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Auschwitz: Erinnern für Gegenwart und Zukunft

Unterrichtseinheit

Der 27. Januar ist offizieller Gedenktag für die Opfer des Nationalsozialismus. Das Erinnern bleibt 75 Jahre nach der Befreiung des Konzentrationslagers Auschwitz wichtig – und weit darüber hinaus. Das Konzentrationslager Auschwitz in der Nähe von Krakau ist zum Symbol des Holocaust und der menschenverachtenden Vernichtungspolitik der Nationalsozialisten geworden. Am 27. Januar 2020 jährte sich die Befreiung von Auschwitz durch Soldaten der Roten Armee zum 75. Mal. Wer die Bedeutung des Gedenktages und die Wirkung, die der Jahrestag in Politik und Medien hinterlässt, erfassen will, muss sich mit dem historischen Hintergrund auseinandersetzen. Wie wichtig diese Auseinandersetzung ist, zeigen die Stimmen unverbesserlicher Holocaust-Leugner. 75 Jahre nach dem Kriegsende sind sie – auch dank der Möglichkeiten des Internets – ungebrochen aktiv. Zeitzeugen: Geschichte für Gegenwart und Zukunft Der Versuch, ihre Gräuel ab August 1944 durch den Abtransport der Häftlinge in sogenannten "Todesmärschen" oder durch die Zerstörung der Krematorien und Anlagen zu beseitigen, ist den Nationalsozialisten nicht gelungen. Zwischen 1,1 und 1,5 Millionen Menschen wurden nach offiziellen Schätzungen der Gedenkstätte Auschwitz-Birkenau allein in den Lagern dort umgebracht. Rund 90 Prozent von ihnen waren Jüdinnen und Juden. Die Zahl der Ermordeten allein aber kann die Dimensionen des Schreckens nicht vermitteln. Es sind die Erzählungen von Überlebenden, die dem Schrecken und den Opfern ein Gesicht geben. Ihre Erinnerungen lassen sich nicht auslöschen. Oral History und Quellenkritik Das Internet erleichtert den Zugriff auf Zeitzeugenberichte. Einige Quellen liegen im Netz sogar als Audio-Dateien vor. Wenn der Geschichtsunterricht schon einmal auf Tondokumente und Zeitzeugenberichte zurückgreifen kann, sollten sie eingesetzt werden. Sie entfalten eine größere Wirkung als das geschriebene Wort, das sonst im Mittelpunkt der Quellenarbeit steht. Gleichzeitig bieten sie die Möglichkeiten, die Entstehung, Wirkung und Aussagekraft von Zeitzeugenberichten als Teil der Oral History zu reflektieren. Der Gedenktag in Politik und Medien Zur Erweiterung bietet sich die Einbeziehung politischer Reden oder der Medienberichte zum 75. Jahrestag der Auschwitz-Befreiung an. Welche Bedeutung Auschwitz als historisches und politisches Erbe der Deutschen hat und warum sich Gegenwart und Zukunft nicht ohne die Vergangenheit erklären lassen, könnten Diskussionspunkte im Unterricht sein. Auch der Zugriff auf Reden zum Gedenktag ist einfach, da viele Institutionen (zum Beispiel das Bundespräsidialamt, das Bundeskanzleramt, das Auswärtige Amt) die Reden der Amtsträger online dokumentieren (zum Beispiel im Bereich "Presseinformation" oder "Aktuelles"). Konkrete Links zu diesem Aspekt müssen die Schülerinnen und Schüler allerdings selbst recherchieren. Mögliche Unterrichtsschwerpunkte Nachdem sich die Schülerinnen und Schüler einen allgemeinen Überblick über die Geschichte des Konzentrationslagers Auschwitz verschafft haben, können sie sich arbeitsteilig verschiedenen Einzelaspekten widmen. Grundlagenwissen zur NS-Rassenideologie sollte in diesem Zusammenhang allerdings bereits vorhanden sein. Ein möglicher Aspekt der Gruppenarbeit ist das Schicksal von Kindern und Jugendlichen in Auschwitz. Was die Nationalsozialisten als "Vernichtung durch Arbeit" verstanden, wird beim Tagesablauf und dem Umfang der Essensrationen deutlich. Sie vermitteln konkrete Eindrücke von den Lebensumständen im Lager. Die menschenverachtende Perfidie des Systems zeigt sich außerdem in dem jüdischen "Sonderkommando". Jüdische Häftlinge wurden gezwungen, aktiv an der Vernichtung ihrer Glaubensgenossen und anderer Häftlinge mitzuwirken. Die Schülerinnen und Schüler informieren sich über das Konzentrationslager Auschwitz und die Vernichtungspolitik der Nationalsozialisten. beleuchten in Gruppenarbeit verschiedene Aspekte des Lebens im KZ Auschwitz: zum Beispiel das Leben von Kindern und Frauen in Auschwitz, den Alltag im Konzentrationslager oder die Rolle des jüdischen "Sonderkommandos". erschließen und vergleichen die Quellen von überlebenden Zeitzeugen. analysieren die Bedeutung des politischen Gedenkens an den Holocaust am Beispiel aktueller Medienberichte oder Reden zum Gedenktag. nutzen das Internet als Informations- und Recherchemedium.

