Einsatz offener Aufgaben im Unterricht

Was unter forschendem Lernen zu verstehen ist und welche Besonderheiten bei der Unterrichtsgestaltung zu berücksichtigen sind, wird hier erläutert.

Was ist forschendes Lernen?

Offene Aufgabe als Impuls

Beim forschenden Lernen gibt die Lehrkraft eine offene Aufgabe vor, zum Beispiel in Form eines Bildes oder eines naturwissenschaftlichen Phänomens. Die Schülerinnen und Schüler sind danach in der aktiven Rolle.

Aktive Rolle der Lernenden

Die Schülerinnen und Schüler

  • stellen eigene Fragen zur Aufgabe.
  • formulieren Hypothesen.
  • suchen eigene Lösungsstrategien.
  • machen Experimente.
  • präsentieren Lösungswege.
  • begründen ihre Herleitung.

Formale Erklärungen stehen am Schluss

In einem solchen Unterricht

  • wird das Lernen durch herausfordernde und offene Aufgaben angeregt.
  • arbeiten Schülerinnen und Schüler selbstständig an den Aufgaben.
  • arbeiten die Schülerinnen und Schüler häufig in Gruppen.
  • haben die Lehrkräfte eine begleitende Rolle und unterstützen die Lernenden durch minimale Hilfestellungen und strategische Fragen.

Offene Fragen - verschiedene Lösungszugänge

Individuelle Herangehensweisen anerkennen

In offenen Unterrichtssituationen gibt es zu einem Arbeitsauftrag nicht die eine richtige Lösung und den einen richtigen Lösungsweg. Offene Aufgabenstellungen zeichnen sich dadurch aus, dass Schülerinnen und Schüler je nach Neigung und Vorwissen unterschiedliche Begründungswege (verbal, graphisch, experimentell, qualitativ, numerisch, mathematisch) wählen können.

Berücksichtigung verschiedener Lernvoraussetzungen

Die Schülerlösung variiert dabei entsprechend des Leistungsniveaus: Leistungsschwächere Schülerinnen und Schüler finden eine einfache Lösung, gute formulieren mehrere Lösungsmöglichkeiten und sehr leistungsstarke Schülerinnen und Schüler postulieren einen mathematischen Zusammenhang.

Potenzial unterschiedlicher Lösungswege nutzen

Damit die Klasse nach einem offenen Arbeitsauftrag leistungsmäßig nicht noch inhomogener wird, sollte das Potenzial der unterschiedlichen Schülerlösungen genutzt werden: Während eines Galeriespaziergangs oder durch Präsentationen der verschiedenen Lösungsverfahren erhalten leistungsschwächere Schülerinnen und Schüler Ideen für anspruchsvollere Zugänge und leistungsstärkere Lernende können ihr Wissen wiederum zum Aufdecken von Fehlern nutzen.

Flexibler Einsatz offener Aufgaben

Die Öffnung des Unterrichts kann durch vielfältige Ansätze und dabei zeitlich variabel erfolgen: Im Kleinen, zum Beispiel innerhalb einer Unterrichtsstunde, durch die Öffnung einer einzelnen geschlossenen Aufgabe oder im Großen durch Forschungsaufträge zu naturwissenschaftlichen Fragestellungen, die auch als Projekt über mehrere Stunden durchgeführt werden können.

Autor
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In Kooperation mit

PH Freiburg

Dieser Beitrag entstand in Zusammenarbeit mit der PH Freiburg.

Ergänzende Unterrichtseinheiten