Schuljahr 2026/2027 in Sachsen: Neue Lehrpläne und mehr Medienbildung
Sachsen startet mit mehr als 900 neu eingestellten Lehrkräften in das Schuljahr 2026/2027. Gleichzeitig beginnt die Modernisierung aller Lehrpläne, das Handyverbot wird bis Klassenstufe 8 ausgeweitet und Medienbildung erhält einen höheren Stellenwert.
Am 17. August begann in Sachsen das neue Schuljahr. Rund 527.300 Schülerinnen und Schüler besuchen seitdem eine Schule im Freistaat, darunter etwa 37.700 Kinder in der ersten Klassenstufe. Insgesamt hat Sachsen nach eigenen Angaben 905 neue Lehrkräfte eingestellt. Dazu gehören 731 grundständig ausgebildete Lehrerinnen und Lehrer, 157 Seiteneinsteiger sowie 17 pädagogische Fachkräfte.
Unterrichtsversorgung bleibt Herausforderung
Trotz der Neueinstellungen bleibt die Verteilung der Lehrkräfte auf die Regionen eine zentrale Aufgabe. Viele Bewerberinnen und Bewerber bevorzugen die Ballungsräume Leipzig und Dresden, während Schulen in anderen Teilen Sachsens ebenfalls auf eine verlässliche Unterrichtsversorgung angewiesen sind. 87 der neu eingestellten grundständig ausgebildeten Lehrkräfte wurden in einem anderen Bundesland ausgebildet.
Die sächsische Landesregierung will den Unterrichtsausfall weiter senken. Zugleich weist die aktuelle Lehrkräftebedarfsprognose darauf hin, dass sich der Personalbedarf je nach Region und Schulart unterschiedlich entwickeln wird. Sachsen muss deshalb langfristig sowohl auf Engpässe als auch auf regional sinkende Lernendenzahlen reagieren.
528 Lehrpläne werden überarbeitet
Eine wichtige Neuerung ist die umfassende Modernisierung der Lehrpläne. Erstmals seit 2004 sollen alle 528 Lehrplandokumente für sämtliche Fächer und Schularten überarbeitet werden. Die Novellierung soll bis 2030 abgeschlossen sein.
Die neuen Lehrpläne sollen stärker auf Kompetenzen ausgerichtet sein und zugleich mehr pädagogische Freiräume für Übungs- und Vertiefungsphasen schaffen. Berücksichtigt werden unter anderem Demokratiebildung, Medienbildung, Digitalisierung und sprachliche Bildung. Für Lehrkräfte kann die Überarbeitung damit neue Möglichkeiten für fächerübergreifenden Unterricht und eine stärker anwendungsbezogene Unterrichtsplanung eröffnen.
Medienbildung und Handyverbot
Zur Förderung der Medienbildung steht weiterführenden Schulen das Lernsystem "bettermarks" für die Klassenstufen 5 bis 12 zur Verfügung. Das Angebot wurde auf die Primarstufe ausgeweitet und kann nun ab Klassenstufe 3 genutzt werden. Ergänzend sollen ein Medienpass für die Klassenstufen 5 bis 8 und der Orientierungsrahmen "Medienbildung ab Klasse 1" eingesetzt werden.
Gleichzeitig wird das seit Februar 2026 geltende Handyverbot auf die Klassenstufen 5 bis 8 ausgedehnt. Die Schulen erhalten dafür Umsetzungshinweise. Ziel ist es, hohe Bildschirmzeiten zu begrenzen und konzentriertes Lernen zu unterstützen.
Mehr Unterstützung durch multiprofessionelle Teams
Auch die Lehrkräftebildung wird angepasst. Die Ausbildung soll praxisnäher werden; für Referendarinnen und Referendare steigt die Unterrichtsverpflichtung. Außerdem sieht der Regierungsentwurf für den Doppelhaushalt 2027/2028 erstmals eigene Stellenpläne für 800 Assistenzkräfte und 700 pädagogische Fachkräfte vor.
Die Maßnahmen stehen im Zusammenhang mit einer bundesweiten Entwicklung: Die Kultusministerkonferenz betont, dass Medien- und Digitalkompetenz, der kritische Umgang mit Künstlicher Intelligenz und die Unterstützung von Lehrkräften zentrale Aufgaben der Schulentwicklung sind. Für den Unterricht bedeutet dies, dass Schulen digitale Werkzeuge nicht nur bereitstellen, sondern ihren sinnvollen und verantwortungsvollen Einsatz pädagogisch begleiten müssen.
Quellen
- Sächsisches Staatsministerium für Kultus: Schuljahr 2026/27: Mehr Medienbildung, Modernisierung aller Lehrpläne, Handyverbot bis Klassenstufe 8
Die Medieninformation gibt einen Überblick über die wichtigsten Veränderungen zum Schuljahr 2026/2027 in Sachsen. Themen sind unter anderem Neueinstellungen, Lehrplan-Modernisierung, Medienbildung, Handyregeln und die Weiterentwicklung der Lehrkräftebildung.
- Sächsisches Staatsministerium für Kultus: Sachsen stellt sich auf sinkende Schülerzahlen ein
Die Lehrerbedarfsprognose des Freistaats beschreibt die voraussichtliche Entwicklung des Lehrkräftebedarfs und berücksichtigt Maßnahmen zur Sicherung der Bildungsqualität in Sachsen.
- Kultusministerkonferenz: Handlungsempfehlung zum Umgang mit Künstlicher Intelligenz
Die Kultusministerkonferenz formuliert Empfehlungen für einen verantwortungsvollen und chancengerechten Einsatz von Künstlicher Intelligenz in schulischen Bildungsprozessen. Dabei geht es auch um Lehrkräftebildung, Datenschutz und Prüfungen.
Externe Links
- Kultusministerkonferenz: Handlungsempfehlung zu Künstlicher Intelligenz
Grundlagen für den Einsatz von KI in Schule und Unterricht

