Pandemie verändert Unterricht: Nachfrage nach digitalen Lernmaterialien stark angestiegen

veröffentlicht am 09.03.2021

Die Pandemie hat den Unterricht verändert. Der Bedarf an digitalen, interaktiven Materialien, mit denen Schülerinnen und Schüler selbstständig lernen können, ist im vergangenen Jahr erheblich gewachsen. Rund 500.000 Zugriffe auf interaktive Übungen verzeichnete die bundesweite Plattform Lehrer-Online im vergangenen Jahr. Besonders in den sprachlichen Fächern wie Englisch und Deutsch als Fremdsprache gehörten interaktive Übungen im Jahr 2020 zu den meistgeklickten Inhalten auf Lehrer-Online.

Mädchen im Homeschooling

Lehrer-Online ist das führende redaktionell betreute Material- und Service-Portal für Lehrkräfte aller Schulformen, -stufen und -fächer im deutschsprachigen Raum. Aufgebaut mit Mitteln des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF), unterstützt Lehrer-Online seit 1998 Lehrende mit qualitativ hochwertigen und pädagogisch geprüften, teils kostenfreien Unterrichtsmaterialien sowie diversen innovativen Services. Träger ist der Eduversum Verlag mit Sitz in Wiesbaden. 

Wie haben sich Lernen und Unterricht im letzten Jahr verändert?

"Vieles, was im Bereich der Digitalisierung von Schule und Unterricht noch zu Beginn der Corona-Pandemie wie ferne Zukunftsmusik klang, ist nun gängige Praxis geworden: Lehrkräfte nutzen nach einem Jahr Corona inzwischen ganz selbstverständlich digitale Werkzeuge und Materialien für ihre Unterrichtsgestaltung, die sie vorher kaum beruflich eingesetzt haben", sagt Michael Jäger, Geschäftsführer des Eduversum Verlags.

Lehrer-Online hat auf den Bedarf reagiert und sein Angebot an interaktiven Lehr- und Lerninhalten stark ausgebaut. Die Plattform stellt Lehrkräften zum Beispiel digitale Wochenpläne zur Verfügung, die sie ihren Schülerinnen und Schülern zuschicken können. Die Pläne enthalten eine Aufgabensammlung mit Anleitungen, die Schülerinnen und Schüler in einem vorgegebenen Zeitraum – meistens einer Woche – selbstständig online bearbeiten. Ein Wochenplan enthält zum Beispiel Erklärvideos zu einem Lehrplan-Thema und darauf aufbauende Übungen; im Anschluss folgt ein Online-Quiz, in dem die Lernenden direkt Feedback zu ihren Lösungen erhalten. Die Lehrkraft agiert dabei als Lernbegleitung und steht den Schülerinnen und Schülern jederzeit bei Fragen und Problemen zur Verfügung. Geeignet sind die digitalen Wochenpläne für alle Schulformen und Fächer. Die Schülerinnen und Schüler lernen, sich interaktive Aufgaben selbst einzuteilen und eigenverantwortlich zu lernen – eine wichtige Schlüsselkompetenz auch für ihr späteres Berufsleben.

Positiver Aufschwung im Hinblick auf digitales Lernen und Lehren

"Unser Kollegium hat sich 2019 auf den Weg gemacht, eine digitale Schule zu werden: Gemeinsam gingen wir an die Startlinie zu einem Marathonlauf. Dann kam Corona und wir mussten einige Sprints hinlegen und finden gerade wieder zu unserem regulären Lauftempo zurück, um die anstehenden Kilometer zu schaffen", berichtet Mareike Gloeckner, Lehrerin für Englisch und Spanisch an der Anna-Freud-Schule Berlin. Die Lehrbuchautorin, Bloggerin und Referentin für Lehrerfortbildungen zum Einsatz digitaler Medien im Fremdsprachen-Unterricht erläutert, wie sich seither das Lernen und Lehren verändert hat: "Digitale Werkzeuge wie zum Beispiel Padlet – ein Tool zur gemeinsamen Gestaltung von multimedialen Online-Pinnwänden – werden ausprobiert. Man kollaboriert, innoviert und stößt an Grenzen, aber mit Energie und Enthusiasmus –  was uns hoffentlich bleibt, auch nachdem wir die Ziellinie erreicht haben und wir uns für den nächsten Lauf anmelden."

Lehrer-Online will den positiven Aufschwung im Hinblick auf digitales Lernen und Lehren nutzen und das Angebot bundesweit stark ausbauen. "Wir brauchen mehr zeitgemäße Lernmaterialien, die Lernende in den Mittelpunkt stellen", betont Geschäftsführer Jäger. "Dazu ist eine stärkere Unterstützung und Förderung durch Bund und Länder notwendig. Das Unterrichten mit digitalen Medien bietet eine große Chance für eine neue Lernkultur, ob im Präsenz-Unterricht in der Gruppe oder in Phasen des individuellen Lernens außerhalb des Klassenraums" ergänzt Jäger.

"Ich bin überzeugt davon, dass wir am Anfang einer neuen Ära des Lernens stehen", stellt Ariane Huster, stellvertretende Bereichsleitung Lehrer-Online fest. "Die corona-bedingten Schulschließungen werden nachhaltig Einfluss auf die Frage haben, wie Schule und Lernen zukünftig gestaltet werden. Der Trend geht weg vom klassischen Frontal-Unterricht und hin zu digitalen Selbstlernmaterialien. Wichtig ist nun, analoge Unterrichtskonzepte nicht nur 1:1 ins Digitale zu übersetzen, sondern zu schauen, welche neuen Lernkonzepte daraus entstehen müssen." 

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