Sternhimmel im Juli: Beobachtung des Skorpions im Urlaub

Bereits auf den Kanarischen Inseln können Sie bei klarer Sicht den Schmetterlings- und den Ptolemäus-Sternhaufen beobachten.

Beispiel Gran Canaria

Der Skorpion am 01. Juli um 23:00 MESZ am Himmel über den Kanarischen Inseln (erstellt mit Stellarium)
+ Abb. 5: Skorpion

Das Sternbild Skorpion zeigt in unseren Breiten leider nur wenig von seiner Pracht. Wer in den Sommerferien jedoch in den Süden reist, sollte die Gelegenheit nutzen, die an Sternhaufen und Gasnebeln reiche Region in Blickrichtung des Milchstraßenzentrums mit einem Feldstecher zu erkunden. In Abb. 5 (Platzhalter bitte anklicken) ist der Skorpion zu sehen, wie er sich am 01. Juli um 23:00 MESZ (22:00 Uhr MEZ) am Himmel über den Kanarischen Inseln zeigt. Im Vergleich zu Deutschland - Abb. 2 zeigt die zeitgleiche Ansicht des Skorpions über Köln - macht sich der südlichere Breitengrad deutlich bemerkbar. Links vom Skorpion befindet sich die an eine Teekanne erinnernde Konstellation des Schützen.

Sternhaufen im Skorpion

Der Schmetterlingshaufen M 6

Der Sternhaufen war schon in der Antike bekannt und wird manchmal auch als Schmetterlingshaufen (Butterfly cluster) bezeichnet. Er ist in Mitteleuropa nur schwer zu beobachten, aber in südlichen Breiten ein auffälliges Objekt. Der Haufen hebt sich gut vor dem dunklen Hintergrund ab und enthält 50 bis 80 Sterne, die bläulich-weiß strahlen. Das Alter des "Junior-Haufens" wird auf etwa 100 Millionen Jahre geschätzt. Sein hellster Bestandteil ist jedoch ein roter Riesenstern. Er befindet sich am östlichen Rand des etwa vollmondgroßen Sternhaufens und bildet einen schönen Kontrastpunkt zu den vielen bläulich-weißen Sternen.

  • Wikipedia: M 6
    Deutlich ist der rote Riesenstern am östlichen Rand des etwa 900 Lichtjahre entfernten Sternhaufens zu sehen.

Der Ptolemäus Sternhaufen M 7

Auch M 7 war bereits in der Antike bekannt und wird daher gelegentlich als Ptolemäus Sternhaufen bezeichnet. Wie M 6 ist auch er in Mitteleuropa nur schwer zu beobachten. In südlichen Breiten ist er jedoch ein auffälliges Objekt und mit bloßem Auge gut zu sehen. Schon im Feldstecher zeigt M 7 - je nach Bedingungen, Qualität und Vergrößerung des Glases - 50 oder mehr Sterne. Er ist mit 900 Lichtjahren nur halb soweit entfernt wie M 6 und erscheint entsprechend heller. M 7 nimmt am Himmel etwa die doppelte Vollmondgröße ein.

  • Wikipedia: M 7
    Den Hintergrund des Sternhaufens bilden helle Sternwolken der Milchstraße, vor denen er sich aber gut abhebt.
Aufsuchkarte für M 6 und M 7 (erstellt mit Stellarium)
+ Abb. 6: M 6 und M 7

Aufsuchkarte

Abb. 6 zeigt eine Aufsuchkarte für beide Sternhaufen: M 7 befindet sich zwischen den Schwanzsternen des Skorpion im Westen und der "Tülle" des "Schützen-Teekännchens" (vergleiche Abb. 5). M 6 befindet sich etwas nördlich von ihm. Wer die Region mit dem Feldstecher absucht, sollte auch den bekannten Lagunennebel (M 8) im Sternbild Schütze ins Visier nehmen. Dieser Gasnebel hat am Himmel etwa die doppelte Vollmondgröße. Bei der visuellen Beobachtung wird man davon jedoch nur einen kleinen Teil erkennen können.

Unterrichtsmaterial "Sternhimmel im Juli" zum Download
Autor
Avatar Dr. André Diesel

Zum Autoren-Profil

Frei nutzbares Material
Die von Lehrer-Online angebotenen Materialien können frei für den Unterricht genutzt und an die eigene Zielgruppe angepasst werden.

In Kooperation mit

Internationales Astronomiejahr 2009

Dieser Unterrichtsvorschlag wurden im Rahmen des Internationalen Astronomiejahrs 2009 (IYA2009) bei Lehrer-Online veröffentlicht.