  • Geschichte / Früher & Heute
  • Sekundarstufe I, Sekundarstufe II

Generationengespräche im Geschichtsunterricht

Fachartikel
5,99 €

Dieser Fachartikel ist ein Erfahrungsbericht über Generationengespräche im Geschichtsunterricht der Sekundarstufe II. Es werden Aspekte der Vorbereitung als auch der Durchführung und Nachbereitung geschildert. "Oral History" in der Praxis – Zeitzeuginnen und Zeitzeugen im Klassenzimmer Hildegard, Ilse, Irmtraut, Werner, Bernhard und Hans-Jörg sind überpünktlich. Die Vorfreude auf den Geschichtsunterricht steht in ihren Gesichtern geschrieben. Dabei kommen sie nicht als Schülerinnen und Schüler. Die Zeit, als sie in dieser Rolle die Schulbank drücken mussten, liegt immerhin mehrere Jahrzehnte zurück. Die Genannten sind bereits Seniorinnen und Senioren und betreten als Gäste das Klassenzimmer, in dem sie von Jugendlichen eines Geschichtskurses der Jahrgangsstufe 11 freundlich empfangen werden. Die Anwesenheit der rüstigen Rentnerinnen und Rentner ersetzt an diesem Schultag sowohl die Geschichtsbücher als auch anderes Unterrichtsmaterial. "Oral History" ist angesagt: Als Zeitzeuginnen und Zeitzeugen bringen die Gäste Geschichte in Form von lebendigen Erinnerungen, packenden Schilderungen und fundierten Einschätzungen in den Klassenraum ; einige haben zudem aussagekräftige Fotos und persönliche Gegenstände aus alten Zeiten im Gepäck. Solche "Generationengespräche" zwischen Seniorinnen und Senioren sowie Schülerinnen und Schülern der Sekundarstufe II, die ich als Geschichtslehrer seit einigen Jahren regelmäßig in meinen Unterricht integriere, machen die behandelten Themen anschaulich und sind nicht nur fachlich, sondern auch menschlich eine Bereicherung. Meiner Erfahrung nach schafft es kein Medium, das Interesse am Schulfach Geschichte derart stark zu fördern, wie der persönliche Kontakt zu Zeitzeuginnen und Zeitzeugen. Ehemalige Schülerinnen und Schüler, mit denen ich bei Zufallsbegegnungen ins Gespräch komme, erinnern sich noch begeistert an viele Details aus früheren Generationengesprächen. Natürlich sind die Themen, die sich für die Einbindung von Oral History eignen, auf den Bereich der neueren Geschichte beschränkt. Trotzdem bieten sich viele interessante Gesprächsanlässe – zum Beispiel zur Lokal- oder Regionalgeschichte, zur Geschichte der Bundesrepublik oder zur europäischen Einigung . Schule als Begegnungsort – Geschichte durch Geschichten erleben … bei Kaffee und Kuchen Ein Generationengespräch sollte im Geschichtsunterricht einer Lerngruppe keine einmalige Veranstaltung sein. Viel ergiebiger ist es, diese Form von Oral History als regelmäßiges Event in einer "Projektklasse" zu verankern. Durch mehrfache Treffen können – vor allem bei den Jugendlichen – Hemmungen abgebaut werden und intensive persönliche Beziehungen zwischen den unterschiedlichen Generationen entstehen. Je stärker die Vertrauensbasis ist, desto größere Lerneffekte können durch das Projekt erzielt werden. Als Lehrkraft und Projekt-Initiator habe ich die Rolle eines Bindeglieds, indem ich die jungen Menschen mit den Zeitzeuginnen und Zeitzeugen zusammenbringe . Einer Kollegin und einem (mittlerweile pensionierten) Kollegen verdanke ich meinen Kontakt zu der eingangs erwähnten Gruppe von aktiven Seniorinnen und Senioren, die seit Jahren mit viel Freude und großem Engagement an den von mir organisierten Generationengesprächen teilnehmen. Ohne die freundschaftliche Verbundenheit mit diesem festen Personenkreis wäre es sicherlich kaum möglich gewesen, das bewährte Projekt nach der langen Zwangspause durch die Corona-Pandemie "wiederzubeleben". Generationengespräche wollen gut vorbereitet sein Die Durchführung eines Generationengesprächs erfordert einen nicht zu unterschätzenden Vor- und Nachbereitungsaufwand. Im Laufe der Zeit hat sich ein fester Ablauf etabliert, den ich im Folgenden am Beispiel des jüngsten von mir organisierten Generationengesprächs zum Thema "Geschichte der Einigung Europas" präsentiere: Die Vorarbeit bestand in erster Linie darin, im Unterricht ein inhaltliches Faktengerüst als Grundlage für das Generationengespräch zu schaffen. Demnach fand das Treffen mit den Seniorinnen und Senioren nach Beendigung der eigentlichen Unterrichtsreihe statt. Nur so waren die Schülerinnen und Schüler in der Lage, fundiert über das – für sie weitestgehend neue – Thema zu sprechen. Konkret: über den Schuman-Plan, die EGKS, die Römischen Verträge und die ersten Europa-Wahlen bis hin zum Brexit. Im Verlauf der Unterrichtseinheit wurde den Jugendlichen sowohl die geografische Dimension als auch die institutionelle Vertiefung des europäischen Einigungsprojekts bewusst. Diese inhaltlichen Erkenntnisse dienten den Schülerinnen und Schülern als Basis, um unter meiner Anleitung einen Fragebogen zu entwickeln, der dann als Leitfaden beim Gespräch mit den Seniorinnen und Senioren zum Einsatz kam. Darüber hinaus ging es in der Phase der Vorbereitung auf den Besuch aber auch um ganz praktische Angelegenheiten, die eine sorgfältige Planung erforderten: die Festlegung eines passenden Termins (ohne "Kollisionen" mit Klausuren oder anderen Projekten), das Schreiben und Verschicken von Einladungen an die Gäste sowie die Organisation des (obligatorischen) Caterings. Schließlich darf bei den mehrstündigen intensiven Generationengesprächen zu interessanten Themen auch das leibliche Wohl nicht zu kurz kommen; ein gemütlicher Rahmen ist für die Gesprächsatmosphäre von entscheidender Bedeutung. Zeitzeuginnen und Zeitzeugen treffen auf Schülerinnen und Schüler Dann kam der Tag, an dem das Generationengespräch über die europäische Einigung stattfinden sollte: Die meisten Schülerinnen und Schüler erschienen pünktlich, um einen bestimmten – für den gesamten Schultag gebuchten – Klassenraum passend einzurichten. Sie stellten Tischgruppen zusammen, bauten ein Kuchenbüffet auf, holten Geschirr aus der Schulküche und kümmerten sich um die Heißgetränke. Einzelne "Drückeberger", die lieber auf ihrem Smartphone herumtippen wollten als Servietten zu falten, wurden von motivierteren Mitschülerinnen und Mitschülern diszipliniert. So klappte die praktische Vorbereitung insgesamt sehr gut. Beim Eintreffen der Gäste herrschte in unserem Projekt-Raum eine regelrechte Wohnzimmer-Atmosphäre. Nach meiner kurzen Begrüßungsansprache stellte die engagierte Kurssprecherin die Lerngruppe vor, da dies für sie das erste Generationengespräch war und sich die Beteiligten noch nicht kannten. Aus diesem Grund wurde die erste halbe Stunde einem intensiven persönlichen Kennenlernen mit Smalltalk-Themen gewidmet und nebenbei sowohl ordentlich gegessen als auch Kaffee und Tee getrunken. Die selbstgebackenen Kuchen, für die sich einige Schülerinnen und Schüler am Vortag freiwillig sehr viel Mühe gegeben hatten, trafen generationenübergreifend jeden Geschmack. Die Sitzordnung im Raum hatte ich gemeinsam mit allen Beteiligten im Vorfeld genau geplant: An jedem der sechs Gruppentische saß jeweils ein Gast zusammen mit drei bis vier Schülerinnen und Schülern. Somit hatten die Jugendlichen die Gelegenheit, eine bestimmte Person besonders gründlich kennenzulernen und in der Arbeitsphase (im Anschluss an den gemütlichen Auftakt) auf der Grundlage des Fragebogens gezielt zu interviewen, um individuelle Antworten zu protokollieren. Es wurde schnell deutlich, dass die Seniorinnen und Senioren in ihrer Kindheit und Jugend noch nicht ahnen konnten, dass die europäische Einigung zu einem Staatenbund wie die EU führen würde. "Damals wurde unser Leben noch von Grenzen und Schlagbäumen eingeengt" , stellte Ilse fest. Werner hob hervor, wie stark die Schrecken des Weltkriegs auch nach 1945 ihre Wirkung zeigten und betonte: "Die europäische Einigung ist in erster Linie durch den Wunsch nach einem dauerhaften Frieden entstanden." Bernhard berichtete von den Startschwierigkeiten neuer Städtepartnerschaften und Hildegard schilderte lebendig, wie sie als Lehrerin daran beteiligt war, einen Austausch mit einer französischen Schule auf die Beine zu stellen. – Diese und noch viele weitere interessante Erinnerungen der Gäste ließen den Vormittag aus der Sicht der Schülerinnen und Schüler wie im Fluge vergehen. Nach fast zweistündigen intensiven Gruppengesprächen über die europäische Einigung war es Zeit für eine Pause. Daraufhin versammelten sich Alt und Jung mit frischen Kräften in einem großen Stuhlkreis, um im Plenum die wesentlichen Ergebnisse der einzelnen Tischgespräche vorzustellen und miteinander zu vergleichen. Ein kurzes Impuls-Referat einer Schülerin über mögliche Zukunftsperspektiven der Europäischen Union führte zur abschließenden Diskussion über die spannende Frage, ob die EU ein Staatenbund bleiben oder sich zu einem Bundesstaat weiterentwickeln werde. Gegen Mittag wurden die Gäste dann herzlich verabschiedet. Nach den erforderlichen Aufräumarbeiten durften schließlich auch die Schülerinnen und Schüler nach Hause gehen. Die Gespräche nachbereiten und reflektieren Wenige Tage später stand die nächste Geschichtsstunde ganz im Zeichen einer Evaluation und inhaltlichen Nachbereitung. Die Jugendlichen gaben ein außerordentlich positives Feedback zum Generationengespräch und äußerten ohne Gegenstimmen den Wunsch, die Seniorinnen und Senioren demnächst wieder zu einem Arbeitstreffen einzuladen. Oral History sei eine ausgezeichnete Methode, um junge Lernende für zunächst etwas trocken wirkende Themen zu begeistern, brachte ein Schüler die Meinung des Kurses auf den Punkt und erklärte sich gern bereit, einen Artikel über die Veranstaltung für die Homepage der Schule zu verfassen. Das Generationengespräch stellte zudem auch dieses Mal besonders für eher zurückhaltende Schülerinnen und Schüler eine Chance dar, Engagement zu zeigen – schließlich war ihre Beteiligung für die Benotung der mündlichen Leistung relevant. Auch in dieser Hinsicht zahlte sich die Teilnahme an dem Projekt für die allermeisten Lernenden im Kurs aus. Generationengespräch zum Thema "Geschichte der Einigung Europas" – Fragebogen Für das Generationengespräch zum Thema "Geschichte der Einigung Europas" entwickelten die Schülerinnen und Schüler meines Geschichtskurses folgenden Fragebogen: Europäische Identität Was bedeutet für Sie Europa? Fühlen Sie sich als Europäerin beziehungsweise Europäer? Hatte Europa in Ihrer Kindheit und Jugend dieselbe Bedeutung wie heute? Haben Reisen in europäische Nachbarländer und Begegnungen mit Menschen aus anderen Teilen Europas Ihr Europa-Bild geprägt? Wie nehmen Sie die Haltung der bundesdeutschen Gesellschaft zum Thema Europa wahr? Hat sich die Haltung der Gesellschaft zu Europa Ihrer Erfahrung nach in den letzten Jahrzehnten geändert? Wie kann das gesellschaftliche Interesse an Europa gesteigert werden? Europäischer Einigungsprozess Konnten Sie als Jugendliche(r) erahnen, dass Sie heute in einem Staatenbund namens EU leben würden? Haben Sie den europäischen Einigungsprozess bewusst mitverfolgt? Spielte das Thema Europa während Ihrer Schulzeit eine Rolle im Unterricht? Welche Erfolge des europäischen Einigungsprozesses sind Ihrer Meinung nach besonders bemerkenswert und wichtig? Was macht die EU für Beitrittskandidaten attraktiv? Wie viele Länder sind 2030 Ihrer Einschätzung nach in der EU? Sollte die EU ein Staatenbund bleiben oder sollte Ihrer Meinung nach daraus ein Bundesstaat entstehen? Brexit Haben Sie mit dem Brexit gerechnet? Wie haben Sie auf den Brexit reagiert? Sind weitere EU-Austritte Ihrer Meinung nach realistisch? Was kann die EU aus dem Brexit lernen? Verschiedene Politikbereiche Wie bewerten Sie … die europäische Außenpolitik – vor allem im Hinblick auf die USA, China und Russland? die europäische Klimapolitik? die europäische Migrationspolitik? die europäische Finanzpolitik? die Zukunft der Euro-Zone? Fazit Im Namen der hier erwähnten Schülerinnen und Schüler sowie Seniorinnen und Senioren empfehle ich Ihnen das Projekt Generationengespräch zum Nachahmen in Ihrem Geschichtsunterricht. Nutzen Sie die Vorteile von "Oral History": Lassen Sie Geschichte (im wahrsten Sinne des Wortes) "lebendig" werden und wecken Sie in Ihrer Lerngruppe Empathie, Neugier und Interesse. Knüpfen Sie im Umfeld Ihrer Schule Kontakte zu aktiven Seniorinnen und Senioren und pflegen Sie diese nachhaltig. Anfangs wartet sicherlich "Pionierarbeit" auf Sie, aber wenn es Ihnen gelingt, die Generationengespräche als festen Bestandteil in Ihren Geschichtsunterricht zu integrieren, ist die Projektorganisation eine reine Routinesache. Sie sollten die Generationengespräche jedoch stets mit konkreten Unterrichtsinhalten verknüpfen, sodass die Schülerinnen und Schüler die persönlichen Schilderungen der Zeitzeuginnen und Zeitzeugen aufgrund ihres Hintergrundwissens einordnen und verstehen können. Ich garantiere, dass die Jugendlichen viele Einzelheiten aus den Gesprächen mit den älteren Gästen so ergreifend finden, dass sie sich noch sehr lange daran erinnern werden. Vielleicht werden sie durch die Generationengespräche dazu motiviert, in einigen Jahrzehnten selbst einmal eine Schulklasse "von übermorgen" zu besuchen und vom Distanzunterricht während des Corona-Lockdowns zu berichten. Oder von Autos, die noch von fossilen Brennstoffen angetrieben wurden.

