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Cybermobbing

Unterrichtseinheit

Diese Unterrichtsmaterialien klären über die Folgen von Cybermobbing und Happy Slapping auf und zeigen, was Schülerinnen und Schüler sowie Lehrkräfte und die Schule als Ganzes tun können, um sich davor zu schützen. Cybermobbing findet fast ausschließlich im unmittelbaren alltäglichen Umfeld der Jugendlichen statt – und Schule ist ein wichtiger Teil davon. Besonders demütigend für die Betroffenen ist die Dokumentation von Gewalttaten mit Handykameras und das anschließende Versenden oder Verbreiten der Bilder im Internet, das sogenannte Happy Slapping. Leider wenden sich die Opfer von Cybermobbing nur selten an ihre Eltern oder eine Vertrauensperson. Umso wichtiger ist es, dass Schule und Lehrkräfte Unterstützung bieten. In dieser Unterrichtseinheit soll es vor allem darum gehen, den Schülerinnen und Schülern zu vermitteln, dass für das Miteinander im Internet dieselben Normen, Werte und Gesetze gelten, wie im ganz normalen Alltag. Beleidigungen, Ausgrenzung, Drohungen und Verleumdungen verletzen Menschen, egal, ob das in einem Chat, in den sozialen Netzwerken oder auf dem Pausenhof geschieht. Das soziale Miteinander soll gestärkt, gegenseitiger Respekt und ein achtsamer Umgang miteinander gefördert werden . Die Unterrichtseinheit ist in allen Jahrgängen der Sekundarstufe I einsetzbar, jedoch für den Einsatz in den Klassen 7 oder 8 optimiert. Sie kann fächerübergreifend eingesetzt werden und eignet sich besonders für die Klassenleitungsstunden. Auch für den Ethik- und Religionsunterricht, Sozialkunde und den Deutschunterricht finden sich in den Curricula der Bundesländer Anknüpfungspunkte. Fachkompetenz Die Schülerinnen und Schüler analysieren Ursachen von Cybermobbing. beurteilen Situationen im Hinblick auf ihre möglichen Konsequenzen. setzen sich damit auseinander, wie sie sich vor Cybermobbing schützen können. Methodenkompetenz Die Schülerinnen und Schüler konstruieren aus Sachinformationen eigenständig Fälle von Cybermobbing. nehmen Rollenwechsel vor. setzen Gelerntes in unterschiedlichen Präsentationsformen medial um (Plakat, Rollenspiel, Comic, Foto-Story). Sozialkompetenz entwickeln Empathiefähigkeit. bearbeiten verschiedene Aufgaben gemeinsam und stärken damit ihre Teamfähigkeit. verständigen sich gemeinsam auf Verhaltensregeln gegen Cybermobbing.

  • Politik / WiSo / SoWi / Deutsch / Kommunikation / Lesen & Schreiben
  • Sekundarstufe I

Aktiv gegen Cyber-Mobbing

Unterrichtseinheit

Die Unterrichtsmaterialien von Saferinternet.at informieren Lehrkräfte praxisnah über Cyber-Mobbing und unterstützen konkret bei der Behandlung des Themas in der Schule.Via Facebook, WhatsApp, Instagram oder ähnlichem über jemanden herzuziehen, ist eine Form des Mobbings, vor der man kaum weglaufen kann. Gemeint ist Cyber-Mobbing, das bewusste Beleidigen, Bedrohen, Bloßstellen oder Belästigen mit elektronischen Kommunikationsmitteln wie dem Handy oder im Internet (zum Beispiel in Sozialen Netzwerken oder über Instant Messenger). Auch wenn Cyber-Mobbing in der Regel von herkömmlichem Mobbing nicht abgegrenzt werden kann, folgt es doch ganz eigenen "Spielregeln" und hat massive Auswirkungen, oftmals bis ins Erwachsenenleben. Für Menschen, die wenig Erfahrung mit Internet und Handy haben, ist Cyber-Mobbing ein möglicherweise wenig sichtbares und daher unbekanntes Thema. Wichtig ist, dass Lehrende die Gefahr kennen und damit umzugehen wissen. Inhaltlicher Aufbau der Broschüre In den Kapiteln 1 bis 6 finden Sie eine Einführung in das Thema, Informationen über rechtliche Rahmenbedingungen und Beratungsstellen sowie konkrete Vorschläge, wie Sie in der Schule gegen Cyber-Mobbing aktiv werden können. Das abschließende Kapitel 7 beinhaltet zahlreiche Übungen für den Unterricht. Die Übungen reichen von Aktivitäten zur Wissensvermittlung und gezielter Reflexion eigener Einstellungen und Verhaltensweisen bis hin zur Bewusstseinsbildung für den Schutz persönlicher Daten. Arbeits- und Informationsblätter, die Sie als Kopiervorlage verwenden können, erleichtern Ihnen die Thematisierung im Unterricht. Hinweis Bitte beachten Sie, dass die Materialien von Saferinternet.at aus Österreich kommen und daher auch von der österreichischen Rechtslage ausgehen. Gegebenenfalls sind also nicht alle geschilderten Szenarien eins zu eins auf Deutschland übertragbar.Die Materialien wurden durch Saferinternet.at unter Mitarbeit von erfahrenen Lehrenden und mit Unterstützung des Bundesministeriums für Bildung und Frauen (BMBF) erstellt. Saferinternet.at unterstützt vor allem Kinder, Jugendliche, Eltern und Lehrende beim sicheren, kompetenten und verantwortungsvollen Umgang mit digitalen Medien. Die Initiative wird im Auftrag der Europäischen Kommission im Rahmen des CEF Telecom Programms umgesetzt.

