Wochenplan-Arbeit: Vorbereitung und Durchführung der Methode im Unterricht

In diesem Artikel zum Wochenplan in der Grundschule sowie den Sekundarstufen wird erläutert, wie Sie die Klasse mit der Wochenplan-Arbeit vertraut machen und das Material für Wochenpläne so vorbereiten können, dass die Schülerinnen und Schüler die Aufgaben eigenverantwortlich bearbeiten können.

Dieser Artikel baut auf den Grundlagen der Wochenplanarbeit auf und führt die Ideen mit konkreten Tipps für den Schulalltag fort.

Wochenpläne in der Klasse einführen

Eine unzureichende Vorbereitung der Wochenplanarbeit kann dazu führen, dass die Schülerinnen und Schüler organisatorisch über- und fachlich unterfordert sind, weil sie sich die Inhalte nicht in dem Maße erschließen, wie es im Idealfall möglich wäre. Trödeln, Ablenkungen und Nebenbeschäftigungen sind die Folge, außerdem sinkendes Interesse an den Inhalten.

Eine planvolle Vorbereitung der Klasse sollte nach Möglichkeit kleinschrittig erfolgen. Dazu empfiehlt es sich, zunächst Lerninhalte zu wählen, für die in der jeweiligen Altersgruppe ein hohes Grundinteresse anzunehmen ist. Die Lehrkraft kann den Schülerinnen und Schülern außerdem altersgerecht erklären, welche Vorteile das selbstbestimmte Lernen für sie haben kann.

Als Vorübung kann die Lehrkraft den geschlossenen Tagesplan einführen: Zu Beginn des Schultages erhalten die Schülerinnen und Schüler einen Tagesplan mit Aufgaben. In jeder für diese Lernform vorgesehenen Unterrichtsstunde erhalten sie Zeit, an ihren Tagesplänen zu arbeiten. Reihenfolge und Tempo bestimmen sie dabei selbst. Am Ende des Tages werden Inhalte verglichen und Lernerfahrungen ausgetauscht. Dabei haben die Schülerinnen und Schüler zum Beispiel in einem Stuhlkreis die Möglichkeit, zu erzählen, was ihnen gefallen hat und was nicht, und die Tagesplanarbeit mit dem konventionellen Unterricht zu vergleichen.

Als nächster Schritt kann ein geschlossener, fachinterner Wochenplan in Angriff genommen werden. Darauf aufbauend kann ein geschlossener, fachübergreifender Wochenplan stehen. So erarbeiten sich die Schülerinnen und Schüler Schritt für Schritt mehr Selbstständigkeit.

Vorbereitung des Lernstoffs und der Materialien

Zur inhaltlichen Vorbereitung eines geschlossenen Wochenplans stimmt die Lehrkraft zunächst die individuellen Lernziele der Schülerinnen und Schüler mit dem Lehrplan ab. Anschließend sammelt oder entwirft sie entsprechende Lehrmaterialien, wobei visuelle, auditive und haptische Materialien berücksichtigt werden sollten. Folgende Materialien können beispielsweise genutzt werden:

  • Lernvideos: Öffentlich zugängliche oder selbstproduzierte Lernvideos ersetzen den Frontalunterricht insofern, als sie Input geben. Die Schülerinnen und Schüler können Erklärvideos oder Teile davon beispielsweise aus der Sammlung zum Thema E-Learning zu Hause zum so oft sehen, wie sie möchten. Bei selbstproduzierten Videos kann die Lehrkraft interaktive Elemente einbauen und die Schülerinnen und Schüler auffordern, bestimmte Aufgaben zu lösen oder kleine Experimente zu machen.
  • Präsentationen (zum Beispiel PowerPoint) können ähnlich eingesetzt werden wie Lernvideos.
  • Audios: Wie bei Videos kann die Lehrkraft auch bei Audios auf existierendes Material zurückgreifen oder eigenes Material einsprechen.
  • Lesetexte: Abhängig vom jeweiligen Fach können sowohl literarische Texte als auch Sachtexte eingesetzt werden.
  • Arbeitsblätter und Lösungen: Sie stellen häufig das Herzstück der Erarbeitung dar. Die Lehrkraft achtet darauf, dass Lösungsbögen zur Selbstkontrolle nicht zu leicht zugänglich sind. Sie kann sie zum Beispiel am Ende der Woche ausgeben, damit die Schülerinnen und Schüler ihre Ergebnisse kontrollieren können.
  • Protokolle für Experimente: Sollen die Schülerinnen und Schüler Experimente machen, können sie diese mithilfe von Protokollen dokumentieren.
  • Interaktive Übungen: Gerade Jugendliche sind häufig für digitale Lernformen zu begeistern. Auf h5p.org können Lehrkräfte kostenlos interaktive digitale Formate wie "Drag the words", Tests oder Quiz oder Vokabelkarten erstellen.
  • Hilfsmittel: Wörterbücher, Taschenrechner, Formelsammlungen, Grammatiken, Bücher aus der Schulbibliothek, das Lehrbuch des betreffenden Faches, Material für Experimente oder Ähnliches sollten in die Wochenpläne aufgenommen werden. Besonders in der Anfangszeit benötigen die Schülerinnen und Schüler möglicherweise noch Unterstützung in diesem Bereich.