  • Geschichte / Früher & Heute

Zeitzeugenbericht Paul Kobelev

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Um der Armee zu entkommen, wanderte Paul Kobelev 2001 mit seiner Familie aus Russland aus. In diesem Hörbeitrag erzählt er seine Lebensgeschichte, berichtet über das andere Leben in Deutschland und seine Wünsche für die Zukunft.Durch die anschauliche Erzählung in der Tradition der OralHistory ergibt sich ein starker lebensweltlicher Bezug, der die Schülerinnen und Schüler anspricht. Sie erfahren von realen Schicksalen, reflektieren und diskutieren Gründe, warum Menschen ihre Heimat verlassen und erkennen auch Gemeinsamkeiten in ihren Lebenswünschen. Das gesprochene Wort vermittelt Atmosphäre und Stimmungen, Witz, Tragik, Freude, Anstrengung und Leichtigkeit der Erinnerung - in allen Facetten und Zwischentönen. Die Stimme des Erzählenden sorgt für Empathie und emotionale Teilhabe. Vor allem aber erfahren die Zuhörer Migrationsgeschichte und Migrationsgeschichten aus "erster Hand". Der Beitrag kann als Einstieg in das Thema genutzt werden. Mit Blick auf die Ergebnissicherung bietet es sich an, während des Anhörens die Höraufträge im ebenfalls hinterlegten Arbeitsblatt von den Schülerinnen und Schülern ausfüllen zu lassen und anschließend als Diskussionsgrundlage zu nutzen. Sachkompetenz Die Schülerinnen und Schüler beschreiben die Situation von Emigranten. kennen Gründe, warum Menschen ihre Heimat verlassen. Methodenkompetenz Die Schülerinnen und Schüler üben sich im zielgerichtenten Zuhören. identifizieren im Hörbeitrag Informationen, die zur Beantwortung der Fragen auf den Materialien relevant sind. Urteilskompetenz Die Schülerinnen und Schüler analysieren, vergleichen, unterscheiden und gewichten in Ansätzen das Handeln von Menschen im Kontext ihrer zeitgenössischen Wertvorstellungen und im Spannungsfeld von Offenheit und Bedingtheit. beurteilen Argumente aus historischen Deutungen kriteriengeleitet. formulieren in Ansätzen begründete Werturteile bzw. revidieren bestehende Werturteile aufgrund neu gewonnener Informationen.

  • Geschichte / Früher & Heute / Politik / WiSo / SoWi
  • Sekundarstufe I, Sekundarstufe II

Zeitzeugenbericht Emmanuel Peterson

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Emmanuel, den seine Mutter mit neun Jahren aus Ghana nach Deutschland holte, erzählt, wie es ist, in einer deutschen Kleinstadt zu leben und warum es für ihn wichtig war, schnell die deutsche Sprache zu erlernen. Durch die anschauliche Erzählung in der Tradition der OralHistory ergibt sich ein starker lebensweltlicher Bezug, der die Schülerinnen und Schüler anspricht. Sie erfahren von realen Schicksalen, reflektieren und diskutieren Gründe, warum Menschen ihre Heimat verlassen und erkennen auch Gemeinsamkeiten in ihren Lebenswünschen. Das gesprochene Wort vermittelt Atmosphäre und Stimmungen, Witz, Tragik, Freude, Anstrengung und Leichtigkeit der Erinnerung - in allen Facetten und Zwischentönen. Die Stimme des Erzählenden sorgt für Empathie und emotionale Teilhabe.
Vor allem aber erfahren die Zuhörer Migrationsgeschichte und Migrationsgeschichten aus "erster Hand". Der Beitrag kann als Einstieg in die Themen Flucht und Integration genutzt werden. Mit Blick auf die Ergebnissicherung bietet es sich an, während des Anhörens die Höraufträge im ebenfalls hinterlegten Arbeitsblatt von den Schülerinnen und Schülern ausfüllen zu lassen und anschließend als Diskussionsgrundlage zu nutzen. Sachkompetenz Die Schülerinnen und Schüler setzen sich mit der Situation von Emigranten auseinander. kennen Gründe, warum Menschen ihre Heimat verlassen. reflektieren und hinterfragen Vorurteile und Stereotype gegenüber Menschen mit Migrationshintergrund. kennen wichtige Faktoren für eine gelingende Integration. Methodenkompetenz Die Schülerinnen und Schüler üben sich im zielgerichtenten Zuhören. identifizieren im Hörbeitrag Informationen, die zur Beantwortung der Fragen auf den Materialien relevant sind. Urteilskompetenz Die Schülerinnen und Schüler analysieren, vergleichen, unterscheiden und gewichten in Ansätzen das Handeln von Menschen im Kontext ihrer zeitgenössischen Wertvorstellungen und im Spannungsfeld von Offenheit und Bedingtheit. beurteilen Argumente aus historischen Deutungen kriteriengeleitet. formulieren in Ansätzen begründete Werturteile bzw. revidieren bestehende Werturteile aufgrund neu gewonnener Informationen.

  • Geschichte / Früher & Heute / Politik / WiSo / SoWi
  • Sekundarstufe I, Sekundarstufe II

Zeitzeugenbericht Hamed R.

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Hamed R., der als Kind mit seinen Eltern aus dem Iran floh, weil sein Vater verfolgt wurde, erzählt in diesem Hörbeitrag über seine Erfahrungen als in Deutschland lebender Flüchtling. Dabei geht es auch um Integration, Vorurteile und Rassismus. Durch die anschauliche Erzählung in der Tradition der OralHistory ergibt sich ein starker lebensweltlicher Bezug, der die Schülerinnen und Schüler anspricht. Sie erfahren von realen Schicksalen, reflektieren und diskutieren Gründe, warum Menschen ihre Heimat verlassen und erkennen auch Gemeinsamkeiten in ihren Lebenswünschen. Das gesprochene Wort vermittelt Atmosphäre und Stimmungen, Witz, Tragik, Freude, Anstrengung und Leichtigkeit der Erinnerung - in allen Facetten und Zwischentönen. Die Stimme des Erzählenden sorgt für Empathie und emotionale Teilhabe.
Vor allem aber erfahren die Zuhörer Migrationsgeschichte und Migrationsgeschichten aus "erster Hand". Der Beitrag kann als Einstieg in die Themen Flucht und Integration genutzt werden. Mit Blick auf die Ergebnissicherung bietet es sich an, während des Anhörens die Höraufträge im ebenfalls hinterlegten Arbeitsblatt von den Schülerinnen und Schülern ausfüllen zu lassen und anschließend als Diskussionsgrundlage zu nutzen. Sachkompetenz Die Schülerinnen und Schüler setzen sich mit der Situation von Emigranten auseinander. kennen Gründe, warum Menschen ihre Heimat verlassen. reflektieren und hinterfragen Vorurteile und Stereotype gegenüber Menschen mit Migrationshintergrund. Methodenkompetenz Die Schülerinnen und Schüler üben sich im zielgerichtenten Zuhören. identifizieren im Hörbeitrag Informationen, die zur Beantwortung der Fragen auf den Materialien relevant sind. Urteilskompetenz Die Schülerinnen und Schüler analysieren, vergleichen, unterscheiden und gewichten in Ansätzen das Handeln von Menschen im Kontext ihrer zeitgenössischen Wertvorstellungen und im Spannungsfeld von Offenheit und Bedingtheit. beurteilen Argumente aus historischen Deutungen kriteriengeleitet. formulieren in Ansätzen begründete Werturteile bzw. revidieren bestehende Werturteile aufgrund neu gewonnener Informationen.

  • Geschichte / Früher & Heute / Politik / WiSo / SoWi
  • Sekundarstufe I, Sekundarstufe II

Zeitzeugenbericht Jamila

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In diesem Hörbeitrag erzählt Jamila, die mit damals sieben Jahren 1999 mit ihrer Familie aus Tschetschenien flüchtete, wie ihre Leben nach der Flucht weiterging und warum sie manchmal ihre Heimat vermisst. Durch die anschauliche Erzählung in der Tradition der OralHistory ergibt sich ein starker lebensweltlicher Bezug, der die Schülerinnen und Schüler anspricht. Sie erfahren von realen Schicksalen, reflektieren und diskutieren Gründe, warum Menschen ihre Heimat verlassen und erkennen auch Gemeinsamkeiten in ihren Lebenswünschen. Das gesprochene Wort vermittelt Atmosphäre und Stimmungen, Witz, Tragik, Freude, Anstrengung und Leichtigkeit der Erinnerung - in allen Facetten und Zwischentönen. Die Stimme des Erzählenden sorgt für Empathie und emotionale Teilhabe. Vor allem aber erfahren die Zuhörer Migrationsgeschichte und Migrationsgeschichten aus "erster Hand". Der Beitrag kann als Einstieg in das Thema Flucht und Asyl genutzt werden. Mit Blick auf die Ergebnissicherung bietet es sich an, während des Anhörens die Höraufträge im ebenfalls hinterlegten Arbeitsblatt von den Schülerinnen und Schülern ausfüllen zu lassen und anschließend als Diskussionsgrundlage zu nutzen. Sachkompetenz Die Schülerinnen und Schüler setzen sich mit der Situation von Emigranten auseinander. kennen Gründe, warum Menschen ihre Heimat verlassen. Methodenkompetenz Die Schülerinnen und Schüler üben sich im zielgerichtenten Zuhören. identifizieren im Hörbeitrag Informationen, die zur Beantwortung der Fragen auf den Materialien relevant sind. Urteilskompetenz Die Schülerinnen und Schüler analysieren, vergleichen, unterscheiden und gewichten in Ansätzen das Handeln von Menschen im Kontext ihrer zeitgenössischen Wertvorstellungen und im Spannungsfeld von Offenheit und Bedingtheit. beurteilen Argumente aus historischen Deutungen kriteriengeleitet. formulieren in Ansätzen begründete Werturteile bzw. revidieren bestehende Werturteile aufgrund neu gewonnener Informationen.

