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Online-Kommunikation im Unterricht

Dossier

Die Kommunikationsmöglichkeiten mit digitalen Medien haben sich in den letzten Jahren vervielfacht und das Kommunizieren mit eben diesen stellt im Zeitalter der Globalisierung eine Basiskompetenz dar. Eine zentrale Aufgabe der Schule ist es, den Umgang mit den verschiedenen digitalen Kommunikationsformen einzuüben sowie Schülerinnen und Schülern beim Erwerb entsprechender Medienkompetenzen zu unterstützen. Schließlich eröffnen diese die Möglichkeit, sich sowohl im privaten als auch später beruflichen Umfeld in der ganzen Welt auszutauschen. Gemäß der KMK-Strategie Bildung in der digitalen Welt sollen Schülerinnen und Schüler lernen, sich mithilfe verschiedener digitaler Kommunikationsmöglichkeiten auszutauschen und diese zielgerichtet und situationsgerecht auszuwählen. Der KMK-Kompetenzbereich "Kommunizieren und Kooperieren" legt außerdem fest, dass die Lernenden digitale Werkzeuge für die Zusammenarbeit nutzen, zum Beispiel, indem sie mithilfe digitaler Tools gemeinsam an Dokumenten arbeiten oder Daten zusammenführen. Eine wichtiger Aspekt ist außerdem das Kennenlernen und Einhalten von Umgangsregeln während der digitalen Kooperation und Kommunikation. Dieses Themendossier richtet sich an Lehrkräfte aller Schulformen und Fächer, die zeitgemäße Kommunikationsmöglichkeiten in ihren Unterricht einbinden oder den Themenkomplex "digitale Kommunikation" unterrichtlich behandeln möchten. In Fachartikeln erhalten Lehrerinnen und Lehrer beispielsweise Software-Empfehlungen oder Tipps für den Umgang mit Klassenchats. Weiterhin bündelt die Themensammlung konkrete Unterrichtsvorschläge mit Arbeitsblättern für die Grundschulen und Sekundarstufen. Besonders viele Anknüpfungspunkte zur unterrichtlichen Nutzung und Besprechung von E-Mail, WhatsApp oder Skype liefern dabei die Lehrpläne der fremdsprachlichen Fächer wie Englisch, Französisch und Spanisch und in diesem Kontext insbesondere die Möglichkeit der Zusammenarbeit mit Partnerschulen und -klassen.

  • Fächerübergreifend
  • Mediennutzung und Medienkompetenz: Kommunizieren und Kooperieren