  • Informatik / Wirtschaftsinformatik / Computer, Internet & Co. / Pädagogik / Fächerübergreifend
  • Sekundarstufe I

Cartoon der Woche: Social Media

Cartoon

"Weihnachten muss ich sauber machen, sonst gibt es keine Geschenke", sagt Mama. Ein Grund, die Social Media Kanäle aufzuräumen. Mitunter sind diese voller Beschimpfung, Hass, Beleidigung und Mobbing.

  • Fächerübergreifend

Kreatives Schreiben: ein gemeinsames E-Book erstellen

Unterrichtseinheit

In dieser Unterrichtseinheit zum kreativen Schreiben werden mithilfe digitaler Medien Schreibkompetenzen entwickelt beziehungsweise gefestigt. Als Motivation dient die Aussicht, das fertige "Klassenbuch" online als E-Book zu veröffentlichen.Der wirkungsvollen Formulierung und Darstellung eigener Texte kommt im Deutsch-Unterricht zentrale Bedeutung zu. Schulaufsätze werden aus Sicht der Lernenden allerdings normalerweise für die Lehrkraft geschrieben. Viel motivierender ist es jedoch, für eine breitere Öffentlichkeit (Eltern, Schulgemeinschaft, alle Menschen, je nach Wunsch) zu schreiben. Dieses Bewusstsein regt zu mehr Sorgfalt beim Schreiben an und erhöht die Motivation, einen einmal formulierten Text so lange zu überarbeiten, bis er präsentabel ist. Die fertige Text-Sammlung kann als E-Book kostenlos publiziert werden. Bei Bedarf können die Texte durch Zeichnungen ausgeschmückt oder ergänzt werden. Hier besteht die Möglichkeit zur fachübergreifenden Zusammenarbeit mit dem Fach Kunst. Das Thema "Kreatives Schreiben - ein E-Book erstellen" im Unterricht Die Lehrkraft sollte die Merkmale der gewählten Stilform (Erlebnis-, Phantasieerzählung, Bericht, Schilderung, Brief et cetera) kennen. Sie muss in der Lage sein, die Lernenden bei der Ausarbeitung ihrer Texte zu beraten. Die Überarbeitung der Texte in häuslicher Einzelarbeit kann mehrere Tage oder Wochen in Anspruch nehmen. In dieser Zeit findet "normaler" Unterricht mit anderen Inhalten statt. Mit der Erstellung des E-Books kann erst begonnen werden, wenn alle Texte in der Endfassung vorliegen. Die Lehrkraft hat die schwierige Aufgabe, auf grobe inhaltliche Schwächen der Texte hinzuweisen und auf deren Beseitigung zu bestehen: Es dürfen keine persönlichen Beleidigungen enthalten sein. Auch ein gewisses geistiges Anspruchsniveau, der jeweiligen Jahrgangsstufe angemessen, sollte eingehalten werden, damit sich kein Schüler bei einer Publikation blamiert. Vorkenntnisse Die Lernenden sollten die gewünschte Stilform bereits kennen, denn erste Schreibversuche in einer neuen Aufsatzart eignen sich meist nicht zur Veröffentlichung. Gut wäre eine gewisse Übung in kooperativen Schreibformen; diese ist aber nicht unbedingt Voraussetzung zum Gelingen des Projekts. Die Beherrschung des 10-Finger-Tastschreibens ist wünschenswert. Didaktische Analyse Die Lernenden üben in erster Linie ihre Schreibfertigkeit. Mit zunehmendem Alter werden dabei höhere Anforderungen an die stilistische Ausgestaltung der jeweiligen Texte gestellt. Durch den Projektcharakter können in der Unterrichtseinheit "Kreatives Schreiben: ein gemeinsames E-Book erstellen" auch Stilformen weiter verfeinert werden, die nicht vom jeweiligen Lehrplan vorgegeben oder gefordert werden. Methodische Analyse Da das Projektziel ein elektronisches Buch ist, sollten die Schülertexte möglichst auch in elektronischer Form erstellt werden. Im Rahmen der digitalen Bildung erwerben und üben die Schüler daher Kompetenzen im Umgang mit Computer und Schreibprogramm sowie der Kommunikation über E-Mail beziehungsweise das Internet im Allgemeinen. Textfassungen in Handschrift müssen oder können von geübten Mitschülerinnen und Mitschülern in einem Textverarbeitungsprogramm abgetippt werden. Dadurch und durch das gemeinsame Überarbeiten der Texte erwerben die Lernenden schließlich auch soziale Kompetenzen. Fachkompetenz Die Schülerinnen und Schüler erwerben und üben Kompetenzen im Verfassen von Texten verschiedener Stilformen. erfahren die Bedeutung einer formal korrekten Orthographie und Zeichensetzung. erhöhen ihre Bereitschaft, eigene Texte formal, inhaltlich und stilistisch zu überarbeiten. Medienkompetenz Die Schülerinnen und Schüler erwerben und üben Kompetenzen im Umgang mit Computer und Textverarbeitungsprogramm. lernen, wie man eine Text-Datei als Anhang einer E-Mail verschickt. lernen, wie man Grundsätze der Höflichkeit (Nettiquette) im E-Mail-Verkehr einhält. Sozialkompetenz Die Schülerinnen und Schüler erfahren, wie man gemeinsam an einem Projekt arbeitet, indem man sich gegenseitig unterstützt und hilft. stärken die Klassengemeinschaft durch ein gemeinsames Projekt. lernen, dass man vor allem bei Veröffentlichungen Rücksicht auf die Persönlichkeitsrechte Dritter nehmen muss.