  • Geschichte / Früher & Heute / Politik / WiSo / SoWi
  • Sekundarstufe I, Sekundarstufe II

Zeitzeugenbericht Francesco d‘Avino

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Francesco d’Avino kam 1958 mit 18 Jahren aus Italien nach Deutschland, um Geld zu verdienen. In diesem Hörbeitrag erzählt er seine Lebensgeschichte und davon, worauf er aufgrund seiner Migration nach Deutschland stolz ist. Durch die anschauliche Erzählung in der Tradition der OralHistory ergibt sich ein starker lebensweltlicher Bezug, der die Schülerinnen und Schüler anspricht. Sie erfahren von realen Schicksalen, reflektieren und diskutieren Gründe, warum Menschen ihre Heimat verlassen und erkennen auch Gemeinsamkeiten in ihren Lebenswünschen. Das gesprochene Wort vermittelt Atmosphäre und Stimmungen, Witz, Tragik, Freude, Anstrengung und Leichtigkeit der Erinnerung - in allen Facetten und Zwischentönen. Die Stimme des Erzählenden sorgt für Empathie und emotionale Teilhabe. Vor allem aber erfahren die Zuhörer Migrationsgeschichte und Migrationsgeschichten aus "erster Hand". Der Beitrag kann als Einstieg in das Thema Gastarbeiter in Deutschland genutzt werden. Zur Ergebnissicherung bietet es sich an, während des Anhörens die Höraufträge im ebenfalls hinterlegten Arbeitsblatt von den Schülerinnen und Schülern ausfüllen zu lassen und anschließend als Diskussionsgrundlage zu nutzen. Sachkompetenz Die Schülerinnen und Schüler setzen sich mit der Situation von Arbeitsemigranten und Gastarbeitern auseinander. · kennen Gründe, warum Menschen ihre Heimat verlassen. Methodenkompetenz Die Schülerinnen und Schüler üben sich im zielgerichtenten Zuhören. identifizieren im Hörbeitrag Informationen, die zur Beantwortung der Fragen auf den Materialien relevant sind. Urteilskompetenz Die Schülerinnen und Schüler analysieren, vergleichen, unterscheiden und gewichten in Ansätzen das Handeln von Menschen im Kontext ihrer zeitgenössischen Wertvorstellungen und im Spannungsfeld von Offenheit und Bedingtheit. beurteilen Argumente aus historischen Deutungen kriteriengeleitet. formulieren in Ansätzen begründete Werturteile bzw. revidieren bestehende Werturteile aufgrund neu gewonnener Informationen.

  • Geschichte / Früher & Heute / Politik / WiSo / SoWi
  • Sekundarstufe I, Sekundarstufe II

Zeitzeugenbericht Adalet Sal

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Adalet Sal, die als siebenjähriges Mädchen mit ihrer Familie aus der Türkei nach Deutschland kam, erzählt in diesem Hörbeitrag ihre Lebensgeschichte. Dabei geht es unter anderem ums Erwachsenwerden, Familie, Karriere und Traditionen. Durch die anschauliche Erzählung in der Tradition der OralHistory ergibt sich ein starker lebensweltlicher Bezug, der die Schülerinnen und Schüler anspricht. Sie erfahren von realen Schicksalen, reflektieren und diskutieren Gründe, warum Menschen ihre Heimat verlassen und erkennen auch Gemeinsamkeiten in ihren Lebenswünschen. Das gesprochene Wort vermittelt Atmosphäre und Stimmungen, Witz, Tragik, Freude, Anstrengung und Leichtigkeit der Erinnerung - in allen Facetten und Zwischentönen. Die Stimme des Erzählenden sorgt für Empathie und emotionale Teilhabe. Vor allem aber erfahren die Zuhörer Migrationsgeschichte und Migrationsgeschichten aus "erster Hand". Der Beitrag kann als Einstieg in das Thema Gastarbeiter in Deutschland genutzt werden. Zur Ergebnissicherung bietet es sich an, während des Anhörens die Höraufträge im ebenfalls hinterlegten Arbeitsblatt von den Schülerinnen und Schülern ausfüllen zu lassen und anschließend als Diskussionsgrundlage zu nutzen. Sachkompetenz Die Schülerinnen und Schüler setzen sich mit der Situation von Arbeitsemigranten und Gastarbeitern auseinander. kennen Gründe, warum Menschen ihre Heimat verlassen. Methodenkompetenz Die Schülerinnen und Schüler üben sich im zielgerichtenten Zuhören. identifizieren im Hörbeitrag Informationen, die zur Beantwortung der Fragen auf den Materialien relevant sind. Urteilskompetenz Die Schülerinnen und Schüler analysieren, vergleichen, unterscheiden und gewichten in Ansätzen das Handeln von Menschen im Kontext ihrer zeitgenössischen Wertvorstellungen und im Spannungsfeld von Offenheit und Bedingtheit. beurteilen Argumente aus historischen Deutungen kriteriengeleitet. formulieren in Ansätzen begründete Werturteile bzw. revidieren bestehende Werturteile aufgrund neu gewonnener Informationen.

  • Geschichte / Früher & Heute / Politik / WiSo / SoWi
  • Sekundarstufe I, Sekundarstufe II

Zeitzeugenbericht Ali Can

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In diesem Hörbeitrag in der Tradition der OralHistory berichtet Ali Can anschaulich seine Lebensgeschichte als Arbeitsemigrant und Gastarbeiter in der Bundesrepublik Deutschland. Neben seinen Wünschen und den mit Deutschland verbundenen Hoffnungen auf ein besseres Leben berichtet er auch über die Schwierigkeiten und schönen Erlebnisse in der Fremde. Die anschauliche Erzählung weist einen starken lebensweltlichen Bezug auf, der die Schülerinnen und Schüler anspricht. Sie erfahren von realen Schicksalen, reflektieren und diskutieren Gründe, warum Menschen ihre Heimat verlassen und erkennen auch Gemeinsamkeiten in ihren Lebenswünschen. Das gesprochene Wort vermittelt Atmosphäre und Stimmungen, Witz, Tragik, Freude, Anstrengung und Leichtigkeit der Erinnerung - in allen Facetten und Zwischentönen. Die Stimme des Erzählenden sorgt für Empathie und emotionale Teilhabe. Vor allem aber erfahren die Zuhörer Migrationsgeschichte und Migrationsgeschichten aus "erster Hand". Das Material kann als Einstieg in das Thema Gastarbeiter in Deutschland genutzt werden. Zur Ergebnissicherung bietet es sich an, während des Anhörens die Höraufträge im ebenfalls hinterlegten Arbeitsblatt von den Schülerinnen und Schülern ausfüllen zu lassen und anschließend als Diskussionsgrundlage zu nutzen. Sachkompetenz Die Schülerinnen und Schüler erläutern die Situation von Arbeitsemigranten und Gastarbeitern. kennen Gründe, warum Menschen ihre Heimat verlassen. Methodenkompetenz Die Schülerinnen und Schüler üben sich im zielgerichtenten Zuhören. identifizieren im Hörbeitrag Informationen, die zur Beantwortung der Fragen auf den Materialien relevant sind. Urteilskompetenz Die Schülerinnen und Schüler analysieren, vergleichen, unterscheiden und gewichten in Ansätzen das Handeln von Menschen im Kontext ihrer zeitgenössischen Wertvorstellungen und im Spannungsfeld von Offenheit und Bedingtheit. beurteilen Argumente aus historischen Deutungen kriteriengeleitet. formulieren in Ansätzen begründete Werturteile bzw. revidieren bestehende Werturteile aufgrund neu gewonnener Informationen.

  • Geschichte / Früher & Heute / Politik / WiSo / SoWi
  • Sekundarstufe I, Sekundarstufe II

Zwei Leben, zwei Kriege, eine Flüchtlingsgeschichte: Die Geschichten von Harry und Ahmed

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Was verbindet den 92-jährigen Harry aus Deutschland und den 12-jährigen Ahmed aus Syrien? In einem Video, das im Auftrag von UNICEF produziert wurde, erzählen sie ihre Lebensgeschichten. 80 Lebensjahre und einige tausend Kilometer liegen zwischen Harry aus Deutschland und Ahmed aus Syrien. Dennoch gibt es in ihrem Leben eine Parallele: Beide mussten ihre Heimat verlassen, vor Verfolgung und Gewalt fliehen und in der Ferne ein neues Zuhause finden. In einem Video, das im Auftrag von UNICEF produziert wurde, erzählen beide Protagonisten ihre Lebensgeschichten. Der Beitrag verdeutlicht dabei Parallelen von Kindern auf der Flucht - damals wie heute. Dabei wechselt das Video zwischen den Erzählungen von Ahmed und Harry. Durch die anschauliche Erzählung in der Tradition der OralHistory ergibt sich ein starker lebensweltlicher Bezug, der die Schülerinnen und Schüler anspricht. Sie erfahren von realen Schicksalen, reflektieren und diskutieren Gründe, warum Menschen ihre Heimat verlassen mussten. Das gesprochene Wort vermittelt Atmosphäre und Stimmungen, Witz, Tragik, Freude, Anstrengung und Leichtigkeit der Erinnerung - in allen Facetten und Zwischentönen. Die Bilder und O-Töne der Protagonisten sorgen für Empathie und emotionale Teilhabe. Vor allem aber erfahren die Zuhörer Fluchtgeschichte und Fluchtgeschichten aus "erster Hand". Der Beitrag ist in keinen methodisch-didaktisch Kontext eingebettet. Er sollte deshalb unbedingt seitens der Lehrkraft vor- und nachbereitet werden. Sachkompetenz Die Schülerinnen und Schüler setzen sich mit der Situation von Flüchtlingen in der Geschichte und Gegenwart auseinander. kennen Gründe, warum Menschen ihre Heimat verlassen. wissen, dass auch Kinder von Flucht und Gewalt betroffen sein können. beschreiben wesentliche Veränderungen und nehmen Vergleiche zwischen "früher" und "heute" sachgerecht vor. Methodenkompetenz Die Schülerinnen und Schüler unterscheiden zwischen historisierenden Spielfilmen und Dokumentarfilmen und entnehmen einem Film historische Informationen. nutzen grundlegende Arbeitsschritte zur Informationsentnahme und Erkenntnisgewinnung aus Texte und Bildquellen. wenden elementare Schritte zur Interpretation von Bildern und Illustrationen sowie Aussagen an. Urteilskompetenz Die Schülerinnen und Schüler analysieren, vergleichen, unterscheiden und gewichten in Ansätzen das Handeln von Menschen im Kontext ihrer zeitgenössischen Wertvorstellungen und im Spannungsfeld von Offenheit und Bedingtheit. berücksichtigen in ihrem Urteil die historische Bedingtheit der eigenen Lebenswelt und entwickeln aus ihrem Wissen und ihren Einsichten über die Vergangenheit Konsequenzen für die Gegenwart.

