Unterrichtsmaterialien zum Thema "Kultur"

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Kulturelle Schulentwicklung mit dem Kulturfahrplan

Fachartikel

... Der Kulturfahrplan – entwickelt im Modellprogramm "Kulturagenten für kreative Schulen" – soll Schulen dabei unterstützen, noch mehr Kunst und Kultur in den Schulalltag zu integrieren. Als Steuerungs- und ...

  • Fächerübergreifend

Fußball-Weltmeisterschaft: Webrallye zur WM

Unterrichtseinheit

In dieser fächerübergreifenden Unterrichtseinheit zum Thema "Fußball-Weltmeisterschaft" werden die WM und das Gastgeberland aus unterschiedlichen Blickwinkeln beleuchtet.Im Sommer steht wieder ein sportliches Großereignis an: die Fußball-Weltmeisterschaft. Kaum jemand kann sich dem sportlichen Event verschließen: Public-Viewing, stundenlange Fernsehübertragungen, Pressekonferenzen. Selbst in der Schule hält der Spielplan neben dem regulären Stundenplan Einzug. Grund genug, die WM direkt in die Klassenzimmer zu holen und diese zum vielschichtigen Unterrichtsgegenstand zu machen. Die WM als Unterrichtsthema Im Sommer wird das Ansehen der Live-Übertragungen der Spiele für viele zur Pflicht. Übermüdete Schülerinnen und Schüler, Lehrerinnen und Lehrer sowie die Analyse von Spielverläufen prägen den Unterricht. Somit liegt es auf der Hand, die WM direkt im Unterricht zu behandeln. Voraussetzung für die Durchführung der Einheit sind internetfähige Computer, Smartphones der Schülerinnen und Schüler oder ein Klassensatz Computer oder Tablets. Individuelle Gestaltung der Einheit Thema der Unterrichtseinheit ist eine Internetrallye zur WM. Die Fragen der Rallye sind so gestaltet, dass sie mithilfe des Internets schnell gelöst werden können. Von einfachen Faktenfragen bis hin zur kritischen Beleuchtung der Weltmeisterschaft ist alles dabei. Sofern die Rallye nicht im Vertretungsunterricht eingesetzt wird, können die Fragen auch fachspezifisch angepasst werden. Um eine ganze Einheit zu gestalten, können unterschiedliche Fragestellungen vertieft werden. Je nach Zeit werden für die Rallye ein bis drei Stunden eingeplant. Die Jugendlichen können arbeitsteilig in Gruppen oder einzeln arbeiten. Es sollte beachtet werden, dass es bei der Rallye nicht darauf ankommt, besonders schnell fertig zu sein, sondern möglichst präzise zu antworten. Ablauf der Unterrichtseinheit Ablauf der Unterrichtseinheit "Internetrallye zur WM" Der Ablauf der Internetrallye in zwei Teilen sowie die Ergebnissicherung werden hier kurz und verständlich erklärt. Fachkompetenz Die Schülerinnen und Schüler unterscheiden wichtige und unwichtige Aspekte eines Themas. lernen die Reduktion von umfassenden Inhalten auf wesentliche Kernaussagen und Schlüsselbegriffe. Medienkompetenz Die Schülerinnen und Schüler gehen mit einem internetfähigen Smartphone, Tablet oder Computer um. lernen, geeignete Internetseiten von ungeeigneten zu unterscheiden und insbesondere die dargestellten Informationen hinsichtlich Aktualität, Informationsgehalt und Seriosität zu bewerten. Sozialkompetenz Die Schülerinnen und Schüler arbeiten sowohl in Gruppen als auch selbstorganisiert. Die Schülerinnen und Schüler unterscheiden wichtige und unwichtige Aspekte eines Themas. lernen die Reduktion von umfassenden Inhalten auf wesentliche Kernaussagen und Schlüsselbegriffe. Die Schülerinnen und Schüler gehen mit einem internetfähigen Smartphone, Tablet oder Computer um. lernen, geeignete Internetseiten von ungeeigneten zu unterscheiden und insbesondere die dargestellten Informationen hinsichtlich Aktualität, Informationsgehalt und Seriosität zu bewerten. Die Schülerinnen und Schüler arbeiten sowohl in Gruppen als auch selbstorganisiert. Der erste Fragenkatalog auf Arbeitsblatt 1 kann von den Schülerinnen und Schülern ab Klasse 7 recht schnell beantwortet werden. Dabei geht es um allgemeinere Fragen rund um die Weltmeisterschaft. Je nach Unterrichtssituation können weitere vertiefende Fragen gestellt werden. So bietet sich die Frage nach dem WM-Ball für eine genauere Untersuchung an. Beispielsweise könnten die Lernenden die Produktionskosten des Balles mit dem durchschnittlichen Arbeitslohn eines Einheimischen des Gastgeberlandes vergleichen oder die Situation der Ärmsten im Land genauer untersuchen. Das erste Arbeitsblatt kann auch als "Vorrunde" für das zweite gesehen werden. Das zweite Arbeitsblatt ist eher an die Schülerinnen und Schüler höherer Klassenstufen (9-10) gerichtet. Jüngere Lernende kennen womöglich noch nicht die Begriffe "Gini-Index" oder "HDI-Index", sodass die Lehrkraft dies im Falle der Verwendung im Vertretungsunterricht berücksichtigen sollte. Entweder kann die Lehrkraft die Fragen streichen oder sie lässt diese von besonders schnell arbeitenden Schülerinnen und Schülern bearbeiten. Innerhalb des zweiten Fragenkatalogs wird stärker problematisiert und so über die bloße Angabe der Fakten hinaus gedacht, recherchiert und verknüpft. Die Beantwortung der Fragen wird den Lernenden dennoch Spaß machen, und sie werden dadurch auch die Schattenseiten einer Weltmeisterschaft kennenlernen. Das zweite Arbeitsblatt stellt somit die eigentliche "Endrunde" dar, denn hier geht es darum, auch mal um die Ecke zu denken. Präsentation auf Folie oder Whiteboard Bei der Sicherung und dem Vergleich der Ergebnisse kann die Klasse unterschiedlich vorgehen. Entweder werden die Ergebnisse auf einer Ergebnisfolie gezeigt (praktikabel im Vertretungsunterricht) oder sie werden gemeinsam im Unterrichtsgespräch am Whiteboard zusammengetragen. Dabei kann unterschiedlich intensiv auf Themeninhalte (je nach Lernziel) eingegangen werden. Bewertung ohne "Fouls" Beim Vergleich im Unterrichtsgespräch sollte darauf geachtet werden, dass die Schülerinnen und Schüler bei der Bewertung ihrer Lösungen ehrlich sind und somit kein "Foul" begehen. Nur dann kann am Ende eine Gewinnerin oder ein Gewinner gekürt werden. Selbstverständlich bleibt es der Lehrkraft überlassen, die Antworten einzusammeln und im Sinne eines Tests zu bewerten. Gibt es womöglich gleich zwei Gewinner, dann sollte man in die "Verlängerung" gehen und die entscheidende Frage stellen: Wer wird Fußballweltmeister?

