversicherung kann erheblich sein. Welche Länder ein Altersgeldgesetz haben: Baden-Württemberg, Bremen, Hamburg, Hessen, Mecklenburg-Vorpommern, Niedersachsen, Sachsen, Schleswig-Holstein und Thüringen. Kein Altersgeld gibt es in Bayern, Berlin, Brandenburg, Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz, im Saarland und in Sachsen-Anhalt. Für gesundheitlich belastete Lehrkräfte: Dienstunfähigkeit prüfen Ein Punkt, der in der Beratungspraxis häufig zu kurz kommt: Lehrkräfte, die wegen gesundheitlicher Probleme über eine Kündigung nachdenken, sollten vorher prüfen, ob eine Versetzung in den Ruhestand wegen Dienstunfähigkeit nach § 26 BeamtStG in Betracht kommt. Dieser Weg führt zu sofortigem Ruhegehalt mit Zurechnungszeit und lebenslanger Beihilfe – die freiwillige Kündigung dagegen zu keiner Versorgung bis zum regulären Rentenalter. Was vor dem Antrag geklärt sein sollte Wer ernsthaft über eine Entlassung nachdenkt, sollte vorher drei Dinge schwarz auf weiß haben: eine konkrete berufliche Anschlusslösung, die exakte Versorgungsrechnung für das eigene Bundesland – Altersgeld oder Nachversicherung, mit konkreten Beträgen von der zuständigen Versorgungsstelle – und die neue Krankenversicherungslösung einschließlich der Beitragshöhe nach Wegfall der Beihilfe. Beratung für eine solche Entscheidung bieten der Personalrat und die zuständige Gewerkschaft besser vor der Unterschrift als danach. Literaturverzeichnis Beamtenstatusgesetz (BeamtStG). Online: https://www.gesetze-im-internet.de/beamtstg/. Bundesbeamtengesetz (BBG). Online: https://www.gesetze-im-internet.de/bbg_2009/. Sozialgesetzbuch Drittes Buch (SGB III). Online: https://www.gesetze-im-internet.de/sgb_3/. Sozialgesetzbuch Fünftes Buch (SGB V). Online: https://www.gesetze-im-internet.de/sgb_5/. Versicherungsaufsichtsgesetz (VAG). Online: https://www.gesetze-im-internet.de/vag_2016/. Altersgeldgesetz (AltGG) vom 28. August 2013. Online: https://www.gesetze-im-internet.de/altgg/.

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KI in Unterricht und Schule - Darauf müssen Sie achten

Fachartikel

"Die Frage ist nicht, wie kriegen wir KI aus den Klassenarbeiten weg, sondern wie können wir Klassenarbeiten schreiben, bei denen man KI nutzen und reflektieren kann, sodass die Diskrepanz zwischen der schulischen Realität und der Welt, in der wir leben, nicht immer größer wird.", so Bob Blume in einem seiner zahlreichen Analysen über den Einzug von KI ins Bildungssystem. Genau diese Diskrepanz prägt den Schulalltag: Schülerinnen und Schüler nutzen KI längst selbstverständlich, während Lehrkräfte sie pädagogisch einordnen und begleiten müssen. Neben dieser didaktischen Herausforderung kommt jedoch ein weiterer, oft unterschätzter Aspekt hinzu: KI ist längst auch Teil des Arbeitsalltags von Lehrkräften. Die zentrale Frage ist jedoch, wo KI sinnvoll genutzt werden kann und welche Punkte Sie bei der rechtssicheren und pädagogisch verantwortungsvollen Verwendung beachten müssen: Ihr KI-Infopaket sichern !