  • Deutsch / Kommunikation / Lesen & Schreiben
  • Sekundarstufe I

Gesprächsregeln: Respektvoll miteinander reden

Kopiervorlage

Die Gesprächsregeln sind in drei verschiedene Gesprächssituationen eingeteilt und dienen als Richtlinie für einen respektvollen Umgang miteinander. Die Schule ist ein Ort, wo viele Menschen aufeinandertreffen und täglich miteinander kommunizieren. Ob im Unterricht, in der Gruppenarbeit oder auf Social Media-Plattformen, wie zum Beispiel WhatsApp : Gesprächsregeln erleichtern die Kommunikation untereinander und reduzieren Konflikte . Dabei sollen sie den Schülern und Schülerinnen in verschiedenen Gesprächssituationen als Leitfaden dienen, um die eigene Meinung zum Ausdruck zu bringen, andere Meinungen annehmen zu lernen und Missverständnisse zu vermeiden. Regeln bilden dabei eine Voraussetzung für ein offenes und konstruktives Gespräch, bei dem die Rechte aller berücksichtigt und respektiert werden. Die folgenden Gesprächsregeln sind in drei verschiedene Gesprächssituationen unterteilt. Dabei handelt es sich einmal um das offene Gespräch in der Gruppe oder Klasse, dem Klassenrat und dem Klassenchat. Je nach Gesprächssituation wurden die Gesprächsregeln angepasst, zielen jedoch alle darauf ab, einen respektvollen Umgang im Lebensraum Schule zu fördern. Das offene Gespräch soll Schülerinnen und Schülern ermöglichen, sich aktiv zu beteiligen. Wünsche oder Meinung sollen dabei offen kommuniziert werden. Dafür ist es umso wichtiger, dass sich die Beteiligten zu Wort melden, wenn sie etwas sagen möchten. Außerdem wird in einem angemessenen Ton gesprochen und die Inhalte und Botschaften in der Ich-Form verfasst. Die Beteiligten versuchen beim Thema zu bleiben und sich auf bereits Gesagtes durch Erkundigungen, Bestätigungen oder Rückfragen zu beziehen. Dafür sollen sie sich gegenseitig ausreden lassen und aktiv und aufmerksam zuhören. Das Gespräch im Klassenrat beinhaltet ähnliche Regeln wie jenes im offenen Gespräch, verfolgt aber umso mehr das gezielte und aktive Zuhören. Auch im Klassenrat sollen sich die Schüler und Schülerinnen durch ein Handzeichen zu Wort melden. Die eigene Meinung soll hier vertreten und gehört werden. Dafür ist es nötig, dass alle Beteiligten beim Thema bleiben, der/dem Sprechenden emphatisch und zugewandt sind und dieses auch durch Anschauen signalisieren. Im Klassenrat sollen unterschiedliche Meinungen kommuniziert werden, dafür ist eine respektvolle Umgangsweise mit anderen Meinungen, die aus eigener Perspektive vielleicht als unpassend oder unverständlich bewertet werden, Voraussetzung. Das heißt in der Umsetzung, dass niemand für das Gesagte ausgelacht wird und es keine Beleidigungen oder persönliche Angriffe gibt. Jeder Beitrag wird hier als gleichwertig angesehen. Auch in Klassenchats auf WhatsApp oder ähnlichen digitalen Plattformen ist es wichtig, dass sich alle Mitglieder an Gesprächsregeln halten. Oft werden Inhalte unbedacht und ohne Einverständnis der betroffenen Personen geteilt. Außerdem sollten auch wirklich alle Mitglieder der Klasse Zugang zum Klassenchat haben, sodass niemand außen vor bleibt. Auch hier dürfen keine Beleidigungen oder Schimpfwörter vorkommen. Wichtig ist also auch eine gute Streitkultur, die am besten nicht im Klassenchat, sondern persönlich ausgetragen wird. Das bedeutet auch, dass private Unterhaltungen im Klassenchat nichts zu suchen haben. Im Klassenchat sollten des Weiteren nur Inhalte geteilt werden, die alle Mitglieder betreffen, Bilder dürfen nur verschickt werden, wenn alle auf dem Bild nach ihrem Einverständnis gefragt wurden und das Teilen von Kettenbriefen, Links oder unangemessenen Bildern und Videos sollte untersagt werden. Fachkompetenz Die Schülerinnen und Schüler lernen sich an Gesprächsregeln zu halten. lernen konstruktive Gespräche zu führen. beteiligen sich aktiv in verschiedenen Gesprächssituationen. Medienkompetenz Die Schülerinnen und Schüler bedienen sich verschiedener digitaler Plattformen als Kommunikationsmittel. kommunizieren über schulrelevante Themen digital. lernen Verantwortung für den Umgang mit digitalen Medien zu übernehmen. Sozialkompetenz Die Schülerinnen und Schüler werden in ihrer Kommunikationsfähigkeit gefördert. lernen einen respektvollen Umgang miteinander. lernen aktiv und aufmerksam zuzuhören.