  • Geographie
  • Sekundarstufe I, Sekundarstufe II

Voltaire: Un philosophe engagé qui s'est trompé?

Unterrichtseinheit

In dieser Unterrichtseinheit für den Französisch-Unterricht erarbeiten die Lernenden Voltaires "Traité sur la tolérance" (1763) durch intensive Textlektüre. Der Einsatz digitaler Medien unterstützt die Textarbeit und fördert die Motivation.Voltaire hat sich mit diesem Text große Verdienste im Kampf um Toleranz und die Durchsetzung von Vernunft im gesellschaftlichen Leben erworben. Es ist jedoch interessant zu beobachten, dass Voltaire in seinem Traité die Geschehnisse anders darstellt, als sie sich in Wirklichkeit wahrscheinlich zugetragen haben. Dies zu verstehen, erfordert eine intensive, sehr genaue Textarbeit, die für Schülerinnen und Schüler dann zu leisten ist, wenn sie durch den Einsatz der digitalen Medien unterstützt wird. Für den Lernprozess hilfreich sind hier die Gestaltung eines "Fotoromans", der das Auffinden der Leiche rekonstruiert. Die Darstellung der "wahrscheinlichen Faktenlage" folgt der Textzausgabe: Voltaire, L'affaire Calas, Paris: Gallimard, 1975, in der der Herausgeber feststellt, Voltaire habe sich "quelques libertés avec les faits"(14) erlaubt.Neben einer kurzen fachwissenschaftlichen Darstellung des Themas der Unterrichtseinheit wird hier beschrieben, in welche Schritte die Unterrichtseinheit gegliedert ist, welche möglichen Probleme auftreten können und welche Erfahrungen der Autor bei der Lösung dieser Probleme gemacht hat. Eine besondere Bedeutung kommt hierbei dem Einsatz der digitalen Fotografie sowie der Internetrecherche zu. Fachwissenschaftliche und -didaktische Vorbemerkungen Welche Bedeutung kommt dem Thema zu (hessischer Lehrplan, gesellschaftliche Relevanz)? Neben den Antworten finden Sie hier eine einführende Kurzdarstellung zur Affaire Calas und zu den inhaltlichen Unterrichtszielen. Didaktisch-methodische Vorbemerkungen Rollenspiel und Internetrecherche ergänzen sich in dieser Unterrichtseinheit und verfolgen mithilfe des Medieneinsatzes einen ergebnisorientierten Unterricht. Ablauf der Unterrichtseinheit Wie eine Unterrichtseinheit zum "Traité de la Tolérance" aussehen kann, wird hier durch die Präsentation von Ablaufbeschreibungen, Materialien und Erwartungshorizont deutlich. Fachkompetenz Die Schülerinnen und Schüler stellen die historisch überlieferten Geschehnisse, die der Affaire Calas zugrunde liegen, verstehen und in einem Rollenspiel dar. erkennen und beschreiben die Abweichungen von der Realität in Voltaires Traité. Medienkompetenz Die Schülerinnen und Schüler erlernen oder festigen den Umgang mit einer Digitalkamera. lernen, wie digitale Fotos mit der Software PowerPoint zu einem Fotoroman weiterverarbeitet werden können. präsentieren mit dem PC . sammeln durch gezielte Internetrecherchen Informationen zu Voltaires Werk und zu dem zeitgeschichtlichen Hintergrund. Einordnung der "Affaire Calas" in den hessischen Lehrplan Die Epoche der Aufklärung nimmt noch immer eine zentrale Stellung in den Lehrplänen ein. Im Lehrplan des Landes Hessen ist sie vor allem Bestandteil im Profil Littérature/Civilisation (Gk: 12.2 les sciences - hier et aujourd'hui: le siècle des lumières; Gk 13.1. l'individu devant son existence: le siècle des lumières). Lektürevorschläge zur Epoche werden nicht gemacht, eine Auswahl muss die Lehrkraft somit selbst treffen. Erfahrungen mit Ganzschriften Meine Erfahrung hat gezeigt, dass eine Lektüre von Ganzschriften der Aufklärung in Grundkursen der Oberstufe nur schwer zu leisten ist. Gerade einmal drei Wochenstunden und ein hoher Grad an ironischen Verschlüsselungen, die das Ergebnis der zeitgenössischen Zensur sind, sorgen dafür, dass eine Lektüre etwa von Voltaires "Candide" oder Montesquieus "Lettres persanes" zu einem äußerst mühsamen Unterfangen geraten kann. Übergeordnete Lernziele dank Voltaire Dennoch lohnt es, an Voltaire als Bestandteil des Lehrplans festzuhalten, leben wir doch in einer Epoche, in der religiöse wie politische Ideologien zunehmend den Charakter von Dogmen annehmen. Von Voltaire lernen heißt auch zu lernen, sich gegen deren Vereinnahmungstendenzen zur Wehr zu setzen. Ein solcher Ansatz eröffnet eine Perspektive auf die Geschichtlichkeit religiöser Intoleranz. Die Schülerinnen und Schüler erfahren, in welcher Weise das europäische Christentum intolerant war und fanatische Ausgrenzung betrieben hat und wie es der europäischen Aufklärung gelang, dies zu überwinden. Lehrpläne der Bundesländer Über diese Liste bei Lehrer-Online finden Sie Ihren Lehrplan online und können "schnell mal reinschauen". Hintergründe zu "Traité de la Tolérance" Die Unterrichtseinheit rekonstruiert