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Lehrkräfte schaffen Resonanz: So entsteht ein starkes Lernklima im Klassenzimmer

Fachartikel
5,99 €

Wir spüren es beim Betreten des Klassenzimmers: Diese leise Schwingung zwischen uns und den Lernenden, die den Raum mit Klasse und Leben füllt. Dieser Beitrag ist eine Einladung, Schule als Resonanzraum zu erleben – als Ort, an dem echte Verbindungen den Ton angeben. Resonanzpädagogik und die wichtigsten Erkenntnisse zur Freisetzung von Lehr-KRAFT Lernen gelingt, wenn Du als Lehrkraft, deine Lernenden und der Lerngegenstand in einem fruchtbaren Wechselverhältnis zueinanderstehen. Wenn du das erreichst, entsteht Resonanz – als natürliches Phänomen beschreibt Resonanz einen grundlegenden physikalischen Mechanismus, der in vielen Bereichen vorkommt, von der Mechanik über die Akustik bis zur Teilchenphysik. Der Mediziner Joachim Bauer greift den Resonanzbegriff auf, um die elementaren Prozesse in der Entwicklung des Selbst zu beschreiben. Daraufhin entwickelt der Soziologe Hartmut Rosa die Resonanzpädagogik. Resonanz zu erzeugen, so meine Erfahrung, ist eine der wichtigsten Grundbedingungen für ein gelungenes Lernerlebnis. Für Rosa bedeutet Resonanz "In-Beziehung-Treten mit einer Sache", zugleich bildet Resonanz "ein Moment der Offenheit und Unverfügbarkeit […]" (Rosa und Endres 2026:7). Wie ist das im Unterricht möglich? Dazu bedarf es einer kleinen Exkursion in die Physik: Resonanz – wenn Schwingungen sich gegenseitig verstärken Resonanz beschreibt ein Phänomen, bei dem ein schwingungsfähiges System besonders stark reagiert, wenn es von außen mit der passenden Frequenz angeregt wird – nämlich mit seiner Eigenfrequenz . In diesem Moment überträgt sich die Energie der äußeren Kraft besonders wirkungsvoll auf das System. Die Folge: Die Schwingung wird deutlich stärker als die ursprüngliche Anregung. Wie Resonanz entsteht: Schwingungsfähiges System: Jedes System, das schwingen kann – sei es eine Brücke, ein Musikinstrument oder ein Molekül – besitzt eine oder mehrere Eigenfrequenzen, also "Lieblingsfrequenzen", auf denen es besonders leicht in Bewegung gerät. Äußere Anregung: Eine periodische äußere Kraft (zum Beispiel Wind, Schall, elektrische Impulse) wirkt auf das System ein und liefert Energie. Treffen der Frequenzen: Stimmen die Frequenz der äußeren Anregung und die Eigenfrequenz des Systems überein, kommt es zur Resonanz. Die Energieübertragung läuft dann besonders effizient. Verstärkte Schwingung: Das System reagiert mit einer deutlich größeren Schwingungsamplitude – es "schaukelt sich auf". Wie können wir uns diesen Mechanismus für unsere Lehr- und Lernstunden in jedem Fach zunutze machen? "Unterricht" war gestern – heute gilt "freedom to learn" (Carl Rogers) Carl Rogers forderte schon in den 1960er Jahren die Ermöglichung von Lernen. Sein Konzept von der Freiheit des Lernens bedeutet keineswegs Beliebigkeit. "Freedom to learn" meint, Vertrauen in die Lernenden zu haben, in ihre Entwicklung, ihrer Einsatzbereitschaft, die sich von Natur aus einstellt, wenn das physikalische Phänomen der Resonanz durch Neugier, persönlicher Ansprache und Kooperation anstatt Konkurrenz im Mittelpunkt stehen. Den Beginn des resonanten Klassenzimmers markiert das Interesse der Lernenden: Welche Fragen bringen sie mit? Was bewegt sie, bedingt durch das Alter, die Herkunft, die mentalen Dispositionen? Wichtig ist, zuerst sich selbst als Kraft des Lehrens und Lernens zu begreifen, dann erst sind die Bedingungen für energiereiches Lernen gegeben. Energie entsteht, wenn die Lernenden Fragen stellen. Schülerinnen und Schüler wollen wissen: Welche Relevanz für mein Dasein in der Welt kann ich in dem vorgegebenen Lernthema erkennen? Wenn du als Lehrkraft die Bedeutsamkeit des Lerninhalts personalisierst, indem du einen Inhalt auswählst, der eine vertiefende Auseinandersetzung mit dieser Frage