Sternhimmel im Dezember: Sternbilder

Während die Sterne des Wintersechsecks im Osten aufgehen, verabschiedet sich das Sommerdreieck im Westen. Der prächtige Orion steht wieder komplett am Himmel.

Übersicht über den Sternhimmel

Von dem Sommerdreieck sind im Nordwesten nur noch Wega (Leier) und Deneb (Schwan) gut zu sehen. Der Kopf des Adlers schaut mit seinem Hauptstern Altair gerade noch über den Horizont. Im Südosten erhebt sich das Wintersechseck. Es wird von sechs hellen Sternen aus verschiedenen Sternzeichen gebildet:

  • Capella (Fuhrmann)
  • Aldebaran (Stier)
  • Rigel (Orion)
  • Procyon (Kleiner Hund)
  • Pollux (Zwillinge)
  • Sirius (Großer Hund)

Lediglich Sirius, der hellste Stern unseres Himmels, hat es noch nicht so richtig über den Horizont geschafft - er geht gerade auf. Die bekannten, aber unauffälligen Tierkreiszeichen Widder und Fische stehen über dem südlichen Horizont (Abb. 1, zur Vergrößerung des Ausschnitts bitte anklicken).

Orion, Stier, Widder und Fische (erstellt mit Stellarium)
+ Abb. 1: Orion, Stier, Widder und Fische
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Die Farben der Sterne

Blau, weiß, Gelb und Rot

Senkrecht zu den drei auffälligen Gürtelsternen steht eine von den hellen Sternen Beteigeuze und Rigel gebildete Linie. Auch Anfängern fällt schnell auf, dass Beteigeuze orange, Rigel dagegen bläulich leuchtet. Wenn man etwas genauer hinguckt, erkennt man, dass auch das Licht anderer Sterne einen ganz eigenen Charakter hat: Capella - in figürlichen Darstellungen des Sternbilds stets eine "kleine Ziege" auf dem Arm des Fuhrmanns - leuchtet gelblich. Aldebaran, das Auge des Stiers, wirkt dagegen rötlich. Der hellste Stern am Nachthimmel, Sirius (das Auge des Großen Hundes), strahlt weißlich und funkelt dabei in allen Farben. Thomas Mann beschrieb ihn als "Strahlen schießenden Edelstein". Der Stern flackert natürlich nicht wirklich - der Funkeleffekt entsteht durch horizontnahe atmosphärische Unruhen. Die Farben der Sterne hängen dagegen mit ihrer Physik zusammen und zeugen von der Oberflächentemperatur: Blaue und weiße Sterne sind sehr heiß, rote relativ kühl und die gelben liegen dazwischen. Hier einige auffällige Beispiele:

  • Blauer Rigel

    Der Blaue Riese mit der 39.000-fachen Leuchtkraft der Sonne hat eine Oberflächentemperatur von etwa 12.000 Kelvin.
  • Weißer Sirius A

    Sirius ist ein Doppelsternsystem, dessen helle Komponente, Sirius A, weiß leuchtet und eine Oberflächentemperatur von etwa 10.000 Kelvin hat. Der Durchmesser von Sirius A beträgt etwa das 1,7-fache des Sonnendurchmessers. Seine Leuchtkraft übertrifft die der Sonne um das 25-fache.
  • Gelbe Sonne

    Unsere Sonne, ein durchschnittlicher, gelb leuchtender Zwergstern, liegt mit etwa 5.700 Kelvin im Mittelfeld.
  • Roter Beteigeuze

    Beteigeuze (die Schulter des Himmelsjägers Orion), ein roter Riesenstern mit dem 600-fachen Durchmesser und der 10.000-fachen Leuchtkraft unserer Sonne, hat eine Oberflächentemperatur von nur 3.450 Kelvin zu bieten.

Vom Lebenslauf der Sterne

In ihrem Lebenslauf - der abhängig von ihrer Masse sehr unterschiedlich verläuft - ändern Sterne ihre Farbe und ihre Größe. Unser gelber Sonnenzwerg wird sich in einigen Milliarden Jahren zum Roten Riesen aufblähen und seine äußeren Hüllen abstoßen. Danach wird die Sonne zu einem Weißen Zwerg, etwa von der Größe der Erde. Dabei erhöht sich ihre Oberflächentemperatur zunächst (daher die weiße Farbe) bevor sie auskühlen und nach vielen Milliarden Jahren als Schwarzer Zwerg ihre Laufbahn beenden wird.

Wie der Widder an den Himmel kam

In der dem Namen nach recht bekannten, visuell aber recht unspektakulären Konstellation des Widders sahen die Bewohner des Zweistromlands im dritten Jahrtausend v. Chr. die Figur eines Ackerbestellers. "Unser" Widder hat seine Wurzeln in einer etwas skurrilen Böse-Stiefmutter-Geschichte aus der griechischen Mythologie: Ein König bestimmt - wie üblich - seinen Sohn zum Nachfolger. Dessen Stiefmutter möchte jedoch ihren eigenen Sohn intronisieren. Sie sorgt daher für eine Missernte und spielte dem König einen fingierten Orakelspruch zu, der zur Abwendung der drohenden Hungersnot eine Opferung des legitimen Thronfolgers fordert. Der König fällt auf den Fake herein und will seinen Sohn tatsächlich opfern. Da erscheint ein Widder mit goldenem Fell, der dem Königssohn als Reittier zur Flucht verhilft. Endlich in Sicherheit bittet der Widder den Königssohn, ihn zu opfern. Der tut dies prompt und sorgt dafür, dass das Fell des Tieres - das goldene Vlies - in einem heiligen Hain verwahrt wird (von wo es später gemäß der Argonautensage durch Jason entwendet werden soll). Der Widder wird zum Dank durch die Götter an den Himmel versetzt.

Autor
Avatar Dr. André Diesel

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In Kooperation mit

Internationales Astronomiejahr 2009

Dieser Unterrichtsvorschlag wurden im Rahmen des Internationalen Astronomiejahrs 2009 (IYA2009) bei Lehrer-Online veröffentlicht.