die "Affaire Calas" und Voltaires Interventionsschrift "Traité de la Tolérance" aus dem Jahr 1763. Voltaire hat in einer überaus sonderbaren Weise die wirklichen Geschehnisse im Toulouse in seiner Streitschrift verarbeitet. Voltaire hatte verfolgt, dass der Vater einer protestantischen Familie zum Tode verurteilt worden war und in grausamer Weise hingerichtet wurde. Seine Familienmitglieder mussten fliehen und fanden in der protestantischen Schweiz Asyl. Wie konnte es dazu kommen? Lernende als Textdetektive In der Einheit geht es nicht darum, zu beweisen, dass Voltaire die Faktenlage falsch dargestellt hat, sondern die Schülerinnen und Schüler in der Rolle von Textdetektiven dazu zu bringen, Voltaire als jemanden zu verstehen, der seine Texte durch Reduzierungen und Vereinfachungen rhetorisch zu schlagkräftigen Pamphleten "aufrüstet". Analyse von Van den Heuvel Die Darstellung der "wahrscheinlichen Faktenlage" in den von den Schülerinnen und Schülern zu bearbeitenden Texten folgt der von Jacques Van den Heuvel herausgegebenen Ausgabe, in der er als Herausgeber feststellt, Voltaire habe sich "quelques libertes avec les faits" (Voltaire, L'affaire Calas, Paris: Gallimard, 1975, S.14) erlaubt, "selon la methode qu'il se plaisait parfois a appliquer" (ebd.). Van den Heuvel legt auf den Seiten 35ff. die "pièces originales, écrites et rassemblées par Voltaire" vor. Damit liegen für ihn in der Textausgabe die Voltaire bekannten wesentlichen Texte vor, "l'essentiel des textes, qu'a inspirés à Voltaire l'affaire Calas". Aus Gründen der didaktischen Reduktion sollen die von Van den Heuvel gesammelten Texte als wahrscheinlich wahrheitsgetreues Abbild der Faktenlage angenommen werden. Van den Heuvel vertraut der Objektivität des Ermittlers David de Beaudrigue, "[qui] n'avait pas de parti pris à l'origine" (32), der zu Beginn der Ermittlung unvoreingenommen gewesen sei. Die Hypothese über den Ablauf der der Ereignisse, die als Arbeitsgrundlage der Unterrichtseinheit dient, ist die "aujourd'hui considérée comme la plus vraisemblable" (ebd., 33). Lesen und Verstehen von Texten fördern Eine vertiefende Auseinandersetzung mit der Frage, inwieweit die den Schülerinnen und Schülern vorgelegten Texte selbst auf ihren Wahrheitsgehalt kritisch reflektiert werden müssten, (Van den Heuvel bezeichnet spricht an anderer Stelle eine seiner Schlussfolgerung vorsichtig als "vraisemblablement", ebd. 32) wäre sicher wünschenswert, ist aber im Rahmen des schulischen Französischunterrichts nicht zu leisten. Im schulischen Unterricht ist bereits viel erreicht, wenn das motivierte und genaue Lesen und Verstehen von Texten gefördert werden kann. Religiöse Hintergründe Jean Calas war Protestant und damit Angehöriger einer religiösen Minderheit in Toulouse, die von der katholischen Mehrheit der Stadt misstrauisch überwacht wurde. So wurden alle Protestanten gezwungen, katholische Haushaltshilfen zu beschäftigen. Calas hatte drei Söhne: Louis, Pierre und Marc-Antoine. Im katholischen Toulouse konnten Protestanten nur dann beruflich erfolgreich sein, wenn sie zum Katholizismus konvertierten. Louis Calas hatte dies getan. Sein Verhältnis zu seinem Vater war von da an sehr belastet. Marc-Antoine hingegen hatte einen solchen Schritt nie gewagt und führte statt dessen ein unstetes Leben, machte Spielschulden und führte ein ausschweifendes Leben. Marc-Antoine wurde das Opfer eines raffiniert inszenierten Mordes, den wohl einer seiner wütenden Gläubiger oder ein betrogener Ehemann begangen hat. Dieser erwürgt Marc-Antoine Calas und versucht sein Verbrechen zu vertuschen, indem er vortäuscht, Marc-Antoine habe sich erhängt. Inszenierung der Lüge Marc-Antoine Calas wurde höchstwahrscheinlich in der Straße vor seinem Elternhaus Haus ermordet und dann von seinem Mörder in den Hof gelegt. Dieser versuchte das Verbrechen zu kaschieren, indem er einen Strick neben die Leiche legte, die einen Selbstmord vortäuschen sollte. Nachdem die Familienmitglieder die Leiche von Marc-Antoine Calas im Hof des Hauses gefunden haben , begehen sie eine Reihe fataler Fehler (vgl. Van den Heuvel 1975, 32): Zunächst sagt zweite Sohn von Jean Calas, Pierre, aus, er habe seinen Bruder Marc-Antoine erdrosselt auf dem Boden liegend gefunden. Um zu verhindern, des Mordes an ihrem Sohn beziehungsweise Bruders angeklagt zu werden, verändern sie ihre Aussage dann und behaupten, der Vater Jean Calas hätte Marc-Antoine erhängt aufgefunden. Sie hätten ihn dann abgenommen, um zu verhindern, dass sein Körper wie der eines jeden Selbstmörders in entwürdigender Art und Weise durch die Straßen von Toulouse gezogen wird. Der Gerichtsmediziner stellt jedoch fest, dass das Opfer nicht mit einer Schnur erdrosselt, sondern mit bloßen Händen erwürgt wurde. Es können Würgemahle festgestellt werden. 