SCHAU HIN! Chatregeln gemeinsam vereinbaren

veröffentlicht am 20.05.2016

Viele Kinder und Jugendliche chatten gern online. Damit ihr Kind dabei möglichst geschützt ist, empfiehlt "SCHAU HIN! Was Dein Kind mit Medien macht!", der Medienratgeber für Familien, Eltern, Angebote gemeinsam auszuwählen und einzurichten.

"Am besten bleiben Eltern mit ihrem Kind im Gespräch, mit wem es so chattet und was es in Chats erlebt, um online wie auch im realen Leben die Interessen, Erlebnisse, Freunde und Treffpunkte ihres Kindes zu kennen", empfiehlt Kristin Langer, SCHAU HIN!-Mediencoach. Wichtig ist, dass Eltern den Account zusammen mit ihren Kindern einrichten und ein paar wichtige Chatregeln vereinbaren.

SCHAU HIN! Tipps

Zusammen starten
Für Kinder sind nur kindgerechte, von geschulten Moderatoren begleitete Netzwerke zu empfehlen. An diese können sich Kinder jederzeit wenden, um Inhalte zu melden und um Hilfe zu bitten. Moderatoren können unpassende Inhalte entfernen und Nutzer sperren, die sich nicht an die Regeln halten. Gute Angebote sind seitenstark.de/chat, knipsclub.de, tivitreff.de, juki.de (ab acht Jahren) sowie mein-kika.de, kidsville.de/Villa und helles-koepfchen.de/Forum (ab zehn Jahren).

Jugendliche chatten eher über Messenger auf ihrem Smartphone wie Facebook Messenger, WhatsApp, Instagram und Snapchat. Gerade hier ist es wichtig, dass Eltern sich die Apps genau anschauen, ob ihr Kind alt genug ist und dabei auch auf den Daten- und Jugendschutz achten sowie Chatregeln vereinbaren. Dazu gehört auch, dass man nicht immer erreichbar sein muss.

Chatregeln vermitteln

  • Vorher fragen: Download und Anmeldung vorher mit den Eltern besprechen. So können Eltern prüfen, ob der Chatdienst für ihr Kind geeignet ist, die AGB und die Datenschutzbestimmungen prüfen und die Einstellungen kontrollieren.
  • Daten schützen: Keine privaten Informationen wie Name, Adresse, Alter oder Handynummer veröffentlichen, Webcam lieber auslassen und bedenken, dass andere Bilder und Clips speichern und teilen können. Und: unpersönliche Chatnamen verwenden. "Jenny11" ist keine gute Idee.
  • Fair bleiben: Respektvoll in Communitys sein, die Chatregeln des Anbieters achten, niemanden belästigen oder anderen ungeeignete Inhalte zusenden. Sich für Andere einzusetzen, wenn sie belästigt werden, und beleidigende Inhalte melden, statt sich aus Gruppenzwang zu beteiligen.
  • Vorsichtig sein: Vor allem bei fremden Chatpartnern gilt: sich zu Nichts überreden lassen, unangenehme Gespräche abbrechen und die Person blockieren. Den Chat niemals in privaten Räumen oder Nachrichten fortsetzen oder sich "real" treffen.
  • Sich mitteilen: Bei Fragen oder unangenehmen Situationen an die Eltern wenden.

Kind begleiten
Begleiten Eltern ihr Kind gerade anfangs, können sie mit ihm Funktionen und Einstellungen ausgiebig testen. Sie können ihm vermitteln, wie es sich beim Chatten verhält: An geltende Regeln soll es sich selbst halten, kann dies aber auch von den anderen erwarten. Handelt es sich um ein Netzwerk, bei dem die Eltern auch angemeldet sind, kann es hilfreich sein, wenn das Kind zumindest anfangs auch mit ihnen befreundet ist. Dabei dient es dem gegenseitigen Vertrauen, wenn sie ihrem Kind nicht offensiv hinterherspionieren oder sich in Unterhaltungen einmischen.

Vorbild sein
Eltern sind Vorbilder, auch im Netz. Haben sie ein Profil in einem sozialen Netzwerk, sollten sie selbst sparsam mit persönlichen Informationen und Bildern umgehen und vor allem nichts über die eigenen Kinder veröffentlichen sowie verfügbare Sicherheitseinstellungen nutzen.

Informiert bleiben
Tipps zum sicheren Chatten und Informationen zu einzelnen Communities und Messengern finden Eltern auf schau-hin.info unter "Soziale Netzwerke", "Mobile Geräte" und den Extrathemen zu Cybermobbing und Cybergrooming sowie auf chatten-ohne-risiko.net. Für Jugendliche eignen sich die Infoseiten watchyourweb.de und handysektor.de sowie das Portal juuuport.de. Empfehlenswert ist das Paket "Chatten. Teilen. Schützen!" des Bundesfamilienministeriums mit Webcam-Stickern.