  • Fächerübergreifend
  • Sekundarstufe I

Unterrichtsausschluss wegen Beleidigung - Fall des Monats 01/2016

Fall des Monats

Beleidigt ein Schüler die Schulleiterin in einem Chat, so ist es gerechtfertigt, ihn 15 Tage lang vom Unterricht auszuschließen. Das beschloss das Verwaltungsgericht Stuttgart und lehnte damit auch gleichzeitig einen Eilantrag gegen den Schulausschluss eines 14-Jährigen ab. Wie viele Jugendliche nutzte auch der Siebtklässler sein Smartphone, um per WhatsApp mit seinen Freunden zu chatten. Auch Gruppenunterhaltungen mit allen Klassenkameraden gleichzeitig sind dabei möglich. Der Junge hatte zu seiner Schulleiterin ein angespanntes Verhältnis und beschimpfte sie innerhalb eines solchen Klassenchats mehrfach explizit. Auch im Gespräch mit einem Mitschüler hielt sich der Jugendliche nicht zurück und wiederholte seine Beleidigungen. Als die Aussagen des Schülers ans Licht kamen, verwies ihn die Schule 15 Tage lang des Unterrichts. Er leugnete zwar, diese Aussagen selbst geschrieben zu haben, doch die Schule hielt an der Strafe fest.

  • Fächerübergreifend

Kein Recht auf anderes Schulbuch - Fall des Monats 03/2016

Fall des Monats

Eltern haben kein Recht darauf, dass ein Schulbuch ausgetauscht wird, weil sie sich an bestimmten Formulierungen stören. Die Erziehungsfreiheit des Vaters wird dadurch nicht beeinträchtigt, findet das Verwaltungsgericht Berlin und wies seine Klage ab (Az. VG 3 K 84.15). Im Geschichtsunterricht eines Gymnasiums in Berlin behandelte die Klasse den Zweiten Weltkrieg. Als es um das Jahr 1944 ging und die Landung der alliierten Truppen in der Normandie, sprach das Geschichtsbuch von einer "Invasion". Das fand der Vater eines Schülers aber nicht hinnehmbar. Schließlich habe es sich bei der Militäroperation um eine Befreiung Frankreichs gehandelt. Auch die Bezeichnung "Offensive im Westen" verharmlose den Überfall der Nazis auf Frankreich und beleidige die dort gefallenen französischen Soldaten. Er fühlte sich als Franzose, der in Deutschland lebt, beleidigt und in seinem Grundrecht auf Erziehung verletzt. Er wollte das Buch deshalb aus dem Unterricht seines Sohnes verbannt haben.

  • Fächerübergreifend

Unterrichtsausschluss trotz Hyperaktivität - Fall des Monats 02/2015

Fall des Monats

Legt ein Schüler in der Schule ein gewalttätiges Verhalten an den Tag, kann es durchaus gerechtfertigt sein, ihn vom Unterricht auszuschließen. Doch für die Gewalttätigkeit könnte auch eine psychische Störung der Aufmerksamkeit der Grund sein. Das schützt den Schüler jedoch nicht unbedingt vor dem Schulausschluss, wie ein Fall aus einer Grundschule zeigt.Ein Grundschüler, bei dem eine Aufmerksamkeits-Defizit-Hyperaktivitäts-Störung (ADHS) diagnostiziert wurde, ist auf einen Mitschüler losgegangen, der bereits am Boden lag. Die Lehrerin beobachtete, wie der Junge dem Opfer dabei in den Rücken schlug. Bereits zuvor war der Schüler häufig wegen Beleidigungen und aggressivem Verhalten aufgefallen. Nach seinem Angriff wurde der Übeltäter mit sofortiger Wirkung für fünf Tage vom Unterricht ausgeschlossen. Dagegen gingen seine Eltern vor Gericht, doch bekräftigte das zuständige Verwaltungsgericht Stuttgart die Ordnungsmaßnahme der Schule und wertete die Prügelei des Jungen als schweres Fehlverhalten.

  • Fächerübergreifend

Fall des Monats: "Scheiße" sagt man nicht!