4. Eine Rekonstruktion der Geschehnisse ergibt, dass die Schnur im Hof nicht so befestigt werden kann, um sich zu erhängen (ebd. 33). Die Aussagen von Jean Calas und seiner Familie sind nun unglaubwürdig geworden. Die Strategie des Täters hatte Erfolg. Jean Calas wird Opfer von bösen Gerüchten, des Mordes angeklagt, zum Tode verurteilt, gefoltert und auf dem Rad zu Tode geprügelt. Voltaires Umsetzung der Unwahrheiten Die Konfrontation von historischen Fakten und der Darstellungsweise von Voltaire gleicht einem Detektivspiel und ist damit eine motivierende intellektuelle Herausforderung. Sie legt Voltaires Arbeitsmethode offen. Rollenspiel Nur wenn die Geschehnisse in einem Rollenspiel erfahrbar werden und die Erfahrung nochmals ausgewertet wird, können die Schülerinnen und Schüler Voltaires Verfälschungen der Wahrheit mit aufklärerischer Wirkung erkennen. Hier bietet es sich an, dass Rollenspiel digital zu fotografieren und mit PowerPoint zu einem Fotoroman zu formen. Internetrecherche Abschließend stellt sich die Frage nach der Bewertung von Voltaires Vorgehen. Die Frage, die sich stellt, lautet: Ist es legitim zu lügen, wenn man ein gutes Ziel verfolgt? Eine Antwort, die Voltaire gerecht wird, kann man nur dann geben, wenn Voltaires Wirken und die Macht vorurteilsbehafteten religiösen Denkens im 18. Jahrhundert von den Schülerinnen und Schülern rekonstruiert und bewertet wird. Hier hat es sich als hilfreich erwiesen, in einer Internetrecherche Voltaires Spuren nachzugehen und ihn in Form von Artikeln in einer zeitgenössischen Tageszeitung vor Angriffen zu verteidigen. Technische Vorkenntnisse Notwendig sind Vorkenntnisse im Umgang mit einer digitalen Kamera (fotografieren und speichern), im Einsatz des Programms PowerPoint (einfügen von Fotos, erstellen von Sprechblasen und Textfeldern) sowie des Textverarbeitungsprogramms Word (Spalten, Textfluss). Lexikalische Vorkenntnisse der Schülerinnen und Schüler Die Unterrichtseinheit richtet sich an Schülerinnen und Schüler der Oberstufe ab der Klasse 12. Die Redemittel, die notwendig sind, um Voltaires Deformation der Wahrheit zu beschreiben, sind in einem Dokument zusammengestellt. Durch einen Klick auf die Links gelangen Sie zu den einzelnen der Unterrichtsphasen. Die entsprechenden Unterseiten liefern Ihnen Beschreibungen, Arbeitsaufträge und Erwartungshorizonte. Als Einstieg empfiehlt es sich, nach dem ersten Lesen des Ausgangstextes (Material 1) die verwirrenden Ereignisse zu rekonstruieren, wie sie sich aus dem fehlerhaften Polizeibericht ergeben (Tafelbild 1). In dieser Stunde liest die Lerngruppe die Darstellung des Ergebnisses von Voltaires Recherchen (Material 2) und extrahiert aus diesen wiederum eine Abfolge der Ereignisse, wie sie sich wirklich zugetragen haben (Tafelbild 2). Anmerkung zur Sozialform Die Sozialform des Unterrichtsgesprächs würde zu einer starken Lehrerzentrierung führen. Es bietet sich hier an, die Gruppenarbeit als Sozialform zu wählen und die Lernenden die Präsentation und Sicherung der Ergebnisse an der Tafel, am Beamer-Laptop oder auf Folie selbst durchführen zu lassen. Interpretation und Fotos als Basis Die so erarbeiteten und für alle sichtbar dargestellten Etappen der Ereignisse müssen nun zur Ergebnissicherung szenisch interpretiert, digital fotografiert und zu einem Fotoroman verarbeitet werden. Die Lehrkraft sollte hier darauf achten, dass für jede Szene verschiedene Fotos gemacht werden, damit die Dialoge des Fotoromans mit leicht variierten Fotos glaubhaft lebendig und nicht statisch visualisiert werden können. Auch inhaltliche Hilfen sind hier aller Erfahrung nach nützlich, denn die Geschehnisse sind in ihren technischen Einzelheiten nicht leicht nachzuvollziehen. Genaues Lesen wird von den Schülerinnen und Schülern gefordert. Dies kann einige Arbeitsgruppen überfordern und zu falschen Schlussfolgerungen führen. Arbeit mit PowerPoint Der nächste Schritt dient zur Festigung des Erarbeiteten. Die digitalen Fotos werden mithilfe des Programms PowerPoint zu einem Fotoroman verarbeitet, der dialogisiert, was den Schülerinnen und Schülern zunächst nur als Quellentext und Tafelbild vorlag. Einen Auszug als einem solchen Fotoroman finden Sie hier. Die Lerngruppe soll den Auszug als Voltaires "Traité sur la tolérance" lesen. Problem: Unreflektiertes Abschreiben In dieser Phase sollte man darauf achten, dass alle Punkte genannt und präzise ausformuliert an der Tafel gesichert werden. Die Unterrichtserfahrung hat gezeigt, dass dies in einem offenen Unterrichtsgespräch schwierig