Erweiterung der KMK-Strategie: Was Lehrkräfte jetzt wissen müssen

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veröffentlicht am 23.02.2022

Im Dezember 2021 veröffentlicht die Kultusministerkonferenz (KMK) eine Erweiterung ihrer verbindlichen Strategie zur Bildung in der digitalen Welt. Was das für Schulen und Lehrkräfte bedeutet, erfahren Sie hier.

Smartphone und Laptop als Symbolbilder für Digitalität

Am 09. Dezember 2021 beschloss die 376. Kultusministerkonferenz eine Ergänzung zur Strategie "Bildung in der digitalen Welt" und zieht damit Rückschlüsse aus den Erfahrungen der Corona-Pandemie.

Rückblick: Die 2016 beschlossene Strategie sieht sechs verbindliche Kompetenzbereiche für Schülerinnen und Schüler vor – Suchen, Verarbeiten, Aufbewahren / Kommunizieren und Kooperieren / Produzieren und Präsentieren / Schützen und sicher Agieren / Problemlösen und Handeln / Analysieren und Reflektieren (siehe Kultusministerkonferenz, 08.12.2016). Zusätzlich werden sechs Handlungsfelder eröffnet, die eine Bildung in einer digitalen Welt ermöglichen sollen. Unterstützt werden diese Bemühungen seit 2017 sogar auf europäischer Ebene durch den Europäischen Referenzrahmen für digitale Kompetenzen von Lehrenden, der sechs Kompetenzbereiche aufweist.

Neu: Die neue ergänzende Empfehlung soll jene 2016 festgelegten Kompetenzbereiche und Handlungsfelder nun auf Basis der gewonnen Erkenntnisse aus der Pandemie vertiefen. Wie können neue Technologien Entwicklungsprozesse in Schule und Unterricht ermöglichen? Wie können Lehrkräfte entsprechend didaktisch und technisch ausgebildet werden?

Das Ziel: Eine Verbesserung der Unterrichtsqualität in der Hinsicht, dass Schülerinnen und Schüler auf ein Heranwachsen und Leben in einer sich rasch wandelnden digitalen Welt vorbereitet werden.

Dafür notwendig: Schulen und Schulpersonal erkennen, erlernen und nutzen Potenziale digitaler Tools und Medien. Zu erreichen sein soll dies, indem Lehrkräfte ihre Qualifikation durch neue Bildungsangebote zum digitalen Kompetenzerwerb erweitern können, Prüfungskulturen sich an die heutige digitale Welt anpassen sowie Unterrichtsinhalte und -konzepte forschungsbasiert weiterentwickelt und zur Verfügung gestellt werden.

Konkret für den Unterricht bedeutet das im Rahmen dieser Strategie-Erweiterung und unter stetiger Berücksichtigung von Qualitätskriterien guten Unterrichts sowie einer sinnvollen Verzahnung analoger und digitaler Lernsituationen:

  • Indem auch die digitale Lebenswelt von Schülerinnen und Schülern Beachtung findet, können Motivation und Lernfreude positiv beeinflusst werden.
  • Unterricht könne individualisierter und kreativer an Lernenden ausgerichtet werden.
  • Lerninhalte können erweitert und dadurch nachhaltiger verstanden werden, zum Beispiel durch "Simulation, dynamische Modellierungen oder kollaboratives Problemlösen unter Einbindung verschiedener Expertisen und gegebenenfalls Lernorte" (siehe Kultusministerkonferenz, 10.12.2021).
  • Digitale und interaktive Rückmeldungs-/Feedback-Formate, die persönliche Übungs- und Entwicklungsmöglichkeiten zulassen.
  • Neue schriftliche UND mündliche Prüfungsformate, die auch "Kreativität, Kollaboration, kritisches Denken und Kommunikation" (siehe Kultusministerkonferenz, 10.12.2021) gesichert abprüfen.
  • Berufsbildende Schulen nutzen digitale Technologien zur berufsschulischen, betrieblichen und überbetrieblichen Verknüpfung.

Auch über den Unterricht hinaus könne sich Schule durch passende Technologien datengestützt in Organisation, Personal und Kooperation aufstellen mittels eines entsprechenden Informationsmanagementkonzepts. Die Empfehlung hier lautet, Landesinstitute sollten mit der Entwicklung und Bereitstellung digital-unterstützter Unterrichtskonzepte beauftragt und die Lehrkraftbildung theoretische, praktische und forschungsbasierte Erkenntnisse verbinden.

Zusammengefasst: Auch einige Jahre nach KMK-Beschluss einer Strategie zur Bildung in der digitalen Welt sowie nach Herausgabe eines europäischen Referenzrahmens für digitale Kompetenzen von Lehrenden gibt es – so zeigt es die Corona-Pandemie und die Erweiterung der Strategie– weiteren Ausbaubedarf, angefangen von Infrastruktur und Hardware bis hin zur Ausbildung digitaler Kompetenzen von Lehrenden und Lernenden. 

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