  • Geschichte / Früher & Heute / Politik / WiSo / SoWi / Religion / Ethik
  • Sekundarstufe I, Sekundarstufe II

Die Mauer im Leben der Menschen in Ost- und West-Berlin

Unterrichtseinheit

Die Berliner Mauer – ein Thema für die Grundschule? Ja! Und das nicht nur für Kinder in Berlin. Lassen Sie Ihre Klasse herausfinden, was die Berliner Mauer für die Menschen in der Stadt bedeutete. So lernen die Schülerinnen und Schüler schon in jungen Jahren den Wert von Demokratie und Freiheitsrechten kennen und schätzen. Wie lebten die Menschen in Berlin 28 Jahre lang mit der Mauer? Was bedeutete sie für Familien, Freundinnen und Freunde, Nachbarinnen und Nachbarn? Und welche Folgen hatte die Teilung der Stadt für den Alltag der Menschen? Schülerinnen und Schüler der Grundschule gehen in dieser Unterrichtsreihe auf eine Zeitreise vom Mauerbau bis zur Gegenwart. Sie interviewen Zeuginnen und Zeitzeugen und erarbeiten mit Hilfe historischer Bildaufnahmen Informationen zu den Ereignissen am 13. August 1961. Ein computeranimiertes Video veranschaulicht die Grenzanlagen aus West- und Ost-Berliner Perspektive. Die Lernenden versetzen sich in die Situation Gleichaltriger im Berlin der 60er Jahre und verarbeiten die gewonnenen Sachinformationen in kleinen Texten und kreativ in der Gestaltung von Bildern. Das erworbene Wissen können sie in einem Online-Quiz überprüfen. Ein Besuch in der Gedenkstätte Berliner Mauer macht das Gelernte am historischen Ort erfahrbar. Modularer Aufbau Die Unterrichtseinheit ist modular aufgebaut und eignet sich für ein fächerübergreifendes Projekt. Die Unterrichtsmaterialien sind so konzipiert, dass sie zur Vorbereitung eines Besuchs des außerschulischen Lernortes Gedenkstätte Berliner Mauer, aber auch unabhängig davon genutzt werden können. Ein Besuch der Gedenkstätte Berliner Mauer bietet sich an, um das im Unterricht erworbene Wissen zu vertiefen, durch praktische Anschauung der Grenzanlagen erlebbar zu machen und Neugierde zu wecken sowie mehr über die Geschichte der Berliner Mauer zu erfahren. Teamarbeit und webbasiertes Lernen Die Schülerinnen und Schüler arbeiten überwiegend in Teams zusammen. Eine Vielzahl multimedialer und interaktiver Angebote im Internet kann in den Unterricht eingebunden werden, vom computeranimierten Film zum Aufbau der Grenzanlagen über Zeitzeugenberichte bis hin zum digitalen Graffiti an der Berliner Mauer. Die Internetseiten können den Lernenden online, teilweise auch offline, zur Verfügung gestellt werden. Arbeitsergebnisse werden auf Arbeitsblättern, aber auch Plakaten oder Stellwänden vorgestellt. Die einzelnen Module der Unterrichtseinheit im Überblick Vorbereitung und Einführung Anhand von Bildern des geteilten und wiedervereinten Berlins wird die Situation der zweigeteilten Stadt veranschaulicht. Modul 1: Vorgeschichte der Berliner Mauer Die Schülerinnen und Schüler befragen Zeitzeugen und erarbeiten die Vorgeschichte sowie die Gründe des Mauerbaus. Modul 2: Wie erlebten die Menschen den 13. August 1961? Anhand von historischen Bildern, eigenen Internet-Recherchen und einem Dokumentarfilm erfahren die Lernenden, wie die Menschen in Berlin den Bau der Mauer erlebten. Modul 3: Auswirkungen der Mauer auf das Leben in Berlin Die Schülerinnen und Schüler lernen, wie die neue innerstädtische Grenze das alltägliche Leben der Menschen in beiden Teilen Berlins prägte. Fachkompetenz Die Schülerinnen und Schüler erfahren von der Teilung Berlins und deren Vorgeschichte. erkennen die Insel-Lage West-Berlins in der DDR. informieren sich über die Ereignisse vom 13. August 1961 und erkennen ihre unmittelbare Wirkung auf die Menschen in West- und Ost-Berlin. bekommen eine Vorstellung von der Ausgestaltung der Grenzanlagen und ihren Entwicklungsstadien sowie von der Bedeutung des Bauwerks im Alltag der Menschen in Ost- und West-Berlin. erkennen die besondere Grenzsituation in der Bernauer Straße. informieren sich über Besucher-Regelungen zwischen West- und Ost-Berlin. erkennen, wie die Teilung der Stadt die Menschen von Kulturgütern und Infrastruktur im jeweils anderen Teil der Stadt abschnitt. erfahren, was Geisterbahnhöfe in Ost-Berlin waren. lernen, sich auf einem Stadtplan zu orientieren. beschreiben Fotos exakt. Methoden- und Medienkompetenz Die Schülerinnen und Schüler wenden das Internet und Bücher als Informationsträger an. rufen vorgegebene Internetseiten online und offline auf und entnehmen Sachinformationen daraus. recherchieren Bilder im Internet und drucken diese aus. begründen eine getroffene Bildauswahl aus dem Internet. analysieren Bilder. üben, ein Word-Dokument zu erstellen. überprüfen interaktiv ihr Wissen anhand von Checkboxen. lösen interaktiv ein Online-Quiz. üben den feinmotorischen Umgang mit der Computer-Maus in einem Online-Graffiti. Sozialkompetenz Die Schülerinnen und Schüler treffen Regelungen für die Nutzung der Computer-Arbeitsplätze und halten sie ein. helfen einander bei der Arbeit. gestalten gemeinsam ein Plakat oder eine Stellwand. erkennen Gründe für Ausgrenzung von Menschen und reflektieren Lösungswege. Folgende Vorbereitungen sollten Sie vor Start der Unterrichtseinheit treffen: Bereitstellen eines Lehrer-Computers mit Soundkarte, RealPlayer oder Windows Media Player sowie optimalerweise mehrerer Schüler-Computer mit Internetanschluss; Textverarbeitungsprogramm; Beamer, Lautsprecherboxen, Drucker. Bereitstellen mehrerer Stadtpläne von Berlin, in denen der Verlauf der Berliner Mauer markiert ist; Schuhkartons oder Kartons ähnlichen Formats; Plakate oder Stellwände. Eine Stadt zweigeteilt Zur Einführung in das Thema schauen sich die Schülerinnen und Schüler über einen Beamer Bilder vom geteilten und wiedervereinigten Berlin an. Da auch außerhalb Berlins viele Lernende das Brandenburger Tor kennen, lässt sich die Situation an diesem Beispiel gut veranschaulichen. Den Lernenden wird mit weiteren Beispielen vermittelt, dass Berlin eine geteilte Stadt war: Eine Stadt mit zwei Rathäusern, zwei Universitäten, zwei Funktürmen, zwei Opernhäusern, zwei Zoos und so weiter. Hieran anknüpfend wird zusammengetragen, was die Schülerinnen und Schüler bereits über die ehemalige deutsche Teilung und die Teilung Berlins wissen. Vertiefungsmöglichkeiten Im Dokumentationszentrum der Gedenkstätte Berliner Mauer in der Bernauer Straße, in ihrem weitläufigen Außenbereich mit Relikten der Grenzanlagen, in Führungen zu Fuß oder per Fahrrad, Seminaren, Vorträgen, Projekttagen und Projektwochen stehen Schülerinnen und Schülern vielfältige Möglichkeiten zur Vertiefung von Wissen zum Thema dieser Unterrichtseinheit zur Verfügung. Daher kann in diesem Rahmen nur exemplarisch auf einzelne Angebote hingewiesen werden. Für weiterführende Informationen sei hier auf die Website der Gedenkstätte Berliner Mauer und die Informationen zum außerschulischen Lernort verwiesen. Oral History Eine weitergehende Annäherung an das Thema erfolgt über ein Interview mit einem Zeitzeugen (Oral History). Im unmittelbaren Umfeld der Schülerinnen und Schüler sind Großeltern, vielleicht auch Eltern potenzielle Zeitzeugen. Die Lernenden befragen eine Person aus ihrem Umfeld, was diese zur Berliner Mauer erzählen kann. Dies hat den Vorteil, die Lernenden durch persönlichen Bezug zu den Befragten zur Auseinandersetzung mit dem Thema zu motivieren. Anregungen für Fragen sind in Arbeitsblatt 1 zusammengestellt. Kritische Auseinandersetzung mit Zeitzeugenberichten Im Plenum tragen die Schülerinnen und Schüler die Aussagen zusammen. Die von den Lernenden erarbeiteten Stichwörter werden auf einem Plakat in einer Mindmap thematisch zusammengefasst. Hier kommt der Lehrkraft eine moderierende und strukturierende Funktion zu: Die Vielfalt und der unterschiedliche Fokus der Informationen machen deutlich, dass Zeitzeugenberichte subjektive Zeitzeugnisse sind, die nur eine eingeschränkte Perspektive auf Geschichte ermöglichen. Somit lernen die Schülerinnen und Schüler, sich kritisch mit Zeitzeugenberichten auseinanderzusetzen. Dies ist angesichts einer Fülle von Zeitzeugenberichten im Internet und von privaten Webseiten zur Berliner Mauer ein Beitrag zur Förderung der Medienkompetenz der Lernenden. Vertiefungsmöglichkeiten an der Gedenkstätte Berliner Mauer Die Gedenkstätte bietet Zeitzeugengespräche zu verschiedenen Themen an, unter anderem zum Leben im Grenzgebiet an der Bernauer Straße in den 1950er und 1960er Jahren oder zu Tunnelprojekten an der Bernauer Straße. Die Gedenkstätte empfiehlt die Veranstaltungen für Kinder ab 12 Jahren. Eine "Insel" der BRD Infoboxen und Grafiken auf Arbeitsblatt 2 vermitteln den Schülerinnen und Schülern Grundkenntnisse zur Teilung Berlins in Sektoren und zur Entstehung der beiden deutschen Staaten. Anhand einer Grafik erkennen sie die "Insel-Situation" West-Berlins. West-Berlin: Ein Schlupfloch in