Der Wochenplan selbst ist eine Art Aufgabensammlung mit Anleitungen. Dabei muss für die Schülerinnen und Schüler klar ersichtlich sein, welche Aufgaben zum Pflichtbereich gehören und welche zum Wahlbereich. Auch der ungefähre zeitliche Rahmen, der für eine Aufgabe angenommen wird, kann vermerkt werden. Die Schülerinnen und Schüler dokumentieren, wie lange sie selbst gebraucht haben. So können sie einschätzen, ob sie eher schnell oder langsam arbeiten.

Unterrichtsablauf

Zu Beginn der Wochenplanarbeit ist es wichtig, dass die Lehrkraft den Ablauf für alle Schülerinnen und Schüler transparent macht: Wie läuft der Unterricht ab? Wann ist welche Arbeitsform erlaubt? Welche Hilfsmittel können genutzt werden? In welchen Situationen kann die Lehrkraft um Hilfe gebeten werden? Sind die Inhalte prüfungsrelevant? Die Schülerinnen und Schüler sollten Zeit haben, alle wichtigen Fragen zu klären.

Anschließend wird der zeitliche Rahmen vereinbart, den die Schülerinnen und Schüler für die Bearbeitung des Stoffes haben, ebenso die Organisationsform als Hausaufgabe oder Präsenzunterricht. Videos, Audios und Präsentationen können beispielsweise als Hausaufgabe aufgegeben werden. Im Unterricht machen die Schülerinnen und Schüler dazu in Partner- oder Gruppenarbeit Aufgaben. Es gibt aber auch die Möglichkeit, diese Materialien im Unterricht zu bearbeiten. Die Voraussetzung dafür sind allerdings ausreichende Computerarbeitsplätze.

Der Raum kann während des Wochenplanunterrichts den Bedürfnissen entsprechend umgestaltet werden. Schülerinnen und Schüler höherer Klassenstufen können sich –natürlich unter Berücksichtigung der Aufsichtspflicht – auf verschiedene Räume verteilen.

Häufig werden Wochenpläne pro Tag eine Stunde lang bearbeitet. Bei weniger erfahrenen Schülerinnen und Schülern kann dies schon recht lang sein. Hier ist für den Anfang auch eine kürzere Zeit denkbar. Erfahrenere Schülerinnen und Schüler können durchaus mehr Zeit am Tag mit dem Wochenplan verbringen.

Zum Ende der Woche schließt die Klasse die Arbeit an den Wochenplänen gemeinsam ab. Hier kann die Lehrkraft beispielsweise die Lösungen verteilen, mit denen die Schülerinnen und Schüler ihre Arbeitsblätter kontrollieren. Und die Schülerinnen und Schüler präsentieren ihre Ergebnisse aus Wahlaufgaben vor der Klasse. Ganz am Schluss steht das Feedback als wichtige Möglichkeit, sich über das Lernen mit dem Wochenplan auszutauschen. Das kann entweder mündlich (vor allem mit kleineren Kindern) oder schriftlich mithilfe von Feedbackbögen geschehen.

Autorin
Portrait von Arwen Schnack Arwen Schnack

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