Fall des Monats

Im virtuellen Gästebuch auf der Schulhomepage der Adam-Riese-Realschule hat ein Schüler seinen Gedanken in beleidigender Weise Luft gemacht. Darf oder muss die Äußerung aus dem Gästebuch der Schule gelöscht werden? Die Adam-Riese-Realschule in Jena betreibt seit langem eine eigene Homepage, in deren Gästebuch sich die Schülerinnen und Schüler verewigen können. Ein unbekannter Schüler der Abgangsklasse 10b nutzt die Gelegenheit, um seinem Ärger Luft zu machen. Er schreibt über den Lehrer Felix K.: "Immer diese Diskussionen um den Lehrer Felix K. - über so einen Haufen Sch..ße spricht man doch nicht andauernd." Der Schulleiter stellt die Schülerinnen und Schüler der Abschlussklasse zur Rede. Die berufen sich auf ihr Recht auf freie Meinungsäußerung. Der Schulleiter ist sich unsicher: darf oder muss die Äußerung des Schülers aus dem Gästebuch der Schule gelöscht werden und besteht die Gefahr, wegen solcher Äußerungen zu haften?

  • Fächerübergreifend
Titelbild Cybermobbing

Cybermobbing erkennen und handeln – Unterrichtsmaterial

Unterrichtseinheit
13,99 €

Diese Unterrichtseinheit für die Klassen 7 bis 10 sensibilisiert bei Cybermobbing: Sie zeigt, wie betroffene Schülerinnen und Schüler Anzeichen erkennen und angemessen reagieren können. Mit interaktiven Arbeitsblättern, Gruppenpuzzle und digitalen Impulsen werden Handlungsstrategien und Präventionstechniken erarbeitet. Die Unterrichtseinheit "Cybermobbing erkennen und handeln" umfasst mehr als 15 Seiten mit altersgerechten Kopiervorlagen. Sie beginnt mit einem fachdidaktischen Einleitungstext, der die Hintergründe und Formen von Cybermobbing beleuchtet – von Beleidigungen in Social Media bis hin zu gezieltem Ausschluss in Chats. Das enthaltene Gruppenpuzzle lässt die Schülerinnen und Schüler in Teams verschiedene Perspektiven einnehmen (Betroffene, Täter, Zeug:innen, Lehrkräfte) und erarbeiten Ursachen, Folgen und rechtliche Rahmenbedingungen. Interaktive Aufgaben versetzen Lernende in Fallbeispiele, in denen sie Handlungsalternativen – wie Deeskalation, Blockieren von Sendern und Hinzuziehen von Vertrauenspersonen – kreativ diskutieren und planen. Eine zusammenfassende Darstellung zentraler Begriffe (zum Beispiel Cybermobbing, Trolling, Privacy, Digitale Zivilcourage) und Reflexionsfragen unterstützt das vertiefte Nachdenken. Der Single-Choice-Test überprüft das erworbene Wissen zu Ursachen, Präventionsmöglichkeiten und rechtlichen Grundlagen. Das Glossar erläutert wichtige Fachbegriffe wie Hate Speech, Shitstorm und Sexting. In der didaktischen Handreichung finden Lehrkräfte methodische Hinweise zu Partner- und Gruppenarbeiten, Reflexionsübungen und digitalen Impulsen, die sowohl für Präsenz- als auch für Distanzunterricht einsetzbar sind. Durch kooperative Lernformen und entdeckendes Lernen entwickeln die Schülerinnen und Schüler ein besseres Verständnis für digitale Konfliktlösungsstrategien und stärken ihre Medienkompetenz.

  • Informatik / Wirtschaftsinformatik / Computer, Internet & Co. / Politik / WiSo / SoWi
  • Sekundarstufe I

