Diercke GIS 2.0

Erdkundeunterricht ohne Atlas ist wie Segeln ohne Wind (Ptolemaios zugeschrieben). Erdkundeunterricht ohne GIS ist wie Leben ohne Internet (Cyberweisheit des 21. Jahrhunderts).

Beschreibung

Adalbert Niedenzu ist Lehrer am Deutschherren-Gymnasium Aichach (Bayern) für die Fächer Erdkunde, Mathematik und Informatik.

 

Etwa 80 Prozent aller Entscheidungen des öffentlichen und privaten Lebens besitzen einen raumbezogenen Charakter. In diesem Zusammenhang besitzen Geodaten und die mit ihnen verbundenen geographischen Informationssysteme (GIS) eine Schlüsselstellung in der sich entwickelnden Informations- und Wissensgesellschaft. Die professionelle Arbeit im geographischen Bereich kommt ohne GIS schon seit den 80er Jahren nicht mehr aus und die Anwendungsmöglichkeiten von GIS-Technologie nehmen weiterhin rasant zu. Wie kann man Erdkundeunterricht praxisnäher gestalten als mit GIS? Das Diercke GIS des Westermann-Verlages ist das einzige GIS, das im deutschsprachigen Raum speziell für den Einsatz in der Schule konzipiert wurde. Seit 1999 auf den Markt, wurde im Frühjahr 2002 die Version 2.0 eingeführt. Diercke GIS leitet einen Paradigmenwechsel im Erdkundeunterricht ein: Es ist ein digitales Tool, welches die Schulatlanten in Papierform im Prinzip überflüssig machen wird. Auch curricular wurde diese Entwicklung mit der Einführung von GIS in den Erdkundelehrplan der Oberstufe in Baden-Württemberg (ab 2001), Bayern (ab 2003) und Hamburg bereits manifestiert.

Was ist neu?

Die Änderungen von Diercke GIS 2.0 gegenüber der Vorgängerversion 1.0 halten sich in Grenzen. Die Registrierung von Rasterdaten (Georeferenzierung) stellt wohl das wichtigste neue Tool dar. Damit lassen sich Bilddaten wie eingescannte topographische Karten mit den georeferenzierten Vektordatensätzen (zum Beispiel Diercke-Datenbausteinen) verknüpfen. Mit dem leicht zu bedienenden Tool WebView lassen sich Internetseiten (Online-Karten) unter anderem mit InternetExplorer-spezifischer Javascript-Zoomfunktion aus den in Diercke GIS erstellten Karten erzeugen. Auch vereinfachen sich mit der Umstellung von ArcView 3.1 auf 3.2a die Analysemöglichkeiten (Pufferassistent, Assistent zur Geoverarbeitung). Nicht zuletzt stieg die Resistenz des Programms gegen Abstürze.

Fazit - GIS gehört die Zukunft !

Mit Diercke GIS 2.0 steht der Schule ein GIS-Tool zur Verfügung, welches bislang konkurrenzlos ist, wobei der Preis von 126,40 € (Einzelplatzversion; der Preis für eine Raumlizenz liegt bei 288,60 €) niedriger ist als der Preis für einen Transparentfolienordner. Nicht-kommerzielle, kostenlose GIS-Produkte wie zum Beispiel WinDisp oder FreeGIS-Projekt leiden im Gegensatz zu Diercke GIS unter einer nicht-intuitiven Bedienoberfläche bzw. unter dem Mangel an Analysemöglichkeiten. Dass GIS ein fester Bestandteil des zukünftigen und modernen Erdkundeunterrichts sein wird, ist sicher. In den USA und Kanada ist die Arbeit mit GIS-Systemen (insbesondere ArcView) bereits in Erdkunde-Curricula der Grundschulen eingebettet. Selbst im Schwellenland Indien reflektiert man ernsthaft über die Einführung von GIS in der Sekundarstufe I. Auch an deutschen Universitäten gehört GIS zum Alltag der Geographiestudenten. Für jeden Erdkundelehrer sollte demnach gelten: Hinein in die GIS-Fortbildung!

Kurzinformation

TitelDiercke GIS 2.0
ZielgruppeJahrgangsstufe 7-13
VerlagWestermann Schulbuchverlag GmbH
VoraussetzungenWindows 95/98/NT 4.0/2000/ME/XP, IBM-kompatibler PC mit Pentium Prozessor (Pentium II empf.), 32 MB Arbeitsspeicher, 300 MB freier Festplattenspeicher, CD-ROM Laufwerk (mind. 24-fach), 15-Zoll Monitor (mind. Auflösung 800 x 600 Pixel)
PreiseEinzellizenz: 129 € Klassenraumlizenz: 299 € Schullizenz: 529 €
Bezugsquelleco.Tec GmbH
Autor
Avatar Adalbert Niedenzu

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