ist, weil einige der langsamer arbeitenden Schülerinnen und Schüler die Ergebnisse nicht selbst erarbeiten, sondern von der Tafel übernehmen. Moderierend lehren und beraten Es bietet sich hier an, entweder lehrerzentriert auf die entsprechenden Punkte hinzuweisen oder aber in Gruppenarbeit genügend Zeit zur Verfügung zu stellen und die Gruppen ausreichend zu beraten. Binnendifferenzierung Hilfreich sind auch Arbeitsaufträge, die für die unterschiedlichen Gruppen unterschiedliche Schwerpunkte setzen. Die sich anschließende Frage ist, wie Voltaires Vorgehen zu bezeichnen ist. Ist es zutreffend, Voltaire als einen "menteur" zu bezeichnen? Oder müssten andere Begriff gefunden werden? Wortschatzarbeit "mentir/un mensonge" An dieser Stelle kann eine lexikalische Reihe sinnverwandter Begriffe erarbeitet, gesichert und angewendet werden. Methodisch bietet sich hier die Arbeit mit dem einsprachigen Wörterbuch, optional mit dem Synonymwörterbuch an. Keine Lüge, sondern Strategie Erfahrungsgemäß kommen die Schülerinnen und Schüler zu dem Ergebnis, dass Voltaire nicht im engeren Sinne lügt. Zudem ist es interessant zu fragen, aus welchem Grund Voltaire den Tatbestand verfälscht wiedergibt. Die in Tafelbild 3 erarbeiteten Abweichungen können ergänzt werden: Die Beurteilung der Handlungsweise Voltaires hängt natürlich vom jeweiligen Standpunkt des oder der Lesenden ab. Je nach dem, ob man sich als Bewunderer, als distanzierter Beobachter oder als Gegner Voltaires empfindet, ändert sich die Antwort auf die Frage, ob Voltaires "Lügen" legitim sind. Rückblickend ist es für uns heute naheliegend, Voltaires Vorgehen als legitim zu betrachten, dient die Verzerrung der Wahrheit doch der Aufklärung, dem Kampf gegen religiöse Vorurteile. Die Zeit Voltaires verstehen Einige von Voltaires Zeitgenossen hätten die Frage vielleicht anders beurteilt. Eine Rekonstruktion dieser historischen Sichtweise lässt Voltaire als die umstrittene Figur der Zeitgeschichte wieder aufleben, die er gewesen ist. So wird ein Klassiker, der heute unumstritten ist, als eine kämpferische Figur wieder lebendig. Aus zeitgenössischer Sicht schreiben Die Schülerinnen und Schüler können zwischen den feudalabsolutistischen Gegnern oder den progressiv-bürgerlichen Befürwortern Voltaires wählen. Sie formulieren eine zeitgenössische Einschätzung des Werkes von Voltaire. Hier ist es notwendig, mehr über Voltaire und seine Zeit zu wissen. Die in der Internetressourcen und Literaturverweise genannten Adressen erleichtern einen solchen Einblick. Zusätzlich können Quellen aus weit verbreiteten Lehrbüchern verwendet werden, die einen Einblick in die Sozialgeschichte des Ancien Régime und die Bedeutung der Philosophen bei dessen Überwindung geben. Die Quellen werden arbeitsteilig arbeitenden Kleingruppen zugeteilt, die basierend auf den Informationen Voltaire kritisieren oder verteidigen. David Bien , The Calas Affair: Persecution, Toleration and Heresy in Eighteenth-century Toulouse, Princeton 1960. Marc Chassaigne*, L'Affaire Calas, Perrin 1929. Gilbert Collard, Voltaire, l'affaire Calas et nous, Les Belles Lettres 1994. Athanase *Coquerel* fils, Jean Calas et sa famille; étude historique d'après les documents originaux, Cherbuliez 1858. José *Cubero*, L'Affaire Calas, Voltaire contre Toulouse, Perrin 1993. William *Howarth*, 'Tragedy into melodrama: the fortunes of the Calas affair on the stage', SVEC 174 (1978), p.121-150 Claude *Lauriol*, 'La Beaumelle, P. Rabaut, Court de Gébelin et l'affaire Calas', in: La Tolérance, République de l'Esprit, Actes du colloque 'Liberté de conscience, conscience des libertés' tenu à Toulouse du 26 au 28 novembre 1987, Les Bergers et les Mages 1988, p.83-95 Edna *Nixon*, Voltaire and the Calas Case, Gollancz 1961. René *Pomeau*, 'Voltaire et Rousseau devant l'affaire Calas', in: Voltaire-Rousseau et la Tolérance, Actes du Colloque Franco-Néerlandais des 16 et 17 novembre 1978 à la Maison Descartes à Amsterdam, Amsterdam-Lille 1980, p.61-76 René *Pomeau*, Voltaire en son temps, vol. 4: 'Écrasez l'Infâme'. 1759-1770, Voltaire Foundation 1994, plus spécialement le chapitre 9: Le défenseur des Calas, p. 131-159 Jacques *Van den Heuvel*, 'Voltaire, Genève et l'Affaire Calas', BSHPF 124 (1978), p.518-522 Jacques *Van den Heuvel , Voltaire : L'Affaire Calas et autres affaires, Paris (Gallimard) 1975. Nicholas Wagner , 'Voltaire, poète des Lumières: l'affaire Calas', in: Études sur le XVIIIe siècle, Association des publications de la Faculté des lettres et sciences humaines de Clermont-Ferrand 1979, (Textes et Documents: série interuniversitaire patronnée par la Société Française d'Étude du XVIIIe siècle), p.163-173