die Freiheit Die außenpolitischen Hintergründe des Berliner Mauerbaus, Blockkonfrontation und Chruschtschow-Ultimatum sind Schülerinnen und Schülern in der Grundschule schwer vermittelbar und werden in dieser Unterrichtseinheit nicht angesprochen. Um die Frage nach dem "Warum" nicht vollständig auszuklammern, werden in Arbeitsblatt 3 Basisinformationen zu innenpolitischen Problemen der DDR zu Beginn der 1960er Jahre gegeben. Anhand einer Grafik sowie von Leitfragen erarbeiten sie in Kleingruppen, dass West-Berlin bis zum 13. August 1961 das letzte Schlupfloch für die Bürgerinnen und Bürger der DDR in die Freiheit war. Vertiefungsmöglichkeiten an der Gedenkstätte Berliner Mauer Die Ausstellung "Berlin, 13. August 1961" im Dokumentationszentrum der Gedenkstätte Berliner Mauer präsentiert Text-, Audio- und Bilddokumente, die die politische Entwicklung bis zum Mauerbau veranschaulichen. Schülerinnen und Schüler können beispielsweise Radioberichte abrufen, die die Maßnahmen der SED-Führung gegen Ost-Berliner Grenzgänger im Sommer 1961 verdeutlichen oder Protokolle studieren, in denen das Politbüro unter strengster Geheimhaltung die Aktion vom 13. August 1961 plant. Die Abschottung West-Berlins Anhand von historischen Bildern sollen die Schülerinnen und Schüler Informationen zu den Ereignissen am 13. August 1961 sammeln und analysieren. Um die Lernenden an diese Aufgabe heranzuführen, wird zunächst im Plenum eine Auswahl von Bildern gezeigt und besprochen. Die Schülerinnen und Schüler erkennen in wiederkehrenden Bildelementen die sukzessive Abriegelung West-Berlins. Im Plenum wird auch das Verhalten der auf den Fotos abgebildeten Menschen beschrieben und die Menschen bestimmten Gruppen zugeordnet: Menschen aus West-Berlin, Menschen aus Ost-Berlin, Volkspolizisten und Journalisten. Erstellung einer Stellwand In einem weiteren Schritt recherchieren die Schülerinnen und Schüler in Kleingruppen auf angegebenen Websites weitere Bilddokumente zum 13. August 1961. Die Gruppen wählen jeweils ein Bild aus, begründen ihre Auswahl, drucken es aus und fertigen eine schriftliche Beschreibung des ausgewählten Bildes an. Aus allen Bild- und Textdokumenten wird ein Plakat oder eine Stellwand gestaltet. Dokumentation Mit Ausschnitten aus einer circa 43-minütigen Film-Dokumentation zur Bernauer Straße lässt sich das erworbene Wissen audiovisuell veranschaulichen. Es empfiehlt sich, die Filmsequenz den Lernenden erst zu zeigen, nachdem sie Basiswissen erworben haben. Mögliche Alternative Die Lernenden schreiben die Briefe in Word. Vertiefungsmöglichkeiten an der Gedenkstätte Berliner Mauer Im Dokumentationszentrum der Gedenkstätte Berliner Mauer können Schülerinnen und Schüler sich informieren, wie am 13. August 1961 die Grenze geschlossen wurde. Die Dichte der Präsentation von historischen Bild- und Filmaufnahmen zum Mauerbau in der Ausstellung einerseits und der konkreten Anschauung verbliebener Grenzanlagen im Außenbereich der Gedenkstätte andererseits verdeutlicht Schülerinnen und Schülern, wie "nah" die Geschichte der Deutschen Teilung noch ist. Mit Filmberichten sowie Zeitzeugenberichten, die die Lernenden in Audio-Nischen abrufen können, steht ein umfangreiches multimediales Angebot zur Verfügung. Ein Modell in der Ausstellung im Dokumentationszentrum und Markierungen im Gelände an der Bernauer Straße erinnern an die ursprüngliche Bebauungssituation. Ausbau und Grenzsicherung Die Schülerinnen und Schüler informieren sich im Plenum mit Hilfe einer Computeranimation und im Anschluss selbstständig mit Hilfe vorgegebener Websites über den Ausbau der Berliner Mauer. Sie erkennen, dass es nicht nur "eine" Mauer, sondern ein System von Maßnahmen zur Grenzsicherung gab. Der Einsatz der Computeranimation veranschaulicht den Schülerinnen und Schülern die Perspektive auf die Berliner Mauer aus Sicht von Menschen in Ost-Berlin, in West-Berlin und eines Grenzsoldaten. Informationen zum Ausbau der Grenzanlagen erarbeiten sich die Lernenden anhand eines Textes im Internet, auf den im Arbeitsblatt verwiesen wird. Mithilfe einer Checkbox auf Arbeitsblatt 9 können die Schülerinnen und Schüler ihr Wissen überprüfen. Vertiefungsmöglichkeiten an der Gedenkstätte Berliner Mauer Ein Blick vom Aussichtsturm des Dokumentationszentrums in der Bernauer Straße lässt eindrucksvoll den Aufbau der Grenzanlagen erkennen. In archäologischen Fenstern im Außengelände sind Reste älterer Schichten der Grenzanlagen freigelegt. Auf einer geführten Entdeckungstour können junge Schülerinnen und Schüler vor Ort die Geschichte und den Aufbau der Berliner Grenzanlagen kennenlernen und von Einzelschicksalen an der Mauer erfahren. Die Kapelle der Versöhnung erinnert an die Versöhnungskirche, die bis 1985 im Grenzstreifen stand und die die SED-Führung sprengen ließ, um für "freie Sicht" der Grenzsoldaten im Grenzstreifen zu sorgen. Basiswissen prüfen Da es im Internet kaum Websites gibt, die Informationen zu Besucherregelungen in einer Sprache vermitteln, die für Lernende der Primarstufe verständlich ist, wird Basiswissen zum Thema in Infoboxen auf Arbeitsblatt 7 vermittelt. Die Schülerinnen und Schüler können anhand von Fragen überprüfen, ob sie die Inhalte verstanden haben und werden angeregt, den Inhalt zu reflektieren. Indem sie anschließend ein in den 1960er Jahren an der Berliner Mauer entstandenes Foto beschreiben, setzen sie das erlangte Wissen um. Die Bildbeschreibung erfordert, sich in die Situation der abgebildeten Menschen zu versetzen und ermöglicht somit einen Transfer von Sachinformation in Empathie für die betroffenen Menschen. Verkehrswege und Sehenswürdigkeiten erkunden In Gruppen erarbeiten die Schülerinnen und Schüler, wie die innerstädtische Grenze Verkehrsachsen zerschnitt und Menschen in Ost- und West-Berlin von Kulturgütern der Stadt und wichtigen Versorgungseinrichtungen abschnitt. Die Lernenden orientieren sich im Stadtgebiet und erkennen die geographische Lage von Orten, die sie in der Unterrichtseinheit kennengelernt haben, etwa der Bernauer Straße. Am Beispiel von Geisterbahnhöfen wird den Lernenden deutlich, wie die Teilung der Stadt sich auf den öffentlichen Nahverkehr auswirkte und so auch hier tagtäglich im Leben der Menschen spürbar war. Mithilfe einer Checkbox auf Arbeitsblatt 8 können die Schülerinnen und Schüler ihr Wissen überprüfen. Vertiefung Mithilfe eines Quiz zur Berliner Mauer können die Schülerinnen und Schüler ihr Wissen überprüfen. Das Quiz kann auf Arbeitsblatt 10 gelöst werden. Mauergraffitis selbst erstellen Zum Abschluss der Unterrichtseinheit soll eine Brücke in die Gegenwart geschlagen werden. Die Schülerinnen und Schüler bekommen auf Arbeitsblatt 9 Basisinformationen zum Fall der Berliner Mauer und erkennen am Beispiel eines bunten Graffitis von der East Side Gallery, dass die Mauer ihren Schrecken verloren hat. Auf dem Arbeitsblatt können sie selbst ein Stück Berliner Mauer gestalten. Die Werke aller Lernenden können in einer klasseninternen Ausstellung präsentiert werden. Alternativ oder ergänzend bietet eine Website die Möglichkeit, ein Stück Mauer virtuell zu besprayen. Die Schülerinnen und Schüler können hier den Umgang mit der Maus üben. "Mauer-Graffiti" online Auf dieser Internetseite können die Schülerinnen und Schüler ihr eigenes Graffiti am Computer erschaffen. Themen Ausgrenzung und Trennung im Transfer Das Thema des Graffitis "Es gilt viele Mauern abzubauen" bietet Anlass zu einem Transfer: Wo trennen "Mauersteine" Menschen? Im Plenum reflektieren die Lernenden, was heute zu Ausgrenzung und Trennung von Menschen führt. Gefundene Stichwörter werden auf Schuhkartons geschrieben und mit diesen eine Mauer gebaut. Anschließend überlegen die Schülerinnen und Schüler, was sie selbst tun können, um solche "Mauersteine" abzubauen. Für jede gefundene Lösung können die Lernenden wieder einen "Mauerstein" entfernen und so die Mauer abbauen. Bösenberg, Jost-Arend/Huffmann, Johann-Friedrich (Hrsg.) Mauerjahre - Leben im geteilten Berlin. Verlag Edel Germany, Hamburg, 2011. Grundmann, Harriet/Vogt, Susanne/Baus, Lars Das Wendebilderbuch. Die Geschichte von Janosch aus West-Berlin. Die Geschichte von Anni aus Ost-Berlin. Coppenrath, Münster 2009. Kordon, Klaus Die Flaschenpost. Beltz, Weinheim 1999. Kordon, Klaus/Schimmel, Peter Die Lisa. Eine deutsche Geschichte. Beltz & Gelberg, Weinheim, Basel 2007. Kordon, Klaus/Schimmel, Peter Arbeitsheft zu: Die Lisa. Eine deutsche Geschichte. Beltz & Gelberg, Weinheim, Basel 2004. Lionnie, Leo Tillie und die Mauer. Beltz & Gelberg, Weinheim 2004. Schroeder, Klaus Die DDR. Geschichte und Strukturen. Reclam, Stuttgart 2011. Verein Berliner Mauer - Gedenkstätte und Dokumentationszentrum (Hrsg.) Die Berliner Mauer. Ausstellungskatalog des Dokumentationszentrums Berliner Mauer. Michael Sandstein Verlag, Dresden.