Respekt oder nicht: Gangsta-Rap

Unterrichtseinheit

Deutschsprachiger Rap ist bei vielen Jugendlichen populär. Nicht selten sind die Texte menschenverachtend, werden aber trotzdem auf Schulhöfen per Handy und MP3-Player gehört und verbreitet. In dieser Unterrichtseinheit soll das Genre kritisch in den Blick genommen werden, um Wirkungsmechanismen aufzudecken und eine hinterfragende Haltung zu fördern. Einige Songs werden von der Bundesprüfstelle für jugendgefährdende Medien als bedenklich eingeschätzt, die Texte sind oftmals sexistisch, schwulen- oder lesbenfeindlich, gewalt- und drogenverherrlichend. Die Inhalte werden umso problematischer, wenn die Künstler selbst als Vorbilder verehrt werden. Darum liegt ein Fokus der Unterrichtseinheit darauf, diese Leitfiguren als virtuelle Personen begreiflich zu machen, um so ihre Wirkung zu relativieren. Eine beispielhafte Analyse eines menschenverachtenden Songtextes hilft, Wirkungsmechanismen aufzuzeigen und die Schülerinnen und Schüler für den Umgang mit diskriminierender Sprache zu sensibilisieren. Fachbezug Deutsch Im Sinne der Forderungen des Kerncurriculums Deutsch der Haupt? und Realschule erweitern die Schülerinnen und Schüler in dieser Unterrichtseinheit ihre Medienkompetenz, indem sie sich kritisch mit Medienprodukten auseinandersetzen. Wie für die Schuljahrgänge 7 bis 10 der Hauptschule vorgesehen, nutzen sie zudem untersuchende Verfahren bei der Deutung von Texten. Im Sinne der Forderungen für die Jahrgänge 7 und 8 der Realschule üben sich die Lernenden in Textarbeit, indem sie Texte interpretieren und Deutungen literarischer Texte mit passenden Textstellen belegen. Fachbezug Religion Im Sinne der Forderungen des Kerncurriculums evangelische Religion der Haupt? und Realschule trainieren die Schülerinnen und Schüler in dieser Unterrichtseinheit ihre Dialogkompetenz, indem sie Kriterien für einen respektvollen Umgang mit dem Gegenüber erarbeiten. Dies entspricht ebenfalls den Forderungen des Kerncurriculums katholische Religion. Darüber hinaus setzen sich die Lernenden - wie speziell für die Jahrgangsstufen 7 und 8 gefordert - mit den Themen Toleranz und Respekt auseinander. Fachbezug Werte und Normen Im Sinne des Kerncurriculums Werte und Normen der Haupt? und Realschule wird in der Unterrichtseinheit das für die Schuljahrgänge 7 und 8 vorgeschriebene Leitthema "Menschenrechte und Menschenwürde" aus dem inhaltlichen Kompetenzbereich "Fragen nach der Wirklichkeit" aufgegriffen. Entsprechend lassen sich die Inhalte der Unterrichtseinheit in das für die Schuljahrgänge 9 und 10 geforderte Leitthema "Ethische Grundlagen für Konfliktlösungen" aus dem inhaltlichen Kompetenzbereich "Fragen nach Moral und Ethik" einordnen. Ablauf der Unterrichtseinheit Einstieg Die Lernenden werden auf das Thema "Battle-Rap" mit einem Brainstorming eingestimmt und beschäftigen sich mit der Geschichte des Hip-Hop. Erarbeitungsphase I und Vertiefung In dieser Phase setzen sich die Lernenden mit der Frage auseinander, weshalb verbale Schläge im alltäglichen Miteinander keine Berechtigung haben. Erarbeitungsphase II und III Die Schülerinnen und Schüler analysieren einen Songtext, der exemplarische Elemente des Battle-Rap enthält, und setzen sich kritisch mit diesem auseinander. Vertiefung und Schluss Zum Abschluss der Unterrichtseinheit stellen die Lernenden einen Bezug zu ihrer eigenen Lebenswelt her und hinterfragen die Anziehungskraft des Battle-Rap auf Jugendliche. Die Schülerinnen und Schüler können ihre Medienkompetenz erweitern, indem sie sich kritisch mit Medienprodukten auseinandersetzen. sich in der Deutung literarischer Texte üben. ihre Dialogkompetenz fördern. sich mit den Themen Toleranz und Respekt auseinandersetzen. sich kritisch mit Werten und Normen befassen. Der Einstieg in diese Unterrichtseinheit erfolgt über ein Brainstorming zum Hip-Hop. Dies soll die Schülerinnen und Schüler zum Thema der Stunde hinführen. Da die Hip-Hop-Kultur die Jugendlichen vermutlich anspricht, ist eine Vielzahl von Assoziationen zu erwarten, zum Beispiel: Rap, rappen, Rapper, Gangsta-Rap, Battle-Rap, Break-Dance, Graffiti, New York, Ghetto, Bushido, Eminem, lässig, Baggy-Shorts, Caps, Goldketten, dissen. Die Geschichte des Hip-Hop In dieser ersten Erarbeitungsphase erhalten die Schülerinnen und Schüler Informationen über die Geschichte des Hip-Hop und sollen sich vor allem über die Besonderheiten des Battle-Rap in Abgrenzung zu anderer Musik bewusst werden. Dafür bietet es sich an, dass zunächst über die Geschichte des Hip-Hop referiert wird, nach Möglichkeit mit Klangbeispielen, was entweder durch die Lehrkraft oder in Form eines zuvor vergebenen Referates durch eine Lernende beziehungsweise einen Lernenden erfolgen kann. Hörauftrag zur Präsentation Im Hinblick auf ein konzentriertes Zuhören erhalten die Jugendlichen den Hörauftrag "Notiert alles, was ihr über Battle-Rap erfahrt!". Auf Grundlage dieser Ergebnisse nennen die Schülerinnen und Schüler