Verlauf der Unterrichtseinheit "Innovationen: Der kreative Motor der Wirtschaft"

Hier wird der Verlauf der Unterrichtseinheit "Innovationen: Der kreative Motor der Wirtschaft" mit Hinweisen auf die Arbeitsmaterialien Schritt für Schritt erläutert.

Problematisierung

Die Lernenden sind Teil von Innovationssystemen

Meist ohne es zu wissen, sind alle Schülerinnen und Schüler bereits in ein Innovationssystem eingebunden:

  • als Teilnehmer am Bildungssystem,
  • als Verbraucher,
  • als Auszubildende in ihren Betrieben,
  • als zukünftige Erwerbstätige — vielleicht sogar einmal als potenzielle Gründer.

Sie nutzen innovative Produkte wie Smartphones in ihrem Alltag, schauen sich Fernsehserien der internationalen Kreativschmieden an, und sind als Berufsschüler möglicherweise bereits in einen betrieblichen Innovationsprozess integriert.

Theorie und Praxis werden beleuchtet

Die Unterrichtseinheit behandelt das Thema Innovation daher sowohl praxisbezogen als auch theoretisch. Die Arbeitsblätter vermitteln zunächst Basiswissen zu Merkmalen und Wirkungen von Innovationen in Gesellschaft, Wirtschaft und Politik oder stellen das gerade in Deutschland häufig vorkommende Phänomen der Hidden Champions vor. Im praxisbezogenen Teil der Unterrichtseinheit sind die Schülerinnen und Schüler aufgefordert, Innovationen und die Innovationskultur in ihrem Ausbildungsbetrieb zu erforschen und ein Interview hierzu zu führen.

Multimediale Ergebnispräsentation im Blog

Die Präsentationsform eines Blogs ermöglicht ihnen, ihre Arbeitsergebnisse multimedial aufzubereiten und zusammenzufassen, um anschließend eine Sammlung von Innovationen der Region zu veröffentlichen, die möglicherweise auch für die untersuchten Betriebe von Interesse sein könnte. Die Unterrichtseinheit enthält mehrere Module, die unabhängig voneinander herangezogen werden können, um

  • den Umfang an die zur Verfügung stehende Stundenzahl anzupassen,
  • eine Binnendifferenzierung vorzunehmen oder
  • das Thema an den Ausbildungsgang anzupassen.

Einstieg

Brainstorming zum Thema Innovation

Mithilfe von Impulsfragen kann die Lehrkraft ein Brainstorming zum Thema Innovation starten. Mögliche Fragen an die Schülerinnen und Schüler sind:

  • "Was ist für Sie innovativ?",
  • "Welche Innovationen kennen Sie?",
  • "Wo ist Ihnen der Begriff Innovation schon einmal begegnet?"

Innovationen im sozialen oder ökologischen Kontext

Vermutlich werden die Lernenden zunächst einmal an Produkte aus dem Hightech-Bereich denken. Aus Werbespots kennen sie unter Umständen Slogans wie "Innovation in Bewegung" (Mitsubishi) oder "Fortschritt durch Innovation" (Henkel). Hierbei bietet es sich an, die Schülerinnen und Schüler auch auf Innovationen im sozialen oder ökologischen Kontext aufmerksam zu machen, um möglichst viele Aspekte von Innovation abzudecken. Stichpunkte für diesen Bereich wären beispielsweise:

  • Mikrokredite,
  • Vereinbarkeit von Familie und Beruf,
  • Facebook-Revolution,
  • Grundeinkommen,
  • car2go,
  • Häuser aus PET-Flaschen,
  • Urban Gardening,
  • Solarmobil

Fixierung und Kategorisierung der Ideen

Eine schriftliche Fixierung und Kategorisierung der Ideen ist im weiteren Unterrichtsverlauf hilfreich, um theoretische Modelle anhand dieser Beispiele zu konkretisieren.

Erarbeitung 1: Begriffsdefinition

Zunächst erarbeiten die Schülerinnen und Schüler mithilfe des Arbeitsblattes "Innovation und Innovationsklima" grundlegendes Wissen zu Merkmalen, Wirkung, Formen und Messbarkeit von Innovationen. Zitate zum Thema ermöglichen eine kritische Auseinandersetzung mit der Thematik und spiegeln unterschiedliche Aspekte von Innovationen in der öffentlichen Wahrnehmung in Geschichte und Gegenwart wider. Auf Grundlage des Schaubildes "Rahmenbedingungen für Innovationen" ordnen die Schülerinnen und Schülern einzelne Faktoren aus den Bereichen Wirtschaft, Gesellschaft und Politik zu. Hierbei werden die Lernenden dahingehend sensibilisiert zu erkennen, welche Grundlagen in diesen Bereichen geschaffen werden müssen, um Neuerungen erfolgreich einzuführen und Innovationen und damit wirtschaftliches Wachstum zu fördern. Dabei kommen sie auch erstmals mit dem Begriff "Innovationsindikator" in Kontakt.

