Geschlechterrollen im New-Adult-Roman – Lust. Macht. Gewalt

Unterrichtseinheit
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Die Unterrichtseinheit analysiert literarische Konstruktionen von Geschlechterrollen im Genre New Adult (beispielsweise "It Ends with Us" von Colleen Hoover und "Begin Again" von Mona Kasten). Im Fokus stehen Figurenkonzeption, Sprache und Machtverhältnisse in romantischen Beziehungen sowie die Frage, ob problematische Dynamiken romantisiert oder kritisch gebrochen werden.

  • Deutsch / Kommunikation / Lesen & Schreiben
  • Sekundarstufe II
  • 5 Unterrichtsstunden
  • Arbeitsblatt
  • 4 Arbeitsmaterialien

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Beschreibung der Unterrichtseinheit

Die Unterrichtseinheit untersucht literarische Konstruktionen von Geschlechterrollen im populären Genre New Adult. Ausgehend von Textauszügen analysieren die Schülerinnen und Schüler Figurenkonzeption, Sprache und Beziehungsdynamiken. Dabei können beispielsweise die Werke "It Ends with us" von Colleen Hoover oder "Begin Again" von Mona Kasten genutzt werden.

Im Zentrum stehen folgende Leitfragen:

  • Wie werden Männlichkeit und Weiblichkeit literarisch konstruiert?
  • Welche Machtverhältnisse zeigen sich in romantischen Beziehungen?
  • Werden problematische Verhaltensweisen romantisiert oder kritisch reflektiert?
  • Welche narrative Funktion erfüllt der "gebrochene Held"?

Die Einheit verbindet klassische Methoden der Textanalyse (Charakterisierung, sprachliche Untersuchung, Erzählperspektive, Ideologiekritik) mit einer lebensweltlich relevanten Lektüre. Die Schülerinnen und Schüler setzen sich kritisch mit populärer Gegenwartsliteratur auseinander und reflektieren deren Einfluss auf gesellschaftliche Vorstellungen von Liebe, Männlichkeit, Weiblichkeit und Macht.

Darüber hinaus wird ein literaturhistorischer Vergleich, etwa mit "Die Leiden des jungen Werthers", hergestellt, um Kontinuitäten und Unterschiede romantischer Erzählmuster sichtbar zu machen.

Abschließend entwickeln die Lernenden in einer strukturierten Debatte sowie in einer dialektischen Erörterung eine eigenständige, textgestützte Position zur Frage, ob New-Adult-Romane stereotype Rollenbilder reproduzieren oder toxische Dynamiken bewusst thematisieren und kritisch brechen.

Die Einheit verbindet literaturwissenschaftliche Analyse mit Genderreflexion, Medienkritik und argumentativem Schreiben.

Unterrichtsablauf

Inhalt
Sozialform

Didaktisch-methodischer Kommentar

Die Wahl des Genres New Adult knüpft bewusst an die Lebenswelt der Schülerinnen und Schüler an. Populäre Gegenwartsliteratur wird im schulischen Kontext häufig unterschätzt oder ausgeblendet. Gerade ihre emotionale Intensität und hohe Identifikationsangebote machen sie jedoch zu einem geeigneten Gegenstand literarischer Analyse.

Didaktisch verfolgt die Einheit drei zentrale Ziele:

  1. Dekonstruktion romantischer Erzählmuster
    Die Lernenden erkennen, dass literarische Figuren keine "natürlichen" Charaktere sind, sondern sprachlich und narrativ konstruiert werden. Durch gezielte Analyse von Wortwahl, Metaphern und Perspektivführung wird sichtbar, wie Macht, Dominanz und Verletzlichkeit literarisch inszeniert werden.
  2. Ideologiekritische Lesefähigkeit fördern
    Die Schülerinnen und Schüler reflektieren implizite Werte und Normen in Texten. Besonders relevant ist die Frage, ob Dominanz und Kontrolle romantisiert oder kritisch problematisiert werden. Damit wird Literatur als gesellschaftlich wirkmächtiges Medium erfahrbar.
  3. Argumentationskompetenz stärken
    Die strukturierte Debatte und die dialektische Erörterung fördern eine präzise, textgestützte Argumentation. Fachbegriffe wie "Machtasymmetrie", "Romantisierung", "Heilungsnarrativ" oder "toxische Männlichkeit" werden eingeführt und angewendet.

Methodisch wird zwischen analytischen, diskursiven und kreativen Verfahren gewechselt:

  • Markieraufträge und Rasteranalysen strukturieren die Textarbeit.
  • Gruppenarbeiten fördern multiperspektivisches Denken.
  • Debattenformate trainieren argumentative Präzision.
  • Kreative Umschreibungen machen narrative Muster produktiv erfahrbar.

Der Vergleich mit klassischer Literatur erweitert die Perspektive und verhindert eine rein moralische Bewertung der Gegenwartsliteratur. Statt vorschneller Verurteilung steht eine differenzierte Analyse im Mittelpunkt.

Die Einheit eignet sich besonders für die Qualifikationsphase, da sie literarische Analyse mit gesellschaftlicher Reflexion verbindet und somit sowohl abiturrelevante Kompetenzen als auch politische Urteilsfähigkeit stärkt.

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Vermittelte Kompetenzen

Fachkompetenz

Die Schülerinnen und Schüler

  • analysieren Figurenkonzeption, Erzählperspektive und Beziehungsdynamik.
  • untersuchen sprachliche Mittel zur Konstruktion von Geschlechterrollen.
  • erkennen narrative Strategien wie Emotionalisierung, Relativierung und Sympathielenkung.
  • identifizieren Machtasymmetrien in literarischen Beziehungen.
  • vergleichen Gegenwartsliteratur mit literaturhistorischen Texten.

Medienkompetenz

Die Schülerinnen und Schüler 

  • reflektieren die gesellschaftliche Wirkung populärer Literatur.
  • analysieren implizite Wertvorstellungen in medial verbreiteten Liebesnarrativen.
  • unterscheiden zwischen kritischer Darstellung und romantisierender Verklärung.
  • hinterfragen stereotype Rollenbilder in Literatur und Social-Media-Diskursen.
  • entwickeln eine reflektierte Haltung gegenüber emotional stark codierten Medieninhalten.

Soziale Kompetenz

Die Schülerinnen und Schüler 

  • diskutieren kontroverse Positionen respektvoll und argumentativ fundiert.
  • übernehmen in Gruppenarbeitsphasen Verantwortung für Analyseaufträge.
  • hören aktiv zu und greifen Gegenargumente konstruktiv auf.
  • reflektieren eigene Leseerwartungen und normative Vorstellungen.
  • entwickeln Empathie für unterschiedliche Perspektiven literarischer Figuren
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