Internettelefonie

Unterrichtseinheit

"VoIP" ist die gängige Abkürzung für "voice over IP". Frei übersetzt handelt es sich um die Stimm- und Sprachübertragung über das Internetprotokoll (IP). Die Sprachdaten werden digitalisiert, in Datenpakete verpackt und mit einer eindeutigen Absender- und Zieladresse versehen. Dies ist die so genannte IP-Adresse, die über das Internet zum Empfänger übertragen wird.Das Telefonieren über das Internet und damit das Modell für eine integrierte Infrastruktur von Sprach- und Datenkommunikation erobert derzeit Unternehmen und Privathaushalte in rasantem Tempo. In dem wirtschaftlichen Kampf um diesen viel versprechenden Zukunftsmarkt lassen viele der Provider ihre Phantasie spielen, um sich von der Konkurrenz abzuheben. Sie werden dabei misstrauisch beäugt von den "alteingesessenen" Telefongesellschaften, deren Geschäftsmodell auf der Vermittlungstechnik (?Sprachnetz?) basiert und nun ins Wanken gerät. Die Erarbeitung von Anwendungsmöglichkeiten der VOIP-Telefonie erfolgt in dieser Unterrichtsreihe unter besonderer Berücksichtigung der Datenqualität und des Kostenaspekts.Die Unterrichtsreihe ist in drei Unterrichtseinheiten unterteilt, die auch getrennt umgesetzt werden können. In den beiden ersten Unterrichtsstunden lernen die Schülerinnen und Schüler anhand praxisorientierter Übungen, wie sie ein Telefonat im Internet durchführen können. Exemplarisch hierfür wurde der Softwareanbieter "Skype" ausgewählt. Für technisch interessierte Lerngruppen ist insbesondere die dritte und vierte Unterrichtsstunde geeignet, in denen die Qualitätsaspekte der VOIP-Telefonie erarbeitet und näher betrachtet werden. Die fünfte und sechste Unterrichtsstunde beinhalten praxisnahe Rechenbeispiele, um die Telefonkosten auf einfache Art und Weise zu optimieren. Überblick mit Verlaufsplänen Die einzelnen Unterrichtseinheiten können einzeln oder als Gesamtheit umgesetzt werden. Es gibt drei Verlaufspläne für die sechs Unterrichtsstunden. Hintergründe zu VoIP Einige kurze Erläuterungen zu aktuellen Hintergründen und Fakten der Internettelefonie können auch als Einstieg in das Thema dienen. Die Schülerinnen und Schüler sollen wesentliche Aspekte der VoIP-Telefonie erarbeiten. dem Plenum die Bedienung und die Funktionsweise eines IP-Softphones aufzeigen. Qualitätsaspekte der VOIP-Telefonie erkennen und benennen. den Umgang mit der internetbasierten Sprachtelefonie üben. bestimmte Kundenanforderungen prüfen und eine Empfehlung für oder gegen die Wahl eines VoIP-Anbieters aussprechen. den strukturierten Kostenvergleich anhand unterschiedlicher Telefonie-Angebote üben. die Ergebnisse präsentieren und im im Plenum diskutieren. Thema Internettelefonie - "voice over IP" Autoin Alexandra Beckmann Fach Organisationslehre, Wirtschaftsinformatik Zielgruppe Kaufleute für Bürokommunikation, Bürokaufleute, Bürowirtschaft, Höhere Handelsschule und gymnasiale Oberstufe für den Bereich Wirtschaftsinformatik Zeitumfang 6 Unterrichtsstunden Technische Voraussetzungen Computer mit Internetanschluss, Kopfhörer (Headsets) für den Computer Planung Verlaufsplan 1 - VOIP - Anwendung der VOIP-Telefonie (1. und 2. Stunde) Verlaufsplan 2 - VOIP - Qualität der Internettelefonie (3. und 4. Stunde) Verlaufsplan 3 - VOIP - Kosten der Internettelefonie (5. und 6. Stunde) Die Unterrichtsreihe ist sowohl für technisch versierte als auch für technisch nicht so stark vorgebildete Schülerinnen und Schüler von Interesse und kann dementsprechend variiert werden. Insbesondere die ersten beiden Unterrichtsstunden eignen sich für alle Schulformen. Aufgrund der Aktualität der VoIP-Telefonie und der damit verbundenen Einsparungspotentiale bei den Telefonkosten erfreuen die Themen sich großer Beliebtheit bei den Schülerinnen und Schülern. Wer an technischen Aspekten nicht interessiert ist, kann die dritte und vierte Unterrichtsstunde auslassen und mit der fünften und sechsten Unterrichtsstunde fortfahren. Thema: Anwendung der VoIP-Telefonie In den ersten beiden Unterrichtsstunden werden die Nutzungsmöglichkeiten eines IP-Softphones (Telefonie über den PC) erarbeitet und praktisch erprobt. Siehe dazu den Verlaufsplan 1 - VOIP - Anwendung der VOIP-Telefonie Die