  • Französisch
  • Sekundarstufe II

Arbeit mit Gesprächsforen im Französisch-Unterricht

Unterrichtseinheit

Die Arbeit mit Gesprächsforen hat zwei Hauptziele: Produktion und Rezeption von Texten zu lehrplannahen Themen in einem authentischen Kontext.Die Arbeit mit Gesprächsforen kann im Unterricht zu fast allen Themen eingesetzt werden, da die hier angesprochenen Jugendforen und Foren der Tageszeitungen inhaltlich die meisten Lehrplanbereiche abdecken.Die Arbeit mit Gesprächsforen kann im Unterricht zu fast allen Themen eingesetzt werden, da die hier angesprochenen Jugendforen und Foren der Tageszeitungen inhaltlich die meisten Lehrplanbereiche abdecken. Hinsichtlich des Verlaufs einer solchen Unterrichtseinheit bieten sich diese zwei Modelle der Unterrichtsgestaltung an: Modell 1: Textarbeit mit Forumsbezug Modell 2: Diskussion ausgewählter Gesprächsbeiträge Zu jedem Modell finden Sie passende Download-Arbeitsmaterialien.Die Schülerinnen und Schüler sollen in Kontakt mit französischen Muttersprachlern treten. die Welt des französischsprachigen Internet kennen lernen. Gesprächsforen beurteilen und in der Fremdsprache nutzen lernen. Durch die Arbeit mit Gesprächsforen sollen deutsche Lernende in unverbindliche Kontakte mit frankophonen Jugendlichen kommen, indem sie eigene Texte im Internet veröffentlichen. Idealerweise erhalten sie Feedback von Muttersprachlern, das wiederum zum Erstellen einer Antwort motiviert. Andererseits sollen die Jugendlichen auch die Sprache des frankophonen Internets kennen lernen und diese im Rahmen ihrer Möglichkeiten selbst spielerisch anwenden. Nur eine sehr begrenzte Zahl an Internetforen eignet sich für die Verwendung im Unterricht. Ob es sich lohnt, mit einem Forum zu arbeiten, hängt ab vom Anbieter des Forums, von den gestellten Themen, von der Pflege des Forums durch den Forenmaster, von den Nutzern des Forums, von der sprachlichen Umgangsweise der Nutzer. Weitere Praxistipps finden Sie hier: Hinweise zur Arbeit mit Internetforen Geeignete Websites sind zusammengestellt in den Internetressourcen Die Unterrichtseinheit beginnt mit der Arbeit an einem Forumstext zu einem beliebigen Thema (inhaltliche Erschließung und Analyse, Erarbeitung eines Sachwortschatzes, Stellungnahme). Daran schließt sich die Lektüre eines oder mehrerer thematisch passender Beiträge aus einem Gesprächsforum an. Die eigene Aktivität der SchülerInnen äußert sich dann in der Produktion von eigenen Beiträgen, die anschließend von einer Schülergruppe ins Internet gestellt werden. Ergänzend oder als Hausaufgabe könnten die Arbeitsblätter zu "Binettes" und "Le code Internet" bearbeitet werden. Ergänzend zu dieser Vorgehensweise bei der Arbeit mit dem Internet eignen sich die folgenden Arbeitsblätter: Der/die LehrerIn hat aus einem Internetforum zu einem beliebigen Thema mehrere (evtl. konträre) Gesprächsbeiträge kopiert und auf einem Textblatt zusammengestellt. Die Beiträge werden sprachlich erschlossen und inhaltlich diskutiert. Anschließend könnte entweder eine sprachliche Übung (Arbeitsblätter "Binettes", "Le code Internet") durchgeführt oder aber eine Stellungnahme geschrieben werden, die später an der entsprechenden Stelle im Forum veröffentlicht wird. Evtl. eingehende Reaktionen darauf könnten wiederum in den Unterricht eingebracht werden. Zu diesem Zweck oder alternativ könnte eine Schülergruppe die Beobachtung des Forums übernehmen. Ergänzend zu dieser Vorgehensweise bei der Arbeit mit dem Internet eignen sich die folgenden Arbeitsblätter: Selbst wenn oder gerade weil das Internet ein freier Raum ist, in dem man sich ungezwungen bewegen kann, sollten Sie bei der Arbeit mit den SchülerInnen im Netz einige Ratschläge beherzigen. Sprachniveau Der/die LehrerIn sollte darauf achten, dass sich die SchülerInnen sprachlich adäquat ausdrücken und im verwendeten Register nicht zu stark von den anderen Nutzern abweichen. Die in den Foren verwendeten Niveaus variieren stark. In den jugendlichen Gesprächsforen ist der Argot der Jugendlichen an der Tagesordnung. Datenschutz Die Daten der SchülerInnen müssen stets geheim gehalten werden. Es empfiehlt sich - wie im Internet üblich - mit Nicknamen, Vornamen und anonymen E-Mail-Adressen zu arbeiten. Die Veröffentlichung von Fotos sollte man aus Datenschutzgründen unterlassen. Um sich unnötige Arbeit durch hin- und herklicken vor dem Veröffentlichen zu ersparen, bietet es sich an, Texte, die ins Forum gestellt werden sollen, zunächst mit Textverarbeitungsprogrammen zu erstellen und erst in der korrekten Form ins Forum zu kopieren. Die Klasse erstellt im Computerraum Beiträge für ein Forum. Parallel können die SchülerInnen im Internet die neuesten Beiträge lesen und auch die Beiträge von MitschülerInnen einsehen. Die SchülerInnen erstellen am häuslichen Computer einen Text, den sie dem/der LehrerIn per E-Mail schicken. Nach der Korrektur kann der Text von LehrerIn oder SchülerInnen veröffentlicht werden. Die Klasse erstellt im Klassenzimmer einen gemeinsamen Beitrag, der anschließend von einem/einer SchülerIn oder dem/der LehrerIn in das Forum gestellt wird. Für den Einsatz im Unterricht empfehlen sich vor allem die folgenden Internetadressen, da sie gut gepflegt sind und seriöse Anbieter haben. Zudem wenden sie sich bevorzugt an Jugendliche: Mit Einschränkung sind die Foren der großen Tageszeitungen zu empfehlen, da sie sich in der Regel an ältere TeilnehmerInnen wenden und aufgrund der lexikalischen Ansprüche erst bei Fortgeschrittenen einsetzbar sind.