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L'Etranger: Est-ce que Meursault aurait pu se sauver?

Unterrichtseinheit

Diese handlungsorientierte und literatursoziologische Unterrichtsreihe hat die koloniale Gewalt in Albert Camus' Roman "L'Etranger" (1942) zum Thema. Camus' Roman gilt üblicherweise als Ausdruck der Revolte gegen die Absurdität eines Lebens, das von gesellschaftlichen Zwängen geprägt ist. Es kann jedoch auch gefragt werden, welche Konsequenzen sich aus der Blindheit des Protagonisten Meursault gegenüber der kolonialen Gewalt ergeben. Sie wird im Roman von Meursaults ?Freund? Raymond Sintès ausgeübt, der die Algerier skrupellos ausbeutet und unterdrückt. Die Leitidee der vorliegenden Unterrichtseinheit zeigt, dass es für Meursault zum Verhängnis wird, sich nicht von der kolonialen Gewalt zu distanzieren. Dies gelingt ihm nicht, weil er als Mitglied der Schicht der Kolonialherren selbst Teil dieses Gewaltverhältnisses ist und seine einseitig koloniale Sichtweise nicht erkennen kann. Unterrichtsthema Fremdenfeindlichkeit «L'Etranger» gilt als einer der meistgelesenen französischen Romane. Betrachtet man die Rezeption des Werkes in Algerien, so ist festzustellen, dass Camus' Darstellung der algerischen Bevölkerung dort noch heute mit Misstrauen begegnet wird. So beispielsweise in dem folgenden Ausschnitt aus einem Artikel der algerischen Tageszeitung Et Watan: «Il est temps de le souligner, l'œuvre de Camus est trempée dans le déni et le mépris colonial envers les indigènes. Ainsi, dans La peste, « les Arabes » ne sont jamais nommés. Dans L'Etranger, ils apparaissent sous la caricature de « l'Arabe fourbe », « sans densité et sans famille », une lame effilée à la main." (El Watan, 5 février 2010) Methoden selbstständige Lesephasen Rollenspiel Bearbeitung eines WebQuests literaturanalytische Unterrichtsgespräche lernwegbegleitende diagnostische Tests zur Vorbereitung auf die Lernkontrolle Anmerkungen und Ablauf Fachwissenschatliche Vorbemerkungen Die Unterrichtseinheit befasst sich mit den Gewaltverhältnissen in Kolonialsituationen und versucht, die Situation von Meursault auf die Gegenwart zu übertragen. Ablauf und Arbeitsmaterialien - Teil 1 Im ersten Teil der Sequenz bereiten die Lernenden ein Rollenspiel vor, führen es auf und werten es anschließend aus. Ablauf und Arbeitsmaterialien - Teil 2 In Teil 2 erfahren die Lernenden Näheres zum historischen Kontext der Geschichte und überprüfen ihr angewandtes Wissen. Die Schülerinnen und Schüler simulieren in einem Rollenspiel einen Revisionsprozess und einigen sich auf ein neues Urteil. erweitern ihre Kompetenz im Leseverstehen und im Sprechen auf der Kompetenzstufe B2, da sie die Hauptinhalte eines komplexen literarischen Textes sowie mehrerer Online-Sachtexte über die koloniale Gewalt verstehen und diskutieren. äußern sich in einem Rollenspiel spontan und fließend über den Inhalt des Textes und über die Frage der Schuld von Meursault. entnehmen aus dem Romantext die notwendigen Informationen, um die Simulation einer Gerichtsverhandlung vorzubereiten, die dem Handlungsverlauf des Romans nicht widerspricht, sondern Leerstellen ergänzt. äußern und begründen ihren eigenen Standpunkt zu der Schwere der Schuld, die Meursault auf sich geladen hat, und leiten aus ihrer Stellungnahme ein für sie angemessenes Gerichtsurteil ab. erfassen durch den zweiten Teil des Romans die in erster Linie durch einen autoritär-konservativen Moralbegriff begründete Entscheidung für eine Verurteilung zum Tode und vergleichen diese Begründung mit dem von ihnen selbstständig erarbeiteten Gerichtsurteil. bearbeiten einen WebQuest und entnehmen aus Online-Sachtexten Informationen, die es ihnen erlauben, Meursaults Mord als Teil eines kolonialen Gewaltverhältnisses zu entschlüsseln. nennen als einen der Gründe für das tragische Ende Meursaults die Tatsache, dass dieser es versäumt, dieses koloniale Gewaltverhältnis zu erkennen und sich von ihm zu distanzieren. Gewaltverhältnisse in Kolonialsituationen Bei Camus erscheinen dem Protagonisten Meursault die Algerierinnen und Algerier nicht als gleichwertige Subjekte, sondern als namenlose Objekte eines scheinbar naturwüchsigen Gewaltverhältnisses - und dies obwohl ihm die Kolonialsituation und ihre Probleme bewusst waren (Material 16). Verzerrte Sicht auf die Kolonialsituation Meursault, so die im Roman angelegte Begründung, tötet den Araber am Strand zufällig und ohne Grund - unter dem Einfluss der großen Hitze und der sengenden Sonne. Dass eine solche Begründung ein gesellschaftlich produziertes Gewaltverhältnis, nämlich das zwischen Kolonisatoren und Kolonisierten, ausblendet, ist von der Literaturwissenschaft eingehend untersucht worden (siehe Links zum Thema und Literatur ). Die in der wissenschaftlichen Auseinandersetzung mit Camus' verzerrter Sichtweise auf die Kolonialsituation gewonnenen Erkenntnisse zu "L'Etranger" scheinen in der fachdidaktischen Arbeit noch nicht verwertet worden zu sein. Im Folgenden soll exemplarisch gezeigt werden, wie eine solchermaßen literatursoziologische Herangehensweise für eine Auseinandersetzung mit dem Roman fruchtbar gemacht werden kann. Gesellschaftliche Erwartungen Camus' Roman gilt üblicherweise als Ausdruck der Revolte eines Individuums gegen die Absurdität eines Lebens, das von gesellschaftlichen Zwängen geprägt ist, die keiner rationalen Überprüfung standhalten. "Der Mensch ist einer nicht durchschaubaren Welt ausgeliefert; keine Hoffnung auf Transzendenz, keine Hoffnung auf Erkenntnis einer ewig gültigen Wahrheit", so eine gängige Deutung der zentralen Romanaussage. Diejenigen, die sich im Besitz solcher ewig gültigen Wahrheiten glauben, bestrafen mitleidlos jene, die sie in Frage stellen. So wird Meursault Opfer seiner konsequenten, nahezu anarchistischen Haltung ( Camus Yoyeu ), keine der gesellschaftlichen Erwartungen zu erfüllen, die an ihn gerichtet werden. Leicht hätte er sein Leben retten können, wenn er im Gerichtsprozess Mitleid mit dem Opfer und Reue für sein Verhalten zumindest vorgespielt hätte. Verhaltensweisen in der heutigen Gesellschaft Eine solche durchaus relevante Deutung des Romans ist im Sinne einer motivierenden Problem- und Schülerorientierung des Literaturunterrichts für die Lerngruppe zu aktualisieren. Ausgehend von der Frage, wie Meursault hätte gerettet werden können, soll erstens gefragt werden, welche Verhaltensweisen von ihm abverlangt wurden und welches Verhalten heute noch immer von uns unter Androhung von Strafe gefordert wird. Zweitens muss gefragt werden, welche Konsequenzen sich aus Meursault Blindheit gegenüber der kolonialen Gewalt ergeben, die im Roman von Raymond Sintès ausgeübt und symbolisiert wird. Feedback-Kultur Die methodische Strukturierung der Unterrichtseinheit versucht, zwei Überlegungen zur Konkretisierung der Kompetenzorientierung im Französischunterricht umzusetzen. Erstens folgt sie einer der Leitideen der Kompetenzorientierung, nach der es gilt, in der Schule eine Feedback-Kultur einzuüben: "Lehrkräfte und Schülerinnen und Schüler sollen lernen, Lernprozesse zu beobachten und zu kommentieren" (Kessler/ Ziener 2004, Seite 21). Evaluation Am Ende der Unterrichtseinheit kann dies ein Evaluationsbogen leisten. Zudem hat es sich bewährt, am Ende einer jeden Stunde der Unterrichtseinheit durch eine fünfminütige Blitzlichtabfrage zu besprechen, welche neuen Erkenntnisse und Fähigkeiten die Schülerinnen und Schüler glauben erworben zu haben (Aujourd'hui, j'ai appris ...). Diese ritualisierte Reflexion des Lernprozesses, die sowohl die Selbst- als auch die Methodenkompetenz der Lernenden fördert, kann auch in die Hausaufgabe verlagert werden und so den Einstieg in die nächste Unterrichtsstunde vorbereiten. Diagnostische Test- und Fördermaßnahmen Zweitens soll versucht werden, durch diagnostische Test- und Fördermaßnahmen den Lernprozess im Sinne einer stärkeren Output-Orientierung zu optimieren. Damit übernimmt die Lehrkraft eine größere Verantwortung für das Gelingen des Lernprozesses als in einem traditionellen, am Input orientierten Unterricht. Die Materialien 13 bis 15 dienen in diesem Sinne zur sorgfältigen, "kompetenzorientierten" Vorbereitung auf die Lernkontrolle (Material 17). Kompetenzorientierung wird hier so verstanden, dass die Lehrkraft nicht nur Impulse (Tafelbild 1 bis 6) gibt, die zu einer Interpretation des Romans anleiten, sondern dass eine besondere Sorgfalt bei der Festigung des Wissens angewendet wird. Fachgespräch führen Die Lernenden erproben ihren Kompetenzstand und diagnostizieren gemeinsam mit der Lehrkraft den Lernfortschritt. In Material 14 führen die Lernenden ein Fachgespräch über zentrale interpretatorische Fragen und erhalten hierfür einen Tandembogen. Die Lehrkraft kann die Tandemgespräche aufmerksam beobachten oder selbst eines führen, um den erreichten Kompetenzstand zu bestimmen. Analyse des WebQuests In Material 14 wird die Form der Lernkontrolle transparent gemacht und ein zentraler Text eines