Multimedia-Projekt: Stolpersteine gegen das Vergessen

Fundstück

Das Projekt "Stolpersteine NRW" digitalisiert Stolpersteine, die an Verfolgte und Ermordete des Nationalsozialismus erinnern. Auf einer Website mit dazugehöriger App werden nicht nur die Stolpersteine erfasst, sondern auch die Lebensgeschichten der Menschen dahinter erzählt.

Die Zahl der Menschen, die als Zeitzeuginnen und Zeitzeugen über die Verbrechen des Nationalsozialismus in Deutschland berichten können, wird immer geringer. In wenigen Jahren schon werden die Menschen, die diese schreckliche Zeit miterlebt haben, nicht mehr unter uns sein. Gleichzeitig erleben Nationalismus und Populismus in Europa im vergangenen Jahrzehnt – nicht nur durch das Erstarken nationalistischer Parteien – einen Aufschwung. Darum ist es umso wichtiger, neue Wege der Erinnerungskultur an den Nationalsozialismus ins Leben zu rufen.

Eine digitalisierte Erinnerungskultur

Das Stolpersteine-Projekt von Gunter Demnig ist allseits bekannt. Seit den 1990er Jahren erinnern kleine Gedenktafeln aus Messing in ganz Deutschland an Menschen, die durch das nationalsozialistische Regime verfolgt, deportiert, ermordet oder in den Suizid getrieben wurden. Um das Projekt zu erweitern und Steine und Lebensgeschichten sichtbar zu machen, wurde das Projekt nun für das Bundesland Nordrhein-Westfahlen digitalisiert. Auf der Website "Stolpersteine NRW" dokumentiert der Westdeutsche Rundfunk die Gedenksteine im gesamten Bundesland in Form einer interaktiven Karte. Das Besondere ist: Dort, wo sie bekannt sind, werden auch die persönlichen Geschichten der Menschen hinter den Steinen veröffentlicht. Illustrationen, Hörspiele, historische Fotos und Videos machen die Schicksale hinter den Stolpersteinen hör-, seh- und erlebbar. Auf diese Weise trägt das multimediale Projekt dazu bei, die Erinnerung an die Verbrechen des deutschen Nationalsozialismus aufrecht zu erhalten.

Stolpersteine im Unterricht erkunden

Mithilfe der Website und der dazugehörigen App lassen sich die Stolpersteine einfach in den Unterricht einbeziehen. So können die Schülerinnen und Schüler nicht nur die Stolpersteine in der unmittelbaren Umgebung erkunden, sondern aus dem Klassenzimmer heraus unterschiedliche Biografien kennenlernen. Mit Routen-Empfehlungen des Projekts "Stolpersteine NRW" und der mobilen App kann sich aber auch außerhalb des Klassenzimmers auf Spurensuche begeben werden.

Thematisiert werden können Stolpersteine gegen das Vergessen in den Fächern Geschichte, Politik- und Sozialwissenschaften sowie Religion und Ethik. Für Lehrkräfte bietet die Projekt-Website Anregungen und Unterrichtsmaterialien an. So kann eine moderne Erinnerungskultur optimal in den Unterricht eingebunden werden.

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