Einheit beginnt mit einem Kundengespräch im Call-Center als Rollenspiel, welches dem Einstieg in das Thema dient. Die Schülerinnen und Schüler lernen anhand praxisorientierter Übungen, wie man ein Telefonat im Internet durchführt. Exemplarisch hierfür wurde der Softwareanbieter "Skype" ausgewählt. Die Software kann im Internet kostenlos heruntergeladen werden ( skype.de ), der Download nimmt bei einem DSL-Anschluss nur wenige Minuten in Anspruch. Alle Telefonate innerhalb des Skype-Netzes sind ebenfalls kostenlos. In der Vertiefung des Themas erarbeiten die Schülerinnen und Schüler die Bedeutung, die Anwendungsmöglichkeiten, die Sprachqualität und die Einsparungspotentiale von VoIP. Die Ergebnisse werden durch die Gruppen präsentiert und im Plenum diskutiert. Thema: Qualität der Internettelefonie In der dritten und vierten Schulstunde werden Qualitätsaspekte der VoIP-Telefonie ermittelt und mögliche Ursachen erarbeitet. Hier stehen Kriterien der Sprachqualität im Internet im Vordergrund. Diese Einheit ist geeignet für technisch interessierte Lerngruppen. Siehe dazu den Verlaufsplan 2 - VOIP - Qualität der Internettelefonie Ein Telefonat über das Internet fördert die Motivation zur Erarbeitung im weiteren Unterrichtsverlauf. Hierzu werden Kopfhörer für die Computer benötigt. Anhand des Informationsblattes der Verbraucherzentrale und weiterführender Links erarbeiten die Lernenden die Aufgabenstellungen. Die Kriterien der Dienstgüte und Datenqualität werden vor der Klasse präsentiert und im Plenum diskutiert. Thema: Kosten der Internettelefonie In der fünften und sechsten Schulstunde erabeiten die Schülerinnen und Schüler unter der Annahme bestimmter Kundenanforderungen einen Kostenvergleich zwischen einem reinen Internet-Telefonie-Provider und einem Provider der "herkömmlichen" Sprachtelefonie. Siehe dazu den Verlaufsplan 3 - VOIP - Kosten der Internettelefonie Die Betrachtung der Kostenpositionen einer Telefonrechnung dient als Einstieg. Darauf aufbauend soll in Gruppenarbeit eine Auswahl der Provider unter wirtschaftlichen Gesichtspunkten und der Vergleich zur IP-Telefonie erfolgen. Die Ergebnisse dieses Kostenvergleichs werden im Plenum diskutiert. Zur Sicherung und Vertiefung des Erlernten dienen die Übungsaufgaben, die in Einzel- oder Heimarbeit bearbeitet werden sollen. Die praxisnahen Rechenbeispiele zur Optimierung der Telefonkosten können je nach Bedarf beliebig erweitert werden. Die Internettelefonie bezeichnet genau das, was sich unmittelbar aus dem Begriff ergibt: Telefonieren nicht über das traditionelle Telefonnetz, sondern über das Internet als das bekannteste Datennetz. Das IP (Internet-Protocol) ist das tragende Netzwerkprotokoll jeder Internet-Kommunikation. Die Sprachdaten werden digitalisiert, in Datenpakete verpackt und mit einer eindeutigen Absender- und Zieladresse versehen. Dies ist die so genannte IP-Adresse, die über das Internet zum Empfänger übertragen wird. Die absolute Zahl der weltweiten Internettelefonienutzer betrug im Jahre 2005 elf Millionen. Zusätzlich gab es zu diesem Zeitpunkt sechs Millionen Internettelefonienutzer, die reine Softwarelösungen nutzten. In Deutschland wurden im Jahre 2005 insgesamt 220.000 Nutzer geschätzt. Die deutsche Telekom AG hat eine komplette Umstellung ihres Festnetzes auf die Internettechnik bis zum Jahr 2012 angekündigt Die Werbung für VoIP-Anbieter suggeriert häufig Gespräche zum Nulltarif. Dies gilt jedoch nur für netzinterne Gespräche und Gespräche in Partnernetze. Telefonate zu normalen Festnetzanschlüssen und in Mobilfunknetze haben ebenso einen Minutenpreis wie bei den "herkömmlichen" Providern. Die Entscheidung, ob die Datentelefonie für den Privatkunden wirtschaftlich vorteilhaft ist, hängt von den Telefoniebedürfnissen des jeweiligen Kunden ab. Gerade für Personen, deren Verwandtschaft und Freundeskreis sich über den halben Globus verteilt, macht sich die Telefonie übers Internet bezahlt. Wer über eine Breitband-Datenleitung telefoniert, zahlt für ein Gespräch unter den richtigen Voraussetzungen überhaupt nichts (abgesehen von den DSL-Gebühren) beziehungsweise nur die Vermittlungsgebühren der "letzten Meile" im Ortsnetz des angerufenen Teilnehmers.