WebQuests vertiefend analysiert. Aus der Diagnose werden Fördermaßnahmen abgeleitet, um den Lernprozess zu intensivieren. Die Fördermaßnahmen sind in Material 13 bereits durch die Musterlösungen angeleitet und können bei Bedarf durch ein Plenumsgespräch und die Erstellung eines Tafelbildes ergänzt werden. Hilfestellung M 16 beinhaltet eine Musterlösung, mit deren Hilfe die Lernenden ihre Texte gegenlesen und ergänzen können. Lesephase Der erste Teil des Romans wird von den Schülerinnen und Schülern in häuslicher Lektüre selbstständig gelesen. Bei Bedarf kann die Lehrkraft diesen Leseprozess durch Leitfragen strukturieren. Einstieg Die Lehrkraft erläutert, dass Meursault im zweiten Teil des Romans angeklagt und zum Tode verurteilt wird. In der Einstiegsphase macht die Lehrkraft das Ziel der Unterrichtseinheit transparent: Der Gerichtsprozess wird wiederholt und Meursaults Fall neu verhandelt (Tafelbild 1). Wortfeldarbeit Die Lernenden erweitern mithilfe von Übungen ihr Wortfeldwissen zum Themenbereich Polizei und Justiz, das sie im Rollenspiel verwenden müssen. Vorbereitung 1 In arbeitsteiliger Gruppenarbeit werden die Rollenkarten für die Anwältinnen und Anwälte erarbeitet. Die wichtigsten Argumente der beiden Seiten werden an der Tafel gesammelt, damit die Anwälte sich gut auf die Strategie der jeweiligen Gegenseite einstellen können. Vorbereitung 2 Die Schülerinnen und Schüler wechseln nun gemeinsam in die Rolle von Gerichtspsychologen und erstellen ein gerichtspsychiatrisches Gutachten über die Schuldfähigkeit von Meursault. Hierzu erhalten Sie Formulierungshilfen. Dies ist eine handlungsorientierte und kreative Form der Personencharakterisierung, in der auch Übertreibungen und Zuspitzungen erwünscht sind. Die Gutachten werden vorgestellt, um den "Anwältinnen und Anwälten" der Gegenseite eine gute Vorbereitung auf den Prozess zu ermöglichen. Vorbereitung 3 In der abschließenden Vorbereitungsphase wählen die Schülerinnen und Schüler ihre individuellen Rollen und erarbeiten ihre Zeugenaussagen, die nicht an der Tafel gesammelt werden. Die Zeugenaussagen werden nicht vorher veröffentlicht, um einen spontanen, improvisierenden Verlauf des Rollenspiels anzuregen. Durchführung des Rollenspiels Der Ablauf des Rollenspiels wird von der Gruppe geleitet, die die Rolle der Richterin oder des Richters übernommen hat. Die Rollenkarte enthält die wesentlichen Hinweise auf den Ablauf der Gerichtsverhandlung. Auswertung 1: Zeitungsbericht Die Schülerinnen und Schüler haben die Aufgabe, den Verlauf der Gerichtsverhandlung zu protokollieren und einen Zeitungsbericht anzufertigen. Da das Rollenspiel zwei bis drei Unterrichtsstunden dauern kann, wird diese Auswertung mehrmals durchgeführt. Auswertung 2: Entscheidung der Jury Am Ende des Rollenspiels, nach den Abschlussplädoyers der Anwälte, wechseln die Schülerinnen und Schüler die Rolle und sollen nun als Jury ein Urteil sprechen. Um den Rollenwechsel zu erleichtern, erfolgt zunächst eine Rollendistanzierung, indem sich die Lerngruppe über den Ablauf unterhält und beschreibt, was gut und was schlecht gelaufen ist und was die Lernenden jeweils sprachlich und inhaltlich Neues erfahren haben. Gerade die Frage danach, was Neues gelernt wurde, ist zentral für die Stärkung der Selbstkompetenz, verstanden als das Vermögen, den eigenen Lernprozess zu reflektieren und zu steuern. Am Ende dieser Phase verkündet der Richter oder die Richterin das "Urteil". Auswertung 3 Die Schülerinnen und Schüler lesen den zweiten Teil des Romans und erarbeiten als Grund für Meursaults Verurteilung seine kompromisslose Haltung, sich nicht so zu verhalten, wie dies von ihm erwartet wird. Einige kürzere ausgewählte Textstellen können hierzu gelesen werden, die diesen Aspekt beleuchten. Hypothesen bilden Ausgehend von der Frage, "Qu'est-ce que Meursault aurait dû faire pour se sauver ?» formulieren die Schülerinnen und Schüler zunächst Hypothesen zu möglichen Alternativen, die Meursault hätte ergreifen können, um sich zu retten ("ne pas devenir l'ami de Raymond, regretter son acte, pleurer à l'enterrement de sa mère ...") (Tafelbild 2). Historischen Kontext recherchieren Um eine literatursoziologische Interpretation zu ermöglichen, erarbeitet die Lerngruppe in einem zweiten Schritt den politischen und sozialen Kontext, in dem die Romanhandlung spielt: das koloniale Algerien der vierziger Jahre. Informationen erhalten die Schülerinnen und Schüler durch einen WebQuest, den die Lehrkraft selbstständig erstellen kann, um die Lernenden bei der Suche nach Quellentexten zu lenken (Tafelbild 3). meursaultetsavictime.wordpress.com Hier finden Sie eine exemplarische Ausführung eines solchen WebQuests. Schaubild des gesellschaftlichen Gewaltverhältnisses Die Schülerinnen und Schüler erarbeiten mithilfe von historischen Informationen, die sie auf unterschiedlichen Internetseiten finden, ein Schaubild des gesellschaftlichen Gewaltverhältnisses zwischen Kolonisierten und Kolonisatoren und die verschiedenen Etappen, in denen sich die koloniale Gewalt der französischen Kolonialherren realisierte. Mithilfe der historischen Informationen wird deutlich, dass Meursault teilnahmslos dabei zuschaut, wie Raymond Sintès lustvoll seine Macht als "Kolonialherr" ausübt, sich nicht von der kolonialen Gewalt distanziert, sondern an ihr beteiligt ist, indem er Raymonds Geliebte in einen Hinterhalt lockt und schließlich einen rassistischen Mord begeht, indem er den Bruder von Raymonds Geliebter umbringt (Tafelbilder 4 bis 6). Diagnostischer Test In einem Gespräch in Partnerarbeit oder mit der Lehrkraft prüfen die Lernenden mithilfe eines lernwegbegleitenden mündlichen Test- und Selbstdiagnosebogens (Material 13) ihren Kompetenzstand, indem sie die zentralen Ergebnisse der Unterrichtseinheit wiederholen und vertiefen. Im Plenum werden die Ergebnisse nochmals gesichert und verglichen, und Nachfragen können zur Vertiefung und zur Klärung offener Fragen gestellt werden. Eine kurze Selbstreflexionsabfrage schließt den diagnostischen Test ab. Probeklausur und Klausur Mit einer Probeklausur (Material 14) testen die Lernenden ihre Kompetenz, die Erkenntnisse zu verschriftlichen, und vergleichen ihre Ergebnisse untereinander und mithilfe einer Musterlösung (Material 15). Die Probeklausur kann zu Hause oder während einer Unterrichtsstunde angefertigt werden und fördert die Selbstkompetenz, indem die Lernenden einzuschätzen lernen, welche Lerninhalte sie bereits beherrschen und welche sie wiederholen und vertiefen müssen. Bezüge zur heutigen Gesellschaft herstellen In dieser Phase kann versucht werden herauszufinden, welche gesellschaftlichen Zwänge die Schülerinnen und Schüler heute noch empfinden, die sie wie im Roman Meursault zu einem bestimmten Verhalten zwingen. Das Gelingen dieser Phase hängt davon ab, wie bewusst sich die Lernenden dieser Zwänge sind und wie sehr sie sich ihnen ausgesetzt fühlen. Schülerinnen und Schüler aus wohlhabenden oder liberalen Milieus werden erfahrungsgemäß weniger solche Zwänge spüren als solche aus sozial schwächeren oder autoritären Milieus (Tafelbild 7). La lassitude chez Camus Um der Lerngruppe einen weiteren vertiefenden Blick in die Denkweise von Camus zu eröffnen, wird die Bedeutung des Begriffs "lassitude" erarbeitet und für eine mögliche Deutung des Romans nutzbar gemacht. Evaluation Abschließend evaluieren die Schülerinnen und Schüler die Unterrichtseinheit. Damit vertiefen Sie ihre Selbstkompetenz und geben zugleich der Lehrkraft eine Rückmeldung darüber, welche Lernarrangements der Unterrichtseinheit wiederholenswert und welche zu überarbeiten sind. Anderson, C. "Camus and the Colonial Tradition: Revisiting 'L'Hôte'." Dalhousie French Studies 67 (Summer 2004): 89 - 100. (StuB=Zs 18646). Bartfeld, F., "La réalité politique et sociale dans "L'Hôte". éds. M. Gosselin-Noat et A.-S. Dufief, La représentation du réel dans le roman. Mélanges offerts à Colette Becker (Paris: Oséa, 2002): 321-31. Brée, G. "Meursault's passivity leads to his death." Ed. D.C. Maus, Readings on "The Stranger", San Diego: Greenhaven, 2001. Chetouani, L. "Une lecture algérienne de L'Étranger." Le Français Aujourd'hui 119 (septembre 1997): 76-8. Cloonan, W. "The Workings of Power: Foucault and L'Étranger." Il senso del nonsenso. Scritti in memoria di Lynn Salkin Sbiroli, eds. M. -Moretti-Monique, M. Revol- Cappelletti, O. Martinez (Naples: Edizioni Scientifiche Italiane, 1994): 457-67. Ders., "Meursault "est condamné parce qu'il ne joue pas le jeu": réflexions sur la pertinence d'un propos de Camus." Lettres Romanes 52.3-4 (août-novembre 1998): 299-305. Ders., "Les femmes et Meursault dans L'Étranger." Romanic Review 90.1 (Jan. 2000): 45-71. Ders., "Lacune et omissions dans le récit de L'Étranger: Pour une stratégie de la manipulation par Camus." Dalhousie French Studies 51 (Summer 2000): 97-108. 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  • Sekundarstufe II, Sekundarstufe I
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