  • Französisch
  • Sekundarstufe I, Sekundarstufe II

Les traités de Rome - mehrsprachig Europa erkennen

Unterrichtseinheit

Diese Unterrichtseinheit für eine multilinguale Sequenz im Französisch-Unterricht thematisiert die Unterzeichnung der Römischen Verträge, mit denen eine wesentliche Grundlage für die heutige Europäische Union geschafften wurde. Neben Französisch kommen im Unterricht auch Italienisch und Spanisch zum Einsatz.Mehrsprachigkeit ist im heutigen Europa nicht nur vorrangiges Bildungsziel, sondern auch eine grundlegende Notwendigkeit für die Verständigung. Dem Französischen als der für die deutsche Wirtschaft nach dem Englischen bedeutendsten Fremdsprache kommt dabei eine wichtige Brückenfunktion zu: Auf der Grundlage von Französischkenntnissen können unsere Schülerinnen und Schüler während ihrer Schulzeit, aber auch in ihrer lebenslangen Weiterbildung, vereinfacht und beschleunigt weitere romanische Sprachen erlernen. Grund genug, ihnen aus aktuellem Anlass einen Einblick in die europäische Mehrsprachigkeit zu geben, sie Erkenntnisse über die Transferpotentiale des Französischen gewinnen zu lassen und für das Erlernen weiterer romanischer Sprachen zu motivieren.Die beiden vorliegenden Arbeitseinheiten sind komplementär, aber auch unabhängig voneinander einsetzbar. Sie zielen zum einen auf das Erschließen von Inhalten in einem italienischen oder spanischen Lesetext (Arbeitsblatt 1). Zum anderen visieren sie einen grundlegenden Sprachvergleich anhand ausgewählter sprachlicher Phänomene an. Anhand dieses Vergleichs sollen die Schülerinnen und Schüler Transferpotentiale, aber auch Interferenzrisiken exemplarisch erkennen (Arbeitsblatt 2). Ablauf der Unterrichtseinheit In zwei Unterrichtsstunden nähern sich die Lernenden der multilingualen Arbeit an. Auf der Basis ihrer Französisch-Kenntnisse erarbeiten sie Kernpunkte der italienischen und spanischen Fassung des EWG-Vertrags. Fachkompetenz Die Schülerinnen und Schüler erlangen Einblicke in das offizielle Online-Informationsangebot der EU. erwerben Grundkenntnisse über die Römischen Verträge. werden für die weitere, idealerweise lebenslange Beschäftigung mit verschiedenen romanischen Sprachen auf der Grundlage des Französischen motiviert. Language(s) awareness Die Schülerinnen und Schüler entwickeln ein Bewusstsein für die Sprachenvielfalt Europas. gewinnen ein Bewusstsein über die Bedeutung und Einblicke in die Möglichkeiten von Interkomprehension (Leseverstehen). bauen ein Bewusstsein über die Bedeutung des Französischen als Ausgangssprache für eine romanische Mehrsprachigkeit auf. stellen Reflexionen über den eigenen Umgang mit (Fremd-)Sprachen an. Vorentlastung Im Vorfeld sollten Vorkenntnisse der Schülerinnen und Schüler über Europa aktiviert und Grundzüge der europäischen Einigungsgeschichte etwa im Unterrichtsgespräch erarbeitet werden. Je nach Lernstadium und Vertrautheit der Lerngruppe mit dem europäischen Einigungsprozess können dabei grundlegende Lexeme in Erinnerung gerufen oder eingeführt werden (wie le traité, entrer en vigueur, la communauté, le marché commun). Einbindung eigener Erfahrungen Anschließend sollten Reflexionen über die sprachliche Situation in Europa angestellt werden: Hier könnten mehrsprachige Schülerinnen und Schüler zu Wort kommen. Es sollte auf die geradezu unzähligen Sprachenpaare bei der Übersetzung offizieller Dokumente innerhalb der EU hingewiesen und an die drei großen Sprachenfamilien der EU - romanisch, germanisch, slawisch - erinnert werden. Eventuell können gerade romanophone Schülerinnen und Schüler oder solche mit slawischer Muttersprache auf ihre interkomprehensive Kompetenz innerhalb der jeweiligen Sprachenfamilie angesprochen werden, und so kann zur Aufgabenstellung übergeleitet werden. Les traités de Rome: les débuts de l´Union Européenne (1957) Nun wird Arbeitsblatt 1 ausgegeben oder online zur Verfügung gestellt. Einleitung und Aufgabenstellungen werden besprochen. Dabei wird auf die Hilfestellungen des Arbeitsblattes hingewiesen, die angeben, in welchem Abschnitt des online zu konsultierenden Textes die Antwort auf eine Frage zu finden ist. Die Verträge Bei dem auszuwertenden Text handelt es sich aus didaktischen Gründen nicht um den Originaltext der Verträge (dessen Einsatz wäre bei ausgeprägterem Hintergrundwissen und größerer Sprachkompetenz zum Beispiel in einem Leistungskurs zu erwägen), sondern um eine von der EU zur Verfügung gestellte kurze (etwa vier Bildschirm-Seiten) Einführung in Bedeutung, Inhalte und Struktur vor allem des EWG-Vertrages. Auseinandersetzung mit fremden Sprachen Die Fragen, die insbesondere auf das suchende Lesen (scanning) in einer bisher noch nicht erlernten Fremdsprache abzielen, können in Einzel- oder Partnerarbeit bearbeitet werden. Die Schülerinnen und Schüler können frei wählen, ob sie das Dokument in seiner italienischen oder seiner spanischen Fassung aufrufen wollen. Die Antworten sollen in französischer Sprache notiert werden. Hilfestellung in bekannten Sprachen Man kann den Lernenden erlauben, sie sogar darauf hinweisen, dass sie punktuell auch die französische Version des Dokumentes zur Formulierung der Antworten heranziehen, eventuell sogar die deutsche Version zur Verständnissicherung konsultieren können. Gerade in schwächeren Lerngruppen wäre alternativ auch möglich, die Antworten auf Italienisch oder Spanisch notieren zu lassen und sie erst während der Besprechung im Plenum ins Französische zu übersetzen. Ein "Missbrauch" dieser unterstützenden Möglichkeiten konnte bei der wiederholten Durchführung der Unterrichtseinheit nicht festgestellt werden. Ende der ersten Stunde Anschließend werden die Fragen im Plenum besprochen und anhand der einzelnen Punkte die Bedeutung der Römischen Verträge vertieft. Im Regelfall nimmt diese Einheit eine Unterrichtsstunde in Anspruch. Les traités de Rome: travail sur la langue française, italienne et espagnole Der zweite Teil des Unterrichtsmodells mit Arbeitsblatt 2 hat eine exemplarische Bewusstmachung des mehrsprachigen Verstehensprozesses zum Ziel. Auch hierfür ist eine Unterrichtssunde vorzusehen. Begegnung mit vermeintlich unbekannten Sprachen Nun werden neben dem Französischen das Italienische und das Spanische einbezogen. Anhand bestimmter, recht eng gefasster Abschnitte des bereits in der vorausgegangenen Stunde untersuchten Dokuments sollen verschiedene sprachliche Erscheinungen erfasst werden: zum einen die Lexik, zum anderen ausgewählte Aspekte der Morphologie (bestimmter Artikel, Infinitive der Verben, abgeleitete Adverbien). Dabei sollen die Schülerinnen und Schüler die Entsprechungen vorgegebener französischer Wörter nicht nur in beiden Sprachen finden und notieren. Sie sollen zudem jeweils auch vermerken, ob ihnen das Wiedererkennen in der jeweiligen Fremdsprache - ausgehend vom Französischen - eher leicht oder schwer gefallen ist. Gleichzeitig reflektieren sie, inwieweit der Erkennungsprozess ihrer Ansicht nach von ihren Französischkenntnissen beeinflusst war. Das Französische als sprachlicher Fundus Am Ende werden die Schülerinnen und Schüler über ihre Einschätzung des Einflusses von Französischkenntnissen auf ihre Arbeit mit anderen, bisher nicht erlernten romanischen Sprachen befragt: « Finalement, travailler sur l'italien et l'espagnol à partir du français pour moi est plutôt facile / difficile. » Die eigene Meinung zu den neu kennen gelernten Sprachen Schließlich werden sie um Stellungnahme zu ihrem affektiven Bezug zu den beiden Sprachen gebeten: « Entre l'italien et l'espagnol, la langue qui me plaît les plus, c'est ... ». Ausblick auf die zukünftige Sprach-Vita Folglich sind bei der abschließenden Besprechung nicht nur die richtigen Lösungen festzuhalten, sondern auch die angewandten Verstehensstrategien, die Beurteilung von Transferpotential und Interferenzrisiken. Zudem sind motivationale Aspekte bezüglich der weiteren Beschäftigung mit romanischen Sprachen zu diskutieren.

