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Antijudaismus bei Martin Luther – Konfirmandinnen und Konfirmanden erkunden eine Grenze der Toleranz

Unterrichtseinheit

Vor dem Hintergrund aktueller antisemitischer Vorfälle und der kirchlichen Mitschuld am Holocaust lernen die Jugendlichen anhand ausgewählter Originalquellen antijudaistische Motive bei Martin Luther und in seiner Zeit kennen.Das Material ist für die Arbeit mit Konfirmandinnen und Konfirmanden konzipiert. Als Grundlage einer schuldidaktisch überarbeiteten, kompetenzorientierten Fassung bietet es sich auch für den Schulunterricht an. Ziel ist es, den Jugendlichen antijudaistische Begründungen zur Zeit Luthers verständlich zu machen. Außerdem sollen sie befähigt werden, die Erkenntnisse kritisch auf ihre eigenen Vorstellungen von evangelisch sein und religiöser Toleranz anzuwenden und Ideen zu entwickeln, wie die evangelische Kirche ihrer besonderen Verantwortung gegenüber Juden heute gerecht werden könnte. Eine Überprüfung gängiger Materialien für die Arbeit mit Konfirmandinnen und Konfirmanden (beziehungsweise in der religionspädagogischen Praxisliteratur allgemein) ergibt, dass Luthers Antijudaismus dort kaum erwähnt wird. Soll man das Thema in der Arbeit mit Konfirmandinnen und Konfirmanden überhaupt aufgreifen? Sind nicht zu viele Informationen nötig, um zu einer sachlich angemessenen, einordnenden Bearbeitung zu kommen? Antisemitismus ist derzeit noch Teil der Lebenswelt von Konfirmandinnen und Konfirmanden, auch wenn es "nur" medial vermittelte Vorkommnisse sind. Jugendliche müssen Gelegenheit bekommen, sich in Ausschnitten mit dunklen Kapiteln der Kirchengeschichte auseinanderzusetzen, bevor sie sich in der Konfirmation als religiös Mündige bekennen. Didaktisch gesehen sind solche dunklen Seiten als Chance zu begreifen. Luthers Antijudaismus wirkt verstörend und provoziert eine kritische Auseinandersetzung mit der Person des Reformators in seiner Zeit. Insbesondere muss die strikte Kopplung von "Judenfeindschaft" und "Christusglauben" bei Luther hinterfragt werden. Der Arbeit mit Originalquellen kommt dabei aus folgenden Gründen eine besondere Bedeutung zu: Sie kommt dem historischen Interesse 13-/14-Jähriger entgegen und unterstreicht zugleich die Fremdheit der Reformationszeit. Sie verdeutlicht die Drastik auch emotional und wirkt damit Tendenzen zur abstumpfenden Distanzierung vom Holocaust entgegen. Sie verdeutlicht, dass die Originalquellen teilweise bis heute öffentlich an und in Kirchen zu sehen sind (zum Beispiel "Judensau"-Motiv).