  • Orga / Bürowirtschaft
  • Primarstufe

Papierloses Klassenzimmer

Fachartikel

Dieser Fachartikel zur Organisationsentwicklung zeigt auf, wie bisher papiergebundene Prozesse des Unterrichtsalltags durch digitale Abläufe ersetzt werden können. Beispielhaft dargestellt wird dies am Projekt "Papierloses Klassenzimmer" der Bremer Europaschule SZ SII Utbremen (SZUT). Der Beitrag entstand im Rahmen des von der Deutschen Telekom Stiftung geförderten Projekts "Berufsschule digital". Hintergründe zum Projekt "Papierloses Klassenzimmer" Gegenstand des Projektes "Papierloses Klassenzimmer" war die Ausstattung einer Pilotklasse aus dem Bildungsgang "Doppelqualifikation Informationstechnischer Assistent/in" der Europaschule SZ SII Utbremen mit Tabletcomputern und damit einhergehend die Ablösung papiergebundener Prozesse durch digitale. Die Schülerinnen und Schüler sollten als zukünftige IT-Fachkräfte professionelle Werkzeuge kennenlernen, welche es ihnen ermöglichen, kooperativ in beruflichen Handlungssituationen zu arbeiten, Inhalte zusammenzuführen sowie Daten und Ressourcen zu verwalten (zum Beispiel GIT, Scrum). Die Schülerinnen und Schüler nutzten die Endgeräte beispielsweise, um Algorithmen nachzuvollziehen, eigene Algorithmen zu entwerfen (Entwicklungsumgebungen, Testverfahren etc.) und diese professionell darzustellen (UML-Diagramme, PAP, Struktogramme etc.). Sowohl die Lehrkräfte als auch Schülerinnen und Schüler arbeiteten in dieser Zeit ausschließlich mit digitalen Tools zur Kommunikation, Kollaboration und Organisation ihrer Unterrichtsprozesse. Den ausführlichen Erfahrungsbericht finden Sie im Download-Bereich. Grundlegende Erkenntnisse aus dem Projekt sowie konkrete Vorschläge für den Fachunterricht werden im Folgenden dargestellt. Der pädagogische Mehrwert papierloser Klassenzimmer Papierlose Klassenzimmer bieten einige Vorteile im Hinblick auf die Erleichterung von Unterrichtsprozessen. Nicht nur haben die Schülerinnen und Schüler ihre Arbeitsmaterialien in Form ihrer persönlichen Endgeräte immer dabei, die digitale Unterrichtsgestaltung ist auch unabhängig von schulischen Rechner-Räumen möglich. Kollaboratives Arbeiten kann mithilfe digitaler Tools wesentlich einfacher und motivierender gestaltet werden und wichtige Medienkompetenzen der Schülerinnen und Schüler werden gefördert. Im Rahmen des Unterrichts lernen sie verschiedene digitale Werkzeuge kennen und nutzen diese auch, um eigene Produkte wie zum Beispiel Erklärvideos oder digitale Flyer herzustellen (siehe KMK-Strategie Bildung in der digitalen Welt , Kompetenzbereich 3). Die Schülerinnen und Schüler lernen dabei, Bedarfe zu formulieren und geeignete Lösungen zu identifizieren beziehungsweise diese an ihre Bedürfnisse anzupassen (siehe KMK-Strategie Bildung in der digitalen Welt , Kompetenzbereich 5). Zudem lernen sie Gestaltungsmittel kennen und analysieren vorhandene Medien bezüglich dieser. Den Schülerinnen und Schülern wird ein kritischer Umgang mit Medien sowie Wissen hinsichtlich der rechtlichen Vorgaben bei der Erstellung und Nutzung von digitalen Medien vermittelt (siehe KMK-Strategie Bildung in der digitalen Welt , Kompetenzbereich 6). Die beleuchteten Chancen und Risiken fließen wiederum in die eigene Produktion von Medien ein. Zudem lernen die Schülerinnen und Schüler Tools im Sinne des Datenschutzes und der Datensicherheit bezüglich ihrer Eignung zu hinterfragen. Der Speicherort der Daten und die Bewertung der Sicherheit werden besonders beleuchtet. In Bezug auf personenbezogene Daten soll hier eine Sensibilisierung der Schülerinnen und Schüler erfolgen (siehe KMK-Strategie Bildung in der digitalen Welt , Kompetenzbereich 4). Konkrete Beispiele für papierlosen Fachunterricht in der Berufsschule Mathematik-Unterricht Verfügt die Klasse zum Beispiel über entsprechende Notebooks