Forschendes Lernen und offene Aufgaben

  • Astronomie / Biologie / Chemie / Mathematik / Physik
  • Primarstufe, Sekundarstufe I, Sekundarstufe II
  • 15 Minuten für kleinere offene Aufgaben bis hin zu mehreren Unterrichtsstunden für forschende Unterrichtsprojekte
  • Didaktik/Methodik

In diesem Beitrag wird erklärt, was unter einer offenen und forschenden Unterrichtsgestaltung zu verstehen ist und aufgezeigt, welche Herausforderungen diese neue Einstellung zum Lernen mit sich bringt. Darüber hinaus werden Praxisbeispiele angeführt und Materialien bereitgestellt.

Beschreibung der Unterrichtseinheit

Im mathematisch-naturwissenschaftlichen Unterricht sollen die Schülerinnen und Schüler nicht nur Regeln und Fakten lernen, sie müssen auch Kompetenzen erwerben, die sie später im Berufsleben einsetzen können. Ein Zugang zur Förderung von solch berufsbezogenen Kompetenzen ist eine offene und forschende Unterrichtsgestaltung. Über die Homepage www.offeneAufgaben.de des EU-Projekts Primas sind zahlreiche offene und forschende Aufgabenbeispiele für den Unterricht, Fortbildungsmodule und Unterrichtsfilme für Lehrkräfte der Mathematik und der Naturwissenschaften verfügbar.

Didaktisch-methodischer Kommentar

Neue Einstellung zum Lernen finden

Sowohl von Lehrkräften als auch von Schülerinnen und Schülern wird bei offenen Aufgaben und einer forschenden Unterrichtsgestaltung eine neue Einstellung zum Lernen gefordert. Von den Lernenden wird erwartet, dass sie eigene Fragen stellen, Entscheidungen treffen, Versuche planen, diskutieren, zusammenarbeiten, Ergebnisse kommunizieren und nachvollziehbare Erklärungen finden. In Konsequenz haben Lehrkräfte nicht mehr die Aufgabe, nur Wissen zu vermitteln, sondern die Schülerinnen und Schüler zu motivieren und als kooperative Lernberater zu unterstützen. Dies kann nicht von heute auf morgen gelernt werden. Daher ist es wichtig, vor allem am Anfang kleine Schritte zu gehen und nicht gleich mit großen Projektaufgaben zu starten.

Einsatz offener Aufgaben im Unterricht

Vermittelte Kompetenzen

Fachkompetenz

Die Schülerinnen und Schüler

  • formulieren eigene mathematische und naturwissenschaftliche Fragen.
  • stellen eigenständig Hypothesen auf.
  • planen und führen Untersuchungen und Experimente selbstständig durch.
  • präsentieren, interpretieren und stellen Daten dar.

Sozialkompetenz

Die Schülerinnen und Schüler

  • bewerten die eigene Leistung sowie die der Mitschülerinnen und Mitschüler (Fremd- und Selbstbewertung).
  • arbeiten kooperativ in Gruppen.

Die Projekte Primas und Mascil

Projektziele

Die beiden europäischen Projekte Primas (2010 - 2013) sowie Mascil (2013 - 2016) unterstützen Lehrerinnen und Lehrer der Mathematik und der Naturwissenschaften aller Schularten und Klassenstufen darin, offene und forschende Aufgaben im Unterricht einzusetzen. Durch neue Unterrichtsformen soll das Interesse der Schülerinnen und Schüler für Mathematik und Naturwissenschaften nachhaltig geweckt und berufliche Perspektiven im mathematisch-naturwissenschaftlichen Bereich eröffnet werden. Im Rahmen der Projekte werden Unterrichtsmaterialien bereitgestellt, Fortbildungen sowie Informationsveranstaltungen angeboten und Netzwerke aufgebaut.

Wie entstehen die Materialien und Fortbildungskonzepte?

Die Aufgabenbeispiele und die Fortbildungsmaterialien entstehen im Rahmen der Projekte Primas und Mascil. In den Projekten arbeiten 17 Hochschulen aus 13 europäischen Ländern zusammen. Bei den zweimal im Jahr stattfindenden Projektmeetings treffen sich circa 50 Personen aus Schulen, Schulbehörden und Hochschulen um die Konzepte weiterzuentwickeln, Materialien zu überarbeiten und sie schließlich wieder in ihre Länder zu tragen, wo sie getestet und optimiert werden. Beide Projekte wurden beziehungsweise werden von der europäischen Union gefördert und von Prof. Dr. Katja Maaß, Pädagogische Hochschule Freiburg, koordiniert.

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In Kooperation mit

PH Freiburg

Dieser Beitrag entstand in Zusammenarbeit mit der PH Freiburg.

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