  • Geschichte / Religion / Ethik
  • Sekundarstufe I

Religiöse Motive in der Werbung

Unterrichtseinheit

Eine Ordensfrau, die morgens um halb zehn in einen Schokoriegel beißt, italienische Mönche, die sich über die Pizza aus Deutschland wundern, gefaltete Hände in der Autoreklame - religiöse Motive und Anspielungen tauchen recht häufig in unserer Werbelandschaft auf. Diese Beispiele lassen darauf schließen, dass trotz aller scheinbar widersprüchlichen Aussagen die Religion einen hohen Stellenwert in der Gesellschaft hat. Dieser Unterrichtsvorschlag liefert Gesprächsanlässe und Anregungen zur Behandlung dieses Themas im Unterricht. Ausgehend vom bayerischen Lehrplan für katholische Religionslehre am Gymnasium wird hier ein zentrales Thema aus der Erfahrungswelt der Schülerinnen und Schüler aufgegriffen: "Religiöses in Erfahrungen unseres Lebens". Spuren von Religion im Umfeld junger Menschen, etwa der Glaube an Übernatürliches, heilige Stät­ten, Riten, Gegenstände, Zeiten, Brennpunkte und Ernstsituationen des Lebens sollen Inhalte eingehender Betrachtungen sein. Einführung und Anmerkungen Thematische Einordnung und Ablauf der Unterrichtseinheit im Einzelnen. Religiöse Motive in der Werbung - Arbeitsaufträge Arbeitsaufträge und Fragestellungen für Schülerinnen und Schüler der Jahrgangsstufe 11 geben Impulse dafür, wie das Thema "Religiöse Motive in der Werbung" Einzug in den Religionsunterricht finden kann - mit Einsatz der neuen Medien. Die Schülerinnen und Schüler sollen erfahren, dass religiöse Motive überall in unserer oft scheinbar a-religiösen Umwelt vorhanden sind. lernen, kritisch mit der missbräuchlichen Verwendung von Religion umzugehen. befähigt werden, fundiert zum Thema "Spuren von Religion" zu argumentieren. den Absolutheitsanspruch religiöser Gedanken gegenüber der Vergänglichkeit materieller Werte erkennen. Diese Beispiele lassen darauf schließen, dass trotz aller scheinbar widersprüchlichen Aussagen die Religion einen hohen Stellenwert in der Gesellschaft hat. Dieser Unterrichtsvorschlag liefert Gesprächsanlässe und Anregungen zur Behandlung dieses Themas im Unterricht. Print-Publikation Gerd Buschmann / Manfred L. Pirner: Werbung, Religion, Bildung. Kulturhermeneutische, theologische, medienpädagogische und religionspädagogische Perspektiven (Beiträge zur Medienpädagogik, Bd. 8). Frankfurt/M. (Gemeinschaftswerk der Ev. Publizistik, Verlag), 2003, 272 S. Preis: 21,80 € ISBN 3-932194-66-7 Aus welchen Gründen werden religiöse Motive in der Werbung verwendet? Gibt es positive Aspekte, die man dem Phänomen "Religiöse Motive in der Werbung" abgewinnen kann? Welcher Stellenwert wird jeweils religiösem Gedankengut eingeräumt? Arbeiten Sie zu zweit. Suchen Sie auf den Seiten von Werbeagenturen und Marketingmedien eine Werbegrafik, die "Gott" oder "das Göttliche" verwendet, und kopieren Sie sie in eine neue Seite in einem Textverarbeitungsprogramm. Beschreiben Sie die Anzeige (Bild + Text) und versuchen Sie eine Deutung der Wirkung, die durch die Verwendung des religiösen Motivs erzielt werden soll. Die Grafik und Ihre Interpretation sollen auf einer Seite Platz finden. Speichern Sie diese Seite in einem Netzordner, so dass Ihre Mitschülerinnen und Mitschüler sie betrachten können, und stellen Sie sie kurz (mündlich) vor. Thematische Einordnung Mit dieser Unterrichtseinheit können die "Heiligtümern junger Menschen", die Trost, Geborgenheit, Prestige und Handlungsimpulse vermitteln, definiert und analysiert werden. Religiöser Fanatismus und Fundamentalismus, Sektierertum und falsches Erwählungsbewusstsein können im Anschluss behandelt werden. Ablauf Die Schülerinnen und Schüler erhalten das Arbeitsblatt und bearbeiten die Aufgaben mit Hilfe der Informationen, die an den angegebenen Internetadressen zu finden sind. Ihre Ergebnisse werden mithilfe eines Textverarbeitungsprogramms gesichert. Die so entstehende Seite kann entweder via Beamer der Klasse gezeigt oder ausgedruckt und diskutiert werden. Auch zurückhaltende SchülerInnen werden durch die schriftliche Fixierung zu eigenen Beiträgen ermuntert. Diese können später online präsentiert werden.

  • Religion / Ethik
  • Sekundarstufe II
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