können Programmiertechniken erlernt werden. Die Schülerinnen und Schüler entwickeln Programme, mit denen Polynome abgeleitet, Werte mithilfe des Newton-Verfahrens angenähert und lineare Gleichungssysteme mithilfe des Gauß-Verfahrens gelöst werden können. Eine besonders enge Vermaschung von Unterrichtsinhalten kann erzielt werden, wenn beispielsweise Inhalte des Physik-Unterrichts einbezogen werden: Die Lernenden entwickeln ein Programm, bei dem Vektoren zur Steuerung eines simulierten Raumschiffs genutzt werden. Informatik-Unterricht Im Informatik-Unterricht erweisen sich schülereigene Notebooks insofern als besonders nützlich, als dass die Schülerinnen und Schüler ihre gesamten Arbeitsmaterialien immer zur Verfügung haben. Werden Projekte in einem Framework wie zum Beispiel "Eclipse" angelegt, so werden auf dem lokalen PC Projektordner erstellt, welche die bearbeiteten Dateien enthalten. Schülerinnen und Schüler versäumen so nicht mehr, ihre Projekte auf die persönlichen Laufwerke zu speichern. Zudem erhalten die Schülerinnen und Schüler durch die Arbeit am eigenen Gerät die Möglichkeit, ihre Arbeitsumgebung nach ihren persönlichen Wünschen einzurichten. Besonders in Bezug auf die Arbeit mit Quellcode sind hier die Verwendung von Farben zum Hervorheben von Code-Elementen oder bestimmte Erweiterungen der Software (sogenannte Extensions) zu nennen, mit welchen die Schülerinnen und Schüler ihren Code zum Beispiel auf Qualität hin überprüfen lassen können. Weiterhin ist ein "nahtloseres" Arbeiten an Aufgaben möglich. Viele Praxis-Projekte erfordern auch eine Weiterarbeit nach Unterrichtsschluss . Hier gibt es im schulischen Alltag bisher oft Probleme, da die Schulrechner anders konfiguriert sind als die Heimrechner (zum Beispiel Verwendung unterschiedlicher Softwareversionen), was zu Problemen bei der Ausführung einzelner Programme und demnach zu Demotivation seitens der Schülerinnen und Schüler führen kann. Die Arbeit mit schülereigenen Geräten kann hier Abhilfe schaffen und zum Beispiel auch bei Unterrichtsausfall genutzt werden. Englisch-Unterricht Im Rahmen des Englisch-Unterrichts eignen sich digitale Geräte und Tools besonders für den kreativen Bereich . Hier einige Beispiele: Radioshow: Die Schülerinnen und Schüler stellen im Rahmen des Abiturthemas "Canada” als gemeinsames Produkt eine Radio-Show her, welche sich unterschiedlichen berühmten Persönlichkeiten aus Kanada widmet. In diesem Zusammenhang werden Kleingruppen gebildet, die verschiedene Inhalte produzieren sowie eine Moderationsgruppe gegründet, die für die Zusammenführung der Inhalte verantwortlich ist. Die Lernenden setzen in dem Kontext Audioaufnahme- und Bearbeitungsprogramme ein und informieren sich über die Verwendung von lizenzfreien Jingles und Musikstücken. Kommunikation mit Partnerklassen: Über Plattformen wie Skype können Klassen mit anderen Schülerinnen und Schülern aus Europa digital kommunizieren. So verabreden sie sich zum Beispiel zu einem Call mit einer Klasse aus Athen und tauschen sich über die unterschiedlichen Lebensweisen und Kulturen aus. Grammatik-Prüfung mithilfe digitaler Tools: Mit Plattformen wie "Grammarly" können die Lernenden ihre Texte auf grammatikalische Richtigkeit überprüfen lassen. Fehler werden nicht nur angezeigt, sondern auch die jeweiligen Grammatikregeln werden aufgezeigt. Zudem bietet sich die Peer-Review Funktion von Plattformen wie "itslearning" an. Die Schülerinnen und Schüler laden ein Dokument mit einem Fließtext hoch und nach Ablauf der Einreichungsfrist weist das System automatisch jedem eine festgelegte Anzahl von Dokumenten zu, welche direkt im Browser bearbeitet werden können. So können die Schülerinnen und Schüler sich gegenseitig Feedback geben und durch die Textkorrektur anderer lernen, sich ihrer eigenen Fehler bewusst zu werden.