möglich macht, werden deine Lernenden zu aktiven Gestalterinnen und Gestaltern ihres Lernprozesses, anstatt zu passiven Konsumierenden von bloßem Faktenwissen. Rogers humanistische Pädagogik und Rosas Resonanzpädagogik treffen sich an dieser Stelle, nämlich in der Annahme, dass Lernen ein lebendiges Beziehungsgeflecht ist. Wann gilt ein Lerngegenstand als "resonant"? Resonant wird ein Lerngegenstand, wenn er drei Bedingungen erfüllt: Bedeutsamkeit: Lernende erkennen im Lerninhalt ihre persönlichen Fragen, ihre Gegenwart und Zukunft. Ansprechbarkeit: Der Lerngegenstand ermöglicht das Sprechen über die Sache durch den Vorrang von affektiven Lernkanälen vor kognitiven Zugängen zum Inhalt. Unverfügbarkeit: Resonanz lässt sich nicht erzwingen – sie entsteht im Moment, in dem der Funke überspringt, allein durch Dich als schwingungsfähiges System und Führungskraft im Klassenzimmer, die ihre Lernenden in den Mittelpunkt ihrer pädagogischen Arbeit stellt. Ein Beispiel: Das Thema Soziale Gerechtigkeit bleibt abstrakt, solange es nur mit Ergebnissen aus sozialwissenschaftlichen Studien, Statistiken und Umfragen gefüllt ist. Sobald die Klasse jedoch vorhandene Privilegien reflektiert und eigene Handlungsmöglichkeiten diskutiert, wird der Lernraum zum Energieraum – also resonant – man spricht vom Globalen und wechselt die Perspektive hin zum Persönlichen. Es findet eine Bewegung statt: vom Abstraktem zum Erlebbaren. Der Effekt: Du als Lehrkraft fühlst dich lebendig, denn du bist Initiatiorin oder Initiator eines positiven Wirkungskreislaufs. Leuchtende Augen von Kindern und Jugendlichen blicken dich voller Wertschätzung und Freude an. Du fühlst dich wie ein Musikinstrument, das lauter klingen will. Drei Organisationstools für ein resonantes Klassenzimmer Resonanzräume lassen sich systematisch gestalten. Ich stelle drei Tools vor, die wie praktische Werkzeuge genutzt werden können: Sitzordnung: Meiner Erfahrung nach ist eine dezidierte Lerngruppenanalyse sehr hilfreich, um eine maximale Resonanz in den Arbeitsphasen zu erzeugen. Ich teile die Schülerinnen und Schüler in zwei unterschiedlichen Gruppen ein und setze sie nach dem Schlüssel-Schloss-Prinzip (bekannt aus der Biologie) zusammen. Hierzu hilft die Analyse des Lern- und Arbeitsverhaltens im Hinblick auf fachspezifische und überfachliche Kompetenzbereiche. Rituale der Verbindlichkeiten: Ritualisierte, zur Lerngruppe passende Kooperationsformen, wie zum Beispiel das Think-Pair-Share-Verfahren, das je nach Spezifika der Lerngruppe, unterschiedlich zu gestalten ist. Ebenso hat sich der Einsatz von Musik zu Stundenbeginn als sinnvoll erwiesen. So erhalten die Lernenden die Gelegenheit, sich auf das Lernen einzustimmen. Das Lernen im Klassenzimmer öffnen : Share-Phasen in den digitalen Raum verschieben. Nutze die digitale Plattform deiner Schule als Raum zur Initiierung von positiven Spiegelungs- und Wertschätzungsprozessen und stärke damit das Klassengefühl deiner Schülerinnen und Schüler! Diese und viele weitere Tools helfen dir, deine Lehr-Kraft zu spüren. Sie schaffen einen verlässlichen Rahmen, der Offenheit zulässt, ohne ins Chaos abzugleiten. Fazit Resonanzpädagogik erinnert daran, dass Schule mehr ist als eine Stätte für Wissensaneignung. Sie zeigt auf, wie Schule und Klassenzimmer zum Ort der echten Leistung durch authentische menschliche Verbindung wird. Entscheidend ist nicht die perfekte Inszenierung von "Unterricht". Es kommt auf die Haltung an: Eine Lehrkraft agiert kraftvoll, wenn sie selbst in Resonanz geht mit ihrem Fach, mit ihren Schülerinnen und Schülern und dem geht voraus, mit sich selbst. Resonanz erzeugt wechselseitige Dynamik – deine Lehr-Kraft bildet die Lern-Kraft deiner Klasse. Literaturverzeichnis Rogers, Carl R. (1969). Lernen in Freiheit. München: Kösel-Verlag. Rosa, Harmut und Wolfgang Endres (2016). Resonanz Pädagogik. Weinheim: Beltz Verlag.