  • Französisch
  • Sekundarstufe I, Sekundarstufe II

Vive Noël! - Weihnachtlicher Französisch-Unterricht

Unterrichtseinheit

In dieser modular aufgebauten Unterrichtseinheit zum Thema Weihnachten werden Materialien mit hohem Spaßfaktor vorgestellt, wobei auch die Lernziele des Spracherwerbs berücksichtigt werden.Sie finden hier in modularer Form einen bunten Mix zum Thema Noël mit hohem Spaßfaktor, bei dem aber auch, ganz im Sinne eines Edutainment, die klassischen Lernziele des Spracherwerbs nicht auf der Strecke bleiben. Und - was im vorweihnachtlichen Lehreralltag wichtig ist - der Stressfaktor tendiert gegen Null: einfach die Arbeitsmaterialien downloaden und die Klassen mit den Mäusen klicken lassen.Die Unterrichtsreihe "Vive Noël!"besteht aus Einzelmodulen. Diese können in Einzelstunden oder als lineare Unterrichtseinheit eingesetzt werden. Hier findet eine Progression von sehr einfachen zu etwas schwierigeren Inhalten und von einfachen, gelenkten zu komplexen, kreativen Aufgabenformen statt. Von simplen interaktiven Spielen mit leichtem Grammatikübungsangebot gelangen die Lernenden im Laufe der Unterrichtsreihe zu Textarbeit und kreativem Schreiben. Die Module der Unterrichtseinheit "Vive Noël" Die Einzelmodule präsentieren sich also mit unterschiedlichem Anspruchsniveau, außerdem variiert das Verhältnis zwischen Spaß- und Lernfaktor Fachkompetenz (Spracherwerb) Die Schülerinnen und Schüler machen sich einige grammatische Phänomene (wieder) bewusst. erarbeiten den Wortschatz zum Thema Noël. bauen Hemmschwellen vor freier Textproduktion in der Fremdsprache ab. versprachlichen ein kurzes dessin animé. verstehen einen einfachen fiktionalen Text und geben ihn wieder. lesen, verstehen, kommentieren und beantworten Brieftexte. verfassen einen eigenen Brief. Fachkompetenz (Landeskunde) Die Schülerinnen und Schüler lernen für Frankreich typische Weihnachtsbräuche kennen. lernen einfache kulinarische Weihnachtsspezialitäten aus Frankreich kennen. lernen französische Weihnachtsgeschichten für Kinder kennen. Medienkompetenz Die Schülerinnen und Schüler nutzen das Internet zum spielerischen Lernen. finden Spaß am Lernen im und mit dem Internet. gewinnen bei interaktiven Spielen neue Motivation für das Erlernen der Fremdsprache. lernen sich in einem Online-Angebot zu orientieren. Es ist möglich, aus dem Angebot dieser Seiten eines oder mehrere Module für bestimmte Klassen oder Stunden auszuwählen und unabhängig einzusetzen. Zur Erleichterung Ihrer Wahl finden Sie in der folgenden Beschreibung und in der tabellarischen Übersicht alle notwendigen Angaben zu Arbeitsformen und Übungsformen, Referenzniveau und jeweiligem Anteil von Spiel und Arbeit. Da zu einer weihnachtlichen Unterrichtsreihe natürlich auch kulinarische Leckereien gehören, sind Rezepte für Kinder integriert (siehe Arbeitsblatt Nr.10), die sich ohne großen Organisations- oder Materialaufwand im Klassenraum realisieren lassen. Themen der Module Modul 1 - Cinéma - Auf Reisen mit Papa Noël Modul 2 - Jeux - Rentier, Tannennadel und Lückentext Modul 3 - Champ sémantique "Noël" - Noël approche Modul 4 - Contes de Noël - lesen und erzählen Modul 5 - Lettres au Père Noël- schreiben und Antwort bekommen Modul 6 - Recettes - lesen und umsetzen Modul 1 - Cinéma Auf Reisen mit Papa Noël Das kleine dessin animé (Arbeitsblatt 1)dient vor allem dem motivierenden Einstieg in das Thema und soll anregen, das bereits vorhandene lexikalische Material zu aktivieren. Die Versprachlichung der Szene sollte in Partnerarbeit erfolgen, ohne anschließende Erfolgskontrolle, damit der Leistungsgedanke zunächst in den Hintergrund tritt. Modul 2 - Jeux Rentier, Tannennadel und Lückentext In diesem Teil der Sequenz (Arbeitsblatt 2 bis 6) werden eine Reihe interaktiver Geschicklichkeitsspiele angeboten, die erst durch die Kombination mit dem jeweiligen Arbeitsblatt edukativen Charakter erhalten. Natürlich können Sie ihre Schülerinnen und Schüler einfach ein wenig spielen lassen, aber ist nicht die Gelegenheit günstig, die Sache durch Wiederholung und Festigung von Grammatik und Wortschatz ein wenig sinnvoller und interessanter zu gestalten? Im Anschluss an die Online-Arbeit könnten die Lösungen der Arbeitsblätter gemeinsam in der Klasse besprochen werden. Modul 3 - Champ sémantique "Noël" Noël approche Ohne Vokabeln geht's nicht. In dem MindMap-Arbeitsblatt (Arbeitsblatt 7) zum Ausdrucken ist das Wortfeld Noël übersichtlich aufbereitet und kann von den Schülerinnen und Schülern übernommen, gelernt oder bearbeitet werden. Dies kann geschehen, indem sie die deutschen Übersetzungen in Partner- oder Gruppenarbeit aus dem Wörterbuch heraussuchen. Modul 4 - Contes de Noël Weihnachtsgeschichten lesen und erzählen Die angegebene Seite (Aufgabenblatt 8) enthält einige französische Weihnachtsgeschichten in sprachlich sehr einfacher Form, dank derer auch schon Anfänger an die Arbeit mit fiktionalen Texten herangeführt werden können. Eine Vokabelliste erleichtert die Textaufnahme.Folgendes methodische Vorgehen bietet sich an: Jede Schülerin und jeder Schüler sucht sich nach kurzer Durchsicht eine Geschichte aus. Die Gruppenbildung erfolgt entsprechend der gewählten Geschichten. Für die Textaufnahme bietet sich Stillarbeit an. Die Schülerinnen und Schüler erzählen ihre Geschichte innerhalb der Kleingruppe, welche die beste Version für den Plenumsvortrag auswählt. Mündlicher Vortrag der Geschichten im Plenum. Modul 5 - Lettres au Père Noël Briefe an den Weihnachtsmann gehören für viele Kinder zu den adventlichen Ritualen, das ist in Frankreich nicht anders als bei uns. In dieser Phase der Reihe sollen Beispiele von französischen "Lettres au Père Noël" gelesen (Arbeitsblatt 9), verstanden und kommentiert werden, um dann mit einer rédaction libre zum kreativen Schreiben zu gelangen. Auch ein eigener Wunschbrief ist natürlich vorgesehen und kann abgeschickt werden. Die Aussicht auf eine Antwort vom virtuellen französischen Père Noël erhöht die Schreibmotivation. Modul 6 - Recettes Was wäre eine Weihnachtsstunde ohne ein wenig Schokoladen- und Marzipanduft im Klassenzimmer? Es gibt ein Arbeitsblatt (Arbeitsblatt 10) zu den kleinen kulinarischen Kinder-Highlights, aber eigentlich geht es um die praktische Umsetzung: Zutaten besorgen (lassen), mit Schoko, Marzipan & Co basteln und: Bon appétit! Damit das Ganze nicht im Computerraum geschehen muss, sollten Sie die Rezepte vorher ausdrucken.

  • Französisch
  • Sekundarstufe I