Beobachtung der ISS: Was "Heavens Above" alles kann

Eine kurze Anleitung und Screenshots geben einen Überblick zur Nutzung und zu den Funktionen der Webseite.

Allgemeine Hinweise

Warum registrieren?

Bevor Sie die Funktionen von "Heavens Above" nutzen können, müssen Sie sich unter "Configuration" registrieren ("Create new user account"). Danach können Sie sich unter "Registered user login" einloggen. Sie haben dann die Möglichkeit, verschiedene Standorte anzulegen ("Change your personal configuration" / "Observing Sites") und zwischen diesen zu wechseln ("Switch observing sites").

Kometen, Space-Shuttle-Flüge und mehr

"Heavens Above" ist nicht nur hilfreich für die Beobachtung der ISS, sondern informiert auch über Vorbeiflüge anderer Satelliten (zum Beispiel Envisat), anstehende Iridium Flares und astronomische Objekte (Kometen und Planeten). Sogar Space-Shuttle-Beobachtungen können geplant werden - zumindest so lange die Shuttle noch fliegen.

Sichtbare ISS-Überflüge

Screenshot aus "Heavens Above": Überflugtabelle
+ Abb. 1: Überflugtabelle

Prognosen für zehn Tage

Klicken Sie nach dem Login unter "Satellites" auf ISS. "Heavens Above" generiert dann eine tabellarische Zusammenstellung mit Details (Datum, Uhrzeit, Helligkeit) zu den ISS-Überflügen für die nächsten zehn Tage (Abb. 1, Platzhalter bitte anklicken). Für die Begriffe "magnitude", "azimuth" und "altitude" stehen per Link in ein kleines Glossar Erläuterungen zur Verfügung.

Screenshot aus "Heavens Above": Himmelskarte mit ISS-Flugbahn
+ Abb. 2: Himmelskarte

"Whole Sky Chart"

Nach dem Kick auf ein Datum öffnet sich ein neues Fenster, das eine Karte des gesamten Himmels zum ausgewählten Zeitpunkt darstellt (Abb. 2). Die ISS-Bahn wird als schwarze Linie dargestellt. Ein rotes Dreieck gibt die Flugrichtung an. Im in Abb. 2 dargestellten Fall muss die ISS zunächst aus dem Erdschatten herausfliegen, um in den Sonnenstrahlen der frühen Morgenstunden aufzuleuchten. Die Helligkeit des Objektes steigt dann zusehends an. Bei Beobachtungen in den Abendstunden kann der umgekehrte Fall eintreten: Die ISS fliegt in den Erdschatten und scheint zu "verglimmen", bevor Sie den östlichen Horizont erreicht.

Screenshot aus "Heavens Above": Überflugdetails
+ Abb. 3: Überflugdetails

"Pass Details"

Unterhalb der Himmelskarte werden die Details des Überflugs in Form einer Tabelle dargestellt (Abb. 3). Hier finden sich sekundengenaue Zeitangaben: Wann fliegt die ISS aus dem Erdschatten heraus? Wann erreicht sie die größte Höhe am Himmel? - und wie weit ist sie zu diesen Zeitpunkten vom Beobachter entfernt?

Screenshot aus "Heavens Above": Überflugsroute (Ground Track Plot)
+ Abb. 4: Überflugsroute

"Ground Track Plot"

Über der "Whole Sky Chart" (siehe Abb. 1) befindet sich unter "Ground Track" der Link "Click here". Wenn Sie der Aufforderung folgen, erscheint eine Karte, die die Flugbahn der ISS über dem Boden darstellt (Abb. 4). Innerhalb des roten Kreises befindet sich die Raumstation mindestens in einer Höhe von zehn Grad über dem Horizont. Im gestrichelten Teil der Flugbahn bewegt sich die ISS im Schatten der Erde. Durch die Zeitangaben kann man bei der Live-Beobachtung genau verfolgen, welchen Teil Europas die ISS gerade überfliegt. Kommentare wie "Jetzt ist sie gerade über der Normandie" oder "Nun hat sie Russland erreicht" relativieren die Alltagsvorstellungen der Schülerinnen und Schüler zu Geschwindigkeiten und Entfernungen. Die Position des Beobachtungsortes (hier Köln) ist im "Ground Track Plot" markiert.

Screenshot aus "Heavens Above": Detaillierte Sternkarte mit ISS-Flugbahn
+ Abb. 5: Sternkarte

"Detailed Star Chart"

Unter den "Pass Details" haben Sie die Möglichkeit, in eine detaillierte Sternkarte hinein zu zoomen (Abb. 5). Dies ist hilfreich, wenn Sie zum Beispiel das erste Aufglimmen der ISS beim Eintritt in die Morgensonne mit einem Fernrohr beobachten möchten. Die Detailkarten liefern dann die nötigen Referenzpunkte zur Ausrichtung des Geräts. Schließlich helfen die Karten auch bei der Beobachtung der Raumstation mit Amateurteleskopen.

Beobachtung der ISS mit Amateurteleskopen

Dies ist nicht ganz einfach und erfordert viel Übung, ist jedoch eine schöne Herausforderung für eine Astronomie-AG mit entsprechender optischer Ausrüstung. Hinweise und Tipps für ein solches Unterfangen finden sich auf vielen privaten Homepages: "Die ISS sieht bei neunzigfacher Vergrößerung aus wie ein kleiner, fliegender Käfer, der Rumpf ist hell strahlend und leicht oval, die beiden großen, seitlich angebrachten Sonnenkollektoren setzen sich in bräunlicher Färbung vom Rumpf ab", so Hubert Hermelingmeier auf der Internetseite der Privatsternwarte Boker Heide.

Autor
Avatar Dr. André Diesel

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In Kooperation mit

Internationales Astronomiejahr 2009

Dieser Unterrichtsvorschlag wurden im Rahmen des Internationalen Astronomiejahrs 2009 (IYA2009) bei Lehrer-Online veröffentlicht.