  • Fächerübergreifend

Das Thema "Influencer" in Schule und Unterricht

Fachartikel
5,99 €

Dieses Experten-Interview beantwortet Fragen zum Megatrend "Influencer". Es erläutert Lehrkräften, wieso Influencerinnen und Influencer heutzutage einen so großen Einfluss auf Jugendliche haben und wie sie das Thema unterrichtlich behandeln können. Welche Influencerinnen und Influencer sind bei Jugendlichen besonders beliebt? Wieso lassen wir uns von Influencerinnen und Influencern beeinflussen? Und wie können Lehrkräfte das Thema "Influencer" in ihren Unterricht integrieren? Diese und weitere Fragen hat uns Dr. Maya Götz beantwortet. Frau Dr. Maya Götz ist Leiterin des Internationalen Zentralinstituts für das Jugend- und Bildungsfernsehen (IZI) und pädagogische Leiterin von "so geht MEDIEN", der Medienkompetenzplattform von ARD, ZDF und Deutschlandradio. Influencerinnen und Influencer sind die neuen Stars der Jugend. Warum? Zunächst aus den Gründen, aus denen Menschen auch in anderen Medienbereichen zu Stars oder Sternchen werden: Sie werden bewundert, weil sie etwas besonders gut können, sich cool und witzig vor der Kamera inszenieren und den Idealen ihrer Zeit entsprechen. Kinder und Jugendliche gehen mit ihnen sogenannte parasoziale Beziehungen ein, denken oft an sie, orientieren sich an ihnen und stellen sie sich als ihre Freundinnen und Freunde oder große Geschwister vor. Genau hier haben Influencerinnen und Influencer noch einmal mehr zu bieten als zum Beispiel Serienstars. Sie erscheinen authentischer, selbstbestimmter und nehmen ihre Fans bis in die intimen Bereiche ihrer Privatsphäre mit. Die Ästhetik der Auftritte , meist über eine feststehende Kamera aufgenommen, ähnelt einem Gespräch unter Freundinnen und Freunden auf FaceTime oder Skype. Hinzu kommen die ständigen Bekundungen, sie würden sich so sehr über Rückmeldungen freuen und ihnen sei die Meinung jedes Einzelnen so wichtig. Welche Influencerinnen und Influencer sind aktuell besonders beliebt bei Jugendlichen? Seit mehreren Jahren stehen bei Mädchen Dagi Bee und Bibi mit ihrem BeautyPalace ganz oben auf der Hitliste, aber auch Shirin David, also alles junge Frauen, die ihren Lebensunterhalt vor allem mit Werbung für Mode und Beautyprodukte verdienen. Aber auch Sängerinnen wie Rihanna oder Showbusiness-Frauen wie Heidi Klum haben viele Followerinnen und Follower und prägen auf ihre Weise das Verständnis von dem, was es heißt, heute eine erfolgreiche Frau zu sein. Bei den Jungen ist die Bandbreite deutlich vielfältiger. Von Gamern wie Gronkh über Politik-Vlogger wie LeFloid bis hin zu Comedy- und Musik-Influencern wie Die Lochis. Wie verdienen diese Influencerinnen und Influencer genau ihr Geld? Influencerinnen und Influencer fangen selbstgetrieben an, regelmäßig Fotos und Videos auf Social Media zu posten, und erarbeiten sich so ihre Followerschaft. Ab einer gewissen Followerzahl (ca. 1.000) bekommen sie gelegentlich Produkte kostenfrei zur Verfügung gestellt. Können sie noch mehr Followerinnen und Follower akquirieren (meist ca. 