anschließend die Besonderheiten des Battle-Rap. Die Ergebnisse werden an der Tafel festgehalten und von den Lernenden ergänzend in ihre Aufzeichnungen übernommen. Zu erwartende Ergebnisse zu den Besonderheiten des Battle-Rap: verbales Beleidigen als Alternative zum Schlagen (Afrika Bombata) sich aufwerten, indem andere abgewertet werden gehäufte Verwendung von vulgärem, menschenverachtendem und diskriminierendem Vokabular sehr Ich-bezogen Musik als Kampf angeben mit Statussymbolen/Reichtum als Beweis für Talent Einstieg über themenspezifisches Bild Ausgehend von der Bedeutungsklärung des Begriffs "Battle" sollen die Schülerinnen und Schüler darauf eingestimmt werden, die Bezeichnung auf den Boxkampf zu übertragen. Zunächst nennen sie eigenständig Beispiele, in denen sich Menschen in den Medien mit verschiedenen Mitteln bekämpfen. Daraufhin dürfte es den Jugendlichen bei der Betrachtung eines Fotos von einem Battle-Rap leicht fallen, die gewünschte gedankliche Verknüpfung zum Boxkampf selbst herzustellen. Gegenüberstellung Battle-Rap und Boxkampf Im nächsten Schritt vergleichen die Lernenden die beiden Arten von Kämpfen, indem sie die Gemeinsamkeiten und Unterschiede in Gruppenarbeit herausstellen und diese schriftlich fixieren. Die Gegenüberstellung kann durch ein vorgefertigtes Tafelbild erleichtert werden. Das Arbeiten in Gruppen ermöglicht hierbei - anders als etwa eine Einzelarbeit - im Idealfall eine ausreichend große Wissensbasis für die Erschließung der Thematik. Es bietet sich an, die Ergebnisse auf Folie oder an der Tafel zu sichern. Voraussetzungen für einen fairen Kampf erarbeiten In dieser Phase soll den Schülerinnen und Schülern klar werden, dass sowohl das "Battlen" als auch das körperliche Schlagen in einem Boxkampf außerhalb der entsprechenden Bühnen und Rahmenbedingungen keine Berechtigung haben. Dazu bietet es sich an, die Lernenden zunächst selbst erkennen zu lassen, dass ein Boxer außerhalb des Rings nicht versuchen würde, sich mit Schlägen durchzusetzen. Unterstützend kann hierfür das Bild eines Boxers in einer Schlange beim Bäcker oder in einer hitzigen Diskussion mit Freunden herangezogen werden. Es ist wichtig, dass die Jugendlichen ihre Einschätzung diesbezüglich auch begründen. Mögliche Begründungen könnten sein: Die äußeren Rahmenbedingungen als Voraussetzung für einen fairen Kampf sind nicht mehr gegeben: Außerhalb des Rings ist kein Schiedsrichter mehr da, der für die Einhaltung der Regeln sorgt. Das Gegenüber ist in den meisten Fällen vergleichsweise untrainiert und damit gegebenenfalls wehrlos. Das Motiv zum Schlagen ist nicht mehr ein sportliches, sondern ein persönliches (zum Beispiel Hass). Übertragung auf den Battle-Rap In der Folge müsste es den Schülerinnen und Schülern möglich sein, die gewonnenen Erkenntnisse auf den Battle-Rap zu übertragen. Außerhalb einer dafür vorgesehenen Bühne ist es nicht angebracht, sich mit verletzenden, menschenverachtenden oder diskriminierenden Worten durchzusetzen. Auch hier sollten Begründungen genannt werden, wobei sich diese im Wesentlichen mit den oben angeführten Punkten decken. Formulierung eines Lehrsatzes In jedem Fall sollte am Ende dieser Phase von den Lernenden ein Lehrsatz auf Grundlage der gewonnenen Ergebnisse formuliert werden: "Kein Einsatz von körperlichen und verbalen Schlägen außerhalb der dafür vorgesehenen Bühnen und Rahmenbedingungen!". Wichtig ist, dass den Schülerinnen und Schülern klar geworden ist, dass sie kein Recht haben, Menschen mit der Sprache des Battle-Rap auf dem Schulhof oder in ihrer Freizeit anzusprechen. Textauszug als Einstieg Für die Textanalyse bietet sich die zweite Strophe des Rap-Songs "Feuersturm" der bekannten Rapper Bushido und Azad an. Zunächst lesen die Schülerinnen und Schüler die Textpassage in Stillarbeit. Anschließend erhalten sie die Möglichkeit, erste Eindrücke mitzuteilen und Fragen zum Text zu stellen. Interpretation des Songtextes Im nächsten Schritt interpretieren die Schülerinnen und Schüler in Gruppen einen von vier Abschnitten des Textes, indem sie die ihnen zugewiesenen Verse zu verstehen und zu erklären versuchen. Je nach Klassenstärke müssen einzelne Textabschnitte mehrfach vergeben werden. Die gewonnenen Ergebnisse werden von jeweils einer Gruppe pro Abschnitt auf Folie festgehalten. Präsentation und Auswertung der Ergebnisse Bei der sich anschließenden Präsentation und Besprechung der gewonnenen Ergebnisse sollten die übrigen Lernenden insofern eingebunden werden, als dass sie Ergänzungen vornehmen oder Hilfestellungen leisten können. An einigen Stellen bietet es sich darüber hinaus an, Bezüge zwischen den vier Textabschnitten aufzuzeigen beziehungsweise von den Schülerinnen und Schülern herstellen zu lassen. Im Rahmen der Besprechung ist es wichtig, dass die Lehrkraft herausstellt, dass Schwulsein im betreffenden Songtext mit Schlechtsein gleichgesetzt wird, auch wenn Homosexuelle im Text nicht direkt beleidigt werden. Die negative