  • Fächerübergreifend
  • Berufliche Bildung, Elementarbildung, Primarstufe, Sekundarstufe I, Sekundarstufe II

Kennenlernspiel im Unterricht: Paarinterview für den Schulstart

Kopiervorlage

Dieses Kennenlernspiel mit Paarinterview fördert Kommunikation und Austausch und unterstützt einen gelungenen Einstieg in den Schulalltag. Die Unterrichtseinheit bietet einen motivierenden und kommunikativen Einstieg in den Schulalltag der Sekundarstufe und unterstützt das gegenseitige Kennenlernen innerhalb der Lerngruppe. Das Paarinterview als Kennenlernspiel schafft eine offene Gesprächsatmosphäre und erleichtert insbesondere zu Beginn eines Schuljahres oder bei neu zusammengesetzten Klassen den Aufbau sozialer Beziehungen. Im Zentrum steht eine strukturierte Interviewphase: Die Schülerinnen und Schüler arbeiten in Paararbeit zusammen und beantworten vorbereitete Fragen zu persönlichen Interessen, Einstellungen und Erfahrungen. Leitfragen wie Wünsche, Vorlieben oder Reaktionen auf bestimmte Situationen regen zum Austausch an und sorgen dafür, dass Gespräche nicht ins Stocken geraten. Im Anschluss stellen sich die Lernenden gegenseitig im Plenum vor. Dadurch werden sowohl kommunikative Kompetenzen als auch die Fähigkeit gestärkt, Informationen adressatengerecht zusammenzufassen und zu präsentieren. Gleichzeitig erhält die Lehrkraft Einblicke in die Persönlichkeit, Interessen und Besonderheiten der Lernenden, was den Beziehungsaufbau im Unterricht unterstützt. Das Material ist flexibel und fächerübergreifend einsetzbar und eignet sich besonders für den Schuljahresbeginn , Vertretungsstunden oder als aktivierende Methode zwischendurch. Es fördert eine positive Lernatmosphäre, stärkt das Gemeinschaftsgefühl und unterstützt nachhaltiges soziales Lernen. Fachkompetenzen Die Schülerinnen und Schüler beschreiben persönliche Interessen und Erfahrungen strukturiert. geben Informationen adressatengerecht wieder. präsentieren Inhalte mündlich vor der Lerngruppe. Medienkompetenzen Die Schülerinnen und Schüler nutzen ein Arbeitsblatt zur strukturierten Informationssammlung. bereiten Informationen für eine Präsentation auf. reflektieren eigene Kommunikationsprozesse. Sozialkompetenzen Die Schülerinnen und Schüler führen respektvolle Gespräche in Paararbeit. hören aktiv zu und gehen auf andere ein. stärken das Gemeinschaftsgefühl innerhalb der Lerngruppe.

  • Fächerübergreifend
  • Sekundarstufe I, Sekundarstufe II, Berufliche Bildung, Primarstufe

Unterrichtsmaterial und News für den fächerübergreifenden Unterricht an beruflichen Schulen

Hier finden Berufsschullehrkräfte kostenlose und kostenpflichtige Arbeitsblätter, Unterrichtsmaterialien und interaktive Übungen mit Lösungsvorschlägen zum Download und für den direkten Einsatz im fächerübergreifenden Unterricht oder in Vertretungsstunden. Die Materialien verbinden Fächer miteinander oder thematisieren überfachliche Kompetenzen und Inhalte wie Medienkompetenz, Digitalisierung, Umwelterziehung, Nachhaltigkeit und Gesundheit. Dieser Fachbereich bietet Lehrerinnen und Lehrern jede Menge Unterrichtsideen, Bildungsnachrichten sowie Tipps zu Apps und Tools für ihren fächerübergreifenden oder fächerverbindenden Unterricht. 

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Aktuelle News für den fächerübergreifenden Unterricht in der Berufsbildung