200.000), werden sie von YouTube beziehungsweise Google gezielt beraten und es wenden sich Agenturen an sie beziehungsweise sie suchen sich ein Management, welches dann Werbeverträge für sie aushandelt. Das kann von Product-Placement und Unpacking-Videos (in denen gemeinsam ein Produkt ausgepackt und getestet wird) über die eigene Produktlinie (zum Beispiel Bilou von Bibi) bis zum Sponsoring oder zu klassischen Werbeeinblendungen bei längeren Videos gehen. Hinzu kommen gebuchte Auftritte oder Teilnahmen an Feiern, Reisen zu bestimmten Orten oder in bestimmte Hotels. Ein ganz anderes Finanzierungsmodell wird mit den öffentlich-rechtlichen Anbietern ermöglicht. Hier darf keine Werbung geschaltet werden, sondern die Influencerinnen und Influencer bekommen die Chance, ihre Expertise herauszustellen und das kreativ umzusetzen, was ihnen wichtig ist – unter den entsprechenden redaktionellen Rahmenbedingungen. So haben dann auch Frauen wie die promovierte Chemikerin Dr. Mai Thi Nguyen-Kim (alias maiLab) die Chance, Chemie und Naturwissenschaften mit Witz zu präsentieren. Das klingt ja erstmal nach einem Traumjob. Ist das tatsächlich so? Besonders Schülerinnen und Schüler gehen davon aus, dass das Influencer-Dasein ein Traumberuf ist, mit viel Freiheit und Fame. Wie anstrengend der Lebensalltag der Influencerinnen und Influencer ist, dass sie beispielsweise nie frei haben, ständig überlegen müssen, wie sie sich auch unter den bescheidensten Lebensumständen als gut drauf und erfolgreich präsentieren, haben die Schülerinnen und Schüler in Konsequenz nicht im Blick. Es kursieren gelegentlich Zahlen, was einzelne Topverdienerinnen und -verdiener pro Post bekommen. Diese Zahlen, zum Beispiel dass Bibi 22.500 Euro pro Post verdient (Vertical Media GmbH, 2018), klingen für einen Laien nach einer hohen Summe. Was sie nicht wissen, ist, dass die Kosten für die Produktion eines über zehn Minuten langen Clips in Konsequenz hoch sind. Nach Abzug der Steuern bleibt ein Minutenpreis, der im Medienbereich eher an der unteren Grenze liegt. Hier fehlt das Wissen, wie viel solche Produktionen kosten, dass auch Kameramänner und -frauen ein Gehalt bekommen und Sozialversicherung zahlen, dass Schnittzeit und Postproduktion bezahlte Arbeitszeit sind und so weiter. Welche Gefahren und Probleme bringt das Konsumieren von Influencerinnen und Influencern mit sich? Influencerinnen und Influencer sind Vorbilder und zeigen, was zurzeit angesagt ist, von Kleidung über Produkte bis hin zu Reisezielen. Bei einer Überfülle an Produktangeboten hilft das bei der Kaufentscheidung, schafft Wünsche und gibt konkrete Hinweise, was gut und richtig ist. Ein Problembereich liegt dabei im Verwischen der Grenzen von Werbung und Ratgeber-Format . Gerade Jüngeren fehlt oftmals die Medienkompetenz, um sich gegen die zum Teil sehr offensiv eingebrachten Werbebotschaften zu wehren. Viele Bereiche dieser Geschäftsmodelle des E-Marketings sind noch so neu, dass sich die rechtlichen Grenzen erst noch ausloten müssen. Influencerinnen wie Pamela Reif