Konnotation schwingt bei der in Zeile 7 (vergleiche ab MS1) formulierten sexuellen Erniedrigung aber mit. Hier sollte im Zweifelsfall konkret erfragt werden, wie die entsprechende Zeile zu verstehen ist. Rückbezug auf den Battle-Rap Im Anschluss an die Textanalyse sollen die Lernenden auf ihr zuvor erworbenes Wissen zurückgreifen und herausarbeiten, welche wesentlichen Merkmale des Battle-Rap sich in dem gegebenen Beispiel wiederfinden. Darüber hinaus soll in dieser Phase deutlich werden, dass der Songschreiber nicht zur Gewalt aufruft, sondern dass vielmehr eigene Stärke mit der Beschreibung von Gewalt demonstriert werden soll. Die Erschließung der Problematik findet in Partnerarbeit statt. Die Ergebnisse werden im nächsten Schritt mündlich gesichert und von den Lernenden dabei gegebenenfalls vervollständigt. Zu erwartende Ergebnisse der Sicherung Inwieweit finden sich im Songtext Battle-Rap-Merkmale wieder? verbales Beleidigen sich aufwerten, indem andere abgewertet werden gehäufte Verwendung von vulgärem, menschenverachtendem und diskriminierendem Vokabular sehr Ich-bezogen, großspurige und selbstverherrlichende Darstellung des lyrischen Ichs Musik als Kampf Was möchte der Songtexter aussagen? kein Aufruf zur Gewalt Demonstrieren der eigenen Stärke, indem Gewalt beschrieben und ein entsprechend erniedrigender Tonfall verwendet wird Umformulierung des Textauszugs Im Anschluss bietet es sich bei verbleibender Unterrichtszeit an, eine Umformulierung des Textauszugs ins Standard-Deutsche vorzunehmen. Die Schülerinnen und Schüler können dabei erkennen, dass der Textauszug aufgrund des dürftigen Inhalts und der nicht-standardsprachlichen Ausdrücke seine Wirkung vollständig verlieren würde. Die Tabu-brechende Sprache repräsentiert in gewisser Weise auch den Inhalt, da sie den stattfindenden "Kampf" erst ausmacht. Ein Verzicht auf diese Sprache käme - um das Beispiel des Boxers noch einmal aufzugreifen - einem Boxkampf mit weichen, nicht schmerzenden Schlägen gleich. Die Anziehungskraft des Battle-Rap Zu diesem Zweck beschäftigen sich die Schülerinnen und Schüler mit der Frage, warum der Battle-Rap Jugendliche besonders anspricht. Die Lernenden machen sich dabei bewusst, dass das Image und der Habitus der Battle-Rapper aus verschiedenen Gründen anziehend wirken: Wunsch nach Selbstaufwertung Sehnsucht nach Respekt (Battle-Rapper verschaffen sich Respekt mit ihren Texten) Suche nach Ermutigungen (Prinzip "Gib anderen nicht das Recht, dich runterzuziehen" wird proklamiert) Identifikation mit erfolgreichen Rapper-Vorbildern (Gefühle der Selbstaufwertung und des Erfolgs übertragen sich auf den Zuhörer) Darstellung des Reichtums und Erfolgs ohne Verlust der eigenen Glaubwürdigkeit Vorbilder werden geschaffen, die zumindest scheinbar - trotz fehlender Bildung und insgesamt schlechter Voraussetzungen - Erfolg haben "Ghetto-Romantik" als eine salonfähig gemachte Lebensalternative unmoralisches oder verantwortungsloses Verhalten wird entschuldigt, toleriert und aufgewertet Übertragung auf andere Medienformate An dieser Stelle bietet es sich bei verbleibender Unterrichtszeit an, weitere Beispiele aus den Medien zu sammeln, in denen sich das Prinzip "Sich aufwerten, indem andere abgewertet werden" wiederfindet. Möglicherweise nennen die Lernenden in diesem Zusammenhang erniedrigende Jurymitglieder in TV-Casting-Shows oder die Jugendlichen stellen eine Verbindung zu anderen Sportarten als dem Boxen her. Insbesondere bezüglich der Casting-Shows kann darüber diskutiert werden, warum die erniedrigenden TV-Akteure dennoch vielfach beliebt und ihre Sendungen sehr erfolgreich sind. Hier greifen in gewisser Weise dieselben Mechanismen wie beim Battle-Rap, da auch in diesen Shows die wahrgenommene Abwertung anderer zu einer gefühlten Selbstaufwertung des Zuschauers führt. Reflexion im Plenum Zum Abschluss dieser Unterrichtseinheit ist es sinnvoll, das Gelernte im Plenum zu reflektieren. Die Jugendlichen sollten sich nun darüber im Klaren sein, dass Battle-Rapper als virtuelle Persönlichkeiten zu begreifen sind, was deren Anziehungskraft und Wirkung in gewisser Weise relativieren sollte. Die Mechanismen, mit denen der Battle-Rap arbeitet, wurden den Lernenden über die Analyse des Songtextes vor Augen geführt. Herausstellen der wichtigsten Erkenntnisse Als wichtige Erkenntnis sollte nochmals klar herausgestellt werden, dass das "Dissen" und "Battlen" im kulturellen Zusammenhang der Szene sicherlich seine Berechtigung hat und als Kunstform zu respektieren ist, dass das Imitieren vor dem Hintergrund der eigenen Biografie hingegen wenig überzeugend ist und in der Alltagskommunikation, das heißt außerhalb der für diesen Zweck künstlich geschaffenen Rahmenbedingungen und entsprechenden Bühnen, als verbal attackierend empfunden werden kann, weshalb es dort nicht angebracht ist.

  • Deutsch / Kommunikation / Lesen & Schreiben / Musik
  • Sekundarstufe I
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