Arbeitsmaterial

Erarbeitung 2: Innovationsindikator

Auf der Internetseite des Innovationsindikators der Deutschen Telekom Stiftung und des Bundesverbands der Deutschen Industrie (BDI) können die Schülerinnen und Schüler das Innovationsklima in Deutschland im internationalen Ranking vergleichen. Interaktive Diagramme ermöglichen es, die Innovationsfähigkeit der Vergleichsnationen thematisch nach den Subindikatoren Wirtschaft, Wissenschaft, Bildung, Staat und Gesellschaft aufzuschlüsseln. Die Schülerinnen und Schüler interpretieren die Ergebnisse des Innovationsindikators, analysieren, in welchen Bereichen Deutschland besonders gut beziehungsweise eher schlechter abschneidet und erörtern Handlungsfelder für die Zukunft.

Arbeitsmaterial

Erarbeitung 3: Innovationen aus Deutschland

Die Schülerinnen und Schüler erarbeiten mithilfe des Arbeitsblattes "Innovationen aus Deutschland", was einen Schumpeter-Unternehmer ausmacht und welche Unternehmerbeispiele sie dafür kennen. Mithilfe einer Rechercheaufgabe, in der die Lernenden wichtige deutsche Erfindungen und Erfinder recherchieren, werden sie dafür sensibilisiert, dass

  • Innovation und Fortschritt kein Phänomen und kein Slogan unserer Zeit sind.
  • Innovation und Fortschritt vor allem Leistungen kleiner und mittelständischer Unternehmen, sogenannter KMUs, sind.
  • Innovation und Fortschritt in Geschichte und Gegenwart auch durch deutsche Erfindungen stattfanden.
Arbeitsmaterial

Das Phänomen der Hidden Champions

Darauf aufbauend beschäftigen sich die Schülerinnen und Schüler mit dem Phänomen der Hidden Champions. Sie

  • lernen ausgewählte Hidden Champions kennen,
  • recherchieren im Internet nach Hidden Champions in ihrer Region und
  • stellen ein ausgewähltes Unternehmen vor.
Arbeitsmaterial

Erweiterung: Reportage

Diese Recherche kann auch zu einer Reportage ausgeweitet werden, was sich insbesondere dann anbietet, wenn die Schülerinnen und Schülern keine duale Ausbildung absolvieren. Die Reportagen und Interviews mit den Unternehmensvertretern der Hidden Champions bilden in diesem Fall den Kern oder eine Ergänzung der Blogbeiträge.

Projekt: Blogerstellung

Aufgabenstellung

Am Ende der Unterrichtseinheit soll ein themenbezogener, kollaborativ erstellter Weblog stehen, in dem die Schülerinnen und Schüler eigenständig erstellte Beiträge zu ihren Recherchen und Interviews veröffentlichen. Der Blog soll in erster Linie als Sammlung von Innovationsbeispielen aus der Region dienen und kann darüber hinaus auch als Ergebnissicherung der weiteren Arbeitsaufträge verwendet werden. In seiner wörtlichen Funktion als Projekttagebuch können die Lernenden auch Zwischenschritte ihrer Arbeit im Blog dokumentieren. Eine besondere Motivation besteht darin, dass die Schülerinnen und Schüler ihre Unternehmensreportage öffentlich vorstellen können. Um den gemeinsamen Blog zu erstellen bietet es sich an, Gruppen zu bilden, die für einzelne Schritte zuständig sind. (zum Beispiel Blog anmelden, Template aussuchen, erste Navigationspunkte festlegen). Wer Fotos oder Videos vor Ort erstellt hat, kann diese mit einer entsprechenden Software aufbereiten. Sobald die Reportagen vorliegen, korrigieren sich die Schülerinnen und Schüler gegenseitig, geben sich Tipps und überarbeiten die Texte, bevor diese online gestellt werden.

Arbeitsmaterial

Projekt: Als Innovationsreporter im Ausbildungsbetrieb

Die Schülerinnen und Schüler forschen nach konkreten Innovationen in ihrem Ausbildungsbetrieb. Anhand eines Gesprächsleitfadens, den sie je nach Ausbildungsbetrieb modifizieren können, führen sie vor Ort Interviews durch, dokumentieren das Innovationsklima des Unternehmens und halten fest, welche Bedingungen für Innovationen in dem Betrieb wichtig sind. Da sie aus den Informationen und Materialien anschließend einen Blogbeitrag erstellen, können sie auch multimediale Formate (Fotos vom Betrieb, Podcast et cetera) einbinden.

Präsentation

Die Gruppen stellen ihre Blogs mittels eines Beamers vor. Nach Abschluss des Projekts können die Arbeitsergebnisse weitergeführt und / oder einem größeren Publikum zugänglich gemacht werden, indem Links an Interviewpartner, andere Blogger, Foren, die lokale Presse oder Internetauftritte zum Thema Innovation verschickt werden.

Dossier "Vertretungsstunden sind kein Hexenwerk"
Autorin
Portrait von Susanne Patzelt Susanne Patzelt

Zum Autoren-Profil

Frei nutzbares Material
Die von Lehrer-Online angebotenen Materialien können frei für den Unterricht genutzt und an die eigene Zielgruppe angepasst werden.

In Kooperation mit

Die Fortschrittsinitiative

Dieser Beitrag entstand in Zusammenarbeit mit der Fortschrittsinitiative der Friedrich-Naumann-Stiftung für die Freiheit.