oder Cathy Hummels wurden jüngst zum Beispiel wegen unerlaubter Schleichwerbung angeklagt, weil sie unter anderem die Marken ihrer Kleidung markiert hatten, ohne es als Werbefläche anzugeben. Auch bei den diversen Formen der Weiterverarbeitung oder Ironisierung von Medien-Material kommen sie schnell in rechtliche Grauzonen. Mit den aktuellen Datenschutzrichtlinien und Urheberrechtsbestimmungen kommen noch mal neue Herausforderungen auf die Influencerinnen und Influencer zu. Die Influencerinnen und Influencer stehen weiterhin für bestimmte Werte , zum Beispiel dafür, dass Mädchensein vor allem mit einem perfekt gestylten und geschminkten Aussehen einhergeht. Spätestens seit der viral gegangenen Abrechnung von Rezo mit der CDU und dem Aufruf diverser bekannter YouTuberinnen und YouTuber, nicht CDU/SPD/FDP/AfD bei der Europawahl 2019 anzukreuzen, wird auch die potenzielle politische Kraft von Influencerinnen und Influencern deutlich. Dies kann viele Chancen, aber auch potenzielle Gefahren mit sich bringen. Wie können Lehrkräfte das Thema "Influencer" in ihren Unterricht integrieren? Zunächst geht es darum, sich auf diese neuen Stars pädagogisch professionell einzulassen, das heißt, sie mit wohlwollendem Auge wahrzunehmen, und sich mit einzelnen Influencerinnen und Influencern ernsthaft auseinanderzusetzen. Einzelne Beiträge können sich dann sehr gut für eine Integration in den Unterricht eignen und zum Beispiel als Motivation oder Diskussionsgrundlage dienen. Medienkritische Fragen zu diskutieren, ist hier wichtig – ohne zu versuchen, den Schülerinnen und Schülern ihre Heldinnen und Helden auszureden. Mit ein bisschen (medien-)pädagogischem Fingerspitzengefühl kommen hier in der Klasse schnell spannende Diskussionen zustande. Sollte das Thema Ihrer Meinung nach auch in außerunterrichtlichen Kontexten eine Rolle an Schulen spielen? Die Medienwelten der Influencerinnen und Influencer spielen für viele Kinder und Jugendliche eine zentrale Rolle und entsprechend sollten sie auch Teil der außerunterrichtlichen Arbeit sein. Für Eltern wäre es sehr hilfreich, wenn sie sich mit dem Thema im Rahmen von Elternabenden auseinandersetzen würden. In Projektwochen könnten sich Jugendliche außerdem kritisch mit der Welt der Influencerinnen und Influencer auseinandersetzen. Wenn Jugendliche den Raum bekommen, nachzurecherchieren, die Problembereiche zu benennen und sich dann selbst als Expertinnen und Experten für diesen Bereich zu positionieren, werden sie erstaunlich medienkritisch. Welche Netzwerkpartner und Materialien rund um den Themenkomplex "Influencer" können Schulen zu Rate ziehen? Auf so geht MEDIEN , der Medienkompetenzplattform von ARD, ZDF und Deutschlandradio, finden sie einen humorvollen Erklärfilm zu dem Thema und eine Unterrichtseinheit für ein bis zwei Schulstunden. Insgesamt ist das Thema angesichts der hohen Bedeutung für Kinder und Jugendliche aber noch immer viel zu wenig pädagogisch thematisiert und aufbereitet.

  • Fächerübergreifend
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