SCHAU HIN! Jugendliche über Risiken bei Snapchat aufklären

veröffentlicht am 15.07.2016

Snapchat hat jetzt ein eigenes Gedächtnis: Mit der Funktion „Memories" kann man Fotos und Clips in der App speichern. „SCHAU HIN! Was Dein Kind mit Medien macht", empfiehlt Eltern über die Risiken solcher Foto-Apps zu sprechen und Sicherheitsregeln zu vereinbaren.

Mit „Memories" kann man Aufnahmen („Snaps") direkt in der App abspeichern und auch nachträglich mit Filtern („Linsen") und Stickern bearbeiten, Geofilter hinzufügen, zu „Geschichten" zusammenstellen und teilen. Die Funktion wird demnächst für Android und iOS eingeführt. Nutzerinnen und Nutzer sollen so noch mehr Zeit in der App verbringen, was die Werbeerträge und den Marktwert steigert. Die Daten liegen wie bei anderen Diensten in den USA, in denen laxere Datenschutzbestimmungen gelten, und wurden durch Sicherheitslücken immer wieder veröffentlicht. „Die vielen praktischen Funktionen lassen manchen Nutzer damit verbundene Risiken vergessen. Die Erweiterung können Eltern dazu nutzen, auf Bedenken hinzuweisen und zu vereinbaren, wie man Privates besser schützt" so SCHAU HIN!-Mediencoach Kristin Langer.

SCHAU HIN!-Tipps

Apps gemeinsam prüfen

Am besten vereinbaren Eltern mit ihrem Kind, dass man die Angebote vor einer Anmeldung oder einem Download gemeinsam prüft. Die AGB und Datenschutzbestimmungen zeigen, auf welche Daten die App zugreift und wie sie diese nutzt. Snapchat etwa benötigt Zugriff auf Konten und Profildaten, Kontakte, Standort, Fotos, Kamera, Mikrofon und die Geräte-ID.

Apps filtern

Bei Kindern bis zwölf Jahren ist es ratsam, dass Eltern einstellen, dass Apps ab einer bestimmten Altersstufe aus dem Appstore gefiltert werden. Die App „Snapchat" ist laut eigenen AGB ab dreizehn und in den Appstores von iOS und Android ab zwölf Jahren gekennzeichnet. Die Altersangaben in den Stores spiegeln jedoch nur bedingt Funktionen und Risiken wider.

Einstellungen nutzen

Eltern können mit ihrem Kind vereinbaren, dass es über vorhandene Einstellungen seine Privatsphäre schützt. So kann man anwählen, dass andere einen nicht über die Handynummer finden können, dass nur „Mein Freunde" einem „Snaps" zusenden dürfen und auch nur diese eigene „Geschichten" sehen können. Zudem ist auf Geofilter zu verzichten, da Snapchat diese Snaps für öffentliche Geschichten nutzen kann. Am besten schaltet man generell die Standortbestimmung am Gerät aus. Mit der neuen „Memories"- Funktion kann man unter „My Eyes Only" Aufnahmen mit einem Passwort sichern. Dies ist unbedingt zu empfehlen, um Bilder vor neugierigen Blicken zu schützen. Zudem werden über „In-App-Käufe" Zusatzkosten für bestimmte Filter oder das Wiederanschauen von Snaps („Replay") fällig. Auch hier stellt man „In-App-Käufe" am besten direkt am Gerät aus.

Denken vorm Posten

Generell gilt es genau zu überlegen, wem man welche Inhalte zusendet, auch wenn versendete „Snaps" nach maximal zehn Sekunden und „Stories" nach 24 Stunden verschwinden, können Empfängerinnen und Empfänger leicht Screenshots machen, auf ihr Gerät laden, veröffentlichen und missbräuchlich verwenden. So ist auf Aufnahmen zu verzichten, die einem hinterher unangenehm sein oder sogar schaden könnten. Zudem sollte man sich nicht unter Druck gesetzt fühlen, möglichst aufregende oder auch freizügige Bilder zu veröffentlichen, nur um viele Likes zu bekommen.

Nutzerinnen und Nutzer blockieren und melden

Über Snapchat kann man nicht nur Schnappschüsse, sondern auch erotische Inhalte austauschen, was als „Sexting" bekannt ist. Werden Kinder damit konfrontiert, ist der Absender zu blockieren, indem man auf den Nutzernamen klickt und „Kontakt blockieren" wählt. Zudem kann man über „Support" und „Safety und Abuse" Spam („Report Spam") oder Belästigungen („Report a Safety or Abuse Issue") melden. Strafrechtlich relevante Inhalte wie Hetze oder illegale Pornografie ist unbedingt den Eltern zu zeigen und per Screenshot Meldestellen wie jugendschutz.net zu melden. Auf keinen Fall sollte man unpassende Bilder an andere weiterleiten.