IZI-Publikation: Fernsehen im Kontext von Essstörungen

veröffentlicht am 02.05.2016

Das Internationale Zentralinstitut für das Jugend- und Bildungsfernsehen (IZI) hat zusammen mit ANAD e. V. seine Studienergebnisse zum Thema Essstörungen und Fernsehen in einem neuen Buch herausgegeben, das auch gratis zum Download im Internet verfügbar ist.

"Warum seh‘ ich nicht so aus?", fragt sich so manche junge Frau, wenn sie die Frauen in TV-Serien, die Bewerberinnen beim Bachelor oder Deutschland sucht den Superstar sehen - und vor allem wenn sie sich mit den Kandidatinnen von Germany's Next Topmodel vergleicht. Für die meisten Zuschauerinnen ist dies "nur" frustrierend und beeinflusst negativ ihr Selbstvertrauen und ihr Körperbild, weil sie der vorgegebenen Norm nicht zu genügen scheinen. Für andere kann dieser Gedanke und der Wille sich zu ändern in schwere und langwierige Essstörungen, wie Magersucht und Bulimie, führen. Es sind natürlich nicht ausschließlich Fernsehsendungen oder Medienbilder, die zu diesen schweren psychosomatischen Störungen führen. Die Ursachen sind immer komplex und diverse Variablen und Problemlagen sind für die Entstehung von Essstörungen verantwortlich. Dennoch spielen Fernsehsendungen oftmals eine wichtige Rolle, wie eine Studienreihe des IZI zusammen mit dem Bundesverband für Essstörungen e. V. (BFE) ergeben hat. Die daraus gewonnenen Erkenntnisse liegen nun in einer neuen Publikation vor, in der auch betroffene Bewohnerinnen in ANADWohngruppen in selbst verfassten Texten und Bildern beschreiben, wie sie die Krankheit und die Bedeutung von Medien erleben. Aus den Studienergebnissen und Erfahrungen der Betroffenen ergeben sich konkrete Forderungen an die Medienindustrie für ein kritischeres Fernsehen und einen verantwortungsvollen Umgang mit dem Thema Essstörungen.


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